Hörspiel Sendeplätze bei MDR FIGARO

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1 Hörspiele bei MDR FIGARO: Februar 2015 Sonntag, :05-08:00 Uhr Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (1/3) Die Jagd nach dem Niespulver von Kinderhörspiel von Hans Pfeiffer Rundfunk der DDR ab 8 Jahren Sonntag, :00-19:00 Uhr Zum 65. Geburtstag von Christian Martin am 3. Februar: Traumreise Hörspiel von Christian Martin Rundfunk der DDR Sonntag, :00-19:00 Uhr Deutscher Hörspielpreises der ARD 2014: Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper-Taste nicht drücken werde Hörspiel von Helgard Haug und Daniel Wetzel WDR Montag, Uhr Vor 70 Jahren: Angloamerikanische Bombardierung von Dresden: Das steinerne Brautbett Hörspiel von Harry Mulisch MDR Montag, :30 Uhr Zum 85. Geburtstag von Wieland Förster am 12. Februar: Nachts die Verhöre Hörspiel von Wieland Förster MDR Sonntag, :05-08:00 Uhr Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (2/3) Achtung, Pflaumenmus Kinderhörspiel von Hans Pfeiffer Rundfunk der DDR ab 8 Jahren Sonntag, :05-08:00 Uhr Zum 90. Geburtstag von Hans Peiffer am 22. Februar: Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (3/3) Die rätselhafte Melodie Kinderhörspiel von Hans Pfeiffer Rundfunk der DDR ab 8 Jahren Sonntag, :00-19:00 Uhr Die Unbekannte mit dem Fön Hörspiel von John von Düffel MDR Montag, :30 Uhr ARD Radio Tatort: Schenja Hörspiel von Robert Hültner BR

2 Sonntag, :05-08:00 Uhr Das tapfere Schneiderlein Kinderhörspiel von Jacob und Wilhelm Grimm Rundfunk der DDR '23 ab 5 Jahren Sonntag, :00-19:00 Uhr Zum 75. Geburtstag von Bernd Schirmer am 23. Februar: Das hölzerne Schloss Hörspiel von Bernd Schirmer MDR Montag, :00 Uhr Hannelore oder So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein Hörspiel von Patrick Findeis SWR

3 Ausführliche Informationen zu den Hörspielen Sonntag, :05-08:00 Uhr Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (1/3) Die Jagd nach dem Niespulver von Von Hans Pfeiffer (ab 8 Jahren) Eine Detektiv-Groteske. Der berühmte Privatdetektiv Dick Dickson vernichtet im Übereifer nach einer tollen Verbrecher-Verfolgungsjagd das als Kampfmittel für die Polizei hergestellte, vom Gangsterchef Big Bob geraubte, konzentrierte Niespulver und zieht den Zorn des Scherzartikelkonzerns, der Polizei und der Gangster auf sich. Zum 90. Geburtstag des Autors Hans Pfeiffer strahlt MDR FIGARO insgesamt drei Folgen der Haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson aus. Die 2. Folge "Achtung, Pflaumenmus" am Sonntag, 8. Februar um 7.05 Uhr. Hans Pfeiffer, geb. am 22. Februar 1925 in Schweidnitz/Schlesien, studierte Philosophie, Geschichte und Literatur in Leipzig und war in der DDR durch Fernsehfilme, Hörspiele, historische Romane und Kriminalerzählungen bekannt. Mit seinen rechtsmedizinischen Fallsammlungen ("Die Sprache der Toten" u. a.) avancierte er in den siebziger Jahren zum Kultautor. Auch die nach der Wende erschienenen Tatsachenberichte brachten ihm sowohl Bestsellerehren als auch das Lob der Fachpresse ein. Von 1985 bis 1989 war er Rektor des Leipziger Literaturinstituts. Hans Pfeiffer starb am 27. September 1998 in Wurzen bei Leipzig. Regie: Ingeborg Milster Komponist: Günter Pohlenz Produktion: Rundfunk der DDR 1962 Länge: Herbert Köfer - Erzähler Robert Johannsen - Privatdetektiv Dick Dickson Ellinor Vogel - Detektiv-Assistentin Patricia Pudding Helmut Müller-Lankow - Gangsterchef Big Bob Heinz Scholz - Niespulverfabrikant Bill Carter Fred Ludwig - Kommissar Peppermint Sonntag, :00-19:00 Uhr Zum 65. Geburtstag von Christian Martin am 3. Februar: Traumreise Von Christian Martin Andy und Sandy, ein junges Ehepaar aus dem Vogtland, unternehmen ihre Hochzeitsreise in die Sowjetunion. Dabei erleben sie Vor- und Nachteile des Massentourismus, stoßen mit dem nur begrenzt verfügbaren Bargeld Rubel an die Grenzen ihren individuellen Urlaubsgestaltung und lernen 3

