Strukturiertes Vorgehen bei akuter Otitis media Jan Peter Thomas, Reinhard Berner, Thomas Zahnert, Stefan Dazert

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Strukturiertes Vorgehen bei akuter Otitis media Jan Peter Thomas, Reinhard Berner, Thomas Zahnert, Stefan Dazert"

Transkript

1 Strukturiertes Vorgehen bei akuter Otitis media Jan Peter Thomas, Reinhard Berner, Thomas Zahnert, Stefan Dazert 3 Punkte cme ZUSAMMENFASSUNG Hintergrund: Innerhalb der ersten drei Lebensjahre erkranken zwei Drittel aller Kinder an einer akuten Otitis media (AOM). Trotz fehlender Evidenz wird in vielen Fällen weiterhin eine sofortige antibiotische Therapie eingeleitet. Methode: Selektive Literaturauswahl unter Verwendung evidenzbasierter Empfehlungen mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen US-amerikanischen Leitlinie. Ergebnisse: Ein putrider Paukenerguss gegebenenfalls mit Entzündung des Trommelfells spricht für eine AOM. Nur bei ausgewählten Patienten mit AOM ist eine sofor - tige antibiotische Therapie zwingend erforderlich. Hierzu zählen Patienten mit ausgeprägten Ohrenschmerzen, Fieber 39,0 ºC, Kinder unter 6 Monaten sowie Kinder unter 2 Jahren mit beidseitiger AOM und Kinder mit spezifischen Risikofaktoren wie unter anderem Immun defizienz oder Down-Syndrom. Ansonsten ist eine symptomatische Behandlung gerechtfertigt. Erst bei mangelnder Besserung der Symptome nach 2 3 Tagen sollte eine antibiotische Therapie vorzugsweise mit Amoxicillin eingeleitet werden. Schlussfolgerungen: Aufgrund noch teilweise heterogener Ergebnisse in der Literatur besteht weiterhin Bedarf an kontrollierten Studien mit definierten Endpunkten zur Klärung des Nutzens einer sofortigen antibiotischen Therapie gegenüber einer zunächst beobachtenden Verlaufskontrolle. Zitierweise Thomas JP, Berner R, Zahnert T, Dazert S: Acute otitis media: a structured approach. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(9): DOI: /arztebl Die akute Otitis media (AOM) ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Säuglings- und (Klein-)Kindalters und dritthäufigster Grund für Antibiotikaverordnungen in dieser Altersgruppe (1). Nach Einzug der Antibiotika in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kam es zu einem einschneidenden Rückgang der bis dahin schwerwiegenden Komplikationen dieses Krankheitsbildes (e1). Bis in die 1980er Jahre bestand kein Zweifel an der Notwendigkeit einer sofortigen antibiotischen Therapie bei Erstdiagnose einer AOM (e2). Angestoßen durch die zunehmende Entwicklung von Antibiotikaresistenzen konnten van Buchem et al erstmals nachweisen, dass bei Kindern mit unkomplizierter AOM ab einem Alter von zwei Jahren ein zunächst beobachtendes Verhalten unter rein symptomatischer Therapie als vertretbar verfolgt werden kann (2). Auch wenn dieser Paradigmenwechsel im Laufe der vergangenen Jahre Einzug in viele nationale Leitlinien (3, 4, e3 e5) gehalten hat, gibt es Untersuchungen, die dieses Vorgehen hinterfragen (5, 6). Zurzeit befindet sich eine S2-Leitlinie zur Behandlung der AOM der Deutschen Gesellschaft für Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie in Erstellung. Von Seite der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin wurde das Thema AOM in der bis 12/2011 gültigen und derzeit in Überarbeitung befindlichen S3-Leitlinie Ohrenschmerzen behandelt (e6). Lernziele Der Leser soll nach dem Studium dieses Beitrags: die Befunde zur korrekten Diagnosestellung einer AOM kennen eine unkomplizierte von einer potenziell komplikationsträchtigen AOM abgrenzen und eine adäquate Therapie der AOM einleiten und begleiten können. Teilnahme nur im Internet möglich: aerzteblatt.de/cme Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Universität Bochum: Dr. med. Thomas; Prof. Dr. med. Dazert Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Technischen Universität Dresden (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden): Prof. Dr. med. Berner Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Technischen Universität Dresden (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden): Prof. Dr. med. Dr. h.c. Zahnert Häufigkeit Die akute Otitis media (AOM) ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Säuglings- und (Klein-)Kindalters und dritthäufigster Grund für Antibiotikaverord - nungen in dieser Altersgruppe. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

2 Abbildung: Typisches Bild einer AOM (mit freundlicher Genehmigung durch C. A. von Illberg) werden hierfür die Etablierung eindeutigerer diagnostischer Kriterien, die Entwicklung von Empfehlungen eines zunächst abwartenden Beobachtens und die wachsende Akzeptanz der Eltern hinsichtlich dieses Vorgehens (9) sowie eine Abnahme der Zigarettenrauchexposition (10) als Gründe vermutet. Nomenklatur Die AOM umfasst als Oberbegriff alle akuten entzündlichen Erkrankungen der Mittelohrräume mit besonderer Beteiligung der Paukenhöhle, wobei die akute eitrige von der viralen Otitis media unterschieden wird. Hiervon abgrenzen muss man die Nomenklatur im anglo amerikanischen Raum, in der unter otitis media auch die otitis media with effusion, also ein Paukenerguss (Sero-/Mukotympanon) verstanden wird (e7). Epidemiologie Je nach Studie ist die Inzidenz der AOM im 1. beziehungsweise 2. Lebensjahr am höchsten und sinkt auf 2 % im 8. Lebensjahr (7). Über zwei Drittel aller Kinder haben bis zum Abschluss des 3. Lebensjahres mindestens eine, etwa die Hälfte dieser Kinder drei oder mehr Episoden einer AOM erlitten (8). Ein Teil dieser Patienten entwickelt einen Pauken - erguss, dessen Folgen in Form einer Mittelohrschwerhörigkeit bis ins mittlere Kindesalter hineinreichen können (e8). In Deutschland betrug im Beobachtungszeitraum die 12-Monats-Prävalenz einer AOM bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 0. und 17. Lebensjahr im Durchschnitt 11 % (e9). Nach einem Anstieg der Prävalenz der AOM bis in die Mitte der 1990er Jahre konnte im Folgenden eine Abnahme um etwa 19 % beobachtet werden. Neben der Einführung der Pneumokokken- und Influenzaimpfung Mikrobiologie Je nach Nachweismethode und Stringenz der Anwendung diagnostischer Kriterien lassen sich in 70 % bis sogar 90 % aller AOM Bakterien isolieren (e10). Nahezu allen AOM geht eine virale Infektion der oberen Atemwege voraus. Häufigster Erreger ist das Respiratory-Syncytial-Virus. Weitere häufige Viren sind Influenza- und Parainfluenzaviren sowie Rhino-, Adeno- und Enteroviren. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae, gefolgt von Moraxella catarrhalis. In geringerer Anzahl finden sich Streptococcus pyogenes und Staphylococcus aureus (e11). Während vor Einführung der 7-valenten Pneumokokkenimpfung (PCV-7) Pneumokokken den größten Teil der bakteriellen AOM verursachten, zeigten sich seit Einführung der Pneumokokkenimpfung Veränderungen des Erregerspektrums dahingehend, dass es in Studien aus den USA zu einer relativen Reduzierung der Pneumokokken-induzierten AOM von % auf %, auf der anderen Seite zu einem relativen Anstieg der H.-influenzae-Infektionen von % auf % kam (11, e12). Ob dies in Deutschland in gleicher Weise gilt, ist unklar. Diese Verschiebung kann jedoch möglicherweise durch eine Zunahme von in der PCV-7 nicht enthaltenen Serotypen in der Zukunft auch wieder umgekehrt werden. Auswirkungen der Einführung der PCV-13, die potenziell die durch resistente Pneumokokkenserotypen verursachte AOM in Zukunft reduzieren könnte, müssen abgewartet werden (12). Da Influenzaviren zu den häufigsten nachweisbaren Viren in der Mittelohrflüssigkeit bei einer AOM gehören und gleichzeitig Wegbereiter für Pneumokokkeninfektionen sind, liegt es nahe, dass Influenzaimpfungen einen protektiven Effekt auf Häufigkeit und Verlauf einer viralen wie auch bakteriellen AOM haben können. Ein Beweis hierfür konnte bislang nur partiell erbracht werden. In einer aktuellen Meta analyse zeigt sich, dass die nasale Influenza-Lebendimpfung (LAIV) in der Altersgruppe 6 71 Monate die Inzidenz der AOM um 12,4 % senkt (13). Eine obligate Impfempfehlung lässt sich hieraus derzeit dennoch nicht ableiten. Nomenklatur Die AOM umfasst als Oberbegriff alle akuten entzündlichen Erkrankungen der Mittelohrräume mit besonderer Beteiligung der Paukenhöhle, wobei die akute eitrige von der viralen Otitis media unterschieden wird. Mikrobiologie Je nach Nachweismethode und Stringenz der Anwendung diagnostischer Kriterien lassen sich in 70 % bis sogar 90 % aller AOM-Bakterien isolieren. 152 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar 2014

