5. Auflage. Kapitel VI: Internationaler Handel und

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1 Eine Einführung in die Theorie der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte Mohr Siebeck c Kapitel VI: Internationaler

2 Inhaltsverzeichnis

3 Die bisherige Analyse vernachlässigt außenwirtschaftliche Beziehungen weitgehend. Die Theorien zu Wachstum, (Kapitel II-IV) bilden auch für die offene die wichtigsten Zusammenhänge ab. Die Konjunkturanalyse (Kapitel V) muss dagegen noch einmal aufgerollt werden.

4 Globalisierung: wachsender Güter- und Dienstleistungshandel Link Link zunehmende internationale Kapitalströme. Link Das Wachstum spiegelt jeweils Link sinkende Transaktionskosten und die Auswirkungen politischer Entscheidungen wider. Link

5 Für Länder, die Teil einer globalisierten Weltwirtschaft sind, gilt ebenso wie für geschlossene en: Für Wachstum ist technischer Fortschritt maßgeblich. Für strukuturelle Arbeitslosigkeit sind Lohnrigiditäten verantwortlich. Für Inflation ist ein zu schnelles Geldmengenwachstum verantwortlich.

6 Zwischen großen en gibt es einen internationalen Konjunkturzsammenhang durch Im- und Exporte. In der Theorie betrachten wir eine kleine offene : Die ist offen, d.h. sie betreibt internationalen Warenhandel und tätigt grenzüberschreitende Finanztransaktionen, so dass sich Entwicklungen in der Weltwirtschaft auswirken. Sie ist klein: Entwicklungen im Inland haben keine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

7 Wechselkurs S (in Mengennotierung): Preis einer Währung in Einheiten einer anderen Währung an (z.b. Euro-Preis in Dollar). Anstieg von S: Aufwertung. Link Realer Wechselkurs: PS P. Relativer Preis von inländischen Gütern verglichen mit ausländischen Gütern. Je höher, desto geringer die Wettbewerbsfähigkeit. Kaufkraftparität (PS/P = 1) ist theoretisch (als Gesetz des einheitlichen Preises) zu erwarten, empirisch aber keine treffende Annahme (P und P sind rigide, S volatil).

8 In der werden die ökonomischen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern verbucht. Leistungsbilanz: Exporte und Importe von Gütern und Dienstleistungen (Saldo: Außenbeitrag) Auslandseinkommen (Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt) Wiederkehrende Zahlungen aus dem bzw. ans Ausland (Saldo der Sekundäreinkommen). Einmalige Transfers werden in der Vermögensänderungsbilanz gesondert erfasst.

9 Kapitalbilanz: Direktinvestitionen Wertpapiertransaktionen Finanzderivate übriger (einschließlich Kredite) Zunahme der Währungsreserven. Weil der Saldo der Leistungsbilanz (LB) die Entstehung neuer Ansprüche gegen das Ausland wiedergibt und der Saldo der Kapitalbilanz (KB) die Verwendung davon, gilt LB = KB. Das folgt auch aus Devisen- bzw. Gütermarktgleichgewicht. Link Link Link

10 Deutschland 2014 (Mrd. e) a Außenbeitrag 186,03 + Saldo der Primäreinkommen 66,74 + Saldo der Sekundäreinkommen 40,66 = Saldo der Leistungsbilanz 212,11 Saldo der Vermögensänderungsbilanz 2,83 Saldo der Direktinvestitionen 83,21 + Saldo der Wertpapiertransaktionen 127,84 + Saldo der Finanzderivate 31,78 + Saldo des übrigen s 3,05 + Veränderung der Währungsreserven 2,56 = Saldo der Kapitalbilanz 243,32 Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen 28,38 a Quelle: Link

11 7. Vereinfachend: P = P = 1. Leistungsbilanz: LB = LB(Y, S) mit LB/ Y < 0 und LB/ S < 0, wobei letzteres unterstellt, dass Exporte und Importe recht stark auf Wechselkursänderungen reagieren (so dass sich die Ökonomie im steigenden Teil der J-Kurve befindet). Kapitalbilanz: KB = KB(i) mit KB (i) < 0 (für gegebene Auslandszinsen und gegebene erwartete Wechselkursänderungen).

12 A1: Konsumfunktion C = C + c(y T ), C > 0, 0 < c < 1. A2: Investitionen: mit I (i) < 0. I = I(i) A3: Die Preise sind rigide: P exogen. Link A4: Leistungsbilanz: LB = LB(Y, S) mit LB/ Y < 0 und LB/ S < 0. P exogen. Wechselkurs S flexibel (endogen).

