3 EvK Herne eröffnet neue Intensivstation

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1 1 Mitteilungen für Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel ggmbh Nr. 222 März 13/43. Jhrg. krankenhausbrief Neue Intensivstation in Eickel eröffnet Führungswechsel in der Pflegedirektion Großes Spezialisten-Team für die Anästhesiologie Magen-Schrittmacher gegen Sodbrennen

2 2 INHALT AKTUELLES 3 Liebe Leserin, lieber Leser, jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, haben wir die erste Januarwoche 2013 und wenn Sie meine Gedanken lesen, steht ein hoffentlich warmer, farbenfroher Frühling vor der Tür. Zwei Anlässe, sich erwartungsfroh auf Neues einzulassen. Das ist auch wichtig nach all den Widrigkeiten und Problemen im vergangenen Jahr. Dabei sollten wir nicht außer Acht lassen, dass die Medien stets übertreiben, die Welt gerne übel darstellen, obwohl sie wunderbar ist. Was halten Sie von der Idee und dem Vorsatz, in Zukunft weniger über Schwierigkeiten zu reden und dafür mehr über Möglichkeiten zu sprechen? Ich wünsche Ihnen interessante, positive und hilfreiche Gesprächspartner. Mit fröhlichem GLÜCKAUF Klaus Michael Lehmann AKTUELLES 3 EvK Herne eröffnet neue Intensivstation 4 Herausforderung Demenz 4 Umfangreicher Relaunch der Homepage - Komplett geändertes Erscheinungsbild 5 EvK stellt Patientenfilm vor 6 Herner Palliativ Akademie weiter auf Erfolgskurs 7 Langjährige Pflegedirektorin tritt in den Ruhestand 8 EvK Herne rückt in die Forschungs-Liga auf 8 Große Baumfällaktion im Krankenhausgarten 9 Genuss und Information ein Tag für die Frau 10 Ausgelassene Partystimmung bis zum frühen Morgen MEDIZIN 12 Unterschenkelamputationen vermeiden 12 Spezialisten-Team mit neuem Konzept 13 Wir wollen die Entwicklung vorran treiben 14 Schrittmacher vertreibt Sodbrennen 15 Forschungserfolge machen MS-Kranken Hoffnung 16 EvK-Neurologe: Parkinson-Begleitsymptome finden zu wenig Beachtung 16 Künstliche Paradiese 18 Lungenspezialisten rücken älteren Patienten in den Mittelpunkt 19 Aufklärung und Vorsorge verhindern Fußamputationen MEDITATION 20 Gemeinsam können wir es schaffen PFLEGE 21 Das Ansehen der Pflege stärken 22 Hilfreiche Tipps zur Vermeidung von Dekubitus KULTUR 23 Mit dem Farbpinsel gegen Parkinson 23 Buchtipp: Detektiv Kayankaya ermittelt wieder PALIATIV 24 Zeichen der Achtung für Palliativarbeit 24 Sportliche Polizisten erlaufen Euro 24 Kreuzkirchengemeinde spendet Euro für die Palliativstation am EvK ERNÄHRUNG 25 Teller statt Vase Kochen mit Blüten GESUNDHEIT 26 Leberblümchen liebt alte Waldstandorte 27 Kontakte 27 Impressum EvK Herne eröffnet neue Intensivstation Kapazität um 40 Prozent erhöht Groß-Projekt abgeschlossen Gesamtkosten: 19 Mio. Euro Mit der offiziellen Eröffnung der Intensivstation ist der dritte und letzte Bauabschnitt des Operationszentrums am Evangelischen Krankenhaus Herne-Eickel fertiggestellt. 2,5 Mio. Euro hat die Funktionseinheit gekostet, 19 Mio. Euro das Gesamt-Projekt. Die enge Anbindung an das Thoraxzentrum Ruhrgebiet mit seiner kontinuierlich steigenden Patientenzahl hat dazu geführt, dass wir die Bettenkapazität auf der neuen Intensivstation um 40 Prozent erhöhen mussten, erklärte Geschäftsführer Heinz- Werner Bitter. Hochmodern, unter technischen und hygienischen Gesichtspunkten auf dem höchsten Sicherheitsstand - so präsentiert sich der neue Bereich auf 750 Quadratmetern. Sämtliche Geräte, ob Patientenüberwachungsmonitore, Infusions- oder Absauggeräte sind als Deckenversorgungseinheit angebracht, so dass es auf dem Fußboden keine umherliegenden Kabel mehr gibt. Neu sind Infusionspumpen, die an ein Alarmmanagementsystem angeschlossen sind, das es ermöglicht, zentral den Status der Pumpen abzulesen und frühzeitig notwendige Infusionen vorzubereiten. Mit dieser Intensivstation sind wir ausgerüstet für komplizierteste Verfahren der Organersatztherapie, angefangen bei der künstlichen Lunge, erläuterte Dr. Nils Grote, Leitender Oberarzt der Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter (2.v.r.) eröffnete die Intensivstation gemeinsam mit Funktionspflegedienstleiterin Karin Kruse und Verwaltungsdirektor Werner Karnik (2.v.l.). Vor der Inbetriebnahme nutzten viele Mitarbeitende des EvK Herne- Eickel die Chance, sich einen persönlichen Eindruck von den neuen Räumlichkeiten zu verschaffen. Klinik für Anästhesiologie, Intensivund Notfallmedizin. Dem Intensivbereich wird im Krankenhaus in Zukunft eine wachsende Bedeutung zukommen, da sich die Dauer der stationären Aufenthalte weiter verkürzen werde. Mit der hochmodernen Ausstattung unserer Intensivstation können wir dieser Entwicklung jetzt schon Rechnung tragen, so der Ärztliche Direktor des EvK, Prof. Dr. Ulrich Eickhoff. Bei der Gestaltung des Intensivbereichs hat man nicht nur an die Patienten, sondern auch an die Angehörigen gedacht. Für sie wurde ein spezieller Besprechungsraum eingerichtet, um einen optimalen Informationsaustausch zwischen Intensiv-Team und Angehörigen zu ermöglichen.

3 4 AKTUELLES AKTUELLES 5 Herausforderung Demenz Ethikkomitee lud ins EvK Herne ein - Hilfe und Beratung für Angehörige und Interessierte EvK stellt Patientenfilm vor Premiere bei Veranstaltung Risikomanagement - Ziel: Sicherheit im Krankenhaus für alle transparent machen Demenz ist für viele Menschen zu einem wahren Schreckgespenst geworden. Die Angst vor einer Erkrankung ist groß, der Informationsbedarf ebenfalls. Das Ethikkomitee der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop- Rauxel bot zu diesem Thema ein Forum bei einer Veranstaltung im EvK Herne. Im Mittelpunkt standen ethische Fragen, die sich vor allem dann bei einer schweren Demenzerkrankung ergeben, wenn alle Betroffenen an ihre Grenzen stoßen, sagte Katharina Henke, Seelsorgerin und Mitglied im Ethikkomitee, im Anschluss. Der Abend begann mit Interviews mit Fachleuten, die in den unterschiedlichsten Bereichen mit Demenzerkrankten zu tun haben. Dr. Oliver Groß, Leitender Abteilungsarzt der Klinik Geriatrie am EvK Castrop-Rauxel, berichtete über die Möglichkeiten, eine Demenzerkrankung zu diagnostizieren. EvK- Pfleger Thomas Goldbach schilderte, wie Pflegekräfte damit umgehen, wenn ein Demenzkranker viel schreit oder die Nahrung verweigert. Nach Hilfen für Erkrankte und Angehörige wurde die EvK-Sozialarbeiterin Anke Baranowski befragt. Wie sich die tatsächliche Situation in einem Altenheim darstellt, beschrieb Margret Springkämper, Leiterin des Eva-von-Thiele-Winkler-Haus. Angela Kühne, die als Grüne Dame Menschen auf der Demenzstation im EvK Castrop-Rauxel besucht, brachte viele alltägliche Beobachtungen mit. Einen fachlichen Überblick über das Krankheitsbild Demenz, seine Symptome, die verschiedenen Formen und Verläufe ermöglichte der anschließende Vortrag von Annegret Müller, Dipl. Fachfrau für gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung und examinierte Altenpflegerin, die als Koordinatorin beim Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst (AHPD) tätig ist. Sie beschrieb, bei welchen Symptomen Betroffene oder Angehörige hellhörig werden sollten und wo die Grenze zwischen Vergesslichkeit und Demenz verläuft. Gleichzeitig stellte sie Möglichkeiten vor, wie Demenzerkrankten begegnet werden kann. Die anschließende Diskussion, geleitet von Chefarzt Dr. Markus Freistühler, nutzten viele Besucher, um drängende Fragen loszuwerden und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Ob mangelnde Hygiene, Verwechslungen oder Datenschutz - viele Patienten machen sich Sorgen, dass während ihres Krankenhausaufenthaltes etwas schief laufen könnte. Doch die Ev. Krankenhausgemeinschaft hat in ihren Kliniken seit 2007 ein umfangreiches Risikomanagement eingerichtet, das mit großer Sorgfalt schon im Vorfeld von möglichen Zwischenfällen Fehlerquellen aufspürt, um sie von vornherein auszuschließen. Im Klinikalltag ist dadurch ein feinmaschiges Sicherheitssystem entstanden, das jetzt in einem Patientensicherheitsfilm festgehalten wurde. Premiere des Films war auf der Risiko-Management-Veranstaltung der Ev. Krankenhausgemeinschaft am 6. Februar Der neue Film stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und mit ihm das Thema Klinisches Risikomanagement aus der Sicht des Patienten. Referent war Dr. Peter Gausmann, dessen Gesellschaft für Risiko-Beratung die Krankenhausgemeinschaft unterstützt bei der Untersuchung von potentiellen Gefahrenbereichen für Patienten und Mitarbeitende in den Kliniken. Sein Plädoyer ging dahin, dem Patienten die verschiedenen Prozesse im Krankenhaus so transparent zu machen, dass er stets weiß, welche Maßnahmen ergriffen werden, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Den Film betrachten wir als wichtiges Mittel, um darzustellen, wie es in den Bereichen des Krankenhauses zugeht, in die der Patient normalerweise keinen Einblick hat, wie zum Beispiel im OP, erklärt Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft. In dem Film könne der Patient mit eigenen Augen sehen, was alles getan werde, um ihm optimale Sicherheitsbedingungen zu bieten. Der Film wird zukünftig im Patientenfernsehen in den Wartebereichen des Krankenhauses und auf der Internetseite unter zu sehen sein. Fehler zu vermeiden und die mögliche Quelle bereits im Vorfeld auszuschalten, das ist das Ziel von CIRS, dem Intranet-Portal, in dem die Mitarbeitenden der Ev. Krankenhausgemeinschaft anonym entsprechende Situationen angeben und beschreiben können. Die benannten Fehlerquellen werden regelmäßig in Meldekreisen unter der Leitung des Qualitätsmanagements analysiert und Maßnahmen entwickelt, damit es jede Form von unliebsamen Zwischenfällen verhindert werden kann. Insgesamt 253 Meldungen sind 2012 eingegangen. Heinz-Werner Bitter: Wir sind froh über jede Meldung, die uns Gelegenheit zur Verbesserung bietet. Umfangreicher Relaunch der Homepage - Komplett geändertes Erscheinungsbild Vor 14 Jahren wurde der erste Internet- Auftritt der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft von Susanne Jacoby auf html-grundlage entwickelt - jetzt fand ein großer Relaunch durch die Pressestelle statt. Auf der Basis eines Content Management Systems präsentiert sich das Unternehmen in einem völlig neuen digitalen Gewand. Eine zielgruppengerechte Aufteilung in verschiedene Schwerpunktbereiche ermöglicht eine präzisere und serviceorientiertere Ansprache der Besucher der Homepage. Eine übersichtliche Struktur bietet z.b. auf den Klinik-Seiten Raum für Detailinformationen, ohne den Benutzer zu überfordern. Fotos spielen eine noch wichtigere Rolle als im vorangegangenen Internet-Auftritt und vermitteln viel von der positiven Atmosphäre in den drei Krankenhäusern. Die neue Homepage ist für mobile Endgeräte optimiert und unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit gestaltet.

