ÖSTERREICHS M&A-MARKT 2014 Österreich ist anders!

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1 ÖSTERREICHS M&A-MARKT 214 Österreich ist anders! DDr. Manfred Moschner Geschäftsführender Gesellschafter der ACS Acquisition Services Wien und selbständiger M&A-Berater Österreich ist wieder anders! Wenn auch in genau umgekehrtem Sinn wie im Vorjahr. Während am internationalen M&A-Markt Rekorde gefeiert werden, sank die Zahl der Transaktionen in Österreich um 12,3 %. Die interessantesten Details des österreichischen M&A-Marktes 214: eine Reduktion der Zahl der Transaktionen um 12,3 % eine Reduktion des M&A-Transaktionsvolumens um 22,1 %; dessen ungeachtet eine Erhöhung der durchschnittlichen Transaktionsgröße im mittleren und kleinen Segment; Transaktionen mit nicht-strategischen Käufern, d.h. mit Finanz-Investoren werden zu 5,9 % von ausländischen Investoren geprägt. Zahl an untersuchten M&A-Transaktionen 214: 372 Davon mit grenzüberschreitendem Konnex": 242 (65,1 %) Verhältnis M&A-Transaktionen Total & Grenzüberschreitend ,% ,2% 25 68,8% ,9% ,4% 34 73,1% ,% ,1% ,2% ,3% ,5% ,1% ,8% ,1% Total Grenzüberschreitend Die Zahl an Großtransaktionen ist 214 deutlich gesunken und zwar auf 34 Großtransaktionen mit einem gesicherten Wert von mehr als 73 Mio. Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

2 Vergleich der Transaktionen >/< 73 Mio Mio - 73 Mio > 73 Mio Als logische Konsequenz der stark gesunkenen Zahl an Großtransaktionen ist der Gesamt- Transaktionswert des österreichischen M&A-Marktes massiv gefallen: und zwar um 22,1 % auf 14,49 Mia. Dieser Wert ist sogar geringer als jener des Jahres 2! Transaktionswert des österreichischen M&A-Marktes Mia. 32, 28, 24, 2, 16, 12, 8, 4,, 8,4 4,63 15,44 5,8,73 18,36 21,91 28,29 13,22,3,1 17,42 18,61 15,34 14, Die Zahl echter Fusionen im Sinne neubildender Verschmelzungen stieg leicht auf 18 Transaktionen. Wie zuvor lässt sich weder ein typisches Branchen- noch ein spezifisches Größenmuster erkennen. Ebenfalls wie in den Vorjahren ist zu diagnostizieren, dass fast alle der Fusionen M&A-typisch der Kategorie defensive Merger zuzuordnen sind. Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

3 Transaktionen aus einer Insolvenz heraus Die Zahl der namhaften M&A-Transaktionen aus einer Insolvenz heraus sank im Jahr 214 zwar auf 61 Fälle. Bereinigt man den Rekordwert von 213 um den Anteil, den eine einzige Groß-Insolvenz Alpine Bau Gruppe verursachte, steigt der relative Anteil dieser Kategorie an der Gesamtzahl an M&A-Transaktionen von 15,6 % im Jahr 213 auf 16,4 % im Jahr 214. Die Krise ist definitiv in der Realwirtschaft angekommen; ein besonderes Branchen- oder Größenmuster ist aber nicht zu erkennen. Die Transaktionen dieser Kategorie verteilen sich relativ gleichmäßig auf zahlreiche verschiedene Branchen. Nur im Einzelhandel lässt sich eine überdurchschnittliche Häufung feststellen. Transaktionen mit grenzüberschreitendem Konnex Trotz der gesunkenen Gesamtzahl an Transaktionen sind M&A-Aktivitäten mit Ausländern bzw. mit grenzüberschreitendem Konnex absolut fast gleich geblieben also relativ gesehen vom niedrigsten Stand seit 2 Jahren im Vorjahr zurück Richtung langjährigem Durchschnitt mit knapp zwei Drittel aller Transaktionen. Wie in den letzten Jahren wird prinzipiell an Bewährtem festgehalten: Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass im Jahr verschiedene Nationen in Transaktionen mit Österreichbezug involviert waren viele davon mit durchaus exotischem Hintergrund, wie z.b. Namibia, Moldawien, oder Chile. Die Spitzenplätze werden aber mehr denn je von den klassischen Handelspartnern dominiert. Frankreich Italien Russland Verteilung M&A-Transaktionen / TOP 8 65,8 % Anteil aus Grundgesamtheit Tschechien 9 Niederlande 8 Schweiz 13 USA 28 Deutschland 81 Deutschland hat als ewiger Spitzenreiter die meisten aller Transaktionen mit grenzüberschreitendem Konnex auf sich vereinigt, nämlich 31,2 %. Österreichische Käufer kamen in Deutschland mit 6 % dieser Transaktions-Kategorie zum Zuge und überwiegen damit gegenüber deutschen Käufern in Österreich deutlicher als im Vorjahr. An den nächsten Stellen stehen traditionellerweise die Vereinigten Staaten von Amerika und die Schweiz: Die USA überrascht mit der hohen Anzahl US-amerikanischer Käufer in Österreich, die Schweiz konnte dagegen ihren dritten Platz nur knapp verteidigen. Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

