Qualitätsmanagement ohne viel Aufwand

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1 Qualitätsmanagement ohne viel Aufwand Workshop i.r. der 33. DAAD-Jahrestagung Ausländerstudium Würzburg Nadine Göb und Elisabeth Springer, ZQ

2 Workshop-Agenda Begrüßung und Vorstellungsrunde Einführung I: Grundlagen des Qualitätsmanagements Einführung II: Fragebogenkonstruktion Diskussion von Qualitätszielen (Gruppenarbeit I) Mittagspause Vorstellung und Diskussion der Arbeitsergebnisse :40 Diskussion von Fragen auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisebene (Gruppenarbeit II) 14:40-15:00 Vorstellung und Diskussion der Arbeitsergebnisse 15: Input: Dateninterpretation anhand Pilot Beratungsqualität & Diskussion möglicher Maßnahmen Resümee und Fazit 1

3 Einführung I: Grundlagen des Qualitätsmanagements Kurze Vorstellung des ZQ Diskussion und Definition von: Qualität Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Praxisbeispiel JGU 2

4 Kurze Vorstellung des ZQ 1992 Projekt Studium und Lehre (PSL) 1999 ZQ = wissenschaftliche Einrichtung der JGU Mainz 2003 ZQ = Geschäftsstelle des Hochschulevaluierungsverbundes Süd-West 2014 ca. 38 wissenschaftliche Mitarbeiter/innen sowie ca. 20 wissenschaftliche Hilfskräfte in (Drittmittel- )Projekten und Arbeitsbereichen des ZQ 3

5 Kurze Vorstellung des ZQ Institut. Evaluation Interne Akkreditierung Hochschulforschung Hochschulevaluierungsverbund wiss. Nachwuchs/ Hochschul- Programmevaluation Befragungen wiss. Nachwuchs/ Hochschuldidaktik 4

6 Grundlagen des Qualitätsmanagements Kurze Vorstellung des ZQ Diskussion und Definition von: Qualität Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Praxisbeispiel JGU 5

7 Qualität: Definition Definition Grad der Übereinstimmung mit Anforderungen (Crosby 1979) Wesentlich für die Konkretisierung des Qualitätsbegriffs sind Gegenstand, Dimensionen von Qualität sowie Bewertungsmaßstäbe. 6

8 Qualität: Gegenstand Studium & Lehre Lehrveranstaltung Modul Studiengang Forschung Publikationen Forschungsprojekte Graduiertenschulen Verwaltung & Management Organisationseinheiten Dienstleistungen Prozesse 7

9 Qualität: Dimensionen (s. Donabedian, s. Schmidt) Zielqualität Strukturqualität Prozessqualität Ergebnisqualität 8

10 Qualität: Maßstäbe Vergleich zwischen Projekten, Programmen, Institutionen zwischen angestrebten Zielen und Zielerreichung zwischen zwei Zeitpunkten zu normativen, i.d.r. extern gesetzten Standards unter Zugrundelegung von Theorien der Institution und gelingender Organisation 9

11 Qualität Fazit Qualität ist ein soziales, im Hochschulraum insbesondere auch ein hochschulpolitisches Konstrukt; es gibt in der Regel keine Handlungsbereiche, denen kein Qualitätsverständnis zugrunde liegt; wesentlich ist die Frage danach, wie explizit das Qualitätsverständnis ist; eine fehlende oder unklare Definition von Qualität führt zur induktiven Entwicklung von Indikatoren und einem implizitem Qualitätsverständnis. 10

12 Grundlagen des Qualitätsmanagements Kurze Vorstellung des ZQ Diskussion und Definition von: Qualität Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Praxisbeispiel JGU 11

13 Qualitätssicherung: Instrumente u.a. Studium & Lehre Studieneingangs-, Veranstaltungs-, Absolventenbefragung, Workloaderhebungen, interne/externe Evaluation, Peer-Review, Mentoren-/Tutorenprogramme, Personalentwicklung/Coaching, Hochschuldidaktische Maßnahmen etc. Forschung Kennzahlen/Indikatoren, interne/externe Evaluation, Ziel-/ Leistungsvereinbarungen, Berufungsverfahren, Promotionsprogramme etc. Administration Organisation Management Zertifizierungen, Mitarbeiter-/Kundenbefragungen, Prozessoptimierungen, Mitarbeitergespräche, Führungskräftefeedback etc. 12