4 6 AKTUELLES AKTUELLES 7 Herner Palliativ Akademie weiter auf Erfolgskurs APPH Ruhrgebiet stellt Programm 2013 vor - Vorsitzende im Amt bestätigt - Seit 2004 über 800 Teilnehmer fortgebildet Langjährige Pflegedirektorin tritt in den Ruhestand Ulrike Kulot verabschiedet sich nach 30 Jahren - Nachfolgerin ist Beate Schlüter-Rickert - Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel beschäftigt 820 Pflegekräfte und 150 Auszubildende Als Erfolgsmodell für die Region bezeichnete Dr. Markus Freistühler (Foto) die Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Ruhrgebiet (APPH), deren Programm für 2013 jetzt erschienen ist. Gemeinsam mit Dr. Axel Münker wurde Dr. Freistühler erneut zum Vorsitzenden der Akademie gewählt. Seit acht Jahren existiert die APPH bereits in Herne. Über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Medizin, Pflege, Physiotherapie und Seelsorge haben dort ihre Weiterbildung absolviert. Die einzelnen Kurse umfassen je nach Ausrichtung 40 bis 160 Stunden. Ein solcher Umfang ist eher selten und hat vor allem im Bereich der Pflege schon Fachhochschul- Charakter, erklärt Dr. Freistühler. Das Einzugsgebiet der Absolventen ist nicht nur der Bereich Bochum, Über die APPH Ruhrgebiet Dortmund und Herne, sondern reicht bis weit ins Münsterland. Ziel der Akademie ist es, alle Berufsgruppen, die mit Schwerkranken und Sterbenden befasst sind, aus-, fort- und weiterzubilden. Der Schwerpunkt liegt bei der Ausbildung von Krankenpflegenden und Mitarbeitenden in Altenpflegeeinrichtungen. Die APPH ist eine Einrichtung, die seit 2004 Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Palliativmedizin und Hospizarbeit anbietet. Die Qualität der Inhalte richtet sich nach den Vorgaben anerkannter nationaler und internationaler Fachgesellschaften. Eine enge Kooperation besteht mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Bundes- und den Landesarbeitsgemeinschaften Hospiz, der Deutschen Krebshilfe, den Ärztekammern und den zugehörigen Fachverbänden. Mitglieder der APPH sind die Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel, die Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital Herne, die Augusta-Kranken- Anstalt Bochum, der Caritasverband für das Bistum Essen, der Förderverein Palliativstation im Ev. Krankenhaus Herne und Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst, die Katholischen Kliniken Emscher-Lippe, das St. Marien Krankenhaus Ratingen, die Stiftung St. Marien Hospital Lünen und das Universitätsklinikum Essen. Vergleichbare Akademien mit einem ähnlich breiten Angebot finden sich in der Region nur noch in Bonn oder dann in überregionalen Zentren wie München oder Hamburg. Die breite fachliche Anerkennung der APPH spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass Dr. Markus Freistühler in den überregionalen Akademierat der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung in Berlin berufen wurde. Die beiden Vorsitzenden der APPH sind optimistisch, dass dem Lehrangebot der Akademie auch in Zukunft weiter ein wachsendes Interesse entgegengebracht wird. Der Stellenwert der Palliativmedizin hat sich deutlich gewandelt und ist wesentlich mehr ins öffentliche Interesse gerückt. Eine flächendeckende Versorgung mit palliativmedizinischen Angeboten ist inzwischen politisch ausdrücklich gewollt, so Dr. Freistühler. Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Ruhrgebiet Jahresprogramm Am 1. Juni 1982 begann sie als Pflegedienstleiterin im Evangelischen Krankenhaus Herne-Eickel, 1998 übernahm sie zusätzlich das EvK Castrop-Rauxel und als übergeordnete Pflegedirektorin aller drei Standorte der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft verabschiedete sich Ulrike Kulot in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin ist Beate Schlüter-Rickert, bislang Pflegedienstleiterin des EvK Herne. In der Ev. Krankenhausgemeinschaft sind insgesamt 820 Pflegekräfte und 150 Auszubildende beschäftigt. Während ihrer 30-jährigen Tätigkeit hat Ulrike Kulot entscheidende Entwicklungen in der Pflege initiiert und umgesetzt. Stets war sie eine Verfechterin von Partnerschaft und Professionalität in der Pflege. Den Pflegedienst verstand sie als wichtigen Weichensteller für die komplexen Abläufe innerhalb einer Klinik. Ich möchte, dass unsere Patienten eine hochqualifizierte Pflege mit Herz und Verstand erhalten, war ihr Berufs-Motto. Unter ihrer Regie wurde u.a. das wegweisende Bewegungskonzept Ki- Ulrike Kulot (l.) mit Beate Schlüter-Rickert nästhetik, das gezielt die frühe Mobilisierung von Patienten fördert, fester Bestandteil der Pflegetätigkeit. Ebenso wurden auf ihr Bestreben hin entscheidende Maßnahmen zur Patientensicherheit eingeführt, z.b. zur Sturz- oder Dekubitusprophylaxe. Dazu stellte sie die Weichen für eine Anpassung der Pflegeaufgaben an die aktuelle Entwicklung in den Krankenhäusern, in denen auf der einen Seite vermehrt schwerkranke ältere Menschen behandelt werden und auf der anderen Seite die Patienten wesentlich kürzere Aufenthaltszeiten haben. Ein bedeutendes Anliegen der Pflegedirektorin war es auch, die fortschreitende Spezialisierung im Pflegeberuf zu fördern. So kann das Pflegepersonal der Ev. Krankenhausgemeinschaft Zusatzqualifikationen u.a. in den Bereichen Intensiv, Anästhesie-Operationsdienst, Onkologie, Hygiene oder Pflegemanagement erwerben. In Zukunft werden wir eine wesentlich stärkere Differenzierung der verschiedenen Ausbildungswege in der Pflege haben. Es wird Kräfte geben, die einfachere Dienstleistungen durchführen, über die normale Pflege am Bett bis hin zur hochspezialisierten Pflegekraft mit akademischem Hintergrund, prophezeit Ulrike Kulot. Eine logische Konsequenz war der Abschluss eines Kooperationsvertrags der Ev. Krankenhausgemeinschaft mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Privat freut sich die scheidende Pflegedektorin darauf, dass ihr Alltag ruhiger wird. Reisen mit ihrem Mann stehen ebenso auf dem Programm wie Golfspielen und Fotografieren.

