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1 editorial Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, zunächst möchte ich Ihnen und Ihren Familien für das neue Jahr alles Gute wünschen Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg! Auch das erste Heft 2011 unseres Saarländischen Ärzteblattes enthält wieder umfassende Informationen medizinisch-wissenschaftlicher ebenso wie allgemeiner und berufspolitischer Art. Die Darstellung der arbeitsmedizinischen Diagnostik bei Exposition mit Nanopartikeln ist die Zusammenfassung eines arbeitsmedizinischen Symposiums im September in Homburg. Ausführlich werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und auch ihr Bezug zum medizinischen Alltag vorgestellt. Ein neues Konzept zur Weiterbildung mit Nachhaltigkeit bietet CPD, Continuing Professional Development. Hierbei geht es um mehr als nur das Anhäufen von Wissensinhalten. In einer ganzheitlichen Sicht soll ein lebenslang fortdauernder Bildungsprozess erreicht werden. Es wird interessant zu beobachten sein, ob es hier nur bei einem einzelnen Modellprojekt bleibt oder ob dieser Ansatz zu einer grundlegenden Veränderung im Bereich der Fortbildung führen wird. Neben Wissensvermittlung und Wissenstheorie beschäftigen wir uns aber auch mit grundlegenden Themen. Die Förderung der Organspende ist ein wichtiges Thema, dem wir uns alle verpflichtet fühlen sollten. Zu viele Patienten warten noch auf ein Spenderorgan und sind erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Bundesweit auch im Vorstand der Bundesärztekammer wird eine Novellierung des Transplantationsgesetzes diskutiert. Die bisherige Zustimmungslösung zu einer Organspende soll wohl grundsätzlich beibehalten werden. Nach einer intensiven Information der Bürger sollen diese dann aber zu einer persönlichen Entscheidung angehalten werden. Beachtung verdient auch der Artikel des Arbeitskreises Hilfen gegen Gewalt mit der Vorstellung der Beratungsstelle Phoenix. Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen darf weder verschwiegen noch bagatellisiert werden. Als Ärzte müssen wir hier sensibel sein, Probleme erkennen und Hilfsmöglichkeiten anbieten. Die Beratungsstelle Phoenix in Saarbrücken bietet hier wertvolle Möglichkeiten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch das neue Jahr wird über die Alltagsroutine hinaus spannend werden und uns wohl auch mit neuen Anforderungen konfrontieren. Ich wünsche Ihnen hierzu die notwendige Kraft, den Mut, auch neue Wege zu gehen, und nicht zuletzt die Fähigkeit, immer wieder einmal Abstand zu nehmen und sich auf das Wesentliche des Lebens zu besinnen. Mit den besten Grüßen Ihr Dr. med. Josef Mischo Präsident 3

2 inhalt 4 Editorial... 3 Aus der Ärztekammer Erste Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin im Saarland... 5 Die Kammer stellt sich vor: Referate Meldewesen und Buchhaltung... 5 Förderung der Organspende... 7 Onkologie im Saarland quo vadis?... 9 Arbeitskreis Hilfen gegen Gewalt stellt vor: Beratungsstelle Phoenix Aus Wissenschaft und Forschung Weiterbildung mit Nachhaltigkeit im Kontext von Continuing Professional Development (CPD) Online-Umfrage: Die Rolle der Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit bei der Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Menschen Arbeitsmedizinische Diagnostik bei Exposition gegenüber Nanopartikeln Veranstaltungskalender Kurs zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin vom bis Fortbildung Depressionen und andere affektive Erkrankungen am Aus der Kassenärztlichen Vereinigung Leitartikel von Dr. G. Hauptmann Verwendung der Haushaltsmittel gem. 78 Abs. 3 SGB V Ausschreibung von Vertragsarztsitzen Aus dem Ärzteverband Veranstaltungen des Ärzteverbandes Vorstandswahlen im Verband der Knappschaftsärzte Verschiedenes Festakt anlässlich des 25. Saarländischen Hausärztetages 2010 (Bericht) Neuwahl im Verein Freunde des Universitätsklinikums des Saarlandes Saarländischer Fachärztetag am (Vorankündigung) Chronik Wir gratulieren Wir betrauern Personalia Prof. Dr. Tim Pohlemann neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie Prof. Dr. Erwin Zoch 85 Jahre Rubrikanzeigen In dieser Ausgabe finden Sie eine Beilage der RSD Reise Service Deutschland GmbH, für deren Inhalt der Werbungstreibende verantwortlich ist. Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer des Saarlandes, Abtei lung Ärzte und Zahnärzte, der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, des Ärzteverbandes des Saarlandes und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Saarland. Herausgeber: Redaktion: Ärztekammer des Saarlandes Faktoreistraße 4, Saarbrücken Andreas Kondziela Faktoreistraße 4, Saarbrücken Postfach , Saarbrücken telefon telefax e Mail: internet: Zuschriften redaktioneller Art bitten wir nur an diese Anschriften zu richten. Für die Richtigkeit der Darstellung der auf den vorstehenden Seiten ver öffentlichten Zuschriften wissenschaftlicher und standespolitischer Art kann die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Die darin geäußerten Ansichten decken sich nicht immer mit denen der Her ausgeber der Zeitschrift. Sie dienen dem freien Meinungsaustausch unter der Ärzteschaft und ihr nahestehender Kreise. Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der Zustimmung der Schrift leitung. Verlag: Geschäftsführer: leipziger Verlagsanstalt GmbH, Paul-Gruner-Straße 62, Leipzig telefon telefax internet: e Mail: Dr. Rainer Stumpe Anzeigendisposition: Silke El Gendy-Johne, Melanie Bölsdorff Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei GmbH & Co KG Am Urnenfeld 12, Gießen Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste 2011 vom gültig. Erscheinungsweise und Bezug: Das Saarländische Ärzteblatt er scheint jeweils zum 1. eines Monats. Die Zeitschrift wird von allen Ärz ten und Zahnärzten des Saarlandes im Rahmen ihrer Mitgliedschaft zur Ärztekammer bezogen. Der Be zugs preis ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Nichtmitglieder können das Saarländische Ärzteblatt beim Verlag abonnieren. Der Jahres be zugs preis (12 Ausgaben) beträgt im Inland _ 109,00 (einschließlich Ver sand), innerhalb der EU _ 109,00 zzgl. Versandkosten. Die Kün digung des Abonnements ist nur schriftlich mit einer Frist von 2 Monaten zum Ablauf möglich. Einzelheft preis: _ 10,35 zzgl. _ 2,50 Versandkosten. Redaktionsschluss: 3. Januar 2011 ISSN: X

3 aus der ÄRztekammer Gemeinsames Engagement gegen den Hausärztemangel Erste Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin im Saarland ärztekammer Saarbrücken. Das Kreiskrankenhaus St. Ingbert bildet gemeinsam mit zwei Praxen der Allgemeinmedizin in der Mittelstadt erstmals im Saarland die beiden Rotationsstellen beim Modellprojekt Verbundweiterbildung in der Allgemeinmedizin. Die Unterzeichnung der entsprechenden Verträge fand am Mittwoch, 8. Dezember 2010, in der Geschäftsstelle der Ärztekammer in Saarbrücken statt. Ziel des Programms Verbundweiterbildung ist es, dem allgemeinmedizinischen Nachwuchs eine strukturierte, kontinuierliche und qualitativ hochwertige Weiterbildung zu bieten und damit die Hausarztversorgung für die Zukunft zu sichern. Dr. Josef Mischo, der sowohl in seiner Funktion als Präsident der Ärztekammer als auch als Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus St. Ingbert dieses Projekt mit auf den Weg gebracht hat, lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten im Vorfeld: Hausärzteverband, Kassenärztliche Vereinigung, das Krankenhaus und die beteiligten niedergelassenen Kollegen Dr. Bernhard Leyking und Ralf Hauck arbeiten Hand in Hand bei diesem zukunftsweisenden Projekt. Vorteil der Verbundweiterbildung sei, dass ein komplettes Modell für die fünfjährige Weiterbildungszeit angeboten wird. Die Weiterbildung können die jungen Kolleginnen und Kollegen an einem Standort sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich ohne Wohnort wechsel absolvieren, erläutert Dr. Mischo. Das St.Ingber ter Projekt komplettiert Joachim Thamm, der als erster Jungmediziner im Rahmen dieses Verbundes seine Ausbildung zum Fach arzt für Allgemein medizin in seiner Heimatstadt durchführt. Gemeinsam gegen den Hausärztemangel: Chefarzt Dr. Hammer vom Kreiskrankenhaus St. Ingbert bei der Unterzeichnung des Vertrages zur Verbundweiterbildung mit Joachim Thamm, Kammerpräsident Dr. Josef Mischo, Uwe Kunz, Dr. Bernhard Leyking, KV-Vorsitzender Dr. Gunter Hauptmann und Ralf Hauck (v.r.n.l.). Dr. Josef Mischo denkt darüber hinaus an zwei positive Effekte durch die Zusammen arbeit bei der Verbundwei terbildung: Zum einen hoffe ich, dass die Chance, die diese Projekt bietet, von den Medizinstudierenden erkannt wird. Zum anderen ergeben sich bessere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und den niedergelassenen Kollegen. Ich bin daher zuversichtlich, dass es im Saarland bald weitere Verbundweiterbildungen geben wird. Die Kammer stellt sich vor Referate Meldewesen und Buchhaltung Meldewesen Für viele Ärztinnen und Ärzte sind sie die erste Anlaufstelle der Kammer: Achim Wallé und Angela Schwarz. Da alle Ärztinnen und Ärzte, die im Saarland ihren Beruf ausüben, Pflichtmitglieder der Ärztekammer sind, führt für Berufsanfänger und für diejenigen, die im Saarland eine berufliche Tätigkeit beginnen, der erste Weg zum Referat Meldewesen. Hier erhalten sie alle Informationen zur An- bzw. Abmeldung und werden alle relevanten Daten der Mitglieder der Ärztekammer des Saarlandes erfasst, gesammelt und verwaltet, wie z.b. Arbeitgeber, Privatanschrift, akademische Grade, Namens änderung usw. Außerdem wird hier bzgl. der ordungsgemäßen Führung ausländischer Doktorgrade beraten. Mitglieder, die ihre berufliche Tätigkeit in ein anderes Bundesland oder ins Ausland verlegen und dort ihre Haupt- Achim Wallé Angela Schwarz 5