4 die Bedeutung von frei konvertierbarer Währung bzw. westlichen Konsumgütern in Gestalt von "echten" Jeans als "Schmiermittel" im sowjetischen Tourismuswesen kennen. Das Hörspiel erhielt den Hörspielpreis der Hörer Christian Martin, geb. 3. Februar 1950 in Ellefeld/Vogtland, Studium der Germanistik und Geschichte in Leipzig, bis 1979 Lehrer und Sänger in einer Rockband Fernstudium am Literaturinstitut J. R. Becher, seit 1986 freischaffender Dramatiker, Hörspielautor und Märchendichter. Regie: Peter Groeger Komponist: Reinhard Walter Produktion: Rundfunk der DDR 1989 Länge: Sven Seeburg - Andy Sophia Schilbach - Sandy Montag, :30 Uhr Zum 85. Geburtstag von Wieland Förster am 12. Februar: Nachts die Verhöre Von Wieland Förster Im September 1946 wird der 16-jährige Dresdener Wieland Förster verhaftet und im Dezember desselben Jahres auf der Grundlage eines Kontrollratsgesetzes zu zehn Jahren Zwangsarbeit wegen - angeblichen - schuldhaften Waffenbesitzes verurteilt. Im Januar 1950 wird er dank einer Amnestie aus dem sowjetischen "Sonderlager" Bautzen entlassen. - Jahrzehnte später, Wieland Förster ist inzwischen einer der auch international angesehensten Bildhauer der DDR, suchen ihn die Bilder immer noch heim, ist der Wundschmerz nicht verstummt. Was Alptraum und Gedächtnis bezeugen, verkörpert sich, als er es schreibend zu bannen versucht, in einer szenischen Phantasmagorie, aus der es kein Entrinnen gibt. In lapidarer Sprache und bedrängender Genauigkeit beschwört er die Zelle von damals, die Mitgefangenen, die unmenschlichen Lebensbedingungen, die Folter systematischen Schlafentzugs durch die jede Nacht stattfindenden Verhöre wieder herauf. In dieser Hölle des Ausgeliefertseins offenbaren die Noch-Lebenden zwischen den Schon-Gestorbenen - ein entflohener Kriegsgefangener, ein in der Ukraine eingesetzter Landwirtschaftsführer, ein Hochstapler, ein kleiner Betrüger, ein im Suff renitenter Rotarmist - dem plötzlich unter sie gestoßenen Jungen, was Entwürdigung und Notdurft des Leibes von ihnen übrig gelassen haben: die Erbärmlichkeiten der Ohnmacht. Egoismus, Verrat und Hass: auf die Russen, auf die draußen, auf die drinnen, auf sich selbst. Sie erzählen ihre Rechtfertigungsgeschichten und kämpfen um die Hackordnung, bis der Schwächste drauf geht dabei. Und der Junge den totschlägt, der die Schuld daran hat. Wieland Förster, geboren 1930 in Dresden, lebt als Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller in Berlin und Wensickendorf. Zwischen 1946 und 1950 war er im Sonderlager des NKWD in Bautzen inhaftiert. In den Jahren 1968 bis 1973 verhängten staatliche Stellen der DDR ein Ausstellungsverbot gegen ihn und 1983 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet, seit 1978 war er Vizepräsident der Akademie der Künste. Förster veröffentlichte Reisetagebücher (gesammelt in "Die Phantasie ist die Wirklichkeit", 2000), Essays ("Einblicke", 1985), erzählende Prosa ("Die versiegelte Tür", 1982 ), Gedichte ("Als Fremder", 2003), sowie das Theaterstück "Die Ungleichen" 4