5 8 AKTUELLES AKTUELLES 9 EvK Herne rückt in die Forschungs-Liga auf Medizinisches Studienzentrum eingerichtet - Neue Untersuchungsverfahren Seit Januar gibt es am Evangelischen Krankenhaus Herne ein interdisziplinäres medizinisches Studienzentrum. Durch unsere hohe medizinische Kompetenz sind wir gefragte Partner in der patientenorientierten klinischen Forschungsarbeit geworden, erklärt Heinz- Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel. Bislang gab es Studienzentren dieser Art nur an Universitätskliniken. Ziel ist es, Projekte zu betreuen, die der Erforschung neuer Medikamente, Untersuchungsverfahren und Techniken dienen. Die kontinuierliche Einrichtung medizinischer Zentren hatte in den vergangenen Jahren zu einer wachsenden Spezialisierung der Fachkliniken am EvK Herne geführt. Damit einher ging auch eine zunehmende Anerkennung in der medizinischen Fachwelt. Zertifizierungen durch externe Fachgesellschaften, wie z.b. der Deutschen und Medikamente auf dem Prüfstand Krebsgesellschaft, bestätigten auch offiziell die hohe Qualität der angebotenen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Leistungen. Insgesamt weist das EvK Herne bislang 14 zertifizierte Fachzentren auf: Kompetenzzentrum für Thoraxchirurgie, Lungenkrebszentrum, Darmkrebszentrum, Adipositaszentrum, Beckenbodenzentrum, Traumazentrum, Diabeteszentrum, Stroke Unit, Thoraxzentrum, Schlaflabor, Gefäßzentrum, Kompetenzzentrum für Koloproktologie, Zentrum für minimalinvasive Chirurgie und Kompetenzzentrum für endokrine Chirurgie. Die hohe medizinische Kompetenz des EvK hat immer wieder dazu geführt, dass renommierte Pharmaunternehmen die entsprechenden Fachkliniken als Forschungspartner gewinnen wollten. Durch die Einrichtung eines Studienzentrums sind nun die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen worden. Aufgabe von Studien-Koordinatorin Annika Machleit-Ebner ist es, dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen Annika Machleit-Ebner für die verschiedenen klinischen Studien erfüllt sind. Das fängt an bei der Überprüfung durch eine unabhängige Ethikkommission der Ärztekammer, geht über die Organisation von Abläufen bis hin zur anonymisierten Dokumentation von Patientendaten. Große Baumfällaktion im Krankenhausgarten Morsche Pappeln müssen aus Sicherheitsgründen abgeholzt werden - Man wollte kein Risiko eingehen, deshalb fielen jetzt rund 30 Pappeln im Garten des EvK Herne der Kettensäge zum Opfer. Die Bäume waren altersbedingt so morsch, dass die Gefahr herabstürzender Äste zu groß war. Gärtner und der Baumbeauftragte der Stadt Herne hatten die Bäume begutachtet und waren einhellig zu dem Schluss gekommen, dass die Pappeln unverzüglich gefällt werden müssen. Vor allem für die Kindertagesstätte stellte der morsche Baumbestand eine Gefahr dar. Ob für die gefällten Bäume Ersatz gepflanzt wird, steht noch nicht fest. Die Pappeln waren zwischen 30 und 40 Jahre alt. Gefahr für die Kindertagesstätte Genuss und Information ein Tag für die Frau EvK-Frauenklinik öffnete die Pforten Verwöhnangebote und persönliche Gesundheitsberatung Bevor der große Weihnachtsstress einsetzte, lud die Frauenklinik unter Leitung von Chefärztin Luljeta Korca am Evangelischen Krankenhaus Herne zu einem Genuss- und Informations-Tag ein. Am 1. Dezember standen alle Frauen im Mittelpunkt, die es sich gut gehen lassen wollten. Sie wurden mit verschiedenen Wellness-Angeboten verwöhnt, hatten aber auch die Chance, sich über das Behandlungsspektrum der Klinik zu informieren oder bei einzelnen medizinischen Fragestellungen das persönliche Gespräch mit den Ärztinnen und Therapeutinnen zu suchen. Zu den Wellness-Angeboten gehörten eine professionelle Hautund Haaranalyse, Schminkberatung und Maniküre, Hand- und Rückenmassage sowie Aromatherapie. Die Besucherinnen standen zeitweise Schlange, um sich verwöhnen zu lassen. Eine Tombola, deren Erlös an die Palliativstation des EvK ging, lockte ebenfalls mit vielen Preisen zum Thema Pflege und Genuss. Etwas zu lachen gab es, als die Herner Karikaturistin Stephanie Albers ihren Bleistift spitzte und mit wenigen Strichen in Handumdrehen Porträts von den Besucherinnen anfertigte. Wer eher an medizinischer Aufklärung interessiert war, konnte sich Ultraschalldemonstrationen anschauen und die Simulation einer Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt. Denn soweit es die medizinische Indikation erlaubt, werden in der Frauenklinik des EvK Herne chirurgische Eingriffe vornehmlich per Laparaskopie, d.h. durch lediglich knopflochgroße Einschnitte vorgenommen, was eine deutlich geringere körperliche Belastung für die Patientinnen bedeutet. Den ganzen Tag über liefen dazu Kurzvorträge zu den Themen Blutungsstörungen der jungen Frau, Möglichkeiten und Grenzen der Bauchspiegelung, Wechseljahresbeschwerden, Blasenprobleme und die guten Möglichkeiten eines Beckenbodentrainings. Welche Kräuter bei klassischen Frauenleiden Erleichterung bieten, stellte Annette Groteloh vor, Leiterin der Zentralapotheke der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft. Neben Informationen über eine gesunde Ernährung durch Diätküchenleiterin Brigitte Höffelmann gab es zum Verwöhnen frisch gebackene Waffeln. Kleine Besucher hatten ihren Spaß an Clown Beppo und seinen originellen Luftballontieren.

6 10 AKTUELLES AKTUELLES 11 Ausgelassene Partystimmung bis zum frühen Morgen Jubiläumsjahr des EvK Herne schließt mit Gottesdienst und Tanz - Über 800 Gäste feierten im Kulturzentrum Krankenhaus-Geburtstag und Rezertifizierung Ein ereignis- und veranstaltungsreiches Jahr liegt hinter den Mitarbeitenden des Evangelischen Krankenhauses Herne. Es fand seinen Abschluss mit einem nachdenklich stimmenden Festgottesdienst in der Kreuzkirche und einer ausgelassenen Party am Abend. Bis 2 Uhr nachts tanzten die Gäste und nutzten die Chance, ausgiebig miteinander zu plaudern und den stressigen Krankenhausalltag einmal beiseitezuschieben. Belastung und Überlastung war das Thema des Festgottesdienstes in der Kreuzkirche, den die Seelsorgerinnen Katharina Henke und Gabi Stückemann gemeinsam mit dem Theologischen Direktor Frank Obenlüneschloß gestaltet hatten. Es ging um die Schwierigkeit, sich abzugrenzen, einmal nein zu sagen und deutlich zu machen, wenn der eigene Kräfte-Vorrat längst aufgebraucht ist. Dass dies wichtig und völlig legitim ist, sei es am Arbeitsplatz oder auch privat, das wurde im Gottesdienst auch durch die biblische Geschichte von den törichten und den klugen Jungfrauen noch einmal veranschaulicht. Einkehr und Innehalten - dies thematisierte Superintendent Reiner Rimkus in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzeder, als er zu Beginn der Party im Kulturzentrum die Mitarbeitenden der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel willkommen hieß und ihnen für ihre engagierte Arbeit dankte. Dank gab es auch von Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter - für die gelungene KTQ-Rezertifizierung 2011 und die Zertifikate in den Bereichen Arbeitsschutz und Diabetologie. Nach einem kurzen Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2012 hieß es dann: Es ist Partyzeit! Rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen und von allen drei Standorten ließen sich nicht lange bitten. Nach dem Essen konnten es die ersten kaum erwarten bis Discjockey Benedikt von Randow das Tanz-Signal gab. Danach gab es kein Halten mehr und nicht einen Moment, in dem es auf der Tanzfläche leer war. Um zwei Uhr morgens hieß es schließlich: Die Party ist vorbei. Das nächste große Fest wird spätestens 2017 steigen. Denn dann feiert das EvK Castrop-Rauxel seinen 125. Geburtstag.

7 12 MEDIZIN MEDIZIN 13 Unterschenkelamputationen vermeiden 7. Angiologisches Symposium am EvK Castrop-Rauxel stellt Ärzten neue Therapiemöglichkeiten vor Über Patienten jährlich wird der Unterschenkel oder sogar der Oberschenkel amputiert. Von den Betroffenen sind 70 Prozent Diabetiker. Eine solche Amputation ist vermeidbar, sagt Dr. Jürgen Jahn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel (Foto). Beim 7. Angiologischen Symposium im EvK wurden Behandlungsoptionen der krankheitsbedingten Minderdurchblutung der Füße vorgestellt, die eine Amputation verhindern können. Hauptgrund für eine fehlende Wundheilung und Wundschmerzen, für die es keine Behandlungsmöglichkeiten mehr gibt, ist eine eingeschränkte arterielle Durchblutung. Hilfe bietet ein gefäßchirurgischer Eingriff oder eine Intervention. Kompliziert werden diese jedoch, wenn die für den Eingriff erforderlichen Anschlussgefäße in dem betroffenen Bereich fehlen. Welche Therapiemöglichkeiten zur Vermeidung einer Amputation es trotzdem noch gibt, das wurde auf der Tagung erläutert. Das 7. Angiologische Symposium wurde organisiert von Dr. Jürgen Jahn und Dr. Shoaeddin Damirchi, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am EvK Herne. Gemeinsam leiten sie das Gefäßzentrum Herne Castrop-Rauxel. Spezialisten-Team mit neuem Konzept Prof. Dr. Eckhard Müller übernimmt Leitung der Anästhesiologie im EvK Herne-Mitte Mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Klinik-Konzept hat Prof. Dr. Eckhard Müller (Foto) seine Position als Chefarzt im Evangelischen Krankenhaus Herne-Mitte angetreten. Der bisherige Schwerpunkt der Anästhesiologie, akuten Notfallmedizin und Intensivmedizin wird unter seiner Regie zur Zeit um einen weiteren Schwerpunkt ausgebaut: die multimodale Schmerztherapie. Mit der Übernahme der Chefarzt-Position am EvK Herne-Mitte erweitert Prof. Müller seinen bisherigen Tätigkeitsbereich als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Standort Herne-Eickel, wo er bereits seit 1. Juli 2008 erfolgreich tätig ist. In Eickel baute Prof. Dr. Müller vor fünf Jahren ein hochspezialisiertes Team auf, das im Thoraxzentrum Ruhrgebiet die komplexe Aufgabe der Anästhesie bei chirurgischen Eingriffen an der Lunge wahrnimmt. Sein erfolgreiches Konzept will er nun auch auf Herne-Mitte übertragen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Eckhard Müller haben 5 neue Oberärztinnen und Oberärzte Einzug an der Wiescherstraße gehalten, ein weiterer wird zum 1. April 2013 das Team verstärken. Kontinuierlich steigende Patientenzahlen in den chirurgischen Kliniken des EvK haben eine Vergrößerung des Teams erforderlich gemacht. Alle 6 sind ehemalge Weggefährten bzw. Schüler des Chefarztes und kommen aus den Universitätskliniken Langendreer und dem Bergmannsheil. Mit der Aufstockung des Ärzteteams einher geht auch eine Erweiterung des Behandlungsspektrums der Klinik. Ab 1. Mai wird es am EvK Herne eine multi-modale Schmerztherapie geben. Sie richtet sich an Patienten, die z.b. unter chronischen Rückenschmerzen oder unter Amputationsschmerzen leiden. Die Behandlung wird stationär erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Neurologen, Radiologen und Physiotherapeuten. Prof. Dr. Eckhard Müller, Fon Wir wollen die Entwicklung vorantreiben Ev. Krankenhausgemeinschaft veranstaltet 3. Hygienetag Experten nehmen Angst der Patienten vor MRSA ernst Die Angst, sich im Krankenhaus einen multiresistenten Erreger zuzuziehen, sitzt tief. Erst kürzlich hat eine Studie ergeben, dass diese Furcht bei den Patienten mit 77 Prozent deutlich größer ist als der Zweifel an den medizinischen Fähigkeiten der behandelnden Ärzte. Dieser Sorge trägt die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel seit vielen Jahren Rechnung. Umfassende Hygienemaßnahmen und vor allem eine intensive Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter haben deutliche Zeichen gesetzt, betonte Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft. Dazu gehört auch der Hygienetag, der mittlerweile zum dritten Mal im Evangelischen Krankenhaus Herne stattfand und sich sowohl an interne als auch an externe Fachkräfte aus dem ärztlichen und pflegerischen Bereich richtete. Organisiert wurde die hochkarätig besetzte Veranstaltung von dem Vorsitzenden der Hygiene-Kommission der Ev. Krankenhausgemeinschaft und Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Prof. Dr. Eckhard Müller. Sein Ziel ist es, durch eine umfassende Informationspolitik Entwicklungen frühzeitig zu erfassen, um so schnell wie möglich reagieren und entsprechende Maßnahmen im Krankenhausalltag umsetzen zu können. Vor diesem Hintergrund berichtete Dr. Inka Daniels-Haardt vom nordrheinwestfälischen Landeszentrum Gesundheit, was aus Sicht des Landes auf die Kliniken zukommen wird, um einen wirksamen Schutz vor multiresistenten Erregern zu erreichen. Dagmar Ziegler und Dr. Christof Alefelder vom Helios-Klinikum Wuppertal stellten vor, welche Maßnahmen in privaten Kliniken gegen MRSA laufen. Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft gehört zu den Vorreiterrn auf dem Weg zu einer optimalen Krankenhaushygiene. So gibt es bereits seit längerer Zeit ein routinemäßiges MRSA-Screening bei allen stationären Patienten sowie risikoadaptierte Isolierungsmaßnahmen. Darüber hinaus hat sich in der Ev. Krankenhausgemeinschaft ein fachgruppenübergreifender Antibiotika-Beraterservice gegründet aus fünf Chefärzten, der Leiterin der Zentralapotheke und Prof. Sören Gatermann von der Abteilung Oben: Prof. Dr. Eckhard Müller Links: Heinz-Werner Bitter für Medizinische Mikrobiologie der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Dr. Müller: Es ist unser Wunsch, im Sinne unserer Patienten auch weiter eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Hygiene zu spielen. Deshalb werden wir stets versuchen, aus eigenem Antrieb die Entwicklung voranzutreiben und nicht abwarten bis es zu Gesetzesvorgaben kommt. Weitere Informationen: Chefarzt Prof. Dr. Eckhard Müller EvK-Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Fon 02323/ (Sekretariat)