14 Qualitätssicherung: Gegenstand Projekte Programme Einrichtungen zeitlich befristet zeitlich befristet i.d.r. nicht befristet Regulierung von Chancen bei neuen Projektanträgen Entscheidung über dauerhafte Implementierung Organisationsentwicklung Steuerung summativ summativ/formativ formativ/summativ 13

15 Qualitätssicherung: Funktionen I Kontrolle Entwicklung Erfolgskontrolle, Outputorientierung Werden avisierte Ziele erreicht? Sind die Ergebnisse im (Zeit-)Vergleich besser oder schlechter? Qualitäts-, Organisationsentwicklung Wie können Organisationen / Bereiche besser werden? Erklärungen für Defizite, Situationen Forschung/Erkenntnis Erklärung von Phänomenen, Systematisierung und Metaevaluation Ursache-Wirkungszusammenhänge messen Angemessenheit von Instrumenten prüfen 14

16 Qualitätssicherung: Funktionen II Legitimation Rechenschaftslegung, Bestätigung von Entscheidungen Genügen die Ergebnisse externen Erwartungen? QS-Ergebnissen als Grundlage für (politische) Entscheidungen Mobilisierung Reputation Prozess der Selbstreflexion Anstoß für Explikation latenter Diskussionen Beteiligung aller Statusgruppen / Akteure Reputationsgewinne Innerhalb der Hochschule In der Scientific Community Im hochschulpolitischen Raum 15

17 Qualitätssicherung: Funktionen III Selbstvergewisserung Evaluation als modernes Ritual (C. Schwarz) Nicht gleichbedeutend mit fehlender Sinnhaftigkeit von Evaluation Verständigung und Vergewisserung über geteilte Werte Sinnproduktion durch Verweis auf Überindividuelles (anonyme Prüfverfahren, kumulierte Gutachtereinschätzungen) Ersatz für die fehlende externe behördliche Autorität Evaluation als Effekt stärkerer Selbststeuerung Giddens: Raum-Abstands-Erweiterung Evaluation als Mittel der Vergewisserung in Anbetracht riskanter Vertrauensverhältnisse 16

18 Qualitätssicherung Fazit Qualitätssicherung erfordert Klärung des Gegenstands / der Analyseebene Auswahl geeigneter Instrumente / Methoden Definition der Funktion / Zielsetzung 17

19 Grundlagen des Qualitätsmanagements Kurze Vorstellung des ZQ Diskussion und Definition von: Qualität Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Praxisbeispiel JGU 18

20 Qualitätsmanagement (QM) vs. Qualitätssicherung (QS) (s. Deming) zeichnet sich durch den konkreten Steuerungsbezug von QS-Verfahren und -maßnahmen aus. Qualitätssicherung Act Check Plan Do 19

21 Qualitätsmanagement - Definition Qualitätsmanagement beschreibt umfassende und aufeinander abgestimmte Konzepte und Maßnahmen, die sich auf gesamte Organisationen oder Organisationseinheiten beziehen und die Anpassung von Organisationen an veränderte Rahmenbedingungen steuern. 20

22 Grundlagen des Qualitätsmanagements Kurze Vorstellung des ZQ Diskussion und Definition von: Qualität Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Praxisbeispiel JGU 21

23 Qualitätsmanagement: Praxisbeispiel JGU Mainz Ziele Leitbild, Strategie Programme, Profil Wissenschaftliche Standards Forschungs-/ Lehrorganisation Kollegialer Austausch Beratung und Betreuung Prozesse Rahmenordnungen, Gesetzesgrundlagen Externe Kooperationen Sächliche, räumliche Rahmenbedingungen Forschungsergebnisse/ Publikationen Strukturen Personelle Ressourcen Anzahl an Studierenden, wiss. Nachwuchs Absolventen, Berufseinsteiger Internat. Nachfrage Studiengänge Ergebnisse 23

