INFO-Mappe. Effiziente. Energienutzung. in Betrieben

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1 INFO-Mappe Energienutzung Effiziente in Betrieben

2 Inhalt Effiziente Energienutzung in Betrieben Einführung Einleitung....3 O.Ö. Energiesparverband Energieberatung...5 Energiemanagement....7 Luft Lüftung & Klimatisierung Druckluft Wärmerückgewinnung...47 Strom Beleuchtung Strom sparen im Büro Ökostrom Anlagen/Transport Motoren und Antriebe Lackieranlagen Galvanik Logistik & Transport Wärme/Kälte Gebäude Inhalt Raumwärme Biomasse für Betriebe Prozesswärme/Prozesskälte Warmwasser...31 Thermische Solaranlagen Sommertauglich bauen Innovative Neubauten Thermische Sanierung von Betriebsgebäuden Innovative Betriebsgebäude Energie-Contracting...67 Förderungen

3 Einleitung Das spart Unternehmen Energie und Geld Energiekosten zu senken ist zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor geworden: In Zeiten permanent steigender Ausgaben und dem Risiko der Versorgungsunsicherheit halten auch Unternehmen nach ökonomischen und ökologischen Alternativen Ausschau. Durch die richtigen Energieeffizienz-Maßnahmen können betriebliche Energiekosten um bis zu 50 % gesenkt werden. Darüber hinaus leisten Energiesparmaßnahmen einen aktiven Beitrag zur Reduktion der CO 2 -Emissionen. Wie spart man Energie? Viele Energiesparmaßnahmen können schon mit wenig Aufwand realisiert werden oft reichen einfache organisatorische Maßnahmen aus. Energiesparpotenziale in Unternehmen sind z. B. zu finden bei: Raumheizung/Prozesswärme/Warmwasser Maschinen/Anlagen/Prozessen Lüftung/Klimatisierung/Kühlung Beleuchtung Energiemanagement Thermischer Gebäudehülle Energie sparen kann aber nur, wer seinen Betrieb kennt! Bevor man mit Energiesparmaßnahmen startet, ist eine Ist-Analyse des Betriebes unerlässlich. Ein Instrument zur Selbsteinschätzung der Energiesituation sind Energie- Kennzahlen. Diese sind einfach zu berechnen und ermöglichen den Vergleich mit anderen Unternehmen oder der Eigenkontrolle. Energiesparen lohnt sich für jeden Betrieb Energiespar- und somit Kostensenkungspotenziale gibt es in allen Branchen unabhängig von Unternehmensgröße und Mitarbeiteranzahl. Unterstützung für Energiesparmaßnahmen jeder Art z. B. bei Heizungsumstellung, Installation einer Solaranlage, Neubau/Sanierung oder Energiesparen in Büro- und Produktionsgebäuden finden Sie beim O.Ö. Energiesparverband, einer Einrichtung des Landes Oberösterreich. Die Info-Mappe Effiziente Energienutzung in Betrieben bietet einen Überblick über die wichtigsten betrieblichen Bereiche, in denen Energie effizient eingesetzt werden kann, und gibt eine Vielzahl von Tipps zur Energie- und Kostensenkung. Einleitung 3

4 O.Ö. Energiesparverband beraten fördern informieren vernetzen Haushalte Gemeinden Unternehmen Als 1991 der O.Ö. Energiesparverband, eine Einrichtung des Landes Oberösterreich, seine Tätigkeit startete, ahnten wohl die wenigsten, wie immens wichtig das Thema Energiesparen in Zukunft sein würde. Seit mehr als 20 Jahren ist der O.Ö. Energiesparverband die erste Anlaufstelle für produktunabhängige Energieinformation. Hier finden Haushalte, Unternehmen und Kommunen all jene Antworten, die sie in den Bereichen Energie-Effizienz und Ökoenergie suchen. Um den rasanten Entwicklungen in der Energietechnik Rechnung zu tragen, hat der O.Ö. Energiesparverband ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm gestartet. Die Energy Academy bietet jährlich über 40 Trainingsseminare für Unternehmen an. Dort kann man sich umfassendes Know-how im Bereich Energie-Effi zienz und erneuerbarer Energie aneignen. Von Seminaren über Fachexkursionen bis hin zu Lehrgängen für neue Öko-Jobs reicht das Angebot. Egal ob Unternehmen, Gemeinde oder Privathaushalt, die Energie-Expert/innen des O.Ö. Energiesparverbandes beraten Sie gerne in allen Fragen rund um das Thema Energie. Der O.Ö. Energiesparverband ist auch für das Management des Ökoenergie-Clusters (OEC), des Netzwerks der Ökoenergie-Unternehmen in Oberösterreich, verantwortlich. Der O.Ö. Energiesparverband bietet folgende Dienstleistungen und Programme für Betriebe: Energieberatung für Unternehmen (Seite 5) Ökoenergie-Cluster (Seite 71) Energie-Technologie-Programm Energie-Contracting-Programm (Seite 67) Förderungen (Seite 69) Aus- und Weiterbildung (Energy Academy) Publikationen & Veranstaltungen O.Ö. Energiesparverband 4 Weitere Informationen: O.Ö. Energiesparverband Landstr. 45, 4020 Linz Tel , Fax 0732/ Find us on facebook: ZVR Websites: Wir beraten und informieren Sie gerne!

5 Energieberatung für Unternehmen Sie planen den Neubau oder die Sanierung Ihres Betriebsgebäudes? Die Erneuerung/Umstellung Ihres Heizsystems oder Ihrer Energieversorgung, des Heizsystems oder des Produktionsprozess ist notwendig? Sie möchten den Energieverbrauch Ihres Unternehmens optimieren? Sie überlegen die Installation einer Solaranlage? Die produkt- und firmenunabhängige Energieberatung des O.Ö. Energiesparverbandes bietet Ihnen eine wichtige Hilfestellung bei der Planung von Investitionsmaßnahmen und bei der Reduktion der Energiekosten! Worum geht es bei der Energieberatung? Die aktuellen Energiekosten lenken das Augenmerk vieler Unternehmen aller Größen und Branchen darauf, wie Kosten gesenkt und damit Wettbewerbsvorteile erreicht werden können, z.b: Optimierung der Energiekosten Mehr Effizienz und Arbeitsqualität bei Beheizung, Beleuchtung, Belüftung, Kühlung oder Prozessen Nutzung erneuerbarer Energieträger Abschätzung, in welcher Zeit rechnet sich die Investition rechnet Energie-Förderungen von Land und Bund Was kostet eine Beratung? Die Energieberatung wird zu 75% vom Land OÖ und dem Lebensministerium gefördert. Für den Betrieb fallen nur 25% der Beratungskosten an (max. 350 Euro). Wo findet die Beratung statt? Unabhängige Expert/innen führen die Beratung vor Ort im Unternehmen durch. Wer kann die Beratung in Anspruch nehmen? Alle Unternehmen in Oberösterreich Wie komme ich zu einer Energieberatung? Eine Beratung kann unkompliziert beim O.Ö. Energiesparverband angefordert werden. Rufen Sie uns an: 0732/ oder schicken Sie uns ein an Einer unserer erfahrenen Energieberater setzt sich in der Folge mit Ihnen in Verbindung, um einen Termin zu vereinbaren. Energieberatung 5