3 GRAFIK Diagnose AOM Ohrmikroskopie/Otoskopie (ggf. pneumatische Otoskopie, Tympanometrie, Reflektometrie) Therapiealgorithmus bei unkomplizierter akuter Otitis media (AOM) ja suffiziente Analgesie (z. B. Paracetamol, Ibuprofen) Schmerzsymptomatik nein ja Einschlusskriterien für initiale Verlaufskontrolle erfüllt? nein Zustand nach Therapie mit Amoxicillin in den vergangenen 30 Tagen oder eitrige Konjunktivitis oder rezidivierende AOM ohne Ansprechen auf Amoxicillin oder β-lactamase-positiver Keim vermutet nein ja Observation Amoxicillin Amoxicillin + Clavulansäure Kontrolle nach h Befund und Symptome rückäufig? Fortsetzung der eingeleiteten Therapie ja nein Einleitung bzw. Umstellung der antibiotischen Therapie Klinische Symptomatik Eine AOM tritt häufig im Rahmen eines Infekts der oberen Atemwege auf. Symptome wie Ohrenschmerzen und bei Kleinkindern der Greifzwang zum Ohr sind alleinig nicht spezifisch (11). So leiden lediglich 10 % aller Kinder mit einem Greifzwang unter einer AOM (14). Fieber, Krankheitsgefühl und bei kleineren Kindern Durchfall und Erbrechen sind variable Symptome (e13). Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind Ohren- und Kopfschmerzen sowie Schwerhörigkeit meist eindeutiger. Im Falle einer Spontanperforation des Trommelfells kommt es zu einer schlagartigen Rückbildung der Ohrenschmerzen. Klinische Symptomatik Eine AOM tritt häufig im Rahmen eines Infekts der oberen Atemwege auf. Variable Symptome Fieber, Krankheitsgefühl und bei kleineren Kindern Durchfall und Erbrechen sind variable Symptome. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

4 TABELLE Indikationen zur antibakteriellen versus abwartenden Therapie bei Kindern mit unkomplizierter Otitis media acuta (AOM)* Alter < 6 Monate 6 Monate < x < 2. Lebensjahr 2. Lebensjahr mäßige bis schwere Ohrenschmerzen Temperatur 39,0 ºC oder Otorrhö antibakterielle Therapie antibakterielle Therapie antibakterielle Therapie leichte Ohrenschmerzen und Temperatur < 39,0 ºC antibakterielle Therapie antibakterielle Therapie bei bilateraler AOM Observation bei einseitiger AOM Observation *modifiziert nach (3) Diagnostik Die ohrmikroskopische beziehungsweise otoskopische Beurteilung des Trommelfells ist der zentrale Punkt für die Stellung einer korrekten Diagnose. Während bislang eine entzündliche Veränderung des Trommelfells mit gleichzeitigem Nachweis eines entzündlichen Ergusses zur Diagnosestellung einer AOM führte (14), werden nach den neuen Leitlinien der American Academy of Pediatrics (AAP) folgende Kriterien für die Diagnosestellung einer AOM gefordert (3): Nachweis einer mäßigen bis schweren Vorwölbung des Trommelfells oder einer, nicht durch eine akute Otitis externa bedingten, neu aufgetretenen Otorrhö Nachweis einer geringen Vorwölbung des Trommelfells mit innerhalb der letzten 48 h aufgetretenen Ohrenschmerzen oder ausgeprägter Rötung des Trommelfells. Als Ausschlusskriterium für die Diagnose der AOM wird eine fehlende Flüssigkeitsansammlung in der Pauke angesehen. Umstritten erscheint die erste Empfehlung der AAP zur Diagnosestellung. Wenn die schwere Vorwölbung des Trommelfells als alleiniges Kriterium für die Dia - gnosestellung ausreicht, ist die Abgrenzung zu einem banalen Paukenerguss schwierig. Hier sollte die Transparenz der Trommelfellmembran als Kriterium mit einbezogen werden. Die Anamnese mit akutem Auftreten klinischer Sym - ptome wie Ohrenschmerzen, Otorrhö und/oder Fieber unterstützt die Diagnose der AOM, ist als alleiniges Zeichen jedoch nicht spezifisch und weist nur einen mäßigen prädiktiven Zusammenhang mit der korrekten Diagnosestellung auf (Sensitivität 54 %, Spezifität 82 %) (11). Die alleinige Rötung des Trommelfells ist zur Dia - gnosestellung der AOM ebenfalls nicht hinreichend, weil der positive Vorhersagewert lediglich 7 % beträgt (e14). Im Frühstadium einer AOM mit Rötung und Gefäßinjektion der Membran und noch nicht erfolgter Ausbildung eines eitrigen Ergusses ist eine Differenzierung zwischen eitriger und nichteitriger (viraler) Otitis media noch nicht möglich. Erst die schollig gelbliche Vorwölbung der Membran mit Gefäßinjektion, gegebenenfalls Pulsation und Verstreichen des Hammergriffes rechtfertigen die Diagnose der purulenten AOM (Abbildung). Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Beurteilung des Trommelfells durch die mangelnde Kooperation des Kindes, den engen Gehörgang und zusätzliche Zerumenverlegung erschwert sein. In diesen Fällen verbleibt somit gelegentlich eine (Rest-)Unsicherheit in der Diagnosestellung. Eine pneumatische Otoskopie zur Darstellung der eingeschränkten Beweglichkeit des Trommelfells kann hilfreich, bei kleinen Kindern jedoch ebenfalls durchaus schwierig sein. Als zusätzliche Verfahren existieren die Tympanometrie oder die akustische Reflektometrie. Bei den beiden letztgenannten Untersuchungen ist jedoch zu berücksichtigen, dass hiermit eine AOM nicht von einem Paukenerguss unterschieden werden kann. Beide Maßnahmen sind somit ausdrücklich höchstens als Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz einer nicht ausreichend beurteilbaren Ohr - mikroskopie/otoskopie zu verwenden (e15, e16). Zum Ausschluss einer otogenen Komplikation ist die Inspektion und Palpation des Mastoids sowie die Beurteilung der Funktion des N. facialis durch gezieltes Grimassieren erforderlich. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sollte eine orientierende Hörprüfung mittels der Stimmgabeltests nach Weber und Rinne zum Ausschluss einer toxischen Innenohrbeteiligung erfolgen. Diagnostik Die ohrmikroskopische beziehungsweise otoskopische Beurteilung des Trommelfells ist der zentrale Punkt für die Stellung einer korrekten Diagnose. Ausschlusskriterium Als Ausschlusskriterium für die Diagnose der AOM wird eine fehlende entzündliche Flüssigkeitsansammlung in der Pauke angesehen. 154 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar 2014

5 Bei Verdacht auf eine otogene Komplikation müssen weitergehende Untersuchungen eingeleitet werden wie ausführliche cochleovestibuläre Diagnostik Abstrichuntersuchung MRT des Schädels und/oder CT des Felsenbeins Labordiagnostik. Differenzialdiagnosen Neben der Unterscheidung der eitrigen AOM von der viralen AOM mit granulozytenarmem Sekret sind die Myringitis im Rahmen einer Gehörgangsentzündung sowie die akute Exazerbation einer chronischen Mittelohr - entzündung abzugrenzen. Häufigste Differenzial dia gnose ist das Sero-/Mukotympanon, bei dem in der Regel weder Schmerzen, eine Rötung des Trommelfells noch ein eitriges Exsudat in der Paukenhöhle bestehen. Klinisch können jedoch zu Beginn und bei Abheilung einer akuten Mittelohrentzündung Abgrenzungsprobleme auftreten. Therapie Die folgenden Empfehlungen beziehen sich auf die unkomplizierte AOM ohne Zeichen einer systemischen Erkrankung sowie auf ansonsten gesunde Patienten (Grafik). Bedingungen, die den natürlichen Verlauf einer AOM verkomplizieren können, sind neben oto genen Komplikationen eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, genetische Aberrationen wie beim Down-Syndrom, Immundefekte und das Einliegen eines Cochlea-Implantes. Außerdem müssen Patienten mit Rezidiven innerhalb von 30 Tagen aufgrund geringerer Spontanheilung und häufigerer otogener Komplikationen abgegrenzt werden. Im Folgenden werden das Evidenzniveau (I IV) und der Empfehlungsgrad (A C, Good Clinical Practice [GCP]) jeweils in Klammern angegeben. Ohrenschmerzen sind initial oft das am meisten beeinträchtigende Symptom und müssen deshalb, unabhängig von einem eventuellen kausalen Therapieansatz, unverzüglich adäquat behandelt werden (3). Paracetamol und Ibuprofen gelten als Standardanalgetika bei der AOM (15) (IIa, A). Die Gabe topischer Lokal anästhetika wird nicht empfohlen (e17) (IV). Auch wenn die Applikation abschwellender Nasentropfen zur Behandlung der AOM kritisch gesehen wird (16), ist dies aufgrund einer häufig zugrundeliegenden (Begleit-)Rhinosinusitis sinnvoll (IV, C) (e18). Aufgrund der begrenzten Datenlage existieren bislang keine allgemeingültigen Empfehlungen komplementärer beziehungsweise alternativer Verfahren in der Therapie der AOM. KASTEN 1 First-line Antibiotika bei akuter Otitis media (3) Antibiotikum der 1. Wahl Amoxicillin 50 ( 60) mg/kg KG/d in 2 3 Einzeldosen Ausnahme Bei Therapie mit Amoxicillin innerhalb der letzten 30 Tage, Vorliegen einer zusätzlichen eitrigen Konjunktivitis, in der Anamnese nicht auf Amoxicillin ansprechende wiederkehrende akute Otitis media oder vermutete Infektion mit einem β-lactamasepositiven Keim: Amoxicillin + Clavulansäure (50 mg/kg KG/d Amoxicillin + 12,5 mg/kg KG/d Clavulansäure in 2 3 Einzeldosen aufgeteilt) Alternativpräparate Cefuroxim (30mg/kg KG/d in 2 Einzeldosen) Cefpodoxim (5 12 mg/kg KG/d in 2 Einzeldosen) Ceftriaxon i. v. oder i. m. (50 mg/kg KG/d als 1 Einzeldosis über 1 oder 3 Tage) Bei eindeutig stattgehabter anaphylaktischer Reaktion auf Penicillin Erythromycin (30 50 mg/kg KG/d in 3 Einzeldosen) Clarithromycin (15 mg/kg KG/d in 2 Einzeldosen) Azithromycin (10 mg/kg KG am 1. Tag, 5 mg/kg über weitere vier Tage in jeweils einer Einzeldosis) Die sofortige Gabe von Antibiotika bei der AOM wurde in der Vergangenheit als Hauptgrund für den Rückgang der akuten Mastoiditis angesehen. Im Vergleich zu der präantibiotischen Ära zeigte sich ab den 1950er-Jahren ein deutlicher Rückgang der akuten Mastoiditiden (17). Dieser anfänglich geäußerte Zusammenhang konnte im weiteren Verlauf für eine unkomplizierte AOM jedoch nicht aufrechterhalten werden. So zeigte sich kein signifikanter Unterschied der Mastoiditisrate bei älteren Kindern, die bei Erstvorstellung sofort eine antibiotische Therapie erhielten, im Vergleich mit denen, die zunächst weiter beobachtet wurden und erst bei fehlender Besserung antibiotisch behandelt wurden (0,59 % versus 0,17 %) (e19). Auch international vergleichende Untersuchungen zwischen Ländern mit unterschiedlichen Therapiemodalitäten der AOM konnten keine signifikanten Differenzialdiagnose Häufigste Differenzialdiagnose der eitrigen AOM ist neben der viralen AOM und einer Myringitis das Sero-/Mukotympanon. Analgetische Therapie Paracetamol und Ibuprofen sind Standardanalgetika in der Therapie der AOM. Analgetische Ohrentropfen werden nicht empfohlen. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

