DAS GELDSYSTEM DER ZUKUNFT

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1 DAS GELDSYSTEM DER ZUKUNFT Ansätze zum notwendigen Systemwandel Diskussionsbasis für Unsere Wirtschaftskrise zeichnet sich dadurch aus, dass wir es nicht mit einem Produktions-, sondern lediglich mit einem Verteilungsproblem zu tun haben. Innerhalb großer Konzerne ist das Verteilungsproblem durch Logistik gelöst. Ist die Zukunft des Geldes auch digital anstatt Zettelwerk? Spielt der Zins wirklich eine wesentliche Rolle in der Verteilungsfrage? Ist er durch Wettbewerb geregelt? Ist der natürliche Zins, so wie bei sozialen Schulden, negativ? Diesen und anderen Fragen der Diskussion um das Geldsystem widmet sich dieser Text. Am Ende werden die wichtigsten bekannten Geldsysteme und Geldkonzepte miteinander verglichen. Manfred Gotthalmseder ist Initiator der Kritikerplattform GeldmitSystem.eu und Autor des Buches Die Stille Revolution. Er sieht sich als Vertreter eines neuen Liberalismus, der nicht den Menschen in den Dienst des Materiellen stellt. Die ökonomische Basis ist derart einfach zu gestalten, dass jeder frei ist für den Blick auf die Welt, den Geist und das soziale Miteinander. 1

2 Inhaltsverzeichnis 1. Ableitung des Fiat-Money aus der Geschenkökonomie: Systemkritik...5 Das heutige Zinssystem setzt falsche Anreize...5 Sparzinsen sind ökonomisch kaum zu rechtfertigen...6 Was ist die Alternative zum Sparen?...7 Sparzinsen und Pensionsleistungen...7 Der natürliche Zins ist negativ...8 Der Josephspfennig ist Realität...10 Wieviel Schulden sind gesund?...13 Der unnatürliche Zins ist Resultat des Währungsmonopols...14 Inflation belastet die Armen stärker als die Reichen...16 Warum üben Ökonomen kaum Zinskritik?...16 Machtverschiebung durch Vorrechte des Finanzsektors...18 Bankeigengeschäfte sprengen die Bürgergeldschöpfung...18 Das Hauptziel des Finanzsektors ist nicht Geld sondern Macht...20 Aber die Währung hat doch zu Wohlstand geführt?...21 Der Handel mit Rechten und Pflichten Alternativen...23 Parallelwährungen sind zu fördern...23 Brauchen wir warengedecktes Geld?...25 Ist 100%-Geld die Lösung?...26 Schuldenfreie Geldschöpfung: Positive Money und Monetative...28 Höhere Löhne und eine Kaufkraftverluststeuer gegen die Eurokrise...30 Informationsgeld... der logistische Ansatz...36 Wen sollten wir unterstützen? Ableitung des Fiat-Money aus der Geschenkökonomie: Während die Geldschöpfung Hauptthema des Ursprungsforums von GeldMitSystem war, herrscht inzwischen Einigkeit: Wir leben in einem System des Fiat-Money. Buchgeld wird als Buchungszeile aus dem Nichts geschaffen. Die den Banken auferlegte zweiprozentige Mindestreserve und andere Auflagen verschleiern diese Tatsache, wären aber nur dann wirkkräftig, wenn Banken öfter Leuten, die einen Kreditantrag stellen und über ausreichende Pfandsicherung verfügen, sagen müssten: Wir würden Ihnen gerne Geld geben, aber wir haben gerade keines. Zu dieser Aussage kommt es nicht, denn Banken erzeugen Buchgeld bei der Kreditvergabe. Da unser Zahlungsverkehr zu 95% mit Buchgeld getätigt wird, kann man sagen: Nicht die Zentralbank, sondern die privaten Geschäftsbanken erzeugen unser Geld. Buchgeld ist zahlungswirksam und wird daher im Folgenden schlicht als 'Geld' bezeichnet. Bevor wir dieses System kritisieren, wollen wir betrachten, wie es zu rechtfertigen ist. Zunächst ist der Gedanke, Geld dürfe nur verleihen wer auch eines hat, unbrauchbar für die Einführung einer Währung, denn woher käme sie. Auch der Gedanke, dass Geld durch einen realen Wert gedeckt sein müsse, ist problematisch, weil damit Geld nur einführen könnte wer Besitz hat. Deshalb ist man überein gekommen, Geld als Aufzeichnung von Schuld- und Guthabenverhältnissen zu definieren. 2

3 Vor der Geldökonomie gab es wohl kaum eine Tauschwirtschaft. Sie ist eine Fiktion der Ökonomen. Vielmehr müssen wir von einer Geschenkökonomie ausgehen, wie wir sie auch heute noch in unserem Bekanntenkreis vorfinden. Am Beispiel einer einfach strukturierten Wirtschaftsgemeinschaft lässt sich das gut darstellen: Ein Fischer, der in sein Dorf mit vollen Netzen zurückkehrte, hat nicht jeden Fisch gegen einen anderen Gegenstand getauscht. Was hätte er mit all den Dingen anfangen sollen. Er hat die Fische einfach verteilt. Die Bürger des Dorfes wussten sehr wohl, wer die Geber und wer hauptsächlich Nehmer der Gemeinschaft waren. Wenn dann ein Weizenfeld geerntet wurde, so mag dem Fischer mehr vom Ertrag zugekommen sein, weil man wusste, dass er auch viel für den Erhalt aller beigetragen hatte. Er hatte einen höheren Status und wurde danach entlohnt. Tauschwirtschaft gab es dort, wo man einander nicht kannte, also im Außenhandel. Aber das war damals wohl nur ein unbedeutender Bruchteil des Gesamthandels. Vertrauen war und ist also die Basis der Ökonomie und nicht Konkurrenzdenken. Gegeben wird jenen, von denen man erwartet, eine Leistung zurück zu erhalten. Dieses Prinzip lässt sich auch digital umsetzen, und führt dann zu einer Buchgeld-Währung. Banken behaupten nichts anderes als eine solche Umsetzung zu tätigen. Das funktioniert im einfachsten Fall folgendermaßen: Bürger und Betriebe a, b, c... erhalten ein Konto in einer Datenbank. Dieses steht Anfangs auf null. Jeder Kontoinhaber erhält einen Überziehungsrahmen (rote Linie). Der Industriebetrieb mehr, der Schulabbrecher weniger, weil man dem Industriebetrieb mehr Leistung zutraut. In diesem vereinfachten Beispiel ist Überziehungsrahmen gleich Kreditrahmen. Wenn nun jemand eine Ware oder Dienstleistung erwirbt, so nützt er seinen Überziehungsrahmen bzw. Kreditrahmen und überweist einen Betrag auf das Konto des Verkäufers. Dort entsteht Geld, bei ihm entsteht Schuld. Wir erinnern uns, am Anfang waren alle Konten auf null. Es war also kein Geld da. Es ist erst mit der Überweisung entstanden. Auf die selbe Weise wie es entsteht, 3

4 verschwindet Geld auch wieder, nämlich dann, wenn jemand, der über Guthaben verfügt, etwas davon auf ein Konto überweist, das sich im Minus befindet. In diesem System existiert spiegelbildlich immer genau so viel an Schulden, wie an Geldvermögen. Schuldner können also keine Überweisung tätigen die die Gesamtschulden des Systems abbaut. Abgesehen von den Konten anderer Bürger kann jeder Bürger auch auf sein Steuerkonto Geld überweisen. So kommt theoretisch auch der Staat zu Geld, ohne sich verschulden zu müssen. Das System in dieser vereinfachten Form bezeichne ich als bürgergeschöpftes Geld, denn der Bürger setzt dadurch, dass er seinen Kreditrahmen nutzt, die wesentliche Aktion zur Hervorbringung des Geldes. Wir werden später feststellen, dass durch den Einfluss der Bank unser heutiges System nicht als bürgergeschöpft gelten kann. Die wesentliche Rolle der Banken in diesem System besteht nun darin die Überziehungs- bzw. Kreditrahmen sinnvoll festzulegen. Dazu verlangen sie vom Kreditnehmer Daten über seinen Finanzstatus. Sie stellen sich damit zwischen Schuldner und Sparer und garantieren, dass die Symmetrie gewahrt bleibt. Ein Kreditausfall mit unzureichenden Sicherheiten stört die Symmetrie. Da solche Ausfälle vorkommen, verlangen Banken von allen Kreditnehmern Zins. Das motiviert diese zur baldigen Tilgung der Schulden. Der Zins erhöht die Gesamtschulden so weit, dass jene Schulden, die durch Kreditausfälle verfallen, refinanziert werden können. Der Zins ist aus dieser Sicht nichts anderes als die Bezahlung einer Kreditausfallversicherung. Wir werden später noch andere Sichtweisen kennen lernen. Die Forderungen der Banken an die Schuldner müssen in Summe also immer gleich hoch sein, wie die Verbindlichkeiten der Banken gegenüber den Sparern. In der folgenden Grafik stehen in Summe jeweils 5000 Euro an Forderungen ebenso hohen Verbindlichkeiten gegenüber. Die vermittelnde Rolle des Bankensystems ist grafisch im lilaroten Feld dargestellt: 4