6 Beispiele für konkrete Aufgabenstellungen: Thermische Sanierung des Firmengebäudes (Handelsunternehmen) Optimierung der Produktionsprozesse (Bäckerei) Effiziente Kühlung und Wärmerückgewinnung (Druckerei) Heizungsumstellung von Öl auf Biomasse in (Werkstätte) Druckluftkonzept (Maschinenbau) Thermische Solaranlage (Hotel) Optimierung der Beleuchtung (Handelsunter nehmen) Neubau des Firmengebäudes (IT Dienstleister) Photovoltaik-Anlage (Zahnarzt) Stromeffizienz und Green IT (Bank) Solare Prozess-Wärme (Futtermittelhersteller) Wärmedämmung und Heizungsumstellung (Tischler) Abwärmenutzung (Metallverarbeiter) Contracting (Bauunternehmen) Über OÖ. Unternehmen wurden bereits beraten Autohaus Almtal Brauerei Kapsreiter MAN Österreich Guschlbauer Oberbank Voest Alpine Anarbeitung Hipp Ordination Dr. Danzer Trauner Rudolf Druckerei Gasthof zur Linde Bäckerei Filipp Brauerei Schloß Weinberg Steyr Motors Cafe zum Alten Backhaus Campingplatz Mairhofer XXXLutz Christian Huber Karosseriefachbetrieb Design Center Linz Gartenbau Peter Flath Gasthaus Tschugunov Greiner Bio-One Möbelfabrik Gruber & Schlager Habau Hoch- und Tiefbau Sägewerk Martin Barth Haslinger Taxi- u. Mietwagen IFN-Internorm Bauelemente Hermann Pfanner Getränke MIBA Sintermetall Holzindustrie Lenzing JOSKO Fenster & Türen KFZ Gadermair Klipp Unser Frisör Notburga Haus Kobleder Strickmode Hagan Ski Maschinenreinigung Asmir Dizdarevic Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Metallbau Kreuzroither Opel Kirchberger KTM Kühler Landfrisch Molkerei Dachs Fleischveredelung Hotel Restaurant Mühltalhof Nettingsdorfer Papierfabrik VAW Mandl & Berger Nycomed Austria Gasthof Rathmaier Hartjes Möbel See OK Centrum für Gegenwartskunst Grüne Erde OÖ Gemdat General Electric Hali Büromöbel Pferdezentrum Stadl Paura Schloss Mondsee Pizzeria Rialto Tischlerei & Raumdesign Offenthaler Poloplast Heilfasteninstitut Fessler Wifi Linz Sport Hrinkow Praxis für Physiotherapie Salinen Austria Tischlerei Ebner Raiffeisenbank Katsdorf Raiffeisenbank St. Florian am Inn UNO Einkaufszentrum Tabaktrafik Gollhammer Keramik Rechtsanwaltskanzlei Schneditz steh-8erl Hans Berer Reifenhandel Spernbauer Tigerwerk Lack- und Farbenfabrik Resch & Frisch Vermietung Thanhofer Textilreinigung Forstner Ulrike Voith Paper Service Restaurant Bergdiele Gasthaus Kienklause Silhouette Spar Eisenhuber Marktforschung Mayr Johannes Sport 2000 OÖ Medienhaus-Wimmer Medien Bäckerei & Konditorei Hinterwirth Tierarzt Dr. Untersperger Orgelbau Kögler Wondraschek Reifen Gasthaus Obrist Energieberatung 6 Informieren Sie sich, wie auch Sie in Ihrem Unternehmen Energiekosten senken und damit langfristig den Unternehmenserfolg ausbauen können! Alles Wichtige auf einen Blick Individuelle Beratung für Ihren Betrieb zu Energiekosten senken, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger Sie bezahlen nur 25 % der Kosten (bis zu 350 Euro) Sie bestimmen die Themen und setzen Ihre Prioritäten Sie erfahren alles zu Förderungen Sie erhalten einen Endbericht mit Empfehlungen

7 Energiemanagement Energiemanagement ist ein Kontrollinstrument, das sicherstellt, dass Energieverbrauch und Energiekosten laufend überprüft und Abweichungen rasch erkannt werden. Instrumente wie Energiebuchhaltung, Benchmarks und Messdaten helfen mit, den Erfolg der gesetzten Maßnahmen zu erkennen, zu dokumentieren und wirtschaftlich zu bewerten. Aufgaben & Ablauf Zu den grundlegenden Aufgaben des Energiemanagements zählen: Erfassung und Analyse der betrieblichen Energieversorgung Ermittlung von Schwachstellen und Verlustquellen Beseitigung der Schwachstellen Laufendes Monitoring des Energieverbrauchs Die Ist-Zustands-Erhebung ist der wichtigste Erstschritt. Ohne entsprechende Daten können keine Einsparpotenziale sichtbar gemacht werden. Dokumentation und kaufmännische Bewertung sind von großer Bedeutung. Die wichtigsten Datenquellen sind: Verträge und Abrechnungen von Energielieferanten: Rechnungen und Lieferscheine geben einen ersten Überblick über die Höhe und den zeitlichen Verlauf des Gesamtenergiebedarfs im Betrieb. Innerbetriebliche Verbrauchsaufzeichnungen: Die genaue Ermittlung des zeitlichen Verlaufs und die Zuordnung des Energiebedarfs zu einzelnen Verbrauchern erfolgen durch interne Zähler (Strom-, Wasser-, Wärme-, Gaszähler) sowie durch Protokolle von Rauchfangkehrern und Prüfberichte von Messfirmen. Sind keine Zähler vorhanden, so kann der Energiebedarf Energiebuchhaltung Eine einfache, in Jahren dargestellte Energiebuchhaltung könnte wie folgt aussehen: einzelner Anlagen auch über Nennleistung, Durchschnittsleistung und Laufzeiten (Betriebsstundenzähler) abgeschätzt werden. Der Einbau von Sub-Zählern für Strom, Wasser, Gas und Wärme ist oft auch Voraussetzung für eine verursachergerechte Kostenzuweisung in der Produktion. Auswertung Die gewonnenen Energiedaten müssen in eine aussagekräftige Form gebracht werden. Häufig ist es sinnvoll, die Daten in Monats-, Wochen- oder Tagesintervallen darzustellen. Anhand dieser Darstellung können Trends, Abweichungen, Fehlentwicklungen u. v. m. erkannt werden. Eine Energiebuchhaltung kann man selbst erstellen (z.b. mit Hilfe von Excel-Tabellen) oder dabei auf fertige Software-Lösungen zurückgreifen. Es empfiehlt sich, die tabellarisch erfassten Daten grafisch darzustellen. Elektrische Energie Gas Heizöl Biomasse E kwh E m 3 E Liter E kg Energiemanagement (1) 7

8 Kennzahlbildung (Benchmarking) Aus den gewonnenen Energiedaten können Kennzahlen gebildet werden. Dadurch wird ein Vergleich z.b. mit anderen Betrieben Ihrer Branche möglich. Kennzahlen ermöglichen eine Beurteilung der Energiesituation und Sie können daraus Zielvorgaben ableiten. Verwenden Sie Kennzahlen, die relativ leicht zu erheben sind und für Sie hohe Aussagekraft haben. Grundsätzlich wird immer ein Energieverbrauch mit einer Bezugsgröße in Relation gebracht. Als Bezugsgrößen eignen sich zum Beispiel: Spezifischer Energieverbrauch Energieverbrauch (kwh) pro Umsatz ( ) oder Energieverbrauch (kwh) pro Anzahl Beschäftigte oder Energieverbrauch (kwh) pro Produkteinheit (z.b. kwh pro Hektoliter produziertem Bier) Spezifische Energiekosten Energiekosten ( ) pro Umsatz ( ) oder Energiekosten ( ) pro Anzahl Beschäftigte oder Energiekosten ( ) pro Produkteinheit Spezifischer Wärmeverbrauch Wärmeverbrauch (kwh) pro Produktionsfläche (m 2 ) oder Wärmeverbrauch (kwh) pro Anzahl Nächtigungen oder Wärmeverbrauch (kwh) pro Beschichtungen in m 2 Spezifische Wärmekosten Wärmekosten ( ) pro Produktionsfläche (m 2 ) oder Wärmekosten ( ) pro Anzahl Nächtigungen oder Wärmekosten ( ) pro Beschichtungen in m 2 Beispiel: Benchmarks für kleinere Büros, Stromverbrauch ohne Heizung und Lüftung Stromverbrauch pro m 2 unter 30 kwh/m 2 a geringer Verbrauch kwh/m 2 a mittlerer Verbrauch über 80 kwh/m 2 a hoher Verbrauch Anders ausgedrückt: Ein stromeffizienter Büroarbeitsplatz sollte nicht mehr als 200 kwh Strom im Jahr verbrauchen. Im Vergleich dazu: Der Heizenergieverbrauch pro m 2 Bürofläche und Jahr beträgt durchschnittlich 200 kwh, Zielwert wäre 50 kwh und darunter. Energiemanagement Spezifischer Stromverbrauch Stromverbrauch (kwh) pro Anzahl verkaufte Speisen oder Stromverbrauch (kwh) pro verkaufte Festmeter Holz Spezifische Stromkosten Stromkosten pro Anzahl verkaufte Speisen Beispiel: online Tools Stromverbrauch Büro Eine Hilfe bei der Berechnung des Stromverbrauchs im Büro bietet z.b. der Büro-Check des O.Ö. Energiesparverbandes (www.stromsparenjetzt/buerocheck). Schon mit der Eingabe weniger Daten (Jahresstromverbrauch, Bürofläche, Mitarbeiteranzahl), erhalten Sie einen ersten Richtwert (Stromverbrauch in kwh pro m²). Sie können damit einschätzen, ob der Stromverbrauch in Ihrem Büro hoch, mittel oder niedrig ist Mit dem umfassenderen Büro-Tool können Sie sich einen genaueren Überblick über Ihren Stromverbrauch im Büro verschaffen (www.stromsparenjetzt/buerotool). Das Büro-Tool kann für Bürogeräte und/oder Beleuchtung durchgeführt werden und ermöglicht eine grobe Erfassung des Stromverbrauchs. Als Ergebnis erhalten Sie einen Überblick über die Verteilung des Stromverbrauchs in Ihrem Büro sowie eine Einschätzung mittels Benchmarks. 8