4 Ärztekammer Aus der ärztekammer wohnung nehmen, können übergangslos freiwilliges Mitglied der Ärztekammer des Saarlandes bleiben. Ärztinnen und Ärzte, die keiner ärztlichen Tätigkeit nachgehen und ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Saarland haben, können als freiwillige Mitglieder der Ärztekammer des Saarlandes beitreten. Die Daten der über Ärztinnen und Ärzte werden durch verschiedene EDV-Programme verarbeitet. Um den immer komplizierter werdenden Anwendungen im IT-Bereich gerecht zu werden und um Kosten zu sparen, kooperiert die Ärztekammer hier eng mit den Ärztekammern Nordrhein und Thüringen. Neben der Strukturierung des elektronischen Ärztever zeichnisses, das u. a. zur Erstellung der jährlichen Ärztekammerstatistik herangezogen wird, sind Frau Schwarz und Herr Wallé aber auch für die Führung der herkömmlichen Meldeakten zuständig. Zusätzlich zu dem Meldewesen betreuen Herr Wallé und Frau Schwarz die Geschäftsstelle der Gutachterkommission für Fragen ärztlicher Haftpflicht bei der Ärztekammer des Saarlandes. Buchhaltung Die Ärztekammer als Kör perschaft des öffentlichen Rechts wird nicht durch Steuergelder finanziert. Die Finanzmittel zur Umsetzung der sowohl durch das saarländische Heilberufekammer ge setz festgeschriebenen Aufga ben als auch der Arbeit der ärztlichen Selbstver waltung als solche erhält die Kammer durch Steffen Fischer Edel gard Dahlem-Kamjunke Mit glieds beiträge und durch Erhebung von Ge büh ren. Steffen Fischer ist hier für alle Fragen rund um den Kammerbeitrag er bildet mit über 80 % den Haupt teil der Einnahmen die Beitrags ordnung und die Selbstver anlagung zuständig. Das eigentliche Haupt geschäft des Bi lanz buchhalters ist die komplette Rechnungs le gung der Ärztekammer und die Aufstellung des jährlichen Haushalts. Unterstützt wird er dabei von Edelgard Dahlem- Kamjunke, die vor allem für die Personal buch haltung zuständig ist. Buchhaltung: Steffen Fischer Edelgard Dahlem-Kamjunke Tel.: Fax: Tel.: Fax: (06 81) (06 81) (06 81) (06 81) Meldewesen: Achim Wallé Angela Schwarz Tel: Fax: Tel: Fax: (06 81) (06 81) (06 81) (06 81)

5 Förderung der Organspende Gemeinsame Initiative der Deutschen Stiftung Organtransplantation, des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz, der Saarländischen Krankenhaus gesellschaft und der Ärztekammer des Saarlandes aus der ÄRztekammer ärztekammer In Deutschland warten rund schwer kranke Patienten auf die Transplantation eines Organs. Ihre Lebensqualität und nicht selten ihre Überlebenschancen hängen von der Bereitschaft ihrer Mitmenschen ab, Organe nach ihrem Tod zu spenden. Nur ein Bruchteil der erforderlichen Transplantationen kann jedoch tatsächlich erfolgen. Im Vergleich zu Ländern wie Spanien oder Österreich liegen die Spendebereitschaft und die Transplantationsrate in Deutschland wesentlich niedriger. In einer gemeinsamen Aktion haben daher die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) und die Ärztekammer des Saarlandes eine Initiative zur Förderung der Organspende gestartet. Zu zwei Terminen im Oktober 2010 wurden die Verantwortlichen der saarländischen Krankenhäuser zu Informations- und Diskussionsveranstaltungen in die Ärztekammer des Saarlandes bzw. in die SHG-Klinik Merzig eingeladen. Mit allgemeinen Statements zur Bedeutung der Organ transplantation durch Staatssekretär Sebastian Pini, den Geschäftsführer der SKG, Günter Möcks und Dr. med. Josef Mischo, Präsident der Landesärztekammer wurde die Veranstaltung eröffnet. Von Seiten der DSO stellten anschließend Dr. med. Thomas Breidenbach, Geschäftsführender Arzt der DSO-Region Mitte, und die Koordinatorin des Organisationsstützpunkts Homburg / Saar, Anne-Bärbel Blaes-Eise die Grundlagen der Organspende dar. Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende. Ihre Aufgabe ist die umfassende Förderung der Organspende und -transplantation in Deutschland. Die DSO hat sich zum Ziel gesetzt, allen Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich die notwendige Transplantation zu ermöglichen. Die Anzahl der Organspender stieg in der DSO-Region Mitte (Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen) von 2009 auf 2010 deutlich an (s. Tabelle). Dennoch werden gerade aus den mittleren und kleineren Krankenhäusern noch immer sehr wenige Organspender gemeldet. Die Referenten stellten umfassend die medizinischen und organisatorischen Bedingungen für eine Organspende dar. Grundlage ist ein orientierendes Konsil mit der DSO, das möglichst frühzeitig bei einem Patienten mit unbeeinflussbar fortschreitendem Verlust der Hirnfunktion durch akute primäre oder sekundäre Hirnschädigung und kontrollierter Beatmung durchgeführt werden sollte. Klinische Symptome sind Koma, (mittel)weite Pupillen mit fehlendem Lichtreflex beidseitig, fehlender Cornealreflex beidseitig, fehlende Trigeminus-Schmerzreaktion beidseitig und fehlender Pharyngeal-/Trachealreflex. Zwei erfahrene Untersucher (Neuro logen, Neurochirurgen, erfahrene Intensivmediziner) müssen Anzeige 7

6 Ärztekammer Aus der ärztekammer erwarten, wenn bei einem Patienten der Hirntod eingetreten ist. Die DSO hat ein umfassendes Betreuungsprogramm für betroffene Angehörige eingerichtet. So erhalten die Familien der Verstorbenen anonymisierte Informationen über die Organempfänger, denen durch die Organspende geholfen werden konnte. Bei regelmäßigen Treffen besteht die Möglichkeit des Gedankenaustauschs und der Verarbeitung des schmerzlichen und meist plötzlichen Verlusts naher Angehöriger. unabhängig voneinander und mit einem Beobach tungszeitraum von 12 bis 72 Stunden (primäre / sekundäre Hirnschädigung) die Untersuchungsergebnisse auf dem standardisierten Protokoll des wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer dokumentieren. Kontraindikationen für eine Organspende sind eine HIV- oder eine akute HBV- / HCV-Infektion, eine floride Tuberkulose, Sepsis bei nachgewiesenen multiresistenten Keimen sowie nicht kurativ behandelte Malignome. Eine Altersbegrenzung zur Organspende existiert nicht. Entscheidend ist die aktuelle Organfunktion. Die DSO bietet dem meldenden Krankenhaus ein umfassendes Unterstützungsangebot an: u. a. ein orientierendes Konsil, Vermittlung des neurologischen Konsils, Gespräche mit den Angehörigen, Beratung bei der Intensivtherapie und Koordination der Organentnahme. Auf beiden Informationsveranstaltungen bestand ausreichend Gelegenheit, die verschiedensten Problembereiche der Organspende zu diskutieren. Hierbei wurde besonders deutlich, dass die Krankenhäuser durch die enorme Arbeitsverdichtung große organisatorische Probleme mit der Umsetzung der Organspende haben. Hier ist die Unterstützung durch die DSO sicher hilfreich. Die enorme Bedeutung der Organtransplantation für betroffene Patienten sollte alle Verantwortlichen anspornen, trotz der bekannten Schwierigkeiten die Bemühungen um eine Erhöhung der Transplantationszahlen weiter zu intensivieren. In seinem Schlusswort sprach Dr. Mischo als besondere Transplantationsform noch die Hornhautspende an. Sie ist keine Organ- sondern eine Gewebetransplantation und fällt damit nicht in das Aufgabengebiet der DSO. Eine ebenfalls umfassende Unterstützung wird hier durch die Universitäts- Augenklinik in Homburg gewährt. Auch die Hornhautspende bedarf in Anbetracht der Bedeutung des Augenlichts für die Lebensqualität der betroffenen Patienten einer intensiven Förderung. Weitere Informationen zur Organspende: Telefon-Nummer der Organisationszentrale Mitte der DSO (24 Stunden-Erreichbarkeit für Konsile): Für Hornhautspenden: Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum UKS in Homburg/Saar: (06841) % der Bevölkerung stehen der Organspende positiv gegenüber. Doch nur 17 % haben einen Organspendeausweis ausgefüllt. Es ist dreimal wahrscheinlicher, selbst ein Organ zu benötigen, als Organspender zu werden. 8 Neben aktuellen Zahlen und Daten sowie der Organisation der Organspende kamen auf den Fortbildungsver anstaltungen auch Betroffene zu Wort. Eindrucksvoll waren die Schilderungen der Angehörigen, die sich entschlossen hatten, nach dem Tod ihres Fami ienmitgliedes einer Organentnahme zuzustimmen. Deut lich wurde auch, dass in einem überraschend hohen Prozentsatz Angehörige die Bitte um Organspende

