Tag der Neuapprobierten Düsseldorf, 26. Januar 2013

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1 Tag der Neuapprobierten Düsseldorf, 26. Januar 2013 Meine soziale Absicherung als PsychotherapeutIn Das Versorgungswerk der Aufbau und Angebote RA Marc Wittmann Justitiar NRW 1

2 Inhalt I. Berufsständische Versorgungswerke im Gesamtsystem der Altersvorsorge II. Mitgliedschaft III. Beiträge IV. Leistungen V. Zahlen zum Versorgungswerk 2

3 I. Berufsständische Versorgungswerke im Gesamtsystem der Altersvorsorge 1. Berufsständische Versorgungswerke 2. Verhältnis zur gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) 3. Grundsätze der Versicherungsmathematik <-> DRV 3

4 Berufsständische Versorgungswerke - Allgemeines: Der Gedanke einer berufsständischen Altersversorgung hat in den klassischen Freien Berufen bereits eine lange Tradition; 1923 entstand mit der Bayerischen Ärzteversorgung das erste berufsständische Versorgungswerk In Nordrhein-Westfalen sichern die Versorgungswerke für Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und Zahnärzte die Versorgung für das Alter, die Invalidität und die Hinterbliebenen ist seit der Gründung am ein Rentenversicherungsträger für die Mitglieder der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen 4

5 Das Psychotherapeutenversorgungswerk ist eine teilrechtsfähige Einrichtung der auf Grundlage von 6 a Heilberufsgesetz NRW Aufgabe: Versorgung der Angehörigen der PTK NRW im Alter, bei Berufsunfähigkeit sowie deren Hinterbliebenen im Todesfall Das Versorgungswerk als Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllt diese Aufgaben in echter Selbstverwaltung, d.h. durch den Berufsstand; unabhängig von der hat eine eigene Satzung, eine eigene Geschäftsstelle und eigene Gremien Mitglieder der jeweiligen Berufskammern sind Pflichtmitglieder im Versorgungswerk - öffentlich-rechtliche Rechtsbeziehung 5

6 M I T G L I E D E R P T K N R W Kammerversammlung Kammerversammlung LPK LPK BW BW wählt wählt 5 5 Vertreter Vertreter Staatsvertrag Kammerversammlung Kammerversammlung PTK PTK NRW NRW wählt wählt 5 5 Vertreter Vertreter Vertreterversammlung Vertreterversammlung Vertreter Vertreter wählen wählen Vorsitzenden Vorsitzenden Kammerversammlung Kammerversammlung OPK OPK wählt wählt 5 5 Vertreter Vertreter Anschlusssatzung Wahlperiode 5 Jahre 1 Mitglied Mitglied BW BW wählt wählt 3 Mitglieder NRW NRW 1 Mitglied Mitglied OPK OPK Verwaltungsrat Verwaltungsrat (5 (5 Mitglieder Mitglieder wählen wählen ihren ihren Vorsitzenden) Vorsitzenden) führt führt die die Geschäfte Geschäfte des des über über Geschäftsbesorgungsvertrag Geschäftsbesorgungsvertrag mit mit StBV StBV NRW NRW 6

7 2. Verhältnis zur gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) steht selbstständig neben DRV in der 1. Säule/Schicht, ist aber nicht Sozialversicherung im Sinne von Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 Grundgesetz. Es besteht keine organisatorische Anlehnung der Versorgungswerke an die DRV. Basisversorgung 1 ges. Rentenversicherung (DRV) Beamtenversorgung berufsst. Versorgung () 2 Zusatzversorgung betriebliche Altersversorgung Riester-Rente 3 Kapitalanlageprodukte private Rentenversicherung Lebensversicherung 7

8 Grundsätze der Versicherungsmathematik <-> DRV Versorgungswerk: modifiziertes offenes Deckungsplanverfahren kapitalbildendes Verfahren berücksichtigt die durchschnittliche Verweildauer der Beiträge, wobei ein Zinsfaktor in die Rentenberechnung einfließt, der sich jedes Jahr dem Lebensalter anpasst (altersgerechte Verrentung) Gesetzliche Rentenversicherung: Umlageverfahren Generationenvertrag von den laufenden Beitragseinnahmen werden die laufenden Renten im Umlageverfahren gezahlt; dabei werden die Beiträge der Rentenversicherten also direkt an die Rentner ausbezahlt 8