8 14 MEDIZIN MEDIZIN 15 Schrittmacher vertreibt Sodbrennen Chef-Chirurg Dr. H. G. Schulz bietet am EvK ein bundesweit bislang einzigartiges OP-Verfahren an Sodbrennen oder auch Reflux ist ein Leiden, das vielen Menschen schon den Gedanken an Essen und Trinken vergällt. Magensäfte, die nach jeder Mahlzeit ein unerträgliches Brennen in Hals und Speiseröhre auslösen, machen das Leben zur Qual. EndoStim ist der Name eines neuen OP-Verfahrens, das hier Abhilfe schaffen kann. Dr. Henning G. Schulz, Chefarzt der Klinik für Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel (Foto), ist der erste Mediziner in Deutschland, der diese Therapie anbietet. Aus meiner Sicht ist dieses System eine echte Sensation, da es die Selbstregeneration des Körpers ermöglicht, sagt Dr. Schulz. Denn durch EndoStim wird der Muskel, der für den unangenehmen Rückfluss der sauren Magen- säfte in Rachen- und Mundraum verantwortlich ist, so trainiert, dass er nach rund 6 Monaten seine Schließfunktion wieder ausüben kann. Bisherige Erfahrungen mit dem System zeigen, dass über 90 Prozent der Patienten nach dem Eingriff ihre Medikamenteneinnahme komplett aussetzen konnten. Nur 40 Minuten braucht Dr. Henning G. Schulz, um den EndoStim per Schlüssellochchirurgie zu implantieren. Zwei feine Elektroden werden in dem Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang eingesetzt. Der Impulsgeber selbst, d.h. der Schrittmacher, wird in der Bauchdecke unter der Haut implantiert. Von diesem Schrittmacher aus wird den Elektroden Strom zugeführt, der mit schwachen elektrischen Impulsen für eine Kräftigung des Schließmuskels sorgt. Der Schrittmacher ist für einen normalgewichtigen Patienten nicht spürbar. Mit seinen Maßen - 47 mm breit, 59 mm lang und 9 mm dick - ähnelt er einem Herzschrittmacher. Die Batterieleistung des Geräts hält 10 Jahre. Es gibt erste Hinweise, dass der Schließmuskel nach einigen Monaten Muskeltraining durch die Stimulation so viel eigene Kraft entwickelt, dass er auch ohne elektrische Impulse wieder normal funktioniert. Dr. Henning G. Schulz, Tel / , Forschungserfolge machen MS-Kranken Hoffnung EvK-Neurologen laden zur Informationsveranstaltung über Multiple Sklerose für Patienten und Ärzte ein Altenpflege. Pflegedienst. Krankenpflege Diakonie Häusliche Pflege in guten Händen Ihr kompetenter Partner in Häuslicher Kranken- und Altenpflege: Diakoniestation Herne Castrop-Rauxel Biesenkamp Altenhöfener Str Dorstener Str Herne Castrop-Rauxel Herne Tel.: Diakoniestation Wanne-Eickel Dorstener Str Herne Tel.: Tagespflege Crange Tel.: Diakoniestation Castrop-Rauxel Biesenkamp Castrop-Rauxel Tel.: diakonie-castrop.de Wer an Multipler Sklerose erkrankt, muss nicht zwangsläufig im Rollstuhl enden. Mit diesem gängigen Vorurteil möchte Dr. Jürgen Andrich, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Herne, aufräumen. Die moderne Therapie bietet inzwischen sehr gute Chancen, die Krankheit einzudämmen. Um diese neuen Behandlungsmöglichkeiten ging es bei einer Informationsveranstaltung, die Dr. Andrich gemeinsam mit seinem Oberarzt Dr. Lars Keller für Patienten und Mediziner im EvK Herne anbot. Vor allem junge Menschen um die 20 erkranken an Multipler Sklerose. Eine breite Palette von neurologischen Symptomen wie Empfindungsstörungen, Sehstörungen oder Lähmungen weist auf die Krankheit hin. Hier gilt es, eine besondere Sensibilität aufzubringen, um schnell reagieren zu können. Denn je früher die Krankheit erkannt wird desto besser sind die Möglichkeiten der Hilfe. In den vergangenen zwei Jahren sind viele neue und effektive Medikamente auf den Markt gekommen. In diesem kurzen Zeitraum hat sich mehr getan als in den fünfzig Jahren davor, erklärt Dr. Keller. Diese Entwicklung, die auch für den Bereich der Diagnostik gilt, war Thema der Veranstaltung im EvK Herne. Vorgestellt wurden aber nicht nur neue Therapiemöglichkeiten, sondern auch Trends in der Forschung. Angesichts der aktuellen Entwicklung setzen wir große Hoffnung in die nächsten Jahre. Aus meiner Sicht wird sich sehr viel tun und uns in der Behandlung der Multiplen Sklerose einen großen Schritt weiter nach vorn bringen, prophezeit Dr. Andrich. Außerdem wurde bei der Veranstaltung ein Begleitsymptom der Multiplen Sklerose besonders hervorgestellt: Blasenfunktionsstörungen. Rund zwei Drittel der MS-Patienten leiden unter Harnproblemen. Zu Beginn der Krankheit sind die Störungen kaum wahrnehmbar. Aber im Laufe der Zeit nehmen die Blasenprobleme zu und bedeuten eine massive Belastung für die MS-Patienten. Welche Hilfsmöglichkeiten es gibt, war ebenfalls Thema der Veranstaltung. Weitere Informationen: EvK Herne Klinik für Neurologie Dr. Jürgen Andrich/Dr. Lars Keller 02323/ Anzeige

