PSYCHOLOGISCHE ASPEKTE GEWERBEIMMOBILIEN DES LEERSTANDS VON. Volker Linneweber

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1 PSYCHOLOGISCHE ASPEKTE DES LEERSTANDS VON GEWERBEIMMOBILIEN Volker Linneweber Gehen der Psychologie die Themen aus, oder warum erforscht man Immobilienleerstand? fragte eine deutsche Wochenzeitung als Reaktion auf eine unlängst abgeschlossene Studie /1/. Hier kann die Antwort ausführlicher ausfallen als in einer Zeitungsspalte: Das Reizvolle an einigen Teildiziplinen der Psychologie der Wissenschaft zur Beschreibung und Erklärung menschlichen Erlebens und Verhaltens ist die Verzahnung von Grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung. Die Sozial- und die Umweltpsychologie gehören zu diesen Teilbereichen. In situ stellen sich nicht selten Fragen, die unter Bezugnahme auf grundlagenwissenschaftlich elaborierte Konzepte einerseits, auf vorliegende Anwendungsforschung in identischen oder benachbarten Feldern andererseits zu klären sind. Nicht selten zeigt sich dabei ein Forschungsbedarf, welcher weniger aus der Disziplin selbst, als vielmehr aus gesellschaftlichen Entwicklungen resultiert. So ergeben sich beispielsweise durch die Etablierung des Internets oder mit der Globalisierung oder mit der Einführung kognitiver (wahrnehmender, kommunizierender) und intervenierender (in das menschliche Verhalten eingreifender) Automobile (auch) für die Psychologie neue Themen. Auch die nicht unmittelbaren ökonomischen Folgen wirtschaftlicher Entwicklungen, welche sich in nachlassendem Bedarf an Gewerbeflächen widerspiegeln, gehören zu diesen Themen sogar in globalen Dimensionen, wie ein Blick auf vorliegende Statistiken zeigt, auf die im Folgenden näher eingegangen wird. Konfrontiert mit einer solchen Thematik, richtet sich der Blick auf die Grundlagen- und anwendungsnahe Forschung. Ziel dabei ist es, Hinweise auf angemessene Fragen an den Gegenstand zu finden, Erkenntnisse und Forschungsbedarf zu sichten und Annahmen über möglichen Erkenntnisgewinn und daraus resultierende Erfordernisse an das empirische Prozedere zu formulieren. PROBLEMSTELLUNG Für das Thema psychologische Aspekte des Leerstands von Gewerbeimmobilien resultierte die skizzierte Sequenz aus der Anfrage eines großen Beratungsunternehmens für Gewerbeimmobilien, welches erkannt hatte, dass den nicht unmittelbar quantifizierbaren bzw. monetarisierbaren Aspekten bislang keine Aufmerksamkeit gewidmet wurde: Denn wie geht es eigentlich den Menschen im Leerstand? Wie fühlen sie sich, die Menschen, die durch lebendiges Treiben inspiriert und motiviert werden, wenn ihr Blick aus dem Fenster auf menschenleere Gebäude fällt? Wenn die Etage, auf der sie arbeiten, immer leerer wird? Wenn sie in den letzten zwei bis drei Jahren am Arbeitsplatz mehrfach und in immer leerere oder vollere Büros umziehen mussten? Wenn die Hälfte der Büroetage nicht mehr von Kollegen, sondern von Untermietern belegt ist? Welche Auswirkungen hat Leerstand auf die Menschen, die davon betroffen sind oder sich davon bedroht fühlen? Welche Rolle spielt die menschliche Psyche? Ist der Mensch am Ende auch ein Kostenfaktor im Leerstandsszenario, dem es sich auf den Grund zu gehen lohnt? /2/. Der Problemdruck spiegelt sich in einigen Zahlen wider: Für das Jahr 2003 wird der Leerstand in ausgewählten deutschen Städten wie folgt beziffert: Stuttgart 5,8 %, München 9,1 %; Berlin 9,2 %; Dresden 12,6 %; Frankfurt 13,2 %; Leipzig 23,1 % /3/. Die Vergleichszahl für Magdeburg: 16,8 %. Das Phänomen Leerstand von Gewerbeimmobilien ist keineswegs auf Deutschland beschränkt, wie Vergleichszahlen (1. Halbjahr 2004) etwa für Amsterdam 13,8 %, Budapest 17,7 %, Stockholm 17,5 % oder Houston >21% zeigen /3/. Besorgniserregend ist allerdings ein beispielsweise für Frankfurt beobachteter Anstieg von 13,2 % (2003) auf 15,8 % (1. Halbjahr 2004). Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass in der Branche ausführlich über das Thema diskutiert wird insbesondere hinsichtlich der Implikationen auf branchenaffine Dimensionen: Mietpreisniveau, Gewinneinbußen, Bilanzierungsimplikationen und nachlassende Investitionsbereitschaft. Auch Ursachenforschung für Fehlentwicklungen wird betrieben: War es die Wachstumseuphorie Ende der 90er Jahre, welche zu einer Überhitzung auch des Immobilienmarktes führte? Ist es die Osterweiterung der EU, welche einen Rückgang der Nachfrage bedingt? Welchen Einfluss haben Telearbeit, Trend zu home-offices, desksharing oder non-territorial offices? An den Rand (und über diesen hinaus) ihrer Fachexpertise gelangen die Akteure, wenn sie erklären wollen, dass trotz zunehmenden Flächenbedarfs die Nachfrage nicht steigt. Hier wird auf Übertreibungen in der Erwartungsbildung der Markt- 39

2 MAGDEBURGER WISSENSCHAFTSJOURNAL 1-2/ akteure /3/ oder allgemeiner Stimmung, Unsicherheit und Mutlosigkeit rekurriert bzw. attribuiert. Damit wird wie geschehen die Psychologie gefragt, ob sie erklären könne, warum der Nachfragerückgang überdeutlich sei also das übersteige, was rational sei (prozyklisches Agieren der Marktteilnehmer als Lemminge-Effekt ), und ob es möglicherweise Effekte auf weiche Faktoren gebe, welche man analysieren und erklären könne. Eine kluge Einsicht in die mögliche Bedeutung all dessen kann dann sogar ein kleines Forschungsvorhaben anregen. THEORIE Anwendungsbezogene Fragestellungen halten sich nicht an innerdisziplinäre Grenzen. Auch für die Frage der psychologisch relevanten Effekte zunehmenden Leerstands von Büroimmobilien gilt es zunächst, diejenigen psychologischen Teildisziplinen zu identifizieren, welche Forschungsergebnisse oder Möglichkeiten zur theoriebasierten Formulierung von Forschungsfragestellungen erwarten lassen. Unmittelbar gegenstandsbezogene Arbeiten finden sich in der psychologischen Forschung nicht bemerkenswerter Weise auch nicht zum Leerstand von Wohnimmobilien, der lediglich in den 70er Jahren im Rahmen des defensible space -Konzeptes /4/ als eine Facette angesprochen wurde. Newman /5/ berichtet von hohen Kriminalitäts- und Vandalismusraten dort, wo Leerstand ( eventually, with 85 % vacancy, ) mit Hochhausbebauung und unkontrolliertem Zugang einhergeht. Trotz unmittelbarer Evidenzen in unseren Städten sowohl im Wohnungs- als auch Gewerbeimmobiliensektor findet sich keine aktuelle systematische Forschung. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, unter Bezugnahme auf relevante psychologische Teildisziplinen eine explorative Studie durchzuführen: Wir sehen in der Umweltpsychologie, der Arbeitspsychologie und Arbeitswissenschaft, der Sozialpsychologie und der Wirtschaftspsychologie Variablen und Modelle von Relevanz für den vorliegenden Zusammenhang. Es gibt allerdings noch eine weitere Quelle für die Formulierung gegenstandsbezogener Annahmen: Dem Diskurs im Feld messen wir indikative Bedeutung zu. Akteure im Feld werden, wie auch Nutzer in anderen Zusammenhängen /6/, als Experten betrachtet, deren Wissen aufzubereiten und in theoriebezogene Fragestellungen einzubeziehen ist. Das empirische Vorgehen schließt daher eine Diskursanalyse mit dem Ziel der Formulierung von Forschungsfragestellungen als Komplement zu theoretischen Analysen ein. Für die Ergebnisse der durchzuführenden Studie werden damit weder streng theoriebasierte noch a-theoretische Aussagen erwartet. Sie werden eine Melange aus theoriebezogen Interpretierbarem und anscheinenden Selbstverständlichkeiten (Laienpsychologie) darstellen, deren empirischer Beleg wenn dieser erfolgt allerdings die Validität der Untersuchung unterstreicht. Ferner erwarten wir deskriptive Ergebnisse von Interesse für Akteure im Feld, allerdings auch Ergebnisse von theoretischem Interesse. Zugang I: Umweltpsychologie Die Umweltpsychologie als Disziplin zur Beschreibung und Erklärung von Mensch- Umwelt-Wechselwirkungen geht grundsätzlich davon aus, dass Menschen (und als Aggregat dieser auch soziale Systeme) nach Passungen suchen zwischen einerseits objektiv-physikalischen Merkmalen von Wohn-, Lern- und eben auch Arbeitsumwelten und andererseits den Programmen (Abläufen), die in diesen Umwelten stattfinden /7/. Nicht-Passungen versuchen wir durch Interventionen zu verändern. Die Frage nach dem manning (Personalausstattung) eines Settings ist dann von wesentlicher Bedeutung, wenn eine vom Programm erwartete Ausstattung (a) unter- oder (b) überschritten wird (undermanning vs. overmanning). Resultat von (a) kann eine neue Aufgabenverteilung bzw. Verantwortungsübernahme durch Akteure im Setting sein /8, 9/; Resultat von (b) kann beispielsweise ein regelbasiertes Rearrangement des Settings einschließen. Gelingen die Anpassungsmaßnahmen ( deviation countering ) nicht, kann auch ein Zusammenbrechen des Programms resultieren. Auch außerhalb des behavior setting-konzeptes wurden quantitative Relationen zwischen räumlichen und personalen Entitäten untersucht. Hohe Dichte (density), die wir als Enge (crowding) und damit als unangenehm erleben, versuchen wir, u. a. durch Änderung von Raumnutzung (Expansion, Entzerrung von Tätigkeiten, optische Abschirmung) zu beseitigen. Die crowding-forschung hatte ihre Blüte in den 70er und 80er Jahren /10, 11/ und trug zur Erklärung von Gesundheit und Wohlbefinden /12/ sowie interpersonaler Prozesse wie Aggression und soziale Unterstützung bei /13, 14/. Während das crowding-phänomen zahlreiche Forschungsaktivitäten initiierte, gibt es kaum eine Beschäftigung mit dem Phänomen personeller Unterausstattung von Umwelten. Lediglich in den bereits erwähnten Arbeiten zum defensible space-konzept /4/ und den Aspekten Kriminalität und Vandalismus allerdings in Wohnumwelten. Öffentliche Räume werden gegenwärtig zum Forschungsobjekt /15/, auch unter Aspekten der Unternutzung, etwa von Brachflächen /16/. Während das crowding-phänomen umfänglich untersucht wurde, gibt es zum undermanning-phänomen theoretische Überlegungen, in Arbeitsumwelten allerdings keine Studien. Aus der umweltpsychologischen Forschung ist für das Phänomen Leerstand von Gewerbeimmobilien anzunehmen, dass eine Abweichung von den als normal oder passend (fit) erlebten manning -Zuständen als unan-

3 genehm erlebt wird, insbesondere dann, wenn Interventionen nicht möglich sind oder erscheinen. Zugang II: Arbeitspsychologie und Arbeitswissenschaft Büroumwelten sind Gegenstand umfangreicher arbeitspsychologischer und -wissenschaftlicher Studien. Diese beschäftigen sich mit Entwicklungslinien wie Telearbeit, Desk-Sharing, mobiles Arbeiten, non-territoriale Bürokonzepte, virtuelle Organisationen und deren Konsequenzen. Vor dem Hintergrund sich kontinuierlich verändernder Arbeitsbedingungen und Organisationsformen (mit Bedeutung auch für Büroarbeitsplätze /17/), stellt sich die Frage, ob zunehmender Leerstand von Büroimmobilien als Signal für längerfristige generelle Entwicklungslinien gewertet werden kann (bzw. von Akteuren im Feld gewertet wird). Psychologisch betrachtet wäre eine solche Erklärung entlastend : Wenn zunehmender Leerstand darauf zurückgeführt werden kann, dass beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle und non-territoriale oder non-personale Arbeitsplätze einen geringeren Flächenbedarf bedingen, ist der Effekt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein grundsätzlich anderer, als wenn zunehmender Leerstand als Signal für Entfall oder Verlagerung von Arbeitsplätzen und/oder wettbewerbsbedingter Verkleinerung oder sogar Niedergang von Unternehmen gewertet werden muss. Aus arbeitspsychologischen und -wissenschaftlichen Studien liegt es nahe, auch das weitere Umfeld in seinen mehr oder weniger ausgeprägten Anregungsvalenzen (Innovationsklima, Aufbruchstimmung vs. leerstandbedingte Tristesse) zu thematisieren. Zugang III: Sozialpsychologie Unsere professionelle Identität definieren wir durch unsere individuellen Kompetenzen einerseits und zum anderen durch unsere Zugehörigkeit zu Berufsgruppen bzw. auf Aggregatebene zu Branchen, Institutionen und Organisationen. Die Mitgliedschaft in einem Unternehmen kann auch eine bedeutende Komponente unserer sozialen Identität sein: dem Teil unserer Individualität, welchen wir aus unserer Zugehörigkeit zu Organisationen und ihren Binnendifferenzierungen ableiten /18/. Für das Phänomen Leerstand resultieren aus der Sozialpsychologie Fragen nach dem Effekt auf commitment, corporate identity, allerdings auch gesteigerter sozialer Mobilität, welche sich beispielsweise als