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1 denaris 2/2005 CHF 15. Interface Concurrents ou partenaires Kundendaten an der Schnittstelle Critères de sélection Für und wider Retrozessionen E-Banking Passé présent futur Consequences of e-money Eine kurze Börsengeschichte Anlage Mezzanine-Finance

2 denaris Die Zeitschrift des Verbands Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) La revue de l association suisse des gérants de fortune (ASG) La rivista dell associazione svizzera di gestori di patrimoni (ASG) Diesmal Éditorial Caesar pontem fecit Maurice Baudet «C aesar pontem fecit apud Genua»: César construisit un pont à Genève. Tous les lecteurs qui, dans un passé plus ou moins lointain, ont souffert sous la férule d un professeur de latin auront reconnu le «De Bello Gallico». L Helvétie en ce temps-là faisait partie des Gaules. Ce petit pays allait peu après déjà en ce premier siècle avant notre ère faire parler de lui dans tout l empire romain à cause de sa puissance financière: l or des Helvètes, raflé par les armées de Jules César, provoqua en effet une des plus grandes crises inflationnistes de l Antiquité. Quant au pont dont il est question, il allait être à l origine de la fortune de Genève. Il deviendra le point de passage obligé des marchands lombards, génois ou vénitiens, et dans l autre sens de ceux de Flandre, de France et d Angleterre. Il ne fut donc pas étranger à la naissance de la banque genevoise. La grande histoire abonde d ailleurs d exemples de ponts qui firent la fortune de leurs riverains. La petite histoire de la gestion de fortune indépendante aussi: elle n a pu se faire que grâce aux passerelles tendues entre notre métier et celui de banquier. C est de ces relations vitales qu il sera question dans le présent numéro. Comme tous les liens tissés entre les hommes, ils se sont révélés parfois délicats ou fragiles. Les liens entre banquier et gérant indépendant ont pu susciter des réactions irritées, être qualifiés d union contre nature. D aucuns parlèrent même parfois de brûler ces ponts. Dieu merci la logique et l intérêt bien compris des parties finirent par l emporter, et ces liens sont aujourd hui plus solides que jamais. La force qui sous-tend les relations entre nos deux métiers est celle de la complémentarité et de l interaction entre les talents. Elle s est faite grâce à la rencontre d hommes qui ont su surmonter des réactions épidermiques de défense contre des concurrents, et ont fini par se comprendre et s estimer. Elle est enfin la démonstration que deux conceptions différentes d un même métier peuvent coexister, pour le bien de ce dernier et dans l intérêt de l économie de notre pays. Maurice Baudet Interface Bank Vermögensverwalter / Interface banque gérant indépendent Optimales Zusammenspiel 4 Scénarios d interaction 7 Verträge: Macht s die Länge aus? 8 Collaboration: menu ou à la carte? 12 Concurrents ou partenaires? 15 Besonders schützenswerte Kundendaten 18 Brève histoire d un couple improbable 21 Debatte um Retrozessionen 23 E-Banking Évolution: passé présent futur 24 Was leistet die Technik? 26 Opinion: the future of money 29 Comment contrôler le e-business? 30 Historisches von Bullen und Bären 34 Und zudem Zehn Jahre Mehrwertsteuer 38 Rezension: Moden und Mythen 40 Mezzanine Finance 41 Literaturtipps 43 Verbriefte Derivate im Überblick 45 Medienecho 47 Commission Zimmerli: position ASG 48 Impressum 2 denaris 2/2005 CHF 15. Die Brücke bildet das Leitmotiv dieser Ausgabe. Seit jeher ist sie das klassische Symbol für Verbindung, für effizientes Meistern von Schnittstellen und Überwinden von Grenzen. (Bild: Brücke über die Limmat bei Baden) Le pont image classique pour toute sorte de lien constitue le leitmotiv de ce numéro Il symbolise la maîtrise d interfaces, le franchissement de limites.(image:pont prèsde Baden) Lesen Sie das Editorial auf Deutsch auf Seite 2. FOTO: PIERRE FREIMÜLLER, APPUNTO 1

3 Editorial Caesar pontem fecit «C aesar pontem fecit apud Genua»: Cäsar errichtete bei Genf eine Brücke. All jene Leser, die in einer mehr oder weniger weit zurückliegenden Vergangenheit unter der Fuchtel eines Lateinlehrers gelitten haben, werden unschwer das Werk «De Bello Gallico» erkannt haben. Damals gehörte Helvetien zu Gallien. Kurz darauf schon im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung sollte dieses kleine Land wegen seiner Finanzkraft im gesamten römischen Reich von sich reden machen: Das von Cäsars Truppen geplünderte Gold der Helvetier löste nämlich eine der grössten Inflationskrisen der Antike aus. Was die besagte Brücke anbelangt, so stand sie am Anfang des Erfolgs von Genf. Sie war unvermeidlicher Durchgangspunkt für Händler aus der Lombardei, von Genua oder Venedig und in anderer Richtung für jene aus Flandern, Frankreich und England. Sie war also an der Entstehung des Genfer Bankenplatzes nicht ganz unbeteiligt. Die Geschichtsschreibung kennt übrigens reichlich Beispiele, wo Brücken das Glück ihrer Anwohner begründeten. Dies gilt auch für die Geschichte der unabhängigen Vermögensverwaltung, die nur dank Brückenschlägen zwischen unserem Beruf und jenem des Bankiers entstehen konnte. Von solch lebenswichtigen Verbindungen handelt die vorliegende «denaris»-ausgabe. Wie alle unter Menschen geknüpften Beziehungen, erwiesen sich auch die zwischen Vermögensverwaltern und Bankiers als manchmal heikel oder zerbrechlich. Sie sorgten mitunter für Verärgerung und wurden als widernatürlich bezeichnet. Einige sprachen gelegentlich gar vom Niederbrennen solcher Brücken. Gott sei Dank siegten schliesslich die Logik und das richtig verstandene Interesse beider Seiten, so dass diese Bande heute stärker sind als je zuvor. Diese Stärke ergibt sich aus der Ergänzung und dem Zusammenspiel der Talente. Sie ist aus der Begegnung von Menschen erwachsen, die oberflächliche Abwehrreaktionen gegen Konkurrenten zu überwinden wussten und sich verstehen und schätzen lernten. Sie ist der Beweis dafür, dass zwei verschiedene Auffassungen eines einzigen Metiers nebeneinander bestehen können, zu dessen Vorteil und im Interesse unserer Wirtschaft. Maurice Baudet Themen der nächsten «denaris»-nummern / Sujets des prochains numéros de «denaris» 3/2005: Juni / juin 2005 Gesetzgebung auf dem Finanzplatz Schweiz / Législation de la place financière suisse Nachhaltige Anlagen / Investissements durables 4/2005: September / septembre 2005 Offshore- oder Onshore-Banking? / Offshore- ou onshore-banking? Investor Relations denaris Herausgeber / Éditeur Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) Association Suisse des Gérants de Fortune (ASG) Redaktionelle Verantwortung / Rédacteur responsable Maurice Baudet Redaktion und Gestaltung / Rédaction et conception appunto communications, Europa-Strasse 15, 8152 Glattbrugg/Zürich, Inseratenverwaltung / Régie des annonces Kretz AG, Verlag und Annoncen, General Wille-Strasse 147, Postfach 105, 8706 Feldmeilen, Tel Layout / Mise en page Stamm & Partner AG, 8058 Zürich-Flughafen Druck / Imprimeur Staffel Druck AG, 8045 Zürich Haftung / Responsabilité Für nicht einverlangte Sendungen und die Richtigkeit von Produktangaben besteht keine Haftung; es wird keine Korrespondenz dazu geführt. La rédaction ne prend aucune responsabilité concernant des envois non sollicités, ni pour la conformité des produits; aucune correspondance ne sera échangée à ce sujet. Autorenmeinung / Opinion d auteur Die von den Autoren geäusserten Ansichten decken sich nicht unbedingt mit denjenigen des VSV oder der Redaktion. Les opinions exprimées par les auteurs ne sont pas nécessairement celles de l ASG ou de la rédaction. Einzelnummer / Prix d un exemplaire CHF 15. Erscheint vierteljährlich / Magazine trimestriel Erscheinungsdatum / Date de parution 1. April 2005 / 1 er avril 2005 Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion. Reproduction, même partielle, interdite sans autorisation écrite de la rédaction. Inseratschluss / Clôture des annonces Redaktionsschluss / Clôture de rédaction 3/2005: 9. Mai 2005 / 9 mai /2005: 8. August 2005 / 8 août 2005 Bei Nichtzustellbarkeit zurück an: VSV/ASG, «denaris», Bahnhofstrasse 35, 8001 Zürich 1/2006: Dezember / décembre 2005 Antiquitäten, Edelsteine und Schmuck / Antiquités, pierres précieuses et bijoux Nachfolgeplanung / Planning successoral Schicken Sie uns Ihre Themenvorschläge / Envoyez-nous vos propositions d article: Tel. / tél