5 ("Grenzgänge", 1995). Der MDR produzierte über ihn das O-Ton-Hörspiel "Die Radikalität der Steine. Der Bildhauer Wieland Förster" von Michael Trabitzsch (MDR 1999) und seine Bearbeitung des Briefwechsels zwischen George Sand und Gustave Flaubert "Alle meine Zärtlichkeit" (MDR 2004). Regie: Götz Fritsch Bearbeitung: Thomas Fritz Komponist: Jakob Ullmann Produktion: MDR 2007 Länge: Ernst Jacobi - Der Mann Caspar Bankert - Der Junge Hilmar Eichhorn - Melone Götz Schulte - Jesus Bernhard Schütz - Hubuch Gerald Schaale - Emil Jörg Malchow - Mechaniker Oliver Urbanski - Flakhelfer Mark Zak - Tartar Jakob Köhn - Maxim Pjotr Olev - Offizier Anja Pahl - Dolmetscherin Swetlana Schönfeld - Dr. Jekaterina Carl Heinz Choynski - Polizist Sonntag, :05-08:00 Uhr Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (2/3) Achtung, Pflaumenmus Von Hans Pfeiffer (ab 8 Jahren) Phantastisch-abenteuerliche Detektivgroteske. Ein amerikanischer Erfinder und seine Erfindung, Stahl in Pflaumenmus verwandeln zu können, werden aus Geschäftsinteressen eines Stahlkonzerns boykottiert. Dickson stiehlt in einer abenteuerlichen Aktion die Erfindung aus dem Tresor des Konzerns, gibt sie dem Erfinder zurück und verhilft diesem zur Flucht. Zum 90. Geburtstag des Autors Hans Pfeiffer strahlt MDR FIGARO insgesamt drei Folgen der Haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson aus. Die 3. Folge "Die rätselhafte Melodie" am Sonntag, 15. Februar um 7.05 Uhr. Hans Pfeiffer, geb. am 22. Februar 1925 in Schweidnitz/Schlesien, studierte Philosophie, Geschichte und Literatur in Leipzig und war in der DDR durch Fernsehfilme, Hörspiele, historische Romane und Kriminalerzählungen bekannt. Mit seinen rechtsmedizinischen Fallsammlungen ("Die Sprache der Toten" u. a.) avancierte er in den siebziger Jahren zum Kultautor. Auch die nach der Wende erschienenen Tatsachenberichte brachten ihm sowohl Bestsellerehren als auch das Lob der Fachpresse ein. Von 1985 bis 1989 war er Rektor des Leipziger Literaturinstituts. Hans Pfeiffer starb am 27. September 1998 in Wurzen bei Leipzig. 5

6 Regie: Ingeborg Milster Komponist: Günter Pohlenz Produktion: Rundfunk der DDR 1961 Länge: Herbert Köfer - Erzähler Robert Johannsen - Privatdetektiv Dick Dickson Ellinor Vogel - Detektiv-Assistentin Patricia Pudding Wolfgang Brunecker - Dr. Timpetee Fred Düren - Kommissar Peppermint Helmut Müller-Lankow - Big Bob Sonntag, :00-19:00 Uhr Deutscher Hörspielpreises der ARD 2014: Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper-Taste nicht drücken werde Von Helgard Haug und Daniel Wetzel "Ich habe nie gefragt, warum mir das passiert ist. Warum ich vor 20 Jahren zur Feier meines Abiturs mit meinen Eltern aus Stuttgart nach Kreta flog. Warum ich in den Pool der Ferienanlage sprang. Das war die letzte Bewegung, zu der ich meinen Körper antreiben konnte. Seitdem herrscht Funkstille zwischen uns, von den Schultern abwärts. Ich wurde von meinem Vater am Rand des Pools beatmet. Ich wurde gefragt, ob ich überhaupt leben wollte. Ich wollte unbedingt. Ich wollte weitermachen. Ich lebe fröhlichen Hauptes. Zusammen mit zwei Mitgliedern des Theater-Kollektivs Rimini Protokoll hat die Heldin dieser wahren Geschichte ein Stück entwickelt, das sich so unaufdringlich wie unausweichlich mit Schicksal, Lebenswert und persönlicher Haltung beschäftigt. Durch die Bearbeitung des dokumentarischen Materials und die Suche nach einer sprachlichen Form wird das Stück ein sehr persönlicher und sehr poetischer Monolog, der als "Hörspiel des Monats März 2014" und mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD 2014 ausgezeichnet wurde. Helgard Haug und Daniel Wetzel, beide Jahrgang Gemeinsam studierten sie mit Stefan Kaegi am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen bei Heiner Goebbels. Seit 2000 bilden sie ein Autoren-Regie-Team im Bereich Theater, Hörspiel, Film, Installation, das all ihre Arbeiten unter dem Label Rimini Protokoll ausweist. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Grenze zwischen dokumentarischer Recherche und deren Inszenierung. Sie stellen nicht Laien, sondern Experten des Alltags in den Mittelpunkt. Für "Karl Marx: DAS KAPITAL, Erster Band" (DLF/WDR 2007) erhielten sie den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Regie: Helgard Haug, Daniel Wetzel Komponist: Barbara Morgenstern Produktion: WDR 2014 Länge: Maria-Christina Hallwachs 6