7 aus der ÄRztekammer Onkologie im Saarland quo vadis? Medizin zwischen Kompetenz und Kosten Jahrestagung der Saarländischen Krebsgesellschaft 2010 ärztekammer Die Jahrestagung der Saarländischen Krebsgesellschaft 2010 fand als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung zusammen mit dem Saarländischen Tumorzentrum am Universitätsklinikum und in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung am 25. September im Haus der Ärzte statt. Das Thema der Veranstaltung: Onkologie im Saarland quo vadis? Medizin zwischen Kompetenz und Kosten greift plakativ ein Spannungsfeld auf, in dem sich die Onkologie generell heute befindet. Krebs ist aktuell, nach den Herz-Kreislauferkrankungen, die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Wir haben mehr als Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland, im Saarland ca. 7000/ Jahr. Dabei wird die Zahl an Krebsneuerkrankungen in den nächsten zwanzig Jahren allein aus demografischen Gründen um ca. ein Viertel bis ein Drittel zunehmen. Dank neuer Behandlungsmethoden leben Patienten auch mit fortgeschrittenen Erkrankungen immer länger, so dass durch die Fortschritte in der Therapie der Verlauf einer Krebserkrankung sich häufig dem einer chronischen Erkrankung angleicht. Dies bedeutet aber auch einen höheren Versorgungsbedarf und Optimierung der onkologischen Versor gungsstrukturen. Aus der Notwendigkeit eines zielgerichteten und abgestimmten Handelns aller Verantwortlichen wurde der Nationale Krebsplan im Jahre 2008 auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren ins Leben gerufen. Hierbei wurden 4 Handlungsfelder mit jeweils weiteren Zielen definiert. Einen großen Raum im Nationalen Krebsplan nehmen die Themen Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung ein. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sollte die Veranstaltung zur Bestandsaufnahme der Situation auf Landesebene dienen und Impulse zur Weiterentwicklung vor Ort geben. In einem Einführungsreferat gab Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, einen Überblick über die Zielsetzungen der verschiedenen Versorgungsmodelle in Bezug auf die Onkologie und zog eine kritische Bestandsaufnahme des Erreichten in der jeweiligen Umsetzung. Georg Weisweiler, der Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes, stellte in seinem Referat die politischen Rahmenbedingungen zu Prävention und Behandlung onkologischer Erkrankungen dar und sprach sich insbesondere dafür aus, die Versorgungsstrukturen, wo notwendig, so anzupassen, dass den Qualitätsanforderungen Rechnung getragen werde. Verleihung des Förderpreises der Saarländischen Krebsgesellschaft durch den Vorsitzenden Prof. Dr. Harald Schäfer an Frau Thomaser, stellvertretend für den Kreisverband Saarlouis des Deutschen Roten Kreuzes Zum Thema Kosten und Nutzen von Studien in der Onkologie führte Professor Dr. Michael Pfreundschuh, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinik Homburg, am Beispiel der Lymphomforschung in Deutschland aus, wie durch die aktuelle Novelle des Arzneimittelgesetzes zu erwarten sei, dass eine von der Pharmaindustrie unabhängige und gerade in der Onkologie zur Therapiebeurteilung wichtige Durchführung klinischer Studien in Deutschland aufgrund überbordender Bürokratie und fehlender Finanzierung praktisch unmöglich wird. Dringender Handlungsbedarf wurde daher gesehen in einer neuen EU-Direktive und Änderung des Arzneimittelgesetzes sowie auch einer Beteiligung an der Finanzierung solcher Studien durch die Kostenträger, wie dies auch in anderen Ländern teilweise bereits umgesetzt ist. Nach kurzen Impulsreferaten von Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung (Dr. Gunter Hauptmann), der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (Hans-Joachim Backes), des Facharztforums (Dr. Georg Jacobs) sowie der Kostenträger (Norbert Guth, Geschäftsbereich Versorgungsmanagement der AOK) wurde dann eingehend unter Moderation von Professor Dr. Axel Matzdorff diskutiert. Wenngleich unterschiedliche Bewertungen in Bezug auf die praktische Bedeutung des Paragraph 116b SGB V (Öffnung der Krankenhäuser für ambulante Behandlungen) und Onkologievereinbarung (Abrechnung bestimmter Leistungen nur im ambulanten Bereich) aus Sicht der Krankenhäuser und der niedergelassenen Fachärzte, sowie der kassenärztlichen Vereinigung zu verzeichnen waren, so war man sich insgesamt jedoch einig, dass aufgrund der zunehmen- (Fortsetzung auf Seite 12) 9

8 Anzeige Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine wertvolle Lebenshilfe für die ganze Familie Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist nach der Haftpflichtversicherung die wichtigste private Versicherung. Doch dies wird gerne verdrängt. Gedanken an eine eigene Berufsunfähigkeit werden nur allzu gerne in die Ferne geschoben. Doch das Risiko berufsunfähig zu werden, ist größer als man glauben möchte. Mittlerweile trifft es jeden vierten Bundesbürger. Was ist Berufsunfähigkeit? Unter Berufsunfähigkeit versteht man eine ärztlich bestätigte, dauernde Beeinträchtigung der Berufsausübung durch Krankheit, Unfall oder Invalidität. Bei Berufsunfähigkeit kann man seinen ausgeübten Beruf nicht mehr ausführen. Die Kriterien der Berufsunfähigkeit sind enger gefasst als die der Erwerbsunfähigkeit. Denn bei einer Berufsunfähigkeit kann der Betroffene anders als bei der Erwerbsunfähigkeit noch weiterhin einem anderen Arbeitsverhältnis nachgehen, das seiner körperlichen und geistigen Verfassung entspricht. Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig? Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch deshalb so wichtig, weil sie mehr Schutz bietet als die Ärzteversorgung und die gesetzliche Rentenversicherung. Denn diese Absicherungen reichen leider nicht mehr aus. Die Zahlungen beispielsweise des Versorgungswerkes greifen nämlich erst dann, wenn Ärztinnen und Ärzte ihre gesamte ärztliche Tätigkeit wegen eines körperlichen oder geistigen Gebrechens einstellen müssen. Die berufsständische Versorgung zahlt nicht, wenn Ärztinnen und Ärzte nicht zu hundert Prozent berufsunfähig sind. Ärztinnen und Ärzte dürfen dann noch nicht einmal mehr gutachterlich tätig sein. In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es zudem seit dem 1. Januar 2001 die Berufsunfähigkeit nur noch für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Und das auch nur in Form der teilweisen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit. Dies führt zu heftigen Problemen, weil im Ernstfall oft gar keine hundertprozentige Berufsunfähigkeit erreicht wird. Kompetente Beratung tut Not Gerade für Selbständige ist deshalb die Berufsunfähigkeitsversicherung ein wichtiger Schutz. Eine kompetente Beratung vor dem Abschluss einer solchen Police ist jedoch genauso wichtig. Denn sie sollte keinesfalls zu hoch abgeschlossen sein. Als erstes muss überlegt werden: Welcher Betrag ist nötig, um dem heutigen Lebensstandard gerecht zu werden und um heutige Kosten zu decken? Welcher Betrag würde fehlen, wenn plötzlich das Arbeitseinkommen wegfiele? Und genau so hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein, damit sie diese finanzielle Lücke füllen kann. Ganz genau hinschauen sollte man auch, ob im Vertrag eine Verweisungsklausel oder Meldefristen vermerkt sind. Mit der Verweisungsklausel können Versicherer Zahlungen verweigern. Sehr oft steht in solchen Fällen im Vertrag, dass Berufsunfähigkeit nur dann vorliegt, wenn die versicherte Person ihren Beruf oder und das ist der große Haken eine andere Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Das bedeutet, dass teil-berufsunfähige Ärztinnen oder Ärzte dann noch andere Jobs annehmen müssten. Und bei Meldefristen berufen sich Versicherer darauf, dass sie die Betroffenen nicht eingehalten hätten. Doch gerade bei Unfällen oder schweren Erkrankungen kann es bei der ganzen Aufregung leicht passieren, dass Meldefristen übersehen werden. Nicht so bei der Assekuranz AG. Hier wird kein Hintertürchen offen gehalten. Was ist zu beachten, um individuellen Versicherungsschutz zu bekommen? Wenn bei Vertragsabschluss Erkrankungen vorliegen, akzeptieren Sie lieber einen Beitragszuschlag, statt diese Erkrankungen vom Vertrag auszuschließen. Vereinbaren Sie mit dem Versicherer aber unbedingt schwarz auf weiß, dass der Zuschlag entfällt, sobald die betreffenden Krankheiten ausgeheilt sind. Auch während eines möglichen Erziehungsurlaubs sollte Ihr Beruf Maßstab für die Anerkennung der Berufsunfähigkeit bleiben. Der Vertrag sollte nicht zu früh auslaufen, denn viele werden erst ab 55 Jahren berufsunfähig. Die vereinbarte Rente darf nicht zu knapp bemessen sein. Als Faustregel gilt: 75 Prozent des Nettoeinkommens. Ihr Versicherungsvertrag sollte eine Erhöhungsoption ohne erneute Gesundheitsprüfung vorsehen, damit sich die Rente etwa bei späterer Heirat oder Geburt eines Kindes problemlos anpassen lässt. Interessiert? Dann senden Sie uns einfach den beigefügten Antwortcoupon zurück oder rufen Sie uns unter (00 352) an. Sie erhalten umgehend ein individuelles Angebot. Gerne analysieren wir auch alle anderen Versicherungssparten für Sie. 5, rue C. M. Spoo L-2546 Luxembourg Besuchen Sie uns auch auf unserer Homepage

9 Anzeige Antwort-Coupon Fax: ( ) per Telefax: ( ) Welche Adresse dürfen wir als Postanschrift vormerken? Assekuranz AG Internationale Versicherungsmakler 5, rue C.M. Spoo L-2546 Luxemburg Privatanschrift Praxisanschrift Fachrichtung: Geburtsdatum: Berufsunfähigkeit Eine wertvolle Hilfe für die ganze Familie Ja, ich bin an einer Berufsunfähigkeitsversicherung interessiert: 1. Geburtsdatum : 2. Laufzeit (Endalter: 60./.65.Lebensjahr) : 3. Höhe der monatlichen Rente : Außerdem interessiere ich mich für Berufshaftpflichtversicherung Betriebliche Altersversorgung Praxisausfallversicherung Vermögenszuwachskonzepte Praxisinventarversicherung Kapital-Lebensversicherung Elektronikversicherung Fondsgebundene Lebensversicherung Arzt-Rechtsschutz-Paket Risiko-Lebensversicherung Wohngebäude-/Hausratversicherung Rentenversicherung Private Haftpflichtversicherung Fondsgebundene Rentenversicherung Unfallversicherung Finanzierung Kfz-Versicherung Krankenversicherung Ärzteregressversicherung versichert bei seit ca. Sonstiges (z. B. Versicherungsanalyse, Praxis-/Hausfinanzierung): Ja, ich habe zu einem späteren Zeitpunkt Interesse und möchte Ihren Service im Monat nutzen. Gerne informieren wir Sie über Ihre Möglichkeiten zur Beitragseinsparung. Bitte nennen Sie uns den Zeitpunkt, wann unser Anruf für Sie am angenehmsten ist. Montags Dienstags Ich bin unter folgender Nr.: Mittwochs Donnerstags in der Zeit von bis Uhr Freitags Samstags am besten zu erreichen. Service-Büro: Telefon ( ) , Telefax ( ) Montag bis Donnerstag: 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Freitag: 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr

10 Ärztekammer Aus der ärztekammer (Fortsetzung von Seite 9) den Komplexizität und Spezialisierung in der Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen eine weitere Konzentration der Behandlung in Zentren notwendig ist unter Beteiligung vieler Spezialisten und Überwindung der althergebrachten sektoralen Grenzen und Budgets ambulanter und stationärer Vergütung. Eine zentrale Forderung an den Gesetzgeber war, der oftmals schon praktizierten Versorgungswirklichkeit Rechnung zu tragen durch Schaffung von Vergütungsstrukturen zur adäquaten Finanzierung der anfallenden Kosten und Leistungen. Insofern sind mittlerweile die Instrumente des Paragraph 116b SGB V für die Versorgung in der Onkologie und auch die Onkologievereinbarung eigentlich überholt und werden den Anforderungen nicht wirklich gerecht. Auch wurde deutlich, dass die aktuelle und zu erwartende Veränderung der Arztentwicklung mit fehlenden Fachärzten nahezu aller Disziplinen auch gravierende Auswirkungen auf die Versorgung in der Onkologie haben wird und dass auch hier Modelle entwickelt werden müssen, die den Bedürfnissen der jüngeren Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung und späteren fachärztlichen Tätigkeit entgegen kommt. Die hervorragende Arbeit des epidemiologischen Krebsregis - ters im Saarland und die entsprechend durchgängige Datenakquise eröffnet die Möglichkeit der onkologischen Versorgungsforschung. Ergebnisse hierzu wurden von Frau Christa Stegmaier vom Saarländischen Krebsregister vorgestellt. Darüber hinaus wurde skizziert, wie die Weiterentwicklung in Form eines landesweiten klinisch-epidemiologischen Krebsregisters im Saarland aussehen kann mit den entsprechenden Vorteilen in Bezug auf Qualitätssicherung der Organ- bzw. Tumorzentren, klinische und epidemiologische Auswertungen, Grundlagen für Präventionsmaßnahmen und Bedarfsplanungen usw. Dieses Projekt wird von der Saarländischen Krebs gesellschaft, dem Saarländischen Tumorzentrum und dem Saarländischen Epidemiologischen Krebsregister vorangetrieben mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Verleihung des Förderpreises der Saarländischen Krebsgesellschaft an den Kreisverband Saarlouis des Deutschen Roten Kreuzes. Damit wurde das Engagement der Preisträger im Bereich der psychosozialen Krebsnachsorge mit vielfältigen Projekten in der Selbsthilfe gewürdigt. Die Resonanz der Veranstaltung hat gezeigt, dass die angesprochenen Themen zu onkologischen Versorgungsstrukturen im Saarland, Qualitätssicherung und Finanzierung onkologischer Leistungen auf großes Interesse bei den onkologisch tätigen Ärzten im niedergelassenen Bereich und in den Kliniken gestoßen ist. Die Diskussionen sollten Anlass zur konstruktiven gemeinsamen Fortentwicklung der onkologischen Versorgung im Saarland sein. Prof. Dr. Harald Schäfer Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft SHG Kliniken Völklingen Prof. Dr. Rainer M. Bohle 1. Vorsitzender des Saarländischen Tumorzentrums am Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg Dr. Gunter Hauptmann Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes Arbeitskreis Hilfen gegen Gewalt stellt vor: Beratungsstelle Phoenix Die Beratungsstelle Phoenix in Saarbrücken bietet seit 2003 Hilfe und Beratung in Fällen sexueller Ausbeutung von Jungen. Die sexuelle Ausbeutung von Jungen rückte nach einigen spektakulären Fällen zwar ins öffentliche Bewusstsein, deutlich später als bei betroffenen Mädchen. Aber erst mit den diesjährigen Offenbarungen aus kirchlichen Kreisen, Schulen, Internaten nahm das Thema einen breiten Raum ein. Der Zwischenbericht des Runden Tisches aus Berlin belegt die ganze Tragweite. So sind z.b. nach Schalten der Telefon-Hotline in kürzester Zeit mehrere Tausend Anrufe eingegangen. Auch die tragischen langzeitigen Auswirkungen von Gewalterleben im jungen Alter bestätigen die Meldungen der vielen Betroffenen, die sich erstmals im hohen Alter zu Wort melden. Das Thema Gewalt gegen Jungen war und ist mit einer hohen Dunkelfeldproblematik belastet. Die Betroffenen schämen sich ihrer Opferrolle und äußern sich zunächst nicht. Die Beratungsstelle Phoenix arbeitet saarlandweit. Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete aus Klinik und Praxis können sich dort informieren über Hilfemöglichkeiten für ihre Patienten und diese an ihre Patienten weitergeben. Eva Groterath, Kinder-und Jugendärztin/Psychotherapie Vorstandsmitglied der Ärztekammer des Saarlandes und Vorsitzende des Arbeitskreises Hilfen gegen Gewalt 12 Phoenix ist eine Beratungsstelle in Saarbrücken gegen sexuelle Ausbeutung von Jungen, die saarlandweit tätig ist. Phoenix bietet ein kostenloses niedrigschwelliges Beratungsund Hilfsangebot für Jungen, männliche Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre, die sexuelle Gewalt erfahren haben und deren Bezugspersonen an. Ratsuchende können persönlich, per Telefon oder per beraten werden. Ebenso können sich Fachkräfte von Institutionen (z.b. Wohngruppen, Jugendämter) an die Beratungsstelle wenden.

11 Die Beratungsstelle in Trägerschaft des Sozialpädagogischen Netzwerks (SPN) der Arbeiterwohlfahrt stellt seit September 2003 sowohl Hilfe und Beratung, als auch Präventionsangebote zur Verfügung. Auf Anfrage bieten die Mitarbeiter der Beratungsstelle in allen saarländischen Landkreisen Beratungstermine vor Ort an. Ein zentrales Element im Umgang mit Betroffenen ist die Solidarisierung und die parteiliche Hinwendung, denn entscheidend ist, ein betroffenes Kind so zu begleiten, dass es die Chance hat, selbst ohne Angst mitzubestimmen, wie es weitergehen soll (vgl. Hebenstreit-Müller 1994, S 153). Dies bedeutet, dass die Wünsche des Kindes seinem Entwicklungsstand entsprechend während des Interven tions prozesses so weit wie möglich zu berücksichtigen sind. Einer dieser Wünsche kann der nach Anonymität sein. Wichtig für die Verarbeitung sexueller Gewalterfahrungen ist außerdem, dass Kinder in der Beratung nicht auf ihr Opfersein reduziert werden. Bei der Beratung erhalten die Betroffenen folgende Unterstützung: Hilfe zum Schutz vor weiteren Gewalthandlungen (objektive Sicherheit) Hilfe in Krisensituationen Therapeutische Unterstützung (Stabilisierung, um im Alltag wieder klar zu kommen) Informationen über Anzeigenerstattung Vermittlung zu TherapeutInnen, ÄrztInnen, Rechts anwältinnen usw. Unterstützung während des Strafverfahrens aus der ÄRztekammer ermöglichen können über belastende Erfahrungen zu sprechen. Aufklärung und Information wird in Form von Informationsveranstaltungen (Bsp. Elternabende) und persönlichen Gesprächen weitergegeben. Helfende Erwachsene die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten sind ebenfalls Multiplikatoren, für die Fortbildungen durchgeführt werden können. Für die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen werden geschlechts-spezifische Präventionsangebote in Kooperation mit der Beratungsstelle Nele (Verein gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen e.v.) durchgeführt. Neben der geschlechtsspezifischen Ausrichtung ist eine Differenzierung nach Zielgruppen unabdingbar, d.h. die Frage Wer braucht was? muss im Mittelpunkt stehen. Präventionsangebote müssen somit folgende Kriterien erfüllen: Integrativ Prävention für Jungen und Mädchen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen Interkulturell Es müssen kulturelle und sprachliche Situationen anderer Herkunftskulturen berücksichtigt werden. Ganzheitlich Vermittlung von Lebensfreude, Stärkung des Selbstbewusstseins, der Rechte und Kompetenzen müssen in Inhalten sichtbar sein Kreativ in Methodenvielfalt Niedrigschwellig Präventionsmaßnahmen werden in der Regel von Institutionen bei Bedarf angefordert. ärztekammer Die Bezugspersonen werden unterstützt durch: Hilfen zum Schutz Unterstützung zur Aufrechterhaltung einer Alltagsstabilität Stärkung in der Krise Beratung im Umgang mit einer Vermutung von sexueller Gewalt Im Bereich der Prävention bietet Phoenix Veranstaltungen für Eltern und andere Bezugspersonen, pädagogische Fachkräfte und selbstverständlich für Jungen und Jugendliche an. Der Schwerpunkt der Prävention ist derzeit im Vorschul- und Grundschulbereich angesiedelt. Zu den unerlässlichen Vorbedingungen der Präventionsarbeit mit den Kindern gehört die aktive Auseinandersetzung der Erwachsenen mit dem Thema sexuelle Gewalt. Kinder und Jugendliche brauchen die Hilfe von Erwachsenen. Helfende Erwachsene können einmal die Eltern, aber auch andere Bezugspersonen sein. Diese brauchen Aufklärung und Information, wie sie Kinder schützen können und es Kindern Adresse der Einrichtung Beratung gegen sexuelle Ausbeutung von Jungen Dudweilerstraße 80, Saarbrücken Tel.: (06 81) , Fax: (06 81) Telefonzeiten: Mo, Mi, Fr von 9:00 bis 12:00 Uhr Di und Do von 13:00 bis 16:00 Uhr Persönliche Beratungsgespräche vereinbaren wir zeitlich flexibel nach Bedarf. 13

