Juni Klimabulletin Juni MeteoSchweiz. Anhaltende Gewitterlage. Wechselhaft aus Westen. Unwetter in der Süd- und Ostschweiz. 11.

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1 Juni 2016 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Juli 2016 Der Juni war überwiegend trüb und regnerisch. Sommerliche Hitze gab es nur an wenigen Tagen in der zweiten Monatshälfte. In der ersten Monatshälfte brachten Gewitter kräftige Niederschläge und lokale Überschwemmungen. Zur Monatsmitte löste feuchte Mittelmeerluft in der Süd- und Ostschweiz Starkniederschläge aus. Überschwemmungen und Geröllmassen verursachten lokal grössere Schäden. Im letzten Monatsdrittel zogen heftige Gewitterregen in der östlichen Landeshälfte erneut Unwetterschäden nach sich. An einzelnen Messstandorten war es einer der nassesten Junimonate seit Messbeginn vor über 100 Jahren. Trotz oft trüber Witterung stieg die Junitemperatur im landesweiten Mittel 0.2 Grad über die Norm Anhaltende Gewitterlage Vom 1. bis zum 8. Juni lag feuchte Warmluft mit häufiger Schauer und Gewitteraktivität über Mitteleuropa. Ziemlich sonnig war es nur am 6., während an den übrigen Tagen vorüberziehende Schauer und Gewitter die Sonnenscheindauer meist stark eingeschränkten. Besonders intensiv war die Gewitteraktivität am 8. Juni. Von der Innerschweiz über das Zürichseegebiet bis in die Region Schaffhausen fielen innerhalb weniger Stunden 30 bis über 70 mm Regen. Lokal gab es 30 bis 50 mm innerhalb von 2 Stunden. Das viele Wasser verursachte grössere Überflutungen, unpassierbare Strassen und zahlreiche Feuerwehreinsätze. Wechselhaft aus Westen Ab dem 9. Juni zogen vom Atlantik her mehrere Schauerzonen über die Schweiz. Die Verdrängung der feuchtwarmen Luft ging mit kräftigen Niederschlägen und einzelnen Gewittern einher. Entlang der zentralen und östlichen Voralpen fielen am 9. lokal bis 80 mm Regen, was erneut zu zahlreichen Überflutungen führte. Auch am 11. und am 13. Juni gab es verbreitet grössere Niederschlagsmengen. Bei sonnigen Verhältnissen weitgehend niederschlagsfrei blieb der 10. sowie auf der Alpensüdseite auch der 12. Juni. Unwetter in der Süd- und Ostschweiz Vom 16. bis am 18. Juni strömte aus Süden sehr feuchte Mittelmeerluft zur Schweiz. Innerhalb von 48 Stunden fielen in weiten Teilen der Schweiz grössere Niederschlagsmengen. Besonders betroffen waren das Tessin, Nord- und Mittelbünden, das Oberengadin, das Glarnerland und das St. Galler Rheintal. Vom Maggia- und Verzascatal bis zur oberen Leventina gab es verbreitet 130 bis 170 mm, nach Radarabschätzungen lokal sogar Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

