Vorstellungen des Krieges und Beginn des Großen Krieges

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1 Vorstellungen des Krieges und Beginn des Großen Krieges

2 Vorstellungen des Krieges und Kriegsbeginn des Großen Krieges Vorstellungen des Krieges Erwartung vs. Realität Kriegsbeginn

3 Vorstellungen des Krieges Erwartung Ende noch vor Weihnachten 1914 Schlachtenkrieg Kriegsmaschinerie bleibt kontrollierbar Geringere Gefährung der Soldaten durch Gräben Realität 4 Jahre anhaltender Krieg 10 Mio. Gefallene Soldaten Etwa 7 Mio. Zivilopfer 20 Mio. Verwundete Grabenkrieg Völliges Ausarten (Materialschlachten) Feuerwalze Fast alle Staatschefs und hohen Politiker erwarten einen schnellen und harmlosen Krieg Einige Offiziere (Alfred von Schlieffen, Friedrich von Bernhardi) haben eine etwas realistischere Sicht Krieg kann sich wie alle menschlichen Handlungen entwickeln und tendiert dazu, über sich hinauszuwachsen und qualitative neue Züge anzunehmen NICHT realistisch: Offensive Kriegsführung der defensive in jedem Fall überlegen, weil der Krieg wegen ökonomischen und politischen Gründen als ein Kurzer konzipiert sein muss Neue Technik (Transportmittel, Geschütze) verlagen immer größer werdene Armeen Kleinkalibrigere Munition ungefährlichere Verwundungen schnellere Heilung Artillerie spielt kaum noch eine Rolle, weil Gräben // hochgesteigerte Schnellwirkung Artillerie gefährlicher den je. Feuerwalze Auch sehr kurzschlüssig gedacht. Der Gegner kann auch eine Feuerwalze in Betrieb setzen. Clauswitz sche Wechselwirkung letztlich gibt es nur Opfer Jeder hatte die Ansicht, die eigene Technik sei massiver und entwickelter Alfred von Schlieffen: der Angreifer kann sich in raschem Anlauf auf den durch andauerndes Feuer eingeschüchterten Verteidiger stürzen

4 Beginn des Großen Krieges Wettrüsten der Gegner drängt zum Krieg Suche nach einem Vorwand zum Losschlagen Einkreisungsphobie Auf beiden Seiten: Der Gegner dränge zum Krieg und schlägt bald los Immer häufiger die Rede vom baldigen Krieg Generalstaabschef Helmuth von Moltke drägt immer heftiger zum Krieg jedes Zuwarten bedeutet eine Verminderung unserer Chancen Kaiser Wilhelm II. Wollte durch Krieg einer völligen Einkreisung zuvor kommen. Es gab geheime Verhandlungen zwischen GB und RUS Zeitlich: Attentat von Sarajevo Wilhelm II. Besteht auf Nichteinmischung Entgegen der in Europa üblichen Konferenzdiplomatie Antwort an den dt. Botschafter in Wien, welcher die Regierung in Wien vor übereiligen Schritten warnt Wer hat ihn dazu ermächtigt? Das ist sehr dumm! Geht ihn gar nichts an, da es lediglich Österreichs Sache ist, was es hierauf zu tun gedenkt. Nachher heißt es dann, wenn es schief geht, Deutschland hat nicht gewollt! Tschirschky soll den Unsinn gefälligst lassen. Mit den Serben muss aufgeräumt warden, und zwar bald. Wilhelm sieht Bedrohung für das gesamte monarchische System

5 Beginn des Großen Krieges 2 Deutschland möchte das Attentat nutzen, um Österreich (einzigen Verbündeten) zu stabilisieren 5. Juli: Österreichs Abgesandter Graf Hoyos kam nach Berlin und kehrte mit dem Blankoscheck zurück Misslungene Lokalisierung Behauptung ist auszuschließen: Deutschland wollte Weltmachtanspruch durchsetzen Keines Wegs die Absicht einen Großen Krieg auszulösen Krieg auf Österreich und Serbien begrenzen Ultimatum: förmliche Unterwerfung Serbiens Panserbische und antiösterreichische Tendenzen in der Presse unterdrücken Österreichische Beamte in die Untersuchung des Attentats einbeziehen Letzteres mit Souveränität eines Staates damals nicht vereinbar Serbien stimmt überall zu, außer beim letzten Punkt Sofortige Kriegserklärung Vermutung: Deutschland steht hinter dem unmäßigen Verhalten Österreichs Deutschland wolle den Großen Krieg Wilhelm II. Bekommt Panik. Schreibt an den Rand einer Depesche: mit Serbiens Antwort entfällt jeder Kriegsgrund Reichskanzler Hollweg schickt die Depesche zwar ab, lässt jedoch diese Randnotiz raus. Es folgt: Wer erklärt nun zuerst den Krieg? Angst vor Zeitverlust

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