Veränderungsbereitschaft (Akzeptanz von Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen) darstellt. Ferner müssen wir erforschen, ob Leerstand Effekte auf individuelle motivationale Aspekte sowie auf Prozesse zwischen Personen (Betriebsklima, Misstrauen in die Zukunft, Stimmung, Austausch von und Suche nach weiteren Informationen) hat und was dies möglicherweise für den Arbeitseinsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedeuten kann. Zugang IV: Wirtschaftspsychologie Ökonomische Akteure entscheiden auf der Grundlage von Kosten-Nutzen- und Effizienzannahmen. Zunehmender Leerstand so können wir annehmen hat einen Einfluss auf diese Entscheidungsprozesse bzw. deren Ergebnis. Von wesentlicher Bedeutung sind dabei die Ursachenzuschreibung (Attribution) registrierter Prozesse (z. B. Effekte der EU-Osterweiterung auf den Markt bzw. das eigene Unternehmen) und zukunftsbezogene Erwartungen an die weitere Entwicklung, ggf. auch bezüglich einer Entspannung der Situation. Wirtschafts- und entscheidungspsychologisch interessant sind ferner Analysen von Kriterien zur Bewertung von Büroimmobilien, auch etwa Unterschiede zwischen Akteuren wie Beratern und anderen Marktteilnehmern. DIE MAINSTREAMS IN DEN MEDIEN Die in den Medien diskutierten Themen lassen sich im Wesentlichen auf fünf Mainstreams reduzieren: 1. Die Standortdebatte in Deutschland: Strukturwandel und regulatorisches Umfeld (Steuern/Arbeitsrecht) fördern Arbeitsplatzabbau und -export. 2. Die Situation des Immobilienmarktes: Wir befinden uns in einer zyklischen und strukturellen Krise mit Überproduktion und Erosion der Nutzernachfrage. 3. Die Professionalität des Marktes ist einerseits in den letzten zehn Jahren messbar gewachsen, während andererseits gleichzeitig die corporate-governance-debatte in der Immobilienwirtschaft entflammt ist. 4. Wachsender Leerstand führt zu Forderungen nach Transparenz und wirft Bewertungsfragen bei Banken und Immobilienfonds auf. 5. Mensch und Psyche im Leerstandsszenario werden erkennbar diskutiert. Zu Letzterem fällt allerdings auf, dass ein Bezug zu aktuellen psychologischen Theorien kaum und eine systematische, psychologisch fundierte Forschung überhaupt nicht gegeben sind. Angesichts der Aktualität des Themas ist dies nicht verwunderlich, signalisiert jedoch Forschungsbedarf, welcher sehr wohl von Akteuren aus dem Feld wahrgenommen wird. SPEZIFIZIERUNG DES FORSCHUNGSBEDARFS Die Analysen sowohl der theoretischen Grundlagen als auch der Informationen aus dem Feld legen eine grundlagenbasierte Explorationsstudie nahe. Grundsätzlich könnte diese sehr umfangreich ausgelegt werden etwa im Stile großer Umfragen. Der vorliegende Rahmen lässt dies zunächst nicht zu, so dass ein alternatives empirisches Vorgehen gewählt wurde, welches zunehmend in der problemzentrierten psychologischen Forschung eingesetzt und von Dörner und Mitarbeitern als Sondenansatz bezeichnet wird /19/. Im Gegensatz zu breit angelegten Untersuchungen, welche Repräsentativität der Probandinnen und Probanden anstreben, setzt 41

4 MAGDEBURGER WISSENSCHAFTSJOURNAL 1-2/ der Sondenansatz auf die Expertise von Akteuren im Feld und strebt an, ihr Wissen für explorative Phasen der Forschung nutzbar zu machen. Die Sonde geht somit eher in die Tiefe als in die Breite. Sie hat zwei wesentliche Vorteile, indem sie die Expertise von Akteuren im Feld nutzt und detailreichere Fragestellungen gestattet /6/. Nachteile hingegen resultieren aus der kleineren Probandenzahl, welche für einige statistische Analysen kritisch ist und nur sehr zurückhaltende Interpretationen ermöglicht. Allerdings sollen explorative Analysen eher detaillierte Fragestellungen aufzeigen, denn beantworten, so dass der Nachteil vertretbar ist. In der vorliegenden Studie haben die als Informationsgeber avisierten Immobilienexperten eine Doppelfunktion: In der ersten können sie als Experten aus dem Feld aggregierte Informationen ihre Analysen, Eindrücke und Bewertungen über andere Akteure einbringen. Diese nehmen wir in voller Akzeptanz möglicher subjektiver Verzerrungen und Voreingenommenheiten ernst. Wie auch in anderen Zusammenhängen /20/ betrachten wir soziale Repräsentationen /21/ als Indikatoren für das Funktionieren sozialer Systeme. Zuschreibungen, Bewertungen und andere Kognitionen bedingen Entscheidungen und insgesamt das Agieren im System. Werden sie von deutlich das Systemverhalten bedingenden Akteuren erfasst ( Schlüsselpersonen ) so liefern sie möglicherweise deutlichere Hinweise auf das Systemverhalten als repräsentative Analysen. Die zweite wesentliche Funktion der avisierten Experten bezieht sich nicht auf zugeschriebene, sondern auf unmittelbarere Aspekte: Ihre eigenen Bewertungen, so nehmen wir an, sind von gleicher Bedeutung für das Funktionieren des sozioökonomischen Systems. Die hier avisierten Akteure sind zumindest teilweise verantwortlich für diejenigen Systemmerkmale, welche das Verhalten anderer Akteure im System bedingen. Gessner und Bruppacher sprechen in diesem Zusammenhang von Bedingungsverantwortlichkeit /22/. Diese manifestiert sich darin, in welchem Umfang beispielsweise Flächen zusätzlich genutzt und bereitgestellt, nicht mehr genutzt oder umgenutzt werden; allerdings auch darin, welche Einschätzung und Stimmung am Markt herrscht und wie sich diese auswirkt. DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG Probanden Fachleute aus der Immobilienbranche wurden durch einen -Newsletter, der regelmäßig an Kunden von Cushman& Wakefield/Healey & Baker versandt wird, mittels Anschreiben und im persönlichen Gespräch der Berater mit ihren Kunden auf die Studie aufmerksam gemacht. Der Fragebogen war von Mai bis Juli 2004 online gestellt. Die URL war nicht verlinkt und lediglich den Zielpersonen der Studie bekannt. Dadurch war nachweisbar gewährleistet, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr ernsthaft mit der Studie auseinandersetzten. Insgesamt haben 127 Fachleute aus der Immobilienbranche den Fragebogen beantwortet. Die Mehrzahl waren Angestellte (37), gefolgt von leitenden Angestellten bzw. Bereichsleitern (31). Die größte Gruppe der Probanden war zwischen 36 und 40 Jahren alt (32), gefolgt von der Gruppe der 26- bis 30-Jährigen (22) (einige Altersangaben fehlen). Implikationen für statistische Analysen Ursprünglich war eine größere Stichprobe als die schließlich resultierenden 127 Probanden angestrebt. Häufigkeitsbedingt beschränken wir uns auf nur einige Vergleiche zwischen Gruppen; u. a. Analysen von Prädiktoren und damit Zusammenhängen zwischen Variablen, welche über die üblichen rein deskriptiven Auswertungen deutlich hinausgehen und eine theoriebasierte Interpretation ermöglichen. Gruppenbildungen führen zu teilweise sehr kleinen Fallzahlen, was bei einer Zerlegung der Stichprobe in z. B. 5 x 3 x 2=30 bzw. sogar 5 x 3 x 3=45 Gruppen und 127 Probanden nicht verwunderlich ist. Die durchgeführten Tests suchen nach überzufälligen Verteilungen. Eigentlich sollten nach Zeilen- und Spaltensummen erwartete Häufigkeiten nicht unter 5 liegen. Dies Kriterium wird gelegentlich verletzt, so dass einige signifikante Ergebnisse streng genommen nur als Hinweise interpretiert werden dürfen, die weitere Analysen nahe legen. Dennoch zeigen sich an zahlreichen Vergleichen deutliche Effektstärken für Signifikanzen, so dass insgesamt eine befriedigende Interpretationssicherheit gegeben ist. ERGEBNISSE UND INTERPRETATION Allgemeine Einschätzung der Abwärtsbewegung der Büroimmobilienmärkte Fast zwei Drittel (61,5 %) der Befragten haben mit einer Abwärtsbewegung des Büromarktes gerechnet. 15,4 % halten die Entwicklung der Büromärkte für eine normale Konsolidierungsphase, 10,7 % waren von der Entwicklung überrascht, 12,3 % halten sie für dramatisch. Hier stellt sich die Frage nach der Interpretation einer solchen mehrheitlich vorgenommenen ex post facto -Erklärung; vergleichbar etwa der des Platzens der Blase am Neuen Markt. Wenn mehrheitlich erwartet, warum wurde dann weiter investiert? Ist dies nicht ein Widerspruch? Zumindest bleibt die Interpretation, dass die Marktteilnehmer offenbar gelernt haben. Aus der Krise lernen heißt an dieser Stelle möglicherweise, zukünftig besser vorbereitet sein zu wollen. Die immerhin auf der Skala zu beobachtende Varianz erlaubt es, nach Unterschieden zwischen den sehr und den wenig Überraschten zu forschen, welche sich in den weiteren Fragen zeigen. Betroffenheit der Befragten bzw. des Unternehmens, in dem sie tätig sind, von der Büromarktkrise Fast 60 % der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen Leerstände entstanden sind. Obwohl die vorliegende Untersuchung

5 nicht Repräsentativität anstreben kann, sondern sich bewusst an Branchenexperten wendet, ist diese in etwa ausgewogene Verteilung interessant. Wir können davon ausgehen, dass sämtliche Befragte Zeugen der Büromarktkrise sind und gut 50 % darüber hinaus eine eigene Anschauung haben. Dadurch sind weitere Analysen möglich, welche diese Erfahrung zu einem so genannten Prädiktor machen, also einer Variablen, welche Ausprägungen anderer erklärt. Hat persönliche Leerstandserfahrung beispielsweise einen Einfluss auf Ursachenerklärungen oder die Erwartung, Einfluss nehmen zu können oder Entscheidungen? Wir werden dem weiter unten nachgehen. Fast 40 % der Befragten fühlen sich oder ihr Unternehmen durchschnittlich von der Büromarktkrise betroffen, nahezu 25 % empfinden massive Betroffenheit. Zwischen eigenen Leerstandserfahrungen und Betroffenheit gibt es einen erwarteten Zusammenhang (χ 2 (4) = 26,956, p <.000): Leerstandserfahrene sind selbstverständlich stärker von der Krise betroffen. Dies erhält besondere Relevanz vor dem Hintergrund, dass fast zwei Drittel der Akteure den Einbruch der Immobilienmärkte erwartet hatten; diese bringen, wie weiter vorne berichtet, eher zum Ausdruck, die Entwicklung erwartet zu haben, und sie sind auch weniger betroffen. Da wir keine Längsschnittsanalyse machen konnten, bleibt auch hier eine Unsicherheit in der Interpretation von Kausalzusammenhängen. Zwar wäre es schön, eine Kausalkette von Format Erwartung der Krise > weniger Leerstand > weniger Betroffenheit formulieren zu können dies gestattet die vorliegende Studie leider nicht. Dennoch können wir auch mehr oder wenig berichtete Betroffenheit zum Prädiktor machen und auch nachweisen, dass für die befragten Experten die skizzierte Kausalkette offenbar eine konsistente Sicht auf das Phänomen darstellt /23/: Sonst fänden wir empirisch das dargestellte Muster nicht. Bewertung der Abwärtsbewegung Von den fast zwei Dritteln der Befragten, die die Krise an den Büromärkten für vorhersehbar hielten, bezeichnen 27 sich bzw. ihr Unternehmen als durchschnittlich und 20 massiv von den negativen Entwicklungen betroffen (Abb. 1). Hier sehen wir eine signifikante Abweichung bei gar nicht oder kaum Betroffenen: In der Bewertung der Entwicklung als normale Konsolidierungsphase, woraus eine überzufällige Bewertung durchschnittlich oder massiv Betroffener als überraschender Einbruch/dramatische Entwicklung resultiert (χ 2 (12) = 24,768; p <.05). Es deutet sich hier ein Zusammenhang zwischen Betroffenheit und Bewertung an, der allerdings in einer ex post facto -Studie nicht hinlänglich geklärt werden kann. Möglicherweise dürfen aus Konsistenzgründen /23/ oder zur Vermeidung kognitiver Dissonanz /24/ besonders Betroffene die Entwicklung nicht erwartet haben bzw. als normale Konsolidierungsphase erleben. Aufschluss können nur weitere Studien geben. Organisatorische Konsequenzen entstandenen Leerstands und deren Bewertungen 56 % der Befragten gaben an, dass es aufgrund des Leerstands in ihrem Unternehmen zur Konzentration der Büroflächen und/oder Umstellungen in den verbliebenen Bereichen kam. 52 % der Probanden gaben an, dass ihr Mietvertrag wegen des Leerstandes geändert wurde bzw. kleinere Flächen bezogen wurden. 