12 aus wissenschaft und forschung Weiterbildung mit Nachhaltigkeit im Kontext von Continuing Professional Development (CPD) Von Simone Ulbricht, Karlsruhe; Michael Dick, Olten (Schweiz) Mike Jacob, Dillingen/Saar 14 Mit einem explorativen Design wurden in dieser Studie Voraussetzungen für professionelle Bildungsprozesse und die Wirksamkeit des Continuing Professional Development (CPD) am Beispiel des Masterstudiengangs Integrated Practice in Dentistry untersucht. Diesen Masterabschluss für den Generalisten bietet die Akademie für zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe (Fortbildungsinstitut der Landeszahnärztekammer Baden Württemberg) in Kooperation mit der Otto-von-Guericke- Universtität Magdeburg seit 2004 an. Er ist konzipiert als Verbindung von traditionellen und modernen Fortbildungsmethoden basierend auf CPD und ist auf die Bedürfnisse von erwachsenen Lernern abgestimmt. Die Studie beschäftigt sich mit den Veränderungsprozessen, die dieser Studiengang bei den Absolventen auslöst. Lebenslanges Lernen mit CPD Als Schlüssel zum 21. Jahrhundert gewinnt das lebenslange Lernen infolge veränderter Arbeitsanforderungen immer mehr an Bedeutung. Für die Ausübung ärztlicher Tätigkeiten findet dies Ausdruck in den Weiterbildungspflichten. Mit Hilfe spezieller Lernansätze sollen der Ausbau und Erhalt von Kompetenz, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die berufliche Autonomie gesichert werden. Ein wichtiger Wegweiser dafür findet sich in den 1990er Jahren, als die klassische Form der medizinischen Fortbildung Continuing Medical Education (CME) durch den Begriff Continuing Professional Development (CPD) abgelöst wurde. CME fokussiert primär die kognitive Ebene der Fachkompetenzvermittlung. Hierbei wird ein Transfer von Wissen aus der Fortbildung in die Praxis in Frage gestellt (Davis 1999; Weidringer 2003). CPD hingegen verknüpft aktuelles Wissen, neue Methoden, tägliche Arbeit und berufliche Erfahrungen zur umfassenden Entwicklung von ärztlicher Kompetenz, Einstellung und Verhalten (Walther & Dick 2007). Das Ziel von CPD ist, einen über die gesamte Berufstätigkeit fortdauernden Bildungsprozess darzustellen, der es Ärzten ermöglicht, Standards der medizinischen Berufsausübung zu gewährleisten und zu verbessern, um dadurch auch eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen (Starke & Wade 2005, 715). Aufdeckung verborgener Lernerfahrungen mit qualitativen Methoden Das modular aufgebaute zweijährige Masterstudium vereint formale wie informelle Lernprozesse, die letztendlich zu einem veränderten Reflexions-, Handlungs- und Entscheidungs verhalten führen sollen. Es ist somit von Interesse, ob die Abb. 1: Fortbildungsstrategien CME und CPD (Ansorg und Betzler 2006) Masterabsolventen auf Grund des Studiums Veränderungen in ihrem beruflichen Alltag bemerken und ob eine Verbindung zwischen Lernprozess und CPD-Konzept besteht. Die Studie diente zur Entdeckung möglichst neuer, individueller und bisher unbekannter Sachverhalte der berufsbiographischen Wirklichkeit sowie der Wirksamkeit des Studienkonzepts. Als Instrument qualitativer Methodik wurden hierzu episodische Interviews angewendet (Flick, 2009). Das persönliche Gespräch eröffnete den Zugang zu sehr vielen subjektiv erzählten Episoden, welche die Entwicklungen und verborgene Lerndimensionen der Masterabsolventen nachvollziehen ließen. In den Jahrgängen von 2004 bis 2008 haben insgesamt 60 Zahnärzte (davon 14 Zahnärztinnen) ihren Master of Arts erworben. In der Studie durften 14 ehemalige Studenten (davon 5 Studentinnen) ihre Lernerfahrungen äußern. Da nach 14 Interviews eine theoretische Sättigung (Strauss 1998) im Datenmaterial bzgl. thematischer sowie entwicklungsbezogener Überschneidungen und Wiederholungen feststand, konnte die Datenerhebung im Sinne der Grounded Theory abgeschlossen werden. Nachhaltige Professionalisierung durch multidimensionale Lernprozesse Die durchgeführte Arbeit belegt in mehrfacher Hinsicht, dass jeder interviewte Zahnarzt auf Grund des Masterstudiums individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse durchlebt hat oder noch durchläuft. Es können drei Entwicklungsfelder beschrieben werden. Das erste Entwicklungsfeld Berufspraktische Verbesserungen beinhaltet Aspekte der handlungs-praktischen Kompetenz. Die Erweiterung des Fachwissens belegen so die Einführung neuer Arbeitstechniken oder die Erweiterung von Therapieoptionen. Zudem finden individuelle Veränderungen in der Praxisorganisation (Teambesprechung, klinische Pfade,

13 aus wissenschaft und forschung Erneuerung von Praxisstrukturen) statt. Der zweite Bereich Persönlichkeitsentwicklung umfasst die Differenziertheit im Reflexionsvermögen, Mut und Willen zu persönlicher Performanz und ein umfassender strukturiertes Denken. Dies setzt selbstgesteuertes Lernen und das Auswerten von Erfahrungen voraus. Das dritte Entwicklungsfeld Professionelle Gemeinschaft bezieht sich auf die Haltung des Professionellen zur Profession und dem interkollegialen Verhältnis. Durch seine offene und vertraute Atmosphäre fördert das Studium den kollegialen Austausch in gruppendynamischer Gemeinschaft. Der Teilnehmer verinnerlicht so den Nutzen professioneller Solidarität. Diese drei Bereiche verdeutlichen die multidimensionalen Auswirkungen des CPD basierten Studiums: einerseits lassen die Entwicklungsfelder durch die Berufspraktischen Verbesserungen eine Professionalisierung auf der Mikroebene erkennen, während andererseits die Professionelle Gemeinschaft auf eine fortschreitende Professionalisierung auf der Meso- und Makroebene verweist. Gleichzeitig entsteht konzeptionsbedingte Nachhaltigkeit: alle drei zentralen Felder sind gleichermaßen entwickelt und stützen sich gegenseitig. Diese Erkenntnis konnte aus einer abschließend quantitativen Validierung der Kategorien mittels Fragebogen konstatiert werden. Dabei vergaben die Teilnehmer der Studie Durchschnittsnoten, wie gut die abgeleiteten Entwicklungsfelder die individuelle Weiterentwicklung auf Grund des Masterstudiums abbilden. In den gemittelten Bewertungen spiegelte sich der Bedeutungsgrad der Lernerfahrung und der eigenen Ent wicklung wider. So konnten die aufgestellten Theorien belegt und abgesichert werden. dem Zukünftigen bietet und gleichzeitig Probleme der Vergangenheit aufarbeitet. Jede neue vorwärtsgerichtete Maßnahme ist zwar weiterhin in der Lage, neue Wissensbestände zu vermitteln, aber indes nicht fähig, retrospektiv die Problembestände älterer Wissenseinheiten aufzuarbeiten und zu vervollständigen. CPD ermöglicht das Aufarbeiten von Problemlagen, die der bisherigen Expertise unzugänglich blieben. Es bildet sich eine regelrechte Reflexionsschleife, mit deren Hilfe sowohl die problematische Vergangenheit entlastet, als auch Wandlung bzw. Neuorientierung im Sinne von nachhaltiger Professionalisierung evoziert werden. Aufarbeitung von Vergangenem bei gleichzeitigem Blick in die Zukunft Anlass für Bildungsprozesse stellen oftmals Krisenerfahrungen und Konfrontation mit ungewissen Situationen dar, für deren Bewältigung die bisherige Selbst- und Weltansicht nicht mehr ausreicht (Koller 2005; Marotzki 1997). Bildung beinhaltet dabei einen persönlichen Wandlungsprozess und lässt somit der Biografie eines Menschen große Bedeutung zukommen (Marotzki 1990). In zahnmedizinischen Kontexten finden sich dazu drei individuelle Problemfelder. Dies betrifft auf handlungspraktischer Ebene das Expertenhandeln, bei dem nicht antizipierbare Fehler oder unverstandene Behandlungs anforderungen auftreten können (Jacob 2008). Auf der persönlichen Ebene können Aspekte von Selbstdarstellung, Selbstsicherheit und Selbstverständnis in individueller Unzufriedenheit münden. Und schließlich kann auf der Interaktionsebene mit Kollegen und Patienten ein angespannter Reflexionsbedarf entstehen, der beispielsweise mit dem Zugestehen von kollegialer Kompetenz oder Vertrauen in die Arzt-Patienten-Beziehung einhergeht. Meistens zeigen klassische Fortbildungskonzepte eine vorwärts gerichtete Strategie, die auf eine Anhäufung permanent neuer Wissensbestände abzielt. Aus den Interviews dieser Studie lässt sich demgegenüber rekonstruieren, dass der evaluierte Masterstudiengang auch in die konträre Richtung wirkt. Das heißt, dass der Studiengang sowohl Offenheit gegenüber Abb. 2: Schema zum bildungstheoretischen Kontext des Masterstudiums Literaturverzeichnis Ansorg, J., Betzler, M. (2006): Von der kontinuierlichen medizinischen Fortbildung zur kontinuierlichen professionellen Entwicklung am Beispiel der chirurgischen Fortbildung. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheits schutz, 49 (5),

