Das Ricardo-Theorem komparativer Kosten-Vorteile im Außenhandel, Inhalt und Resonanz in der Literatur

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1 Wirtschaft Abdelmajid Layadi Das Ricardo-Theorem komparativer Kosten-Vorteile im Außenhandel, Inhalt und Resonanz in der Literatur Studienarbeit

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3 I N H A L T S V E R Z E I C H N I S E i n f ü h r u n g:... 3 I Die Theorie der komparativen Kostenvorteile im Außenhandel in ihrem histo-ökomischen Kontext Die vorricardianischen Schriften im Außenhandel als Grundbasis der ricardianischen Theorie der komparativen Kosten -Vorteile Der ricardianische Theorie als Überbau des klassischen Lehrsatzes im Außenhandel... 5 II Die Analyse der Theorie der komparativen Kosten-Vorteile nach Ricardo 7 III Der Volkswirtschaftliche Gewinn durch den Außenhandel Die Nachfrageentwicklung im Zuge der Aufhebung der Handelsgrenzen Feihandel Die Reallohnentwicklung im Zug der Aufhebung der Handelsgrenzen Feihandel IV Die Theorieresonanz in der sozialwissenschaftlichen Literatur V Kritik an dem Ricardo-Theorem komparativer Kosten-Vorteile Die Theoriebeispiele als Signifikanten ideologischer Hintergründe Kritik zu einigen theoretischen Modellfehlern der ricardianischen Theorie im Außenhandel S C H L U ß B E M E R K U N G Q u e l l e n v e r z e i c h n i s 2

4 E i n f ü h r u n g: Die Ökonomie lehrt, dass der internationale Handel den einzelnen Ländern Vorteile bringt. Außenhandel fördert die Spezialisierung und erweitert die Konsummöglichkeiten eines Landes. So verkauft z.b. Saudi-Arabien den Erdöl nach Amerika ; Amerika verkauft Waffen nach Israel; Israel schließt den Kreislauf, indem es landwirtschaftliche Güter nach Saudi- Arabien verkauft. Wenn sich jedes Land auf jenen Bereich spezialisiert, indem es besonders produktiv ist, kann es mehr konsumieren, als es allein zu produzieren in der Lage wäre. Diese Frage hat sich schon im Jahr 1817 erstmals der englische Ökonom David Ricardo gestellt, der nachwies, dass die internationale Spezialisierung für die Staaten von Nutzen ist. Das Ergebnis seiner Forschungstätigkeit bezeichnet Ricardo als das Gesetz des komparativen Vorteils. Anhand seiner Theorie der Komparativen Kosten schlug Ricardo die Geburtstunde der modernen Außenhandelstheorie vor. Sie bildet heute noch die wichtigste Grundlage der Außenhandelstheorie 1. Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst Ricardos Theorie, in ihrem historischen, sowie ökonomischen Kontext, gestellt. Dabei wird auf die vorricardianischen Schriften ( I ) ebenso wie auf die merkantilistischen als auch smithianischen Schriften- im Außenhandel eingegangen. Und dann wird die Theorie der komparativen Kostenvorteile ( II ) sowie die volkswirtschaftlichen Gewinne durch den Außenhandel ( III ) erläutert. Erst dann gehe ich auf die Resonanz der Theorie in der Literatur ein ( IV ). Die breiter Theorieresonanz in der Literatur bedeutet auf keinen Fall, dass das Ricardo-Theorem komparativer Kosten- Vorteile fehlerfrei ist. Doch seit ihrer Entdeckung steht sie im Mittelpunkt von Streit und Kritik vieler Ökonomen, daher werde ich nicht auf einige wichtige Kritikpunkte an dem Ricardo-Theorem verzichten. Dabei wird sowohl das Theoriebeispiel Ricardos ( Wein und Tuch, Portugal und England) als auch einige theoretischen Modellfehler der ricardianischen Theorie in Betracht gezogen. 1 Vgl. Klaus Rose, Theorie der Außenwirtschaft, S.373 3

5 I Die Theorie der komparativen Kostenvorteile im Außenhandel in ihrem histo-ökomischen Kontext 1. Die vorricardianischen Schriften im Außenhandel als Grundbasis der ricardianischen Theorie der komparativen Kosten -Vorteile Außenhandelstheorie ist, wie alle Wissenschaft, aus den Gemeinplätzen der Alltagserfahrung hervorgewachsen. Dieses geschah in unmerklichen Schritten und lässt sich deshalb nicht datieren. Grob gesehen lassen sich die modernen Problemstellungen so etwa ins 16. bis 18. Jh. zurückverfolgen 2. In jenen frühen Jahrhunderten stand die außenwirtschaftliche Literatur im Zeichen des Geldes, im Zeichen eines rudimentären Monetarismus. Nicht Fragen des Volkswohlstandes, der internationalen Arbeitsteilung, der Beschäftigung standen im Vordergrund, sondern Fragen der internationalen Verteilung der Edelmetalle. Die wirtschaftlichen Vorstellungen jener Periode werden gemeinhin unter dem Stichwort Merkantilismus 3 zusammengefasst. Die Merkantilisten hatten ihr Augenmerk auf die Geldseite der Außenwirtschaft gerichtet. Im Laufe des 18 Jh. rückte jedoch zunehmend die Güterseite in den Vordergrund 4. Dabei ging es zunächst vor allem um die Kosten, also um die Frage, welche Kostenersparnis der internationale Güteraustausch erlaubte und wie dieser Austausch gestaltet sein müsste, damit die Kostenersparnis ein Maximum erreicht. Die neu aufkommenden Ideen waren durchaus anderer Art. Schon die Scholastiker hatten jenen Preis als gerecht bezeichnet, der durch das freie Spiel der Konkurrenz zustande gekommen war. Cantillon hatte erklärt, dass die freie Konkurrenz das gleiche Ziel erreiche wie eine ideale, zentrale Lenkung der Volkwirtschaft. Selbst manche merkantilistische Kaufleute argumentierten, wenn es in ihrem Interesse lag, im durchaus liberalem Sinne. So hatte Isaac Gervaise um 1720 die Meinung geäußert, mit dem Handel stehe er am besten, wen er natürlich und frei 5. Die Vorteile des Protektionismus, so sagt er seien augenfälliger als seine Kosten, aber größer seien sie nicht. Der freie Handel bringe jedermann den größten Nutzen. Wenige Jahre später prägte der Marquis d Argenson die Maxime laissez faire, und von ihm stammt auch das Schlagwort pour 2 Jürg Niehans, Geschichte der Außenwirtschaftstheorie im Überblick, S., 1 3 Der Merkantilismus war ein Wirtschaftsystem des Interventionismus gewesen. Produktion, Handel und Verbrauch wurden durch Steuern, Zölle, Gebote und Verbote reguliert. Durch die Verleihung von Privilegien wurden Monopolrenten geschaffen. Durch Kartelle, vor allem Zunftbeschränkungen, wurde der Marktzugang unterbunden. Vgl. Bernd. Ziegler, Geschichte des ökonomischen Denkens, S., 78 ff. 4 Jürg Niehans, S., 24 5 Vgl. Jürg Niehans, S.,

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