48 % der Befragten berichteten, dass Flächen untervermietet wurden, und 36 % der Befragten gaben an, dass es zu einer flächenmäßigen Vergrößerung der verbliebenen Arbeitsbereiche kam. Besonders bemerkenswert scheint uns in detaillierten Analysen auf erwartungs- x werttheoretischer Grundlage /25/, dass es keine Zusammenhänge gibt zwischen der Bewertung der aus zunehmendem Leerstand resultierenden Konsequenzen und der Frage, ob die Akteure Leerstandserfahrungen im eigenen Unternehmen haben. In Abbildung 2 wird dies exemplarisch für die mögliche Konsequenz flächenmäßige Vergrößerung verbleibender Arbeitsbereiche (35,9 % Nennungen) dargestellt. Hier resultiert ein nicht signifikantes Ergebnis bei Analysen des Zusammenhangs von Bewertung und Leerstandserwartungen (χ 2 (5) = 4,625; n. s.). Ähnliche Muster zeigen sich für die erfragten Konsequenzen Konzentration/ Umstellung verbleibender Arbeitsplätze (55,5 %), Untervermietung (49,2 %) und Mietvertragsänderung/kleinere Fläche (51,6 %). Leerstand so die Schlussfolgerung hat auch keine organisatorischen Implikationen, die als positiv gewertet bzw. als Entwicklungschance wahrgenommen werden. Veränderungen bei Mitarbeitern im Zusammenhang mit zunehmendem Leerstand Analysiert man die theoriebasiert vorgegebenen, möglichen Veränderungen gemeinsam mit der erfassten Veränderungsrichtung durch zuneh- Abbildung 1 Bewertung der Abwärtsbewertung am Immobilienmarkt x Betroffenheit von der Entwicklung (beobachtete Häufigkeiten) Abbildung 2 Bewertung flächenmäßiger Vergrößerung verbleibender Arbeitsplätze als organisatorische Konsequenz zunehmenden Leerstandes x Leerstandserfahrung (beobachtete Häufigkeiten) 43

6 MAGDEBURGER WISSENSCHAFTSJOURNAL 1-2/2005 Abbildung 3 aus zunehmendem Leerstand resultierende Veränderungen bei Mitarbeiter/innen (prozentuale Nennungen x deren Bewertung; N=127) Abbildung 4 Veränderung von Leistungsmotivation und Engagement als Konsequenz zunehmenden Leerstands x Bewertung Abbildung 5 Effekte benachbarten Leerstands auf Stimmung/Motivation x Bewertung Abbildung 6 Effekte benachbarten Leerstands auf Reflektion/Diskussion der eigenen Situation x Bewertung 44 menden Leerstand, dann resultiert ein interessantes Bild (Abb. 3): 38,3 % der Befragten gaben an, dass mit zunehmendem Leerstand die Bereitschaft zur Weiterqualifikation der Mitarbeiter gestiegen ist. Über die Hälfte der Befragten (52,3 %) benannte eine Verschlechterung des Betriebsklimas und der Stimmung im Unternehmen. Werden Verschlechterungen von Leistungsmotivation und Engagement konstatiert (Abb. 4), so werden diese auch als eher bis sehr wesentlich betrachtet (χ 2 (10) = 37,900; p <.000). Allerdings wird offenbar auch dann, wenn sie eintritt, eine Verbesserung als wesentlich betrachtet. Gleiche Muster resultieren für Betriebsklima und Stimmung im Unternehmen x Bewertung (χ 2 (10) = 46,603; p <.000), Corporate Identity x Bewertung (χ 2 (10) = 56,588; p <.000), Akzeptanz von Organisationsentwicklungsmaßnahmen x Bewertung (χ 2 (10) = 36,488; p <.000). Dies mag laienpsychologisch unmittelbar nachvollziehbar und selbstverständlich sein. Dennoch: Die psychologische Forschung im Rahmen der Erwartungs- x Werttheorie zeigt, dass Bewertung und Gewichtung orthogonal zu sehen sind, obwohl sie nicht selten zusammenhängen. Für den Umgang mit Bewertungszusammenhängen, welche ja stets unter dem Aspekt daraus resultierender Entscheidungen zu sehen sind, ergeben sich daraus Implikationen: Es kann durchaus ein Weg sein, diejenigen Merkmale stärker in den Blick zu nehmen (z. B. in Interpretationen durch Branchenexperten, die sich explizit mit dem Phänomen Leerstand befassen), welche nicht als positiv zu bewerten ins Auge fallen oder anders ausgedrückt: Auch Anregungen zur Umbewertung können trotz noch nicht eintretender Veränderungen einen positiven Effekt haben. Informationsfluss Die befragten Akteure haben vorwiegend durch ihre Analyse der Entwicklung (N = 81), von Betroffenen (N = 71) oder im Vorfeld aus der Gerüchteküche (N = 58) von Leerständen erfahren. Ein kleinerer aber für nachfolgende Studien bzw. Analysen sehr interessanter Teil der Probandinnen und Probanden hat von anderen Kollegen im Nachhinein (N = 34) oder erst nach der Räumung der Arbeitsplätze (N=18) von den Leerständen

7 Kenntnis genommen. 27 Probanden haben Leerstände selbst veranlasst. Nur 11 Probanden wurden systematisch (vom Betriebsrat) informiert. Es lässt sich daraus schlussfolgern, dass das System noch keine systematischen Kommunikationsmuster etabliert hat, was aus kontrolltheoretischer Sicht /26/ Konsequenzen für Akteure im Feld hat. Leerstände in der unmittelbaren Nachbarschaft Die deutliche Mehrzahl der Befragten gab an, Leerstand als Konsequenz einer wirtschaftlichen Krise eines Nachbarn erlebt zu haben. 74 Befragte erlebten den Leerstand beim Einzug in ein unvollständig vermietetes Gebäudes und 59 als Konsequenz durch den Wegzug eines benachbarten Unternehmens. Hier sehen wir deutlich, dass es neben einhellig negativen und als wesentlich erachteten (Stimmung, Motivation; χ 2 (10) = 39,953; p <.000; Abb. 5) durchaus auch Effekte gibt Abbildung 7 Bewertung der Effekte benachbarten Leerstands: Berater vs. andere Gruppen (Reflektion, Diskussion; χ 2 (10) = 48,722; p <.000; Abb. 6), die dann, wenn sie als wesentlich erachtet werden, bemerkenswerterweise von einem Teil der Befragten als positiv, von einem anderen als negativ bewertet werden. Detailliertere Analysen werden versuchen, hier weitere Zusammenhänge aufzudecken. Benachbarter Leerstand hat eher Effekte auf weiche Faktoren denn auf harte wie etwa Änderung der Raumnutzung (χ 2 (10) = 55,375; p <.000), wie ein Vergleich zwischen Beratern und den gepoolten Angehörigen anderer Gruppen zeigt (F (2,91) = 7,144, p =.001, eta 2 =.136; multiv.; Abb. 7). Ursachenerklärungen für den Einbruch im Büroimmobilienmarkt Differenziert nach den Bewertungen durch Berater vs. Angehörige der anderen Gruppen zeigt sich hier eine, für die Akteure im Feld sicherlich interessante, Bewertungsrangreihe (Abb. 8). Interessanterweise wird den arbeitswissenschaftlich begründbaren Faktoren desk sharing; Trend zu home offices die geringste Bedeutung beigemessen, während die von den Akteuren selbst nur mittelbar beeinflussbare gesamtwirtschaftliche Entwicklung an prominenter Stelle genannt wird. Die psychologischen Implikationen werden noch diskutiert. In der EU-Osterweiterung wird für den deutschen Büromarkt ein höheres Risiko gesehen, als für das eigene Unternehmen angenommen wird (Abb. 9). Ein derartiger Unterschied zwischen den beiden Kriterien ist typisch. Wir bezeichnen eine generell Abbildung 8 Ursachenerklärungen für die Entwicklung am Immobilienmarkt, differenziert nach Beratern vs. gepoolten anderen Akteuren Abbildung 9 EU-Osterweiterung als Risikofaktor: Berater vs. andere Gruppen 45