4 Zufriedene Kunden gibt es ab sofort auf Knopfdruck. Intermediären bieten wir neben einer partnerschaftlichen Beratung auch einen perfekten Support. Zum Beispiel mit LGT Class, dem persönlichen e.private Banking Assistenten, der Sie rund um die Uhr bei allen Routineaufgaben unterstützt und Ihnen so eine erstklassige Kundenbetreuung ermöglicht. Wir nennen das den Fürstlichen Service. Lernen Sie ihn doch einfach mal kennen: oder LGT Bank in Liechtenstein Herrengasse 12 FL-9490 Vaduz LGT Bank Expect more.

5 Die Zusammenarbeit zwischen Banken und Vermögensverwaltern kennt viele Formen Denkansätze für ein optima Thomas Kocherhans, Products & Services, Wealth Management Solutions Intermediaries, UBS AG Was soll eine gute Depot- und Abwicklungsbank für Vermögensverwalter leisten? Inwiefern sind Bank und Vermögensverwalter Konkurrenten? Der im Folgenden skizzierte Denkansatz sieht im bewussten Wählen der eigenen Rolle und im Dialog die Grundlagen für eine optimale Zusammenarbeit. Zu den Zeiten des Internet-Hypes wurde die sogenannte Disintermediation zum Erfolgsprinzip erhoben, das heisst der Verbraucher kommt über elektronische Schnittstellen ohne Zwischenhandel schneller und günstiger zu seinen Waren. Klassisches Beispiel war und ist die Reisebranche, die sich in den vergangenen Jahren tatsächlich stark verändert hat. Viele Kunden buchen ihre Flüge selbst, trotzdem gibt es aber immer noch Reisebüros. Ausserdem sind neue Zwischenhändler im elektronischen Markt aus dem Boden geschossen. Wo liegt der Denkfehler? In der pauschalen Erwartungshaltung ging offenbar vergessen, dass Intermediäre eben nicht alle gleich sind, sondern unterschiedliche Dienstleistungen erbringen. Finanzintermediäre und unabhängige Vermögensverwalter nehmen verschiedenste Funktionen in der Wertschöpfungskette wahr, wobei sich der Bogen von Anlagestrategien bis zu Zahlungsaufträgen spannt. Je nachdem, welche Leistungen ein Vermögensverwalter selbst ausführt und welche er extern bezieht, ändert sich seine Rolle gegenüber den Partnern im Markt, insbesondere gegenüber den Banken. Im Gespräch werden diese Rollen vielleicht nicht immer offen diskutiert, da Vermögensverwalter und Depotbank bezüglich Endkunden in Konkurrenz zueinander stehen. Die Frage einer klaren und sinnvollen Rollenverteilung ist jedoch zentral und bildet die Basis dafür, künftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu diskutieren. Konkurrenten oder Partner Die Rollen der Depotbank und des Vermögensverwalters überschneiden sich hauptsächlich in der Funktion des Kundenberaters. In dieser Hinsicht sind Bank und Vermögensverwalter Konkurrenten. Wer hier die Nase vorn hat, entscheidet der Endkunde. Die unabhängigen Vermögensverwalter scheinen diesbezüglich einige Trümpfe im Ärmel zu haben. Jedenfalls bewegt sich der Anteil an Vermögen, die sie in der Schweiz betreuen, auf einem sehr hohen Niveau. Sobald der Kunde entschieden hat, wer ihn betreuen soll, ergibt sich die weitere Rollenverteilung. Falls eine Universalbank die Kundenberatung ausführt, übernimmt sie normalerweise auch alle weiteren Aufgaben. Verwaltet der unabhängige Finanzintermediär das Vermögen, gilt es, eine Depotbank zu wählen und die weiteren Aufgaben optimal zuzuteilen. Ersteres ist oft ein Kundenentscheid. Im zweiten Fall ist es die Positionierung des unabhängigen Vermögensverwalters im Markt, welche die Rollenverteilung beeinflusst. Diese wird unterschiedlich ausfallen, wenn der Schwerpunkt zum Beispiel bei der reinen Kundenbetreuung liegt oder wenn ein Unternehmen einen umfassenden Service mit eigenen Produkten anbietet. Wer welche Abwicklungs- und Backoffice-Aufgaben übernimmt, ist nicht mehr eine Frage der Konkurrenz, sondern eine der professionellen Zusammenarbeit zwischen Vermögensverwalter und Bankinstitut bzw. dritten Dienstleistern. Traditionelle Zusammenarbeit Traditionellerweise benutzt ein Vermögensverwalter mehrere Depotbanken. Er erhält Korrespondenz und Auswertungen in der Regel per Post, schickt Aufträge via E-Banking oder Telefon. Die Banken bieten Research, Produktideen und ergänzende Hilfsmittel wie Informationen über rechtliche Veränderungen im Finanzmarkt oder auch Broschüren und Formulare für Endkunden. Dabei werden verschiedene Medien benutzt und Aufgaben einzeln abgearbeitet; eine Prozessintegration findet kaum statt. Diese Situation ist für beide Seiten unbefriedigend, da der Aufwand für die verschiedenen Prozesse sehr hoch ist und Mehrfacheingaben von Daten in Systeme das Fehlerrisiko erhöhen. Integration kann Ressourcen sparen Abhängig von der gewählten Rolle kristallisieren sich zwei mögliche Strategien heraus, die als Modellbeispiele veranschaulicht werden können. Ein Vermögensverwalter, der sich als «Generalunternehmer» in Finanzfragen versteht und gegenüber den Endkunden wie eine Bank auftritt wird mit jeder Bank individuell eine möglichst enge Integration anstreben, damit er die Geschäftsbeziehungen kontrollieren kann und Leistungen effizient erbracht werden. Hier geht es um ein reines Outsourcing von Custody und Brokerage. Dafür bieten die Banken heute verschiedenste Lösungen an; nicht nur auf Vermögensverwalter abgestimmte E- Banking-Systeme, sondern ergänzend auch spezielle Reportingsysteme und sogar Direktanschluss an die eigenen Handelssysteme. Zusammenarbeit mit Servicezentren Vermögensverwalter, die ihre Kernkompetenzen in der reinen Kunden- 4

6 les Zusammenspiel Zusammenarbeit betreuung und im dazugehörigen Portfoliomanagement sehen, werden möglichst viele Aufgaben an Dritte übertragen. Dabei geht es nicht nur um Banken unabhängige Servicezentren können Aufgaben übernehmen, die Vermögensverwalter weder bei sich noch bei den Depotbanken ansiedeln möchten. Dabei geht es meist um die Konsolidierung von Vermögen aus mehreren Depotbanken in einheitliche Portfolio-Management-Systeme, um die Übernahme von Reportingaufgaben oder um eine sichere Datenhaltung. Trotz vieler Argumente, die dafür sprechen, konnte noch kein genereller Trend in Richtung Anschluss an Servicezentren beobachtet werden. Die Ziele, die ein Vermögensverwalter verfolgt und die Leistungen, Wie in der Musik sind auch im Geschäftsleben Üben und Proben sowie gute Kommunikation erforderlich, bis das Zusammenspiel optimal stimmt. Legende FOTO: STEFAN MINDER / KULTUR- UND KONGRESSZENTRUM LUZERN 5