9 16 MEDIZIN MEDIZIN 17 EvK-Neurologe: Parkinson-Begleitsymptome finden zu wenig Beachtung Gemeinsames Symposium für Fachleute und Betroffene - Künstliche Paradiese Neue Erkenntnisse über die Ursachen der Parkinson-Erkrankung Traditionell bringen Laien, aber auch Mediziner Zittern, Steifigkeit der Gelenke und verlangsamte Bewegungen mit der Parkinson- Erkrankung in Verbindung. Tatsächlich existieren aber auch noch viele andere Begleiterscheinungen, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinflussen. Mit diesen Symptomen setzt sich eine Tagung auseinander, die Dr. Jürgen Andrich (Foto), Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Herne veranstaltet hat. Dazu eingeladen waren sowohl Mediziner als auch Betroffene. Mir war es wichtig, beide Gruppen zusammenzubringen, um beiden gleichermaßen die Bedeutung dieser Symptomatik bewusst zu machen, so Dr. Andrich. Zu den Begleiterscheinungen gehören vor allem Schlaf- und Verdauungsstörungen sowie Riechstörungen. All diese Probleme sind Teil des Krankheitsbildes. Denn die Parkinson-Erkrankung betrifft auch die Organe und verursacht Nervenstörungen, die die Tätigkeit des jeweiligen Organs beeinträchtigen. Dort kann es ebenso zu einer Versteifung der Muskulatur kommen wie beim Bewegungsapparat. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommen außerdem massive psychische Probleme hinzu - Gedächtnisstörungen, Depressionen oder Halluzinationen. Weitere betroffene Bereiche sind das Herz-Kreislauf-System und die Sexualität. Da diese Begleitsymptome schon Jahre oder manchmal auch Jahrzehnte vorher auftreten können, hat das inzwischen zu der neuen Hypothese geführt, dass die Parkinson-Erkrankung nicht im Hirn beginnt, sondern im Darm oder Riechorgan und dass sie von dort aus ins Hirn wandert, erklärt der Chefarzt. Die erst seit nicht ganz zwei Jahren existierende neue Theorie war auch Thema der Tagung. Denn diese Erkenntnis beinhaltet die Chance, einen Patienten wesentlich früher auf Parkinson zu untersuchen, um so auch deutlich früher mit der Behandlung einsetzen zu können. Denn je früher wir mit der Therapie beginnen desto größer ist die Chance, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Ein ganz spezielles Begleitsymptom, dem auf dem Symposium besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, ist die Schluckstörung. Sie tritt im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson- Erkrankung auf und beginnt meist mit scheinbar harmlosem Verschlucken. Hier stellte ein Experte die neuesten Diagnostik- und Therapiemethoden vor, die für die betroffenen Patienten einen entscheidenden Einfluss auf ihre Lebensqualität haben können. Alkohol-, Medikamenten- und Drogensuchterkrankungen standen im Mittelpunkt des 13. Castrop-Rauxeler Gesprächspsychotherapie-Symposiums im Evangelischen Krankenhaus an der Grutholzallee. Gesellschaftliche Entwicklungen, wie z.b. wachsender Leistungsdruck bei oft unsicheren sozialen oder persönlichen Verhältnissen führen dazu, dass gerade junge Menschen immer häufiger zu Drogen, Alkohol oder berauschenden Medikamenten greifen, um damit in künstliche Paradiese zu flüchten. Allein im Suchttherapiezentrum der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am EvK wurden 2011 über 700 Suchtkranke behandelt. Wichtig ist, dass der Betroffene eine möglichst umfassende Diagnostik und Behandlung erhält, erklärt Oberärztin Dr. Annette Jessinghaus, die gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik, Prof. Dr. Udo Bonnet, das Symposium Künstliche Paradiese organisiert hatte. Eine Suchterkrankung könne man nie isoliert betrachten. Meist gehe sie einher mit Problemen in der Familie, im Beruf oder auch mit anderen Erkrankungen wie z.b. Depression oder Angststörungen. Deshalb sei es entscheidend, nicht nur eine Drogenentgiftung vorzunehmen, sondern sich auch mit den anderen Problemen zu befassen. Dr. Jessinghaus: Darum ist die enge Kooperation unseres Suchttherapiezentrums mit der salus klinik als medizinischer Rehabilitationseinrichtung für Menschen mit Drogenabhängigkeit eine glückliche Lösung für Patienten in unserer Region. Gegenstand des Symposiums war der Stellenwert der Gesprächspsychothera- pie in der schwierigen Behandlung von Suchtkranken und deren psychischer Folge- und Begleiterkrankungen. Dabei wurden nicht nur verschiedene Therapieformen vorgestellt und diskutiert, sondern auch Medikamente, die zur medizinischen Behandlung eingesetzt werden können. Workshops am Nachmittag boten den Tagungsteilnehmern die Chance, die beschriebenen Therapieformen auch praktisch kennenzulernen. Alkohol, süchtig machende Medikamente oder Drogen werden in allen sozialen Gruppen und Altersstufen kon- Anzeige sumiert. In den letzten Jahren kommen immer häufiger auch jüngere Menschen mit einer schweren Suchterkrankung von Marihuana und sogenannten Partydrogen zu einer stationären Entgiftungsbehandlung in das Suchttherapiezentrum am EvK. Je früher der Erstkonsum und die Suchterkrankung im Leben eines Menschen einsetzen desto ausgeprägter und nachhaltiger sind die psychosozialen Folgeschäden und Begleiterkrankungen, die zusätzlich behandelt werden müssen, fasst Prof. Dr. Udo Bonnet (Foto) das Grundproblem zusammen. Gesundheits- und Rehabilitations-Sportzentrum Der Verein bietet Präventionskurse und Rehabilitationssport sowie Kurse vor und nach der Geburt in den evangelischen Krankenhäusern Herne und Castrop-Rauxel an. Präventionskurse Wirbelsäulengymnastik Nordic-Walking Wirbelsäulengymnastik im Wasser Aquajogging Pilates Beckenbodentraining Progressive Muskelentspannung Rehabilitationssport Rücken- und Gelenkbeschwerden (trocken und im Wasser) Herzerkrankungen Diabetes Osteoporose Gefäßerkrankungen Atemwegserkrankungen Beckenbodenschwäche Parkinson Adipositas Rund um die Geburt Geburtsvorbereitungskurse Hebammensprechstunde Schwangerenschwimmen Rückbildungsgymnastik Babymassage Babyschwimmen Spiel- und Krabbelgruppen Still-Café Sonstige Kurse Yoga Tanztherapeutisches Angebot Einradfahren Info und Anmeldungen: ReVital e.v. Wiescherstraße 24, Herne Telefon Unsere Broschüren liegen auch in den Krankenhäusern aus! Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

10 18 MEDIZIN MEDIZIN 19 Lungenspezialisten rücken älteren Patienten in den Mittelpunkt 5. Thoraxsymposium präsentiert Fachleuten neueste Therapiemöglichkeiten Aufklärung und Vorsorge verhindern Fußamputationen Zertifiziertes Diabeteszentrum am EvK bietet Schulung und Therapie - Eigene Diabetesstation - Neue Räumlichkeiten Die Behandlung des älteren Menschen ist das Medizin-Thema der Zukunft, sagt Dr. Erich Hecker, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Herne. Es stand im Mittelpunkt des 5. Thoraxsymposiums, zu dem das Team des Thoraxzentrums Ruhrgebiet rund 180 Experten aus dem gesamten Bundesgebiet in der Zeche Holland in Bochum begrüßen konnte. Noch vor 20 Jahren ist ein Patient, der älter als 70 Jahre alt war, bei onkologischen Erkrankungen nicht mehr operiert worden. Heute gibt es keine Altersgrenze mehr für aufwändige chirurgische Verfahren. Zum einen ist ein 75-Jähriger heute wesentlich vitaler als früher. Zum anderen hat sich die Medizin so rasant entwickelt, dass sie inzwischen deutlich bessere Therapiebedingungen bietet. Noch vor wenigen Wochen haben die Thoraxchirurgen am EvK mit Erfolg einen Eingriff an einem 98-jährigen Patienten durchgeführt. Dass dies so möglich ist, ist zurückzuführen auf mehrere Faktoren. An erster Stelle stehen die immensen Fortschritte, die Anästhesie und Intensivmedizin in den letzten Jahren gemacht haben. An zweiter Stelle kommen die extrem präzisen diagnostischen Möglichkeiten, die die Pneumologie, d.h. die Lungenheilkunde, heute vorweisen kann. Dadurch sind wir in der Lage, das Risiko und die Folgen eines solchen Eingriffs an der Lunge viel genauer zu berechnen, sagt Dr. Erich Hecker. Der dritte positive Aspekt ist, dass die Thoraxchirurgen mehr als 60 Prozent ihrer Eingriffe auf minimalinvasivem Wege, d.h. per Schlüssellochchirurgie durchführen. Das bedeutet für die Patienten eine wesentlich geringere Belastung und einen kürzeren Genesungsprozess. Liegt ein bösartiger Lungentumor vor, so schließt sich ebenso wie bei jüngeren Patienten eine Chemo- oder Strahlentherapie an. Denn auch diese steht heute - als vierter Punkt - in keinem Verhältnis zu der Therapie vor 15 Jahren. Anstatt der Chemotherapie können heute vielfach Tabletten zielgerichtet gegen den Tumor eingesetzt werden. Bei der Strahlentherapie kann das Strahlenfeld auf wenige Millimeter genau auf den Tumor beschränkt werden, wo früher noch der gesamte Lungenlappen behandelt wurde. Eine solch differenzierte Therapie können jedoch nur Lungenkrebs- und Thoraxzentren anbieten. Nur dort befinden sich in einem Team alle entsprechenden Experten, erklärt Dr. Erich Hecker. Das Thoraxzentrum Ruhrgebiet ist eines von bundesweit nur sieben Einrichtungen mit einer Doppelzertifizierung als Lungenkrebszentrum und als Thoraxzentrum. Im vergangenen Jahr wurden von dort rund Patienten stationär und ambulant behandelt. Die beiden nächsten Zentren mit einer solchen Doppelqualifikation befinden sich in Essen und in Osnabrück Ein weiteres Thema des Symposiums war die Lungenvolumenreduktion. Hier geht es um Patienten, deren Lunge aufgrund einer chronischen Bronchitis (COPD) so überbläht ist, dass das gesunde Gewebe zusammengepresst und immer funktionsärmer wird. Dies führt zu Atemnot. Welche Möglichkeiten es medikamentös, endoskopisch oder chirurgisch gibt, die erkrankten Bezirke zu verkleinern, um das noch funktionsfähige Gewebe zu entlasten, wurde im Rahmen der Tagung vorgestellt und diskutiert. Über allen Verfahren steht jedoch stets die Sicherheit der Patienten. Deshalb gehörte auch ein Vortrag zum Risikomanagement zum Tagungsprogramm. Vorbild der Mediziner ist die Luftfahrt mit ihrem extrem hohen Sicherheitsanspruch. Dr. Erich Hecker Klinik für Thoraxchirurgie Thoraxzentrum Ruhrgebiet Ev. Krankenhaus Herne Prävention und Aufklärung lautete das Motto des diesjährigen Weltdiabetestags. Für das Team des Diabeteszentrums (Foto) am Evangelischen Krankenhaus Castrop- Rauxel unter der Leitung von Chefarzt Dr. Holger Gespers ein wichtiges Signal an alle Menschen mit einem Diabetes mellitus. Ein hoher Blutzucker tut nicht weh, kann aber schlimme Folgeerkrankungen nach sich ziehen, wenn er nicht erkannt oder nicht richtig medikamentös eingestellt wird, sagt Oberärztin Dr. Stefanie Conradi, Diabetologin und Endokrinologin am EvK. Das Diabeteszentrum am EvK ist eine durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft und den Bundesverband Klinische Dabetologie zertifizierte stationäre Behandlungseinrichtung für Patienten mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes mellitus. In neu eingerichteten Behandlungsund Schulungsräumen finden Therapie, Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen statt. Durch eine intensive Zu- sammenarbeit mit den Patienten, ihren Hausärzten und unserem Gefäßzentrum verfolgen wir als wichtigstes Ziel, die Verhinderung von Fußamputationen als Folge eines Diabetes mellitus, sagt Chefarzt Dr. Holger Gespers. Deutschlandweit werden jährlich über Fußamputationen vorgenommen, davon ca. 70 Prozent bei Patienten mit Diabetes mellitus. Eine Zahl, die aus Sicht von Dr. Conradi viel zu hoch ist und eigentlich nicht sein müsste. Neben einer optimalen Einstellung des Blutzuckers komme es darauf an, regelmäßig die Füße zu kontrollieren. Gibt es bereits eine Wunde am Fuß, was Diabetiker aufgrund einer oftmals mit der Zuckererkrankung einhergehenden Nervenstörung nicht spüren können, kommt es darauf an, diese Wunde optimal zu versorgen, damit sie heilt und sich nicht vergrößert. Ein professionelles Wundmanagement, das auf chronische Wunden spezialisiert ist, garantiert eine stadiengerechte Wundversorgung, um den Risiko-Fuß zu schützen. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch eine professionelle medizinische Fußpflege (Podologie) sowie durch eine individuelle Schuhversorgung durch einen orthopädischen Schuhmachermeister, der für den betroffenen Patienten von der Maßeinlage bis hin zum Maßschuh ein optimales Schuhwerk anfertigt. Ebenfalls zu einer optimalen Versorgung eines Diabetes mellitus gehört eine differenzierte Ernährungsberatung. Bereits auf der Diabetesstation direkt am Patientenbett beginnt die Aufklärung durch Diätassistentinnen und Diabetesberaterinnen. Wichtig ist es, gemeinsam mit dem Patienten zu schauen, wie er seine Ernährungsgewohnheiten umstellen kann, ohne an Lebensqualität zu verlieren. Auch dies ist ein wichtger Baustein, um für einen stabilen Blutzuckerspiegel zu sorgen und damit Folgeerkrankungen zu vermeiden, sagt Diabetesberaterin Angela Riedel. Diabetesberatung EvK Castrop-Rauxel Fon