9 Energie- & Umweltmanagementsysteme Auch kleinere und mittlere Unternehmen können mithilfe eines Energiemanagementsystems beachtliche Einsparungspotenziale realisieren. Die Normen ISO und EN beschreiben die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem, das Unternehmen in die Lage versetzen soll, den Energieverbrauch systematisch und kontinuierlich zu reduzieren. Die ISO-Norm konzentriert sich vor allem auf den Auf- und Ausbau eines funktionierenden Umweltmanagementsystems (UMS) innerhalb einer Organisation. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein gelebtes UMS die Umweltverträglichkeit des Unternehmens verbessert. Die ISO diente als Grundlage für EMAS und ist Bestandteil von EMAS. Das betriebliche Energiemanagement der EN folgt dem PDCA-Kreislauf anderer bekannter Managementsysteme wie ISO und ISO Wenn Sie bereits ein Managementsystem im Betrieb eingeführt haben, können Sie das Energiemanagement leicht in die vorhandenen Strukturen integrieren. Alles Wichtige auf einen Blick Der PDCA-Kreislauf (Planen Umsetzen Kontrollieren Handeln) bietet den Rahmen für kontinuierliche Verbesserungen von Prozessen oder Systemen. Er ist ein dynamisches Modell die Ergebnisse eines Durchlaufs bilden die Ausgangsbasis für den nächsten Durchlauf. Diese Struktur ermöglicht es, den aktuellen Energieverbrauch immer wieder neu zu bewerten, zu optimieren und schrittweise Kosten zu senken. EMAS Das europäische Umweltmanagementsystem EMAS ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem innerhalb der EU für eine nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft und in der Verwaltung. Die Kurzbezeichnung EMAS steht für Eco- Management and Audit Scheme, auch bekannt als EU-Öko-Audit oder Öko-Audit. Ziel ist die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Stromabrechnung, Lastmanagement und Blindstromkompensation Stromabrechnung Neben Stromeffizienzmaßnahmen bestehen auch andere Möglichkeiten, die Stromrechnung deutlich zu reduzieren. Verschaffen Sie sich daher in erster Linie einen Überblick über die Tarifstruktur und die einzelnen Punkte auf Ihrer Stromrechnung. Wichtige Schritte im Energiemanagement Ist-Zustands-Erhebung Datenauswertung (Energiebuch haltung, Kennzahlenbildung) Vergleich mit Kennzahlen der Branche und Darstellung des innerbetrieblichen Energieflusses Regelmäßige Kontrolle der Kennzahlen und zeitlicher Vergleich Erstellung und Umsetzung eines Maßnahmenplans Dokumentation der Ergebnisse Energiekennzahlen ins Controlling aufnehmen Systematische Organisation und regelmäßige Durchführung der Energiedatengewinnung Energie- & Umweltzertifizierungen überlegen Das Strom-Tarifsystem ist so aufgebaut, dass sowohl der Preis für die elektrische Arbeit (kwh) als auch der Preis für die Leistung (kw) ausschlaggebend für die Kosten sind. Die Kosten, die bei einem geringeren Leistungsbedarf entstehen, sind wesentlich geringer, als wenn man die maximale Leistung benötigt. Unterschied Leistung Energieverbrauch Im Betrieb sind verschiedene Verbraucher unterschiedlicher Anschlussleistung vorhanden. Je mehr Verbraucher gleichzeitig eingeschaltet werden, desto höher ist der elektrische Leistungsbedarf des Betriebes. Aus der Benutzungsdauer der einzelnen Verbraucher unterschiedlicher Leistung ergibt sich der Energieverbrauch. Der Energieverbrauch ist neben der elektrischen Leistung der zweite wichtige Kostenfaktor. Oft wird auch von Wirkarbeit gesprochen. Die Verrechnung (kann, je nach Energie- und Leistungsbedarf des Betriebes, auf 3 Arten erfolgen: rechnerisch aus dem Verbrauch mittels 96 h-messung mittels ¼ h Messung Energiemanagement (2) 9

10 E 200 P (kw) Gesamt (kw) Abb. Mögliche Einsparungen durch ein Lastmanagement system :00 06:00 12:00 18:00 24:00 Absaugung Absaugung Lackiererei Beleuchtung Kompressor Kantenumleimer Weißleim Kantenumleimer Schmelzkleber Abb. Beispiel tageszeitlichen Leistungsbedarf einer Großtischlerei Lastmanagement In vielen Betrieben ist es möglich, durch eine gezielte Begrenzung der Leistung die Kosten für den elektrischen Strom zu verringern. Diese Leistungsbegrenzung erfolgt durch ein automatisches System (= Lastmanagement, Maximumwächter, Spitzenlastabschaltung, etc.), das definierte Verbraucher ausschaltet, wenn aufgrund der aktuellen Leistung ein Überschreiten eines vorgegebenen Leistungswertes zu erwarten ist. Blindstromkompensation Bei elektrischen Verbrauchern wie beispielsweise Elektromotoren, Transformatoren oder Leuchtstofflampen befinden sich Spannung und Strom nicht in gleicher Phasenlage, beide sind zueinander um den Phasenwinkel ϕ [sprich: phi] verschoben. Ein Teil des Stromes wird in diesen Verbrauchern für die Magnetisierungs- bzw. Ladeleistung benötigt. Neben der Wirkleistung, die z.b. in Antriebsenergie umgesetzt wird, wird Blindleistung benötigt. Energiemanagement Betrachtet man den tageszeitlichen Leistungsbedarf eines Betriebes, so sieht man immer wieder kurze hohe Spitzen, so dass die vom Zähler registrierte und damit verrechnete Leistung nur in einem sehr kurzen Zeitraum auftritt. Durch bessere Ausnutzung der Leistung wird der Durchschnittsstrompreis geringer. Ergänzende organisatorische Maßnahmen (zb. zeitliche Staffelung der Inbetriebnahme zweier leistungsstarker Verbraucher) unterstützen das Lastmanagement in seiner Funktion. Eine typische Maßnahme aus der Hotellerie ist zb. die zeitliche Staffelung von Waschküche und Küche sowie des Geschirrspülens. Damit wird vermieden, dass extrem hohe Leistungen auftreten. Es ist jedoch auch möglich, Energie zu sparen, wenn einzelne Verbraucher erst in Betrieb genommen werden, wenn Sie auch wirklich benötigt werden (zb. Einschalten der Küchengeräte in einer Großküche nicht bei Dienstbeginn sondern erst bei Bedarf). Prinzipiell sind jene Verbraucher für die Einbeziehung in ein Lastmanagement geeignet, die über eine ausreichende: Speicherfähigkeit (Kühlanlagen, Warmwasserspeicher,...) zeitliche Verschiebbarkeit (Direktheizung, Waschküche, Dachrinnenheizung etc...) Reduzierbarkeit d. Energiedienstleistung (Be-/Entlüftung, Klimatisierung, Beleuchtung,..) verfügen. Wird die Leistung nicht gemäß einer Messung verrechnet, bringt eine Lastmanagementanlage keine Einsparung. In Betrieben mit vielen Antriebsmotoren (z.b. holzverarbeitende Industrie) sowie in Hotels, die über eine Vielzahl von elektronischen Geräten (Fernseher, Radio, etc.) verfügen, entsteht ein beträchtlicher Blindenergieverbrauch. Um die aus der Blindenergiemessung erwachsenden Kosten zu reduzieren, kann man eine Blindstromkompensation vornehmen. Eine richtig dimensionierte Blindleistungskompensationsanlage spart nicht nur Stromkosten, sie entlastet auch die Kabel und Transformatoren. Wird eine Blindleistungskompensation schon bei der Planung des Verteilnetzes berücksichtigt, können in der Regel alle Transformatoren und Kabel kleiner gewählt werden als bei einer Verteilung ohne Kompensation. Alles Wichtige auf einen Blick Die Stromrechnung verstehen und optimale Tarifstruktur finden Gibt es Stromspitzen und Leistungstarif? Wenn ja, Lastmanagement und ergänzende organisatorische Maßnahmen umsetzen! Blindstromkompensationsanlage überlegen (v.a. Hotels, Betriebe mit vielen Antriebs motoren) 10

