CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

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1 THEMENBLATT 9 CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL Gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank und den anderen Zentralbanken des Euroraums sorgt die Oesterreichische Nationalbank für sicheres Bargeld und funktionierenden Zahlungsverkehr. Dieses Themenblatt gibt Einblick in den Bargeldkreislauf von der Produktion von Euro-Banknoten und -Münzen über den Umlauf bis zum Einzug. Es beschreibt die wichtigsten Aspekte von baren und unbaren Zahlungsmitteln, von Konto und Karte und gibt einen Überblick über die häufigsten Begriffe, die beim bargeldlosen Zahlen verwendet werden. AutorInnen: Carina Bürger, Anton Schautzer, Armine Wehdorn, Katharina Wolner-Rößlhuber. Stand: THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

2 Bargeldkreislauf des Euro Mit 1. Jänner 2002 wurde der Euro als offizielles Zahlungsmittel in zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Union Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Österreich und Spanien eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt ver größerte sich der Euroraum im Jahr 2007 um Slowenien, 2008 um Malta und Zypern, 2009 um die Slowakei, 2011 um Estland, 2014 um Lettland und schließlich 2015 um Litauen. Sechs weitere Staaten bzw. Territorien haben ebenfalls den Euro eingeführt, ohne der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) anzugehören. Dazu zählen Andorra, der Kosovo, Monaco, Montenegro, San Marino und der Vatikanstaat. Somit werden Euro-Banknoten und -Münzen von mehr als 337 Millionen Menschen für Barzahlungen als offizielles Zahlungsmittel verwendet. Die Euro-Bargeldeinführung war ein Ereignis von historischer Bedeutung auf dem Weg zu einem Europa, in dem sich Menschen, Dienstleistungen, Kapital und Waren frei bewegen können. Seit der Einführung des Euro als gemeinsames gesetzliches Zahlungsmittel fällt der Bereich Bargeld nicht mehr in die alleinige Zuständigkeit einzelner Zentralbanken. Die Bargeldlogistik (also Produktion, Lagerung, Transport, Verteilung und Qualitätssicherung) wird damit zu einer grenzüberschreitenden Angelegenheit, die nur auf übergeordneter Ebene koordiniert werden kann. Als Plattform fungiert dabei die Europäische Zentralbank (EZB), die Vertreter aller teilnehmenden Zentralbanken des Eurosystems an einen Tisch bringt. Diese Zusammenarbeit ist Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Bargeldkreislauf im Euroraum. PRODUKTION VON EURO-BANKNOTEN Das jährliche Produktionsvolumen der Euro-Banknoten muss einerseits etwaige Erhöhungen des Banknotenumlaufs zum Beispiel aufgrund höherer Nachfrage nach Banknoten durch Konsumenten und andererseits den Austausch beschädigter oder verschmutzter Banknoten abdecken. Darüber hinaus müssen stets ausreichende logistische Reserven (Lagerbestände) gehalten werde, um saisonale Schwankungen insbesondere vor Weihnachten ausgleichen zu können. Die so errechnete notwendige Produktionsmenge wird in den unterschiedlichen Banknotenstückelungen (also 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheinen) seit 2002 dezentral produziert. Das heißt, jeder Nationalen Zentralbank (NZB) des Euro-Währungsgebiets wird ein bestimmter Anteil am gesamten jährlichen Produktionsvolumen von Euro-Banknoten zugeteilt. Sie trägt auch die Kosten der Produktion. Eine NZB ist dabei nur für die Produktion einzelner Nennwerte zuständig. So produzierte die Oesterreichische Nationalbank im Jahr 2014 (siehe Tabelle 1) zum Beispiel nur 20- und 500-Euro Banknoten. Der Anteil jedes Landes orientiert sich dabei an der Bevölkerung und an der Wirtschaftsleistung. 2 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