7 die er seinen Kunden anbieten möchte, sind relevant für die optimale Form der Zusammenarbeit. Verschiedene Faktoren geben den Ausschlag, Bedürfnisabklärung «Welches sind die zukünftigen Anforderungen von Vermögensverwaltern an die von den Banken zur Verfügung gestellten E-Banking- Systeme?» Diese Frage hat die UBS im Frühjahr 2004 rund 35 Vermögensverwaltern in der Schweiz gestellt. Die Auswertung ergab folgende Grundvoraussetzungen: kurze Reaktionszeiten, höchste Verfügbarkeit und ein sicheres, einfaches Autorisierungssystem. Darüber hinaus wünschen sich die Befragten mehr Unterstützung in den Bereichen Riskmanagement und Prozessmanagement. Riskmanagement umfasst alle Funktionalitäten, die den Benutzern erlauben, ihre Kundenportfolios zu überwachen. Hohe Priorität haben hier insbesondere Auswertungsmodule, die kundenübergreifende Analysen bereitstellen sowie die Einhaltung von Anlagerichtlinien, Cash Management, Rating/Duration der Anlagen und Fälligkeiten aufzeigen. Prozessmanagement fokussiert auf Transaktionen und Interaktionen zwischen den Vermögensverwaltern und der Bank. Dazu gehören die effiziente Abwicklung von Börsenaufträgen, Emissionen, Forex- und Treuhandgeschäften. Dabei wird auch dem Bezug von Bestandes- und Transaktionsdaten von der Bank zur Verarbeitung in eigenen Systemen ein hoher Stellenwert beigemessen. Umfrage: Severin Rupp, Products & Services, WMS Intermediaries, UBS AG. 6 sich für die eine oder andere Lösung zu entscheiden. Zum Beispiel sollte der Vermögensverwalter möglichst viel Zeit für die persönliche Betreuung seiner Kunden haben, da man sich in diesem Geschäft traditionellerweise über die Beratungsleistung von Mitbewerbern abhebt. Er will eine Lösung, die ihn massgeblich entlastet und dabei nicht zu teuer ist. Faktor Technologie Neue Technologien erlauben stets neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Banken verbessern ihre E- Banking-Systeme denn auch laufend und ergänzen sie mit weiteren Funktionen. Dabei stehen heute Online- Systeme im Vordergrund, die kostenlos angeboten werden und die Aktualität gewährleisten. Schnittstellen für eigene Portfolio-Management- Systeme stehen ebenfalls zur Verfügung. Damit können Daten verschiedener Banken zusammengeführt und in einem eigenen Portfolio-Management-Prozess verwendet werden. Allerdings erfordert das Betreiben eigener Systeme einiges an Wissen und Geld. Der Funktionsumfang, der dem Vermögensverwalter insgesamt zur Verfügung steht, nähert sich immer mehr dem für interne Kundenberater an. Bei guter Integration kann der Vermögensverwalter tatsächlich von seinem Arbeitsplatz aus auf das riesige Produktangebot einer Grossbank zugreifen und kommt so zu einem «virtuellen Backoffice». Faktor Branchenumfeld Rechtliche und regulatorische Anforderungen fördern die Inanspruchnahme von Servicezentren. Wenn umfangreiches und aufwändiges Reporting und die Einhaltung von Vorschriften in administrativen Bereichen verlangt werden, sind nicht alle Vermögensverwalter gewillt oder befähigt, diese Tätigkeiten selbst zu verrichten. Faktor Firmengrösse Die personelle Situation ist vor allem für kleinere Unternehmen entscheidend. Falls die Themen Informatik, Recht und Compliance nicht durch Personen in der Firma abgedeckt werden können, so müssen entsprechende Dienstleister gesucht werden. Grossen Unternehmungen können entsprechende Funktionen einfacher zusammenfassen und selbst ausführen. Faktor Firmenphilosophie Der eine Vermögensverwalter möchte volle Kontrolle über und Verantwortung für seine Daten, der andere ist durchaus bereit, seine Kundendaten auf dem Server eines Dienstleisters zu speichern. Während sich der eine auf eine Hauptbankenverbindung konzentriert, möchte der andere Unterstützung, um die vielen Bankverbindungen seiner Kunden zu konsolidieren. Die Philosophie, oder besser, die Strategie der Firma ist ein bestimmender Faktor, der bewusst definiert werden muss. Weiterentwicklung im Dialog Die Banken in der Schweiz unterstützen das Geschäft der Vermögensverwalter auf verschiedenste Weise. Dabei sind Bank und Vermögensverwalter professionelle Partner, die erst einmal gegenseitig ihre Bedürfnisse verstehen müssen, bevor geeignete Lösungen gesucht und umgesetzt werden können. Ebenso wichtig ist eine kontinuierlich Erfolgskontrolle; beide Seiten tun gut daran, von Zeit zu Zeit die Gesamtbeziehung zu betrachten und offen über eventuelle Schwierigkeiten und mögliche Verbesserungen zu sprechen. Wenn die Rollenverteilung der Partner klar ist, dann ergeben sich mit Sicherheit auch klare Optionen für eine optimale Zusammenarbeit.

8 Collaboration entre banques et gestionnaires de fortune indépendants: exigences et possibilités Scénarios pour une interaction optimale Interaction Thomas Kocherhans, Products & Services, Wealth Management Solutions Intermediaries, UBS SA Quelles sont les exigences auxquelles doit répondre une banque de dépôt et de traitement aux yeux de gestionnaires de fortune indépendants? Les éléments de réflexion suivants jettent les bases d une collaboration optimale dans le choix du propre rôle et dans le dialogue. Un gestionnaire de fortune utilise généralement plusieurs banques de dépôt. Il reçoit sa correspondance et les évaluations par la poste et envoie ses ordres par e-banking ou téléphone, selon l établissement bancaire. Cette approche est souvent insatisfaisante pour les deux parties, vu que les différents processus ne sont pas intégrés et que la saisie répétée de données dans les systèmes accroît le risque d erreur. Les exemples suivants servent de point de départ à l optimisation de cette situation. Économiser des ressources Un gestionnaire de fortune qui se considère comme un «entrepreneur général» en matière financière et se profile comme une banque auprès de ses clients recherchera une intégration maximale avec chaque banque de dépôt, afin de pouvoir contrôler les relations d affaires et de garantir l efficacité des prestations fournies. Il s agit ici d une simple externalisation du custody et brokerage. Priorité aux relations clientèle Les gestionnaires de fortune dont le cœur de métier est la gestion des clients et de leurs portefeuilles auront tendance à confier un maximum de tâches administratives à des tiers. Ils s adressent non seulement à des banques mais aussi à des centres de services susceptibles de prendre en charge des tâches qu ils ne souhaitent pas effectuer eux-mêmes ni confier aux banques de dépôt. Songeons à la consolidation de fortunes logées auprès de plusieurs banques au sein de systèmes de gestion de portefeuille uniformes ou encore à l administration sûre des données. Les objectifs que poursuit un gestionnaire de fortune et les services qu il désire proposer à ses clients sont déterminants dans le choix de la forme de collaboration optimale. Divers facteurs peuvent faire pencher la balance vers telle ou telle solution. Technologie En améliorant sans cesse leurs systèmes d e-banking, les banques offrent une sorte de «back-office virtuel» aux gestionnaires de fortune. Ils disposent aujourd hui de systèmes en ligne gratuits garantissant des données toujours d actualité mais aussi d interfaces avec les systèmes de gestion de portefeuille. Exploiter des systèmes propres est en revanche à la fois coûteux et complexe. Environnement sectoriel Faire appel à des centres de services est devenu indispensable en raison des exigences légales et réglementaires. Tous les gestionnaires de fortune n ont pas forcément l envie ni la capacité d assurer eux-mêmes un reporting étendu ou encore de veiller au respect de toutes sortes de règles administratives. Taille de la société La situation personnelle est déterminante dans le cas de petites sociétés. Si l informatique, les aspects juridiques et la compliance ne peuvent être gérés en interne, il convient de trouver des prestataires externes appropriés. PHOTO: STEFAN MINDER Facteur philosophie d entreprise Tel gestionnaire de fortune voudra avoir le contrôle total de ses données et en être pleinement responsable, tel autre sera prêt à enregistrer ses données clients sur le serveur d un prestataire. Tel gestionnaire se concentrera sur une relation bancaire principale, tel autre cherchera un soutien pour consolider les nombreuses relations bancaires de ses clients. Le développement dans le dialogue En Suisse, les banques apportent leur aide aux gestionnaires de fortune de différentes manières. Véritables partenaires professionnels, ils doivent comprendre leurs besoins mutuels avant de pouvoir chercher et mettre en œuvre des solutions adéquates. Un contrôle continu des résultats est tout aussi important; les deux parties ont intérêt à réexaminer de temps en temps leur collaboration dans son intégralité et à discuter ouvertement des difficultés éventuelles et des améliorations qui pourraient être apportées. Bien répartir les rôles entre les partenaires permet de poser les jalons d une collaboration efficace. 7 Une collaboration parfaite exige une communication continue, un dialogue ouvert aussi bien dans le monde de la musique que dans celui de la finance.