11 Beleuchtung Das richtige Licht ist wichtig für Wohlbefinden und den Geschäftserfolg in Büros, Handel und anderen Dienstleistungsgebäuden Beleuchtung ist ein wichtiger Teil des Gesamtsystems Gebäude. In Büros kann Beleuchtung bis zu 50 % des Stromverbrauchs ausmachen und die Qualität der Beleuchtung beeinflusst auch in hohem Maße die Qualität der geleisteten Arbeit. Der Stellenwert der Beleuchtung ist in den letzten Jahren aus mehreren Gründen gestiegen: neue Beleuchtungs-Technologien bieten effiziente Lösungen mit wesentlich geringeren Stromkosten mit der Verbesserung der Energieeffizienz neuer Gebäude erhöht sich auch der prozentuelle Anteil, den die Beleuchtung am Gesamtenergieverbrauch ausmacht; das Problem der sommerlichen Überhitzung von neuen (Büro-)Gebäuden erfordert eine Minimierung des Wärmeeintrages ins Gebäude u.a. durch effiziente Beleuchtung; dem trägt auch der Energieausweis Rechnung, wo für Nicht-Wohngebäude auch der Energiebedarf für die Beleuchtung auszuweisen ist; neue rechtliche Vorgaben auf europäischer Ebene wie das Aus für die Glühbirne oder strenge Anforderungen für verschiedene Lampen. Effiziente Beleuchtung betrifft nicht nur energiesparende Lampen, sondern ist eine Gesamtlösung. Folgende Aspekte sollten beachtet werden: 1. Leuchtmittel (Lampe): möglichst hohe Lichtausbeute (lm/w) achten Sie auch auf das Energie-Pickerl Lichtfarbe von warmweiß bis tageslichtweiß, angepasst an die Tätigkeit Farbwiedergabe (Ra) entsprechend dem Anwendungsbereich lange Lebensdauer der Lampen 2. Betriebsgeräte: auf elektronische Vorschaltgeräte (EVGs) achten 3. Leuchten (Beleuchtungskörper): optimale Leuchtenreflektoren möglichst hoher Direktanteil Leuchtenbetriebswirkungsgrad > 80% 4. Steuerung: wenn möglich, tageslichtabhängige Steuerung (Lichtsensoren) Bewegungsmelder für wenig frequentierte Bereiche ev. zentrale Lichtsteuerung durch Einbindung in die Gebäudeleittechnik Energieeffizienz verschiedener Lampentypen Lampenart Farbwiedergabe (Ra) Lichtausbeute (lm/watt) Lebensdauer (h) Glühlampe ~ Halogenlampe ~ IRC-Halogenlampe ~ Energiesparlampe ~ Standard-Leuchtstofflampen (T8) ~ T5-Leuchtstofflampe ~ Na-Dampf-Hochdrucklampen ~ Metall-Halogendampflampe ~ LED (weiß) ~ Raum: helle Raumgestaltung (Boden, Wände, Decken, Möbel) erhöht den Reflexionsgrad und erfordert für gleichen Helligkeitseindruck geringere Beleuchtungsstärke Möglichkeiten der Energieeinsparung durch Lichtregelung (Beispiel) Energieverbrauch Konventionelles Vorschaltgerät (KVG) 100 % Elektronisches Vorschaltgerät 80 % EVG Tageslichtregelung ca. 50 % EVG Tageslichtregelung, Präsenzmelder ca. 30 % Beleuchtung (1) 11

12 Effiziente Beleuchtung in verschiedenen Situationen umgesetzt Bei der Planung neuer Gebäude: Tageslichtnutzung bei der Planung mitbedenken Orientierung des Gebäudes nach der Sonne richtigen Sonnenschutz vorsehen Bei der Neuerrichtung von Beleuchtungsanlagen: Beleuchtungsstärken lt. ÖNORM EN abhängig von der Tätigkeit energieeffiziente Lampen und Leuchten als ein System beschaffen bei Leuchten auf Leuchtenbetriebswirkungsgrad achten Steuerung der Beleuchtung tageslichtabhängig und Einsatz von Präsenzmeldern bei der Raumgestaltung helle Farben bevorzugen Beim Sanieren von Beleuchtungsanlagen: Beleuchtungsstärke der Tätigkeit anpassen und normgerecht auslegen für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die ursprüngliche Beleuchtungsstärke erheben (ist oft nicht normgerecht) größtes Einsparpotenzial in der Regel durch komplette Erneuerung der Beleuchtungsanlage (Lampen, Leuchten, Regelung) Einsparungen bis zu 75% möglich ist dieser Investitionsaufwand zu hoch, gibt es viele Möglichkeiten, eine bestehende Beleuchtungsanlage zu optimieren und Einzelmaßnahmen umzusetzen. Ein genauer Plan für die laufende Erneuerung der Beleuchtungsanlage sollte festgelegt werden Effizienzmaßnahmen im Bestand: Wartung und Reinigung (Verantwortlichkeiten festlegen) beim Austausch einzelner Lampen passend zum jeweiligen Beleuchtungssystem effizientere Modelle wählen Außenbeleuchtung Folgende Lampentypen sind für den Einsatz im Außenbereich u.a. geeignet: Beleuchtung Lampenart Lichtfarbe Vor-/Nachteile Natriumdampf-Hochdrucklampe Metall-Halogen-Dampflampen Leuchtstoff-/Kompakt-Leuchtstofflampen LED gelbes Licht weißes Licht weißes Licht weißes Licht Farbgestaltung mit Licht + sehr effizient (bis 150 lm/w) + lange Lebensdauer + ökologische Vorteile (verringerter Insektenflug, Lampen ohne Quecksilber erhältlich) schlechte Farbwiedergabe + gute Farbwiedergabe + besonders effizient bei geringerer Beleuchtungsstärke (Dämmerungseffekt) + warmweiße Lichtfarbe für verringerten Insektenanflug (zb K) geringere Lebensdauer als Natriumdampf-Hochdrucklampen + preisgünstig + lange Lebensdauer temperaturabhängig auf speziell für Außenbereich geeignete Modelle achten begrenzte Möglichkeiten zur Lichtlenkung + effiziente Zukunftstechnologie + kein UV/IR-Anteil + lange Lebensdauer derzeit noch teuer noch keine Langzeiterfahrungen 12