3 Tabelle 1 Produktionsmenge im Jahr 2014 Nennwert Anzahl Gegenwert NZBen, die die Produktion in in Millionen in Mio EUR Auftrag geben Banknoten 5 Euro Belgien, Griechenland, Irland, Spanien 10 Euro Griechenland 20 Euro Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, Spanien 50 Euro Euro Deutschland 200 Euro Deutschland 500 Euro Österreich Insgesamt Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Slowakei, Slowenien, Spanien, Zypern AUSGABE UND UMLAUF VON EURO-BANKNOTEN Der EZB-Rat ist der Entscheidungsträger bei der Ausgabe von Banknoten im Euroraum. Tatsächlich ausgegeben werden die Euro-Banknoten von den NZBen der teilnehmenden Länder. Sie sind es auch, die die Banknoten nach ihrem Umlauf wieder aus dem Verkehr ziehen. Zwischen den NZBen des Euroraums sind Bargeldtransporte nötig, weil erstens nicht alle Banknotenstückelungen in allen Banknoten-Druckereien produziert und zweitens aufgrund der nationalen Gegebenheiten Banknotenlagerbestände unterschiedlich schnell auf- oder abgebaut werden. So fließt zum Beispiel in das Tourismusland Österreich besonders viel Bargeld, sodass sich die Banknotenlagerbestände schneller aufbauen als in anderen Ländern. Allgemein betrachtet werden Bargeldströme durch verschiedene Faktoren bestimmt. Zu diesen zählen wirtschaftliche Verflechtungen, Pendlerbewegungen, Arbeitskräftemigration, Tourismus und die Neigung zu Bargeldhortungen. Diese Faktoren werden wiederum durch die Bevölkerungszahl, das Einkommensniveau, die Wirtschaftskraft und die Präferenzen der Bevölkerung für bestimmte Zahlungsmittel beeinflusst. Die EZB überwacht gemeinsam mit den NZBen die Bestände an Euro-Banknoten über detaillierte monatliche Bestands-, Umlauf- und Bearbeitungsmeldungen. Darüber hinaus wird die Umlaufqualität der Euro-Banknoten kontinuierlich beobachtet. Erreichen die Euro-Banknoten die Mindestqualitätsstandards für den Umlauf nicht, werden sie aussortiert und ersetzt. Ende Dezember 2014 belief sich der gesamte Euro- Banknotenumlauf auf über 1 Billion EUR. Ausgedrückt in Stück waren über 17,5 Milliarden Euro- Banknoten weltweit im Umlauf. Würde man all diese Banknoten der Länge nach aneinanderreihen, könnte man die Strecke zwischen Erde und Mond sechsmal auslegen. Da es in einem gemeinsamen Währungsraum nicht mehr möglich ist, exakte Umlaufzahlen der einzelnen Länder zu ermitteln, schätzt die OeNB den Umlauf in Österreich. Dazu zieht sie Informationen aus Erstausgabemengen, Bargeldbehebungen bei Geldausgabeautomaten sowie aus dem jährlichen Auslieferungsvolumen heran. Derzeit liegen die Schätzungen bei 27 bis 30 Mrd EUR. 3 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

4 EURO-MÜNZEN Die Euro-Münzen fallen auf europäischer Ebene in den Zuständigkeitsbereich der Europäischen Kommission und nicht in jenen der EZB. So ist für die Münzproduktion in den meisten europäischen Ländern das jeweilige Finanzministerium zuständig. Die EZB muss jedoch ihre Zustimmung zu den Produktions- bzw. Ausgabemengen geben. In Österreich ist die OeNB durch den 100-Prozent-Anteil an der Münze Österreich AG auch für die Münzen verantwortlich. Derzeit sind in Österreich über 6,6 Milliarden Münzen im Gegenwert von 1,4 Mrd EUR im Umlauf (Stand: 31. Dezember 2014). Zum Vergleich: Es wären afrikanische Elefanten notwendig, um das Gewicht dieser Münzen aufzuwiegen. Da die