9 II. Mitgliedschaft 1. Begründung der Mitgliedschaft 2. Pflichten der Mitglieder 3. Ende der Mitgliedschaft 4. Möglichkeiten bei Beendigung 9

10 1. Begründung der Mitgliedschaft Mitglied des Versorgungswerks ist gemäß 8 der Satzung, wer Mitglied der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg oder Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer wird und das 63. Lebensjahr noch nicht vollendet hat Die Mitgliedschaft im ist an diese Kammermitgliedschaft gebunden Es findet keine Gesundheitsprüfung statt! ABER: liegt Berufsunfähigkeit bereits bei Eintritt in das Versorgungswerk vor, wird keine Mitgliedschaft begründet. 10

11 2. Pflichten der Mitglieder Pflicht zur Leistung des monatlichen Beitrags Auskunfts- und Mitteilungspflichten nach 39: Informationen, die für die Feststellung der Mitgliedschaft erheblich sind, sind mitzuteilen (Nachträgliche) Veränderungen, die für die Feststellung von Art und Umfang der Versorgungsleistungen erheblich sind, sind unaufgefordert mitzuteilen; Beispiele: Änderungen in den Einkommensverhältnissen, Wohnsitzwechsel 11

12 3. Ende der Mitgliedschaft Die Mitgliedschaft im Versorgungswerks endet gemäß 11 Abs. 1 mit dem Tod des Mitglieds oder mit Beendigung der Kammermitgliedschaft 12

13 4. Möglichkeiten bei Beendigung Fortsetzung der Mitgliedschaft möglich, wenn keine Mitgliedschaft in einem anderen Psychotherapeutenversorgungswerk besteht Bei einer neu entstehenden Pflichtmitgliedschaft ist ggf. eine Überleitung der gezahlten Beiträge möglich; Leistungsansprüche bestehen nur beim die Überleitung annehmenden Versorgungswerk Wenn keine Überleitung durchgeführt wird, verbleiben die Beiträge bei und der Rentenanspruch bleibt hier bestehen 13

14 III. Beiträge 1. Grundsatz: Beitragspflicht 2. Pflichtbeitrag und Ausnahmen 3. Beitragspflicht bei ausschließlich selbständig Tätigen 4. Beitragspflicht bei Ausübung paralleler Tätigkeiten 5. Kinderbetreuungszeiten und freiwillige Zusatzbeiträge 6. Befreiungsgründe 7. Freiwillige Beiträge trotz Befreiungsgrund 14

15 1. Grundsatz: Beitragspflicht Jedes Mitglied ist verpflichtet, einen monatlichen Pflichtbeitrag zu entrichten Ausnahme: Es liegt ein Grund für eine vollständige Befreiung von der Beitragspflicht vor Zusätzlich: Es können freiwillige Zusatzbeiträge entrichtet werden 15

16 2. Pflichtbeitrag und Ausnahmen Einkünfte aus Angestelltenverhältnis aus Beamtenverhältnis werden nicht verbeitragt DRV/BeamtV aus selbstständiger Tätigkeit Pflichtbeitrag Ausnahme: Einkommen unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze (2013: 6.960,- Euro) 16

17 3. Beitragspflicht bei ausschließlich selbständig Tätigen Die Verbeitragung der Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erfolgt nach dem Verfahren der DRV Das bedeutet: die Beitragsbemessung im orientiert sich an der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) und dem Beitragssatz in der DRV: BBG 2013: 5.800,- im Monat (69.600,- im Jahr) Beitragssatz 2013: 18,9 % Höchstbeitrag DRV (10/10): 1.096,20 (= 18,9% von 5.800,- ) ½ Höchstbeitrag DRV (5/10): 548,10 17