11 20 MEDITATION PFLEGE 21 Gemeinsam können wir es schaffen Mittwochabend - Abend im Oktober Wie so oft sitzen Männer und Frauen auf jeden Fall die Fußballbegeisterten aus dem Pott - vor dem Fernseher. Es spielt Real Madrid gegen den BVB Dortmund. Da kann man schon ein spannendes Spiel erwarten. Wer wird Sieger, Gewinner der Partie? Wer ver-liert? Vielleicht gibt es im besten Fall ein Unentschieden. Jürgen Klopp, der BVB-Trainer, am Spielfeldrand, ist gut drauf, vorsichtig zuversichtlich, Wir sind gut vorbereitet, unsere Mannschaft ist toll, wir können das schaffen. Wie so oft im Fußball sind auch heute Spieler erkrankt, fehlen alte Hasen und junge Hoffnungsträger. Klopps Optimismus auf eine gute Chance, der Glaube an das Potential seiner Mannschaft sind dennoch ungebrochen. Beeindruckend! Zeitgleich sitze ich als Beraterin/Supervisorin mit einem Team der Ev. Krankenhausgemeinschaft zusammen. (Sogar die Fussballfans unter den Mitarbeitenden haben sich heute hierhin aufgemacht Toll!) Auch bei uns geht es um vergleichbare Fragen: Wann haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Teams das Gefühl, die Einschätzung, oder sogar die Gewissheit, Erfolg zu haben mit ihrem Einsatz, ihrer Arbeit? Wie kann hier das Training der Mannschaft aussehen? Und welche Führungskraft hat genug Begeisterungsfähigkeit, um so oft wie nötig, so intensiv und so beständig ihre Mitarbeitenden zu motivieren? Eine/r allein kann das beim besten Willen gar nicht schaffen. Auch Jürgen Klopp braucht so wie unsere Mitarbeitenden für den Erfolg seiner Mannschaft im Hintergrund und als Rahmenbedingung, etliche Co- Trainer, einen wohlwollenden Vorstand, einen cleveren Geschäftsführer, ein gutes Management. Und überhaupt: Wer hat sich den Begriff Führungskraft einfallen lassen? Was haben Sie als Leserin und Leser dieser Zeilen überhaupt mit diesem Thema zu tun? Gott sei Dank oder Schade: Die meisten trainieren keinen so hochkarätigen Verein. Gibt es in Ihrem, gibt es in meinem Leben Begeisterung? Begeisterung, die sich mit Menschen verbindet und der festen Überzeugung: Das ist meine Mannschaft. Die ist toll. Wir können was schaffen. Im schlimmsten Fall sogar trotz langer Krankheiten und trotz mancher Ausfälle. Früher, als ich noch jung war, als in der Firma noch alles in Ordnung war, als ich noch laufen konnte, als mein Mann noch lebte, als ich noch Arbeit hatte, als die netten Nachbarn hier noch wohnten Und jetzt? Ostern denken wir an den Garten Gethsemane. Jesus bittet seine Jünger zu wachen und wach zu bleiben, während er seinen Verrat erwartend beten will. Sie tun es nicht! Sie schlafen ein. Offenbar sind sie mit seinen Vorstellungen und Erwartungen überfordert. Vielleicht haben sie auch nicht verstanden, wozu das gut sein soll. In diesem Moment würde er wohl kaum sagen: Wir sind gut vorbereitet, meine Mannschaft ist toll, wir können das schaffen. Und doch hat s funktioniert. Irgendwie muss er daran geglaubt haben, dass seine Mannschaft es schaffen kann mit seinem Auftrag - damals und heute, rund 2000 Jahre später. Begeistert und überzeugt sein von der eigenen Mannschaft in 2013 das könnte heißen: Enkel aufwachsen sehen und begleiten, den alten Eltern Abbitte tun - sie haben ihr Möglichstes für uns getan -, den (erwachsenen) Kindern Anerkennung zollen für ihre Leistungen, dem Unternehmen die Treue halten, die Arbeit der verschiedenen Berufsgruppen und Abteilungen würdigen, den Einsatz der Ehrenamtlichen wertschätzen, dankbar werden für weitere Unterstützung, die Vereinskollegen nach langer Zeit wieder anfeuern, in der Kapelle eine Kerze anzünden. Klar ist, Sie und ich wir werden dieses Jahr keinen Pokal gewinnen und keine Champions League. Vielleicht aber eine kleine, besondere Meisterschaft mit und für unsere Mannschaft. Britta Schallnus Supervisorin, Ev. Krankenhausgemeinschaft Das Ansehen der Pflege stärken Neue Pflegedienstleitung am EvK Herne Stefanie Eisenberg löst Beate Schlüter-Rickert ab Nachdem Beate Schlüter-Rickert die Nachfolge von Ulrike Kulot als Pflegedirektorin der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel angetreten hat, ging der Staffelstab der Pflegedienstleitung für die beiden Standorte des Evangelischen Krankenhauses Herne an Stefanie Eisenberg weiter. Die Essenerin war vorher als Pflegemanagerin am Evangelischen Krankenhaus Oberhausen tätig. Stefanie Eisenbergs berufliche Wurzeln liegen in der Kinderkrankenpflege. Sie ist examinierte Kinderkrankenschwester mit der Fachweiterbildung zur Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie. Später kam auch noch ein berufsbegleitendes Studium hinzu, das sie erfolgreich als Bachelor of Business Administration abschloss. Ursprünglich wollte ich mich gar nicht so sehr mit betriebswirtschaftlichen Themen befassen, doch sehr bald habe ich gemerkt, wie sehr mir dieses Studium half, Finanzierungszusammenhänge und Verwaltungszwänge im Krankenhausalltag zu erkennen, sagt die neue Pflegedienstleiterin. Stefanie Eisenberg wünscht sich mehr Anerkennung für die Leistungen der Berufsgruppe Pflege. Die Organisation und Entwicklung des großen Bereichs Pflege, der Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen innerhalb des EvK ist der Aufgabenbereich von Stefanie Eisenberg. Sie versteht sich als Anwältin ihrer Berufsgruppe und hat es sich zum Ziel gesetzt, ihren Mitarbeitenden den Rücken so frei wie möglich zu halten, damit sie ihrer Kerntätigkeit, der Versorgung der Patienten, nachgehen können. Wichtig ist ihr darüber hinaus, das Ansehen der Pflege zu stärken und deutlich zu machen, dass auch der beste Mediziner auf kompetente Unterstützung durch die Pflegenden angewiesen ist, wenn seine Therapie zum Erfolg führen soll. Die Ausbildung zur examinierten Kraft ist im Laufe der Jahre immer anspruchsvoller geworden, die Anforderungen sind gestiegen. Umso bedauerlicher finde ich es, dass Pflege immer erst in Situationen wahrgenommen wird, wenn sie nicht gut durchgeführt wurde. Läuft alles optimal, ist es dem Patienten oft gar nicht bewusst, welch qualitativ hochwertige Arbeit bei seiner Versorgung geleistet wird, stellt Stefanie Eisenberg fest.