Euro-Münzen unabhängig von ihren länderspezifische Motiven auf der nationalen Seite in allen Ländern des Euroraums gesetzliches Zahlungsmittel sind, ist das Phänomen der grenzüberschreitenden Ströme und der damit verbundenen Ungleichgewichte wenn auch in weit geringerem Ausmaß auch hier zu beobachten. Münztransporte beschränken sich jedoch weitgehend auf den regionalen Ausgleich. LEITLINIEN FÜR DIE ECHTHEITSPRÜFUNG VON BANKNOTEN (FÜHLEN SEHEN KIPPEN) Es gibt insgesamt sieben Nennwerte von Euro-Banknoten in jeweils unterschiedlicher Farbe und Größe. Ihre Gestaltung basiert auf dem Thema Zeitalter und Stile in Europa. Auf der Vorderseite der Banknoten symbolisieren Fenster und Tore aus verschiedenen Epochen den Geist der Offenheit und Zusammenarbeit in Europa. Die Brücken auf der Rückseite stehen für die enge Zusammenarbeit und Verbindung zwischen den Völkern Europas sowie zwischen Europa und der Welt. Entworfen wurden sie von Robert Kalina, einem Grafiker der OeNB in Wien. Um Bargeldsicherheit auch weiterhin zu gewährleisten, wird viel Aufwand in die Weiterentwicklung von Banknoten investiert. Vor diesem Hintergrund startete das Eurosystem im Jahr 2013 mit der Ausgabe einer neuen Euro-Banknotenserie. Diese zweite Euro-Banknotenserie die sogenannte Europa-Serie trägt Fortschritten in der Banknotentechnologie Rechnung. Dabei setzt sie das von der ersten Serie bekannte Leitmotiv Zeitalter und Stile fort. Mit der Gestaltung der zweiten Serie wurde Reinhold Gerstetter beauftragt, ein deutscher Grafiker und Designer. Die Euro-Banknoten zählen zu den sichersten Banknoten der Welt. Die große Stärke der neuen Euro- Banknoten serie liegt darin, dass bereits bewährte Sicherheitsmerkmale mit neuen kombiniert wurden und der neueste Stand der Technik zum Einsatz kommt. Jede Fälschung ist grundsätzlich ohne Verwendung von technischen Hilfsmitteln erkennbar. Gute Kenntnisse der Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten machen eine rasche Echtheitsprüfung möglich. 4 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

5 Die wichtigste und einfachste Methode, die Echtheit einer Banknote zu prüfen, erfolgt nach dem Prinzip FÜHLEN SEHEN KIPPEN. SICHERES BARGELD MIT FÜHLE N SEHEN KIPPEN DIE EUROPA-SERIE PORTRÄT- WASSERZEICHEN Hält man die Banknote gegen das Licht, werden das Porträt der mythologischen Gestalt Europa, ein Fenster und die Wertzahl sichtbar. PAPIER UND RELIEF Das Papier fühlt sich griffig und fest an. Auf der Vorderseite kann man am linken und rechten Rand erhabene Linien ertasten. Auch Hauptmotiv, Schrift und große Wertzahl haben ein fühlbares Relief. Unterschiedliche Sicherheitsmerkmale Die neue 20-Euro-Banknote PORTRÄT-FENSTER Betrachten Sie die Banknote gegen das Licht. Das im Hologramm enthaltene Fenster wird durchsichtig. In ihm erscheint ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins zu erkennen ist. SMARAGD-ZAHL Beim Kippen bewegt sich ein Lichtbalken auf und ab. Die Farbe der Zahl verändert sich von Smaragdgrün zu Tiefblau. SICHERHEITSFADEN Hält man die Banknote gegen das Licht, wird ein dunkler Streifen mit -Symbol und Wertzahl sichtbar. Die Banknoten zu 5 und 10 Euro PORTRÄT- HOLOGRAMM Beim Kippen erkennt man das Porträt der mythologischen Gestalt Europa, ein Fenster, das -Symbol und die Wertzahl. FALSCHGELD WAS TUN? Die Bedeutung des Euro und sein starkes internationales Profil machen ihn auch für Fälscher interessant. Diese Fälschungsgefahr ist aber aufgrund der hochentwickelten Sicherheitsmerkmale begrenzt. In Österreich kommt auf etwa echte Euro-Banknoten nur eine Fälschung. Die Wahrscheinlichkeit, auf eine Fälschung zu stoßen, ist somit äußerst gering. Falschgeld darf auf keinen Fall wieder ausgegeben werden. Eine verdächtige Banknote wird am besten zur Bank gebracht. Kreditinstitute sind gemäß Nationalbankgesetz dazu verpflichtet, fälschungsverdächtige Banknoten und Münzen einzubehalten. Das Kreditinstitut nimmt die Daten der Person, welche die fragliche 5 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