13 Wirtschaftlichkeit In eine aussagekräftige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung müssen neben den Anschaffungskosten und den jährlichen Stromkosten auch noch die Lebensdauer und die Kosten für den Lampenwechsel einfließen. Andere Nebenkosten, die durch ineffiziente Lampen entstehen, sind vor allem der Lichtstromrückgang (das Altern der Leuchtmittel und damit vorzeitiger Austausch der Lampen) und höhere Wärmeeinträge. Ein immer wichtiger werdender Faktor ist die sommerliche Überhitzung, zu der die Beleuchtung wesentlich beitragen kann. So hat ein Raum mit 10 Glühlampen je 60 Watt im Unterschied zu 10 Energiesparlampen je 11 Watt oder vergleichbaren LED-Lampen eine zusätzliche Kühllast von 490 Watt. Eine moderne IRC-Halogenlampe hat im Vergleich zu herkömmlichen Niedervolt-Halogenlampen eine 40 % geringere Wärmeentwicklung. Im Wesentlichen hängen die Gesamtbetriebskosten einer Beleuchtungsanlage von folgenden 3 Faktoren ab: Lampenkosten, Energiekosten, Kosten für Lampentausch. Europaweiter Umstieg auf effiziente Beleuchtung Ausphasen von ineffizienten Systemen Die europaweiten Mindestvorgaben für Effizienzwerte für Lampen und Vorschaltgeräte führen dazu, dass alle Produkte, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, das CE-Zeichen verlieren. Sie dürfen im europäischen Raum nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Dieser Ausschluss wird als Ausphasen bezeichnet. Bekannt ist das v.a. für den Ausstieg aus Glühlampen, es sind aber auch andere ineffiziente Lampen und Leuchten betroffen. Beispiel: Änderungen bei Lampen, Vorschaltgeräten und Leuchten Quelle: LTG Verpflichtende Angabe von Produktinformationen für Leuchten Ausphasen von: T12 (38 mm) Leuchtstofflampen ( dicke Leuchtstofflampen ) Angabe des Wirkungsgrades für Hochdrucklampen- Vorschaltgeräte Mindestwerte für Lampenwartungsfaktor & Lampenlebensdauerfaktor Ausphasen von: Quecksilberdampf-Hochdrucklampen Natriumdampf-Hochdruck-Plug-In-Lampen Höhere Anforderungen für Halogen-Metalldampflampen Ausphasen konventioneller magnetischer Vorschaltgeräte, nur mehr EVGs LEDs Mit der Entwicklung der LED (Licht Emittierende Diode) steht eine neue Technologie zur effizienten Beleuchtung zur Verfügung. Während in konventionellen Lampen ein Glühdraht oder ein Gas Licht erzeugen, sind LEDs winzige Elektronik-Chips aus speziellen Halbleiterkristallen. Die wichtigsten Eigenschaften der LED LEDs emittieren gerichtetes, nahezu punktförmiges Licht, eine fast verlustfreie Lichtlenkung ist möglich LEDs entwickeln kaum Wärme im Lichtkegel, die Wärme entsteht hingegen auf der Rückseite der leuchtenden Fläche kompakte Bauformen für flexibles Design LEDs von hoher Qualität erreichen eine sehr lange Lebensdauer (rund Stunden und mehr) derzeit erreichen LEDs mindestens Effizienzwerte von Energiesparlampen (rund 60 lm/w), high-power LEDs erreichen bis 100 lm/w, im Labor werden bereits Werte bis 200 lm/w erzielt derzeit muss man allerdings noch mit meist deutlich höhere Investitionskosten rechnen achten Sie auf gute Qualität! LEDs richtig eingesetzt Bei LED-Leuchten gibt es große Gestaltungsmöglichkeit. Da die LED-Module eine lange Lebensdauer aufweisen, ist ein Lampentausch meist nicht erforderlich. Will man nur Lampen tauschen und den bestehenden Beleuchtungskörper belassen, bieten sich sogenannte Retrofit-Lampen an. Sie können anstelle herkömmlicher Lampen in bestehende Leuchten geschraubt oder gesteckt werden. Meist weisen solche Lampen große Kühlkörper auf, währen bei LED-Leuchten die Kühlung über den metallenen Leuchtenkörper erfolgt. Nicht immer ist ein derartiger Lampentausch möglich und sinnvoll. LEDs sind aber nicht in allen Anwendungsbereichen die beste Lösung und verfügbar. In manchen Bereichen sind gute Leuchtstofflampen, Halogen-Metalldampflampen und Natrium-Hochdrucklampen noch effizienter und auch kostengünstiger. Überblick LED-Lampen & Leuchten Retrofit-Lampen Retrofit-Spot- und Retrofit-Klassik-Lampen können in vorhandenen Leuchten anstelle von herkömmlichen Glüh- oder Halogenlampen eingesetzt werden. Mit Schraubsockel (E14 oder E27) und klassischer Birnenform ersetzen sie konventionelle Glühlampen. Mit ent - sprechenden Stiftsockeln (GU10, GU5.3) sind sie ein Ersatz für Halogenlampen. Die volle Leistung einer kompletten LED-Leuchte erreichen diese Lampen nicht. Beleuchtung (2) 13

14 Lese- und Arbeitsleuchten Bei Leseleuchten kann die LED ihre Vorteile voll ausspielen, wie z.b. keine Wärmeabstrahlung im Lichtkegel, Sofortstart, hohe Lichtqualität, hohe Beleuchtungsstärke auf der Arbeits- oder Lesefläche. Da LED-Leseleuchten wenig Elektrosmog erzeugen, wenn sich das Netzteil bei der Steckdose befindet, sind sie für Anwendungsbereiche nahe beim Menschen besonders geeignet. Downligths und Strahler Im Bereich von Einbau-Strahlern, Downlights und Stromschienen-Strahler sind bereits eine Vielzahl von Produkten auf dem Markt, die v.a. im professionellen Bereich eingesetzt werden. Vorteile der LED, die hier besonders wirksam werden sind z.b. Sofortstart, verlustfreie Dimmung, lange Lebensdauer, sehr gute Farbwiedergabe. LED-Röhren und Einlegeleuchten Es gibt auch bereits LEDs zum Ersatz von Leuchtstoffröhren. Die Lichtausbeute dieser Lampen ist allerdings derzeit noch geringer als bei sehr guten Leuchtstofflampen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten Es gibt eine Reihe weiterer Anwendungsmöglichkeiten für LED-Beleuchtung, wie Straßenbeleuchtung, Fassaden- & Effektbeleuchtung, Notbeleuchtung. Häufig muss allerdings noch mit deutlich höheren Investitionskosten gerechnet werden. Einige wichtige Begriffe Beleuchtungsstärke (E): Gibt das Verhältnis des Lichtstroms an, der von einer Lichtquelle auf eine bestimmte Fläche trifft, die Einheit ist lux [lx]. Die Beleuchtungsstärke beträgt 1 lx, wenn ein Lichtstrom von 1 lm auf eine Fläche von 1 m 2 gleichmäßig auftrifft. Farbwiedergabe-Index (Ra): Gibt an, wie natürlich Farben im Licht einer Lampe wiedergegeben werden. Ra = 100 steht für den besten Wert: je niedriger der Index, umso schlechter sind die Farbwiedergabeeigenschaften. Lampe: Die Lampe ist das Leuchtmittel, zum Beispiel die Energiesparlampe oder die Leuchtstofflampe, das sich in einer Leuchte befindet. Lebensdauer: Bisher uneinheitliche Angaben zur Lebensdauer mit verschiedenen Bezeichnungen. Ab 2012 Vorgabe von Mindestwerten für Lampenlichtstromerhalt (LLMF) & Lampenüberlebensfaktor (LSF). Betriebsstunden (h) LLMF 0,97 0,93 0,90 0,90 LSF 0,99 0,99 0,98 0,93 LENI (Lighting Energy Numeric Indicator): Beschreibt den Energiebedarf für Beleuchtung pro Quadratmeter und Jahr in Abhängigkeit von der Gebäudekategorie (siehe ÖNORM H 5059). Diese Referenzwerte sind Richtwerte für bestehende Anlagen und keine Zielwerte für neue Beleuchtungsanlagen. In neuen Büros sind Werte für den Beleuchtungsenergiebedarf unter 20 kwh/m²,a erreichbar. Gebäudenutzung LENI [kwh/m 2 a] Bürogebäude 32,2 Hotels 65,1 Gaststätten 27,1 Veranstaltungsstätten 27,1 Verkaufsstätten 70,6 Leuchte: Die Leuchte trägt das Leuchtmittel (Beleuchtungskörper) und dient zur Verteilung, Filterung oder Umformung des Lichtes von Lampen. Alles Wichtige auf einen Blick Leuchtenbetriebswirkungsgrad (ηlb): Er gibt das Verhältnis (in %) des von der Leuchte abgegebenen Lichtstroms zum Lichtstrom der in der Leuchte eingesetzten Lampen wieder. Beleuchtung Zeit- und tageslichtabhängige Steuerung vorsehen (Bewegungsmelder, Tageslichtsensoren) Benennen Sie verantwortliche Mitarbeiter/innen für das An-/Abschalten der Beleuchtungsanlage oder automatisieren Sie das An-/Abschalten Regelmäßige Reinigung der Lampengehäuse und Reflektoren Beim Lampentausch, wenn möglich auf effizienteren Lampentyp wechseln (z.b. Energiesparlampe, IRC- Halogen-Glühlampe, T5-Lampe, Dreibanden-Leuchtstofflampe, LED) Bereichsabhängige Anpassung der Beleuchtungsstärke und zielgerichtete Ausleuchtung der relevanten Bereiche Nutzen Sie, wann immer es möglich ist, Tageslicht! Lichtausbeute (η): Gibt das Verhältnis zwischen abgestrahltem Lichtstrom einer Lampe und der aufgenommenen elektrischen Leistung der Lampe und des Vorschaltgerätes in Watt an. Die Einheit der Lichtausbeute ist Lumen pro Watt [lm/w]. Lichtfarben nach ÖNORM EN ww warmweiß < 3300 K nw neutralweiß K tw tageslichtweiß > 5300 K wird als gemütlich und behaglich empfunden erzeugt eine eher sachliche Stimmung eignet sich für Innenräume erst ab einer Beleuchtungsstärke von Lux Lichtfarbe: Zur Bestimmung wird die Kelvin-Temperaturskala verwendet. Wartungswert der Beleuchtungsstärke (Em): Jener Grenzwert, unter den die mittlere Beleuchtungsstärke auf einer bestimmten Fläche nicht sinken darf. In der ÖNORM EN wird dieser Wert für verschiedene Kategorien angegeben. Beleuchtungsstärke Inbetriebnahme Betriebszeit 1. Wartung 2. Wartung Planungswert Wartungswert 14