18 3. Beitragspflicht bei ausschließlich selbständig Tätigen Regelpflichtbeitrag der Regelpflichtbeitrag beträgt 5/10 des Höchstbeitrages der DRV 18,9 % von 5.800,- = 1096,20 / 2 = 548,10 Einkünfte über 2.900,- Euro: Regelpflichtbeitrag keine Einkommensnachweise erforderlich Persönlicher Pflichtbeitrag Einkünfte unter 2.900,- : persönlicher Pflichtbeitrag Nachweis durch Einkommensteuerbescheid; hilfsweise Schätzung Beispiel: Einkommen 1.700,00 -> 18,9 % von 1.700,- = 321,30 Beitrag 18

19 3. Beitragspflicht bei ausschließlich selbständig Tätigen Mindestbeitrag unabhängig vom Einkommen immer mindestens 1/10 Mindestbeitrag in 2013: 109,62 Euro Ausnahme halber Mindestbeitrag für Existenzgründer für die ersten drei Jahre einer ausschließlich selbständigen Tätigkeit halber Mindestbeitrag: 54,81 in 2013 anschließend für weitere zwei Jahre Mindestbeitrag möglich 19

20 4. Beitragspflicht bei Ausübung paralleler Tätigkeiten Beiträge aus angestellter Tätigkeit: DRV Bei Einkünften aus Beamtenverhältnis: Pensionsansprüche parallele Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit werden ab der Geringfügigkeitsgrenze mit dem Beitragssatz von 18,9 % verbeitragt keine Beitragsermäßigung Einkünfte aus Ausbildungsfällen bleiben unberücksichtigt 20

21 5. Kinderbetreuungszeiten und freiwillige Zusatzbeiträge während Zeiten der Kinderbetreuung bis max. 3 Jahre nach dem Tag der Geburt des Kindes kann der Pflichtbeitrag auf Antrag mit 0,00 festgesetzt werden, wenn keine Tätigkeit ausgeübt wird und somit keine Einkünfte erwirtschaftet werden neben dem Pflichtbeitrag können freiwillig zusätzliche Beiträge im laufenden Kalenderjahr für das laufende Kalenderjahr entrichtet werden; Pflichtbeitrag und Zusatzbeitrag dürfen zusammen nicht mehr als 15/10 des Höchstbeitrages der DRV betragen; 2013: ,60 Euro 21

22 6. Befreiungsgründe ausschließlich Angestellten- oder Beamtenverhältnis Sozialversicherungspflicht in EU/EWR/Schweiz Beitragszahlung in ein anderes berufsständisches Versorgungswerk 22

23 7. Freiwillige Beiträge trotz Befreiungsgrund wer vollständig von der Beitragspflicht befreit ist, kann sich zu einer freiwilligen Beitragszahlung in Höhe des jeweiligen Mindestbeitrages entscheiden nachträgliche Änderung nur in besonderen Fällen Grenze für Antragstellung: 55. Lebensjahr 23

24 III. Leistungen 1. Leistungsarten a. Altersrente b. Berufsunfähigkeitsrente c. Hinterbliebenenrente d. Zuschuss zu Reha-Maßnahmen 2. Beispiele zur Rentenhöhe 24

25 1. Leistungsarten a. Altersrente Regelaltersrente mit Vollendung des 67. Lebensjahres ab Geburtsjahrgang 1964; ab Geburtsjahrgang 1947 erfolgt eine stufenweise Anhebung der Altersrente Vorgezogene Altersrente mit Abschlägen ab Vollendung des 62. Lebensjahres. Aufgeschobene Altersrente mit Zuschlägen bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres; Beitragszahlungen möglich, nicht verpflichtend 25

26 1. Leistungsarten a. Altersrente Ledigenzuschlag: Erhöhung der Altersrente um 20 % Voraussetzung: rentenbezugsberechtigte Hinterbliebene sind im Zeitpunkt der Rentenantragstellung nicht vorhanden und es wurde keine Berufsunfähigkeitsrente bezogen 26

27 1. Leistungsarten b. Berufsunfähigkeitsrente Voraussetzung: berufsbezogene vollständige Berufsunfähigkeit Das Vorliegen der Voraussetzungen wird in jedem Einzelfall bei Antragstellung durch gutachterliche Prüfung (je nach Krankheitsbild) festgestellt Höhe: 85 % der Anwartschaft auf Altersrente bis zum 62. Lebensjahr; anschließend monatlicher Zuschlag von 0,25 % 27