7 Timea Mihályi Admir Dzini Eike Hallwachs Claudine Hallwachs Detlef Glätzer Montag, Uhr Vor 70 Jahren: Angloamerikanische Bombardierung von Dresden: Das steinerne Brautbett Von Harry Mulisch 1956, elf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, reist Norman Corinth aus Baltimore, USA, zu einem Internationalen Zahnärztekongress nach Dresden, DDR. In eine zerstörte Stadt, die Trümmerwüste der alliierten Bombardements am 13. und 14. Februar Auch ihn hat diese Nacht gezeichnet: er hat, ein junger Soldat, zur Besatzung eines der amerikanischen Bomber gehört, die die Angriffe auf Dresden flogen. Ihr Flugzeug wurde abgeschossen, sie konnten sich zu den Russen retten, aber seitdem zieht sich eine Narbe längs durch sein Gesicht und teilt es in zwei Hälften. Sieger und zugleich Opfer des Krieges, streift er durch die Stadt, fiebrig und somnambul, ein Gefangener seiner Gedanken und Wahrnehmungen. Stößt auf Menschen: auf Schneiderhahn, den Westdeutschen, als vermeintlicher Lagerarzt ein Feind, wie man ihn sich wünscht. Auf Ludwig, den Villenbesitzer am Weißen Hirsch, Geschäftsmann und kein Freund der neuen Ordnung. Auf die Frau, die in der brennenden Stadt in den Fluss geflüchtet war, als er über sie hinwegflog, den Finger am Abzug des Maschinengewehrs. Auf Hella, seine offizielle Betreuerin, die er sich nimmt in einer Anwandlung von aggressiver Lebensgier, die doch kein Entkommen aus seiner Versteinerung gewährt. Und sitzt wieder in der Maschine, die über dem Feuermeer ihre Bomben ausklinkt. "Zwischen den Massenmorden der Hunnen und den Konzentrationslagern Hitlers ist keine Zeit vergangen. Sie liegen nebeneinander auf dem Grund der Ewigkeit. Er dachte, und dort liegt auch Dresden." Harry Mulisch, Jahrgang 1927 und Doyen der niederländischen Gegenwartsliteratur, schuf mit dem 1959 erschienenen "Steinernen Brautbett", mit dem er auch in Deutschland bekannt wurde, einen der international bedeutendsten Romane über den Zweiten Weltkrieg. Weitere Bücher u.a.: "Strafsache 40/61", "Das Attentat", "Höchste Zeit", "Die Prozedur", "Die Entdeckung des Himmels", "Siegfried. Eine schwarze Idylle" Regie: Norbert Schaeffer Bearbeitung: Norbert Schaeffer Komponist: Mario Schneider Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2005 Länge: Christian Redl - Erzähler Markus Kiepe - Corinth Frauke Poolman - Hella Hilmar Eichhorn - Ludwig 7

