AG 1 Gestaltung partizipativer Prozesse auf kommunaler Ebene

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1 BAGSO Tagung Leipzig 08. September 2015 AG 1 Gestaltung partizipativer Prozesse auf kommunaler Ebene 1. Ablauf der Arbeitsgruppe Vorstellen der Arbeitsschritte der Arbeitsgruppe Erwartungsabfrage und Vorstellungsrunde Warum Partizipation? Die 7-Stufen des BAGSO-Konzeptes o Datenerhebung und -bedeutung o Bildung einer Steuerungsgruppe o Bedeutung der Informations- und Öffentlichkeitarbeit o 1. Werkstattveranstaltung: Ermittlung vorhandener Angebote für Seniorinnen und Senioren sowie Erarbeitung der Stärken und Schwächen der Angebote hinsichtlich Themenbreite und Nähe zur Zielgruppe o Bildungsangebote für Akteure zu Gesundheitsförderung älterer Menschen o 2. Werkstattveranstaltung: Erarbeitung von Ideen, Prioritäten und Umsetzungsstrategien zur Verbesserung der Angebote zur Gesundheitsförderung älterer Menschen. o Evaluierung Erarbeitung von Kernaussagen der Teilnehmenden 2. Vorstellen der Teilnehmenden und ihrer Fragen für die Arbeitsgruppe Die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe setzen sich etwa zu gleichen Anteilen zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen Vertreterinnen und Vertretern von Trägern der Seniorenarbeit Akteuren in der Seniorenarbeit Personen, die sowohl Akteure als auch Vertreter einer der o.g. Zielgruppe sind.

2 2 Folgende Fragenkomplexe kristallisierten sich aus den Wünschen der Teilnehmenden: Allgemeine Themen: Wertevorstellungen von Senioren Zugang schwer erreichbarer Gruppen Netzwerken: Wie erreiche ich die Senioren mit Handicap, um ihnen Angebote zu unterbreiten? Infos zu Gesundheit erhält man z.b. auf Gesundheitsmessen, auch zur Mundgesundheit Wie gelangt Wissen dieser Tagung zu Organisatoren und Älteren? Motivation der Älteren zur Teilnahme an Veranstaltungen Wie kann die Kommune die nicht mobilen Senioren erreichen? Wie erreichen wir den größten Anteil älterer Menschen in Bezug auf gesundheitsfördernde Angebote? Ehrenamt: Wie kann das Engagement von Senioren für Senioren befördert werden? Sozialraumunterstützende Angebote in der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen nur im Ehrenamt? Kommune: Mitverantwortung erkennen (Rolle der Kommunen) Schaffung von Seniorenbeauftragten in allen Kommunen Akteure Kommune und eigene Teilhabe ländlicher Raum? Kommunale Querverstrebungen, Blick über den Tellerrand und Ansprache der Betroffenen Angebote schaffen: Wie lassen sich Versorgungsangebote im ländlichen Raum erreichen? Etablierung von Angeboten im ländlichen, einwohnerschwachen Raum Wie gelingt es auf die Bedarfe Hochaltriger einzugehen? Wie erreicht man die Akteure im ländlichen Raum?

3 3 Zum BAGSO-Konzept: Allgemein: Wie ist die Umsetzung im ländlichen Sozialraum möglich? Rechtzeitige Einbeziehung aller Akteure vor Beschlussfassung von Vorhaben durch Kommune Stufe 1: Möglichkeit Nachfrage und Bedarfe zu analysieren (Zielgruppe erreichen) Stufe 2 Lenkungsgruppe Aufgaben Die ersten Ansprechpartner in der Kommune? Stufe 4 Werkstatt Wie kann die Kommune die Aktivitäten der Vereine, Verbände bündeln und nutzen? (Leider ist jeder Akteur ein eigener Kosmos!) Stellenwert der Seniorenarbeit und Gesundheitsförderung älterer Menschen in Kommunen In der Vorstellung der gewünschten Themen stellte sich heraus, dass die Kommunen der Verantwortung für die Seniorenarbeit und ihren Aufgaben der einen unterschiedlichen Stellenwert beimessen. Ebenso ist die Bedeutung der Gesundheitsförderung älterer Menschen noch nicht ausreichend allen Akteuren und Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und Träger der Seniorenarbeit bewusst. Es wurde dargestellt, dass aufgrund der unterschiedlichen historischen und kulturellen Entwicklungen von Kommunen, aber auch aufgrund der verschiedenen Zusammensetzung der jeweiligen Bevölkerung, ihrer Anschauungen und Werthaltungen, Fachkräfte in Kommunen, ihre Akteure und die Bevölkerung unterschiedlich auf neue Entwicklungen, Themen und Herausforderungen reagieren. Dies wird sehr stark durch die Einstellungen, Haltungen und Denkweisen der politischen und gesellschaftspolitischen Persönlichkeiten vor Ort geprägt. Das sogenannte Change Readyness Modell unterscheidet zehn Stufen, die jeweils beschreiben, wie sehr sich eine Kommune zukünftigen Herausforderung öffnet, sich ihnen stellt und Lösungen erarbeitet und umsetzt, bzw. diese ignoriert und sich nur den gewohnten Themen widmet. Bedauerlicherweise sind derzeit nur englischsprachige Informationen dazu vorhanden, siehe folgenden Link _Excellence/CommunityReadinessHandbook.pdf