24 Qualitätsmanagement: Praxisbeispiel JGU Mainz Zielebene Prozessebene L Kultur Selbstverständnis Kommunikation Kooperation I Balance A Ressourcen Wissen Bildung G Strukturebene Ergebnisebene 24

25 Qualitätsmanagement: JGU Mainz Studieneingangsbefragung Studienverlaufsanalysen, Datenreports Lehrveranstaltungsbefragungen Coaching/ Hochschuldidaktik / PE Workloadstudien Absolventenbefragungen Servicebefragungen Struktur- und Entwicklungsplanung Anlassbezogene interne und externe Evaluationen Zielvereinbarung Interne (externe) Evaluation Stellungnahme Hochschulsteuerung Akkreditierung von Studiengängen 25

26 Fazit / Resümee Basiselemente von QMS Qualitätspolitik strategische und operative Qualitätsziele besondere Verantwortung der Leitung für QM strukturelle, personelle und finanzielle Voraussetzungen zur Verwirklichung der Qualitätsziele Prozessmanagement Ergebnisprüfung Rückkopplung zwischen Ergebnissen und Zielen 51 26

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Haben Sie Fragen? Workshop i.r. der 33. DAAD-Jahrestagung Ausländerstudium Würzburg Nadine Göb und Elisabeth Springer, ZQ

28 Literaturhinweise Crosby, Philip B.: Quality is free: the art of making quality certain, New York, Deming, William Edwards: Out of the Crisis. Massachusetts Institute of Technology, Cambridge Deutsche Gesellschaft für Qualität, DGQ: Deutsches Institut für Normung e.v., DIN: u.a.: DIN EN ISO 9004: Leiten und Lenken für den nachhaltigen Erfolg einer Organisation - Ein Qualitätsmanagementansatz. Beuth-Verlag. Donabedian, Avedis: Evaluating the Quality of Medical Care. In: The Milbank Memorial Fund Quarterly. Vol. XLIV, No. 3, Part. 2 (1966). European Association for Quality Assurance in Higher Education: Standards and Guidelines für Quality Assurance in the European Higher Education Area. Helsinki, Finland, European Foundation for Quality Management, EFQM: Grendel, Tanja/ Schmidt, Uwe/ Springer, Elisabeth: Steuerung und Steuerungswissen im Hochschulsystem. In: Hamburger/ Hradil/ Schmidt (Hrsg.): Steuerungswissen im Bildungssystem (= Mainzer Beiträge zur Hochschulentwicklung, Bd. 10. Herausgegeben vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, ZQ), Mainz 2006, S

29 Literaturhinweise Handbuch Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung zur Einrichtung und Weiterentwicklung von Studiengängen. Knispel, Karl L.: Qualitätsmanegement im Bildungswesen, Oldenburg, Mittag, Sandra/Daniel, Hans-Dieter: Qualitätsmanagement an Hochschulen. In: Kehm, Barbara (Hrsg): Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand. Festschrift für Ulrich Teichler, Frankfurt a.m., Campus, S Nickel, Sigrun: Institutionelle QM-Systeme in Universitäten und Fachhochschulen. Konzepte Instrumente Umsetzung. CHE Arbeitspapier Nr. 94, September Schmidt, Uwe: Aufbau, Funktionsweisen, Effekte und Wirkungsgrenzen einer systematischen hochschuleigenen Qualitätssicherung. In: Handbuch Qualität in Studium und Lehre (19. Ergänzungslieferung 2008), E 9.5, S Schmidt, Uwe/Berg, Helena/Fähndrich, Sabine/Heinze, Daniela: Qualitätsmanagement an Hochschulen Modelle und Anwendungen im internationalen Vergleich, (im Druck). Stockmann, Reinhard: Qualitätsmanagement und Evaluation Konkurrierende oder sich ergänzende Konzepte? Saarbrücken, Centrum für Evaluation, (CEval-Arbeitspapiere; 3). Zink, Klaus J.: TQM als integratives Management. Das EFQM Excellence Modell und seine Umsetzung. 2. Aufl., München,

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