9 Rechtliches Aus der Praxis: Vom Entwerfen, Lesen und Nutzen umfangreicher Verträge Sind dicke Verträge bessere Verträge? Alexander Rabian, Rechtsanwalt, Zürich, Mitglied der Geschäftsleitung SRO des VSV Früher waren Verträge zwischen Banken und Vermögensverwaltern meist kurz und einfach; nun werden sie immer umfangreicher. Einer der Gründe dafür liegt darin, dass sie über vertragliche Regelungen hinaus viel Wissenswertes zu geltendem Recht enthalten. In einem Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2001 ist zu lesen, dass zwischen einem unabhängigen Vermögensverwalter und der Bank, welche die von ihm verwalteten Kundenvermögen verwahrt, keinerlei vertraglichen Beziehungen bestehen. Dem Bundesgericht wurde Weltfremdheit vorgeworfen. Wen wundert s? Jeder in der Finanzbranche weiss, dass zwischen Banken und unabhängigen Vermögensverwaltern Verträge existieren. Doch wie sehen diese Vertragsverhältnisse in der Praxis aus? Ein Erfahrungsbericht. Ein zwanzigseitiges Werk hatte ich vor einigen Monaten im Auftrag eines unabhängigen Vermögensverwalters zu begutachten: einen Vertrag zwischen einer in Zürich domizilierten Bank und meinem Klienten äusserst detailliert, entworfen von einem beflissenen Kollegen, angestellt in der Rechtsabteilung jener Bank. Die Bank und der Vermögensverwalter arbeiten schon seit Jahren zusammen. Ihre Geschäftsbeziehung war bis zur Vorlage des neuen seitenstarken Werks auf knapp zwei A4-Seiten geregelt. Die Bank wollte die Beziehung nun auf «neue rechtliche Füsse stellen». Gibt es denn so viel zu regeln zwischen Banken und Vermögensverwaltern, oder 8 hat hier ein Jurist das Augenmass verloren und wild drauflos «gedraftet», wie es auf Neudeutsch heisst? Verträge zwischen unabhängigen Vermögensverwaltern und Banken gibt es, seit es beide Berufsgattungen gibt. In den «guten alten Zeiten» der Courtage-Konvention waren sie kurz und einfach; im Zeitalter globalisierter Finanzmärkte, formalisierter Geldwäschereiprävention und digitaler Kommunikation werden sie länger und komplexer. Meist nennt man sie «Zusammenarbeitsvereinbarungen» oder ähnlich. Sie regeln aber weniger das gemeinsame Arbeiten für den Kunden, sondern wer wofür zuständig ist oder eben nicht. FOTO: PIERRE FREIMÜLLER, APPUNTO Bedürfnislage Kunden, die von unabhängigen Vermögensverwaltern betreut werden, beanspruchen nicht das gesamte Sortiment der Bankdienstleistungen. Ihr primärer Ansprechpartner ist ihr Vermögensverwalter. Damit reduziert sich das Anforderungsprofil an die Bank weitgehend auf die drei Kernaufgaben Execution, Settlement und Custody, d.h. die Ausführung von Effektenhandelsaufträgen, deren reibungslose Abwicklung sowie die Verwahrung und Bestandeserhaltung. Dazu kommen natürlich Kontoführung und transparente und fehlerfreie Rechenschaftsablage. Weiter soll die Bank aufgrund ihrer staatlich überwachten Kapitalausstattung Sicherheit für das Kundenvermögen bieten. Die eigentliche Betreuung des Kunden und seines Vermögens liegt in den Händen des Vermögensverwalters. Banken bieten heute ein von den Vermögensverwaltern erwünschtes, erweitertes Paket von Leistungen, übertragen diesen aber auch einen erheblichen Teil sonst banküblicher Aufgaben. Entsprechend sind die Vereinbarungen zwischen Bank und Vermögensverwalter eigentliche «Sammelwerke», die zu unterschiedlichsten Themen Rechte und Pflichten festhalten. Delegation von Sorgfaltspflichten Die «Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken» vom 2. Dezember 2002 (VSB 2003) verlangt eine schriftliche Vereinbarung für die Delegation der Kundenidentifikation und Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten. Dieses Thema ist regelmässiger Bestandteil der Verträge zwischen Bank und Vermögensverwalter. Oft umfassen sie auch verwandte Themen aus dem Bereich der Geldwäschereiprävention wie die Erstellung von Kun-

10 Zürich London Berlin New York Tokio Hongkong Auf die Perspektive kommt es an GAM Star European Equity Interessante Unternehmen, die auf absoluter und relativer Basis unterbewertet sind, finden sich oft erst auf den zweiten oder dritten Blick. Ein geschultes Auge für diese Märkte hat unser Fondsmanager John Bennett. Nach eingehender Analyse der Branche und Unternehmen bevorzugt er gut geführte Mid Caps mit Wachstumspotenzial und Kapitaldisziplin. Für weitere Informationen rufen Sie uns unter an oder senden eine an Täglich aktualisierte Informationen erhalten Sie im Internet unter Herausgeberin dieser Anzeige und Fondsvertreterin in der Schweiz ist GAM Anlagefonds AG, Klausstr. 10, CH-8034 Zürich. Dort sowie bei der Verwaltungsgesellschaft GAM Fund Management Limited, George s Quay House, 43 Townsend Street Dublin 2, Irland, erhalten Sie kostenlos den Fondsprospekt sowie den Jahres- und ggf. Halbjahresbericht. GAM ist ein Unternehmen der UBS AG.