13 A5: Güternachfrage: Y d = C + I + G + LB. A6: Die Firmen produzieren genau soviel wie nachgefragt wird: Y = Y d. A7: Taylor-Regel mit Ω(Y ) = 0, Ω (Y ) > 0. A8: Kapitalbilanz: mit KB (i) < 0. i = i TR + Ω(Y ) KB = KB(i)

14 IS-Kurve: Y = C ct + I(i) + G + LB(Y, S). 1 c Verschiebt sich bei einer Aufwertung der heimischen Währung (S steigt) nach links. i S IS Y TR-Kurve wie gehabt. i TR Y i LB > KB S LB < KB EG Y

15 EG-Kurve: Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt (LB = KB), LB(Y, S) = KB(i). Verläuft steigend. Um so flacher, je höher die Kapitalmobilität (Annahme: flacher als die TR-Kurve). Unterhalb der EG-Kurve herrscht eine Devisenübernachfrage und umgekehrt. Eine Aufwertung (S steigt) verschiebt die EG-Kurve nach oben.

16 i S S TR EG IS Y i S IS Y IS, TR und EG bestimmen Y, i und S ( keynesianische Revolution, nachfrageseitige Bestimmung von Y und L). S TR EG

17 IS-TR-Schnittpunkt: internes Gleichgewicht. Punkte auf der EG-Kurve: externe Gleichgewichte. Wechselkursanpassungen stellen sicher, dass das interne Gleichgewicht auch ein externes ist: Y und i zu niedrig: Abwertung. Y und i zu hoch: Aufwertung. Wechselkursanpassungen wirken konjunkturstabilisierend.

18 Satz: Bei expansiver Fiskalpolitik dämpft eine Aufwertung den Anstieg des BIPs. Satz: Bei expansiver aktiver Geldpolitik verstärkt eine Abwertung den Anstieg des BIPs. i S G S TR EG IS Y i S i T R TR EG S IS Y

19 Schuldenfinanzierte Fiskalpolitik: dy dg = 1 (1 c) (I + KB )Ω. Für KB < 0 kleiner als für KB = 0. Diskretionäre Geldpolitik: dy di TR = 1 1 c I +KB Ω < 0. Für KB < 0 im Betrag größer als für KB = 0.

20 Die gesamte Historie der Währungspolitik ist charakterisiert durch wiederkehrende Versuche, größere oder kleinere Festkussysteme zu errichten. Link Bestandteile von Festkurssystemen: fixierte Wechselkurse, Spielregeln, nach denen die Teilnehmerländer die Wechselkurse verteidigen.

21 Magisches Dreieck der offenen : Satz: Von den drei Zielen Autonomie der Geldpolitik, Wechselkursfixierung und freier sind nur zwei simultan realisierbar. i i T R TR EG IS Y i i T R TR EG IS Y

22 Währungskrise: Fester Wechselkurs muss aufgegeben werden mit anschließender erheblicher Abwertung, oder der Kurs muss mit erheblichem Einsatz (Zinserhöhungen, Währungsreservenverlusten, Kapitalkontrollen) verteidigt werden. Eine erste Generation von Währungskrisenmodellen sieht Währungskrisen als Folge von autonomer Geldpolitik trotz freien s (magisches Dreieck der offenen ).

23 Grund für die anwachsende Spekulation: Mit viel Kapital kann fast risikolos spekuliert werden. Link Gründe für die Verteidigung: Link Link Unsicherheit für Importeure und Exporteure importierte Inflation Verlust an Ansehen für die verantwortlichen Politiker Infragestellung der Glaubwürdigkeit zukünftiger Fixierungen.

24 Folgen einer Wechselkursfixierung: Planungssicherheit für internationalen internationalen keine konjunkturstabilisierenden Wechselkursanpassungen Geldpolitik nicht autonom möglicherweise Import von Glaubwürdigkeit bei der Inflationskontrolle Gefahr von Währungskrisen.

25 Feste Kurse sind vorteilhaft bei hoher Außenhandelsquote (kleines Land) synchroner Konjunktur verglichen mit den Handelspartnern ( symmetrische Schocks ) Verzichtbarkeit autonomer Geldpolitik Angewiesenheit auf den Import von Glaubwürdigkeit geringer Gefahr spekulativer Attacken.

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