14 aus wissenschaft und forschung Davis, D., O`Brien M. A., Freemantle N. et al. (1999): Impact of formal continuing medical education: do conferences, workshops, rounds and other continuing education activities change physician behavior or healthcare outcomes? Abstract of JAMA, Flick, U. (2009): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag. Jacob, M., Dick, M., Walther, W. (2008): Double Bind in Dentistry Frühindikatoren psychogener Zahnersatzunverträg lichkeit. Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 63 (3), Koller, H.-Chr. (2005): Bildung (an) der Universität? Zur Bedeutung des Bildungsbegriffs für Hochschulpolitik und Universitätsreform. In: Liesner, A., Sanders, O. (Hrsg.). Bildung der Universität. Beiträge zum Reformdiskurs. Bielefeld, Marotzki, W. (1990): Entwurf einer strukturalen Bildungs theorie. Biographie-theoretische Auslegung von Bildungspro zessen in hochkomplexen Gesellschaften. Weinheim: Deutscher Studien Verlag. Marotzki, W. (1997): Morphologie eines Bildungsprozesses. Eine mikrologische Studie. In: Nittel, D., Marotzki, W. (Hrsg.): Berufslaufbahn und biographische Lernstrategien. Hohengehren: Schneider Verlag, Starke, I., Wade, W. (2005): Continuing Professional Development Supporting the Delivery of Quality Healthcare. Annals Academy of Medicine Singapore, 34 (11), Strauss, A. L. (1998): Grundlagen qualitativer Sozialforschung: Datenanalyse und Theoriebildung in der empirischen soziologischen Forschung. München: Fink. Walther, W., Dick, M. (2007): Continuing Professional Development (CPD) Strategie für lebenslanges Lernen. ZM Zahnärztliche Mitteilungen, 97 (16), Weidringer, J. W., Koch H., Engelbrecht J. et al. (2003): Reglementierte Fortbildung: Keine Garantie für eine bessere Versorgung. Dtsch Arztebl; 100: A [Heft 15] Kontakt: Dr. med. dent. Simone Ulbricht, M.A. Kanonierstraße Karlsruhe Online-Umfrage: Die Rolle der Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit bei der Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Menschen 16 Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Landau arbeitet derzeit im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) an einem Forschungsprojekt mit dem Titel: Die Rolle der Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit bei der Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Menschen. Im Zuge dieses Projekts sind wir auf der Suche nach Experten aus Wissenschaft und Praxis aus den Bereichen soziale Benachteiligung (Erläuterung siehe unten) und Gesundheitsförderung. Aufgrund Ihres beruflichen Hintergrunds möchten wir Sie bitten, an unserer Online-Befragung teilzunehmen. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung entsprechender Angebote für diese Zielgruppe und die Fachkräfte, die mit ihnen arbeiten. Weitere Projektinformationen finden Sie unter: achtsamkeit-bei-der-gesundheitsfoerderung/ Sofern Sie teilnehmen möchten, erhalten Sie bis zum über folgenden Link Zugang zur Online-Befragung: Die Ergebnisse unserer Untersuchungen werden im März 2011 auf einem bundesweiten Kongress vorgestellt. Bei Interesse informieren wir Sie gerne näher darüber. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an uns. Kontakt: Dr. habil. Gabriele E. Dlugosch, Dipl.-Psych. Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) Universität Koblenz-Landau, Campus Landau Bürgerstraße 23, Landau Tel. ( ) , Fax ( ) Erläuterung soziale Benachteiligung Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge gehören zu Menschen mit sozialer Benachteiligung Menschen in Armut, mit unzureichenden Wohnverhältnissen, mit Arbeitslosigkeit, mit nicht abgeschlossener Schul- und Berufsausbildung, allein erziehende Mütter bzw. Väter, sozial isoliert lebende Menschen, Menschen mit dauerhaften Be hinderungen sowie ethnische Minderheiten, Migranten, Flüchtlinge usw. Randgruppen in schwierigen Lebenslagen, mit weniger Zugang zu Wissen, Geld, Macht und/oder Prestige, die viel Unterstützung benötigen und in der Regel schwer erreichbar sind. Besonders wichtige Untergruppen von Menschen mit sozialer Be nachteiligung sind die folgenden: 1. Kinder in Armut 2. Bildungsferne Jugendliche 3. (Langzeit-)Arbeitslose 4. Allein erziehende Mütter und Väter 5. Migranten 6. Senioren 7. Suchtkranke 8. Obdachlose 9. Chronisch körperlich Kranke 10. Psychisch Kranke 11. Geistig Behinderte Die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen führt nicht zwingend zu großen sozialen Belastungen, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit dafür. Festzustellen ist weiterhin, dass sich die Gruppen häufig überschneiden.

15 aus wissenschaft und forschung Arbeitsmedizinische Diagnostik bei Exposition gegenüber Nanopartikeln Das Arbeitsmedizinische Symposium zu diesem Thema fand am Samstag, 18. September 2010, unter der Leitung von Prof. Dr. med. A. Buchter, Leiter des Instituts und der Poliklinik für Arbeitsmedizin der Universität des Saarlandes, in Homburg/ Saar statt. Einführung: Neues Wirkungsspektrum Univ.-Prof. Dr. med. Axel Buchter, Leiter des Instituts und Poliklinik für Arbeitsmedizin der Universität des Saarlandes Eine Exposition gegenüber ultrafeinen Stäuben zurückzuführen auf natürlich freigesetzte und unbeabsichtigt erzeugte nanoskalige Partikel ist seit langem bekannt. Neu dagegen ist die Exposition gegenüber gezielt industriell synthetisierten Nanomaterialien, die möglicherweise eine neue Kategorie von potentiell toxischen Substanzen darstellen können. So wurde in China 2009 eine Fallserie bei Arbeiterinnen bekannt, die mit Polyacrylat-Nanopartikeln Umgang hatten und u.a. an rezidivierenden Pleuraergüssen und Lungenfibrosen erkrankten. Auf diesen Fall wird im Folgenden noch näher eingegangen. Der allgemeine Staubgrenzwert für alveolengängigen Feinstaub beträgt 1,5 mg/m 3, für einatembaren Gesamtstaub 4 mg/m 3. Jedoch ist keine Staubkonzentration ohne Wirkung ableitbar (NOEL, DFG 1997). Für Nanopartikel gibt es noch keine Richtwerte, obwohl bekannt ist, dass sie zur Beeinträchtigung der Atem wegsclearance, chronisch entzündlichen Bronchialschleimhautveränderungen und obstruktiven Ventilationsstörungen führen können. Ultrafeine Aerosolteilchen, deren Agglomerate (lockere Verbindung) und Aggregate (feste Verbindung) z.b. in technischen Rußen und industriellen Rauchen enthalten sind, zeigen eine Alveolardeposition von 50 bis 60 % bei 20 bis 50 nm. Die toxische Wirkung entspricht der Anzahlkonzentration schwerlöslicher ultrafeiner Partikel. Agglomerate sind hierbei toxischer als Aggregate. Nanopartikel sind vermutlich an der Entstehung von vielfältigen Krankheitsbildern beteiligt. Diese können sein: Rhinitis, Bronchitis, Allergie- und Asthmaförderung, allergische Alveolitis, Pneumonie, Lungenfibrose, Mesotheliome und Karzinome. Auch am kardiovaskulären System können sie z.b. zu Thrombozytenaggregation und Destabilisierung arteriosklerotischer Plaques sowie zu Herzfrequenzveränderungen führen. Aufgrund ihrer geringen Größe ist eine Verteilung in alle Organe möglich, auch in das Gehirn, wie wir es von Substanzen wie Mangan und Aluminium bereits kennen. In den Organen können sie spezifische Partikel- und Stoffwirkungen entfalten, jedoch sind auch neue unbekannte Wirkprofile zu erwarten. Durch die gezielte Herstellung, Verarbeitung oder Freisetzung von Nanopartikeln und neuen Materialien treten potentiell neue Gefährdungen und ggf. Krankheiten auf. Hierzu zählt das Erkrankungsbild der Zirkoniumlunge, einer exogen allergischen Alveolitis, mit Fibrose, intrapulmonalen und auch dermalen Granulomen und einer obstruktiven Bronchitis, vergleichbar mit der Berylliose. Die partikuläre Luftverunreinigung führt nicht nur durch Feinstaub (0,1 10 μm) sondern auch durch ultrafeine Partikel mit einer Größe unter 0,1 μm zu gesundheitlichen Problemen. Die Langzeitbelastung mit solchen Partikeln stellt ein generelles Risiko insbesondere für Kinder, Kranke und Senioren dar. Ein Anstieg von Morbidität und Mortalität ist bereits bei kurzen Spitzenbelastungen z.b. bei kardiopulmonal vorbelasteten Patienten denkbar. Es besteht eine Korrelation von Feinstaub, insbesondere UFP, mit chronischem Husten, Bronchitis, verminderter Lungenfunktion, Lungenkrebs, kardiovaskulären Effekten und verkürzter Lebenserwartung! Auffallend sind auch unsere Befunde der Typ IV-Sensibilisierung im LTT auf Zirkonium bei der Hälfte der untersuchten Zirkonium-exponierten Personen aus der chemischen Nanotechnologie, bei etwa einem Viertel der Mitarbeiter der Zahnklinik, aber bei keinem Studienanfänger der Zahnmedizin. Nanopartikel werden heute schon in großem Umfang eingesetzt und verarbeitet, ohne dass wir ihre Wirkung im Körper kennen. Aufgrund des noch nicht gänzlich abschätzbaren Gefährdungspotentials von Nanopartikeln sollte die Nanotechnologie sicherheitstechnisch überwacht und arbeitsmedizinisch intensiv betreut werden. Insgesamt haben wir aufgrund der bisher bekannten Staubwirkungen, der Literatur, der neuen wissenschaftlichen Begründung zu Aluminium und aus unseren untersuchten Personengruppen als vorläufiges Ergebnis, dass eine (massive frühere) Exposition mit (verschiedenen) Nanomaterialien in Abhängigkeit von der Dosis bzw. dem Wirkungsmechanismus sowie verstärkt durch zusätzliches Zigarettenrauchen im Einzelfall zu Symptomen führen kann und potentiell zu Rhinitis, Bronchitis, Sensibilisierung, Atemwegsobstruktion, peribronchialer Verdickung, interstitiellen Lungenveränderungen oder Lungenemphysem. Unter bestimmten Bedingungen ist ein karzinogenes Potential zu erwarten. 17