15 Strom sparen im Büro Der Strombedarf in Büros steigt ständig, in einem durchschnittlichen Büro um ca. 1,6 % jährlich! Der Stromanteil am gesamten Energieverbrauch beträgt im Bürobereich in der Regel bis zu 50 %, also viel mehr als zu Hause. Es gibt aber auch große Einsparpotenziale in einem durchschnittlichen Bürogebäude können rund 50 % der Stromkosten eingespart werden, in einigen Fällen sind sogar Einsparungen bis zu 75 % möglich. Dabei geht es nicht darum, funktionierende Bürogeräte auszutauschen, sondern bei einer Neuanschaffung auf Stromeffizienz zu achten. Wichtig ist in jedem Fall egal ob Alt- oder Neugerät die effiziente Nutzung der Geräte! Weniger Abwärme durch effiziente Geräte! Je ineffizienter die Geräte, desto mehr Abwärme geben sie ab und umso mehr tragen sie zur sommerlichen Überwärmung bei (Kühllast!). Investition in energieeffiziente Computer, Drucker, Kopierer oder Lampen rechnen sich doppelt: sie erwärmen das Büro nicht so sehr wie herkömmliche Modelle und es entstehen weniger Kosten für den Stromverbrauch der Geräte und für die Klimaanlage. Strom sparen im Büro: So setzen Sie ein Stromspar- Projekt erfolgreich um Egal, ob neue oder alte Geräte, eine verbesserte Nutzung der Geräte spart immer, denn auch die beste Technik muss intelligent genutzt werden. Im Arbeitsalltag können alle dazu beitragen, die Stromkosten zu reduzieren. So kann Schritt für Schritt ein Stromspar-Projekt umgesetzt werden: 1. Wofür wird im Büro wieviel Strom verbraucht? Stromverbrauch erheben (Stromrechnung) und/oder Stromverbrauch messen 2. Ist das viel oder wenig? Benchmarks ausrechnen und vergleichen (siehe Kapitel Energiemanagement ) Online tools nutzen (zb. 3. Welche Maßnahmen machen Sinn? Standby-Verbrauch vermeiden (zb. durch Steckdosenleisten) Bürogeräte & Beleuchtung effizient nutzen (Energieoptionen, Stromsparmaßnahmen) Was tun bei IT? (zb. Energieoptionen nutzen) Gerätenutzung im Alltag (Geräte die nicht benutzt werden, abschalten) 4. Motivation Maßnahmen zur Motivation der Mitarbeiter/innen (zb. Wettbewerbe) Online Tools: Einen Überblick über den Stromverbrauch erhält man auch durch das online Büro-Tool des O.Ö. Energiesparverbandes. Das Büro-Tool kann für Bürogeräte und/oder Beleuchtung durchgeführt werden und ermöglicht eine grobe Erfassung des Stromverbrauchs und eine erste Einschätzung mittels Benchmarks. Man kann auch mit der einfachen Version des online Büro-Checks beginnen und nur durch Eingabe einiger weniger Daten einen ersten Richtwert (Stromverbrauch pro m 2 ) erhalten und einschätzen, ob der Stromverbrauch hoch, mittel, oder niedrig ist. Strom sparen im Büro (1) 15

16 Strom sparen im Büro Stromspar-Tipps für Bürogeräte 1. PCs, Monitore, Notebooks Organisatorische Maßnahmen Bildschirm bei Nichtgebrauch ausschalten: Während Arbeitspausen genügt ein Druck auf den Schalter des Monitors, um seinen Energieverbrauch um gut 90 Prozent zu vermindern. Bildschirmschoner sollten dagegen vermieden werden, sie verbrauchen unnötig Strom. Standby-Betrieb vermeiden: Bei längeren Pausen und Arbeitsende sollten die Geräte mittels schaltbarer Steckerleiste vollständig vom Stromnetz getrennt werden. Es gibt eine Vielzahl an Modellen, mit denen zb. auch mehrere Geräte gleichzeitig ausgeschalten werden können. Anpassung der Bildschirmhelligkeit: Helligkeit des Bildschirms auf % eingestellt reduziert die Stromaufnahme um 5-10 Watt. Technische Maßnahmen Automatische Stromsparfunktion des Computers aktivieren: Unter dem Namen Power-Management, Energieverwaltung oder Energieoptionen bieten alle modernen Betriebssysteme die Möglichkeit, einzelne Systemkomponenten (Monitor, Festplatte) automatisch abzuschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Oder die Programmierung sieht vor, dass der PC nach zb. 10 Minuten Nicht-Betrieb automatisch zum Standby oder Ruhezustand wechselt. Den PC in längeren Pausen (mehr als 15 Minuten) in den Ruhezustand versetzen: Der Computer kann auch so programmiert werden, dass er bei Betätigen des Hauptschalters oder einer Taste ( ) in den Ruhezustand fährt. Beides wird über das oben genannte Power-Management eingestellt. Nach der Pause ist der Computer in wenigen Sekunden wieder einsatzbereit. Am besten zuerst mit 1-2 PCs testen, welche Varianten besser passen. 2. Drucker, Kopierer, Multifunktionsgeräte, Fax und Server Tipps für alle Geräte: Drucker und Kopierer werden fast immer nur für kurze Phasen benötigt. Einen großen Anteil am Stromverbrauch hat meist der Standby-Betrieb. Bei Geräten, die den ganzen Arbeitstag dauernd verfügbar sein müssen, ist ein geringer Standby-Verbrauch deshalb besonders wichtig. Dies gilt ebenso für Multifunktionsgeräte. Organisatorische Maßnahmen Bürogeräte gemeinsam nutzen: Statt mehrerer Einzelarbeitsplatzgeräte zentrale Abteilungsgeräte oder Multifunktionsgeräte einsetzen. Das vermindert die Leerlaufverluste und spart Platz und Kosten. Daneben wird die Wärme- und Lärmbelastung gesenkt. Standby-Betrieb vermeiden: Bei längeren Pausen und Büroschluss sollten die Geräte vollständig vom Stromnetz getrennt werden (Steckdosenleiste). Technische Maßnahmen Nutzen Sie die Stromsparfunktionen: Fast alle Drucker, Faxgeräte und Kopierer verfügen heute über eine Energiespar-Automatik, die aktiviert sein sollte. Bei manchen Geräten steht auch eine Stromspartaste zur Verfügung, die in Arbeitspausen betätigt werden sollte. Energiesparmodus einstellen: Durch die Stromspareinstellung kann die Temperatur verringert werden. Dies senkt den Verbrauch des Kopierers, führt aber auch dazu, dass es ein wenig dauert, bis das Gerät wieder zum Kopieren bereit ist. Neue Geräte benötigen allerdings nur noch ca. 15 Sekunden zum Aufwärmen. Häufig kann die Energiesparfunktion stufenweise eingestellt werden. Dabei ist die Zeit, die das Gerät benötigt um wieder betriebsbereit zu sein, umso länger, je geringer der Energieverbrauch im Sparmodus war. Die Energiesparfunktion kann von einem Techniker so eingestellt werden, dass sie optimal zu den Anforderungen des Betriebs passt. Zeitschaltuhren zentrale Abschaltung: Über Nacht und an Wochenenden sollten die Geräte jedenfalls komplett abgeschalten werden. Abteilungsgeräte können zb. mit einer Zeitschaltuhr nachts auch automatisch abgeschaltet werden. 16