11 denprofilen und die Beschaffung weiterer Compliance-relevanter Daten. Der Vermögensverwalter ist in dieser Hinsicht Beauftragter der Bank. Er hat die für diese erforderlichen Informationen mit grösster Sorgfalt zu sammeln und an die Bank weiterzuleiten ein Auftrag, der in Konflikt mit Anliegen des Kunden geraten kann, wenn dieser einen sensiblen Umgang mit seinen persönlichen Daten wünscht. Der latente Interessenkonflikt hat allerdings heute kaum mehr Relevanz. Der Vermögensverwalter ist im Bereich der Geldwäschereiprävention und -bekämpfung in gleicher Weise reguliert wie die Bank. Die Informationen, die er für die Bank zu sammeln hat, sind die gleichen wie die, welche er als Finanzintermediär selbst zu erheben, zu prüfen und zu dokumentieren hat. 10 Wer haftet gegenüber dem Kunden? In den Verträgen zwischen Bank und unabhängigen Vermögensverwaltern wird heute regelmässig festgehalten, dass Letztere gegenüber dem Kunden allein für die Vermögensanlage zuständig seien und die Bank für die Anlagetätigkeit des Vermögensverwalters nicht hafte. Gleiche Formulierungen finden sich auch in den Verwaltungsvollmachten, die ausserordentlich weitreichend sind. Diese erlauben viel mehr als der Vermögensverwalter gemäss den Abmachungen mit dem Kunden darf, z.b. die grenzenlose Anlage in alle nur denkbaren Finanzinstrumente, oft auch die Durchführung von Anlagegeschäften auf Kredit. Die entsprechenden Vermögensverwaltungsverträge legen vor allem wenn sie den Standesregeln des VSV entsprechen klare Schranken für die Vermögensverwaltungstätigkeit fest. So ist beispielsweise die Benutzung von Krediten nur zulässig, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Auch dürfen diverse Finanzinstrumente mit erhöhtem Risiko nur eingesetzt werden, wenn dies im Vertrag festgehalten wird. und Risikoaufklärung Die Pflicht zur Risikoaufklärung des Kunden wird in den Verträgen heute standardmässig von der Bank auf den Vermögensverwalter «überwälzt». Streng rechtlich genommen ist eine solche Vereinbarung aber unnötig. Der Kunde bedarf keiner Risikoaufklärung durch die Bank, weil er davon ausgehen kann und darf, dass sein Vermögensverwalter sach- und fachkundig ist. Wer einen Vermögensverwalter mit einem Mandat betraut, muss sich dessen Wissen und Können wie eigenes anrechnen lassen: «Wissenszurechnung» oder «Wissensvertretung» nennen Juristen das. Dass die Pflicht zur Risikoaufklärung trotzdem vertraglich geregelt wird, ist rechtlich zwar bedeutungslos, aber trotzdem üblich. Es dient der Transparenz in der Geschäftsbeziehung. Kein Risiko trägt der Vermögensverwalter in diesem Bereich allerdings dann, wenn der Kunde in die Geschäfte «reinfunkt», d.h. teilweise selber Aufträge erteilt. Dann ist der Ball mit Bezug auf die Risikoaufklärung wieder bei der Bank und sie kann diese Pflicht nicht auf den Vermögensverwalter überwälzen. Infrastruktur und Finanzinformationen Es ist üblich, dass die Banken den Vermögensverwaltern Infrastruktur, Kontroverse Diskussion Viele Fragen zur Haftung der Bank gegenüber Kunden, die von einem unabhängigen Vermögensverwalter betreut werden, sind heute noch Gegenstand äusserst kontrovers geführter Diskussionen. Die Zahl der Gerichtsurteile ist gering. Viele angedrohte Prozesse werden nie anhängig gemacht und einige Auseinandersetzungen durch Vergleich erledigt, oft weil ein klarer Richterspruch gefürchtet wird. Die wenigen publizierten Entscheide zeigen jedoch einen Trend auf: Ist die Bank nicht für den Anlageentscheid des Kunden verantwortlich, kann sie es auch nicht sein, wenn der Kunde einen Vermögensverwalter für die Betreuung seiner Anlagen beizieht und sich auch von diesem beraten lässt. In den typischen Fallkonstellationen dürfte es einem Kunden schwer fallen, die Bank haftbar zu machen. Dies nicht nur, wenn der Vermögensverwalter einfach «schlecht verwaltet», sondern auch dann, wenn er regelrechte Misswirtschaft zum Nachteil des Kunden betreibt. Nur in ganz extremen Fällen, d.h. wenn die Bank davon weiss, dass nicht Kundenwünsche erfüllt werden (die ja durchaus auch äusserst spekulative Geschäfte umfassen können), sondern der Kunde gezielt geschädigt wird, kann man allenfalls erfolgreich vorgehen. Eine «Enthaftungsklausel» in den Verträgen der Bank mit dem Vermögensverwalter vermag deren Haftung gegenüber dem Kunden nicht zu beeinflussen. Auch diese regelmässig anzutreffende Vertragsbestimmung dient nur der Transparenz in der Geschäftsbeziehung. in der Regel im Bereich der Informationstechnologie, unentgeltlich überlassen. Diese Leistungen werden von den Vermögensverwaltern sehr geschätzt. Komplexe Systeme anderer nutzen bedeutet aber auch, dass ein entsprechendes komplexes Regelwerk zu deren Benutzung geschaffen

12 Rechtliches Wie heisst es so schön? Der Teufel steckt im Detail. Das gilt insbesondere für Verträge. Einmal Lesen genügt in den seltensten Fällen. FOTO: PIERRE FREIMÜLLER, APPUNTO werden muss. Oft sorgen gerade die technischen Regeln in den Verträgen zwischen Bank und unabhängigen Vermögensverwaltern für immer länger werdende Vertragswerke. Das liebe Geld Gegenstand der Verträge sind meist auch finanzielle Leistungen der Bank an den unabhängigen Vermögensverwalter die viel diskutierten Retrozessionen. Auf dieses Thema wird in einem separaten Artikel dieser Ausgabe von «denaris» vertieft eingegangen. («The Soft Money Issue»: Diener zweier Herren? S. 23) Beendigung des Vertragsverhältnisses Die Verträge sehen regelmässig vor, dass die Banken die Zusammenarbeit jederzeit und ohne Kündigungsfrist auflösen können. Ob dies so wirklich zulässig ist, kann nicht generell beantwortet werden. Grundsätzlich besteht hier Vertragsfreiheit. Zwingend ist aber, dass auf Dauer angelegte Verträge aus wichtigem Grund jederzeit und ohne Kündigungsfrist beendet werden können. Liegen also Gründe vor, welche die weitere Zusammenarbeit mit einem bestimmten Vermögensverwalter für die Bank zum Reputations- oder Haftungsrisiko werden lassen, muss die Beziehung sofort beendet werden können. Verträge als Lehrbuch? Die Verträge zwischen Banken und Vermögensverwaltern enthalten einiges, das wirklich einer Regelung bedarf. In anderen Bereichen haben sie allerdings eher deklaratorischen Charakter, d.h. sie wiederholen eigentlich nur, was ohnehin und unabhängig von ausdrücklichen vertraglichen Bestimmungen Recht ist. Das macht die Verträge zwar länger. Da aber Vermögensverwalter meist keine juristischen Spezialisten sind, ist es durchaus sinnvoll, darin auch Bestimmungen aufzunehmen, die nur das Recht wiedergeben. Deshalb hat mein Klient den zwanzigseitigen Vertag mit seiner Depotbank unterzeichnet. Er hat mir gesagt, er hätte bei der Vertragslektüre etwas gelernt. Und das ist gut. Bei einer zweiten Lektüre des am Anfang erwähnten Bundesgerichtsentscheids habe ich dann noch gemerkt, dass die Richter nicht die vollständige Abwesenheit von Verträgen zwischen Banken und unabhängigen Vermögensverwaltern feststellten, sondern nur das Fehlen einer vertraglichen Regelung für die strittige Frage erkannten. Mit Urteilen ist es eben so, wie mit Verträgen: Man muss sie genau und mindestens zweimal lesen. 11