6 Banknote eingereicht hat, für die eventuelle Erstattung des Wertes auf und stellt einen Beleg als Bestätigung aus. Die verdächtige Banknote wird dann an die Oesterreichische Nationalbank zur Prüfung übermittelt. Erweist sich die Banknote als echt, bekommt der Einreicher den Wert ersetzt. War die Banknote eine Fälschung, wird ihr Wert nicht erstattet. QUALITÄTSSICHERUNG Nachdem die Euro-Banknoten für das Bezahlen in der Wirtschaft verwendet wurden, werden sie vom Einzelhandel und von den Dienstleistungsbetrieben zur Gutschrift ihrer Umsätze an ihre jeweiligen Geschäftsbanken zurückgeliefert. Die Geschäftsbanken leiten dann die Banknoten an die Zentralbank weiter. Im Rahmen dieses Rückflusses des Bargelds aus dem Umlauf werden die Euro-Banknoten in den NZBen auf Umlauffähigkeit und Echtheit geprüft. Unbrauchbare und somit nicht mehr umlauffähige Banknoten werden vernichtet. Gefälschte Banknoten werden erfasst, gesammelt, beurteilt, klassifiziert und sicher verwahrt. Sie sind Grundlage für die internationale Fahndung nach Geldfälschern und dienen als Beweismittel in späteren Gerichtsverfahren. Die OeNB stellt jährlich im Durchschnitt etwa 1,5 Milliarden Banknoten bereit und nimmt im Gegenzug etwa dieselbe Menge von Banknoten zur Bearbeitung entgegen. Nur wenn alle Ausgabekriterien hinsichtlich Echtheit und Umlauffähigkeit erfüllt sind, werden sie wieder ausgegeben. Aufgrund dieser hohen Bearbeitungsvolumina leistet die OeNB auch einen bedeutenden Beitrag zur Bargeldsicherheit in Österreich. Fälschungen können somit schnell und effizient aus dem Umlauf genommen und der Polizei für weitere Ermittlungen zur Verfügung gestellt werden. Jede Euro-Banknote kommt im Durchschnitt dreimal pro Jahr zu einer NZB des Euroraums zurück und wird dort auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Euro-Banknote beträgt je nach Nennwert zwischen ein und sieben Jahren. Die unterschiedliche Lebensdauer erklärt sich daraus, dass niedrigere Nennwerte häufiger für tägliche Transaktionen verwendet werden als höhere und daher stärker beansprucht werden. 6 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

7 Unbarer Zahlungsverkehr In den vergangenen Jahren haben sich die Zahlungsmöglichkeiten in Österreich markant verändert: Obwohl Bargeld nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel ist, sind Zahlungskarten wie Bankomat- und Kreditkarten weit verbreitet und es gibt deutlich mehr Zahlungsterminals, an denen bargeldlos bezahlt werden kann. Im Durchschnitt besitzt jeder Österreicher und jede Österreicherin mindestens eine Bankomat- oder Kreditkarte. Unbarer Zahlungsverkehr Debitkarte (Bankomatkarte) Kreditkarte Prepaid Karte Beispielbild für eine Bankomatkarte: Chip Magnetstreifen IBAN und BIC Debitkarte (Bankomatkarte): Mit einer Bankomatkarte kann in Geschäften mit entsprechenden Terminals bezahlt und an Bankomaten Geld behoben werden. Der Geldbetrag wird unmittelbar vom Konto abgebucht. Kreditkarte: Mit einer Kreditkarte können bis zu einem vorab definierten Kreditlimit Einkäufe getätigt oder Geld behoben