17 Drucker & Kopierer Multifunktionsgeräte Die Druckqualität an den Bedarf anpassen: Nicht immer ist eine hohe Druckqualität erforderlich. Es empfiehlt sich, die Druckqualität bei weniger wichtigen Drucksachen von optimal auf normal oder Entwurf umzustellen. Dies spart neben Strom auch Toner bzw. Tinte. Doppelseitig drucken/kopieren: Wo es sinnvoll und möglich ist, doppelseitig drucken/ kopieren. Druck-/Kopieraufträge überlegen: Überlegen, ob alle Kopien bzw. Ausdrucke erforderlich sind (zb. Ausdrucke). Fax-Gerät Fax-Geräte sind ständig in Bereitschaft und verbrauchen 24 Stunden pro Tag Strom! Wenn wenig Faxe empfangen (gesendet) werden, könnten Sie überlegen, ohne Fax auszukommen. Es gibt diverse Methoden, Faxdokumente ohne Faxgerät zu senden und zu empfangen. Virtuelles Fax: Ausgehende Dokumente lassen sich via PC-Internetdienste auf Faxnummern senden. Wird viel gefaxt, lässt sich auch eine virtuelle Faxnummer abonnieren. Die eingehenden Dokumente werden in diesem Fall auf eine vordefinierte -adresse in tif- oder pdf-format geschickt. Faxprogramm: Es gibt vorinstallierte Faxprogramme auf Windows XP oder Vista sowie spezielle Programme. Diese Programme eignen sich gut, um Faxdokumente zu senden. Der Faxempfang setzt aber voraus, dass der PC ständig eingeschaltet bleibt, was zu unnötig hohem Stromverbrauch führt. Server-Faxfunktion: Damit PCs mit Faxprogrammen nicht rund um die Uhr eingeschalten werden müssen, kann das Fax-Modem auf einem eigenen Server installiert werden, der nicht ausgeschaltet wird. Multifunktionsgeräte ersetzen mehrere Geräte wie Drucker, Scanner, Kopierer und Faxgerät. Die Integration mehrerer Funktionen in einem Gerät verringert insbesondere den Standby-Verbrauch im Vergleich mit der entsprechenden Anzahl von Einzelgeräten. Geräte-Nutzung analysieren: In welchen Bereichen wäre bei einer Neuanschaffung ein Multifunktionsgerät sinnvoll? Server Permanent eingeschaltete und nicht ausgelastete Server brauchen viel Energie und verursachen hohe Kosten. Die richtige Dimensionierung und Einstellung der Geräte zahlt sich also aus. Dies gilt ebenso für Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Organisatorische Maßnahmen Beim Kauf auf die Leistungsaufnahme (in Watt) besonders im unbelasteten Zustand (= Idle-Modus) achten. Wenn eine Erneuerung der Server ansteht, einen Umstieg auf Terminal-Server prüfen. Alle Anwendungen laufen dabei zentral auf einem Server. Als Endgeräte können energiesparende thin clients benutzt werden, die meistens auch eine wesentlich längere Lebensdauer (5-6 Jahre) haben. Technische Maßnahmen Die meisten Server laufen Tag und Nacht. Verwendung von Power Management -Funktionen, mit deren Hilfe nicht benötigte Anwendungen oder Dienste beendet werden,überlegen. Ein großer Server für das ganze Unternehmen statt mehrere einzelner senkt den Wartungsaufwand und spart Strom. Durch die sogenannte Server-Virtualisierung werden komplette Rechner (virtuelle Maschinen) auf einer einzigen Server-Hardware nachgebildet. Somit sind weniger Server und weniger Netzteile und Belüfter notwendig. Dies reduziert den Stromverbrauch. Auch die Endgeräte sind stromsparender. Mit dieser Maßnahme können bis zu 70 % der Stromkosten für Server eingespart werden. Strom sparen im Büro (2) 17

18 Standby-Verbrauch Standby -Verbrauch bezeichnet den Energieverlust im Bereitschafts-, Warte- und im Schein-Aus-Zustand eines Gerätes. Viele Geräte verbringen ihre meiste Zeit in diesem Zustand und verbrauchen dabei mehr Strom als beim eigentlichen Betrieb. Hinweise auf den Standby-Betrieb können sein: rote Kontrolllämpchen, ein Netzteil, das warm bleibt, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist oder Uhren in Elektrogeräten. Mit einem Strommessgerät können Sie den Standby-Verbrauch einfach feststellen. Vermeiden kann man Standby-Verbrauch indem Geräte vollständig vom Stromnetz getrennt werden. Einfacher als den Stecker ziehen wird im Büroalltag eine schaltbare Steckdosenleiste sein. Es gibt eine Vielzahl an Modellen, mit denen zb. auch mehrere Geräte gleichzeitig ausgeschalten werden können. Stromkosten in einem Bürogebäude vor und nach der Umsetzung von Strom spar-maßnahmen: Euro / 3 Jahren ineffizienter PC-Arbeitsplatz -55 % energieeffizienter PC-Arbeitsplatz Fax & Scanner Drucker Flachbildschirm 17" Desktop PC Multifunktionsgerät Stromkosten energieeffizienter & -ineffizienter Bürogeräteausstattung in einem Musterbüro (4 Arbeitsplätze, marktverfügbare Geräte, Nutzungsdauer 3 Jahre, Strompreis 0,14 Euro/kWh) Strom sparen im Büro 18 Haushaltsgeräte im Büro überraschend hohe Stromverbraucher Auch Haushaltsgeräte, zum Beispiel in der Kaffeeküche, tragen zum Stromverbrauch im Büro bei. Kühlgeräte, Geschirrspülmaschinen, Mikrowellen oder Kaffeeauto maten alle diese Elektrogeräte wirken sich auf die Stromrechnung aus. Überraschend hohe Stromverbraucher im Büro (Jahresverbrauch in kwh) Wasserspender mit Wasserkühlung Kühlschrank altes Modell Kühlschrank neues Modell 150 Geschirrspüler altes Modell Geschirrspüler neues Modell Kaffeemaschine mit Warmhalteplatte oder Espressomaschine (nur Standby) 300 Zum Vergleich Computer (8 h/tag in Betrieb) Zoll-Flachbildschirm (8 h/tag in Betrieb) 60 Alles Wichtige auf einen Blick Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über den Stromverbrauch im Büro (Stromverbrauch feststellen, Einschätzung mittels Benchmarks, online tools nutzen) Effiziente Gerätenutzung umsetzen, zb: Energiesparfunktion beim PC aktivieren Bildschirm bei Nichtgebrauch ausschalten Stromsparfunktionen bei Drucker, Kopierer & Co aktivieren Standby-Verbrauch reduzieren (schaltbare Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren) tatsächliche Nutzung der Geräte hinterfragen nichtbenutzte Geräte abschalten Multifunktionsgerät oder gemeinsame Nutzung überlegen wenn wenig gefaxt wird, Alternativen zum Fax überlegen beim Neukauf Geräte dem Bedarf anpassen und auf Stromverbrauch in allen Betriebs zuständen achten