2 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni um 200 mm. Von der Surselva über das Valser- bis ins Safiental lagen die Mengen bei 80 bis 110 mm, lokal bei 120 mm. Im übrigen Mittelbünden, in Nordbünden, im Urner Oberland, im Glarnerland sowie im Rheintal erreichten die Mengen 50 bis 90 mm. Niederschläge dieser Grössenordnung sind etwa alle 2 bis 8 Jahre zu erwarten. Die durch die bisherige Juniwitterung bereits nassen Böden reagierten auf die Starkniederschläge mit Hangrutschen und Überschwemmungen. Der Walensee und insbesondere der Bodensee traten über die Ufer und der Rhein führte Hochwasser. Mit der Niederschlagsabkühlung sank die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1400 m. Die Tagesmitteltemperatur lag vom 16. bis am 19. verbreitet 3 bis 4 Grad, in Berglagen auch 4 bis 5 Grad unter der Norm Hochwasser in Ermatingen am Bodensee, 23. Juni Foto: Daniel Gerstgrasser Endlich etwas Sommer Vom 22. bis am 24. Juni zog ein Hochdruckgebiet aus Westen über den Alpenraum. Mit viel Sonne stieg die Tageshöchsttemperatur beidseits der Alpen auf 30 bis 32 Grad, im Wallis auf knapp 34 Grad. Am 22. und 23. erreichte die Sonnenscheindauer verbreitet die maximal möglichen Werte. Erneut heftige Gewitterregen Mit der Zufuhr von schwülheisser Luft aus Südwesten entwickelten sich am 24. bereits am Vormittag Gewitter, ein besonders kräftiges in der Innerschweiz. Am Nachmittag und Abend entluden sich die heftigsten Gewitter entlang des zentralen und östlichen Alpennordhangs, in Nord- und Mittelbünden sowie in der Region von Zürich bis zum Bodensee. An mehreren Orten kam es zu Schäden durch Überflutungen und angeschwemmte Geröllmassen.

3 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Sommerliches Monatsende mit Gewitter Der Ausläufer eines Azorenhochs brachte am 27. und 28. den Sommer zurück. Mit verbreitet 8 bis 12 Stunden Sonne stieg die Tageshöchsttemperatur im Norden auf 21 bis 23 Grad, im Wallis auf 27 Grad und im Süden mit Nordwind bis auf 29 Grad. Feuchtmilde Luft aus Südwesten löste am 29. auf dem Alpennordseite und am 30. Juni in der ganzen Schweiz Schauer und Gewitter aus. Die Tageshöchsttemperatur erreichte am 29. Juni zwischen 26 und 29 Grad und am 30. Juni mit reduzierter Sonnenscheindauer noch 23 bis 27 Grad. Sommerlinden und Schwarzer Holunder blühten leicht verspätet Der intensive Duft der Lindenblüten konnte ab Mitte Juni wahrgenommen werden. Die Sommerlinden blühten in den tieferen Höhenlagen bis etwa 700 m ü. M., zu einem normalen bis späten Zeitpunkt im Vergleich mit dem Mittel der Periode Die Mehrheit der Beobachtungen wiesen eine Abweichung von 2 bis 8 Tage vom Durchschnitt auf. Der Schwarze Holunder blühte Ende Mai und vor allem in der ersten Monatshälfte Juni. Während die Termine im Mai meist normal waren, wurden im Juni neben normalen Terminen vermehrt auch späte beobachtet. Im Mittel fand die Holunderblüte im Juni 0 bis 7 Tage später statt als im Durchschnitt der Jahre In den Bergen oberhalb von rund 1000 m ü. M. blühten die Margeriten und die Fichten trieben ihre Nadeln aus. Mitte Juni war der Nadelaustrieb der Fichten rund 7 Tage verspätet, während er im Oberengadin am 27. Juni sogar 13 Tage später beobachtet wurde. Die Blüte der Margeriten in den Bergen fand normal bis sehr spät statt, mit einem Rückstand von rund einer Woche auf das Mittel. Günstige Termine für die Heuernte gab es nur wenige im Juni: die meisten Meldungen betrafen den 22. und 23. Juni, je nach Höhenlage zu einem normalen oder sehr späten Zeitpunkt. Monatsbilanz Die Junitemperatur lag verbreitet in einem Bereich zwischen 0.2 unter und 0.4 Grad über der Norm vereinzelt wurden auch Werte von 0.6 Grad über der Norm registriert. Im landesweiten Mittel stieg die Junitemperatur 0.2 Grad über die Norm Die Niederschlagsmengen erreichten im Westen und im Mittelland verbreitet 140 bis 190 Prozent, regional auch über 200 Prozent der Norm In Zürich war es mit 229 mm die fünfthöchste, in Winterthur mit 202 und in Basel mit 176 mm die sechsthöchste Junimenge seit Messbeginn Das Oberwallis und einzelne Walliser Südtäler erhielten 100 bis 125 Prozent, das übrige Wallis 60 bis 80 Prozent der normalen Mengen. In den übrigen Alpen und auf der Alpensüdseite lagen die Werte meist zwischen 120 und 170 Prozent der Norm , ganz lokal auch über 200 Prozent. Am Messstandort Buffalora fiel mit 186 mm die höchste Junimenge seit Messbeginn 1917, in Sargans mit 267 mm die zweithöchste seit Messbeginn 1888 und in Davos mit 220 mm die dritthöchste seit Messbeginn Die Sonnenscheindauer bewegte sich verbreitet zwischen 60 und 85 Prozent der Norm Auf der Alpensüdseite erreichte sie 80 bis 100 Prozent der Norm. Der Säntis registrierte mit nur 87 Sonnenstunden eine Rekord-Sonnenarmut für den Monat Juni. An einigen weiteren Messstandorten auf der Alpennordseite war es der fünft- oder sechst-sonnenärmste Juni. Homogene Daten zur Sonnenscheindauer sind seit 1959 verfügbar.

