Der öffentliche Raum Straßenzüge und Plätze in der Innenstadt. Übergeordnetes Konzept

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1 Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept C Der öffentliche Raum Straßenzüge und Plätze in der Innenstadt Übergeordnetes Konzept Die konzeptionelle Bearbeitung des öffentlichen Raums hat für die Stadt Starnberg eine ganz besondere Bedeutung: Es ist dies der wohl einzige Weg, die aus historischen Gründen fehlende Stadtmitte durch eine flächige, auf das Zentrum konzentrierte Vernetzung von Platzräumen und verbindenden Erschließungsachsen zu kompensieren. In der Innenstadt befindet sich eine Anzahl von Plätzen und Straßenräumen, die ganz wesentliche Funktionen für die Nutzung des öffentlichen Raumes im Zentrum übernehmen sollen. Für diese Plätze sind auf die jeweilige Platzsituation und Platzinfrastruktur bezogene Nutzungsprofile und Gestaltungskonzepte zu erarbeiten. Die nachfolgend beschriebenen Entwicklungsgedanken sind erste Überlegungen aus der Sicht des Rahmenplanes. Tutzinger-Hof-Platz Gestaltung als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich, ggf. mit Unterbauung durch eine Tiefgarage. Die Einfahrt von der Hauptstraße könnte auf die Südseite des Platzes verlegt werden, um somit auf der Platz-Nordseite (Bekleidungshaus Klöpfer und Cafe) mehr Freifläche für die Fußgänger zu erhalten. Der Fußgängerüberweg über die Hauptstraße könnte dann auch vom Nordende des Platzes direkt zur Wittelsbacher Straße führen. Die vorhandene Baumpflanzung wird bei Neugestaltungsmaßnahmen aufgegriffen und erweitert. Kreuzung Tutzinger Hof-Platz Das aktuelle Kreuzungssystem mitsamt seinen Fahrspuren und Fahrtrichtungsregelungen wird bis zur Tunneleröffnung beibehalten. Die Verbesserung der Platz- und Straßenraumqualitäten ermöglicht eine Neuordnung der Straßenverkehrsflächen und die Revitalisierung der Platz- und Straßenräume wie folgt: Erweiterung des Aufenthaltsbereichs vor dem denkmalgeschützten Haus Josef-Jägerhuber-Straße 1 Öffnung des Georgenbachs bis zur Wittelsbacher Straße optische Verjüngung des Einfahrtsbereichs Wittelsbacher Straße (Torwirkung mit Baumpflanzungen) und der Münchner Straße (Alleebeginn) Kirchplatz Ausbau des Kirchplatzes entsprechend seiner Funktionen als zentraler Platz der Stadt Starnberg, Marktplatz, Herz der Stadt unter Einbeziehung der sonstigen Platz- und Wegebeziehungen in Starnbergs Mitte. Dazu gehört insbesondere auch die Fußgänger-Wegevernetzung mit der Maximilianstraße auf der Höhe Photo Wörsching. Des weiteren gehört hierzu eine bessere Anbindung des westlich der Hauptstraße gelegenen Bereichs Centrum / Schlossberghalle / Rathaus, die heute durch die Trennwirkung der Hauptstraße stark beeinträchtigt ist. Der Bereich südlicher Kirchplatz (Kirchweg) und die südliche Wittelsbacher Straße werden gestalterisch wie funktional in das Gesamtplatz-Konzept mit einbezogen, Baumpflanzungen sind zur Betonung des Platzcharakters entlang der Außenkanten vorstellbar (östlich der Wittelsbacher Straße, südlich des Kirchwegs). Langfristig könnte ein Stadtbach den Platz mit dem See verbinden. OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG Seite

2 C Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept Öffentliche Räume in der Innenstadt - Seite OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG

3 Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept C Rathausplatz Es wird eine Verbesserung der Platzqualität unter folgenden Gesichtspunkten angestrebt: Berücksichtigung der alten Wegebeziehung Am Vogelanger, Tutzinger-Hof- Platz / Vordermühlstraße in Richtung Söckinger Straße, Volksschule, Gasthof Alm Fußgängerfreundlicher Gestaltung der Treppenanlage als wichtigste Verbindung zu den tiefer gelegenen Stadtteilen Einbeziehung des Schlossbergs mit Stadtkrone, Schloss und Schlossgraben in das Gesamtkonzept Rathausplatz (dazu gehört auch eine angenehm begehbare Wegeverbindung zum Schloss) Erhöhung der Attraktivität z.b. durch die Anlage eines offenen Veranstaltungsbereichs am Fuß des Schlosses im Zusammenhang mit der Schlossberghalle Durchgrünung des Platzes Landschaftsplanerische Ideenskizze (Arch. W. Graber): Rathausplatz mit Schlossberghalle und Schlossgraben OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG Seite

4 C Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept Perchastraße Der im Einmündungsbereich zur Münchner Straße noch deutlich ablesbare Stadteingang wird gestalterisch aufgewertet. Hierzu und zu der Fortführung des Rad- und Fußweges in Richtung Percha werden noch detailliertere Untersuchungen angestellt. Dies betrifft insbesondere die Führung entlang der Wassersportsiedlung mit ihrem zur Zeit viel zu geringem Querschnitt. Die Bahnunterführung wird auf die Mindestlänge verkürzt und aufgeweitet. Die Perchastraße wird unter Berücksichtigung des Parkplatzbedarfs für die Anwohner verkehrsberuhigt und als Allee gestaltet. Die durch den Bereich verlaufenden Nord-Süd-Verbindungen vom Gewerbegebiet / Bahnhof-Nord und dem See werden in den Übergangsbereichen Münchner Straße und zum Seeufer hin ausgebaut. Wittelsbacher Straße Eine der zentralen Geschäftsachsen mit der Maßgabe einer flächenhaften Vernetzung der Fußgängerbereiche. Abbau der Barrieren innerhalb der Gehwege- und Platzbereiche (Baum- und Pflanzinseln, Höhenversprünge etc.) und Verbreiterung der Fußgängerbereiche durch Rückbau der Straßenverkehrsflächen. Erhalt der Grünfläche im Bereich vor der Eisdiele Dolomiti Ecke Wittelsbacher Straße / Zweigstraße Einbeziehung des Straßenraumes in den Kirchplatz mit deutlicher Kennzeichnung für den querenden Autofahrer und dem Ziel einer Verkehrsberuhigung. Herausnahme des ruhenden Verkehrs in diesem Abschnitt Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der nördlichen Wittelsbacher Straße, z.b. durch Weiterführen der einseitigen Baumreihe Integration des geplanten Kinos mit Kinocafe in den Gehsteigbereich (ehem. Portobello) Gestalterische Einbindung der Vorflächen der Gebäudeblöcke Hauptstraße 1 und 3-5 in den Straßenzug optische Verengung (Torbildung) gegenüber der Kreuzung Tutzinger-Hof- Platz wirkungsvolle Eingliederung des Georgenbachs in den öffentlichen Raum. Maximilianstraße Weiterentwicklung der Wittelsbacher Straße als zentrale Einkaufsachse bei schrittweiser Herausnahme / Reduzierung des Ziel- und Quellverkehrs und Intensivierung der Fußgängervernetzung zwischen der Wittelsbacher Straße und der Maximilianstraße. Hauptstraße Entwicklung des Straßenzugs entsprechend seiner Funktion als innerstädtischer Einkaufs- und Geschäftsbereich im Rahmen des aus verkehrlicher Sicht Machbaren. Dazu gehört: Die Erweiterung der Gehsteigflächen durch Rücknahme der Verkehrsflächen, ggf. auch der Fahrbahnbreiten. Verbesserung der Akzeptanz als Geschäftsstraße durch den Einbau weiterer gesicherter Querungsmöglichkeiten. Dies gilt insbesondere für Straßenbereiche, an die bereits wichtige Fußwege anschließen (z. B. Achheimstraße / Ignaz Günther Steig, Dr.-Penzl-Weg, Kirchenweg). Stärkung der Achsenbeziehungen zwischen dem Schlossberg und der unteren Stadt. Schaffung einer Grünbrücke vom Schlossberg über das Achheimviertel zum See. Einzelne Baumpflanzungen in der Hauptstraße runden das Bild ab. Ludwigstraße Die Ludwigstraße wird ihrer Funktion gemäß als wichtigste Ost-West-Verbindung zwischen Stadt und den östlich der Bahn gelegenen Bereichen sowie als innerstädtische Seite OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG

5 Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept C Geschäftsstraße mit hoher Aufenthaltsqualität neu gestaltet. Der sehr breit angelegte Abschnitt östlich der Maximilianstraße wird als attraktiver Baum-Platz angelegt und damit das bestehende Strassengeviert optisch wie funktional bereichert. Der Kreuzungsbereich mit der Wittelsbacher Straße und den angrenzenden Freiflächen wird als einheitlicher Raum gestaltet. Sollte die bestehende Höhenlage der Eisenbahn gehalten werden, wird die Unterführung zum Nepomukweg im Sinne eines Eingangsportals zur Innenstadt und als Übergang zum Naherholungsbereich See großzügig neu gestaltet. Bei Bau eines Eisenbahntunnels wird der Übergang mit Hilfe einer Brücke ermöglicht. Josef-Jägerhuber-Straße Die Josef-Jägerhuber-Straße ist als Teil der Stadtmitte mit den benachbarten Geschäftsbereichen eng vernetzt. Dazu gehört der Ausbau der Josef-Jägerhuber-Straße zwischen Maximilianstraße und Tutzinger-Hof-Platz-Kreuzung als beruhigter Geschäftsbereich unter Beibehaltung des stadthistorischen Ambientes ehemalige Münchner Straße mit Pellet-Mayer und Georgenbach in Verbindung mit dem Gebäude Josef-Jägerhuber Straße 1 (Baudenkmal) und dem Tutzinger-Hof-Platz. Der Vorbereich des Starnberger Stadtmarktes SMS wird als Fußgängerbereich wesentlich erweitert, ebenso der Vorbereich des denkmalgeschützten Gebäudes Josef- Jägerhuber-Straße 1. Der Georgenbach wird als wichtiges Landschaftselement erheblich weiter als offenes Fließgewässer an die Wittelsbacher Straße herangeführt. Damit entsteht eine Platzfläche nördlich des wiedergeöffneten Georgenbachs, die Fußgänger aus Richtung Stadtmitte über einen von der Verkehrsstraße getrennt geführten Übergang erreichen. Die Brücke im Bereich Maximilianstraße wird verschmälert. Dabei erscheint es ausreichend die Fahrspur mit einer westlichen Fußwegebegleitung in einer Brücke zu fassen. Planungskonzept Arch. W. Graber, Josef-Jägerhuber-Straße mit Kreuzung Tutzinger Hof-Platz OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG Seite