16 aus wissenschaft und forschung 18 Aktuelle industrielle Entwicklungen und Expositionen mit Nanomaterialien Dr. Thomas Brock, Leiter des Fachbereichs Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), Kurfürsten-Anlage 62, Heidelberg Schon 1959 sagte der bekannte Physiker Richard Feynman voraus, dass sich im Jahr 2000 die Menschen darüber wundern würden, warum Nanotechnologie nicht schon früher entdeckt worden und die Menschheit im Stande sei, einzelne Atome zu manipulieren. Seine Vorhersagen haben sich bestätigt. Nanotechnologie beinhaltet die Möglichkeit, Partikel in einer Größenordnung von 1 bis 100 nm zu messen, zu sehen, zu manipulieren und herzustellen. Eine weitere industrielle Revolution ist mit der Entwicklung dieser Materialien eingetreten, die neue Eigenschaften aufweisen, aber auch neue potentielle Gefährdungen darstellen. Nanoobjekte kommen in den unterschiedlichsten Formen wie z.b. in Filmen und in Röhren vor. Sie können nur eine nanoskalige Dimension (Nanoplättchen, -filme) haben, zweidimensional nanoskalig (Röhrchen, Fasern, Drähte) und auch dreidimensional nanoskalig sein (Nanopartikel). Weiterhin können verschiedene Materialien Nanoobjekte enthalten, entweder auf der Oberfläche, im Material gebunden oder in freier Form. Nanoröhrchen und -partikel sind fast unvorstellbar klein und diese geringe Größe bedingt im Wesentlichen die Eigenschaften der Nanopartikel. Durch die winzigen Strukturen ist das Verhältnis der Oberfläche zur Masse immens groß, man hat also viel Raum für Interaktionen und die Oberfläche ist reaktiver. Somit sind auch komplexe Interaktionen denkbar und das chemische und physikalische Verhalten gleicht bei kleineren Nanoobjekten eher Gasen als Stäuben. Ohne besonderen Schutz lagern sich die Partikel in der Regel zu fester gebundenen Aggregaten oder lockerer gebundenen Agglomeraten zusammen, wobei nur eingeschränkt vorherzusehen ist, wie sich diese Zusammenschlüsse im Körper verhalten. Unklar ist dabei, ob sie wieder aufbrechen und somit ggf. toxische Effekte erzeugen. Denkbar ist auch eine neue Gefahrenquelle im Hinblick auf Brennbarkeit und Explosionsgefahr. Mindestzündenergien können im Nanobereich erheblich absinken; unter Umständen bis hin zur Selbstentzündlichkeit. Es ist noch nicht abzusehen, ob möglicherweise neue Umweltprobleme durch Verwendung von Nanopartikeln auftreten. Die wirtschaftliche Bedeutung der Nanoindustrie steigt stetig an. Schon im Jahr 2000 umfasste diese einen Markt von ca. 10 Milliarden Euro und es ist zu erwarten, dass dieser in weniger Zukunft auf ca. 3 Billionen Euro ansteigen kann. Außerdem wird prognostiziert, dass der Einsatz von Nanotechnologie in vielen Industriezweigen bis zu 10 Millionen neue Arbeitsstellen schaffen kann. Schon heute finden Nanopartikel in den vielfältigsten Produkten Anwendung. So gibt es mittlerweile damit ausgerüstete Kleidungsstücke, Schuhe und Regenschirme. Weiterhin finden Nanopartikel Verwendung in Reinigern, Geschirr, Sanitäranlagen, Beschichtungsstoffen z.b. für die Automobilindustrie, Lithiumakkus, Filtersystemen, Sprengstoffen und im Elektronikbereich. Gerade hier ist die Herstellung von Graphitlagen möglich, die nur eine Atomlage dick sind und neue, verbesserte Eigenschaften aufweisen, dem sogenannten Graphen, für das der Physik-Nobelpreis 2010 vergeben wurde. Auch UV- abweisende Kleidung, sogar antibakterielle Stoffe können mit Hilfe von Nanostrukturen hergestellt werden. In der Medizin finden sie mittlerweile vielfältige Verwendung z.b. in speziellen Hautcremes und der Zahnheilkunde. In der Krebstherapie ist es möglich, Nanopartikel, die in den Tumor injiziert werden und zur Apoptose führen, einzusetzen. Allerdings muss immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung stattfinden, da die Studienlage noch nicht ausreichend und es nicht sicher ist, inwieweit die verbleibenden Nanopartikel im Körper nicht zur Entstehung von anderen Krankheiten beitragen können. In diesen Beispielen wurden Nanomaterialien gezielt hergestellt und genutzt. Es kann jedoch auch zu einer unfreiwilligen Herstellung von Nanopartikeln kommen, z.b. bei Verbrennungsvorgängen und der Entstehung von Abgasen. Die Problematik der ultrafeinen Stäube ist inzwischen jedermann ein Begriff und stellt gerade im Hinblick auf die zukünftige Verkehrsentwicklung ein großes Problem dar. Bei der Auflistung der mannigfaltigen Produktpalette mit Nanopartikeln wird schnell klar, dass auch hier Probleme mit der Bezeichnung Nanopartikel auftreten können. So verkaufen sich Produkte mit der Bezeichnung Nano besonders gut und werden oft für Werbeaktionen genutzt. Sogar Bio-Nano - Produkte werden angeboten. Andererseits sind Nanoprodukte auch schon in vielen Konsumartikeln vorhanden wie z.b. in Zahn- und Sonnencremes, ohne dass sie darin deklariert sind. Der Begriff Nano ist noch nicht speziell geschützt, so werden auch viele Produkte mit Nano beworben, die gar keine Nanotechnologie einsetzen. Für die Zukunft ist es eine Herausforderung zu entscheiden, ob Produkte, in denen Nanomaterialien enthalten sind, einer Kennzeichnung bedürfen, wie diese aussehen soll und welche Zusatzangaben erforderlich werden. Bei der Ölkrise im Golf von Mexiko diesen Jahres plante man diese mit Nanopartikeln zu bekämpfen, die mit langen Kohlenwasserstoffketten des Öls wasserlösliche Mizellen formen und so eine Emulsion bilden sollten. So gelöst könnte das Öl von Kleinstorganismen verstoffwechselt werden. Allerdings wurden diese Nanopartikel damals nicht eingesetzt, weil man

17 aus wissenschaft und forschung Bedenken hatte, dass Nanopartikel wiederum nicht absehbare Umweltschäden verursachen könnten. Betrachtet man die Umweltrisiken durch Nanopartikel näher, bemerkt man schnell, dass Nanopartikel auch natürlich in unserer Umgebung vorkommen. Sie entstehen z.b. bei Feuer, Vulkanausbrüchen, kommen in Ozeanen und bei Viren vor. Nanoskalige Strukturen benutzt die Natur schon lange, um z.b. große Oberflächen zu schaffen, die wasserabweisend sind, wie wir das von Lotusblättern kennen. Auch die Schale des Seeohres besteht aus Mineralschichten, die von nanometerdicken Proteinschichten verklebt werden, die eine derartige Stabilität aufweisen, so dass man sich diese Strukturen der Natur zum Vorbild genommen hat, um neue Materialien zu schaffen, die heute z.b. im Brückenbau eingesetzt werden. An den Füßen eines Geckos sind die Kontaktstellen nur nanometergroß. Auch dieses hat man sich für speziell entwickelte, extrem feste Verschlüsse zum Vorbild gemacht. Wenn man Produktionsanlagen von Nanopartikeln in der Industrie betrachtet, so stellt man fest, dass diese in sauberen, geschlossenen Systemen hergestellt werden. Bei Messungen bei der BASF haben sich lediglich 10 4 Partikel/cm 3 gefunden. Konzentrationen an Industriearbeitsplätzen (BGIA) haben 10 5 Partikel/cm 3 ergeben, in einer Bäckerei fanden sich 6,4 x 10 5 pt/ cm 3. Vergleichsweise sind im Zigarettenrauch 10 6 pt/cm 3 und in Dieselabgasen mehr als pt/cm 3 zu erwarten. Man sieht also, dass bei der industriellen Herstellung von Nanopartikeln im Vergleich eher geringe Partikelkonzentrationen zu finden sind. Bei Messungen kann man Partikel, die unfreiwillig hergestellt bzw. unfreiwillig freigesetzt werden, detektieren, wenn z.b. Leckagen im System vorhanden sind. Weiterhin hat man Messungen in- und außerhalb von Laborabzügen durchgeführt und konnte feststellen, dass die klassischen Schutzmaßnahmen auch bei Nanopartikeln wirksam sind, da die Exposition von Arbeitern, die mit Abzügen arbeiten, deutlich geringer ist als ohne Benutzung eines Solchen. Der Gebrauch und die Herstellung der Nanopartikel werden in den kommenden Jahren stark zunehmen. Zunächst entstand eine erste Generation von Nanopartikeln, welche im Wesentlichen passive Nanostrukturen darstellten. Eine zweite Generation von aktiven Nanostrukturen folgte, wie sie in Transistoren verwendet werden. Heute steht man bereits an der Schwelle zur dritten Generation, Systemen von Nanopartikeln. Diese bilden 3-D-Konstruktionen, quasi kleine Roboter im Nanobereich, die interaktiv sind und miteinander agieren können. Die neuesten Veröffentlichungen beschreiben nanoskalige interaktive Strukturen, die sich an die DNA anlagern und deren Verbindungen trennen. Man kann davon ausgehen, dass die Entwicklung weitergeht und vielleicht die vierte Generation von Nanosystemen hergestellt werden kann. Für die Zukunft ist es denkbar, dass diese nanopartikulären Strukturen wie biologische Systeme reagieren und sich selbst reproduzieren können ähnlich wie Lebewesen. Die Bedeutung ist aktuell noch nicht abzusehen. Expositionen gegenüber Nanopartikeln Eine Analyse klinischer und diagnostischer Befunde Dr. med. Michaela Mittmann-Frank, Oberärztin am Institut und Poliklinik für Arbeitsmedizin der Universität des Saarlandes Die Nanotechnologie gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Mit Nanomaterialien wurden jedoch nicht nur technologisch hoch interessante, vielfältig einsetzbare nanoskalige Produkte geschaffen, sondern auch eine neue Kategorie von potentiell toxischen Substanzen für Beschäftigte, Endver braucher und Umwelt. Vor dem Hintergrund individueller Faktoren, potentieller Wirkprinzipien und adverser Gesundheitseffekte durch Nanomaterialien erfolgte durch uns die Konzeption eines vielschichtigen Diagnostik-Programms, welches einer Gruppe von 10 Mitarbeitern der chemischen Nanotechnologie angeboten wurde. Das untersuchte Kollektiv war langjährig in der Herstellung, Oberflächenmodifikation und Weiterverarbeitung oxidischer Nanomaterialien mit Primärpartikelgrößen zwischen < 10 und 100 nm tätig (Abb. 1 3). Entsprechend einem heterogenen Expositionsprofil bestand primär Kontakt zu Zirkoniumdioxid (ZrO 2 ), Siliciumdioxid (SiO 2 ), Aluminiumoxid (Al 2 O 3 ), Ceroxid (CeO 2 ), Cermolybdat (Ce 2 (MoO 4 ) 3 ) und Titandioxid (TiO 2 ). Bodyplethysmographisch konnte bei der Hälfte des nichtrauchenden Kollektivs eine obstruktive Ventilationsstörung, zum Teil mit Überblähung, diagnostiziert werden. Anamnestisch bestand überwiegend korrelierend eine Schleimhaut-assoziierte (Konjunktiven, Nase und Atemwege betreffend), zum Teil auch tätigkeitsparallele Beschwerdesymptomatik. In einer konventionellen Röntgenthoraxaufnahme zeigte sich bei 5/10 Personen ein Lungenemphysem, welches bei drei Personen auch im CT verifiziert werden konnte. Eine serologische und kutane Allergiediagnostik wies lediglich bei 2/5 Personen mit radiologischem Emphysem bzw. Obstruktion eine Sensibilisierung auf ubiquitäre Inhalations- und Soforttyp-Allergene im Sinne einer atopischen Diathese auf. Bei der Hälfte des Kollektivs fand sich darüber hinaus eine positive Reaktion im LTT (Lymphozytentransformationstest) auf Zirkonium ein metallisches Element, welches in Form des nanopartikulären ZrO 2 eine zentrale Rolle innerhalb des hier geschilderten Expositionsspektrums einnimmt. Eine manifeste Allergie bei möglicher Typ IV-Sensibilisierung zeigte sich derzeit bei keiner Person. Bei allen Personen mit erhöhtem Stimulationsindex im LTT erfolgte ergänzend eine Prick-Testung auf Zirkonium. Hier zeigte sich bei der Person mit dem höchsten Stimulationsindex von > 10 eine positive Reaktion vereinbar mit einer Typ-I-Sensibilisierung auf Zirkonium. (Berufs-) 19

