Protokoll zum ersten Bürgerstammtisch in Emstek zum Thema Energie und Sanierung

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1 Protokoll zum ersten Bürgerstammtisch in Emstek zum Thema Energie und Sanierung Datum: Uhrzeit: 19:30 21:00 Uhr Ort: Haupt und Realschule Emstek Anwesend: 27 Personen (siehe Anwesenheitsliste) Die Organisation der Veranstaltung wurde von Herrn Vaske (Bauamt Emstek) durchgeführt. Referenten: Dipl. Ing. Rainer Heimsch (Ingenieurbüro Rainer Heimsch VDI/AGÖF), Dipl. Ing. Architekt Raymund Widera (ARS Büro für Architektur und Energieberatung) 1. Begrüßung durch Herrn Michael Fischer (Bürgermeister Emstek) Vorstellung des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Emstek: o Hinweis auf Auftaktveranstaltung am ; o Förderung des Konzeptes durch BMU; o Klimaschutzkonzept soll Handreichung für Politik und gemeindliche Bauleitplanung sein und als Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung Emsteks im Bereich des Klimaschutzes dienen; o Ermittlung der Potenziale der erneuerbaren Energien. Vorstellung von Dipl. Ing. Rainer Heimsch und Dipl. Ing. Architekt Raymund Widera. Hinweis auf die zwei weiteren, noch geplanten Bürgerstammtische zu den Themen Nahwärmenutzung und Biogas (Mai/Juni) und Windkraft und Genossenschaften/Beteiligungsmodelle (August/September). Ankündigung der genauen Termine in der lokalen Presse. Hinweis auf eine telefonische Bürgerbefragung im Rahmen des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes im April. Diese wird durch das beauftragte Büro für Regionalanalyse und Umweltplanung (RaUm Consult) als Bestandteil einer Akzeptanzstudie zum Thema Ausbau der regenerativen Energieerzeugung in Emstek durchgeführt. Es wird darum gebeten, sich bei einem Anruf durch das Büro RaUm, die Zeit für die etwa 15 minütige Befragung zu nehmen. 2. Vortrag: Energieeinsparung im Eigenheim Beratung, Maßnahmen, Finanzierung, Förderung von Dipl. Ing. Rainer Heimsch und Dipl. Ing. Architekt Raymund Widera (siehe Präsentation zum Vortrag) Schwerpunkt des Vortrags liegt auf Energieeinsparmöglichkeiten.

2 Temperaturanstieg und Erhöhung des CO 2 Gehaltes in der Atmosphäre aktueller Klimawandel durch den Menschen verursacht. CO 2 Fußabdruck Aktueller CO 2 Ausstoß pro Kopf: t/jahr, Ziel der Bundesregierung: bis 2050, pro Kopf 2 t/jahr. Anteil von Heizung und Strom am pro Kopf Ausstoß nur etwa 22%, daher auch Verhaltensänderung in Bezug auf Mobilität und Konsum zur Zielerreichung notwendig. Potenzial der regenerativen Energien reicht aus, um den Energiebedarf der Welt vielfach zu decken. Rebound Effekt: Effizienzgewinne beim Raumwärmebedarf pro m² werden durch den Zuwachs von Wohnfläche pro Kopf aufgezehrt. Konkurrenz zwischen Biomasse und Lebensmitteln, Nutzung von Biomasse heute oft nicht nachhaltig. Stromerzeugung mit Biogas ohne Nutzung der Abwärme (wie heute vielfach vorhanden) kann nicht die Lösung sein. Typische Wärmeverluste im Haus. Primärenergiekennwerte verschiedener Baustandards. Standards der aktuellen Energie Einsparverordnung (2009) beim Neubau heute ohne Probleme einzuhalten besser bei Neubauten bereits zukünftige Standards einhalten (bereits 2020 ist nach dem integrierten Klima und Energieprogramm der Bundesregierung von 2007 (IKEP) für Neubauten das Passivhaus Niveau vorgesehen). Gesetzliche Bedingungen: Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Energieeinsparverordnung (EnEV), Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG). Primärenergiebedarf von Neubauten: Die Einhaltung neuster (zukünftiger) Standards sichert Werterhalt der Immobilie. Erhebliche Überlappungen bei den Anforderungen der Gesetze und Verordnungen genau prüfen, was für die eigene Immobilie in Frage kommt und sinnvoll ist. Kontrollierte Lüftungsanlagen zur Nutzung von Abwärme bzw. mit Wärmerückgewinnung sollten in jeden Neubau eingebaut werden und sind, bei heutigem Nutzungsverhalten, (häufig: Leerstandzeiten von 8 10 Stunden täglich) allein zur Bauschadensfernhaltung (Schimmel etc.) sinnvoll. Solche Anlagen mit Wärmerückgewinnung können nach EnEV oder EEG angerechnet werden (Anerkennung wie eine Solaranlage). Energieausweis: Bei Neubauten jetzt Pflicht. Berechnung des Endenergiebedarfs für Wärme und Warmwasser: Heizkostenabrechnung von Energieversorger in kwh durch m 2 Wohnfläche Teilen.