6 C Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept Der Fußweg längs der östlichen Maximilianstraße wird in Richtung SMS- Eingangsbereich als eine gesondert geführte Fußgängerbrücke fortgeführt. Damit kommt der Georgenbach als wichtiges Landschaftselement hervorragend zur Wirkung. Die wichtige und historische Verbindung Richtung Percha wird zwischen Kaiser- Wilhelm-Straße und Bahn durch zusätzliche Baumpflanzungen in ihrer einladenden Wirkung verbessert. Kaiser-Wilhelm- Straße Die Kaiser-Wilhelm-Straße mit ihrem historischen Baumbestand wird erhalten. Die Straße wird nach Möglichkeit vom Durchgangsverkehr entlastet. Der Baumbestand wird gesichert. Bei Nachpflanzungen erhält er zusätzlichen Stand- und durchlüfteten Wurzelraum. Bahnhofsplatz Der Bahnhofsplatz ist als Vorzone und Bindeglied zwischen der Innenstadt und Seeuferbereich von überragender Bedeutung für die weitere Entwicklung Starnbergs. Er ist attraktive Aufenthaltszone für Gäste sowie für die heimische Bevölkerung. Nachdem der erste Schritt zur Verlagerung der mit dem Bahnhof verbundenen Belastungen (Zielverkehr, P&R, Buswartestellen...) erfolgt ist, wird mittelfristig auch die Entlastung vom örtlichen Durchgangsverkehrs auf der Achse Possenhofener Straße Bahnhofstraße Bahnhofplatz Wittelsbacher Straße bzw. Kaiser-Wilhelm-Straße angesteuert. Der Ausbau des Bahnhofsplatzes erfolgt auf der Grundlage eines Gesamtkonzepts, das im Rahmen des geplanten Ideenwettbewerbes Seeanbindung zu entwickeln ist. Kurzfristig werden auf der Grundlage der vorhandenen Bäume das östliche Bahnhofsumfeld, aber auch die Flächen zwischen Bahnhof und Seearkaden sowie das Rondell vor dem Bayerischen Hof aufgewertet und mit Grünmaßnahmen neu gestaltet. Durch diese Begrünung wird die Seenähe spürbar, der Stadteingang für Bahnreisende wird durch die Verbreiterung der Querungsmöglichkeit und Verschmälerung der Straße mit Parkplätzen deutlich erhöht. Die endgültige Gestaltung bleibt der Planungsaufgabe Seeanbindung vorbehalten. Erster Schritt nach Eröffnung des Bahnhof Nord: Umgestaltungskonzept des Bahnhofumfeldes (Stadtbaumeister Sikeler) Seite OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG

7 Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept C Hanfelder Straße Die Aufenthaltsqualität der Hanfelder Straße als innerstädtischer Geschäftsbereich wird unter Beibehaltung des historischen Straßencharakters verbessert. Die Fußgängerflächen werden, wo immer dies der fließende Verkehr zulässt, erweitert und in einem Gesamtkonzept einschließlich der Fußgängerbrücke zur Vordermühlstraße attraktiver gestaltet. Baumpflanzungen und ggf. eine Öffnung des Georgenbaches erhöhen die Attraktivität des Geschäftsbereiches. Der weitere Verlauf der Hanfelder Straße wird ihrem Verlauf durch villenartige Bebauung entsprechend mit einer Allee markiert. Münchner Straße Teilstück östlich der Leutstettener Straße Die Stadteinfahrt wird, im Sinne der grünordnerischen Zielvorgaben des Bebauungsplans und vor dem Hintergrund der Umwandlung des Gewerbegebietes in ein attraktives Dienstleisterzentrum, als hochwertiger Alleenbereich mit durchaus städtischem Boulevardcharakter gestaltet. Die Gestaltung der Stadteinfahrt berücksichtiget dabei konzeptionell den Grünbereich des Landratsamtes und setzt diesen in Richtung Stadtzentrum fort. Teilstück westlich der Leutstettener Straße Der Bereich zwischen Tutzinger-Hof-Platz und Leutstettener Straße wird als Zentrumsachse von der Stadtmitte zum Bahnhof Nord entwickelt. Dies gilt einerseits langfristig für die baulichen Nutzungen (hier würde eine spätere Verlagerung der Tankstellen begrüßt) und andererseits für den öffentlichen Raum entlang dieser innerörtlichen Geschäftsstraße. Das Gymnasium ist in die Achsbeziehung gestalterisch mit einbezogen. Die Querungsmöglichkeiten der B 2 werden für Fußgänger und Radfahrer im gesamten Verlauf der Straße deutlich verbessert, um die starke Trennwirkung der Straße zu reduzieren. Dazu wird u.a. einen Übergang in den Kreuzungsbereichen Hanfelder Straße, Ferdinand-Maria-Straße, im Bereich der Eisenbahnüberführung und im Bereich der Wassersportsiedlung (ggf. als Steglösung) eingerichtet. Auch in diesem Abschnitt markiert eine Allee den städtischen Charakter der Straße. OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG Seite

8 C Stadt Starnberg Rahmenplanung Innenstadt Teil C Das Konzept Seite OPLA BÜRO FÜR ORTSPLANUNG & STADTENTWICKLUNG STARNBERG

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