8 Berthold Toetzke - Schneiderhahn Günter Grabbert - Ruprecht Götz Schweighöfer - Karger Susanne Bard - Eva Ulrich Lenk - Paul uund Lautsprecher Petra Ehlert - Paula Peter Treuner - Erich und Kellner Siegfried Worch - Erwin und Portier Waclaw Stawny - Zamoyski Anja Schneider - Karin Stefan Kaminsky - Archie Torben Kessler - Jimmy Max Urlacher - Harry Jörg Malchow - Patrick Sonntag, :05-08:00 Uhr Zum 90. Geburtstag von Hans Peiffer am 22. Februar: Die haarsträubenden Abenteuer des Detektivs Dick Dickson (3/3) Die rätselhafte Melodie Von Hans Pfeiffer (ab 8 Jahren) Eine Detektiv-Groteske. Auf abenteuerliche Weise nach Italien entkommen, deckt Dickson dank seiner Zähigkeit und Findigkeit unfreiwillig hinter einem scheinbar privaten Fall einen großangelegten Waffenschmuggel Millimilles auf, was ihm nichts einbringt und ihn obendrein in Italien unmöglich macht. Er gerät durch eine Unvorsichtigkeit Patricias nach Amerika zurück. Hans Pfeiffer, geb. am 22. Februar 1925 in Schweidnitz/Schlesien, studierte Philosophie, Geschichte und Literatur in Leipzig und war in der DDR durch Fernsehfilme, Hörspiele, historische Romane und Kriminalerzählungen bekannt. Mit seinen rechtsmedizinischen Fallsammlungen ("Die Sprache der Toten" u. a.) avancierte er in den siebziger Jahren zum Kultautor. Auch die nach der Wende erschienenen Tatsachenberichte brachten ihm sowohl Bestsellerehren als auch das Lob der Fachpresse ein. Von 1985 bis 1989 war er Rektor des Leipziger Literaturinstituts. Hans Pfeiffer starb am 27. September 1998 in Wurzen bei Leipzig. Regie: Ingeborg Milster Komponist: Günter Pohlenz Produktion: Rundfunk der DDR 1962 Länge: Herbert Köfer - Erzähler Robert Johannsen - Meisterdetektiv Dick Dickson Ellinor Vogel - Assistentin Patricia Pudding Ingrid Ohlenschläger - Fürstin Bimbambini Hans-Ulrich Lauffer - Millionär Mille-Mille 8

9 Sonntag, :00-19:00 Uhr Die Unbekannte mit dem Fön Hörspiel Von John von Düffel»Mitten in einem Gedanken über Radikalität und ihre Voraussetzungen«fühlt sich Düffels ICH, verständlicherweise, empfindlich gestört,»als plötzlich die Frau mit dem Fön, das heißt eigentlich mit zwei Fönen, der Badewanne entsteigt, tropfnass, gedunsen, lebleich und auch ansonsten nicht besonders lebendig aussehend, einen Fön in jeder Hand, noch einen Tick zu viel elektrische Spannung in den Gliedern, die im Krampf verkrallten Finger nach innen gedreht und eine bislang für menschenunmöglich gehaltene Spannweite zwischen den gespreizten Zehen«. Was will sie von ihm? Zumindest eine Geschichte. Ihre Geschichte. Aber kann man sich dieses so bedrohlich lockende Frauenzimmer mit einer Geschichte, von einem ER und einer SIE handelnd, wirklich vom Leibe halten? Und wenn nicht mit einer, dann mit drei Geschichten? Einem dreifachen Pas de deux auf sehr dünnem Eis, den doppelten Rittberger ebenso eingeschlossen wie den tödlichen Ausgang? Bravourös fabuliert und formuliert und analysiert und protokolliert sich das ICH durch die Wohn- und Lebensräume der Beziehungskiste mit Namen Welt, während im Badezimmer das Wasser munter in die Wanne plätschert und der summende Fön unbeeindruckt vor sich hin pendelt wie die Unruhe der Schicksalsuhr. John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, studierte Philosophie und Volkswirtschaft in Stirling/Schottland und Freiburg im Breisgau, promovierte 1989 über Erkenntnistheorie und arbeitete danach als Theater- und Filmkritiker, als Schauspieldramaturg und Übersetzer. Der Autor zahlreicher Theaterstücke, Bearbeitungen, Prosa, Essays und Hörspiele schrieb 1998 seinen Debütroman Vom Wasser, eine große Hommage an das fließende Element, und wurde dafür u.a. mit dem aspekte- Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet bekam er den Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen für deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Zur Zeit arbeitet er als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Regie: Gottfried von Einem Komponist: Ulrich Beckerhoff Produktion: MDR 2001 Länge: Martin Reinke - Ich Werner Wölbern - Er Christiane Leuchtmann - Sie Matthias Matschke - Ihm 9

