Wie erkennen Pflegefachpersonen, was Angehörige von onkologischen Patienten brauchen?

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1 Wie erkennen Pflegefachpersonen, was Angehörige von onkologischen Patienten brauchen? Onkologische Pflege Fortgeschrittene Praxis September 2010 Diana Zwahlen Psychoonkologischer Dienst, Inselspital Bern

2 EINFÜHRUNG Wer hat bereits nahestehende, an Krebs erkrankte Personen begleitet? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht, welche Gefühle hatte dies ausgelöst?

3 EINFÜHRUNG Konfrontation mit Tod und Sterben Angst, jemanden leiden zu sehen und zu verlieren Ungewissheit über Zukunft Hilflosigkeit, Nichts tun können Eigene Rolle finden: Mut machen vs resignieren, Selbstfürsorge vs ganz für den anderen da sein, konfrontieren vs schonen, ablenken vs sich auseinandersetzen Akzeptanz eines neuen Partners, neuen Lebens Sich mit den Erwartungen des Umfeldes auseinandersetzen Umgang mit eigener Erschöpfung

4 EINFÜHRUNG NIEMAND IST ALLEINE KRANK Die schwere (Krebs-)Erkrankungen eines Familienmitglieds hat IMMER Auswirkungen auf die ganze Familie Mit Krebspatienten zu arbeiten heisst, mit Emotionen umzugehen: mit den Emotionen des Patienten, der Angehörigen und mit den EIGENEN Gefühlen

5 AGENDA 1.Wie betroffen sind Angehörige? 2.Wie erkenne ich belastete Angehörige? 3.Welche Belastungsfaktoren kennen wir? 4.Wie können Pflegefachpersonen unterstützen? 5. und was machen wir mit unseren Emotionen?

6 Wie betroffen sind Angehörige?

7 WIE BETROFFEN SIND ANGEHÖRIGE? 25 50% der Patienten zeigen psych. Symptome mit klinischer Relevanz, je nach Stadium und Situation (Miovic & Block,2007). Studien zeigen: Partner haben ähnliches Stressniveau (Hagedoorn et al. 2008, Hodges et al. 2005) Patient oder Partner: Frauen zeigen höhere Belastung (widersprüchliche Ergebnisse) (Hagedoorn et al. 2008) Grosse Variabilität der Studienmethodik und der diagnostischen Kriterien

8 WIE BETROFFEN SIND ANGEHÖRIGE? Psychiatrische Störung Existentielle Ängste Stresssymptome (Störung im) Anpassungsprozess Beziehungskonflikte Verlustängste Sorgen

9 WIE BETROFFEN SIND ANGEHÖRIGE? Sorgen Angst Trauer Depression Angststörung Paar oder Familienkonflikt Krise Psychosoziale Unterstützung wenn gewollt Empathische Begegnung Psychotherapeutische Intervention nötig

10 Wie erkenne ich belastete Angehörige?

11 WIE ERKENNE ICH BELASTETE ANGEHÖRIGE? 1. Fragen Sie (Angehöriger oder Patient) 2. Beobachten Sie 3. Denken Sie systemisch

12 MÖGLICHE FRAGEN In Kontakt kommen mit Angehörigen, die schwer zu erreichen sind: Wie geht es Ihnen? ( ) Was meinen Sie damit es geht so? Haben Sie noch Energie, um weiterzugehen? Wächst Ihnen alles über den Kopf?

13 MÖGLICHE BEOBACHTUNGEN hysiologische Zeichen uskelanspannung temfrequenz ittern chwitzen Kognitive Dimension gestresst aufgeregt nicht konzentrieren könnenk Stimmung/Wahrnehmung Verhaltensdimension passiv, erstarrt sehr zurückhaltend ständiges Fragen ständiges Sprechen kritisieren aggressiv sein

14 SYSTEMISCH DENKEN Angehöriger Patient

15 WIE ERKENNE ICH BELASTETE ANGEHÖRIGE? erfragen beobachten- reflektieren (Hypothesen bilden) Stress Beziehungskonflikte Sorgen Verlustangst Existentielle Ängste Depression Anpassungsprozess Bewältigung