13 Sélection Collaboration: critères de sélection Menu ou à la carte? Pierre-Louis Chardier, Responsable du département des Tiers Gérants, Bordier & Cie, Banquiers Privés, Genève Chaque plat une création individuelle, fait sur mesure et avec du cœur: l avantage du «petit» partenaire réside avant tout dans son service personnel. Lorsque le gérant indépendant sélectionne une banque dépositaire, il choisit plutôt de travailler avec un grand institut qui lui offre une plus grande palette de services qu une petite banque privée. Alors pourquoi certains gérants indépendants choisissent-ils de petites «maisons»? Quels sont les avantages qu ils y gagnent? Et quels sont les critères qui déterminent ces choix? Le gérant indépendant recherche un service, un back-office, une connexion informatique. Il veut déléguer l administration et conserver son indépendance. Il travaille souvent avec plusieurs banques dépositaires, qu il sélectionne en fonction de critères différents. Ces critères peuvent être la stratégie définie par le gérant, le client ou même des opportunités de collaboration données par le hasard d une rencontre. Renom solide et réseau étendu La grande banque attire les gérants indépendants pour diverses raisons. Tout d abord le nom constitue un facteur de choix important. Des noms tels que UBS ou même LODH représentent une réputation, une assuran- 12 PHOTO: LAMPART'S ART OF DINING ce de bons services. Et ces banques disposent d un réseau étendu qui permet des services dans le monde entier. Le Crédit Suisse, par exemple, est représenté autant en Asie qu en Amérique du Nord. La gamme de leurs produits est aussi très variée: l analyse financière et les produits structurés en sont deux exemples illustratifs. Finalement, le système technologique est, lui aussi, très performant et permet au gérant de pouvoir, par exemple, consulter ses comptes et accéder plus facilement à la recherche financière. Ces quatre qualités peuvent êtres résumées dans une formulation: «facilité de vente». Quand le gérant indépendant propose une banque comme le CS ou Julius Bär, il a l assurance d une banque qui a un renom. Mais il y a aussi un revers à cette médaille: ces grands établissements ont souvent leur centre de décision éloigné par rapport au gérant indépendant, ce qui apporte une lenteur dans l administration et une perte de contact entre le gérant et la banque. Les relations entre la grande banque et le gérant n étant, de plus, pas faites sur mesure, elles ne permettent pas facilement les exceptions et les changements tels qu une demande de crédit. Les services que le gérant offre à ses clients sont amoindris par la rigidité et l impersonnalité des grandes structures. Décisions rapides et souplesse extrême Les raisons qui poussent le gérant à choisir une petite banque privée viennent de plusieurs facteurs. Premièrement, une banque privée qui décide de rester petite telle que Bordier ou Mirabaud, offre au gérant indépendant et à son client une réputation de savoir-faire et de discrétion. Le service offert au client est personnalisé et fait sur mesure à ses besoins et ses attentes: la petite banque dispose d une grande capacité de gérer des exceptions (un tarif négocié par exemple), de lui proposer des solutions qu elle organise avec l aide de professionnels extérieurs. Son back-office est efficace et flexible même si certains systèmes technologiques ne sont pas disponibles (connexion via internet). Son service d analyse financière est adapté à la gestion de portefeuille plutôt qu à la vente institutionnelle. De plus, la taille de la banque permet une rapidité de décision et une proximité qui créent un lien privilégié entre le gérant, son client et la banque. La petite banque permet une flexibilité et une disponibilité qui est plus difficile à avoir dans une grande banque. Elle est à l écoute du gérant et de son client. Les activités de la petite banque sont plus à la carte et permettent au banquier privé de diversifier ses activités auprès de son client et par rapport à ses attentes. Toutes ces qualités énumérées créent une qualité de service qui renforce la relation entre le gérant et la petite banque; elle devient un partenariat. Et c est ce lien qui est déterminant pour le choix de la banque par le gérant indépendant et son client.

14 In unserem Steuerreporting für deutsche Anleger verwenden wir ausschliesslich deutsche Begriffe. Ziemlich revolutionär, wenn man bedenkt, dass wir aus einem Land kommen, in dem man auf dem Trottoir läuft, den Cervelat grilliert, das Velo bergauf stösst und die Lampe ablöscht. Gruppenpräsenz: Zürich (Hauptsitz), Basel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Zug, Dubai, Frankfurt, Grand Cayman, Guernsey, London, Luxemburg, Mailand, New York und Wien. Ihr Kontakt im Julius Bär Intermediaries-Team in Zürich: Walter Wichert, Tel. +41 (0) , in Genf: Patrick Bonzon, Tel. +41 (0) , in Basel: Martin Bucher, Tel. +41 (0) , und in Lugano: Roberto Alberio, Tel. +41 (0)

15 Sie möchten Ihren guten RUF als Vermögensverwalter durch einen kompetenten, lückenlosen Service festigen. Gerne stehen wir Ihnen dabei zur Seite mit spezialisierten Teams, die ihr Fachwissen in Ihren Dienst stellen an all unseren Standorten, persönlich, engagiert. Damit Sie noch direkter auf Ihre Kunden eingehen können. Rufen Sie uns an und sprechen Sie mit uns von Pro zu Pro. Basel: 061/ , Genf: 022/ , Lugano: 091/ , Zürich: 01/ Basel Genf Lugano Zürich Guernsey Hong Kong London Luxemburg München Paris Singapur

16 Gérants de fortune indépendants banques: concurrents ou partenaires? Mariage de raison Partenariat Paul Coudret, Conseiller économique, Banque Cantonale Vaudoise Un gérant de fortune indépendant a besoin des services d une banque. Une banque ne peut ignorer les gérants de fortune indépendants qui répondent à des besoins particuliers de la clientèle. Le triangle client gérant de fortune indépendant banque ne peut fonctionner correctement que si la qualité de la relation est parfaite. «Le client est roi!» Ce gestionnaire de fortune lausannois n hésite pas une seconde quand on lui demande ce qui caractérise le mieux la relation entre un gérant de fortune indépendant et sa banque. Pour lui, il est faux de vouloir la réduire aux seuls liens nécessaires qui existent entre ces deux professionnels et qui ne se limitent jamais, pour l institution financière, à la fonction de banque dépositaire. «Quand le client choisit un gérant de fortune indépendant, il a déjà une relation avec une banque», affirme ce gérant. «Dès lors, le gérant externe doit pouvoir conserver la qualité des liens entre le client et sa banque. Ces derniers restent bons si le gérant de fortune indépendant et la banque ont une bonne relation» Dans ce sens, les rapports qui existent entre les gérants de fortune indépendants et les banques doivent être définis en termes de proximité relationnelle, pour le bien des clients communs, avant de l être en termes de travail. C est donc dans cette perspective qu on peut, et qu on doit, parler de partenariat entre les deux professionnels d un partenariat dont le dénominateur commun est le client. «Dans ce sens, je parlerai donc plus volontiers d un mariage de raison puisque, dans l intérêt du client, nous devons travailler main dans la main», ajoute le gestionnaire de fortune pour caractériser la relation qui l unit aux banques avec lesquelles il travaille. Une utilité réciproque Ce partenariat est en quelque sorte un passage obligé: «L utilisation des services d une banque est nécessaire, sous réserve d obtenir un statut de négociant en valeurs mobilières», constate Dominique Blanchard, responsable des relations avec les gérants externes à la BCV. Mais, outre cette fonction de dépositaire, la banque va offrir aux gérants ses capacités de trading, l accès à sa stratégie d investissement, la possibilité de créer des produits sur mesure, Du côté des banques, on est généralement très conscient du fait que les gestionnaires externes représentent une alternative de qualité tant pour des clients institutionnels que privés, suisses ou étrangers. Cette clientèle est aussi, et surtout, très exigeante en termes de qualité de services et de produits. Et, il faut aussi l avouer, en termes de qualité d écoute et de réponse aux besoins précis de certains clients. «Les gérants de fortune indépendants ont des clients qui cherchent des compétences et/ou un style de gestion bien particulier ou encore une relation privilégiée», explique Dominique Blanchard. «Dans ce contexte, outre leur rôle de dépositaire des fonds, les banques peuvent mettre à disposition du gérant différents types de services et/ou produits. À ce titre, elles font partie du cercle de partenaires avec lesquels les gérants externes travaillent, aux côtés des fiduciaires, des notaires, des avocats ou des fiscalistes.» Mais, dans cette configuration, il est essentiel que la banque limite ses ambitions. Car, le partenariat doit alors avoir comme corollaire une large ouverture d esprit envers les gérants de fortune indépendants, le travail de ces derniers étant à considérer comme complémentaire à celui des spécialistes de la gestion dans les banques. Il ne faut en effet jamais oublier que les gérants de fortune indépendants sont des entrepreneurs, qui exercent un métier très particulier, où la composante relationnelle est vitale, et surtout qui veulent rester indépendants. Entités spécialisées et indépendantes Or, la contrainte du respect vis-à-vis de cette profession n a pas toujours été la règle. En effet, certains établissements ont pu, par le passé, avoir une attitude restrictive face aux gérants externes. Ceux-ci étaient considérés comme des «concurrents» pour leurs services internes de gestion d actifs. Cependant, les banques ont en général appris à respecter le rôle des gérants de fortune indépendants. Nombre d entre elles ont mis en place des structures internes spécialisées dans la relation avec les gérants externes. Ces entités doivent cependant être parfaitement séparées et indépendantes du reste de la banque et cela doit être su et vécu par les gérants de fortune indépendants. «Même si le client ne s en aperçoit pas, c est indispensable pour des raisons éthiques», note le gestionnaire de fortune. «La banque qui agit ainsi prouve qu elle a une stratégie très claire face aux gérants indépendants, en termes de services et de prestations spécialement définis selon les attentes de cette catégorie de clients», ajoute Dominique Blanchard. En effet et en fin de compte, si le client des gestionnaires de fortune indépendants et des banques leur impose 15