10 Montag, :30 Uhr ARD Radio Tatort: Schenja Von Robert Hültner Lange sah es danach aus, als habe der Lohner-Hof vor den Toren der Stadt keine Zukunft mehr. Dann aber schien der als unbeholfen und schüchtern geltende Hoferbe doch noch sein Glück gefunden zu haben. Davon, dass dies nicht alle in seiner Familie begrüßt hatten, weil seine Angetraute aus Osteuropa kam, ließ sich das junge Paar jedoch nicht stören. Bis die junge Frau eines Morgens tot aufgefunden wird. Obduktion und Spurensicherung lassen bald keinen Zweifel mehr zu, dass sie durch einen Stromschlag zu Tode gekommen ist. Für einen bedauernswerten Unfall spricht, dass die Elektroinstallation des uralten Hofs nicht mehr die modernste gewesen war. Den seit einiger Zeit gesundheitlich angeschlagenen Ehemann trifft das Unglück schwer, täglich scheint er mehr und mehr zu verfallen. Zwar erwägt die Kripo auch ein Fremdverschulden, tut sich jedoch schwer, dafür eindeutige Beweise zu finden. Doch dann erinnert man sich auf der Polizeiinspektion von Bruck am Inn daran, dass vor einiger Zeit eine Schlägerei geschlichtet werden musste, an der der Schwager der Getöteten und ein junger Osteuropäer beteiligt gewesen waren. Der jähzornige Angreifer war auf den Ausländer losgegangen; er hatte ihm vorgeworfen, mit der Frau seines Bruders ein Verhältnis gehabt zu haben. Obwohl sich dies als haltlos erwiesen hatte, blieb das Fragezeichen, was den Fremden nach Bruck am Inn geführt haben könnte. Bis sich herausstellt, dass er und die Getötete doch mehr Gemeinsamkeiten gehabt haben mussten. Da sich mittlerweile der Verdacht auf Mord erhärtet hat, wächst auch der Verdacht gegen ihn. Robert Hültner, 1950 im Chiemgau geboren, Studium an der Filmhochschule München, Autor, Regisseur, Wanderkinobetreiber, Filmrestaurator. Zahlreiche Kriminalromane, u.a. Walching (1993), Ende der Ermittlungen (2007); Filmdrehbücher u.a. Tatort (2004); Theaterstücke u.a. Schikaneder (2004); BR-Hörspieladaption Walching (1995): Zahlreiche Auszeichnungen u.a. Deutscher Krimipreis (1996 und 1998), Friedrich-Glauser-Preis (1998). Autor der ARD Radio Tatorte des BR Irmis Ehre (2008), Hexenjagd (2009), Dienstschluss (2009), Unter sticht Ober (2010), Vanitas (2011), Unter Verdacht (2011), Der Stalker (2012), Wasser bis zum Hals (2013), Wallfahrt (2014). Ulrich Lampen, 1963 geboren, Regisseur von zahlreichen ARD-Hörspielen, für den BR u.a. die Mehrteiler Der Zauberberg (2001); Combray (2003); Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde (2003); Reise ans Ende der Nacht (2008) Regie: Ulrich Lampen Komponist: zeitblom Produktion: BR 2015 Länge: Brigitte Hobmeier - Senta Pollinger Florian Karlheim - Rudi Egger Robert Giggenbach - Oswald Öttl Michael Alexander Grimm - Ferdl Raab Ercan Karacayli - Magnus Rösle Wowo Habdank - Hirschbichler Winfried Frey - Scholz Susanne Schroeder - EZ Andreas Borcherding - Dr. Hohentanner Barbara Maria Messner - Hedi Baumgartner 10