19 Ökostrom Ökostrom wird umweltfreundlich in Wasserkraftwerken, Windkraft-, Photovoltaik-, Biogas- und Biomasseanlagen erzeugt. Nutzen auch Sie in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit, Ökostrom kostengünstig und umweltfreundlich zu erzeugen. Vorteile betrieblicher Ökostrom- Produktion Energie-Unabhängigkeit durch zumindest teilweise Eigenversorgung oder Notstromversorgung des Betriebes Senkung der Betriebskosten zb. durch die Reduktion teuren Spitzenstroms durch Eigenproduktion von Ökostrom Steuerliche Aspekte Positives Image ( umweltfreundlicher Betrieb ) Wettbewerbsvorteil Beitrag zum Klimaschutz durch CO 2 -Einsparung (Handel mit Emissionszertifikaten, Einhaltung von Emissionsgrenzwerten) Welche Möglichkeiten gibt es, Ökostrom im Unternehmen zu erzeugen? Strom aus Biomasse: Biomasse kann mittels Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden. Diese Doppelnutzung gewährleistet eine hohe Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie und einen guten Gesamtwirkungsgrad der Anlagen. Je nach betrieblichen Gegebenheiten und Anforderungen an die Leistung werden verschiedene Technologien eingesetzt, vor allem Dampfturbinen, ORC-Turbinen und Dampfkolbenmotoren, aber auch Stirlingmotoren im kleinen Leistungsbereich. Bei vorhandenen, mit Diesel betriebenen Anlagen (Spitzenlastaggregate oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) kann die Umrüstung auf Biotreibstoffe (Pflanzenöl) überlegt werden. Die meist als Nebenprodukt betrachtete Wärme kann z.b. zur Raumwärmeversorgung verwendet werden, es kann damit auch mittels Absorptionstechnologien die Kälteerzeugung übernommen werden oder es wird Prozesswärme auch im Sommer benötigt. Tipps zur Umsetzung: Nur typengeprüfte Anlagen einsetzen (v.a. bei Anlagen im kleinen Leistungsbereich auf Typenprüfung achten) Gut überlegen, ob die Strom- oder Wärmeerzeugung im Vordergrund stehen soll Ideale Lösung falls es im Betrieb Holzreste gibt (wie in vielen holzbe- und verarbeitenden Betrieben), die sonst entsorgt werden müssten aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der Einsatz von KWK-Anlagen insbesondere unter folgenden Voraussetzungen sinnvoll: möglichst gleichmäßiger Wärmebedarf und möglichst gleichzeitiger Wärme- und Strombedarf günstiger Brennstoffpreis im Verhältnis zum Strompreis hohe jährliche Laufzeiten (über Stunden) Photovoltaik-Anlagen Als Photovoltaik (PV) bezeichnet man die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie. Die Umwandlung geschieht in Solarzellen, den wichtigsten Elementen einer PV-Anlage. Der erzeugte Strom wird mittels Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, entweder direkt vom Verbraucher genutzt und/oder in das Stromnetz eingespeist. Eine 9 bis 10 m² große PV-Anlage kann eine elektrische Leistung von etwa Watt erzeugen und wird deshalb als 1 kwp-anlage (Wp = Watt-Peak) bezeichnet. Ein kwp installierte Leistung einer netzgekoppelten PV-Anlage liefert in Österreich einen Jahresertrag von 950 bis kwh. Möglichkeiten der Integration von PV-Anlagen: Montage am Dach PV-Flachdachabdeckungen fassadenintegrierte Montage Tipps zur Umsetzung: Wichtig ist, dass die PV-Anlage nicht beschattet wird, auch Teilbeschattung sollte vermieden werden Eine Fassadenintegration kann v.a. bei neuen Objekten sinnvoll sein (weniger Ertrag aber Reduktion der Kosten für eine neue Fassade und optischer Effekt) Ökostrom 19

20 Biogasanlagen Biogas, auch Faulgas genannt, ist ein Gasgemisch, das zu rund zwei Dritteln aus Methan (CH 4 ), zu über 30 Prozent aus Kohlendioxid (CO 2 ) sowie zu geringeren Anteilen aus Wasserstoff und Schwefelwasserstoff besteht. Je nach Methangehalt entspricht der Heizwert pro m³ Biogas rund 0,6 l Heizöl oder 0,6 m³ Erdgas. Daraus lassen sich je nach Wirkungsgrad eines Blockheizkraftwerkes etwa 2 kwh Strom und 3 bis 4 kwh Wärme erzeugen. Der Strom kann ins öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme für Heizzwecke oder Trocknungsprozesse (Futter, Stroh, Holz usw.) verwendet werden. Bei der sogenannten Kofermentation werden neben Gülle zusätzliche Stoffe eingesetzt, um eine höhere Gasausbeute zu erzielen. Neben dem landwirtschaftlichen Flüssig- und Festmist bieten sich zur gemeinsamen Vergärung auch Substrate aus der Agro- und Ernährungsindustrie an. In den letzten Jahren wurden ca. 260 Kleinwasserkraftwerke modernisiert. Damit konnte die Stromerzeugung dieser Anlagen um durchschnittlich mehr als 40% gesteigert werden und in Summe ca. 80 GWh pro Jahr zusätzlicher Ökostrom aus Kleinwasserkraft erzeugt werden. Betreiber/innen von Kleinwasserkraftanlagen erhalten dabei individuelle Beratung durch den O.Ö. Energiesparverband bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung des Regelarbeitsvermögens und bei der Revitalisierung ihrer Anlagen. Die Beratungen werden vor Ort durchgeführt und sind für die Betreiber kostenlos. Finanzierung & rechtliche Fragen Eine Ökostromanlage muss zumeist bewilligt und als Ökostromanlage von der Behörde anerkannt werden. Die Zuständigkeit für die Anerkennung liegt beim Land OÖ. Derzeit werden Ökostrom-Anlagen vor allem mittels Einspeisetarif (Ökostrom-Verordnung des Bundes) österreichweit einheitlich gefördert. Daneben gibt es vereinzelt Förderaktionen, die statt des Einspeisetarifs einen Investitionszuschuss vorsehen. Details zur aktuellen Förderung unter: Beispiel Biogasertrag Biogas/t Einsatz Speisefett 650 m 3 Bioabfall 100 m 3 Gülle 300 m 3 Tipp zur Umsetzung: Überlegen Sie, wie Sie die erzeugt Wärme nutzen können. Ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind Biogasanlagen, wenn ein vernünftiges Konzept zur Wärmenutzung vorliegt. In Österreich herrscht die Verpflichtung für Stromhändler, die verschiedenen Primärenergieträger, aus denen sie den angebotenen Strom erzeugen oder zukaufen, auf der Jahresstromrechnung auszuweisen. Ziel der Stromkennzeichnung ist es, Konsument/innen die Wahlmöglichkeit zu geben, sich für umweltfreundlichen Strom entscheiden zu können. Alles Wichtige auf einen Blick Ökostrom Kleinwasserkraft-Anlagen Kleinwasserkraftwerke spielen in der Stromversorgung Oberösterreichs eine wichtige Rolle. Derzeit gibt es in Oberösterreich über 600 Kleinwasserkraftwerke. Diese liegen im Leistungsbereich bis 10 MW (zumeist aber deutlich darunter) mit einer Engpassleistung von mehr als 130 MW und über 700 GWh (RAV). Bezogen auf den Gesamtstromverbrauch stammen über 5% aus Kleinwasserkraft. Achten Sie darauf, nur typengeprüfte Anlagen einzusetzen Informieren Sie sich über Einspeisetarife und Förderungen Zahlreiche Vorteile der Ökostrom-Produktion in Betrieben (Unabhängigkeit, Image, Kostenreduktion, Umweltschutz, CO 2 -Reduktion) Die Stromkennzeichnung auf der Jahresstromrechnung zeigt, welchen Strom- Mix Sie derzeit einsetzen überlegen Sie die Nutzung von Ökostrom. 20

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