werden. Der gewährte Kredit wird am Ende der vereinbarten Periode vom Konto abgebucht. Prepaid-Karten: Prepaid-Karten sind Zahlungskarten, mit denen nur soviel Geld ausgegeben werden kann, wie zuvor auf die Prepaid-Karte geladen wurde. Sie existieren in vielfältiger Form und können diversen Zahlungszwecken dienen, zum Beispiel Telefonwertkarten, Kopierkarten, Karten zur Bezahlung im Internet. Für eine Prepaid-Karte braucht man kein Bankkonto. Zum Bezahlen wird die Karte in ein entsprechendes Lesegerät (wie für die Bankomatkarte) geschoben und der Betrag muss mit einem Tastendruck bestätigt werden. Eingabe eines PIN-Codes oder Unterschrift sind nicht notwendig. Darüber hinaus kann eine Prepaid-Karte wie eine herkömmliche Kreditkarte auch für Bezahlungen im Internet verwendet werden. Die meisten Prepaid-Karten können per Online-Banking, Überweisung oder Bareinzahlung bei einem Bankomat-Terminal aufgeladen werden. Der Schaden im Missbrauchsfall ist auf das aufgeladene Guthaben beschränkt. 7 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

8 Chip statt Magnetstreifen: Europaweit hat in den letzten Jahren bei Zahlungstransaktionen der Chip auf der Zahlungskarte die Magnetstreifentechnologie abgelöst. Zahlungstransaktionen werden dadurch sicherer. Dies betrifft z. B. die herkömmlichen Geldkarten, also Debit- bzw. Bankomatkarten und Kreditkarten. Da einige Länder weltweit weiterhin die Magnetstreifentechnologie verwenden, haben die meisten europäischen Zahlungskarten auch einen Magnetstreifen für die Durchführung von Transaktionen im Ausland. Kontaktlos Akzeptanzzeichen Kontaktloses Bezahlen: Kontaktloses Bezahlen, basierend auf Near Field Communication (NFC), ist die aktuell innovativste Zahlungstechnologie: An ausgewählten und entsprechend gekennzeichneten Akzeptanzstellen kann kontaktlos d. h. einfach durch Halten der Zahlungskarte an einen speziellen Kartenleser bezahlt werden. Kontaktoses Bezahlen ist mit allen Karten möglich, auf denen das Symbol Kontaktlos Akzeptanzzeichen oder NFC- Zeichen abgebildet ist. Ab Beträgen von 25 EUR bzw. nach 5 Zahlungen ist aus Sicherheitsgründen die Eingabe des PIN erforderlich. Im Unterschied zu den PrePaid-Optionen ist keine vorherige Aufladung notwendig. Diese Zahlungsmethode ist nicht nur einfach und schnell, sondern ebenso sicher wie eine herkömmliche, klassische Transaktion. KONTO UND GEBÜHREN Die Eröffnung eines Kontos erfolgt bei entsprechender Bonität bzw. Kreditwürdigkeit meist schnell und problemlos. Davor sollte sich der Kunde jedoch ausführlich über Zinsen und Spesen informieren und aufklären lassen. Ein Konto bietet nicht nur bequemen Bargeldzugang und die Verzinsung von Guthaben, sondern hat bei Kontoüberziehungen hohe Kosten zur Folge. Weiters können Kontoführungsgebühren, Kontoschließungsgebühren, Kosten für Bareinzahlungen oder auszahlungen, Kosten für Kontoauszüge, Kosten für Änderung von Daueraufträgen, Überweisungen, zusätzliche Bankomatkarten etc. anfallen. Diese sind je nach Bank und Kontoart verschieden und sollten daher vor Vertragsabschluss immer erfragt werden. Jugendliche können in der Regel ab dem 14. Lebensjahr ein Konto bei einer Bank eröffnen. Manche Institute haben auch Angebote für jüngere Kunden. Dann allerdings müssen die Eltern als gesetzliche Vertreter ihre Zustimmung erteilen. Zum Teil können Eltern mitentscheiden, ob eine Bankomatkarte ausgestellt wird. Manche Banken versehen die Karte mit einem Limit über den maximal zu behebenden Betrag. Bei Jugendkonten kann darüber hinaus das Konto meist nicht