8 MAGDEBURGER WISSENSCHAFTSJOURNAL 1-2/2005 Weise für das eigene Unternehmen verzögert (Abb. 11). Etwas zugespitzt formuliert: Die anderen werden s schon richten! Hier wie möglicherweise auch für andere wirtschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik und darüber hinaus stellt sich die Frage, wer für den Aufschwung sorgen soll, wenn das eigene Unternehmen offenbar erst später (oder überhaupt nicht mehr) expandiert? Auch dies ist psychologisch nicht unerheblich: Das Hannemann, geh Du voran -Prinzip (Märchen von den sieben Schwaben) lässt eher auf Zurückhaltung denn auf Initiative schließen. Abbildung 10 Bewertung der Abwärtsbewegung am Immoblienmarkt x Bewertung von Kriterien für die Auswahl geeigneter Büroflächen 46 beobachtete Tendenz, ein Risiko für die eigene Person/eigene Gruppe im Vergleich zu anderen als geringer einzuschätzen, als positive Illusion /27/ und haben diese in verschiedenen Zusammenhängen (Straßenverkehr, Exponiertheit gegenüber Naturgefahren) nachgewiesen. Kriterien für die Auswahl geeigneter Büroflächen In Abbildung 10 zeigt sich inbemerkenswerter Weise, dass diejenigen, für die sich die Veränderung als dramatische Entwicklung darstellt, nahezu sämtlichen Kriterien eine geringere Relevanz beimessen. Aus entscheidungstheoretischer/-psychologischer Sicht ist dies ein ausgesprochen wichtiges Ergebnis: Wird die Entwicklung als dramatisch betrachtet, verschieben sich nicht etwa die Entscheidungskriterien, sondern ihre Bedeutung sinkt insgesamt. Die Akteure sind also zunehmend unsicher in ihren Entscheidungen mit der wahrscheinlichen Konsequenz, dass sie eher nichts tun, als zu agieren. In anderen Anwendungsbereichen der Psychologie, insbesondere der Klinischen Psychologie, nennen wir den sich hier andeutenden Effekt Erlernte Hilflosigkeit /28, 29, 30/. Ihn hier für die offenbar, um es drastisch auszudrücken geschockten Akteure im Feld anzutreffen, ist bemerkenswert. Annahmen zur Belebung der deutschen Büroimmobilienbranche Dem Mediendiskurs entsprechend, wurde für die Branche moderat ab 2005, deutlicher in 2006, eine Belebung erwartet bemerkenswerter ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE Die aus dem Bauch heraus (im Feld) entstandene Vermutung, dass Menschen, die Leerstand beobachten oder von ihm betroffen sind, eine bedeutende Rolle im Leerstandsszenario spielen, wurde durch die vorliegende Untersuchung bestärkt. Dem weichen Faktor Mensch, bislang bei der betriebswirtschaftlichen Betrachtung von Leerstand wie auch in den Diskussionen der Medien weitestgehend unberücksichtigt, muss erheblich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden als bisher. Dies wird durch die Angaben der Befragten deutlich zum Ausdruck ausgebracht: So haben spezifische Erfahrungen mit zunehmendem Leerstand einen Einfluss auf die Beurteilungen der wirtschaftlichen Lage, sowohl der eigenen als auch der gesamtwirtschaftlichen, und bedingen damit Erwartungen und schließlich auch marktbeeinflussende Entscheidungen. Abbildung 11 Zukunftsbezogene Erwartungen (* für eigenes Unternehmen nicht vorgegeben) Besonders aufschlussreich war die Analyse der Bewertungen, welche die Befragten abgaben. Die zu bewertenden Kriterien wurden theoriebasiert und auf der Basis des bestehenden Mediendiskurses entwickelt. Analysiert wurden die Bewertungen der Befragten in Bezug auf die organisatorischen Konsequenzen zunehmenden Leerstands, die Effekte auf die Mitarbeiter sowie die Effekte für den Markt.

9 Ausgewählte anwendungsbezogene Detailergebnisse im Überblick: Das Phänomen Leerstand wird sehr ernst genommen. Dort, wo Leerstand Effekte hat, werden diese als wesentlich erachtet. Dies betrifft sowohl positive Effekte, zum Beispiel eine zunehmende Bereitschaft zur Weiterqualifikation, als auch negative, zum Beispiel die Auswirkungen auf die Stimmung und Motivation von Mitarbeitern. Trotz einiger positiver Effekte von Leerstand, wie zum Beispiel die zunehmende Bereitschaft der Mitarbeiter zur Weiterqualifizierung, dominieren die negativen. Hervorzuheben sind hier besonders weiche Faktoren, wie beispielsweise Betriebsklima und Stimmung, mit ihren entsprechenden Auswirkungen auf die Motivation und Produktivität, die man hier unterstellen kann. Negative Effekte werden offensichtlich nicht nur bei Leerstand im eigenen Haus wahrgenommen, sondern auch bei Leerstand im Umfeld benannt. Die flächenmäßige Vergrößerung verbleibender Arbeitsbereiche wird neutral bewertet. Dies hat überrascht, denn erwartet worden wäre eher ein negativer oder bedrohlicher Effekt. Wenn Flächen leer werden, bedeutet dies nicht, dass ein eventuell vorhandenes crowding-problem gelöst wird. Ein Umkehrschluss ist ebenfalls nicht möglich. Die Befragten der Studie reagieren gleichgeschaltet, das heißt auch dort, wo Flächenbedarf bestehen könnte, wird dessen leerstandsbedingte Befriedigung nicht explizit positiv gesehen. Dies führt zu einem Aufschaukeln der Effekte und einer mangelhaften Kompensation durch unterschiedlich orientierte Akteure im Markt; Nachfrage wird eher unterdrückt als befriedigt. Im Umgang mit Büroflächen wird Leerstand eher zum Anlass für vorsichtiges Agieren genommen. Der Trend schlägt sich in den eigenen Entscheidungen nieder, weshalb es eher zu weiterer Konzentration als zur Expansion kommt. Das Phänomen des kumulativen Leerstandseffekts tritt ein: es wird nicht nur der Versuchung zu expandieren widerstanden, sondern sie wird sogar negativer bewertet als die aus Leerstand resultierenden Impulse zur Konzentration. Bestehender Leerstand führt zu weiterem Leerstand. Die Bewertungen von Immobiliennutzern und Immobilienberatern unterscheiden sich wesentlich. Insgesamt lässt sich feststellen, dass Berater auf verschiedenen Dimensionen zu ausgeprägteren Einschätzungen neigen als die (gepoolten) Angehörigen anderer Gruppen. Berater beurteilen beispielsweise die Auswirkungen von Leerstand in der Nachbarschaft als signifikant wesentlichen Einfluss auf die Stimmung und Motivation der Mitarbeiter sowie auf die Reflektion und Diskussion der eigenen Situation als Immobiliennutzer. Die in der Arbeitswissenschaft diskutierten langfristigen Wirkfaktoren