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2 Witterungsbericht Sommer 2013 Erstellt: September 2013 Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie - Thüringer Klimaagentur - Göschwitzer Str Jena Internet:

3 Witterungsbericht Sommer 2013 Sommer 2013: Hochwasser und Hagel trifft Hochsommer und Hundstage Beginnend mit Hochwasser, gefolgt von zwei Hitzeperioden mit Trockenheit bis hin zu extremen Unwettern mit Hagel im August hatte der Sommer 2013 Extreme an beiden Enden der Skala zu bieten. Insgesamt betrachtet war der diesjährige Sommer ca. 1 C wärmer als das klimatologische Mittel von vorgibt. Der wärmste Monat war der Juli, der regional bis zu 2,5 C über dem Durchschnitt lag. Gleichzeitig fielen im Juli thüringenweit nur ca. 50 % der durchschnittlichen Niederschlagsmenge und die monatliche Sonnenscheindauer lag % über dem klimatologischen Mittel. Dies trifft auch auf den Sommer insgesamt zu, der 30 % unter dem zu erwartenden Niederschlagssoll und 5-20 % über der durchschnittlichen Sonnenscheindauer lag. Im Witterungsbericht zum Frühjahr 2013 wurde bereits die Hochwassersituation Ende Mai diskutiert, die sich jedoch Anfang Juni noch drastisch verschärfen sollte. Am überschritten die Pegel vor allem an Ilm, Saale und Elster die höchste Alarmstufe. Zahlreiche Überschwemmungen waren die Folge. Ursache der stetig steigenden Pegel waren durchgehend hohe Tagesniederschlagsmengen vom (Abb. 2). Meldebeginn Alarmstufe 1 Alarmstufe 2 Alarmstufe 3 Abb. 1: Hochwassermeldepegel am , 12 MESZ (HNZ Thüringen, 2013). 1

4 26.05.,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ 2

5 01.06.,2 MESZ bis ,2 MESZ ,2 MESZ bis ,2 MESZ Abb. 2: 24-stündige Niederschlagssummen von 2 MESZ bis 2 MESZ des Folgetages vom (WetterOnline, 2013). An der Wetterstation Gera-Leumnitz wurden innerhalb dieser acht Tage 130 mm registriert. Das ist die Niederschlagsmenge, die normalerweise (Mittelwert ) im Mai und Juni zusammen fällt. Zwei Wochen nach dem verheerenden Hochwasser folgte die erste Hitzeperiode des Jahres (Abb. 3), die vom für ca. drei Tage anhielt. Mit bis zu 35,7 C (Jena-Sternwarte) war der der wärmste der drei Tage. Abb. 3: Zeitlicher Verlauf von Tagesmittel-, Tagesmaximum- und Tagesminimumtemperatur im Sommer 2013 an der Wetterstation Artern (Datenquelle: DWD). 3

6 Selbst auf der Schmücke gab es mit 30,7 C am einen Heißen Tag (T max 30 C).Dies war nach 1992 (ein Heißer Tag) und 2003 (zwei Heiße Tage) erst der vierte Heiße Tag auf der Schmücke seit Aufzeichnungsbeginn Die zweite Hitzeperiode erstreckte sich vom letzten Juli- bis ins erste Augustdrittel und war somit deutlich länger als die im Juni. Mit 36,7 C (Jena-Sternwarte) steigerte sich auch das Temperaturmaximum im Jahr 2013 für Thüringen noch mal um 1 C. Die zweite Hitzeperiode fiel in den Zeitraum der Hundstage. Die Hundstage sind eine Witterungssingularität (Singularität: Jährlich, zur ähnlichen Zeit, wiederkehrendes Witterungsereignis) im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August und sind im Volksmund als die wärmste Zeit des Jahres bekannt. Statistisch betrachte weist allerdings ausgerechnet der Kern-Zeitraum der Hundstage ( ) in Mitteleuropa unbeständige Südwestwetterlagen auf (BISSOLLI, SCHÖNWIESE; Kalendergebundene Witterungserscheinungen, Nat. Rdsch. 5/1991). Dennoch ist in vielen Jahren die durchschnittliche Tagesmaximaltemperatur im Zeitraum der Hundstage höher, als die von Anfang Juli bis Ende August (Abb. 4). Abb. 4: Zeitlicher Verlauf des Mittelwertes der Tagesmaximaltemperatur vom (Hundstage) und (Juli + August) für die Stationen Artern und Schmücke (Datenquelle: DWD). An der Wetterstation Jena (Sternwarte) wurden dieses Jahr 15 Heiße Tage registriert; drei im Juni, sieben im Juli und fünf im August. Damit setzt sich der Trend zum häufigeren Auftreten von Tagen mit einer Maximaltemperatur von 30 C sichtbar fort (Abb. 5). Die Zunahme der Heißen Tage am Beispiel der Wetterstation Jena (Sternwarte) ist statistisch signifikant. Durchschnittlich betrachtet sind es seit 1951 alle 20 Jahre drei Heiße Tage mehr (d. h. Zunahme von 0,15 Heißen Tagen pro Jahr) geworden. 4

7 Anzahl pro Jahr Jahr Abb. 5: Jährliche Anzahl Heißer Tage (T max 30 C) an der Wetterstation Jena (Sternwarte) (Datenquelle: DWD). Die zweite Hitzeperiode wurde am von schweren Unwettern mit Hagel, Sturmböen und lokalen Überschwemmungen beendet. Deutschlandweit betrachtet gibt es Meldungen von Hagelkörnern bis 14 cm Durchmesser. Weitere Informationen und Fotos z. B. unter: Auch in Thüringen gab es heftige Unwetter. In Artern fielen am innerhalb einer Stunde 30,2 mm Niederschlag (Abb. 6, links). In dieser einen Stunde sind 55 % der gesamten Augustniederschlagsmenge gefallen. Stundenwerte des Niederschlags werden in Artern seit 1995 gemessen. Der bisherige Rekordwert stammt mit 23,9 mm/h vom und wurde dieses Jahr deutlich übertroffen. Im benachbarten Hessen registrierte die Wetterstation am auf der Wasserkuppe eine Gewitterböe von 140 km/h (Abb. 6, rechts). Eine derart hohe Windgeschwindigkeit wurde auf der Wasserkuppe bisher ausschließlich im Winterhalbjahr (Oktober - März) ausgelöst durch starke Sturmtiefs gemessen. Von April bis September gab es seit 1961 keine vergleichbar hohe Windgeschwindigkeit (Abb. 7). Die Gewitterböe hatte ihrer Intensität bezüglich den Charakter eines Orkans. 5

8 Abb. 6: Stundenniederschlagssumme [mm] am von MESZ (links) und Spitzenböen [km/h] des (rechts) (WetterOnline, 2013). Abb. 7: Jahresspitzenböen (schwarz) und Spitzenböen im Sommerhalbjahr (April September) (orange) auf der Wasserkuppe (Datenquelle: DWD). Der Ausklang des meteorologischen Sommers war ab dem zweiten Augustdrittel durch ruhiges Spätsommerwetter geprägt. Bei einer Temperatur von ca. 20 C bis 25 C (Abb. 3), im Bergland darunter, blieb es überwiegend trocken und die Sonne zeigte sich häufig. 6

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