6 KASTEN 2 Second-line Antibiotika bei akuter Otitis media (3) Antibiotikum der 1. Wahl ist Amoxicillin + Clavulansäure (sofern dies nicht als first-line Antibiotikum erfolgte) (Dosierung 50 mg/kg KG/d Amoxicillin + 12,5 mg/kg KG/d Clavulansäure) Ceftriaxon i. v. oder i. m. (50 mg/kg KG/d in 1 Einzeldosis für 3 Tage) Clindamycin (30 40 mg/kg KG/d in 3 Einzeldosen) + Cephalosporin der Gruppe 3 Unterschiede in der Inzidenz der akuten Mastoiditis nachweisen (18). In Zusammenschau der Studien scheint die Gefahr der Ausbildung einer akuten Mastoiditis in Folge einer unkomplizierten AOM bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr durch eine zunächst observierende Therapie somit nicht erhöht zu sein, vorausgesetzt, die Patienten werden engmaschig klinisch kontrolliert und eine Antibiotikagabe wird bei fehlender Besserung eingeleitet. Auch besteht kein Hinweis darauf, dass die Häufigkeit des Auftretens einer Meningitis im Rahmen einer AOM durch den frühzeitigen Einsatz von Antibiotika verringert werden kann (19, 20). Seit Mitte der 1980er Jahre konnte nachgewiesen werden, dass auch in Bezug auf die Heilungsrate nur geringfügige signifikante Unterschiede zwischen einer sofortigen Antibiotikagabe und einer zunächst observierenden Therapie unter suffizienter Analgesie ( watchful waiting ) bestehen (19, 21, 22) (Ia). Eine spontane Besserung der Symptome einer AOM tritt in etwa 60 % innerhalb der ersten 24 Stunden, in etwa % innerhalb der ersten 2 3 Tage und in 90 % der Fälle nach 4 7 Tagen ein. Eine sofortige antibiotische Therapie bietet innerhalb der ersten 24 Stunden aufgrund der Latenz des antimikrobiellen Effekts verständlicherweise keinen Vorteil gegenüber einer Placebotherapie. Nach 2 3 Tagen profitieren hierdurch 4 %, nach 4 7 Tagen 9 % der Patienten (e20). Auch Hinweise für eine schnellere Hörverbesserung lassen sich durch eine sofortige antibiotische Therapie nicht nachweisen (23). Jedoch wird die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Diarrhö durch eine sofortige Antibiotikatherapie um 5 14 % (20, 21, 24), die Wahrscheinlichkeit von Hautausschlägen um 3 6 % (5, 25) erhöht. Dieser geringe therapeutische Nutzen einer sofortigen antibiotischen Therapie und die erhebliche Spontanremission sollten unter Berücksichtigung der potenziellen unerwünschten Wirkungen, einer möglichen Bahnung von Antibiotikaresistenzen wie auch medizinökonomischer Aspekte bedacht werden. Die Faktoren Alter und Symptomausprägung spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung, ob eine zunächst beobachtende oder eine sofortige antibiotische Therapie gewählt werden sollte. So liegt die Versagerrate bei zunächst beobachtendem Vorgehen bei Kindern unter zwei Jahren fast doppelt so hoch wie bei Patienten älter als zwei Jahre. Patienten mit schwerer Ausprägung der Sym - ptome haben mit 14 % ebenfalls eine signifikant höhere Versagensquote als Patienten mit nur leichten Beschwerden (4 %) (e21). Abhängig von Patientenalter und Ausprägung der Symptome kann somit ein Großteil der Patienten mit unkomplizierter AOM zunächst rein symptomatisch therapiert werden, sofern eine klinische und ohrmikroskopische/otoskopische Verlaufskontrolle nach 2 3 Tagen gewährleistet ist (Ia, A). Die Wahl der Therapie muss jedoch immer individuell entschieden werden und bedarf wesentlich der klinischen Erfahrung des behandelnden Arztes bei der Einschätzung der Ausprägung des Krankheitsbildes. Als Indikationen zur sofortigen Antibiotikagabe gelten: Alter < 6. Lebensmonat (Ia, A) Alter < 2. Lebensjahr mit bilateraler AOM, auch bei nur geringen Ohrenschmerzen und Temperatur < 39,0 ºC (Ia, A) AOM mit mäßigen bis starken Ohrenschmerzen oder Temperatur 39,0 ºC (Ib, A) persistierende, eitrige Otorrhö (Ia; A) (26) Risikofaktoren (zum Beispiel otogene Komplikation, Immundefizienz, schwere Grundkrankheiten, Down-Syndrom, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Cochlea-Implantat-Träger, Influenza) (III, B) Verlaufskontrolle innerhalb der ersten drei Tage nicht sicher möglich (Ib, A) Die Empfehlungskriterien für eine Antibiotikagabe zum Zeitpunkt der Erstdiagnosestellung sind in der Tabelle zusammengefasst. Kommt es nach Einleitung der initialen Therapie gleich ob sie aus Observation oder sofortiger antimikrobieller Therapie besteht innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden zu keiner Besserung der Beschwerden, müssen Spontane Besserung Eine spontane Besserung der Symptome einer AOM tritt in etwa 60 % innerhalb der ersten 24 Stunden, in etwa % innerhalb der ersten 2 3 Tage und in 90 % der Fälle nach 4 7 Tagen ein. Faktoren für eine Entscheidungsfindung Die Faktoren Alter und Symptomausprägung spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung, ob eine zunächst beobachtende oder eine sofortige antibiotische Therapie gewählt werden sollte. 156 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar 2014