5 2. Systemkritik Die Ableitung des Fiat-Geldsystems aus der Geschenkökonomie lässt seine ursprünglich sinnvolle Funktion erkennen: Die gesellschaftsweite Verzeichnung von Schulden und Guthaben, welche einen fairen Leistungsaustausch unter Menschen, die sich nicht persönlich kennen, ermöglichen soll. Das Ziel lässt sich erahnen, wenn wir uns einen Topf vorstellen, in den all unsere Leistungen eingebracht werden. Der Topf enthält vereinfacht betrachtet das Bruttoinlandsprodukt. Nun soll mittels des Mediums Geld jeder so viel an Leistung herauskaufen können, wie er an Leistung einbrachte. Heute stehen wir vor der Situation, dass es Milliardärserben gibt, die noch keinerlei Leistung einbrachten und doch schon das tausendfache Lebenseinkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers aus dem Topf entnehmen können. Tausende real produktive Menschen stehen am Ende vor einem leeren Topf. Wenn wir es einmal wagen, das System an sich zu hinterfragen, so wird schnell ersichtlich, dass es noch viele Möglichkeiten gäbe eine sinnvolle zeitgemäßere Geldordnung zu verwirklichen. Die heutige Ordnung ist historisch gewachsen, unnötig komplex, fehleranfällig und vor allem nie auf Gerechtigkeit hin überprüft worden. Die obigen Überlegungen zeigen, dass die Hauptaufgabe der Banken darin besteht, die Kreditwürdigkeit der Kontoinhaber einzuschätzen. Wir alle unterliegen damit ihrer Willkür. Wäre es nicht sinnvoller, die Einschätzung des Überziehungsrahmens dem Finanzamt anzuvertrauen, das die dazu notwendigen Daten ohnehin schon hat? Der Staat, soweit er sich als Vertreter des Volkes versteht, sollte nicht rein wettbewerbsorientiert entscheiden, sondern auch soziale Aspekte einbeziehen. So könnte jeder Mensch einen Mindestüberziehungsrahmen erhalten, denn ohne diesen Vertrauensvorschuss fehlt jungen Menschen, die nichts erben, die finanzielle Basis zu einer selbstständigen Tätigkeit. Das schafft ungleiche Startbedingungen ins Leben. Das heutige Zinssystem setzt falsche Anreize Die Sparvermögen, und damit spiegelbildlich auch die Schulden haben in unserem System überhand genommen. Dies kam dadurch, dass Banken genau dies zum Ziel haben. Sie leben von der Differenz zwischen Kreditzins und Sparzins und profitieren daher von den Extremen. Es wäre daher sinnvoll gesetzlich zu verordnen, dass Banken ihre Gewinne nur aus Kontogebühren erzielen dürfen. Aber warum bevorzugt es das Bankensystem an Zinserträgen zu verdienen? Dafür gibt es zweierlei Gründe: Zinserträge sind für den Kunden relativ unüberschaubar. Wer ein Haus zu zwei Drittel auf Kredit baut, wird am Ende einer 20 jährigen Kreditlaufzeit feststellen, dass er das Haus zwei mal bezahlt hat: Einmal dem Baumeister und einmal der Bank. Banken würden sich schwer tun derartig hohe Kontoführungsgebühren zu rechtfertigen. Weiters kann das Bankensystem über den Zins eine Verschuldungsspirale in Gang setzen, die ihm nach sechs Jahrzehnten eine enorme Macht zukommen lässt, da Staaten bis zum Hals bei diesem System in Schuld stehen. Wie funktioniert die Verschuldungsspirale? Sie beginnt damit, Sparern einen Anreiz zu geben, ihr Geld zu horten, nämlich über den Sparzins, der natürlich niedriger sein muss als der Kreditzins. Da Banken damit ihre Verbindlichkeiten gegenüber den Sparern erhöhen, erscheint diese 5

6 Vorgangsweise auf den ersten Blick aus der Sicht einer Bank kontraproduktiv. Aber die Banken wissen: Geld das auf Sparkonten landet, ist der Realwirtschaft entzogen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob zu Hause im Strumpf oder auf der Bank gespart wird. Es ist ein Irrglaube, die Banken würden das Geld der Sparer verleihen. Wäre dem so, dann müsste dieses Geld von den Sparkonten verschwinden. Die obige Grafik lässt klar erkennen, was wirklich passiert. Da allen Guthaben spiegelbildlich Schulden gegenüber stehen, erhöht die Entziehung von Geldern durch zeitliche Bindung derselben auf Sparkonten den Kreditbedarf der Realwirtschaft und damit den Profit des Bankensystems. Übersteigt der Kreditbedarf die Überziehungsrahmen der Unternehmen, so wird Geld in der Wirtschaft knapp. Nun muss der Staat als lender of last resort einspringen und über Staatsausgaben Geld in die Wirtschaft bringen. Das Sparverhalten des Volkes ist der Grund für die Staatsverschuldung auf der anderen Seite. Sparzinsen sind ökonomisch kaum zu rechtfertigen Wenn wir uns noch einmal die erste Grafik in diesem Text vergegenwärtigen, so ist schnell ersichtlich, dass Schulden in diesem System in Summe nur getilgt werden können, wenn Sparer ihr Geld ausgeben. Wenn in einer Geschenkökonomie der einstige Schenker sich die Annahme eines Gegengeschenkes aufspart, so kann der Schuldner seine Schulden nicht abbauen. Genauso ist es in unserer Geldökonomie. Aber Sparer sind im Geldsystem nicht einfach selbstlose ehemalige Leistungsträger. Sie verlangen vom Schuldner Zinsen und wollen gar nicht, dass er seine Schulden tilgt. Übertragen wir dieses Verhalten zurück auf die Geschenkökonomie, so erkennen wir es als eine Form der Erpressung. Der ehemalige Schenker will kein Gegengeschenk annehmen (er konsumiert nicht), sondern verlangt vom Schuldner regelmäßige Dienste, genannt Zins. Eigentlich sollten wir Schuldner für deren Leistungsvorversprechen entschädigen, denn ohne diese Menschen hätten wir alle kein Geld. Geld entsteht nur dadurch, dass Kontoinhaber ihre Kreditrahmen nützen und somit zu Schuldnern werden. Sie büßen dabei jegliche Sicherheiten ein, denn wenn sie ihren Kreditrahmen ausschöpfen, können sie im Notfall kein weiteres Geld auftreiben. Sie büßen Haus und Hof ein, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Wir sollten Schuldner als Menschen, die sich zu Leistung verpflichtet haben bezeichnen, um den negativen christlichen Beigeschmack des Wortes Schuld nicht in unsere systemischen Überlegungen zu bringen. Wir alle brauchen diese Menschen, die Leistungsverpflichtungen annehmen, sonst entsteht kein Geld. So lange die Inflation unter dem Sparzins liegt, profitieren Sparer doppelt vom heutigen Zinssystem. Einerseits vermehrt der Sparzins ihr Vermögen, zum anderen gibt ihnen das Sparen die Möglichkeit zuzuwarten bis ihr Bedarf an einer Dienstleistung oder einem Produkt auf günstige Preise trifft, zum Beispiel beim Kauf des nächsten Autos. Sie sind keine Leistungsverpflichtungen eingegangen, sondern verfügen sogar über einen, meist ererbten, finanziellen Ruhepolster. Kein Wunder also, dass selbst heute, wo der Sparzins unter der Inflationsrate liegt, noch gespart wird. Es ist ein dummes und unzutreffendes Argument der Ökonomen, der Sparer müsse für den zeitlichen Aufschub der Gegenleistung durch Zins entschädigt werden. Der Aufbau eines Sicherheitspolsters ist doch der eigentliche Gewinn des Sparers! Finanzielle Reserven sind eine Allzweckversicherung für viele Schwierigkeiten, die im Laufe eines Lebens auftreten können. Deshalb wird selbst heute, wo der Sparzins niedriger ist als die Inflationsrate, noch immer gespart. Wenn die Wirtschaft heute darunter leidet, dass Sparvermögen und damit auch Schulden überhand nehmen und zu wenig Geld im realwirtschaftlichen Kreislauf bleibt, dann ist die logische Konsequenz, dass der Sparanreiz sinken muss, denn dann werden Sparer ihr Geld investieren und 6