17 AUX SOURCES DE L EXCELLENCE Performances, discrétion, goût de l'exactitude et de la précision À la Banque Piguet, la tradition suisse en matière de gestion privée donne le meilleur d'elle-même depuis 150 ans. Vous y trouverez, en plus, l'atmosphère attentionnée d'un établissement à taille humaine et qui tient à le rester. Bienvenue dans une banque différente. GENÈVE Place de l Université 5 CH-1205 Genève Téléphone (+41 22) LAUSANNE Rue du Grand-Chêne 8 CH-1003 Lausanne Téléphone (+41 21) LUGANO Via S. Balestra 17 CH-6900 Lugano Téléphone (+41 91) YVERDON-LES-BAINS Rue de la Plaine 14 CH-1400 Yverdon Téléphone (+41 24)

18 Partenariat une certaine attitude, il ne faut pas oublier non plus que les premiers sont aussi des clients pour les banques qui traitent avec eux. «De ce fait, dans ses relations avec les gérants externes, une banque doit mettre en avant son savoir-faire, ses compétences humaines et technologiques», explique Dominique Blanchard. À cela fait écho une notion très importante pour le gestionnaire de fortune: la qualité de la relation de proximité avec la banque. Cette qualité ne se réduit pas à celle du système informatique mis à disposition par les établissements ou à la proximité géographique. En fait, il s agit bien plus fondamentalement du climat de confiance qui existe entre les deux partenaires. Or, ce climat dépend de multiples facteurs. Parmi eux, celui de la taille des actifs sous gestion du professionnel indépendant semble jouer un rôle déterminant: «La relation avec une banque est toujours plus limitée si la taille des opérations du gérant de fortune indépendant l est aussi», regrette le gestionnaire de fortune. Gérants de fortune indépendants et banquiers, des concurrents ou des partenaires? Dans un environnement professionnel où l on parle toujours plus d architecture ouverte et de dialogue avec le client, la question ne devrait même pas se poser. Les uns et les autres doivent travailler ensemble, conclure et entretenir des relations étroites, pour le bien de leurs clients communs. Et, dans le respect absolu des besoins exprimés par ces derniers. PHOTO: BASF Même s il s agit d un mariage de raison, la relation se base sur un intérêt en commun et du respect réciproque et, loin de se limiter à des liens nécessaires, libère des forces et prête aussi à sourire. «denaris», Fachzeitschrift im Bereich Vermögensverwaltung, wird vom VSV herausgegeben und erscheint vierteljährlich. Bitte senden Sie mir «denaris» im Jahresabonnement für CHF 48. an folgende Adresse: «denaris», magazine trimestriel de la gestion de fortune indépendante, est publié par l ASG. Le prix de l abonnement annuel est de CHF 48.. Veuillez m envoyer «denaris» à l adresse suivante: «denaris» è una rivista trimestrale edita da ASG e specializzata nel campo della gestione patrimoniale. Il prezzo dell abbonamento annuale ammonta a CHF 48.. Vogliate cortesemente inviarmi «denaris» al seguente indirizzo: Name/nom/cognome Vorname/prénom/nome Adresse/adresse/indirizzo Tel./tél./tel. Fax Ort/lieu/luogo Datum/date/data Unterschrift/signature/firma VSV/ASG, «denaris», Bahnhofstrasse 35, CH-8001 Zürich, Tel , Fax

19 Umgang mit besonders schützenswerten Personendaten und Persönlichkeitsprofilen Datenscharnier: So läuft s Dr. iur. Annette Althaus Stämpfli, Fürsprecherin, Eidgenössische Finanzverwaltung, Bern Eine Schnittstelle zwischen zwei Ebenen kann als Scharnier dienen. Im vorliegenden Fall zirkulieren Personendaten von Kunden durch das Scharnier zwischen den Ebenen Bank und dem unabhängigen Vermögensverwalter. Das Bild des Scharniers zeigt, dass Kundendaten nicht frei zwischen beiden Ebenen zirkulieren können. Ein Scharnier funktioniert nur, wenn es korrekt angebracht und gut geölt ist. Das bedeutet erstens, dass ein unabhängiger Vermögensverwalter die rechtlichen Bestimmungen für den Austausch von Kundendaten zwischen Bank und Vermögensverwalter und umgekehrt kennen muss. Zweitens muss er wissen, in welchen Fällen er sich nicht auf einen Datenaustausch mit der Bank abstützen kann, sondern die Daten selbst erheben und aufbewahren muss. Das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) bezweckt den Schutz der Persönlichkeit und der Grundrechte von Personen, über die Daten bearbeitet werden 1. Es enthält somit einen Bearbeitungsschutz für die betroffene Person. Dem Gesetz unterstehen private Personen und Bundesorgane 2. Es richtet sich an natürliche und an juristische Personen, im vorliegenden Fall an Banken und Vermögensverwalter, unabhängig davon, ob letztere ihren Beruf in Form einer Personen- oder einer Kapitalgesellschaft ausüben. Gesetzliche Definitionen Das Gesetz enthält eine Liste von Definitionen. Relevant ist der Begriff der Personendaten: Er umfasst alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen 3. Die Kundendaten, mit denen Vermögensverwalter umgehen, unterliegen also dem Datenschutzgesetz. Ein weiterer wichtiger Begriff ist der des Bearbeitens. Er ist sehr weit gefasst und bezieht sich auf jeglichen Umgang mit diesen Informationen: Beschaffen, Aufbewahren, Verwenden, Umarbeiten, Bekanntgeben, Archivieren oder Vernichten 4. Daraus ergibt sich, dass Banken und Vermögensverwalter dem Datenschutzgesetz unterstellt sind. Sie müssen insbesondere die Bearbeitungsgrundsätze 5 einhalten, zu welchen namentlich das rechtmässige Beschaffen, die Bearbeitung nach Treu und Glauben und die Richtigkeit der Personendaten gehören. Auch der Ausdruck Datensammlung wird im Gesetz definiert: Es ist jeder Bestand von Personendaten, der so aufgebaut ist, dass die Daten nach betroffenen Personen erschliessbar sind 6, also Ablagen, ob physisch oder elektronisch, die zum Beispiel die Eröffnungsdokumentation der Kunden enthalten. Nicht zu unterschätzen ist die Wichtigkeit des Auskunftsrechts 7 : Jede Person, deren Daten in einer Sammlung enthalten sind, kann vom Inhaber Auskunft darüber verlangen. Dabei muss sie kein spezielles Interesse an der Information glaubhaft machen. Von diesem Grundsatz kann in Ausnahmefällen abgewichen werden 8, beispielsweise wenn die Daten Gegenstand eines hängigen Verfahrens sind und damit das Datenschutzgesetz nicht anwendbar ist 9. Die Auslegungsfragen hierzu sind heikel, insbesondere bei erbrechtlichen Sachverhalten oder wenn es um das Verhältnis zwischen Kunde und wirtschaftlich Berechtigtem oder Bevollmächtigten geht und auch im Spannungsfeld zwischen Bankgeheimnis und datenschutzrechtlichem Auskunftsrecht. Private Personen wie Vermögensverwalter und Banken, welche die Pflicht Auskunft zu erteilen verletzen, werden auf Antrag mit Haft oder Busse bestraft 10. Besonders schützenswerte Personendaten Das Datenschutzgesetz unterscheidet zwischen normalen und besonders schützenswerten Personendaten. In die zweite Kategorie fallen die religiösen, weltanschaulichen, politischen oder gewerkschaftlichen Ansichten oder Tätigkeiten einer Person 11. Sind im Kundenprofil zum Beispiel Abklärungen enthalten, ob eine Person eine «politically exposed person» (PEP) ist oder sein könnte, enthält das Kundenprofil damit besonders schützenswerte Personendaten. Für den Vermögensverwalter ist dies dann relevant, wenn er Delegierter der Bank ist und die Geldwäschereiabklärungen vornimmt. Wenn ein Kundenprofil nicht nur mandatsbezogene Angaben über Anlagestrategie, sondern auch Geldwäschereiabklärungen enthält, ist es ein Persönlichkeitsprofil im Sinne des Datenschutzgesetzes. Solche Profile enthalten in der Regel Daten über das private und familiäre Umfeld, über die berufliche und geschäftliche Tätigkeit, über die Vermögensverhältnisse respektive die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kunden. 1) Art. 1 DSG, 2) Art. 2 Abs. 1 DSG, 3) Art. 3 lit. a DSG, 4) Art. 3 lit. e DSG, 5) Art. 4ff. DSG, 6) Art. 3 lit. eg DSG, 7) Art. 8 DSG, 8) Art. 9 DSG, 9) Art. 2 Abs. 3 lit. e DSG, 10) Art. 34 Abs. 1 DSG, 11) Art. 3 lit. c Ziff. 1 DSG 18