7 alternative Differenzialdiagnosen ausgeschlossen werden. Bestätigt sich die Diagnose AOM wird bei initial abwartendem Verhalten eine antibiotische Therapie eingeleitet. Erfolgte bereits initial eine Antibiotikagabe, sollte dieses Antibiotikum umgestellt werden. Bei Ansprechen der antibiotischen Therapie tritt in der Regel nach 24 Stunden eine Besserung der Beschwerden ein. Nach 48 bis spätestens 72 Stunden sollte sich, falls initial bestanden, Fieber zurückgebildet haben. Als Antibiotikum der ersten Wahl gilt Amoxicillin in einer Dosis von 50 ( 60) mg/kg KG/d in drei Einzeldosen (Kasten 1) (3). Hierfür sprechen, neben der in der Regel bestehenden Wirksamkeit, die hohe Sicherheit, ein enges mikrobiologisches Spektrum, die vergleichsweise geringe Rate an unerwünschten Wirkungen und die geringen Kosten (e22). Bei Kindern sollten wasserlösliche Trockensaft- Präparationen verwendet werden, da hiermit die Resorptionsrate und damit die orale Bioverfügbarkeit erhöht und die Rate von gastrointestinalen Nebenwirkungen verringert wird. Im Falle einer stattgehabten Therapie mit Amoxicillin innerhalb der letzten 30 Tage, bei einer in der Anamnese nicht auf Amoxicillin ansprechenden wiederkehrenden AOM, bei vermuteter Infektion mit einem β-lactamasepositiven Keim oder gegebenenfalls auch bei zusätzlichem Vorliegen einer eitrigen Konjunktivitis wird die primäre Anwendung von Amoxicillin + Clavulansäure empfohlen (Kasten 1) (3, e23). Als Alternativpräparate bei Penicillinallergie kommen Cefuroxim oder Cefpodoxim in Frage (14). Falls eine orale Therapie nicht möglich ist, kann Ceftriaxon i. v. oder i. m. bereits als einmalige Dosis ausreichend zur Initialbehandlung eingesetzt werden (e24). Besteht eine echte Penicillinallergie, das heißt bei eindeutig stattgehabten anaphylaktischen Reaktionen auf Penicillin, sind Erythromycin, Clarithromycin oder Azithromycin zu erwägen, wobei Makro lide nur eine begrenzte Wirkung auf H. influenzae und S. pneumoniae haben (27). Patienten mit einem Cochlea-Implantat sollten bei einer AOM innerhalb der ersten zwei Monate nach Implantation eine parenterale Gabe von Ceftriaxon erhalten. Bei länger als drei Monate zurückliegender Cochlea-Implantation wird die empirische Therapie mit Amoxicillin oder Amoxicillin + Clavulansäure empfohlen (28). Hinsichtlich der Dauer der antibiotischen Therapie wird bei Kindern bis zum einschließlich zweiten Lebensjahr sowie bei Kindern mit schweren Erkrankungen eine Therapie über zehn Tage, bei Kindern vom Lebensjahr eine Therapie über sieben Tage sowie ab KASTEN 3 Symptomatik der otogenen Komplikationen akute Mastoiditis Abstehen der Ohrmuschel, retroaurikuläre teigige Schwellung und Rötung mit Druckdolenz, Senkung der hinteren-oberen Gehörgangswand, BSG- Erhöhung, CRP-Erhöhung, radiologisch sichtbare Verschattung des Mastoids mit Einschmelzen der knöchernen Trabekel (Bezold-Mastoiditis: Schwellung des M. sternocleidomastoideus mit Tortikollis) Labyrinthitis Schwindel mit intialem Reiz-, im weiteren Verlauf Ausfallnystagmus, progrediente Innenohrschwerhörigkeit Fazialisparese inkomplette oder komplette periphere Fazialisparese Sinusvenenthrombose reduzierter Allgemeinzustand durch Bakteriämie und Sepsis, Schwellung der retroaurikulären Haut über dem Emissarium mastoideum (Griesinger- Zeichen) Epiduralabszess, Subduralabszess, Meningitis reduzierter Allgemeinzustand, Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Somnolenz, Krampfanfälle Hirnabszess Uncharakteristische, aber in der Endphase dramatische Symptome möglich, bohrende Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Somnolenz, Krämpfe, Bradykardie, Kompression des Hirnstamms durch zunehmenden Hirndruck oder Einbruch in das Ventrikelsystem Gradenigo-Syndrom (Pyramidenspitzeneiterung) (sehr selten) Trigeminusreizung mit starken Schmerzen hinter dem Auge, Parese des N. oculomotorius und N. abducens dem 6. Lebensjahr eine Therapie über 5 7 Tage empfohlen (3, 29). Bei Versagen der first-line antibiotischen Therapie gelten folgende Empfehlungen: Second-line Antibiotikum bei Versagen von Amoxicillin ist Amoxicillin+Clavulansäure Bei Versagen der first- beziehungsweise second-line Therapie mit Amoxicillin + Clavulansäure sollte eine Parazentese mit mikrobiologischer Diagnostik erfolgen. Alternativ kommt der Einsatz einer dreitägigen parenteralen Therapie mit Ceftriaxon infrage (3, e23) (Kasten 2). Antibiotikum der 1. Wahl Als Antibiotikum der ersten Wahl gilt Amoxicillin in einer Dosis von 50 ( 60) mg/kg KG/d in drei Einzeldosen. Dauer der antibiotischen Therapie Kinder < 2 Jahre sowie bei Kindern mit schweren Erkrankungen: Therapie über 10 Tage Kinder Lebensjahr: Therapie über 7 Tage ab dem 6. Lebensjahr: Therapie über 5 7 Tage Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

8 Chirurgische Maßnahmen Kommt es trotz oben genannter Eskalation der antibiotischen Therapie zu keiner Besserung der Symptome, besteht die Indikation zur Parazentese und Abstrich - entnahme, um eine erregergerechte antibiotische Therapie einzuleiten. Otogene Komplikationen wie die Ausbildung einer akuten Mastoiditis, Sinusthrombose, otogenen Meningitis, Labyrinthitis, Fazialisparese, eines Hirnabzesses oder eines Gradenigo-Syndroms im Rahmen einer AOM erfordern in der Regel, neben der erregergerechten antibiotischen Behandlung, eine chirurgische Therapie in Form einer Mastoidektomie mit zusätzlicher Parazentese und gegebenenfalls Paukenröhrcheneinlage zur besseren Belüftung der Mittelohrräume und je nach individueller Situation eventuell weitergehende Maßnahmen (Kasten 3). Rezidivierende AOM Eine rezidivierende AOM liegt bei mindestens drei Episoden einer AOM innerhalb der vergangenen sechs Monate oder mindestens vier Episoden während der letzten zwölf Monate vor. Neben dem Ausschluss von Allergien sowie Immundefekten sollte bei rezidivierenden AOM der Impfstatus hinsichtlich der Pneumokokkenimpfung überprüft werden, da hierdurch die Anzahl an Infektionen um % reduziert werden kann (e25). Die Einlage von Paukenröhrchen alleinig oder in Kombination mit einer Adenotomie kann die Rate an Rezidiven um 1,5 Ereignisse in sechs Monaten reduzieren (number needed to treat [NNT] = 2 5) (30, 31). Eine alleinige Adenotomie führt nicht zu einer Verringerung rezidivierender AOM-Episoden (32). Eine langfristige Low-dose-Antibiotikatherapie reduziert die Rate an Rezidiven nur um 0,5 1,5 Ereignisse innerhalb von 12 Monaten (e20), so dass von einer solchen medikamentösen Langzeittherapie abgeraten wird (3, 33). Verlaufskontrolle Neben der oben genannten erforderlichen Kontrolle nach 2 3 Tagen sollte die oft protrahiert verlaufende Rück - bildung des Paukenergusses berücksichtigt werden % der Kinder weisen nach zwei Wochen, 40 % nach vier Wochen und bis zu 25 % sogar noch nach drei Monaten einen Paukenerguss auf. Um Verzögerungen in der Sprachentwicklung zu vermeiden, muss dies im Verlauf kontrolliert und gegebenenfalls adäquat therapiert werden. Kurzfristig können abschwellende Nasentropfen, das aktive Valsalvamaneuver beziehungsweise die passive Tubenöffnung mittels Politzer-Ballon oder eines speziellen Nasenballons eingesetzt werden. Bei Persistenz von über drei Monaten, je nach Grad der Schwerhörigkeit auch früher, muss die Indikation zur Parazentese mit gegebenenfalls Paukenröhrcheneinlage und gleichzeitiger Adenotomie gestellt werden (e7). Präventive Maßnahmen Faktoren wie eine genetische Prädisposition, Frühgeburt, das männliche Geschlecht, besondere ethnische Zugehörigkeiten, die Anzahl der Geschwister und ein geringer sozioökonomischer Status, die jeweils zur frühzeitigen oder rezidivierenden AOM beitragen, lassen sich nicht beeinflussen (34). Faktoren, die beeinflussbar sind und das Risiko einer AOM verringern sind Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten (35) Vermeidung einer Tabakrauchexposition (10, 35, e26) ausreichender Pneumokokken- und Influenzaimpfschutz (36 38). Zusätzliche präventive Faktoren können sein: Verzicht auf die Verwendung eines Schnullers (39) Reduzierung der Rate an Infektionen der oberen Atemwege durch reduzierte Gruppengrößen in Kindertagesstätten (e27) mehrfach tägliche Verwendung von Xylitol-Kaugummi oder -Lutschtabletten während der Erkältungszeit (40) Einlage von Paukenröhrchen, gegebenenfalls falls erforderlich in Kombination mit einer Adenotomie. Fazit Notwendige Kriterien zur Stellung der Diagnose AOM sind der Nachweis eines putriden Paukenergusses mit gegebenenfalls zusätzlichem Nachweis entzündlicher Veränderungen des Trommelfells. Bei Vorliegen einer AOM muss die unkomplizierte AOM von einer AOM mit komplizierenden Bedingungen sowie drohenden otogenen Komplikationen abgegrenzt werden. Bei einer unkomplizierten AOM kann in Abhängigkeit von Patientenalter, Schwere der Symptomatik und Begleiterkrankungen bei ausgewählten Patienten zunächst eine symptomatische und observierende Therapie erfolgen, deren Verlauf nach zwei bis drei Tagen kontrolliert wird. Kommt es hierunter zu keiner Rückbildung der Symptome, ist eine antibiotische Therapie mit Amoxicillin einzuleiten. Indikationen zur chirurgischen Therapie Komplikationen wie die Ausbildung einer akuten Mastoiditis, Sinusthrombose, otogenen Meningitis, Labyrinthitis, Fazialisparese, eines Hirnabzesses oder eines Gradenigo-Syndroms im Rahmen einer AOM erfordern in der Regel chirurgische Maßnahmen. Präventive Maßnahmen Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten Vermeidung einer Tabakrauchexposition ausreichender Pneumokokken- und Influenzaimpfschutz 158 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar 2014