überzogen werden. ÜBERZIEHUNGSRAHMEN Im Allgemeinen bieten Banken einen Kontorahmen an, bis zu dem das Konto kurzfristig überzogen werden kann und der sich in der Regel nach dem Einkommen des Kontoinhabers richtet. Die Zinsen (Überziehungszinsen), die für den überzogenen Geldbetrag bezahlt werden müssen, können vergleichsweise hoch ausfallen. Im Fall einer Überschreitung des vereinbarten Überziehungsrahmens können zusätzlich hohe Verzugszinsen verrechnet werden. Wird das Geld längerfristig benötigt, empfiehlt es sich zu klären, ob für den Kunden die Erhöhung des Überziehungsrahmens oder die Aufnahme eines Kredits kostengünstiger ist. Auch hier ist die Einholung umfassender Informationen empfehlenswert. WAS IST SEPA? Ziel des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA (Single Euro Payments Area) ist die Schaffung einheitlicher Formate und Regeln für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. Mit SEPA wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Auch die Dauer einer Überweisung hat sich deutlich verkürzt. Betrug diese vor SEPA-Einführung noch bis zu 3 Werktage, so beträgt sie nun max. einen Tag. Auch grenzüberschreitende Zahlungen wurden dadurch vereinfacht. Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA umfasst neben der gesamten EU auch die EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen sowie Monaco, San Marino und die Schweiz. Mit SEPA werden zur Identifikation von Zahler und Zahlungsempfänger die bisher gängige Kontonummer und Bankleitzahl (BLZ) durch IBAN und BIC ersetzt. IBAN und BIC finden sich auf der Bankomatkarte, auf Kontoauszügen und im Online-Banking-Portal. 8 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

9 WIE FUNKTIONIERT EINE ÜBERWEISUNG? Für eine Überweisung sind ob per Zahlschein oder per Online-Banking folgende Daten notwendig: 1) Name des Empfängers bzw. Begünstigten 2) IBAN (internationale Kontonummer) des Empfängers (= Begünstigter) 3) BIC (internationale Bankleitzahl) des Empfängers (= Begünstigter). Bei Inlandsüberweisungen ist die Angabe des BIC nicht erforderlich. 4) Der Überweisungsbetrag in Euro und Cent wird rechtsbündig eingetragen. 5) Verwendungszweck: Dem Empfänger der Zahlung wird damit oft in Form einer Rechnungsnummer oder Kundennummer mitgeteilt, wofür der überwiesene Betrag bestimmt ist. Vorsicht: Wenn das Feld Zahlungsreferenz bereits maschinell vorausgefüllt ist, wird der Text im Feld Verwendungszweck nicht an den Empfänger weitergeleitet. 6) IBAN des Absenders bzw. Kontoinhabers 7) Angaben (Name, Vorname, Firma, Ort) zum Absender bzw. Kontoinhaber 8) Unterschrift des Auftraggebers IBAN steht für International Bank Account Number (Internationale Kontonummer). Sie setzt sich aus der schon bisher bekannten Kontonummer und Bankleitzahl zusammen und wird lediglich durch ein Länderkennzeichen (AT für Österreich) und zwei Prüfziffern ergänzt. Je nach nationaler Ausprägung von Kontonummer und Bankleitzahl ist die IBAN unterschiedlich lang. Eine österreichische IBAN hat immer 20 Stellen. BIC ( Bank Identifier Code ) ist ein international standardisierter Bank-Code. Mit dem BIC können Zahlungsdienstleister weltweit eindeutig identifiziert werden. Führt man die Überweisung mittels Online-Banking durch, so sind in der Eingabemaske dieselben Daten wie am Zahlschein einzutragen. Diese bestätigt man in der Regel mittels itan, mobiletan oder digitaler Signatur, also einer einmal anwendbaren Zahlen-Buchstaben-Kombination, um sie der Bank zur Durchführung zu übertragen. TAN steht für Transaktionsnummer, ist