Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Kinderrechte: Entstehung, Inhalt, Notwendigkeit und Durchsetzung

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2 SCHOOL-SCOUT Kinderrechte Seite 8 von 18 Rechte für besonders schutzbedürftige Gruppen Familienrechte Schutzrechte Recht auf das Wohl des Kindes

3 SCHOOL-SCOUT Kinderrechte Seite 9 von 18 Recht auf Leben, Recht auf Gleichheit, Recht auf Freiheit Diese Rechte sind ganz grundlegende Rechte, auf die viele der anderen Rechte aufbauen. Recht auf Leben In Artikel 24 geht es um die Gesundheitsvorsorge. Keinem Kind soll der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und medizinischer Versorgung verwehrt bleiben. Sie sollen besonders auch die Kindersterblichkeit verringern, Unter- und Fehlernährung bekämpfen, ausreichend Nahrung und sauberes Trinkwasser bereitstellen und sich auch besonders um die Gesundheit von Müttern vor und nach der Entbindung sorgen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Aufklärungsarbeit. Staaten sollen auch etwas gegen Traditionen unternehmen, die der Gesundheit von Kindern schadet, so zum Beispiel gegen die Beschneidung von Mädchen. Artikel 26 garantiert die soziale Sicherheit, in Deutschland ist dies der Anspruch auf staatliche Leistungen wie Kindergeld oder höhere Zuwendungen für Eltern, die Hartz IV oder andere Sozialleistungen empfangen. Artikel 27 geht auf die Garantie angemessener Lebensbedingungen ein, die für eine körperliche, geistige, seelische, sittliche und soziale Entwicklung wichtig sind. Kleidung, Ernährung, und eine Wohnung sollen gesichert werden.

4 SCHOOL-SCOUT Kinderrechte Seite 10 von 18 Recht auf Freiheit Artikel 13 sichert die Meinungs- und Informationsfreiheit. Das Kind soll Informationen jeder Art (gesprochen, aufgeschrieben, gedruckt oder als Kunstwerk) über Ländergrenzen hinweg sich beschaffen können und weitergeben können. Dieses Recht ist natürlich schwierig umsetzbar in Ländern, in denen zensiert wird oder Studien konsumieren. In Artikel 14 wird die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit garantiert. Dieses Recht wird davon berührt, dass Eltern das Kind in der Religionsausübung anleiten sollen. In Deutschland wird dieser Konflikt in der Form gelöst, dass 15 Jahren selbst bestimmen, ob und welcher Religionsgemeinschaft sie angehören möchten. Artikel 15 garantiert die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit. Recht auf Gleichheit Kinder und Jugendliche dürfen nicht wegen ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Herkunft, wegen des Vermögens oder der Weltanschauung der Eltern, wegen einer Behinderung oder Krankheit diskriminiert werden. Die Staaten sollen sich für einen Schutz der Kinder und gegen die Diskriminierung einsetzen. Privatrechte, Recht auf Bildung Recht auf Identität Hier sind Rechte, die die Person des Kindes betreffen, zusammengefasst. Das Kind hat ein Recht auf eine geschützte Privatsphäre, auf Bildung und auf eine Identität.

5 SCHOOL-SCOUT Kinderrechte Seite 11 von 18 Privatrechte In Artikel 16 ist der Schutz der Privatrechte des Kindes verankert. Niemand darf in das Privatleben des Kindes, seiner Familie, in seine Wohnung eingreifen, niemand darf rechtswidrig das Briefgeheimnis verletzen und das Kind in seiner Ehre und seinem Ruf rechtswidrig schaden. Recht auf Identität Artikel 7 und 8 geben dem Kind den Anspruch auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit sowie, wenn möglich, das Recht, zu erfahren, wer seine Eltern sind. Der Staat muss die Identität des Kindes achten und schützen, in Familienbeziehungen darf er nicht ohne Rechtsgrundlage eingreifen. Konkret heißt das, wenn sich Eltern nicht um Kinder kümmern und dem Kind die Verwahrlosung droht, darf das Jugendamt natürlich eingreifen. Aber auch dies geschieht auf Grundlage eines Gesetztes und nicht wahllos. Recht auf Bildung Schon im ersten Satz des Artikels 28 wird Chancengleichheit gefordert. Für alle Kinder soll es zur Pflicht werden und kostenlos möglich sein, die Grundschule zu besuchen. Auch bei weiterführenden Schulen soll der Schulbesuch kostenlos sein und bei Bedarf finanzielle Unterstützung gewährt werden. Auch noch eine Stufe höher soll es Chancengleichheit geben: Der Zugang zu den Hochschulen soll ermöglicht werden. Maßnahmen, die den Schulbesuch verhindern, sollen vermieden werden. Dazu gehört in vielen Ländern die Kinderarbeit. So soll das Analphabetentum schrittweise verringert werden. In Artikel 29 sind die Bildungsziele noch genauer definiert. Bildung soll die Persönlichkeit, die Begabung und die Fähigkeiten des Kindes fördern und zur vollen Entfaltung bringen. Kinder und Jugendliche sollen die Menschenrechte erlernen, die eigene kulturelle Identität kennen lernen, zu Verantwortungsbewusstsein, Toleranz, zu friedlichem Handeln und Umweltschutz erzogen werden. Dies verbietet eindeutig eine ideologische Erziehung, die auf Indoktrination statt auf freie Entfaltung ausgelegt ist.

6 SCHOOL-SCOUT Kinderrechte Seite 12 von 18 Öffentliche Rechte Unter öffentliche Rechte fallen einige der Rechte, die bereits erklärt wurden. Das Recht auf Bildung und Schule gehört genauso dazu wie das Recht zur Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Kinder dürfen an Demonstrationen teilnehmen, Kinder haben auch das Recht, Medien zu konsumieren und Medien zu haben, die speziell für Kinder gemacht wurden. Dieses Wissen ist eine wichtige Grundlage, die eigene Meinung auszubilden. Artikel 31 garantiert die freie und gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen und künstlerischen Leben, gleichzeitig aber auch das Recht auf Erholung und Freizeit. Besonderes Strafrecht Artikel 40 legt zuerst generell fest, dass Kinder und Jugendliche nur dann beschuldigt werden können, wenn zum Zeitpunkt der Tat die Handlung gesetzlich verboten war. Über den ganzen Zeitraum der Beschuldigung, Anklage und Verhandlung muss die Würde des Kindes erhalten bleiben. Das Kind hat den Anspruch auf ein neutrales Gericht sowie auf einen Dolmetscher, falls es die Sprache nicht versteht. Es darf nicht zu Zeugenaussagen gezwungen werden. Generell ist ein Mindestalter für Strafmündigkeit festzulegen.

7 Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Kinderrechte: Entstehung, Inhalt, Notwendigkeit und Durchsetzung Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.de

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