9 Interessenkonflikt Prof. Dr. Berner erhielt Vortragshonorare der Firmen Glaxo Smith Kline (Impf akademie), InfectoPharm, Falk Foundation und Milupa. Dr. Thomas, Prof. Dr. Dr. Zahnert und Prof. Dr. Dazert erklären, dass kein Interessenskonflikt besteht. Manuskriptdaten eingereicht: , revidierte Fassung angenommen: LITERATUR 1. Holstiege J, Garbe E: Systemic antibiotic use among children and adolescents in Germany: a population-based study. Eur J Pediatr 2013; 172: van Buchem FL, Dunk JH, van t Hof MA: Therapy of acute otitis media: myringotomy, antibiotics, or neither? A double-blind study in children. Lancet 1981; 2: Lieberthal AS, Carroll AE, Chonmaitree T, et al.: The diagnosis and management of acute otitis media. Pediatrics 2013;131: e Uitti JM, Laine MK, Tahtinen PA, Ruuskanen O, Ruohola A: Symptoms and otoscopic signs in bilateral and unilateral acute otitis media. Pediatrics 2013; 131: e Tahtinen PA, Laine MK, Huovinen P, et al.: A placebo-controlled trial of antimicrobial treatment for acute otitis media. N Engl J Med 2011; 364: Hoberman A, Paradise JL, Rockette HE, et al.: Treatment of acute otitis media in children under 2 years of age. N Engl J Med 2011; 364: Stangerup SE, Tos M: Epidemiology of acute suppurative otitis media. Am J Otolaryngol 1986; 7: Vergison A, Dagan R, Arguedas A, et al.: Otitis media and its consequences: beyond the earache. Lancet Infect Dis 2010; 10: Taylor S, Marchisio P, Vergison A, et al.: Impact of pneumococcal conjugate vaccination on otitis media: a systematic review. Clin Infect Dis 2012; 54: Alpert HR, Behm I, Connolly GN, Kabir Z: Smoke-free households with children and decreasing rates of paediatric clinical encounters for otitis media in the United States. Tob Control 2011; 20: Coker TR, Chan LS, Newberry SJ, et al.: Diagnosis, microbial epidemiology, and antibiotic treatment of acute otitis media in children: a systematic review. JAMA 2010; 303: Casey JR, Adlowitz DG, Pichichero ME: New patterns in the otopathogens causing acute otitis media six to eight years after introduction of pneumococcal conjugate vaccine. Pediatr Infect Dis J 2010; 29: Heikkinen T, Block SL, Toback SL, Wu X, Ambrose CS: Effectiveness of intranasal live attenuated influenza vaccine against all-cause acute Otitis Media in children. Pediatr Infect Dis J 2013; 32: American Academy of Pediatries Subcommittee on Management of Acute Otitis Media: Diagnosis and management of acute otitis media. Pediatrics 2004; 113: Bertin L, Pons G, d Athis P, et al.: A randomized, double-blind, multicentre controlled trial of ibuprofen versus acetaminophen and placebo for symptoms of acute otitis media in children. Fundam Clin Pharmacol 1996; 10: Coleman C, Moore M: Decongestants and antihistamines for acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2008: CD Palva T, Pulkkinen K: Mastoiditis. J Laryngol Otol 1959; 73: van Zuijlen DA, Schilder AG, van Balen FA, Hoes AW: National differences in incidence of acute mastoiditis: relationship to prescribing patterns of antibiotics for acute otitis media? Pediatr Infect Dis J 2001; 20: van Buchem FL, Peeters MF, van t Hof MA: Acute otitis media: a new treatment strategy. BMJ (Clin Res Ed) 1985; 290: Damoiseaux RA, van Balen FA, Hoes AW, Verheij TJ, de Melker RA: Primary care based randomised, double blind trial of amoxicillin versus placebo for acute otitis media in children aged under 2 years. BMJ 2000; 320: Spiro DM, Tay KY, Arnold DH, et al.: Wait-and-see prescription for the treatment of acute otitis media: a randomized controlled trial. JAMA 2006; 296: Little P, Gould C, Williamson I, et al.: Pragmatic randomised controlled trial of two prescribing strategies for childhood acute otitis media. BMJ 2001; 322: Glasziou PP, Del Mar CB, Sanders SL, Hayem M: Antibiotics for acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2004: CD Bartlett JG: Clinical practice. Antibiotic-associated diarrhea. N Engl J Med 2002; 346: deshazo RD, Kemp SF: Allergic reactions to drugs and biologic agents. JAMA 1997; 278: Rovers MM, Glasziou P, Appelman CL, et al.: Antibiotics for acute otitis media: a meta-analysis with individual patient data. Lancet 2006; 368: Tristram S, Jacobs MR, Appelbaum PC: Antimicrobial resistance in Haemophilus influenzae. Clin Microbiol Rev 2007; 20: Rubin LG: Prevention and treatment of meningitis and acute otitis media in children with cochlear implants. Otol Neurotol 2010; 31: Paradise JL: Short-course antimicrobial treatment for acute otitis media: not best for infants and young children. JAMA 1997; 278: McDonald S, Langton Hewer CD, Nunez DA: Grommets (ventilation tubes) for recurrent acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2008: CD Lous J, Ryborg CT, Thomsen JL: A systematic review of the effect of tympanostomy tubes in children with recurrent acute otitis media. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2012; 75: van den Aardweg MT, Schilder AG, Herkert E, Boonacker CW, Rovers MM: Adenoidectomy for otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2010: CD Leach AJ, Morris PS, Mathews JD: Compared to placebo, long-term antibiotics resolve otitis media with effusion (OME) and prevent acute otitis media with perforation (AOMwiP) in a high-risk population: a randomized controlled trial. BMC Pediatr 2008; 8: Groth A, Enoksson F, Hermansson A, et al.: Acute mastoiditis in children in Sweden no increase after new guidelines. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2011; 75: Paradise JL, Rockette HE, Colborn DK, et al.: Otitis media in 2253 Pittsburgh-area infants: prevalence and risk factors during the first two years of life. Pediatrics 1997; 99: Principi N, Baggi E, Esposito S: Prevention of acute otitis media using currently available vaccines. Future Microbiol 2012; 7: Eskola J, Kilpi T, Palmu A, et al.: Efficacy of a pneumococcal conjugate vaccine against acute otitis media. N Engl J Med 2001; 344: Haggard M: Otitis media: prospects for prevention. Vaccine 2008; 26 (Suppl 7): G Post JC, Goessier MC: Is pacifier use a risk factor for otitis media? Lancet 2001; 357: Azarpazhooh A, Limeback H, Lawrence HP, Shah PS: Xylitol for preventing acute otitis media in children up to 12 years of age. Cochrane Database Syst Rev 2011: CD Anschrift für die Verfasser Dr. med. Jan Peter Thomas Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Universität Bochum St. Elisabeth Hospital, Bleichstraße 15, Bochum Zitierweise Thomas JP, Berner R, Zahnert T, Dazert S: Acute otitis media: a structured approach. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(9): DOI: Mit e gekennzeichnete Literatur: The English version of this article is available online: Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

