Wohnraum dem Markt entziehen. Kollektive Eigentumsmodelle von Community Land Trust bis Mietshäuser Syndikat

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1 Wohnraum dem Markt entziehen Kollektive Eigentumsmodelle von Community Land Trust bis Mietshäuser Syndikat Sabine Horlitz, Center for Metropolitan Studies, TU Berlin, Vortrag am Institut für Humangeographie, Goethe Universität, 19. Juni 2013

2 Zentrale Fragen 1. Welche rechtlich-organisatorischen Strukturen haben die verschie denen Initiativen entwickelt, um Wohnraum dauerhaft dem Markt zu entziehen? 2. Wie funktionieren die entsprechenden Kontrollmechanismen und Formen der (Selbst)-Verwaltung? 3. Welche Möglichkeiten bieten die alternativen Modelle, um auch in einem größeren Rahmen wirksam zu werden?

3 Wohnraum dem Markt entziehen 1. Gründe für die Untersuchung alternativer Eigentumsmodelle 2. Vorstellung von 3 Modellen kollektiven Eigentums Limited Equity Coops (USA) Community Land Trusts (USA) Mietshäuser Syndikat (Deutschland) 3. Möglichkeiten und Stärken sowie Dilemmata dieser Modelle

4 Gründe für die Untersuchung (hinsichtlich der Funktionsweise des privaten Wohnungsmarkts) Finanz- und Immobilienkrise Wohnraum wurde nicht nur zur Ware, sondern zu einer spekulativen Geldanlage Das Platzen der Immobilienblase führte zu Millionen Zwangsräumungen Gentrifizierung und Desinvestition die Aufwertung städtischer Gebiete führt zu einem Mangel an kostengünstigem Wohnraum und letztlich zur Verdrängung weniger zahlungskräftiger Bewohner der Mangel an Investitionen führt ebenfalls zu einer Verschlechterung der Wohnbedingungen, diesmal durch die Vernachlässigung der Instandsetzungsarbeiten sowie aufgrund von fehlender Infrastruktur

5 Arbeitsthese (hinsichtlich der Funktionsweise des privaten Wohnungsmarkts) Es gibt einen Konflikt und fundamentalen Widerspruch zwischen den warenförmigen und spekulativen Aspekten der Bereitstellung von Wohnraum (der Tatsache, dass dieser auf dem Markt gehandelt werden kann) und seinem eigentlichen, viel grundsätzlicheren Zweck: der Schaffung angemessener und bezahlbarer Wohnverhältnisse für alle

6 Gründe für die Untersuchung (hinsichtlich der der staatlichen Wohnraumversorgung) Privatisierung ehemals gesellschaftlichen Eigentums Seit den 1990er Jahren ist jedoch ein großer Teil des sich ehemals in städtischem Besitz befindlichen Wohnbestands privatisiert worden. Allein in Berlin sind in den letzten Jahren mehr als Wohneinheiten verkauft worden, um den städtischen Haushalt zu entschulden, vor allem an angelsächsische Investoren. Reduzierung, bzw. Einstellung des Sozialen Wohnungsbaus Die Mittel für den Sozialen Wohnungsbau wurden gekürzt, bzw. zum Teil ganz eingestellt.

7 Arbeitsthesen (hinsichtlich der der staatlichen Wohnraumversorgung) In Zeiten massiven Ausverkaufs ehemals gesellschaftlichen Eigentums bieten privatrechtliche Vereinbarung einen besseren und langfristigeren Schutz vor einem spekulativen Umgang mit Wohnraum als der Staat. Eine Untersuchung der Strukturen und Kontrollmechanismen alternativer Modelle kann Impulse für einen neuen öffentlichen Wohnungsbau geben.

8 Modelle kollektiven Wohneigentums Die alternativen Modelle funktionieren unter den gegenwärtigen Bedingungen eines kapitalistischen Marktes, beinhalten aber gleichzeitig auch Aspekte, die darüber hinausweisen. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, die Erwirtschaftung von Profit zu begrenzen oder ganz zu unterbinden, um eine dauerhafte Bezahlbarkeit ihres Wohnbestandes zu garantieren.

9 Limited Equity Coops

10 Community Land Trust

11 Mietshäuser Syndikat

12 Möglichkeiten und Stärken Limited Equity Coops, Community Land Trusts und das Mietshäuser Syndikat: begrenzen, verunmöglichen oder teilen sonst individuellen Profit sichern die langfristige Bezahlbarkeit ihres Wohnraumbestands entziehen ihn dem spekulativen Markt demokratisieren die Bereitstellung und Verwaltung von Wohnraum fördern community control wirken den Prozessen von Gentrifizierung und Desinvestition entgegen schließen die Subventionen in die jeweiligen Projekte ein stellen Wohnraum auf der Grundlage von Bedürfnissen bereit

13 Kritik, Probleme und Dilemmata zu geringes Fördervolumen Schwerpunkt auf der Realisierung von Projekten, statt auf Protest, Widerstand oder der Durchsetzung gezielter politischer Veränderungen Machen die Arbeit, die eigentlich Aufgabe des Staates wäre, und federn so die neoliberale Politik ab, legitimieren und stärken sie sogar

14 mögliche Antworten Die Frage des upscaling ist eine zentrale Herausforderung Die vorgestellten Modelle sind nicht DIE Lösung Dennoch: sind sie als Orte des Testen und Experimentierens sehr wichtig generieren andere Formen des Wissens helfen, auch auf diskursiver Ebene Alternativen aufzubauen Nutzen für gegenwärtige Debatten Umgang mit städtischen Liegenschaften Debatten zur Rekommunalisierung privatisierter städtischer Dienste

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