3 Begriff Primärenergiebedarf: Beinhaltet auch die vorgelagerte Prozesskette des jeweiligen Energieträgers. Kraftwärmekopplung im Vergleich mit getrennter Strom und Wärmeerzeugung: Kraftwärmekopplung ist absolut empfehlenswert, da der Wirkungsgrad deutlich erhöht ist ( Einsparungen von 36% sind möglich). BHKW unter Umständen sogar sinnvoller (wirtschaftlicher) als thermische Solaranlage zur Heizungsunterstützung, wegen des Stromverbrauchs durch verschiedenen Pumpen genaue Berechnung lohnt sich. Auslegung solarthermische Anlage: Hohe Kosten, lange Amortisationszeit. Ob sich eine solche Anlage rechnet, ist im Einzelfall zu prüfen. Grundsätzlich ist es bei allen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung wichtig zu wissen, welchen Effekt die jeweilige Maßnahme haben wird, und ob sie sich im Einzelfall rechnet bzw. ob eine Alternative nicht besser geeignet ist. Erdreich Wärmepumpe: Wirkungsgrad beachten Stromverbrauch durch Pumpen! Wärmepumpen nur in Verbindung mit Flächenheizungen (Fußboden oder Wandflächenheizung) sinnvoll, nicht für normale Heizkörper geeignet. Gesamtstaubemissionen sind bei verschiedenen Energieträgern zu beachten, Holzpellets erzeugen hohe Staubemissionen Filteranlagen sind nötig (gesetzlich vorgeschrieben), reduzieren den Wirkungsgrad der Anlage jedoch deutlich. Primärenergiebedarf Qp [kwh/a]: Primärenergiefaktoren sind nicht wissenschaftlich sondern politisch festgesetzte Werte, je nachdem wie der Faktor festgelegt wird, können Energieträger sehr unterschiedlich hinsichtlich ihrer Umweltfreundlichkeit bewertet werden. Klein BHKW: Sinnvoll da hier Strom erzeugt wird und die Abwärme genutzt wird. Bis zu 50% Energieeinsparung (Strom und Wärme) sind so möglich. Zwischenfrage: Unterschied Gasbrennwerttherme Ölbrennwerttherme? Antwort: Brennwertthermen und Kessel, mit Gas betrieben, haben in der Regel einen höheren Wirkungsgrad aufgrund der höheren Rücklauftemperatur. Brennwertnutzung ist also mit Gas immer besser, da hier ein höherer Wirkungsgrad als bei Öl erzielbar ist. Ist kein Gasanschluss vorhanden, kann derzeit recht günstig Flüssiggas erworben und im Tank gelagert werden. Zwischenfrage: BHKW nur im Mehrfamilienhaus oder auch für Einfamilienhaus sinnvoll? Antwort: Es gibt inzwischen kleine BHKW s die auch für Einfamilienhäuser passen. Ob letztlich ein BHKW oder eine Brennwerttherme sinnvoller ist, hängt vom Einzelfall ab und sollte immer geprüft werden. Im Mehrfamilienhaus ist ein BHKW sicher sinnvoll. Hydraulischer Abgleich: Kann den Heizwärmeverbrauch um % senken; Voraussetzung: Thermostatventile mit einstellbaren Ventilkegeln und 1 K Genauigkeit.

4 Heizkosten saniertes/unsaniertes Haus. Wie erreicht man ein Nullenergie Haus? Kostenpunkt bei Sanierung: Ca Diskussion und Fragen Frage: ist viel Geld, wo soll das herkommen, selbst bei günstiger Finanzierung sind das ja hinterher an die ? Antwort: Energiekosten werden steigen, möglicherweise kommt sogar eine Energiesteuer. Es muss nicht unbedingt ein Nullenergiehaus sein. Auch ein KFW Effizienzhaus 55 oder 45 ist bereits gut. Gut isolierte Immobilien werden immer mehr wert werden Stichworte Energieausweis, Werterhalt. Man kann auch mit Investitionen von bereits so viel Energie einsparen, dass es sich wirtschaftlich rechnet. Frage: Was wird bei Gebäuden aus den 50er und 60er Jahren empfohlen, sanieren oder abreißen und neu bauen? Antwort: Das ist im Einzelfall zu untersuchen. Gerade 50er 60er Jahre Bausubstanz ist oft schlecht und es müsste viel investiert werden. Daher ist ein Abriss und Neubau oft sinnvoller. Es müssen aber auch andere Fragen bedacht werden z.b.: Erfüllt das Gebäude überhaupt noch die Ansprüche der geplanten Nutzung oder ist es evtl. ohnehin zu groß. Wie viel Fläche wird wirklich gebraucht? Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig. Bei Generationennachfolge kann sich eine Sanierung durchaus lohnen. Grundsätzlich sollte eine Sanierung die kosten von 70% des Neupreises nicht übersteigen. Frage: Welche Sanierungsmaßnahmen empfehlen sie für ein 40 Jahre altes Haus, für das ein Abriss und Neubau nicht in Frage kommt? Antwort: 1.Untersuchung der Heizung und ggf. Erneuerung der Heizung (Kostenpunkt: , Energieeinsparfaktor: 25 30%)und evtl. Brennwerttechnik (zusätzliche Einsparung von 10 11%); 2. Hohlraumdämmung ( bei Einfamilienhaus), 3. Fenstertausch. Frage: Welche Materialien für Kerndämmung? Antwort: Studie der FH Oldenburg abrufbar unter san.de. Dort ist eine Zusammenstellung der Vor und Nachteile der verschiedenen Materialien zu finden. Wenn Kern /Hohlraumdämmung: Unbedingt vorher Hohlraum prüfen lassen. Seriöse Firmen führen drei bis vier Probebohrungen durch, um die Hohlschicht mit der Endoskop Kamera zu prüfen. Alleine für die Angebotserstellung sind drei Bohrlöcher nötig, um Arbeitsaufwand abschätzen zu können Frage: Reicht eine Kerndämmung oder ist sie ein Teil einer Gesamtmaßnahme? Oder muss noch ein Verbunddämmsystem oder Ähnliches davor? Antwort: Das ist vom Einzelfall abhängig. Verweis auf die Materialvergleichsstudie der FH Oldenburg. Auf jeden Fall Thermographie vorher und nachher durchführen lassen. Fachliche Beratung ist das A und O. Bekannte Fachfirma auswählen. Dämmstoffauswahl muss auch von zukünftigen Vorhaben abhängen (z.b. sollen später die Fenster noch ausgetauscht oder Türen eingebaut werden). Wenn eine Förderung gewollt wird: Unbedingt die Vorgaben der Förderstelle (z.b. KfW) beachten. Voraussetzungen der Bausubstanz sind Entscheidend ggf.