10 Bitte beantworten Sie folgende Fragen für die Teilnahme an der zertifizierten Fortbildung. Pro Frage ist nur eine Antwort möglich. Bitte entscheiden Sie sich für die am ehesten zutreffende Antwort. Frage Nr. 1 Welches Antibiotikum gilt als Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierter AOM? a) Amoxicillin; b) Azithromycin; c) Erythromycin; d) Cefuroxim; e) Cefpodoxim Frage Nr. 2 In welchen Lebensjahren ist die Inzidenz der AOM am höchsten? a) 1. und 2. Lebensjahr b) 3. und 4. Lebensjahr c) 5. und 6. Lebensjahr d) 7. und 8. Lebensjahr e) 9. und 10. Lebensjahr Frage Nr. 3 Bei Versagen einer second-line-antibiotischen Therapie mit Amoxicillin + Clavulansäure sollte welche Maßnahme erfolgen? a) antibiotische Therapie mit Cefuroxim b) antibiotische Therapie mit Azithromycin c) Durchführung einer Computertomographie des Felsenbeins d) Durchführung einer Kernspintomographie des Schädels e) Parazentese und Entnahme eines Abstriches Frage Nr. 4 Welchen Befund können Sie mit der Tympanometrie von einer AOM abgrenzen? a) Normalbefund b) Mukotympanon c) Seromukotympanon d) Serotympanon e) virale Otitis media mit granulozytenarmem Paukenerguss Frage Nr. 5 Welche Kriterien müssen für die Diagnose einer AOM zwingend erfüllt sein? a) entzündliche Veränderungen des Trommelfells b) entzündliche Veränderungen des Trommelfells und seröser Paukenerguss c) Vorwölbung des Trommelfells durch putriden Paukenerguss d) entzündliche Veränderungen des Trommelfells und Trommelfellperforation e) putrider Paukenerguss und Trommelfellperforation Frage Nr. 6 Bei welchem Patienten mit AOM leiten Sie zunächst eine observierende Therapie ein? a) 1-jähriges Kind mit Vorwölbung beider Trommelfelle und Fieber von 38,6 ºC b) 1,5-jähriges Kind mit Rötung des Trommelfells, Vorwölbung des Trommelfells und starken Ohrenschmerzen c) 2,5-jähriges Kind mit Rötung des Trommelfells, eitrigem Paukenerguss und geringen Ohrenschmerzen d) 3-jähriges Kind mit Rötung des Trommelfells, eitrigem Paukenerguss und Fieber von 39,3 ºC e) 6-jähriges Kind mit Rötung des Trommelfells, eitrigem Paukenerguss und starken Ohrenschmerzen Frage Nr. 7 In welchem Fall leiten Sie bei einer Mittelohrentzündung eine Therapie mit Amoxicillin + Clavulansäure ein? a) Bei einer stattgehabten Therapie mit Amoxicillin innerhalb der letzten 30 Tage b) Bei gleichzeitig bestehender Zystitis c) Bei stattgehabter Cochlea-Implantation 6 Wochen zuvor d) Bei Vorliegen eines Down-Syndroms e) Bei Vorliegen einer Gaumenspalte Frage Nr. 8 Welche der folgenden Erkrankungen ist eine entzündlich bedingte otogene Komplikation? a) Bell sche Parese; b) Cholesteatom; c) Labyrinthitis; d) Perichondritis e) Sinus-cavernosus-Thrombose Frage Nr. 9 Bei welchen der folgenden Risikofaktoren können Sie bei einer AOM ein zunächst observierendes Vorgehen anstreben? a) Down-Syndrom b) Gaumenspalte c) Zustand nach Cochlea-Implantation vor 1,5 Monaten d) Zustand nach Cochlea-Implantation vor 3 Jahren e) 4. Lebensjahr, leichte Ohrenschmerzen, 38,5 C Temperatur Frage Nr. 10 Bei wie viel Prozent der Patienten mit einer akuten Otitis media tritt eine Besserung unter einer observierenden Therapie nach 4 7 Tagen ein? a) 60 %; b) 70 %; c) 80 %; d) 90 %; e) 95 % Weitere Informationen zu cme Dieser Beitrag wurde von der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung zertifiziert. Die erworbenen Fortbildungspunkte können mit Hilfe der Einheitlichen Fortbildungsnummer (EFN) verwaltet werden. Unter cme.aerzteblatt.de muss hierfür in der Rubrik Persönliche Daten oder nach der Registrierung die EFN in das entsprechende Feld eingegeben werden und durch Bestätigen der Einverständniserklärung aktiviert werden. Die 15-stellige EFN steht auf dem Fortbildungsausweis. Wichtiger Hinweis Die Teilnahme an der zertifizierten Fortbildung ist ausschließlich über das Internet möglich: cme.aerzteblatt.de. Einsendeschluss ist der Einsendungen, die per Brief oder Fax erfolgen, können nicht berücksichtigt werden. Die Bearbeitungszeiten der folgenden cme -Einheiten sind: Therapie des Typ-2-Diabetes (Heft 5/2014) bis zum Die rissbedingte Netzhautablösung (Heft 1 2/2014) bis zum Diagnostik und Therapie der Zöliakie (Heft 49/2013) bis zum Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar 2014

11 Strukturiertes Vorgehen bei akuter Otitis media Jan Peter Thomas, Reinhard Berner, Thomas Zahnert, Stefan Dazert 3 Punkte cme eliteratur e1. Agrawal S, Husein M, MacRae D: Complications of otitis media: an evolving state. J Otolaryngol 2005; 34 Suppl 1: e2. Schwartz RH, Schwartz DM. Acute otitis media: diagnosis and drug therapy. Drugs 1980; 19: e3. Appelmann C, Balen F, Lisdonk E, Weert H, Eizenga W: Otitis media acuta: NHG-standaard (eerste herziening). Huisarts Wet 1999: e4. Scottish Intercollegiate Guidelines Network: Diagnosis and management of childhood otitis media in primary care. Guideline No 66 February In: Edinburgh CoPi (ed.): Edinburgh: Scottish Intercollegiate Guidelines Network; uk/pdf/qrg66.pdf (last accessed on 5 February 2014) e5. Forgie S, Zhanel G, Robinson J. Management of acute otitis media. Paediatr Child Health 2009; 14: e6. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) Ohrenschmerzen. AWMF-Register Nr. 053/009 Klasse S3. e7. Leitlinie Seromukotympanon der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. AWMF-Register Nr. 017/004 Klasse S1. e8. Johnson DL, McCormick DP, Baldwin CD: Early middle ear effusion and language at age seven. J Commun Disord 2008; 41: e9. Kamtsiuris P, Atzpodien K, Ellert U, Schlack R, Schlaud M: Prevalence of somatic diseases in German children and adolescents. Results of the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2007; 50: e10. Turner D, Leibovitz E, Aran A, et al.: Acute otitis media in infants younger than two months of age: microbiology, clinical presen - tation and therapeutic approach. Pediatr Infect Dis J 2002; 21: e11. Klein JO: Otitis media. Clin Infect Dis 1994; 19: e12. Casey JR, Pichichero ME: Changes in frequency and pathogens causing acute otitis media in Pediatr Infect Dis J 2004; 23: e13. Hildmann H: Akute Otitis media. In: Naumann HH, Helms, J, Herberhold, C (ed.): Oto-Rhino-Laryngologie in Klinik und Praxis. Heidelberg, New York: Thieme 1994; 582. e14. Pelton SI: Otoscopy for the diagnosis of otitis media. Pediatr Infect Dis J 1998; 17: ; discussion 580. e15. Helenius KK, Laine MK, Tahtinen PA, Lahti E, Ruohola A: Tympanometry in discrimination of otoscopic diagnoses in young ambulatory children. Pediatr Infect Dis J 2012; 31: e16. Laine MK, Tahtinen PA, Helenius KK, Luoto R, Ruohola A: Acoustic reflectometry in discrimination of otoscopic diagnoses in young ambulatory children. Pediatr Infect Dis J 2012; 31: e17. Hoberman A, Paradise JL, Reynolds EA, Urkin J: Efficacy of Auralgan for treating ear pain in children with acute otitis media. Arch Pediatr Adolesc Med 1997; 151: e18. Wollenberg B, Heumann H: Zenner HP (ed.): Praktische Therapie von HNO-Krankheiten. Stuttgart: Schattauer 2008; 90. e19. Marcy M, Takata G, Chan LS, et al.: Management of acute otitis media. Evid Rep Technol Assess (Summ) 2000: 1 4. e20. Rosenfeld R (ed.): Evidence-based Otitis media. 2 nd edition. Canada: Hamilton, ON 2003; 28. e21. Kaleida PH, Casselbrant ML, Rockette HE, et al.: Amoxicillin or myringotomy or both for acute otitis media: results of a randomized clinical trial. Pediatrics 1991; 87: e22. Piglansky L, Leibovitz E, Raiz S, et al.: Bacteriologic and clinical efficacy of high dose amoxicillin for therapy of acute otitis media in children. Pediatr Infect Dis J 2003; 22: e23. Dagan R, Hoberman A, Johnson C, et al.: Bacteriologic and clinical efficacy of high dose amoxicillin/clavulanate in children with acute otitis media. Pediatr Infect Dis J 2001; 20: e24. Leibovitz E, Piglansky L, Raiz S, et al.: Bacteriologic and clinical efficacy of one day vs. three day intramuscular ceftriaxone for treatment of nonresponsive acute otitis media in children. Pediatr Infect Dis J 2000; 19: e25. Fireman B, Black SB, Shinefield HR, et al.: Impact of the pneumococcal conjugate vaccine on otitis media. Pediatr Infect Dis J 2003; 22: e26. Ilicali OC, Keles N, Deger K, Savas I: Relationship of passive cigarette smoking to otitis media. Arch Otolaryngol Head Neck Surg 1999; 125: e27. Daly KA, Giebink GS: Clinical epidemiology of otitis media. Pediatr Infect Dis J 2000; 19: Teilnahme nur im Internet möglich: aerzteblatt.de/cme Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft Februar

Otitis media. Otitis media. Einteilung. ! akute Otitis media = AOM: mit klinischen Infektionszeichen

Otitis media. Otitis media. Einteilung. ! akute Otitis media = AOM: mit klinischen Infektionszeichen Otitis media Dr. Angela Galler Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Universität Leipzig Oststr. 21-25, 04317 Leipzig Otitis media Einteilung! akute Otitis media = AOM: mit klinischen

Mehr

Infekte der (oberen) Atemwege. Husten Halsschmerzen Ohrenschmerzen NNH - Entzündung

Infekte der (oberen) Atemwege. Husten Halsschmerzen Ohrenschmerzen NNH - Entzündung Infekte der (oberen) Atemwege Husten Halsschmerzen Ohrenschmerzen NNH - Entzündung häufig in der Hausarztpraxis häufigste Symptome: Husten Schnupfen Halsschmerzen Ohrenschmerzen virusbedingte Infektionen

Mehr

Neue Wege zur Reduktion der Antibiotikaverordnung bei Atemwegsinfektionen.