7 wieder der Wirtschaft zuführen. Nur wenn das Geld zurück wandert, können Schuldner, einschließlich dem Staat, ihre Schulden abbauen. Was ist die Alternative zum Sparen? Die Hauptfunktion des Sparens liegt in der Sicherheit dann Geld zu haben, wenn sich ein Bedarf ergibt. Das ist auch legitim. Sparen, um Geld (also andere) für sich arbeiten zu lassen, ist es nicht. Sicherheiten bietet aber nicht nur das Sparen, sondern auch Versicherungen stellen ein nützliches Modell dar um Absicherung zu erhalten. Im Gegensatz zu Sparkonten geben Versicherungen die eingenommenen Gelder für gegenwärtige Versicherungsfälle aus. Somit addieren sich die Sparsummen auf dem Konto der Versicherung nicht gegen unendlich sondern das Geld wandert zurück in die Wirtschaft, wodurch sich die Schuldner, die das Geld durch Nutzung ihres Überziehungsrahmens geschaffen haben, wieder entschulden können. Versicherungen eröffnen uns also einen Weg um Sicherheiten anzuhäufen ohne dabei der Wirtschaft Geld zu entziehen, so dass in gleichem Ausmaß anderswo im System Schulden entstünden. Die zweite Möglichkeit einer schuldneutralen Absicherung großer Bevölkerungsteile besteht darin, dass diese ihr Geld in Infrastruktur investieren. Dies entspricht der Ursprungsidee von Aktien, bevor diese im Zehntelsekundentakt über autonom agierende Computerprogramme gehandelt wurden. Würden Sparer mit ihren Vermögen zum Beispiel die notwendige Infrastruktur für die Energiewende vorfinanzieren, so wäre damit eine Geldanlage geschaffen, die ihren Wert beibehält, so dass die Eigentumsanteile jederzeit wieder verkauft werden könnten, wenn der (einstige) Sparer sein Geld wieder benötigt. Beide Formen der Geldanlage werden sich automatisch ergeben, wenn der Sparzins negativ wird. Da Sparer dann auch von der Wirtschaft keinen Ertrag mehr für ihr Geld erwarten, werden viele Industriebetriebe Investitionsmöglichkeiten für Sparer bereitstellen. Die Energiewirtschaft wird Kilowattstunden vorverkaufen, Altersheime werden Betreuungsstunden vorverkaufen usw. Sparer können dem negativen Zins auch entgehen, indem sie Privatkredite vergeben. Organisationen, die dies vermitteln tun dann das, wovon die Mehrheit glaubt, dass es heute die Banken täten: Sie bringen Spargelder zurück in die Wirtschaft. Das Geld wird also weitergereicht. Dies ist das Prinzip der sogenannten "Freiwirtschaft", die auch von "fließendem Geld" spricht. Statt dem Zins tragen die Sparer dann ein Risiko.1 Es gibt also sinnvollere Alternativen, als die Gesellschaft durch die wachsenden Geldvermögen einer Minderheit in hohe Schuldenlasten zu stürzen, deren Zinslast wir alle zu tragen haben. Sparzinsen und Pensionsleistungen Die Problematik von Sparzinsen ergibt sich am anschaulichsten beim klassischen UmlagePensionssystem. Das heißt, die gegenwärtig arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet die Renten der gegenwärtigen Pensionisten. Wenn diese arbeitende Bevölkerung aber nun auf ihre Rentenbeiträge einen Zins erwartet, so ergibt das über eine Lebensarbeitszeit durchschnittlich etwa das doppelte an Pensionsforderungen als tatsächlich an Geld eingezahlt wurde. Durch das Umlageverfahren ist die die nächste Generation also gezwungen, nun auch doppelt so hohe Pensionsbeiträge einzahlen, denn woher käme sonst das nötige Geld für Forderungen der Alten? 1 #Privatkredit 7

8 In etwa einem Jahrzehnt wird ein arbeitender Mensch durchschnittlich einen Pensionisten zu finanzieren haben, der selbst aber niemals so hohe Beiträge eingezahlt hat wie er nun an Pension erwartet. Viele werden gezwungen sein Kredite aufzunehmen, denn die eigenen Lebenshaltungskosten mitsamt den gestiegenen Pensionsbeiträgen sind nicht für alle zu erwirtschaften. Durch die Kredite steigt die Geldmenge und führt zu Inflation. Niemand profitiert davon, außer die Banken, denn sie leben von der steigenden Verschuldung. Aber nach spätestens drei Generationen bricht dieses System zusammen, denn der verschuldete Teil der Bevölkerung stößt an die Grenzen der Kreditwürdigkeit. Der natürliche Zins ist negativ Wie anfangs gezeigt ist es möglich ein Fiat-Geldsystem logisch aus der ursprünglichen Geschenkökonomie abzuleiten. Geld ist damit nichts anderes als eine Verzeichnung von Schulden und Guthaben. Wenn wir Fiat-Geld so begründen, so müssen wir uns aber auch am natürlichen Zins der Geschenkökonomie orientieren, und dieser ist im Gegensatz zu dem unserer derzeitigen Geldordnung negativ. In der Geschenkökonomie verfallen Guthaben und Schulden mit der Zeit. Wenn ich jemandem vor 10 Jahren mein Fahrrad geschenkt habe, so ist dies halb vergessen und ich erwarte mir keine Gegenleistung mehr in dieser Höhe. Wir sind quitt, wenn er mir z.b. einmal den Garten umsticht. Aber wenn der natürliche Zins negativ ist, wieso setzen sich dann nicht negative Zinsen durch? Viele Ökonomen sind der Ansicht, unser Zinssystem hätte sich durch natürlichen Wettbewerb entwickelt. Eine Bank könne von den Sparern deshalb keine Zinsen verlangen, da diese sonst zu anderen Banken abwandern würden. Dieser Aussage liegt der Irrglaube zugrunde, dass Sparer für eine Bank wichtig wären. Banken leben aber nicht von den Sparern, sondern von den Kreditnehmern. Sparer sind ein Kostenfaktor. Die Bank hat ihnen gegenüber Verbindlichkeiten. Wer einmal begriffen hat, dass Spargelder gar nicht in die Wirtschaft zurück wandern, braucht auch keine Angst zu haben, sie könnten ins Ausland abwandern, wenn inländische Banken den Sparern Zinsen abverlangen. Es ist für die Wirtschaft völlig gleichgültig, ob die Gelder im In- oder Ausland ruhen. Die Schweiz hat das längst begriffen und viele Banken verlangen dort bereits negativen Zins von den Sparern. Was würde also passieren, wenn Österreich dies auch täte? Ein großer Teil der österreichischen Spargelder würde in andere europäische Länder wandern und diese hätten die Zinslast für die Österreicher zu tragen. Da Spargelder der Wirtschaft entzogen bleiben woimmer sie auch ruhen, bleibt dies ohne Konsequenz und von den ausgelagerten Zinslasten profitieren die österreichischen Banken. Weiters wollen wir annehmen die Banken begännen vom Kreditnehmer weniger Zins zu verlangen als von Sparern, so dass dies in der Gesamtwirkung bereits einer Zinsumkehr entspräche. Die Wirtschaft aus ganz Europa würde diese Niedrigzinskredite bevorzugen. Die Menge an Krediten würde die österreichischen Bankbilanzen sehr positiv aussehen lassen, denn die Banken verbuchen diese als Forderungen. Hätten wir eine rein digitale Währung, so wären die europäischen Banken bald gezwungen sich bei den österreichischen zu verschulden oder selbst den Zins umzukehren. Der natürliche negative Zins würde sich durch die Gesetze des Wettbewerbs durchsetzen. Da aber der Interbankenmarkt über Zentralbankguthaben verläuft, und die österreichischen Banken durch Abwandern der Sparer nicht viel Bargeld einnehmen könnten, ist dieses natürliche Regulativ 8