20 wie geschmiert Datenschutz Dies bedeutet, dass vom Kunden ein Persönlichkeitsbild in wichtigen Teilaspekten der Person des Kunden entsteht. Dieses Bild genügt gemäss Art. 3 lit. d DSG für die datenschutzrechtliche Qualifikation als Persönlichkeitsprofil. Die Konsequenzen daraus sind folgende: Ohne Rechtfertigungsgrund dürfen besonders schützenswerte Personendaten nicht an Dritte weitergegeben werden 12. Die Rechtfertigungsgründe sind in Art. 13 DSG enthalten. Die Bank ist datenschutzrechtlich gesehen eine dritte Partei, auch wenn Vertragsverhältnisse zwischen Kunde, Vermögensverwalter und Bank bestehen. Übermittelt der Vermögensverwalter im Rahmen von Geldwäschereiabklärungen besonders schützenswerte Personendaten an die Bank, so muss der Kunde dem zustimmen. Einwilligen kann man rechtsgültig grobgesprochen nur in etwas, das man kennt. Ist der Vermögensverwalter Delegierter der Bank, macht er die Geldwäschereiabklärungen und übermittelt ein entsprechendes Kundenprofil und/oder besonders schützenswerte Personendaten an die Bank, so muss der Kunde dies wissen und zustimmen. Es genügt, dass der Betroffene von der Existenz der Dokumente weiss. Will er den Inhalt erfahren, kann er sein datenschutzrechtliches Einsichtsrecht 13 geltend machen. Wer vorsätzlich und ohne Rechtfertigungsgrund geheime, besonders schützenswerte Personendaten bekannt gibt, von denen er durch die Ausübung seines Berufes Kenntnis hat, wird auf Antrag mit Haft oder Busse bestraft 14. Dokumentationspflicht Jeder Finanzintermediär ist dem Geldwäschereigesetz (GwG) unterstellt. Im Rahmen der Dokumentationspflicht 15 fordert dieses von ihm, alle getätigten Abklärungen und Transaktionen zu belegen. Dafür ist jeder Finanzintermediär unabhängig und selbständig verantwortlich, auch wenn zwei oder weitere Vermittler in eine Geschäftsbeziehung involviert sind, beispielsweise ein Vermögensverwalter und eine Bank. Ein unabhängiger Vermögensverwalter soll im Besitz der Eröffnungsdokumentation sein wenn auch nur in Kopieform, und er muss die Geschäftsbeziehung dokumentieren können. Er darf die Dokumentationspflicht nicht an die Bank delegieren, denn zwischen dem Kunden und der Bank besteht das Bankgeheimnis. Das bedeutet, dass die Bank ohne Zustimmung des Kunden dem Vermögensverwalter keine Daten zukommen lassen darf. Hat der Kunde diese Ermächtigung einmal erteilt, kann er sie jederzeit rückgängig machen. Auch kann er dem externen Vermögensverwalter jederzeit das Vermögensverwaltungsmandat entziehen. In diesem Fall wird der Vermögensverwalter keine Daten mehr von der Bank erhalten; er bleibt aber trotzdem nach Geldwäschereigesetz zur ordnungsgemässen Dokumentation verpflichtet. Die Verletzung dieser Pflicht kann aufsichtsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben. Ein kürzlich vom Bundesgericht entschiedener Fall betraf hauptsächlich die Sorgfaltspflicht des Vermögensverwalters 16. Ohne näher auf den Sachverhalt oder auf das Urteil einzugehen, geht aus dem Fall hervor, dass um dem Sachverhalt in den Vorinstanzen aufgrund von Unklarheiten in den Abmachungen zwischen Vermögensverwalter und Kunde teils gestritten wurde. Es zeigt sich damit einmal mehr, wie wichtig klare Abmachungen zwischen Kunde und Vermögensverwalter sind, und ebenso wie wichtig die schlüssige 12) Art. 12 DSG, 13) Art. 8 DSG, 14) Art. 35 Abs. 1 DSG, 15) Art. 7 GwG, 16) Fall 4C. 126/2004 vom 15. September; einsehbar unter FOTO: SBB Dokumentation der Abmachungen ist. Im Zweifels- oder Streitfall kann der Vermögensverwalter damit darlegen und beweisen, dass er die rechtlichen Voraussetzungen des Datenflusses zwischen Kunde, Vermögensverwalter und Bank kennt und eingehalten hat. Zähe Rechtsstreitigkeiten können durch ein gut geöltes Scharnier somit vermieden werden. Nähere Informationen über den im Text erwähnten Bundesgerichtsentscheid zu aufsichtsrechtlichen Konsequenzen beim Umgang mit Kundendaten bieten Artikel von Frau Dr. Monika Roth: «Der Anleger sollte sein Risiko kennen»; In: Finanz und Wirtschaft vom 6. Oktober 2004, Nr. 79, S. 26; Finanz und Wirtschaft vom 16. Oktober 2004, Nr. 82, S. 18; NZZ vom 18. Oktober 2004, Nr. 243, S Weichen sind die wichtigste bewegliche Schnittstelle zwischen Schiene und Zug. Nur wenn sie gut gewartet sind, ermöglichen sie es, ein Ziel schnell und sicher zu erreichen.

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