Neue Wege zur Reduktion der Antibiotikaverordnung bei Atemwegsinfektionen. Neue Wege zur Reduktion der Antibiotikaverordnung bei Atemwegsinfektionen. Reduktion der Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegserkrankungen 1. Basis für rationale Antibiotikaverordnungen: Leitlinien

Mehr

Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie

Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie Zunehmende Gefahren durch resistente Bakterien in Deutschland: 7 Schritte zur Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie Prof. Mathias Herrmann Universitätskliniken des Saarlandes Homburg/Saar Mikrobielle

Mehr

Fallvignette Grippe. Andri Rauch Universitätsklinik für Infektiologie Inselspital Bern andri.rauch@insel.ch

Fallvignette Grippe. Andri Rauch Universitätsklinik für Infektiologie Inselspital Bern andri.rauch@insel.ch Fallvignette Grippe 72-jähriger Patient mit schwerer COPD - Status nach mehreren Infektexazerbationen, aktuell stabil - Grippeimpfung nicht durchgeführt wegen langer Hospitalisation nach Unfall - Partnerin

Mehr

AscoTop Nasal erhält Zulassung für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz

AscoTop Nasal erhält Zulassung für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz AscoTop Nasal erhält Zulassung für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz Patienten profitieren von schnellem Wirkeintritt und guter Verträglichkeit Wedel (2. September 2008) - Zolmitriptan Nasenspray

Mehr

Empfehlungen zur Antibiotikaverschreibung bei häufigen ambulant erworbenen Infektionen. Kriterien für die Antibiotikaverschreibung

Empfehlungen zur Antibiotikaverschreibung bei häufigen ambulant erworbenen Infektionen. Kriterien für die Antibiotikaverschreibung Empfehlungen zur Antibiotikaverschreibung bei häufigen ambulant erworbenen Infektionen für Sentinella Ärzte und Ärztinnen Kriterien für die Antibiotikaverschreibung Sentinella, Pediatric Infectious Disease

Mehr

MRT zur Früherkennung einer Alzheimer-Demenz

MRT zur Früherkennung einer Alzheimer-Demenz MRT zur Früherkennung einer Alzheimer- Ergebnisbericht Recherche Datum der Suche: 10.08.2011 PICO-Fragestellung: Population: Personen ohne Alzheimer- (AD) Intervention: MRT zur Früherkennung von Alzheimer-

Mehr

Ambulante Therapie bei Fieber: wann? wie? Andrea Duppenthaler

Ambulante Therapie bei Fieber: wann? wie? Andrea Duppenthaler Ambulante Therapie bei Fieber: wann? wie? Andrea Duppenthaler andrea.duppenthaler@insel.ch Universitätsklinik für Kinderheilkunde Teamwork: Dr. med. Silvana Speck Bürki Fachärztin Kinder und Jugendmedizin

Mehr

Mastoiditis. Akut Chronisch

Mastoiditis. Akut Chronisch Mastoiditis Akut Chronisch Akute Mastoiditis Chronische Mastoiditis gute Pneumatisation verminderte Pneumatisation / sklerosiertes Mastoid ( Pneumatisation endet im 5-6. Lebensjahr ) Anatomie Normale Anatomie

Mehr

Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes

Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes Antibiotikaresistenz und verbrauch in der Schweiz: die Rolle des ambulant tätigen Arztes Dr. med. A. Kronenberg Praxis Bubenberg / Institut für Infektionskrankheiten andreas.kronenberg@praxis-bubenberg.ch

Mehr

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA Pressespiegel 2014 Klinik für Urologie Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge Ist die Prostatakrebs-Früherkennung für alle älteren Männer sinnvoll? Laut einer europäischen Studie senkt sie die Zahl

Mehr

Infektionen des Zentralnervensystems: Klinik

Infektionen des Zentralnervensystems: Klinik : Klinik Leitsymptome Meningitis Enzephalitis Abszess Meningismus Kopfschmerzen Fieber Veränderungen der Bewusstseinslage Reizsymptome (Epilepsie) Fokus, periphere neurologische Defizite Hirnlokales Psychosyndrom

Mehr

Fieber und Bauchschmerzen

Fieber und Bauchschmerzen Fieber und Bauchschmerzen Fabian, 5 ½ Jahre alt PA: bisher gesund, normal geimpft, 2 Wochen breiiger Stuhlgang, auch Diarrhoe, nun 2 Tage kein Stuhl mehr Fieber 39 und linksseitige Oberbauchschmerzen,

Mehr

Quantifizierung von Cytomegalievirus (CMV)-DNA in Darmbiopsien mittels PCR zur Diagnostik der gastrointestinalen CMV-Erkrankung

Quantifizierung von Cytomegalievirus (CMV)-DNA in Darmbiopsien mittels PCR zur Diagnostik der gastrointestinalen CMV-Erkrankung Quantifizierung von Cytomegalievirus (CMV)-DNA in Darmbiopsien mittels PCR zur Diagnostik der gastrointestinalen CMV-Erkrankung Dr. med. Tina Ganzenmüller Institut für Virologie Humanes Cytomegalievirus

Mehr

Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten

Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten KLINIK UND POLIKLINIK FÜR INNERE MEDIZIN I Sinnvolle Diagnostik und kalkulierte antibiotische Therapie bei rezidivierenden Atemwegs- und Harnwegsinfekten 2011 - Dr. Christine Dierkes Überblick Atemwegsinfektion

Mehr

Blasenbildung Regionäre, schmerzhafte Lymphknotenschwellung Typisches Krankheitsbild (z. B. Scharlach, Streptokokken- Angina, Lobärpneumonie)

Blasenbildung Regionäre, schmerzhafte Lymphknotenschwellung Typisches Krankheitsbild (z. B. Scharlach, Streptokokken- Angina, Lobärpneumonie) 52 Kapitel Empfehlungen zur Behandlung von Infektionen.1 Atemwegsinfektionen Infektionen der oberen Luftwege sind meist viral bedingt. Der Einsatz von Antibiotika ist nur dann notwendig, wenn eine bakterielle

Mehr

Grundlagen der klinischen Diagnostik bei Infektionsanfälligkeit

Grundlagen der klinischen Diagnostik bei Infektionsanfälligkeit Grundlagen der klinischen Diagnostik bei Infektionsanfälligkeit Johannes Liese Pädiatrische Infektiologie und Immunologie / Universitäts-Kinderklinik Würzburg Kinderklinik und Poliklinik Direktor: Prof.

Mehr

20. St.Galler Infekttag,

20. St.Galler Infekttag, Pharyngitis, Otitis, Sinusitis im Kindesalter 20. St.Galler Infekttag, 26.2.2015 Diagnose? Virale Tonsillo- pharyngitis Infektion 5-jährig mit Akute Halsschmerzen Fieber Anguläre Lymphknoten Streptokokken

Mehr

Behandlungsstrategien und -taktiken bei schwerer Depression

Behandlungsstrategien und -taktiken bei schwerer Depression Behandlungsstrategien und -taktiken bei schwerer Depression Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Michael Bauer Berlin (27. November 2009) - Bei der major-depressiven Erkrankung handelt es sich um ein bezüglich

Mehr

Enterovirus/Parechovirus Infektionen. Daniela Huzly Institut für Virologie Freiburg

Enterovirus/Parechovirus Infektionen. Daniela Huzly Institut für Virologie Freiburg Enterovirus/Parechovirus Infektionen Daniela Huzly Institut für Virologie Freiburg Virologie Beide gehören zur Familie der PICORNAVIRIDAE Enteroviren werden traditionell unterteilt in: Poliovirus 1 3 Echoviren

Mehr

BIS Infobrief November 2014

BIS Infobrief November 2014 Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit BIS Infobrief November 2014 Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre aktive Teilnahme am

Mehr

Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken

Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken Jahresbericht 2012 Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Graz Beethovenstr.

Mehr

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues?

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Prof. Dr J. Ockenga Medizinische Klinik II Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie & Ernährungsmedizin Klinikum Bremen Mitte DGEM/ESPEN, Guidelines

Mehr

10.000 10.000. an Masern erkrankt. an Mumps erkrankt. mit Röteln infiziert

10.000 10.000. an Masern erkrankt. an Mumps erkrankt. mit Röteln infiziert Nutzen: Bei Viruskontakt ist mein geimpftes Kind auch künftig besser gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt. Je mehr Menschen geimpft sind, desto unwahrscheinlicher werden Kontakte mit dem Virus. ohne

Mehr

Vorteile und Gefahren von Impfungen für die Stillzeit. Thomas Ledig, Ditzingen

Vorteile und Gefahren von Impfungen für die Stillzeit. Thomas Ledig, Ditzingen Vorteile und Gefahren von Impfungen für die Stillzeit Thomas Ledig, Ditzingen Agenda Das Feld bereiten: Impfungen mütterliches vs. kindliches Immunsystem Vorteile des Impfens für die Stillzeit Aufbau maternaler

Mehr

Häufige Infektionen im Erwachsenalter: Diagnostik & DD

Häufige Infektionen im Erwachsenalter: Diagnostik & DD Häufige Infektionen im Erwachsenalter: Diagnostik & DD Dr. Boris Ehrenstein Infektiologie / Rheumatologie Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I Häufige ambulant erworbene Infektionen Sinusitis, Otitis

Mehr

Lungenentzündung noch immer tödlich? Dr. Christian Pox. WAZ-Nachtforum Wenn die Luft wegbleibt...

Lungenentzündung noch immer tödlich? Dr. Christian Pox. WAZ-Nachtforum Wenn die Luft wegbleibt... WAZ-Nachtforum Wenn die Luft wegbleibt... Lungenentzündung noch immer tödlich? Dr. Christian Pox Medizinische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum Lungenentzündung Bedeutung In Deutschland:

Mehr

Perikarditis - Was sagen die neuen Leitlinien?