4 4 Eine weitere oftmals gestellte Frage wurde erörtert: Warum ist es so schwierig, ältere Menschen zur Teilnahme an vorhandenen Angeboten zu motivieren? 1. Das Angebot muss älteren Menschen bekannt gemacht werden. Dies sollte über Personen erfolgen, die einen vertrauensvollen Umgang mit den älteren Menschen haben. Von Bedeutung kann es auch sein, wenn Personen, die die älteren Menschen kennen, bereits an dem Angebot teilnehmen oder man gemeinsam zu dem Angebot hingeht (Mund-zu-Mund Propaganda und Verabredungen zur gemeinsamen Teilnahme sind hilfreich). Nachbarschaftskontakte befördern und gemeinsam Teilnahme an Aktivitäten vereinbaren kann sinnvoll sein. Die Teilnehmenden einer bestehenden Gruppe sollten für neue Teilnehmende offen sein und sie sofort in die Aktivitäten einbinden. Ein Abhol- oder Begleitservice ist für eingeschränkt mobile Menschen von Bedeutung. Mögliche Hemmschwellen älterer Menschen zur Teilnahme an Angeboten: Ältere Menschen tun sich oftmals schwer, sich in neue Situationen zu begeben, da sie ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben. Sie wissen nicht, was auf sie kommt, wer die anderen Teilnehmenden sind, wie sie kommunizieren, wie sie sich verhalten wie sie auf neue Personen reagieren. Wird man an Gesprächen beteiligt? Welche Fragen bzw. Erwartungen werden von den Anderen gestellt werden? Sie wissen nicht, ob sie den Anforderungen, z.b. bei Bewegungsangeboten gewachsen sind. Diese Unsicherheit macht Angst und hält viele ältere Menschen davon ab, sich erstmals an Angeboten zu beteiligen. Insbesondere Menschen mit Handicaps und Menschen in finanziell problematischen Lebenssituationen sind gehemmt, Angebote zu besuchen, da sie nicht wissen, wie man auf ihr Handicap reagiert, bzw. ob ggf. die finanziell problematische Lebenssituation zur Ausgrenzung führt? Das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung aller Teilnehmenden sollte von allen bewusst gelebt werden. Die Leitenden der Angebote für Seniorinnen und Senioren sollten Aktivitäten initiieren, an denen sich alle gleichermaßen beteiligen können. Strukturen für das Ehrenamt Die Bedeutung der ehrenamtlich tätigen Menschen für die Seniorenarbeit wurde unterstrichen. Die Motivation älterer Menschen zur Unterstützung und Gestaltung der Seniorenarbeit ist ebenfalls wichtig. Es bestand Konsens in der Arbeitsgruppe, dass auf

5 5 kommunaler Ebene sinnvolle Strukturen für ehrenamtlich tätige Personen bestehen sollten und dass sie für ihre Arbeit dringend Unterstützung durch hauptamtliche Personen erfahren sollten. Die Organisation und die Weiterbildung ehrenamtlich Tätiger sowie die versicherungsrechtlichen Fragen sollten in kommunaler Verantwortung gemeinsam mit dem beteiligten Ehrenamt gelöst werden. Das BAGSO-Konzept Die sieben Stufen des BAGSO-Konzeptes wurden anhand von Beispielen erläutert. Die ausführliche Beschreibung des Konzeptes sowie umfangreiche Arbeitsmaterialien zu den einzelnen Stufen sind der Broschüre und der inliegenden CD zu entnehmen. Die Broschüre stand allen Teilnehmenden zur Verfügung. Zentrale Botschaften der Arbeitsgruppe: 1. Professionelle Seniorenarbeit braucht kommunale Unterstützung und Berücksichtigung der Gesundheitsförderung 2. Forderung, dass Bewusstsein in den Kommunen vorhanden ist für: o Seniorenarbeit als kommunale Aufgabe o Bedeutung der Gesundheitsförderung älterer Menschen 3. Älteren Menschen bewusst machen, dass sie selbst aktiv bleiben müssen im Sinne von GO GO, um gesund älter (100 Jahre) zu werden. 4. Einbindung aller Akteure ist bedeutsam für die Verbesserung der gesundheitsförderlichen Angebote auf kommunaler Ebene.

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