11 Tom Kreß - Mittelmeier Markus Langer - Wieser Christiane Blumhoff - Lohnerin Lukas Turtur - Bernhard Lohner Florian Fischer - Gottfried Lohner Zhanna Kalantay - Olja Rodschenko Arthur Galiandin - Oleg Okudschenko Thomas Birnstiel - Pfarrer u.a. Sonntag, :05-08:00 Uhr Das tapfere Schneiderlein Von Jacob und Wilhelm Grimm (ab 5 Jahren) "Sieben auf einen Streich!" - so steht es in großen Lettern auf dem Wämslein des Schneiderleins. Doch ein Held ist er nicht, sondern nur vergnügt und sehr tapfer. Wie er zwei Riesen besiegt und der glückliche Bräutigam einer Prinzessin wird, erzählt dieses Hörspiel nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Regie: Annegret Berger Bearbeitung: Thoma Clausen Komponist: Conny Odd Produktion: Rundfunk der DDR 1978 Länge: Dieter Bellmann - Schneiderlein Carla Valerius - Musfrau Gesine Creutzburg - Prinzessin Fred-Arthur Geppert - König Hans-Joachim Hegewald - 1. Riese Werner Godemann - 2. Riese Sonntag, :00-19:00 Uhr Zum 75. Geburtstag von Bernd Schirmer am 23. Februar: Das hölzerne Schloss Von Bernd Schirmer Einem guten und fröhlichen König wurde auf der Jagd das linke Auge ausgeschossen. Da zog er sich zurück und überließ alle Obliegenheiten seinen Ministern. Die lebten in Saus und Braus und bürdeten alle Lasten dem Volk auf. Ein schönes Mädchen, das einst mit dem König verlobt war, verwandelt sich 11

12 in einen Holzwurm, nistet sich im königlichen Bett ein und öffnet ihm die Augen. Er schickt die Minister zum Teufel und krönt sein Volk. Bernd Schirmer, geboren 1940 in Leipzig, aufgewachsen in Scheibenberg im Erzgebirge, studierte Germanistik und Anglistik in Leipzig, arbeitete als Hörspieldramaturg in Berlin, als Deutschdozent an der Universität in Algier und als Dramaturg beim DFF. Seit 1992 lebt er als freier Autor in der Nähe von Berlin. Regie: Walter Niklaus Komponist: Steffen Schleiermacher Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2001 Länge: Fred-Arthur Geppert - König Ursula Werner - Amanda Lutz Riemann - Torwächter Wolfgang Jakob - Maler Fred Alexander - Minister Eva Mayer - Mariella Omrane Damak - Gesandter Kurt Berndt Wolfgang Anton Wolfgang Sörgel Dieter Jaßlauk Wolf Goette Jan-Franz Krüger Klaus Pönitz Montag, :00 Uhr Hannelore oder So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein Von Patrick Findeis Die letzten 15 Monate ihres Lebens verbrachte Hannelore Kohl vorwiegend allein in ihrem Bungalow, in Dunkelheit und Kälte, gefangen in den eigenen vier Wänden aufgrund einer angeblichen Lichtallergie. Sie beging am 5. Juli 2001 Suizid in Berlin als Hannelore Renner geboren, endet ihre großbürgerliche Kindheit im Kriegswinter 1944/45. Gemeinsam mit der Mutter und dem Vater, der als einer der Direktoren des Rüstungskonzerns HASAG von der Roten Armee wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, flieht sie in dessen Heimat in der Pfalz. Die Kriegswirren übersteht sie nur mit schweren Verletzungen an Seele und Leib lernt die 15-jährige Schülerin den drei Jahre älteren Helmut Kohl kennen, 1960 heiratet sie ihn und vertritt fortan das klassische Frauenbild: Sie kündigt ihre Arbeit, bringt zwei Söhne zur Welt und kümmert sich, während er Politik macht, allein um Haushalt und Familie. Verbissen hält sie an ihrer Version der Familienidylle und der heilen Welt fest, auch später als Frau des Oppositionsführers und dann als Kanzlergattin. "So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein", hat Hannelore Kohl einmal gesagt. Patrick Findeis nähert sich ihr in einem fiktiven Monolog. 12

13 Patrick Findeis, geboren 1975 in Heidenheim an der Brenz, lebt als freier Autor in Berlin. Er studierte Komparatistik, Psychologie und Kommunikationsforschung an der Universitat Bonn und ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Für seinen Debütroman "Kein schöner Land" erhielt Findeis 2008 den 3sat-Preis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, für den SWR schrieb er ihn als Hörspiel um. Zuletzt entstand für den SWR sein Hörspiel "Schneewalzer". Regie: Kai Grehn Produktion: SWR 2014 Länge: Dagmar Manzel 13

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