9 durch das Zentralbankmonopol blockiert. Das System kann sich nicht zum Besseren wandeln, weil durch das Währungsmonopol unser Geld eben nicht nur eine Aufzeichnung von Forderungen und Verbindlichkeiten ist, sondern ein Machtsystem. Die Gesetze wonach Giralgeld, welches durch die Banken erzeugt wird, immer in Bargeld umwandelbar sein muss, ermöglichen auch das Phänomen des Bankenkrachs. Denn Sparer können von Banken mehr Bargeld fordern, als überhaupt existiert. Dazu mehr im Kapitel zum 100%-Geld. Angesichts der Blockade der Selbstregulierung des Systems hin zum negativen Zins durch das Zentralbankgeld, ist der Vorstoß Schwedens, sich für eine bargeldlose Währung einzusetzen, durchaus zu befürworten.2 Es müssten dazu allerdings erst einmal die Rechte der Banken zu Eigengeschäften beschnitten werden, sonst führt dieser Schritt in den endgültigen Kollaps des Systems. Dazu später mehr. Neben diesen markttheoretischen Aspekten gibt es aber noch ein wichtiges Argument, das uns erkennen lässt, dass der negative Zins der natürliche Zins wäre: Geldvermögen und spiegelbildlich dazu Schulden erhalten durch den negativen Zins eine Wachstumsgrenze. Wenn ein Sparer jeden Monat den gleichen Betrag auf sein Konto legt, so wird der lineare Zuwachs nach und nach durch die mit dem Vermögen anwachsende Zinslast begrenzt, bis das Sparguthaben trotz regelmäßiger Einlage nach etwa 100 Jahren nicht mehr weiter wachsen kann. Der Sparer kann an die nächste Generation seine Leistung weitergeben, jedoch nicht, wie heute, die durch positiven Zins potenzierten Leistungen vorhergehender Generationen, die einander nicht einmal kannten. Der negative Zins führt also zu mehr Angleichung der Startbedingungen der Menschen und begrenzt die Macht reicher Familien-Cans. 3 Alles in der Natur hat eine Wachstumsgrenze, die durch eine solche negative Rückkopplung zustande kommt. Je größer ein natürlicher Wert wird, desto mehr begrenzt die Natur sein weiteres Wachstum. So wird es für einen Baum immer schwieriger der Schwerkraft zu widerstehen und das Wasser nach oben zu transportieren je größer er ist. Selbst das Krebswachstum hat eine Grenze, denn die Wahrscheinlichkeit des Todeseintritts seines Trägers wächst mit der Größe des Krebsgeschwürs. Krebs wächst exponentiell, wie heute das Geldvermögen eines Sparers und die Natur kennt keinen anderen Mechanismus solches Wachstum zu begrenzen als den Zusammenbruch des ganzen Systems. Auch alle Geldsysteme, welche positive Sparzinsen erlauben, sind historisch betrachtet nach 6 bis 8 Jahrzehnten zusammengebrochen. Im alten Judentum, bei den Römern und im Frühchristentum haben verschuldete Machthaber deshalb nach einigen Jahrzehnten regelmäßig Jubeljahre ausgerufen, in denen alle Schulden und Guthaben gestrichen wurden. Wurde diese Maßnahme nicht durchgeführt, so sorgte ein Bankenkrach automatisch für den Verfall des Geldwertes. Da der Finanzsektor heute mächtiger ist als die Regierungen, wird es wohl kein Jubeljahr geben. Angeblich hat der Papst im Jahr 2000 ein solches ausgerufen. Das war den Medien nicht einmal eine Schlagzeile wert. Aber ein weiterer Ausweg aus dem Dilemma ist durchaus bekannt: Als langlebig und stabil haben sich historisch gesehen negativ verzinste Geldsysteme erwiesen, wie es sie im alten Ägypten und im Frühmittelalter gegeben hat. Im alten Ägypten brachten Bauern ihr Getreide in eine öffentliche Lagerhalle und erhielten dafür eine Tontafel, auf der die Menge und der Einlagezeitpunkt verzeichnet waren. Mit diesen Tontafeln konnten sie das Getreide mit einem Abschlag zurück erhalten, der sich aus der Lagerzeit ableitete. Der Wert der Tafel verfiel also mit

10 der Zeit. Sie war negativ verzinst. Da diese Tafeln als Zahlungsmittel dienten, lohnte sich übermäßiges Sparen nicht und somit nahmen im Volk weder die Sparguthaben noch die Schulden überhand. Das System hielt über 1000 Jahre und kannte keine Inflation.4 Im Frühmittelalter finanzierten Fürsten ihre Burgen aber auch öffentliche Einrichtungen wie Straßen mit selbst geprägten Blechmünzen. Diese Münzen wurden immer wieder eingefordert und mit einer neuen Prägung versehen. Dabei war ein Abschlag, also eine Steuer fällig. Da Geld mit der alten Prägung wertlos war, wurden die Steuern automatisch von all jenen bezahlt, die Geld hatten. Dies war ein effizientes Sozial- und Steuersystem, ohne dass dafür irgendeine Bürokratie notwendig gewesen wäre. Das bedeutet alle Menschen verrichteten produktive Arbeit und Bürojobs gab es so gut wie nicht. So blieb genug Manpower für den Bau der großen Kathedralen über, die aus Spenden finanziert wurden. Diese Blüte des Mittelalters währte immerhin 300 Jahre. Die Verarmung der Bevölkerung kam erst mit der aggressiven Einführung der positiv verzinsten Silbermünzen und mit ihr die Pest und Hexenverfolgung.5 Machthaber von Ländern mit positiv verzinsten Währungen erkannten immer wieder die Ausbeutung fremder Länder als einziges letztes Mittel um ihre steigenden Schulden los zu werden. Negativ verzinste Währungen wurden also nicht aufgegeben, weil sie nicht funktionierten, sondern sie gingen dann unter, wenn Länder den Raubzügen anderer erlagen. Im Fall Ägyptens waren es die Römer, die ihre Silbermünzen einführten. Heute werden Raubzüge durch die Weltbank auf bürokratischem Wege erledigt, indem diese Kredite an rohstoffreiche Länder der dritten Welt vergibt und ihnen den Dollar als Währung auferlegt. Da es unmöglich ist das Geld verzinst zurückzuerstatten (denn woher käme die zusätzliche Geldmenge für den Zins) müssen die Länder mit ihren Rohstoffen bürgen. Letztlich erweist sich das positive Zinssystem als nichts anderes als ein Schneeballsystem. Den Letzten beißen die Hunde. Gegen Länder die den Dollar als Leitwährung für den Außenhandel ablehnen, werden Kriegsgründe erfunden. Unser aggressives Finanzsystem kombiniert mit der wettbewerbsorientierten Wirtschaft ist ein Kriegstreiber. Auch die Verarmung weiter Bevölkerungsteile dieses Planeten, und die damit einhergehenden Todesfälle aufgrund von Unterversorgung kosten tausende Menschenleben. Die Rettung des Weltklimas ist mit diesem Finanzsystem undenkbar geworden. Wenn der natürliche Zins negativ ist, so muss der heutige Zins unnatürlich sein. Das wird sehr schnell am Beispiel des Josephspfennigs klar. Der Josephspfennig ist Realität Der Josephspfennig ist als bekanntes Rechenbeispiel in die Geschichte der Geldkritik eingegangen, das uns zeigen soll, wie sehr wir die Dynamik des Zinseszinses unterschätzen. Hätte Joseph im Jahre 0 für Jesus ein Konto mit einem Cent angelegt, es wäre vergessen worden und ein Nachfahre ginge heute zur Bank um die Zinsen nachzutragen, wobei wir fünf Prozent Verzinsung annehmen wollen, so müssten ihm 195 Millionen Weltkugeln aus purem Gold gutgeschrieben werden.6 Nun wird dieses Beispiel ständig ins Lächerliche gezogen: Keine Bank hielte 2000 Jahre. Aber muss das so sein? Das ägyptische System hielt über 1000 Jahre, weil es negativ verzinst war. Ökonomen argumentieren Unternehmen müssten den Zins erarbeiten und somit könnten solche 4 Bernhard Lietaer (2000), Mysterium Geld, 3. Auflage, Riemann Verlag, S Bernhard Lietaer (2000), Mysterium Geld, 3. Auflage, Riemann Verlag, S