desk sharing und Trend zu home offices waren für die Befragten weniger wesentlich als die kurzfristige gesamtwirtschaftliche Entwicklung und sich nun herausstellende Fehler der Vergangenheit (Bauboom). Externe wirtschaftliche Faktoren, wie zum Beispiel die EU-Osterweiterung, werden von den von Leerstand Betroffenen für wichtiger erachtet als von weniger stark Betroffenen. Dieser Effekt ist sowohl bezogen auf die Bewertungen des eigenen Unternehmens als auch bei der Bewertung des Marktes insgesamt vorzufinden. Insbesondere Letzteres deutet darauf hin, dass stark vom Büroleerstand Betroffene generell geringere Erwartungen ausbilden, auf das Geschehen Einfluss nehmen zu können ( geringe Kontrollerwartungen ) als weniger von Leerstand Betroffene. Diejenigen, für die sich die Veränderung als dramatische Entwicklung darstellt, messen nahezu sämtlichen Kriterien zur Auswahl von Büroimmobilien (Kundennähe, Verkehrsanbindung etc.) eine geringere Relevanz bei. Die Akteure sind offenbar zunehmend unsicher in ihren Entscheidungen, wenn sie von Leerstand betroffen sind. Dies hat wahrscheinlich zur Konsequenz, dass sie eher nichts tun, als zu agieren. In der Psychologie wird dieses Handlungsmuster mit erlernter Hilflosigkeit beschrieben. Für die Immobilienbranche erwarten die Befragten für 2005/2006 eine Belebung für das eigene Unternehmen wird jedoch von einem späteren Zeitpunkt für eine wirtschaftliche Belebung ausgegangen. Daraus lässt sich schließen, dass die Erwartung besteht, die anderen werden s schon richten. Hier deutet sich etwas an, das als Hannemann, geh Du voran -Prinzip bezeichnet werden kann. Die gewählte Methode der theoriegeleiteten und feldbezogenen exporativen Analyse hat, wie erwartet, einige Fragen mit vorsichtigen Interpretationen beantworten können und zahlreiche ausgeworfen, deren Beantwortung systematischen detaillierteren Analysen vorbehalten bleibt. AUSBLICK Die Analyse weicher Dimensionen des Leerstands von Gewerbeimmobilien bietet einen (exemplarischen) Einblick in diejenigen Aspekte, die in ökonomischen Zusammenhängen nicht selten und vorwiegend von Fachfremden mit Psychologie gleichgesetzt und damit als jenseits der Rationalität entscheidender Akteure liegend bewertet werden. Die Analysen zeigen, dass psychologische Wirkmechanismen empirisch fassbar und unter Rückgriff auf die Grundlagenforschung erklärbar sind: Betroffene und Marktteilnehmer nehmen umgebenden oder mittelbar zugänglichen Leerstand (als Signal ggf. bedrohlicher Entwicklungen) durchaus rational wahr, assoziieren diesen mit stimmungsbildenden Erwartungen und handeln bzw. entscheiden auf dieser Grundlage. Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster sowie positionsabhängige Voreinge- 47

10 MAGDEBURGER WISSENSCHAFTSJOURNAL 1-2/2005 nommenheiten in ihren Ausprägungen sind psychologisch plausibel. Neben anwendungsrelevanten Aspekten resultieren für die Grundlagenforschung zwei Ergebnisse: Das Thema vacancy wird erstmals in allgemeinerer Form analysiert. Bisherige Arbeiten waren bedingt durch den Gegenstand privater Wohnbereich konfundiert mit den insbesondere in den 80er Jahren umfassend analysierten Themen Privatheit und defensible space /31, 32, 33, 34, 35/. Durch die hier erfolgte Analyse im öffentlicheren Raum (Arbeitsumwelten) werden Erkenntnisse verfügbar, welche diese Konfundierung nicht aufweisen. Es kann damit eine Forschungslinie weitergezeichnet werden, die mit dem undermanning-konzept, auch wenn dies im Zusammenhang mit Arbeits(platz)zufriedenheit erarbeitet wurde /9/, nur teilweise die durch den Gegenstand vacancy resultierenden Fragen aufgreift. Das zweite grundlagenwissenschaftlich interessante Resultat der Studie ergibt sich aus dem Zusammenwirken der Dimensionen, welches typischerweise nur in anwendungsnahen Fragestellungen analysierbar ist: Während sich die Grundlagenforschung auf ausgewählte Aspekte konzentriert und diese (analog zu einer Tiefenbohrung) analysiert (z. B. im experimentalpsychologischen Labor), versteht sich die problemzentrierte Anwendungsforschung als Komplement dazu, mit dem Ziel des Erreichens höherer ökologischer Validität /36, 37, 38/, also einer Sicht auch in die Breite. Erst aus dem Wechselspiel von Feld- und Laborstudien erschließt sich ein so komplexer Gegenstand wie die Eindruckswirkung von Leere. Denkbar ist es, in Nachfolgeuntersuchungen im Labor einige der Bedingungen, die in Feldstudien kovariieren, zu disaggregieren und gezielt in ihrer Auswirkung zu analysieren. Dies muss sich nicht auf wahrnehmbare materiell-räumliche Aspekte beschränken. Auch die der Bewertung zu Grunde liegende Marktdynamik könnte in Form entsprechender (experimentell manipulierbarer) Indizes bzw. deren Entwicklungslinien als Stimuli gesetzt und so in ihrem Effekt auf leerstandsbezogene Bewertungen analysiert werden. Aktuelle psychologische Arbeiten zum Zusammenhang von Stimmungen und Kognitionen würden dadurch eine Bereicherung erfahren, dass Stimmungen nicht nur individuumzentriert, sondern in dem Sinne thematisiert werden, wie sie sich überindividuell konfigurieren: als Stimmung der Marktes. Insgesamt zeigt sich, dass eine Anregung von außen (in diesem Falle aus der Immobilienbranche) nicht nur zur Entwicklung anwendungs-, sondern auch grundlagenwissenschaftlich interessanter Vorhaben führen kann. Literatur 48 /1/ Sechs Fragen im Stehen, in Die Zeit, Nr. 9 vom , S. 43. /2/ Cushman & Wakefield/Healey & Baker (C&W/H&B), Linneweber, V. Menschen im Fokus von Veränderungen: Wesentliche psychologische Dimensionen des Leerstands. in Kundenkonferenz Es geht um mehr als die Miete: Phänomen Leerstand von Gewerbeimmobilien die wahren Kosten. Frankfurt, /3/ Beyerle, T. Die Analyse des Leerstands. in EUROFORUM-Konferenz Herausforderung Leerstand. Berlin: EURO- FORUM, 7./ /4/ Newman, O., Defensible space. New York, NY: MacMillan, /5/ Newman, O., Reactions to the defensible space study and some further findings. International Journal of Mental Health, 4(3): 48-70, /6/ Linneweber, V., Wer sind die Experten? User needs analysis (UNA), post occupancy evaluation (POE) und Städtebau aus sozial- und umweltpsychologischer Perspektive, in Psychologie des Wohnungs- und Siedlungsbaus: Psychologie