16 Welche Belastungsfaktoren kennen wir?

17 Strategien im Umgang mit Belastung Erfahrungen, Biographie Krankheitsfaktoren Beziehung zu Patient Rollenverständnis Belastung Familiäre Situation Wahrnehmung der situationalen Faktoren Kultur/Religion Krankheitsverständnis

18 Wie können k Pflegefachperson unterstützen? tzen?

19 Strategien im Umgang mit Belastung Erfahrungen, Biographie Krankheitsfaktoren Beziehung zu Patient Rollenverständnis Belastung Familiäre Situation Wahrnehmung der situationalen Faktoren Kultur/Religion Krankheitsverständnis

20 WAHRNEHMUNG DER SITUATIONALEN FAKTOREN Kontrollierbarkeit und Vorhersehbarkeit, z.b. Einbezug von Angehörigen, wenn immer möglich: Bsp. keine überraschenden Gespräche Ernst nehmen von Sorgen und Ängsten, Bsp. Suizidalität

21 Strategien im Umgang mit Belastung Erfahrungen, Biographie Krankheitsfaktoren Beziehung zu Patient Rollenverständnis Belastung Familiäre Situation Wahrnehmung der situationalen Faktoren Kultur/Religion Krankheitsverständnis

22 ROLLENVERSTÄNDNIS NDNIS Verantwortungsübernahme Distanziertheit Gefahr der Erschöpfung, Konflikten, Schuldgefühlen.. Keine Bewertung!

23 Strategien im Umgang mit Belastung Erfahrungen, Biographie Krankheitsfaktoren Beziehung zu Patient Rollenverständnis Belastung Familiäre Situation Wahrnehmung der situationalen Faktoren Kultur/Religion Krankheitsverständnis

24 STRATEGIEN IM UMGANG MIT BELASTUNG Bewältigungsstrategien = Versuch, innere emotionale Balance zu halten Jede Person verwendet die Strategien, die er kann. Es macht keinen Sinn, diese Strategien im Moment zu verändern, es geht darum, auf diese Strategien möglichst gut einzugehen.

25 STRATEGIEN IM UMGANG MIT BELASTUNG Der verleugnende Angehörige Angehörige Will Bedrohung nicht wahrhaben Versucht Behandler zu verführen mitzuspielen Starres Verhalten Fachpersonen Gefühl der Ausweglosigkeit Sowohl Mitspielen als auch Konfrontieren erzeugt Schuldgefühle Ganz gleich, was ich mache, es ist falsch..

26 STRATEGIEN IM UMGANG MIT BELASTUNG Der Verleugnung begegnen Fachpersonen: Wahrnehmen der Verzweiflung Akzeptieren der Verleugnung als momentane Bewältigungsstrategie Versuch, starres Festhalten an Verleugnung aufzulockern, ohne Abwehr zu durchbrechen Alternativen anbieten, Gespräch wieder suchen

27 STRATEGIEN IM UMGANG MIT BELASTUNG Emotionen ignorieren Kommunikation blockieren 1. Wahrnehmen und Benennen 2. Verständnis entwickeln und signalisieren 3. Unterstützung anbieten

28 und was machen wir mit unseren Emotionen?

29 UND WAS MACHEN WIR MIT UNSEREN EMOTIONEN? Wie gehen Sie persönlich mit schwierigen Situationen und emotionaler Betroffenheit um?

30 UND WAS MACHEN WIR MIT UNSEREN EMOTIONEN? Strategien von medizinischen Fachpersonen im Umgang mit schwierigen Situationen : Emotionaler Rückzug (distanziert, zynisch..) Überengagement (therapeutischer Aktivismus)

31 UND WAS MACHEN WIR MIT UNSEREN EMOTIONEN? Was sind meine Aufgaben? Selbstwahrnehmung stärken: Welcher Typ bin ich, welche Reaktionen zeige ich? Was bedeuten meine Muster für den Berufsalltag, für meine Wahrnehmung der Bedürfnisse von Angehörigen?

32 UND WAS MACHEN WIR MIT UNSEREN EMOTIONEN? Was sind meine Aufgaben? Nicht Probleme lösen, sondern Nachfragen, spüren Psychoonkologischer Dienst involvieren: im Hintergrund und Vordergrund, zur Entlastung Psychoonkologischer Dienst anbieten: Verlauf beachten. Wortwahl beachten

33 Vielen Dank für f r Ihre Aufmerksamkeit!

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