4 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Monatswerte an ausgewählten MeteoSchweiz-Messstationen im Vergleich zur Norm Norm Langjähriger Durchschnitt Abw. Abweichung der Temperatur zur Norm % Prozent im Verhältnis zu Norm (Norm = 100%)

5 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Juni 2016 Messwerte absolut Abweichungen zur Norm Monatsmitteltemperaturen ( C) Abweichung der Monatsmitteltemperatur von der Norm Monatliche Niederschlagssumme (mm) Monatliche Niederschlagssumme in % der Norm % der maximal möglichen monatlichen Sonnenscheindauer Monatliche Sonnenscheindauer in % der Norm Räumliche Verteilung von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Berichtsmonat. Dargestellt sind absolute Werte (links) und Abweichungen zum klimatologischen Normwert (rechts).

6 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Witterungsverlauf im Juni 2016 Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Bern-Zollikofen und Zürich-Fluntern. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

7 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Basel-Binningen und Engelberg. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

8 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Genève-Cointrin und Sion. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

9 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Lugano und Samedan. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

10 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni Erläuterung zu den Grafiken ausgewählter Messstationen Rote/blaue Säulen: Tägliche Mitteltemperaturen im Berichtsmonat über/unter dem Mittelwert der Normwertperiode Obere graue Stufenkurve: Höchste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere und untere schwarze gestrichelte Linie: Standardabweichung (= mittlere Schwankung) der Tagesmitteltemperatur in der Normwertperiode Schwarze Linie: Mittelwert der Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve:Tiefste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatstemperatur in Grad C Graue Säulen: Tägliche Maximum- und Minimumtemperaturen (obere/untere Säulenbegrenzung) im Berichtsmonat Obere graue Stufenkurve: Höchste Maximumtemperatur der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere Schwarze Linie:Mittlere Maximumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere Schwarze Linie: Mittlere Minimumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve: Tiefste Minimumtemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Gelbe Säulen: Tägliche Besonnung im Berichtsmonat Schwarze gestrichelte Linie: Maximal mögliche tägliche Sonnenscheindauer am Messstandort Summe: Aktuelle Monatssumme der Sonnenscheindauer in h Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in h Grüne Säulen: Tägliche Niederschlagssummen (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) im Berichtsmonat Graue Stufenkurve: Grösste Regensumme (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe Summe: Aktuelle Monatssumme des Niederschlags in mm Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in mm Lila Säulen: Tägliche Windspitze Graue Stufenkurve: Höchste Windspitze an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe

11 MeteoSchweiz Klimabulletin Juni MeteoSchweiz, 11. Juli 2016 Das Klimabulletin darf unter Quellenangabe MeteoSchweiz ohne Einschränkungen weiterverwendet werden. Zitierung MeteoSchweiz 2016: Klimabulletin Juni Zürich. MeteoSchweiz Operation Center 1 CH-8058 Zürich-Flughafen MeteoSvizzera Via ai Monti 146 CH-6605 Locarno Monti MétéoSuisse 7bis, av. de la Paix CH-1211 Genève 2 MétéoSuisse Chemin de l Aérologie CH-1530 Payerne T T T T

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