11 Zuwächse gar nicht eintreten. Aber das ist kein Argument für den Zins, denn eben weil die Zuwächse nicht real eintreten, sondern nur am Papier, entsteht die Krise, die ja in einem Missverhältnis zwischen Forderungen und dem wirtschaftlich Möglichen besteht. Die am Papier entstehenden Ansprüche wachsen über das wirtschaftlich real Erfüllbare hinaus! Das Gesamtgeldvermögen der Welt übersteigt die handelbaren Güter heute Schätzungen zufolge um das 4 bis 10 fache. Diese Tatsache beweist doch, dass hier durch Zinseszinsrechnung absurde Forderungen am Papier kreiert wurden, unter denen wir nun leiden. So lange in unserem System ein Teil der Bevölkerung über mehr Sparguthaben verfügt als er dem Konsum zuführt, wachsen dessen Guthaben exponentiell an. Da sich die Geldvermögen in diesem System dort vermehren, wo schon Geld ist, sammeln sie sich bei einer kleinen Minderheit, die so viel besitzt, dass sie es unmöglich dem Konsum zuführen kann. Das Geld bleibt der Wirtschaft entzogen, so dass sich spiegelbildlich dazu Schuldner nicht entschulden können, weil das Geld zur Schuldtilgung gar nicht in Umlauf ist. Während die Vermögen hauptsächlich in privater Hand sind, liegen die Schulden hauptsächlich bei der Industrie und beim Staat. Die Zinslast schlägt die Industrie auf die Warenpreise auf, so dass wir durchschnittlich mit jedem Kauf einer Ware (nach Berechnungen von Helmut Creutz) 34,8% Steuern an die Reichen zahlen. Der Staat schlägt die Zinslasten auf die Steuerlast auf. Der Bürger zahlt immer die gesamte Zinslast, die den Sparguthaben gegenüber steht. Wenn der Staat durch Kürzung von Leistungen seine Schulden abbaut, dann greift er damit die Vermögen der Sparer nicht an. Bleiben diese in ihrer Höhe gleich, so bleiben auch die Gesamtschulden im System vorhanden. Sie übertragen sich lediglich vom Staat auf die Wirtschaft. Es ist für den Bürger besser der Staat hat die Schulden, da er über die Staatsanleihen bessere Zinssätze erhält als Wirtschaftstreibende. Das gilt aber auch nur, so lange dem Staat noch vertraut wird. Die Symmetrie des Systems führt also dazu, dass es keine Entschuldung geben kann, solange die Sparguthaben erhalten bleiben, denn damit sind spiegelbildlich in gleicher Höhe Schulden vorhanden. Die folgenden Grafiken zeigen den realen Zuwachs, der sich gemäß des Josephspfennigs verhält. Sie wurden von der deutschen Bundesbank (Deutschland) und von Thobias Plettenbacher (Österreich) erstellt. In der ersten Grafik ist auch die Geldmenge M1 verzeichnet. Das ist der kleine Teil des umlaufenden Geldes, das sich auf Giralkonten und in unseren Geldbörsen befindet. Der Rest sind zeitlich gebundene Sparguthaben an die die Schuldner nicht heran kommen können. Mit M1 können einzelne Schuldner ihre Schuld tilgen, während gleichzeitig andere in Schuld geraten. Es ist jedoch unmöglich mit dem umlaufenden Geld M1 die Summe an Schulden abzubauen, denn mit der Schuldtilgung verschwindet das Geld weil mit jeder Schuld in gleicher Höhe ein Guthaben verschwindet (Spiegelbildlichkeit). Da immer umlaufendes Geld notwendig ist, wird, sobald ein Teil von M1 durch die Tilgung einer Schuld verschwindet, Geldknappheit entstehen. Diese wird anderswo im System dazu führen, dass sich jemand verschuldet, so dass M1 wieder die notwendige Höhe erhält. Somit sind die Gesamtschulden in dem System nicht reduzierbar, sie wachsen aber an, wenn durch die Zinsversprechen auf Sparguthaben einen Teil von M1 aus dem Umlauf gezogen wird, denn auch dann muss dieser Teil durch neue Verschuldung ersetzt werden. Es gilt die durch empirische Daten bestätigte Formel: So lange die durchschnittliche Motivation zu sparen höher ist als jene zu investieren, muss das Gesamtsystem eine exponentielle Vermehrung von Guthaben und Schulden aufweisen. Ein negativer Sparzins könnte die Motivation zu sparen senken und Geld zurück in die Wirtschaft bringen, so dass sich Schuldner entschulden können. Dies lässt sich leicht an den folgenden zwei 11

12 Grafiken ablesen, welche die deutsche und österreichische Schulden/Guthaben-Kurve zeigt. In anderen Ländern sieht diese nicht anders aus. Alle Staaten der Erde verwenden heute positiv verzinste Währungen und keine Regierung hat jemals vermocht eine Maßnahme zu setzen, die eine zeitweilige Umkehr in dieser Kurve bewirkt, 12

13 denn keine Regierung hat es in den vergangenen Jahrzehnten gewagt Gesetze zu schaffen, die das Zinssystem umkehren. Die kurze gegenläufige Bewegung nach 2008 war nicht etwa durch Entschuldung entstanden, sondern durch einen Verlust der Aufzeichnungen von Vermögen und Schulden bei jenen Banken, die einen Crash erlitten. Selbst große Ereignisse, wie die deutsche Wiedervereinigung, beeinflussen die Kurve nur unwesentlich. Wieviel Schulden sind gesund? Es sollte uns bewusst sein, dass Industrieproduktion der Vorfinanzierung bedarf und Schulden wie auch Guthaben eine natürliche Sache sind, wie wir sie auch aus der Geschenkökonomie kennen. Die Höhe der benötigten Vorfinanzierung wächst mit der Größe der Wirtschaft, also mit dem BIP, sollte dieses aber nie überschreiten. Die Kurve des inflationsbereinigten Wirtschaftswachstums sieht folgendermaßen aus: Es ist eine natürliche Wachstumskurve mit eingebauter Wachstumsgrenze, wie wir sie auch bei Organismen vorfinden: 13

14 Die gleiche Form der Kurve entsteht, wenn ein Sparer über hundert Jahre jedes Monat den gleichen Betrag auf sein Konto überweist und sein Vermögen negativ verzinst wird: Es ist die Kurve des natürlichen Zinses. Hätten wir diesen natürlichen Zins 1950 eingeführt wäre der Vorfinanzierungsrahmen der Wirtschaft parallel zu ihrer Größe gewachsen, denn im Durchschnitt hätte der Zuwachs an Sparvermögen diese Kurve beschritten und damit wäre spiegelbildlich auch der Schuldenzuwachs so verlaufen. Das Verhalten der Schuldner hat nämlich keinen nennenswerten Einfluss auf den Schuldenzuwachs. Es sind die Sparer, die frei entscheiden können, ob sie ihr Vermögen ausgeben oder weiter sparen. Die Schuldner können sich nicht entschulden, so lange das Geld auf den Konten der Sparer ruht und haben daher keine Möglichkeit die Kurve positiv zu beeinflussen. Daher leitet sich die Verschuldungskurve in Summe überwiegend aus dem Verhalten der Sparer ab. Dieses Prinzip ist aus der ersten Grafik dieses Textes mit den Konten a, b, c ersichtlich. Eine Wirtschaft mit Wachstumsgrenze, wie wir sie auf unserem begrenzten Planeten brauchen, ist also nur mit einer negativ verzinsten Währung möglich, denn ausschließlich durch einen negativen Zins kommt es auch zu einer eine Wachstumsgrenze für Schulden und Guthaben. In einem System mit negativer Verzinsung ist es nicht so wesentlich wer die Schulden für die Vorfinanzierung der Wirtschaftsleistung zu tragen hat. Im mittelalterlichen System war es der Landesfürst, der die Vorfinanzierung leistete. Wenn keine Zinslast auf den Schulden liegt, tut diese Rolle nicht weh. Der unnatürliche Zins ist Resultat des Währungsmonopols Jeder Physiker, Biologe oder Techniker, der mit dynamischen Systemen zu tun hat, versteht sofort die hier dargelegte Zinskritik. Nur Ökonomen tun sich schwer. Sie verteidigen den positiven Zins als Resultat natürlichen Wettbewerbs. Der Wettkampf (was nichts weiter ist als dauernder Krieg) ist ihr Ideal. Das ist natürlich an sich schon problematisch, denn wer den Wettbewerb als Allheilmittel predigt, steht in einer philosophischen Denkrichtung zum Neodarwinismus, der das Recht des Stärkeren 14