5 müssen vor der Dämmung noch andere Maßnahmen durchgeführt werden (z.b. Sanierung des Fugenbildes) Frage: Wie groß kann die Verbesserung des U Wertes durch eine Kerndämmung ausfallen? Antwort: ca. 50 % bei 4 5cm Spalt, ca. 70 % bei 7 8cm Spalt. Energieersparnis liegt je nach Wandfläche zwischen 15 % und 25 %. Frage: Wie wählt man den richtigen Energieberater aus? Antwort: o Unabhängigen Energieberater auswählen; o Verbraucherzentrale konsultieren Energieberatung; o Erkundigen nach Energie Effizienzexperten über DENA (Deutsche Energie Agentur) effizienz experten.de haus.info; o Empfehlungen; o Viele Schwarze Schafe unterwegs daher genau auswählen! Frage: Wo liegt derzeit der Standard bei Fenstern, welcher U Wert ist aktuell Standard? Antwort: Nach EnEV 2009: 1,3 (Zweifachverglasung), heutiger Standard ist aber eigentlich Dreifachverglasung. Bei Fenstern gilt: Von Herstellern angegebene U Werte (eigentlich UG Wert; G für Glas) beziehen sich immer auf die Verglasung. Für Gläser sind inzwischen UG Werte bis 0,4 erzielbar. Rahmen, Randverbund und Beschläge sind aber auch entscheidend, daher auch immer auf den UW Wert (W für Window) achten. Für ein gesamtes Fenster (nach Passivhausstandard) ist derzeit ein UW Wert von 0,78 der bestmögliche. Bei Förderung ist aber wiederum unbedingt der Standard des Projektträgers zu beachten (z.b. KfW: 0,95). Fazit: Heutzutage ist ein Fenster mit einem UW Wert von 1,0 als gut zu bewerten Frage: Was darf eine Energieberatung kosten? Antwort: Ca für ein Ein bis Zweifamilienhaus. Ein Förder Zuschuss vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) von ca. 400 (für Ein bis Zweifamilienhaus) bzw. 500 (für Mehrfamilienhaus ab 3 Wohneinheiten)kann beantragt werden. Eine Beratung für ein Ein bis Zweifamilienhaus kostet etwa Dementsprechend ist ein Betrag von ca selbst aufzubringen. Für diesen Betrag ist eine gute und fundierte Beratung erhältlich. Es wird empfohlen, mehrere Angebote einzuholen und sich Referenzobjekte zeigen zu lassen & ggf. mit Kunden des Beraters Kontakt aufnehmen. 4. Schlusswort und Verabschiedung durch Herrn Vaske (Bauamt Emstek) Hinweis auf die zwei weiteren, noch geplanten, Bürgerstammtische zu den Themen Nahwärmenutzung und Biogas (Mai/Juni) und Windkraft und Genossenschaften/Beteiligungsmodelle (August/September). Ankündigung der genauen Termine in der lokalen Presse. Hinweis auf eine telefonische Bürgerbefragung im Rahmen des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes im April. Diese wird durch das beauftragte Büro für Regionalanalyse und Umweltplanung (RaUm Consult) als Bestandteil einer Akzeptanzstudie zum Thema Ausbau der regenerativen Energieerzeugung in Emstek durchgeführt. Es wird darum gebeten, sich bei einem Anruf durch das Büro RaUm, die Zeit für die etwa 15 minütige Befragung zu nehmen.

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