also eine mehrstellige Nummer zur Bestätigung einer Zahlung. itan bedeutet, dass nicht ein beliebiger TAN aus einer bestehenden Liste ausgewählt werden kann, sondern ein bestimmter TAN ausgewählt werden muss, der indizierte TAN. Der mobiletan dagegen wird per SMS übermittelt und muss sodann zur Bestätigung der Zahlung eingegeben werden. Eine digitale Signatur ist eine elektronische Unterschrift. Dafür benötigt man eine Signaturkarte, ein Kartenlesegerät am PC sowie spezielle Software. Wird eine Zahlung mit digitaler Signatur bestätigt, kann diese vor der Durchführung nicht mehr verändert werden. 9 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

10 TERMINÜBERWEISUNG Als Terminüberweisung wird ein Überweisungsauftrag bezeichnet, welcher der Bank unter Angabe eines bestimmten Durchführungstermins übergeben wird. DAUERAUFTRAG Ein Dauerauftrag ist ein Auftrag, vom eigenen Konto einen gleichbleibenden Betrag zu einem fixen Termin in regelmäßigen Abständen für einen gewissen Zeitraum oder bis auf Widerruf auf ein anderes Konto zu überweisen. Ein Dauerauftrag empfiehlt sich für alle wiederkehrenden Zahlungen mit einem fixen Betrag (z. B. Miete, Mitgliedsbeiträge, Taschengeld, etc.). Die Ermächtigung zum Dauerauftrag liegt nur gegenüber der jeweiligen Bank vor. Ein Vertrag über einen Dauerauftrag wird also zwischen der Bank und Kontoinhaber abgeschlossen und kann in der Regel jederzeit widerrufen werden. LASTSCHRIFTVERFAHREN/EINZUGSERMÄCHTIGUNG Bei einer Lastschrift erteilt man einem Unternehmen (z. B. dem Stromversorger) die Ermächtigung, den jeweils ausständigen Betrag selbst vom eigenen Konto einzuziehen. Diese Zustimmung zur Lastschrift liegt ausschließlich bei dem jeweiligen Unternehmen auf und nicht bei der Bank. Eine Lastschrift kann man innerhalb von 56 Tagen (acht Wochen) widerrufen. PHISHING Im elektronischen Zahlungsverkehr ist Vorsicht geboten. Datenräuber versuchen durch verschiedenste Varianten die Bank-Login-Daten, TANs oder PINs von Kunden zu erschleichen, um so unerlaubten Zugriff auf Konten zu erhalten. Dies kann über mittels Links auf gefälschte Internetseiten (z. B. gefälschte Bankseiten) oder durch Viren und Trojaner geschehen, aber auch telefonisch unter Angabe falscher Identitäten erfolgen. Zertifikate und die Digitale Signatur bieten Schutz vor Phishing sie ermöglichen eine eindeutige Identifizierung im Netz. Banken informieren laufend zu diesem Thema und bieten umfangreiche Verhaltenstipps. Als Grundregel gilt: Niemals per oder Telefon Zugangsdaten zu Konten weitergeben und die Internetseite der eigenen Bank immer direkt eintippen anstatt einem Link in einem zu folgen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich durch die technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahre eine Vielzahl fortschrittlicher Bezahlverfahren am Markt etabliert haben. Moderne Bezahlvorgänge haben Transaktionen dabei vor allem auch schneller und sicherer werden lassen. Auch SEPA hat einen wesentlich Beitrag zur Vereinheitlichung und Vereinfachung des Zahlungsverkehrs im Eurosystem geleistet. 10 THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

11 Weitere Informationen Erklärungen zu Fachbegriffen siehe OeNB-Glossar unter Medieninhaber und Herausgeber: Oesterreichische Nationalbank Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien Postfach 61, 1011 Wien Tel. (+43-1) Fax (+43-1) Oesterreichische Nationalbank, 2015 Stand: August THEMENBLATT 9, CASH UND KARTE BARE UND UNBARE ZAHLUNGSMITTEL

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