15 betont, mit dem auch Hitler seine Eroberungsfeldzüge legitimierte. Zweifelsohne gibt es Wettbewerb in der Natur. Aber abgesehen von Paarungsritualen liefert sich kein Lebewesen unnötig einem Wettbewerb aus. Intelligente Arten verfügen über Sozialsysteme und außerdem gibt es auch biologische Nischen um dem Überlebenswettkampf zu entgehen. Kurzum, die Natur kennt nicht nur Wettkampf sondern auch Kreativität, Kooperation und sogar Fürsorge. Mit einseitiger Fixiertheit auf Konkurrenzdenken ist kein Geldsystem zu machen, denn der Geldwert beruht immer auf Vertrauen. Ein Wettbewerb bei dem ungleiche Gegner, ohne willentlich zuzustimmen, aufeinander gehetzt werden, ist ein Gladiatorenspiel. Wie kann man dies zum Ideal erheben? Viele gläubige Christen betrachten die Umkehrung der Werte in der klassischen Ökonomie inzwischen als Teufelswerk. Fest steht, dass Jesus andere Werte predigte. Der Kämpfer war für ihn immer der Schwache, denn wer der Welt gewachsen ist und nichts fürchtet braucht auch nichts zu bekämpfen. Aber selbst aus dem Blickwinkel dieses kriegstreibenden Wettkampf-Ideals unterliegen unsere Ökonomen einem Irrglauben, wenn sie damit den Zins begründen. Unser heutiges Zinssystem entspringt keinem Wettbewerb, denn um einen natürlichen Wettbewerb aufzubauen, müsste erst einmal das Währungsmonopol fallen um kreative neue Lösungen zuzulassen. Sobald aber eine zweite Währung da ist, müssten beide um ihre Vorherrschaft ringen. Da Geld nur durch Kredit entsteht, würden Banken potentiellen Kreditnehmern Geschenke machen, damit sie nicht zur anderen Währung wechseln. Eine Währung braucht Menschen, die bereit sind sich zu zukünftiger Arbeitsleistung zu verpflichten (nichts anderes macht ein Kreditnehmer). Hat der Kreditnehmer die Wahl, so wird er sich für diese Verpflichtung bezahlen lassen, denn freiwillig wird niemand Sklave. Nur durch unser heutiges Währungsmonopol ist jeder erpressbar, der kein Spross reicher Eltern ist und sich doch selbstständig machen will. Angesichts der harten Strafen, die den Kreditnehmer erwarten, wenn er keine ausreichende Leistung bringt, ist aus meiner Sicht Sklave der richtige Ausdruck. In der dritten Welt stürzt man Bauern in Kreditabhängigkeiten und lässt sie als abschreckendes Beispiel verhungern, wenn sie ihre Leistung (z.b. aus gesundheitlichen Gründen) nicht mehr bringen. Ist der Kreditnehmer der Sklave des Systems, so ist der Sparer der Herr. Diese globale Zweiklassengesellschaft existiert aber nur durch das Währungsmonopol. Sparer profitieren von den erzwungenen Leistungsversprechen der Kreditnehmer. Ohne diese hätte ihr Geld keinen Wert, ja es wäre nicht einmal vorhanden. Geld ermöglicht dem Sparer einen erweiterten Sicherheitsrahmen für den Fall von materiellen Lebenskrisen. Dafür wird man vom Sparer eine Gebühr verlangen, sobald das Währungsmonopol fällt. Das mittelalterliche System, das nur die Geldbesitzer besteuerte, war so gesehen richtig aufgestellt. Das ist kein Angriff auf Besitz. Jeder mag Besitz anhäufen so gut er kann, bloß nicht Geld, denn Geld braucht die Wirtschaft. Es ist ein wichtiges Allgemeingut, so wie die Wasserversorgung. Der Sparanreiz muss somit gemindert werden, während Kredite in Zukunft unverzinst sein können. Nun mag es auf den ersten Blick so aussehen, als müsste der Wegfall von Kreditzinsen erst recht die Überschuldung fördern. Aber das Gegenteil ist der Fall. Schulden werden nämlich heute vor allem deshalb nicht getilgt, weil die Schuldner all ihre Leistung dafür brauchen, bloß um die Zinsen zu zahlen. Einer dieser Schuldner ist auch der Staat. Wenn Kredite unverzinst sind, ist jeder Kredit irgendwann tilgbar. Der zweite Effekt ist, dass mit dem Wegfall von Kreditzinsen niemand mehr hohe Sparguthaben anzuhäufen braucht, um sich materiell abgesichert zu fühlen, denn die Sicherheit bietet ihm der Kreditrahmen, den er unverzinst nutzen kann. Kurzum, die Menschen werden Sparguthaben auflösen und damit kann Geld zu Schuldnern gelangen. Eine ideale Wirtschaft ist eine, bei der die 15

16 Schulden und Guthaben nicht überhand nehmen, eine Wirtschaft also, in der die Menschen danach trachten auf ihren Konten um null herum zu bleiben. Dieses Ziel erscheint uns heute eigenartig, weil wir durch den falschen Zins nicht dahingehend motiviert werden. Weniger Gläubigern stehen automatisch auch weniger Schuldner gegenüber. Deshalb muss, wenn wir die Überschuldung abbauen wollen, die Sparmotivation gesenkt werden. Zum Teil passiert das bereits, denn der Sparertrag ist heute durchschnittlich geringer als die Geldentwertung durch Inflation. In einer negativ verzinsten Währung gibt es überhaupt keine Inflation. Die Zinszahlungen dienen lediglich der Senkung der Sparmotivation, damit Sparer auf andere Anlagen ausweichen. Sparer werden durch solche Zinsen nicht stärker belastet als durch die heutige Inflation. Da in Summe der Schuldenzuwachs vom Verhalten der Sparer abhängt, muss der Zins sich irgendwann umkehren, andernfalls zerbricht das Geldsystem an überhöhter Gesamtverschuldung. Inflation entsteht im heutigen System, weil die Zunahme der Guthaben und Schulden gegen unendlich steigt, während das Wirtschaftswachstum stagniert. In einer umgekehrt verzinsten Währung wächst beides parallel bis Sättigung erreicht ist. Das alte Ägypten kannte keine Inflation. Die Tontafeln behielten ihren Wert. Inflation belastet die Armen stärker als die Reichen Mit dem Hinweis auf die Wirkung der Inflation relativieren Ökonomen der klassischen Schule gerne die verheerende Wirkung des verkehrten Zinses. Ihr Argument besteht darin, dass der Zins notwendig wäre um die inflationsbedingten Preissteigerungen doch wenigstens teilweise auszugleichen, damit Sparguthaben ihren Wert behielten. Die Sparer hätten doch diesen Wert erarbeitet. 7 Dieser Ausgleich ist aber nur in einer falsch verzinsten Währung notwendig, denn bei natürlichem Zins kommt es gar nicht zu Inflation. Inflation führt auch nicht zu einer Linderung des eigentlichen Problems, das sich hinter der Zunahme von Verschuldung und Vermögen verbirgt, nämlich die ständige Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich. Geldanleger profitieren von den steten Preissteigerungen, denn sie konsumieren ihre Anlageprodukte nicht. Sie warten zu, bis diese an Wert gewinnen, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen. Da Anlageprodukte (wie Land, Energie und andere Ressourcen) stärkere Preisanstiege verzeichnen als alltägliche Produkte ist der Zugewinn der Anleger höher als die durchschnittliche Inflationsrate. Die Vermögensstatistik beweist: Die wirklich Reichen mit verzinsten Guthaben über Euro werden in dem System immer reicher trotz Inflation. Wer sein Geld hingegen durch Arbeit verdient, kann aufgrund der ständigen Preisanstiege für seinen Lohn immer weniger kaufen. Die Masse wird durch Inflation ärmer. Alle Ressourcen fallen in die Hände einer kleinen Minderheit. Warum üben Ökonomen kaum Zinskritik? Angesichts des enormen Einflusses des Zinses, den die letzten Grafiken beweisen, sollte man annehmen, dass unter Ökonomen ein reger Diskurs um dessen Rolle besteht. Das Gegenteil ist der Fall. Nun kann man sich fragen, warum dieses Thema in der Wissenschaft kaum eine Rolle spielt. 7 Es ist doch eigenartig ein solch ethisches Argument aus dem Mund von Ideologen zu hören, die erfreut zusehen, wie der kleine selbstständige Greissler vom großen Konzern durch Wettbewerb geschluckt wird und sich kein bisschen darum scheren, wie viel dieser gearbeitet hat und wieviel an Arbeitsleistung man ihm nun zusätzlich noch abverlangt um seine Schulden loszuwerden. 16