18 aus wissenschaft und forschung Im Folgenden wurden vor bzw. nach Tätigkeit und damit Exposition am Arbeitsplatz des Kollektivs eine Spirometrie und Bestimmung der exhalierten Stickstoffmonoxid- Fraktion (FeNO) durchgeführt sowie Atemexhalat (EBC) zur Analyse verschiedenster Biomarker gewonnen. Die arbeitsparallele Spirometrie zeigte keine eindeutige Dynamik der statischen und dynamischen Lungenvolumina. Die FeNO-Werte waren individuell reproduzierbar und tageszeitunabhängig. Erhöhte FeNO-Werte korrelierten mit klinischen Symptomen einer obstruktiven Atemwegserkrankung und dem Vorliegen von Sensibilisierungen auf ubiquitäre Inhalationsund Soforttyp-Allergene. Die Werte für H 2 O 2 Marker der Aktivität des oxidativen Stoffwechsels lagen in einem Bereich zwischen 0 und nmol/l und stiegen im Tagesverlauf bei der Hälfte des Kollektivs an. Der EBC-pH Marker der Atemwegsazidifikation lag zwischen 4,8 und 8,4 ohne eine konsistente zirkadiane Dynamik. Zur orientierenden Quantifizierung der derzeitigen inhalativen Belastung des Kollektivs am Arbeitsplatz erfolgte eine Partikelmessung mit einem Kondensationspartikelzähler (CPC 3007 der Firma TSI), der luftgetragene Festkörper oder nicht flüchtige Tröpfchen in einem Konzentrationsbereich von 0 bis pt/cm 3 in einer Größenordnung von 10 bis nm misst. Die Messungen während relevanter Tätigkeitsabläufe ließen Aussagen zu Spitzen- im Vergleich zu Hintergrund konzentrationen zu. Bei Raumkonzentrationen zwischen bis pt/cm 3 Luft kam es bei vorsichtigem Umfüllen von kleinsten Mengen Nanopartikel-haltiger Pulver zu keinem relevanten Anstieg der Partikelkonzentration, dagegen bei Anwendung größerer Mengen zu kurzzeitigen Maxima bis (innerhalb des laufenden Abzugs) bzw. bis pt/ cm 3 (ohne Abzug). Spitzenkonzentrationen bis pt/ cm 3 waren beim Spritzlackieren mit nanopartikulären Lacken zu dokumentieren, wobei der Anwender eine Abb. 1-3: Repräsentative Tätigkeiten in der chemischen Nanotechnologie. 20 Anamnestisch und klinisch bestand hier eine allergische Rhinopathie. Bei fehlendem Hinweis auf eine atopische Diathese kommt nur Zirkonium als auslösendes (Berufs-)Agenz in Frage. Bei dieser Person wurde ferner makroskopisch und histologisch sowie computertomographisch eine chronische Bronchitis verifiziert. Ätiologisch müssen bei der nie-rauchenden Person neben Zirkonium weitere Allergene und irritativtoxische Arbeitsstoffe in Betracht gezogen werden. Abb. 4: Spritzlackieren mit nanopartikulären Lacken.

19 aus wissenschaft und forschung Abb. 5: Messprofil bei Spritzlackierung mit nanopartikulären Lacken. Atemschutzhaube mit Frischluftzufuhr trug, innerhalb der auch beim Spritzlackieren nur Konzentrationen < 10 pt/ cm 3 gemessen werden konnten (Abb. 4 und 5). Bei repräsentativen Tätigkeiten wurden zudem Raumluftproben gewonnen, die elektronenmikroskopisch und elementanalytisch untersucht u.a. als Zirkonium-Nanopartikel verifiziert werden konnten (Abb. 6 und 7). Aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind aus präventivmedizinischer Sicht folgende Arbeitsschutz- Maßnahmen sinnvoll: Eine Substitution pulverförmiger Abb. 7: EDX: Nachweis von Zirkonium sowie Lanthan und Cerium. Abb. 6: REM: Zirkonium-Partikel. Nanopartikel durch Bindung in flüssigen oder festen Medien (Pasten, Suspensionen etc.), technische Maßnahmen (Verwendung geschlossener Apparaturen bzw. Absaugung von Stäuben direkt an der Quelle) sowie organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen (z.b. Atemschutz, P2, FFP2, P3, FFP3). 21

20 aus wissenschaft und forschung Abb. 8: Beschleifen von temporärem Zahnersatz aus Komposit-Kunststoff. 22 Letztendlich sollte eine adäquate, verantwortungsvolle betriebsärztliche Betreuung eine sensitive Lungenfunktionsanalyse, eine zielgerichtete Allergiediagnostik und ggf. die Berück sichtigung eines kardiovaskulären Risikoprofils beinhalten. Nanopartikel und Gefährdungen in der Zahnheilkunde Hendrik Berger, Ass.-Arzt, Institut und Poliklinik für Arbeitsmedizin der Universität des Saarlandes In der Zahnheilkunde beschäftigte Personen sind gegenüber zahlreichen, teils gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen exponiert. Materialien wie Amalgam treten in den Hintergrund, stattdessen werden zunehmend (neue) Materialien wie Zirkonium oder auch nanopartikuläre Werkstoffe eingesetzt. Es werden Arbeitsmaterialien mit sensibilisierendem (Methylmethacrylate, Latex etc.), fibrogenem (Quarz oder bis zum Verwendungsverbot 1993 auch Asbest) und auch irritativtoxisch (Glyoxal, 2-Phenylphenol) wirkendem Potential verwendet. Zur Untersuchung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen gegenüber exponierten Beschäftigten wurde von uns ein umfassendes Untersuchungsprogramm konzipiert, das den Mitarbeitern der Universitätszahnkliniken des Saarlandes angeboten wurde. Zusätzlich wurden Studienanfänger der Zahnheilkunde im ersten Semester untersucht. Insgesamt nahmen an unseren Untersuchungen 26 Personen teil (13 Frauen, 13 Männer, mittleres Alter 33 Jahre). Die Dauer der Beschäftigung betrug durchschnittlich 17 Jahre. Schwerpunkte unseres Diagnostikprogramms waren die (Berufs-)Anamnese, Lungenfunktions- und Allergie diagnostik sowie Expositionsmessungen mit tätigkeitsassoziierter Bestimmung der Partikelkonzentration und -freisetzung am Arbeitsplatz einschließlich elektronenmikroskopischer Analyse von aus der Raumluft gewonnenen Partikelproben. Von den 26 teilnehmenden Personen klagten 14 Klinikmitarbeiter und drei Studienanfänger über schleimhautassoziierte Beschwerden, wie z.b. Rhinitis, Konjunktivitis oder Stockschnupfen. Über tätigkeitsassoziierte Beschwerden klagten 11 der Klinik mitarbeiter. Bodyplethysmographisch zeigten 12 Personen eine variable oder bereits manifeste obstruktive Ventilationsstörung. In der Allergiediagnostik zeigte keiner der Untersuchten einen positiven Befund auf die Allergene Methylmethacrylat, Latex

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