12 22 PFLEGE KULTUR 23 Hilfreiche Tipps zur Vermeidung von Dekubitus Aktionstag für pflegende Angehörige im EvK Herne und EvK Castrop-Rauxel - Erlebnispfad vermittelte Wissenswertes Wundliegen oder auch Dekubitus genannt, ist ein Thema, das zunehmend Fragen aufwirft: Was ist das? Wie entsteht ein Dekubitus? Wie kann er vermieden werden? Kann er vermieden werden? Pflegekräfte der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel nahmen den weltweit ausgerufenen Anti-Dekubitus-Tag am 16. November zum Anlass, pflegende Angehörige und alle anderen Interessierten über die Möglichkeiten zur Vermeidung eines Dekubitus aufzuklären. Ein Aktionstag im EvK Herne und im EvK Castrop- Rauxel bot praktische Aufklärung. Drei Aspekte spielen im Zusammenhang mit einem Dekubitus eine wichtige Rolle: die Bewegung und Mobilität eines Patienten, seine Hautbeschaffenheit und als drittes sein Ernährungszustand. Durch die Förderung von Bewegung und Mobilität kann erreicht werden, bestimmte Körperstellen von Druck zu entlasten. Kinästhetiktrainerinnen zeigten interessierten Besucherinnen und Besuchern, wie bereits durch minimale Bewegung die Entstehung eines Druckgeschwürs vermieden werden kann. Wenn es um die Haut geht, so ist es wichtig, diese mit einer guten Pflege geschmeidig und gesund zu halten. Aufklärung gab es beim Anti-Dekubitus-Tag auch über die richtige Ernährung. Hier erfuhren die Besucherinnen und Besucher alles über eine optimale vitamin- und eiweißreiche Kost. Mit einfachen Hilfsmitteln, die in jedem Haushalt vorhanden sind, kann belastender Druck auf den Körper des Bettlägerigen vermieden werden. Mit der Wunduhr lässt sich ermitteln, welche Patienten besonders dekubitusgefährdet sind. Dekubitusgefährdet sind vor allem ältere, chronisch kranke Menschen. Je nach dem Allgemeinzustand des Patienten ist das Gefahrenpotenzial größer oder geringer ausgepägt. Operationen spielen hierbei ebenfalls eine Rolle. Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel hat seit mehreren Jahren ein zentrales Dekubitusmanagement, das von Uta Peiffert geleitet wird. Das Konzept beinhaltet die Qualitätsentwicklung der Dekubitusprophylaxe, Dokumentation, pflegefachliche Beratung in Theorie und Praxis, Fortbildungen sowie die interne und externe Qualitätssicherung. Unterstützung bieten dazu ein zentrales Wundmanagement, Wundexperten auf den Stationen und Kinästhetiktrainerinnen. Mit dem Farbpinsel gegen Parkinson Unter dem Titel Kunst und Parkinson sind bis April in der Krankenhausgalerie des Evangelischen Krankenhauses Castrop-Rauxel an der Grutholzallee Arbeiten von Paul Boiko zu sehen. Paul Boiko wurde 1927 in Datteln geboren und lebt seit 1959 in Castrop-Rauxel. Er arbeitete als Chemiewerker, ist seit 2008 verwitwet und hat drei erwachsene Kinder erkrankte er an der Parkinsonkrankheit und ist seither aktives Mitglied in der Parkinson-Selbsthilfegruppe Castrop- Rauxel. Seine Botschaft an andere Parkinsonerkrankte und überhaupt an alle Menschen hat er immer wieder klar und deutlich verkündet. Trotz Krankheit und Schicksal solle man versuchen, sich nicht hängen zu lassen, versuchen, die Fäden seines Lebens stets selbst in der Hand zu halten und dabei offen für Neues sein. Er selbst hatte während eines neunwöchigen Krankenhausaufenthaltes im Jahr 2003 in der Ergotherapie auf einmal angefangen, Mandalas auszumalen. Als Buchtipp: Detektiv Kayankaya ermittelt wieder Mit Happy Birthday, Türke hat sich Jakob Arjouni einen festen Platz in der deutschen Krimi-Szene erschrieben. Auf den fünften Band aus der Feder des in Frankfurt geborenen, erst kürzlich im Alter von 48 Jahren an Krebs gestorbene Autor haben seine Fans schon lange gewartet. Es hat sich gelohnt. Herausgekommen ist ein Krimi mit literarischen Qualitäten, ironisch-humorvoll und sehr gut beobachtet. Dieses Mal hat Detektiv Kemal Kayankaya es gleich mit zwei Fällen zu tun. er dann nach Hause kam, begann er, alltägliche Dinge aus seinem Umfeld zu malen. Mittlerweile ist Paul Boiko ein stadtbekannter Künstler, der schon eine ganze Reihe Ausstellungen bestritten hat. Seine künstlerischen Fähigkeiten hat Paul Boiko erst im Alter von 76 Jahren entdeckt. Deshalb ist es aus seiner Sicht nie zu spät, etwas Neues im Leben auszuprobieren. Paul Boiko möchte mit seiner Haltung anderen helfen und Zum einen soll er die verschwundene minderjährige Tochter einer Auftraggeberin suchen, zum zweiten einem marokkanischen Autor auf der Frankfurter Buchmesse Personenschutz bieten. Auf den ersten Blick haben beide Fälle nicht das Geringste miteinander zu tun. Doch dieser Eindruck täuscht. Jakob Arjouni Bruder Kemal Diogenes Verlag 2012 ihnen Mut machen. So meldete er sich 2004 freiwillig, als der WDR für seine Berichterstattung einen Betroffenen suchte, der etwas über die Behandlungsmöglichkeiten der Ergotherapie und der physikalischen Therapie bei Morbus Parkinson sagen sollte. Danke an einen Künstler und Parkinsonbetroffenen, der schon vielen Mut gemacht hat. Dr. Ralf Kuhlman Das Buch kann in allen drei Krankenhausbüchereien ausgeliehen werden. Öffnungszeiten: EvK Herne-Mitte Montag bis Freitag bis Uhr Dienstag und Donnerstag 9.30 bis Uhr EvK Herne-Eickel Montag und Freitag bis Uhr EvK Castrop-Rauxel Montag bis Freitag bis Uhr

13 24 PALIATIV ERNÄHRUNG 25 Zeichen der Achtung für Palliativarbeit Mit einer Spende über Euro wollte Peter Leusenrink, Leiter der Provinzial-Versicherungsagentur Wiescherstraße, seiner Achtung für die Arbeit des Ambulanten Hospizund Palliativdienstes (AHPD) und der Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus Herne besonderen Ausdruck verleihen. Bereits seit mehreren Jahren betreut er als zertifizierter Trauerbegleiter gemeinsam mit seiner Ehefrau Angelika Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben. Um über das Thema Trauer hinaus auch etwas über den Umgang mit Sterben und Tod zu erfahren, besuchte er den Kurs Leben bis zuletzt, angeboten von Karin Leutbecher und Karola Rehrmann, in dem zukünftige Ehrenamtliche auf die Begleitung Sterbender vorbereitet werden. Dort lernte er die Inhalte der Arbeit auf der Palliativstation und beim Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst kennen. Das hat mich so beeindruckt, dass ich das Engagement der Menschen dort gern auch praktisch unterstützen wollte, sagte er bei der Übergabe seiner Spende an Werner Karnik (Foto, li.), Schatzmeister des Fördervereins Palliativstation im Ev. Krankenhaus Herne e.v. Ohne die vielen großzügigen Spenden, die die Palliativstation des EvK Herne erreichen, wäre der Bestand der Station ernsthaft gefährdet. Jeder noch so kleine Betrag hilft, den schwerstkranken Patienten und ihren Angehörigen eine optimale Betreuung zu bieten. Deshalb danken wir allen Spendern für ihr Engagement. Die Kontonummer der Palliativstation lautet bei der Deutschen Bank Herne, BLZ Natürlich freuen wir uns auch sehr darüber, wenn Sie Mitglied in unserem Förderverein Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Herne e.v. werden möchten. Formulare erhalten Sie auf der Palliativstation und bei der Verwaltung des EvK Herne. Sportliche Polizisten erlaufen Euro Dem sportlichen Einsatz der Polizistinnen und Polizisten der Bereitschaftspolizei Gelsenkirchen ist es zu verdanken, dass sich der Ambulante Hospiz- und Palliativdienst (AHPD) über eine Spende von Euro freuen konnte. Die Ordnungshüter hatten gemeinsam mit insgesamt 322 Beschäftigten von Feuerwehr, THW, DRK und Krankenhäusern am Blaulichtlauf in den Berger Anlagen in Gelsenkirchen teilgenommen. Von den insgesamt Euro, die bei der Benefizveranstaltung ein gesammelt worden waren, wurden Euro an Annegret Müller (Koordinatorin beim AHPD) und Werner Karnik (Schatzmeister des AHPD-Fördervereins) überreicht. Kreuzkirchengemeinde spendet Euro für die Palliativstation am EvK Einmal im Jahr feiern die evangelischen Kreuzkirchengemeinde und die katholische Bonifatiusgemeinde ein Ökumenisches Gemeindefest. Alle Einnahmen kommen in einen gemeinsamen Topf, dessen Inhalt am Ende geteilt wird. Die Kreuzkirhcngemeinde hat in diesem Jahr, wie auch in den sechs Jahren zuvor, ihren Erlös von Euro für die Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus Herne gestiftet. Pfarrer Wolfgang Henke und seine Gemeinde unterstützen die Palliativstation bereits seit Anfang ihrer Gründung. Neben dem Erlös des Gemeindefestes fließen auch immer wieder Kollekte an den Förderverein der Station. Unserer Gemeinde ist es ein wichtiges Anliegen, die besondere Arbeit in diesem Bereich zu unterstützen, so der Pfarrer. Teller statt Vase Kochen mit Blüten Hätten Sie es gewusst? Die meisten Blüten sind essbar! Für unsere Großmütter war es noch ganz selbstverständlich Blüten zu feinen Speisen zuzubereiten. In alten Kochbüchern finden wir Blumenrezepte, wie Veilchenkonfitüre oder Omeletts mit in Butter gedünsteten Löwenzahnblüten. Sie machen neugierig darauf, die alte Kunst, mit Blumen zu würzen und zu kochen, wieder ein wenig zu beleben. Dass die Blüten vieler kultivierter Kräuter wie Majoran, Salbei und Thymian oder von Wildkräutern wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee und Schafgarbe essbar sind, ist vielleicht noch bekannt. Aber auch die meisten Wiesen-, Feld- und Gartenblumen lassen sich kulinarisch verwenden. Chrysanthemen, Dahlien, Gladiolen, Flieder, Nelken und Phlox blühen in vielen Gärten und können ebenso wie die als Balkonpflanzen beliebten Begonien und Geranien zur phantasievollen Gestaltung von Gerichten in der heimischen Küche anregen. Die farbenfrohen Blüten sind sehr empfindlich. Sie sollten unmittelbar vor der Verwendung gepflückt werden am besten vormittags wenn der Tau abgetrocknet ist. Duft und Aroma sind am intensivsten bei Blüten, die sich gerade erst geöffnet haben. Die Blüten müssen gründlich abgeschüttelt und abgesucht werden, um versteckte Insekten zu entfernen. Ganze Blüten können in einer Schale Wasser einige Stunden frisch gehalten werden, Stiele, grüne Kelchblätter und Staubgefässe sollten entfernt und die Blütenblätter erst direkt vor dem Verzehr abgezupft werden. Natürlich dürfen die verwendeten Blüten nicht mit Chemikalien behandelt sein, herkömmliche Pflanzen aus dem Blumenladen sind also nicht geeignet! Einige Supermärkte und Gemüsegeschäfte bieten speziell essbare Blüten an, aber am besten ist es, die bunte Pracht selbst zu pflücken. Im eigenen Garten sind Sie dann auch sicher, dass alles ungespritzt gedeiht. Die Blüten können Sie dann vielfach verwenden: ob Sekt oder Selters, mit einer schwimmenden kleinen Begonie oder Rose im Glas wird es gleich viel feierlicher. Salate und Häppchen sehen besonders appetitlich aus, wenn sie mit leicht nussig schmeckenden Gänseblümchen, violetten Borretschblüten oder der pfeffrig scharfen Kapuzinerkresse garniert sind. Taubnesseln, Löwenzahn, Begonien, Dahlien oder Chrysanthemen eignen sich gut als Einlage in Suppen, würzig schmeckende Kräuterblüten können über jedes Hauptgericht gestreut werden. Holunder-, Zucchini oder Robinienblüten können ausgebacken werden. Aromatische, mild-süßliche Blüten, wie Rosen, Veilchen, Malven oder kleine Stiefmütterchen passen gut zu Obst- und Süßspeisen. Oder aromatisieren Sie doch einmal Essig, Öl, Fruchtsaft oder Wein mit Blüten. Rezept Frühlingssalat mit Blüten 3 EL Balsamico bianco 1 TL Dijon Senf 1 TL Honig 4 EL Distel- oder Olivenöl Salz, Pfeffer 5 Blätter Borretsch, 1 Bund Rucola, 300 g Portulak, 1 großes Bund Frühlings- oder Wildkräuter (z. B. Sauerampfer, Brunnenkresse, Kerbel, Löwenzahn) 1 große Möhre 1 Bund Radieschen essbare Blüten (z.b. Kapuzinerkresse, Gänseblümchen, Veilchen) Essig, Senf und Honig gut verrühren. Das Öl langsam dazugießen und gründlich unterschlagen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Den Borretsch waschen, trockenschütteln, fein zerkleinern und unterrühren. Rucola, Portulak und die Frühlings- oder Wildkräuter waschen, trockenschleudern und grobe Stiele entfernen. Möhre schälen und mit dem Sparschäler feine Späne abziehen. Die Radieschen putzen, waschen und in Scheiben schneiden. Die Blüten ganz vorsichtig waschen und trockentupfen. Rucola, Portulak und die Frühlings- oder Wildkräuter mit der Vinaigrette in einer Schüssel mischen, dann Möhrenspäne und Radieschen locker unterheben. Mit den Blüten dekorieren und servieren. Folgende Blumen sind essbar und schmackhaft Aster, Borretsch, Dill, Gänseblümchen, Gartennelke, Holunder, Huflattich, Kapuzinerkresse, Klee, Kürbisblüte, Lavendel, Löwenzahn, Ringelblume, Rosen, Salbei, Schafgarbe, Spitzwegerich, Stiefmütterchen, Veilchen, Zucchiniblüte Vorsicht giftig! Akelei, Christrose, Eisenhut, Goldregen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Oleander, Pfaffenhütchen, Rainfarn, Roter Fingerhut, Scharfer Hahnenfuß, Schierling, Seidelbast, Steinklee, Tollkirsche