17 Eine Antwort mag darin liegen, dass man Banken immer als neutrale Schuld- und GuthabenVermittler betrachtet hat. Deshalb hat man es zugelassen, dass nahezu alle großen Medien und auch viele wissenschaftliche Zeitschriften eine Bank als Hauptsponsor haben. Bei jedem anderen Wirtschaftssektor hätten die Alarmglocken liberal gesinnter Ökonomen geklingelt, hätte er sich so dominant als Sponsor in der Medienwelt betätigt. Selbst der Wirtschaftsnobelpreis wurde nicht von Alfred Nobel gegründet, sondern erst 1968 von der schwedischen Reichsbank. Kein Ökonom der ihn je verliehen bekam, hat sich mit dem Zins beschäftigt8. Der Zins ist das Tabuthema der klassischen Ökonomie. Eine Zeitschrift die Zinskritik übt, droht ihren Hauptsponsor zu verlieren. Ein Ökonom, der Zinskritik äußert, outet sich damit als Abtrünniger und riskiert seine Professur. Deshalb sollte man allen Lehrenden hohe Achtung entgegen bringen, die sich dieses heiße Eisen anzufassen getrauen. Die meisten tun es erst nach ihrer Pensionierung. Jürgen Kremer von der Hochschule Koblenz nimmt die Hürde durch mathematische Simulationen mit denen er seine Zinskritik wissenschaftlich untermauert und sich damit über die Standardkommentare paradigmatreuer Fachkollegen erhebt. Der Skandal besteht darin, dass die klassische Ökonomie in den letzten Jahrzehnten keinen einzigen wirksamen Vorschlag zum Abbau der exponentiell angewachsenen Guthaben und Schulden vorweisen konnte, dass sie weiters deren Symmetrie ausblendet und das historisch bewährte Rezept des negativen Zinses nicht einmal erforscht. So verhält sich keine Wissenschaft! Viele Ökonomen sind überhaupt nicht fähig die Geldordnung aus der Sicht einer Banken zu verstehen. Sie glauben ein einzelnes Land könne heute seinen Banken gesetzlich gar keine Zinsumkehr verordnen (Wucherverbote gab es historisch immer wieder), weil dann die Spargelder ins Ausland abwandern würden und die Wirschaft kein Geld mehr hätte. Hätten sie begriffen, dass Spargelder der Wirtschaft entzogen bleiben, woimmer sie auch ruhen, bräuchten sie diese Sorge nicht zu haben. Banken glauben heute immernoch, sie müssten sich an den Finanzmagnaten orientieren. Dabei ist die Bankenpleite doch genau deshalb entstanden, weil sie die Spekulanten und Großsparer gemästet haben, anstatt sie zur Kasse zu bitten. Das kam nicht von ungefähr, sind doch Bankmanager privat selbst Geldanleger. Spekulations-Junkies können nicht geheilt werden, indem man ihnen Geld gibt. Die Kreditsummen welche in den Bankbilanzen wackeln, übersteigen die Staatshaushalte um ein Vielfaches. Da helfen keine Rettungspakete. Aufklärung und neue Gesetze müssen her, damit Banken nicht weiter Gefangene ihrer eigenen fehlerhaften Annahmen bleiben, denn die Gier nach schnellem Profit erzeugt die Blasen, durch die das System letztlich zusammenbricht. Die EU kann unsere staatsansässigen Banken nur begrenzt regulieren. Sie unterliegen noch überwiegend den jeweiligen nationalen Gesetzen. Schafft Österreich sinnvolle Gesetze, wird es überlebensfähige Banken erhalten, die nicht gerettet werden müssen. Doch hier gibt es schon die nächste Schwierigkeit: In der Regierung fehlt jegliches Verständnis für das System und als Konsequenz daraus gibt es auch kein Behörde, die ordnungspolitisch Empfehlungen fordern bzw. umsetzen könnte. Die Nationalbank wird von Ex-Bankern geleitet und alle lassen sich von der Banken-Lobby beraten. Das wichtigste Ziel für eine Reform muss also darin bestehen, eine unabhängige Behörde zu gründen, die sich mit der landeseigenen Geldordnung befasst. Ist es nicht beschämend, dass die Wirtschaftsministerien westlicher Regierungen über keine Abteilungen verfügen, die sich mit der Geldordnung beschäftigen und Reformen einleiten 8 Siehe Bernard Lietaer Geld und Nachhaltigkeit 2013, S

18 könnten? Dass der Finanzsektor sich unkontrolliert zur eigenen Bereicherung hin entwickelt hat, ist lediglich eine logische Konsequenz dieses politischen Versagens. Das hier vorgeschlagene Rezept des umgekehrten Zinses mag vielen allzu einfach erscheinen. Es ist uns doch gesagt worden, dass die Lage alternativlos und außerdem hochkomplex sei. Andererseits zweifelt kein Ökonom daran, dass unsere Industriebetriebe äußerst leistungsfähig sind. Die Wirtschaftskrise ist somit lediglich eine Verteilungskrise und keine Produktionskrise. Warum sollte Verteilung unlösbares Problem darstellen? (Vor allem wo wir heute über Computertechnologien verfügen, mit der Lösungsideen beliebiger Komplexität simulierbar sind!) Verteilung kann heute nur mehr ein Logistik-Problem sein. Dass Logistik eine bewältigbare Aufgabe ist, zeigen uns weltweit tätige Konzerne und Institutionen vor. Das Scheitern ist keine Frage linker oder rechter Ideologie. Auch kommunistische Banken verbuchten positive Zinssätze. Die Sowjetunion verfügte nicht über den Zugriff auf die dritte Welt, die sie hätte ausbeuten können und so ist sie etwas früher dem Zinsgeschwür erlegen, wenngleich die Verschuldung im Verhältnis zum BIP angeblich nicht einmal das Ausmaß angenommen hatte, das wir heute im Westen vorfinden. Die Umkehrung des Zinses würde die Verteilung umkehren. Das Geld wandert dann vom unproduktiven Finanzsektor wieder zurück in die Realwirtschaft. Es ist so einfach. Eine Zinsumkehr wird nur von jenen nicht gewollt, die von der derzeitigen Verteilung profitieren, und dazu gehören leider auch hochbezahlte Politiker, die genug Geld haben, um damit zu spekulieren. Aktienhandel ist ein Hobby der meisten Ökonomen. Die verdrehte Welt des Finanzmarktes raubt ihnen den Realitätssinn. Machtverschiebung durch Vorrechte des Finanzsektors Bankeigengeschäfte sprengen die Bürgergeldschöpfung Käme Geld wirklich so in die Welt, wie in der ersten Grafik dieses Textes dargestellt, so müssten wir es als bürgergeschöpftes Geld bezeichnen, denn der Bürger erschafft durch Nutzung seines Überziehungsrahmens Geld. Die Bank wäre, wie in Grafik 2 dargestellt, ein bloßer Vermittler zwischen Schuldnern und Sparern. Als solcher sehen sich Banken noch immer gerne. Nichts könnte ferner von der heutigen Realität sein! Ich hatte zufällig die Gelegenheit einen der obersten Führungskräfte aus dem europäischen Bankensektor kennen zu lernen, den ich aus Freundschaftsgründen hier nicht namentlich nenne. In Diskussion mit ihm stellte sich heraus, dass auch er das Bankgeschäft als Vermittlerrolle zwischen Schuldnern und Gläubigern versteht und somit mit meiner zweiten Grafik und der darin enthaltenen Erklärung der Geldschöpfung voll einverstanden war. Er betrachtet den Kreditnehmer als den Herren der Geldschöpfung. Die Macht über die Geldschöpfung hätten die Kreditnehmer aber meiner Ansicht nach nur dann, wenn sie in Summe die freie Wahl darüber hätten, wie sehr sie ihre Kreditrahmen ausschöpfen wollen. Geldschöpfung geschieht heute in Summe nicht als freie Entscheidung der Kontoinhaber. Banken sorgen nämlich durch die Belohnung der Sparer dafür, dass stets Geld aus der Wirtschaft auf Sparkonten abwandert. Sie zwingen damit die Wirtschaft zu ständig neuer Kreditaufnahme. Von freiwilliger Entscheidung kann also keine Rede sein. Immer weitere Kontoinhaber müssen gefunden werden, die gewillt sind, sich bis an die Grenze ihrer Kreditwürdigkeit zu belasten. Sind keine kreditwürdigen Wirtschaftsteilnehmer mehr zu finden, muss der Staat herhalten, sonst verschwindet 18