4 Neben den USA prägen zwei weitere Überraschungen die grenzüberschreitende M&A- Szene in Österreich: Frankreich mit 9 Akquisitionen seitens französischer Unternehmen, und auch Russland ist als Käufer sehr präsent. Ein besonderes Augenmerk ist diesmal auf die Verteilung von Käufen bzw. Verkäufen einer österreichischen Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte in ausländischem Besitz in Österreich gerichtet: Ist die festgestellte starke Absetzbewegung ein Signal für den Wirtschaftsstandort Österreich? Käufe & Verkäufe eines österreichischen Unternehmens durch die österreichische Tochter eines ausländischen Konzerns Käufe Verkäufe Die Zahl der Transaktionen in Ländern des CEE-Raumes ist in absoluten Ziffern auf 49 Transaktionen gefallen, der relative Anteil auf 2,3 %. Top-Nationen 214: Russland und Tschechien. Das erstarkende Selbstbewusstsein osteuropäischer Unternehmen hat 214 weiter angehalten: Etwas mehr als ein Drittel von ihnen haben österreichische Unternehmen gekauft. Die jahrzehntelange Einbahnstraße in der Akquisitionspolitik ist endgültig beendet. Transaktionen im CEE-Raum Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

5 Transaktionen im CEE-Raum im Verhältnis zu Gesamt-Transaktionen 7,% 65,3% 6,% 5,% 4,% 3,% 2,% 26,6% 29,6%3,% 24,9% 24,8% 27,8% 26,7% 23,6% 17,9% 22,1% 2,5% 24,9% 2,3% 18,3% 15,2%,%,% Die aktivsten Branchen Das Jahr 214 wird als klassisches Struktur-konservatives M&A-Jahr in Erinnerung bleiben. Eindeutiger Jahressieger : die Immobiliengesellschaften. Als Kategorie erst vor Jahren eingeführt, um der steigenden Zahl von Transaktionen im Immobilien-verwaltenden Gewerbe Rechnung zu tragen, die aufgrund von Größe, Struktur und Komplexität nicht mehr als reine Immobilien-, sondern als Unternehmenstransaktionen zu werten sind, behauptet sich dieser Bereich nunmehr im vierten Jahr in Folge an der Spitze der Branchenanalyse des österreichischen M&A-Markts. Da passt es gut ins Bild, dass sich in diesem Jahr auch eine weitere sehr Immobilien-lastige Branche unter den Top-Branchen wiederfindet: das Hotelgewerbe. Konservative Käufer bevorzugen in nach wie vor unsicheren Zeiten Sachwerte, und für Sachwerte betreffende Transaktionen sind leichter Finanzierungen zu finden. Metallerzeugung & -verarbeitung 19 Die aktivsten Branchen / TOP 6 38,7 % Anteil aus Grundgesamtheit Hotels & Gastgewerbe 18 Immobilien- Gesellschaften 37 Einzelhandel 22 Maschinenbau (inkl. Anlagenbau) 23 Bau- & Grundstoffe Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

6 "Nicht-strategische" Akquisitionen / Finanz-Beteiligungen Am österreichischen Beteiligungsmarkt ist die Käuferseite extrem heterogen strukturiert; es gibt keine dominierenden Marktteilnehmer: Primus inter pares waren im Jahr 214 wie in den Vorjahren mit Ausnahme des Jahres 212 die Fonds des AWS. Weitere erwähnenswerte Details: Finanzinvestoren zeigten sich im Jahr 214 vorsichtiger bei der Übernahme von Sanierungsfällen: mit Transaktionen und damit 2,8 % dieses Typus investierten sie aber immer noch einen höheren Anteil in Sanierungsfälle als der Marktdurchschnitt. Der Anteil ausländischer Finanzinvestoren stieg stark von 32,3 % im Jahr 213 auf 5,9 % aller Finanzinvestments. Auf österreichische Finanzinvestoren im Ausland entfielen 22,6 % der Transaktionen dieser Kategorie. Engagements ausländischer Beteiligungsunternehmen in Österreich ,6% ,8% ,6% 12 27,3% ,3% 28 38,4% ,8% 12 4,% ,3% ,2% 21 32,3% ,9% Beteiligungen in Ö gesamt 29,7% ausländische Beteiligungen in Ö Zusammenfassung & Ausblick Leider fand der positive Trend des zweiten Halbjahres 213 keine Fortsetzung im Jahr 214. Im Gegenteil: Das erste Quartal 214 war eines der schwächsten Quartale der letzten zehn Jahre. Die Unsicherheit aufgrund exogener Faktoren schien in diesem Zeitraum besonders groß und führte zu großer Zurückhaltung vieler Entscheidungsträger. Damit koppelte sich der österreichische M&A-Markt von der internationalen Entwicklung ab wenn auch im Gegensatz zum Vorjahr diesmal mit negativem Vorzeichen. In den nachfolgenden Quartalen normalisierte sich der M&A-Markt zwar wieder. Die Lücke aus dem ersten Quartal konnte aber nicht mehr aufgeholt werden. Strukturell kann Österreichs M&A-Markt 214 als wertkonservativ beurteilt werden Impulse in innovativen Sektoren sind 214 eher rar. Handelsgericht Wien FN a UID ATU 16538

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