14 26 GESUNDHEIT KONTAKT 27 Gesundheitstipps aus der Apotheke Der Name des Frühlingsblühers Hepatica nobilis lässt auf eine Heilpflanze schließen. Früher leitete man eine mögliche Wirkung der Pflanzen von deren Aussehen, Duft und Pflanzensaft ab. Da der Umriss der markant dreilappigen Blätter mit ihrer oft roten Unterseite an die Form der menschlichen Leber erinnern soll, schrieb man dem Leberblümchen Heilkraft bei Leberleiden zu. Das hat sich jedoch nicht als wahr erwiesen. Trotzdem lohnt es sich, das Leberblümchen genauer anzuschauen, nicht zuletzt, weil es zur Blume des Jahres 2013 gekürt wurde. Leberblümchen liebt alte Waldstandorte Das zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Leberblümchen wächst in schon lange bestehenden Buchen- oder Laubmischwäldern mit kalkreichem Boden. Als eine der frühestblühenden Arten treiben die zarten blauvioletten Blüten vor den Blättern aus. Darum wird es in manchen Gegenden volkstümlich auch Vorwitzchen genannt. Der Frühlingsbote nutzt die Zeit vor dem Blattaustrieb der Bäume und erhält so genügend Licht und Wärme, um seine Blüten zu entfalten. Die Pflanze kann mehrere Jahrzehnte alt werden und erreicht eine Höhe von fünf bis fünfzehn Zentimetern. Die Samen werden von Ameisen verbreitet. Die Entwicklung neuer Pflanzen bis zur Blüte dauert Jahre. Früher kam das Leberblümchen häufig vor. Heute steht es unter Naturschutz und auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In Nordrhein-Westfalen kommt es nur noch im Nordosten vor, im Rheinland fehlt es ganz. Denn das Leberblümchen stellt hohe Ansprüche an den Standort: Man findet es vorwiegend in Wäldern, die schon sehr lange, meist über 100 Jahre, bestehen. Daher gilt die Blume des Jahres 2013 als Zeigerart für immer seltener werdende alte Waldstandorte. In NRW wird man fündig am Jakobsberg in Steinhagen, Kreis Güterloh, der auch Leberblümchenberg genannt wird. Annette Groteloh Leiterin Zentralapotheke Ev. Krankenhausgemeinschaft Anzeige ARCHIVIERUNG VON PATIENTENDATEN Bei der Gewährleistung einer dauerhaft sicheren und effektiven Verwaltung von Krankenakten und Röntgenbildern unterstützen wir die Mitarbeiter der Ev. Krankenhausgemeinschaft in täglicher ZusammenarbeIt. D M I GmbH & Co.KG Otto-Hahn-Str Münster Telefon / Telefax / Evangelisches Krankenhaus Herne Wiescherstr Herne Tel /498-0 Selbsthilfe bei Hypophysenerkrankungen e.v. Mittwoch, *) Sitzungszimmer Bernd Solbach ( ) Diabetiker-Stammtisch EvK Herne jeden 1. Dienstag im Monat; Uhr, Kapelle; Diabetesschulungsteam des EVK Herne (02323/ ) Deutsche Parkinson Vereinigung e.v. Dienstags, Uhr, Kapelle Hans-Peter Meyer (02323/ ) Hepatitis-Selbsthilfegruppe Herne Donnerstags, *) Uhr, Mitarbeitercafeteria Irene van Dongen (02361/ ) Sabine Franke (02325/791573) Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten und deren Angehörige Mittwochs, *) Uhr, Sitzungszimmer Arnold Hesskens (02305/14795) Selbsthilfegruppe für Magenband- und Magenbypass-Operierte Mittwochs, Uhr, Sitzungszimmer Andrea Czekala (02323/929299) *) Termine sind der Tagespresse zu entnehmen oder unter den jeweils genannten Rufnummern zu erfragen. Ev. Krankenhaus Herne Betriebsstelle Eickel Hordeler Straße Herne Tel / Selbsthilfegruppe Schlaf-Apnoe/ Atemstillstand Wanne-Eickel Mitarbeitercafeteria und Seminarzentrum Hordeler Straße 5 (im Wechsel) *) Therese Littmann (02325/75631) Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel Grutholzallee Castrop-Rauxel Tel.: 02305/102-0 Parkinson-Gruppe jeden letzten Do. im Monat, bis Uhr, Cafeteria Dr. Ralf Kuhlmann (02305/ ) Aphasiker Treffpunkt jeden 2. Di. im Monat, bis Uhr, Cafeteria Martina Schubert (02305/ ) Bechterew-Gruppe Mo bis Uhr, (Bewegungsbad), Mi bis Uhr (Gymnastikhalle) Frau Becker (02305/79925) Frauenselbsthilfe nach Krebs Mo bis Uhr, Bewegungsbad Frau Kaczor (02305/72892) Frau Uick (02305/25624) Versehrtengruppe Di bis Uhr, Do bis Uhr, Fr bis Uhr; (jeweils im Bewegungsbad), Mi bis Uhr (Gymnastikhalle) Herr Elting (02305/79475) Anonyme Alkoholiker Di bis Uhr, Fr bis Uhr, Schulungsraum 02305/78973 Onkologischer Gesprächskreis jeden 1. Di. im Monat, Uhr, Konferenzraum Schwester Gudrun und Schwester Marion (02305/ ) Schlaganfall Selbsthilfegruppe jeden 1. Do. im Monat, Uh Cafeteria Herr Galuba (02305/12020) Diabetiker-Stammtisch EvK Castrop-Rauxel jeden 1. Do. im Monat Uhr Patientencafeteria Kerstin Marewski (02305/ ) Angela Riedel (02305/ ) Emotions Anonymous Mo Uhr, Schulungsraum Julia (02305/543750) Selbsthilfegruppe für jüngere Schlaganfallbetroffene jeden 2. Mo. im Monat, Uhr, ehemalige Personalcafeteria Ulrich von Kampen (02305/ ) Impressum Mitteilungen für Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel ggmbh Nr. 222, 43. Jahrgang, Mrz. 13 Herausgeber: Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel ggmbh Wiescherstraße Herne Telefon 02323/ Verantwortlich: Pfarrer Frank Oberlüneschloß Redaktion: Andrea Wocher, Susanne Jacoby, Klaus Michael Lehmann Abbildungsnachweis: Titel: Susanne Jacoby S. 25: fotolia.com/id/ Das Titelfoto zeigt die Intensivstation des EvK Herne-Eickel Konzeption und Gestaltung Klaus in der Wiesche, Essen Druck GE druckt Druck & Verlag GmbH, Gelsenkirchen

15 Die 28 Evangelische Krankenhausgemeinschaft Das medizinische Kompetenznetzwerk im Ruhrgebiet Unsere Philosophie In enger Gemeinschaft betreiben wir Evangelische Krankenhäuser mit ihren angegliederten Einrichtungen in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel. Unser Auftrag gründet in einem christlichen Menschen- und Weltbild, das allem Leben Würde und Wert beimisst. Ziel ist es, Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln und Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Im Sinne unserer Patienten, Kunden und Mitarbeiter berücksichtigen wir dieses bei der zukunftsorientierten Ausrichtung der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft. Konsequente Anwendung höchster Qualitätsstandards und das Bemühen um kontinuierliche Verbesserung bilden eine Grundlage unseres Handelns. Daten und Fakten Unter dem Dach der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne Castrop-Rauxel ggmbh sind das Krankenhaus Herne mit den Standorten Herne und Eickel sowie das Krankenhaus Castrop-Rauxel zusammengeschlossen. Alle drei Einrichtungen sind nach KTQ zertifiziert. Gemeinsam verfügen die Häuser über insgesamt 827 Betten. In 20 Fachabteilungen, 2 Tageskliniken und 3 Kurzzeitbehandlungszentren werden jährlich Patienten ambulant und stationär behandelt. Für unterstützende Dienstleistungen betreibt die Ev. Krankenhausgemeinschaft 5 gewerbliche Tochterunternehmen. Kooperationspartner der ggmbh sind die Diakonie Ruhr, die Ev. Stiftung Augusta Bochum und das Diakonische Werk Herne. Als einer der größten evangelischen Arbeitgeber im Ruhrgebiet beschäftigt die Krankenhausgemeinschaft Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt über 110 Mio. Euro. Adressen: Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel Grutholzallee Castrop-Rauxel Telefon / Ev. Krankenhaus Herne Wiescherstraße Herne Telefon / Ev. Krankenhaus Herne Betriebsstelle Eickel Hordeler Straße Herne Telefon /

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