19 das Geld aus dem Umlauf. Die Rechnung für diese gezielte Geldvermehrung zahlt der Bürger über die dadurch ausgelöste Inflation bei Anlageprodukten (Ressourcen) und über indirekte Zinslasten. Die Kreditspirale durch den verkehrten Zins verebbt, wenn die wirtschaftliche Lage so eng wird, dass kaum noch Kreditnehmer mit guter Bonität zu finden sind und auch die Staaten an die Grenze ihrer Kreditwürdigkeit stoßen. Deshalb begannen Banken sich nahezu unbegrenzt selbst Kredit zu gewähren, um mit dem frisch geschaffenen Geld Wertpapiere zu kaufen. Auf die Bilanzsumme der Bank hatte das vorläufig keine Auswirkungen, da sich der Wert des Wertpapiers mit dem sich selbst gewährten Kredit zu null addiert. Bankbilanzen bestehen heute zu 70% aus solchen Ankäufen, Bankeigengeschäfte genannt. Gewinnen die Papiere an Wert, so macht die Bank dementsprechend große Gewinne. Aber dieses Spiel birgt ein hohes Risiko, denn durch das Ausmaß dieser Geschäfte genügen heute meist fünf Prozent an Wertverlust der Papiere um eine Bank in die Pleite zu treiben. Mit den enormen Geldsummen, die ohne realwirtschaftliche Deckung über dieses Spiel in den Finanzmarkt gepumpt werden, wird zunächst dort die Kaufkraft erhöht und die Preise steigen in unrealistische Höhen. Aber die irrealen Preise führen letztlich dazu, dass eine eine Entwertung all der innovativen Finanzprodukte immer wahrscheinlicher wird. Dies ist die eigentliche Ursache der Bankenkrise. Gegenüber den heutigen Devisen und Derivatenmärkten spielen alle anderen wirtschaftlichen Aktivitäten auf unserem Planeten nur eine unbedeutende Rolle erreichten alle Devisentransaktionen ein Volumen von vier Billionen Dollar pro Tag. Dagegen beliefen sich die Exporte oder Importe aller Güter und Dienstleistungen der Welt an einem Tag nur auf zwei Prozent dieses Volumens. Somit sind 98 Prozent der Transaktionen auf diesen Märkten rein spekulativ. Diese Zahl schließt noch nicht einmal die Derivate ein, deren nominelles Volumen 600 Billionen Dollar betrug das Achtfache des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der gesamten Welt im Jahr Das enorme Wachstum des Finanzsektors gründet vor allem auf dem enormen Zuwachs an Bankeigengeschäften, durch die frisches Geld direkt in diesen Sektor wandert. Diese Form der Geldvermehrung ist natürlich völlig absurd, denn durch welche realwirtschaftliche Leistung ist der Kreditrahmen einer Bank zu rechtfertigen? Falls wirklich 70% der gesamten Geldvermögen auf diese Weise in die Welt kamen, darf es nicht wundern, dass die Summe der Geldvermögen um eben diesen Faktor die handelbaren Güter übersteigt. Laut Claus Raidl, Vizepräsident des Forums Alpbach verbleiben sogar 93% der Kredite innerhalb des Finanzsektors 10, also innerhalb eines unproduktiven Marktes, der eigentlich gar keine Kreditwürdigkeit haben dürfte, weil die Geldmenge doch eigentlich mit dem Bruttosozialprodukt, also mit der Realwirtschaft wachsen sollte. Die österreichische Nationalbank hat eine Webseite, auf der sie erklärt wie Geld in die Welt kommt11. Dort wird keineswegs der Druck und die Vergabe unserer Banknoten erklärt, sondern die Buchgeldschöpfung der Geschäftsbanken. Das bedeutet, selbst die Nationalbank hat begriffen, dass sie die Macht über die Geldschöpfung großteils abgegeben hat. Aber die Buchgeldschöpfung, die natürlich seit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr enormen Zuwachs erfährt, ist ebenfalls schon nicht mehr gültig. Das System hat sich still und heimlich ein weiteres Mal gewandelt. Zu 70% entsteht Geld heute folgendermaßen: Die Bank kauft Wertpapiere, indem sie dem Verkäufer ein Guthaben aus dem Nichts auf sein Konto schreibt. Der Verkäufer ist meist eine andere Bank, die diese Papiere erfunden und deren Wert über Rating-Argenturen 9 Siehe Bernard Lietaer Geld und Nachhaltigkeit 2013, S

20 bestätigt hat. Realwirtschaftliche Deckung liegt so gut wie keine vor. So kommt eine unerschöpfliche Flut an Guthaben, also an Geld in den Finanzsektor und spiegelbildlich in gleicher Höhe Schulden, für die letztlich immer die Allgemeinheit bürgt und die Zinslast trägt. Das ist keine Geldordnung, das ist ein unhaltbarer Zustand! Durch die Geldflut wächst der Finanzsektor. Dieses Wachstum geht auf Kosten der Realwirtschaft, denn es dient nur dazu, den Zinshebel zu vergrößern, mit dem der Realwirtschaft Geld entzogen wird, das letztlich in den Taschen der Finanzmagnate landet. Es ist der größte Raubzug der Geschichte. Eine gesetzliche Verordnung, die es Banken nicht mehr erlaubt, sich selbst Kredit zu gewähren, würde aber das, im derzeitigen System notwendige Interbankengeschäft stören und trotzdem nicht diese Art der Geldvermehrung reduzieren, denn so lange die Bank mit ihrer Willkür entscheidet, wem welcher Kreditrahmen zusteht, kann sie ihre Geschäfte über einen Mittelsmann erledigen, der für sie an der Börse spekuliert und dem sie endlos Kredit gewährt. Das Hauptziel des Finanzsektors ist nicht Geld sondern Macht Wer aber meint, die Geldvermehrung sei das Kernziel des Finanzsektors, der hat die gegenwärtige Lage noch nicht durchschaut. Die weltweiten Geldvermögen übersteigen die real handelbaren Güter um das vier- bis zehnfache. Das bedeutet, die Leistungsversprechen, die sich hinter dem Geld verbergen, können gar nicht mehr gehalten werden. Alle wissen, dass der Geldwert irgendwann schlagartig verfallen wird. Deshalb trachtet der Finanzsektor danach die Menge an handelbaren Gütern zu erhöhen, um die Vermögen rechtzeitig in reale Werte umzuwandeln. Das ist der Grund, warum heute Staatsschulden fällig gestellt werden. Eine derartige Aktion war so nie vorgesehen. Diese Fälligstellung zwingt Staaten dazu, Infrastruktur zu verkaufen, die eigentlich bereits vom Steuerzahler bezahlt wurde. Damit kommen wieder handelbare Anlagegüter auf den Markt und der Finanzsektor kann seine Macht weiter ausdehnen. Weigert sich eine Regierung, wie jene unter Papandreou, so wird sie durch Ex-Goldman-Sachs Mitarbeiter ersetzt, welche den Ausverkauf leiten 12. Die erste demokratisch gewählte europäische Regierung ist somit ganz offenkundig durch die Finanzdiktatur gestürzt worden. Aber auch Regierungen reicher Länder sind vor so einem Sturz nicht gefeit, denn auch sie werden über Bankenrettung in die Überschuldung gedrängt. Haben sie erst einmal ihr Familiensilber verkauft, so gelten sie kaum mehr als kreditwürdig. In der letzten Not werden entgegen dem Bürgerwillen dann auch bisher unantastbare Güter wie die Trinkwasserversorgung verhökert. Ist die Infrastruktur erst einmal in den Händen reicher Anleger, so verfügen diese über ein Monopol und können Mauten und Gebühren in die Höhe treiben. Der Bürger bezahlt die öffentliche Infrastruktur somit noch einmal, und immer wieder. Dies führt uns in eine Zweiklassengesellschaft, bei der die Mehrheit ohne Boden unter den Füßen zur Welt kommt, verpflichtet einer Minderheit zu dienen, die alle Ressourcen in Händen hält. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass einzelne Personen so reich werden konnten, dass sie heute zum Beispiel das Straßennetz eines ganzen Staates kaufen können? Solch einen Reichtum kann man doch nicht erarbeiten. Er wird vordergründig durch Spekulationen an der Börse erzielt. Aber warum ist fast die ganze Wirtschaft in diese Spekulationen verwickelt? Natürlich aufgrund des verkehrten Zinses. Trüge die Zinslast der Sparer nicht der Kreditnehmer, dann würde die real produktive Wirtschaft sich über Nullzins-Kredite finanzieren und es gäbe keinen Aktienmarkt. Der

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