28 1. Leistungsarten c. Hinterbliebenenrente Witwen-/Witwerrente: 60% der Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente bzw. des tatsächlichen Anspruchs auf Altersrente im Zeitpunkt des Todes Anspruchsberechtigt sind: Witwen und Witwer überlebende Partner/innen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft 28

29 1. Leistungsarten c. Hinterbliebenenrente Halbwaisenrente: 10% der Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente bzw. des tatsächlichen Anspruchs auf Altersrente im Zeitpunkt des Todes Vollwaisenrente 20% der Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente bzw. des tatsächlichen Anspruchs auf Altersrente im Zeitpunkt des Todes Anspruchsberechtigt sind: eheliche Kinder die von einem Mitglied geborenen Kinder die von einem Mitglied vor Vollendung des 55. Lebensjahrs angenommen Kinder nicht eheliche Kinder eines männlichen Mitglieds bei Unterhaltsverpflichtung 29

30 1. Leistungsarten d. Zuschuss zu Reha-Maßnahmen Berufsunfähigkeit droht durch geeignete Maßnahmen voraussichtlich wesentliche Verbesserung oder Wiederherstellung der Berufsfähigkeit Voraussetzungen: Wartezeit 3 Beitragsmonate Anspruch wird nur gewährt, wenn kein anderer Leistungsträger zahlt 30

31 2. Beispiele zur Rentenhöhe Eintrittsdatum : Geburtsjahr: 1983 Eintrittsalter: 30 Gezahlter Beitrag: 5/10 Regelpflichtbeitrag Anwartschaft auf Regelaltersrente mit 67 Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente (Bei Eintritt des Leistungsfalles bis zum 62. Lebensjahr) 1.744,14 /Monat 1.482,52 /Monat 31

32 2. Beispiele zur Rentenhöhe Eintrittsdatum : Geburtsjahr: 1983 Eintrittsalter: 30 Gezahlter Beitrag: 1/10 Mindestbeitrag Anwartschaft auf Regelaltersrente mit 67 Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente (Bei Eintritt des Leistungsfalles bis zum 62. Lebensjahr) 348,83 /Monat 296,50 /Monat 32

33 2. Beispiele zur Rentenhöhe Eintrittsdatum : Geburtsjahr: 1973 Eintrittsalter: 40 Gezahlter Beitrag: 5/10 Regelpflichtbeitrag Anwartschaft auf Regelaltersrente mit 67 Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente (Bei Eintritt des Leistungsfalles bis zum 62. Lebensjahr) 1.072,87 /Monat 911,94 /Monat 33

34 2. Beispiele zur Rentenhöhe Eintrittsdatum : Geburtsjahr: 1973 Eintrittsalter: 40 Gezahlter Beitrag: 1/10 Regelpflichtbeitrag Anwartschaft auf Regelaltersrente mit 67 Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente (Bei Eintritt des Leistungsfalles bis zum 62. Lebensjahr) 214,57 /Monat 182,38 /Monat 34

35 V. Zahlen zum Versorgungswerk 1. Mitgliederstruktur 2. Vermögensstruktur 3. Beitragsstruktur 4. Kosten und Rendite 35

36 Entwicklung der Mitgliederzahlen = = = =

37 Entwicklung d. Gesamtvermögens in Mio ,39 14,44 43,1 30,6 1,4 4,92 19, e 37

38 Kapitalanlagestruktur zum Anlageform Wert Liquidität Festverzinsliche Wertpapiere Fonds Euro Euro Euro Gesamt Euro 38

39 Entwicklung Beitragsvolumen (in Mio ) ,04 12,56 9,31 5,55 4,41 4,84 3,93 3,

40 Übersicht Entwicklung des Durchschnittsbeitrages

41 Kosten des Versicherungsbetriebs 41

42 Entwicklung der Nettorendite (in %) Rechnungszins 42

43 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Versorgungswerk der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen Breite Str Düsseldorf Telefon: Telefax:

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