im Dienste von Architektur und Stadtplanung, H.J. Harloff, Editor. Verlag für Angewandte Psychologie: Göttingen; Stuttgart , /7/ Barker, R.G., Ecological Psychology. Stanford, CA: Stanford University Press, /8/ Greenberg, C.I., Toward an integration of ecological psychology and industrial psychology: Undermanning theory, organization size, and job enrichment. Environmental Psychology and Nonverbal Behavior, 3: , /9/ Oxley, D. & Barrera, M., Undermanning theory and the workplace: Implications of setting size for job satisfaction and social support. Environment and Behavior, 16(2): , /10/ Freedman, J.L., Crowding and behavior. San Francisco, CA: Freeman, /11/ Stokols, D., On the distinction between density and crowding: Some implications for future research. Psychological Review, 79: , /12/ Dean, L.M., Pugh, W.M. & Gunderson, E.K.E., Spatial and perceptual components of crowding: Effects on health and satisfaction. Environment and Behavior, 7: , /13/ Evans, G.W., Palsane, M.N., Lepore, S.J. & Martin, J., Crowding and social support, in Looking back to the future, H. van Hoogdalem, N.L. Prak, T.J.M. van der Voordt & H.B.R. van Wegen, Editors. Delft University Press: Delft , /14/ Freedman, J.L., Levy, A.S., Welte-Buchanan, R. & Price, J., Crowding and human aggressiveness. Journal of Experimental Social Psychology, 8: , /15/ Schophaus, M., et al., Themenschwerpunkt: Öffentliche Räume (Mit 7 Einzelbeiträgen) Public spaces. Umweltpsychologie, 7(1): 6-94, /16/ Schophaus, M. & Kruse, S., Permanente Temporarität: Brachflächennutzung als Potential für den öffentlichen Stadtraum. Umweltpsychologie, 7(1): 6-22, 2003.

11 /17/ Kelter, J., Office Index 2000, in Office21 Zukunft der Arbeit. Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation: Stuttgart, /18/ Brown, R., Divided we fall: an analysis of relatios between sections of a factory, in Differentiation between social groups, H. Tajfel, Editor. Academic Press: London, /19/ Dörner, D., Hofinger, T. & Tisdale, T., Forschungsvorhaben Umweltbewußtsein, Umwelthandeln, Werte und Wertewandel. Endbericht. Bamberg: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Institut für Theoretische Psychologie, /20/ Hartmuth, G., Deising, S., Fritsche, I. & Linneweber, V., Globaler Wandel im lokalen Kontext: Sylter Perspektiven auf Klimaänderungen, in Sylt. Klimafolgen für Mensch und Küste, A. Daschkeit & P. Schottes, Editors. Springer: Berlin , /21/ Moscovici, S., On social representation, in Social cognition. Perspectives on everyday understanding, J.P. Forgas, Editor. Academic Press: London , /22/ Gessner, W. & Bruppacher, S., Restriktionen individuellen umweltverantwortlichen Handelns, in Umweltgerechtes Handeln: Barrieren und Brücken, V. Linneweber & E. Kals, Editors. Springer: Berlin , /23/ Schkade, D.A. & Kilbourne, L.M., Expectation-outcome consistency and hindsight bias. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 49: , /24/ Festinger, L., A theory of cognitive dissonance. Stanford, Ca.: Stanford University Press, /25/ Feather, N.T., Values, valences, expectations, and actions. Journal of Social Issues, 48(2): , /26/ Preiser, S., Kontrolle und engagiertes Handeln. Entstehungs-, Veränderungs- und Wirkungsbedingungen von Kontrollkognitionen und Engagement. Göttingen: Verlag für Psychologie Dr.C.J.Hogrefe, /27/ Taylor, S.E. & Brown, J.D., Illusion and well-being: A social psychological perspective on mental health. Psychological Bulletin, 103: , /28/ Klein, D.C., Fencil-Morse, E. & Seligman, M.E.P., Learned helplessness, depression, and the attribution of failure. Journal of Personality and Social Psychology, 33: , /29/ Seligman, M.P., Helplessness: On depression, development, and death. San Francisco, CA: Freeman, /30/ Weiner, B. & Litman-Adizes, T., An attributional, expectancy-value analysis of learned helplessness and depression, in Human helplessness: Theory and applications, J. Garber & M.E.P. Seligman, Editors. Academic Press: New York, NY , /31/ Merry, S.E., Defensible space undefended: Social factors in crime control through environmental design. Urban Affairs Quarterly, 16: , /32/ Johnson, E.G., Privacy, interaction, and residential satisfaction in a low income housing development. Unpublished Doctoral Dissertation, Boston University, /33/ Moore, B., Privacy: Studies in social and cultural history. Armonk, NY: Sharpe, /34/ Kruse, L., Privatheit als Problem und Gegenstand der Psychologie. Bern: Huber, /35/ Taylor, R.B., Gottfredson, S.D. & Brower, S., The defensibility of defensible space: A critical review and a synthetic framework for future research, in Understanding crime, T. Hirschi & M. Gottfredson, Editors. Sage Publications: Beverly Hills, CA , /36/ Arkes, H.R., Costs and benefits of judgement errors: Implications for debiasing. Psychological Bulletin, 110: , /37/ Bem, D.J. & Lord, C.G., Template matching: A proposal for probing the ecological validity of experimental settings in social psychology. Journal of Personality and Social Psychology, 37: , /38/ Brunswik, E., Systematic and representative design of psychological experiments. Berkeley, CA: University of California Press, Prof. Dr. phil. habil. Volker Linneweber, geb. 1951, Studium (Dipl.-Psych., Dipl.-Päd.) und Promotion (Dr. phil.) in Münster, Habilitation in Saarbrücken. Studienaufenthalt als Postdoc an der University of California at Irvine, USA Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Jena, Heidelberg, Marburg und Saarbrücken. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Abteilung Globaler Wandel und Soziale Systeme. Seit 1996 Inhaber des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Dekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften ( ), seit 2002 Prorektor für Studium und Lehre der Universität Magdeburg. Volker Linneweber ist Mitherausgeber der Reihen Psychologie Forschung aktuell bei Beltz, (Weinheim), Umweltnatur- und Umweltsozialwissenschaften bei Springer (Heidelberg) sowie im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Umweltpsychologie. Von war Volker Linneweber Sprecher der Fachgruppe Umweltpsychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). 49

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