Perikarditis - Was sagen die neuen Leitlinien? Perikarditis - Was sagen die neuen Leitlinien? M. Pauschinger Ärztlicher Leiter Universitätsklinik für Innere Medizin 8 Schwerpunkt Kardiologie Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg EHJ 2015,

Mehr

Anovin Pflüger. Bei akuten Atemwegsinfekten

Anovin Pflüger. Bei akuten Atemwegsinfekten Anovin Pflüger Bei akuten Atemwegsinfekten Durchschnittlich 3 Erkältungen macht jeder Mensch im Laufe des Jahres durch, Kinder sogar bis zu zehn - der grippale Infekt ist die wohl häufigste Infektionskrankheit.

Mehr

Evidenzbasierte Diagnostik

Evidenzbasierte Diagnostik Seminar Allgemeinmedizin 2011 Evidenzbasierte Diagnostik A. Sönnichsen Beurteilung eines diagnostischen Tests: Sensitivität Prozentsatz der Test-positiven von allen Erkrankten Spezifität Prozentsatz der

Mehr

Wird den Kantonen eine breite Impfpflicht auferlegt? 10.107 n Epidemiengesetz. Revision Anhörung der SGK-N vom 23. Juni 2011

Wird den Kantonen eine breite Impfpflicht auferlegt? 10.107 n Epidemiengesetz. Revision Anhörung der SGK-N vom 23. Juni 2011 Wird den Kantonen eine breite Impfpflicht auferlegt? 10.107 n Epidemiengesetz. Revision Anhörung der SGK-N vom 23. Juni 2011 Dr. med. Hansueli Albonico FMH Allgemeine Medizin Ärzte-Arbeitsgruppe für differenzierte

Mehr

Der Typ 2 Diabetiker mit arterieller Hypertonie. 1. zu spät gehandelt. 2. zu spät behandelt. 3. zu ineffektiv therapiert.

Der Typ 2 Diabetiker mit arterieller Hypertonie. 1. zu spät gehandelt. 2. zu spät behandelt. 3. zu ineffektiv therapiert. 1. zu spät gehandelt 2. zu spät behandelt 3. zu ineffektiv therapiert Torsten Schwalm Häufige Koinzidenz, Problemstellung - gemeinsame pathogenetische Grundlagen - Diabetiker sind 3 x häufiger hyperton

Mehr

Objektive Forschung der Pharmaindustrie ist nicht möglich

Objektive Forschung der Pharmaindustrie ist nicht möglich a-t im Internet: http://www.arznei-telegramm.de Objektive Forschung der Pharmaindustrie ist nicht möglich Wolfgang BECKER-BRÜSER IQWiG Interessenkonflikt keiner Überblick Strategien der Beeinflussung Folgen

Mehr

RSV-Infektion Mögliche pathogenetische Mechanismen und Labordiagnostik

RSV-Infektion Mögliche pathogenetische Mechanismen und Labordiagnostik RSV-Infektion Mögliche pathogenetische Mechanismen und Labordiagnostik Therese Popow-Kraupp Respiratory Syncytial Virus (RSV) Häufigste Ursache von Infektionen der Atemwege bei Kleinkindern In Europa:

Mehr

Indikationserweiterungen für JANUVIA (Sitagliptin, MSD) in der EU - Kombination mit Sulfonylharnstoff n

Indikationserweiterungen für JANUVIA (Sitagliptin, MSD) in der EU - Kombination mit Sulfonylharnstoff n Indikationserweiterungen für JANUVIA (Sitagliptin, MSD) in der EU Kombination mit Sulfonylharnstoff nun ebenfalls zugelassen Haar (März 2008) - Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA hat JANUVIA für

Mehr

Konservative Behandlung der Arthrose an der Hand: What's in and what's out?

Konservative Behandlung der Arthrose an der Hand: What's in and what's out? SGH-Weiterbildung 27. August 2015 Konservative Behandlung der Arthrose an der Hand: What's in and what's out? Lisa Neukom Einleitung Arthrose im Bereich der Hand: Prävalenz radiologisch (> 70 Jahre): bis

Mehr

Hyperbare Sauerstofftherapie beim Hörsturz

Hyperbare Sauerstofftherapie beim Hörsturz Hyperbare Sauerstofftherapie beim Hörsturz Ergebnisbericht Recherche Datum der Suche: 01.09.2011 PICO-Fragestellung: Population: Personen mit einem Hörsturz mit/ ohne Tinnitus Intervention: Hyperbare Sauerstofftherapie

Mehr

Infektionen der oberen Luftwege Alternativen zur Antibiose

Infektionen der oberen Luftwege Alternativen zur Antibiose Infektionen der oberen Luftwege Alternativen zur Antibiose 14. Fortbildungstagung des KHM 21.06.2012 Hansueli Albonico Praxis für Hausarztmedizin & Komplementärmedizin Langnau i.e. 1 Alltag beim Grundversorger

Mehr

Antibiotika. Antibiotika. Antibiotika. Antibiotikaverbrauch und Resistenzsituation bei Infektionserregern im ambulanten Versorgungsbereich

Antibiotika. Antibiotika. Antibiotika. Antibiotikaverbrauch und Resistenzsituation bei Infektionserregern im ambulanten Versorgungsbereich verbrauch und Resistenzsituation bei Infektionserregern im ambulanten Versorgungsbereich therapie bei Otitis media, akuter Bronchitis und akuter Rhinosinusitis. Ohrenschmerzen und infektionen sind bei

Mehr

Ohrenschmerzen. DEGAM-Leitlinie Nr. 7. Aktualisierte Fassung 2014. S2k-Leitlinie. AWMF-Registernr. 053/009

Ohrenschmerzen. DEGAM-Leitlinie Nr. 7. Aktualisierte Fassung 2014. S2k-Leitlinie. AWMF-Registernr. 053/009 DEGAM-Leitlinie Nr. 7 Ohrenschmerzen Aktualisierte Fassung 2014 S2k-Leitlinie AWMF-Registernr. 053/009 Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin Leitlinien sind systematisch entwickelte

Mehr

48. Fortbildungsveranstaltung für Hals-Nasen- Ohrenärzte

48. Fortbildungsveranstaltung für Hals-Nasen- Ohrenärzte Unstillbares Nasenbluten von Prof. Dr. med. Götz Lehnerdt Autoren: Prof. Dr. Götz Lehnerdt 1, Dr. Florian Christov 2, Dr. Julia Zander 3, Dr. Patrick Weller 2, Dr. Alexander Al Joukhadar 1, Univ. Prof.

Mehr

Ärztlich kontrollierte Heimselbsttherapie auch bei Kindern bewährt

Ärztlich kontrollierte Heimselbsttherapie auch bei Kindern bewährt 319697 (2) April 12 Ärztlich kontrollierte Heimselbsttherapie auch bei Kindern bewährt Die Heimselbstbehandlung des HAE wird von Experten empfohlen. Es gibt aber ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.

Mehr

ACR-Nachlese 2007: ANCA assoziierte Vaskulitiden

ACR-Nachlese 2007: ANCA assoziierte Vaskulitiden Zur Anzeige wird der QuickTime Dekompressor TIFF (Unkomprimiert) benötigt. KLINIK UND POLIKLINIK FÜR INNERE MEDIZIN I ASKLEPIOS KLINIKUM BAD ABBACH ACR-Nachlese 2007: ANCA assoziierte Vaskulitiden Dr.

Mehr

Begleitmedikation bei gefäßkranken Patienten Was ist evidenzbasiert? N. Attigah Klinischer Abend 27.07.2007 Therapieerfolg -Strenge Indikation -Akkurate OP-Technik -Konsequente Nachsorge -(Best Medical

Mehr

Otalgie in der pädiatrischen Praxis

Otalgie in der pädiatrischen Praxis Otalgie Eine der häufigsten Ursachen für die Konsultation Keine österreichweite Inzidenz verfügbar Graz: 3,75% bis 12 % der Ambulanzfrequenz wegen Otitis, V. Strenger 2012 Akute Otitis: 1x: 75%-95% aller

Mehr

Hat der Patient eine Depression? Dr. Med (UK) Hans-Eric Usher MBBS (Lond.) MRCGP

Hat der Patient eine Depression? Dr. Med (UK) Hans-Eric Usher MBBS (Lond.) MRCGP Hat der Patient eine Depression? { Dr. Med (UK) Hans-Eric Usher MBBS (Lond.) MRCGP Hintergrund und Auswirkung von Depression Screening Diagnostische Instrumente Bewertung der diagnostischen Instrumente

Mehr

Dulaglutid (Addendum zum Auftrag A15-07)

Dulaglutid (Addendum zum Auftrag A15-07) IQWiG-Berichte Nr. 312 Dulaglutid (Addendum zum Auftrag A15-07) Addendum Auftrag: A15-22 Version: 1.0 Stand: 25.06.2015 Impressum Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Mehr

Rationale Antibiotikatherapie

Rationale Antibiotikatherapie Rationale Antibiotikatherapie Dr. Christina Dörbecker MVZ für Laboratoriumsmedizin Koblenz-Mittelrhein Grundlagen der rationalen Antibiotikatherapie Korrekte Diagnosestellung Kritische Indikation zum Antibiotika-Einsatz

Mehr

Impfen von gestillten Frühgeborenen was ist wann nötig?

Impfen von gestillten Frühgeborenen was ist wann nötig? Impfen von gestillten Frühgeborenen was ist wann nötig? Dr. A. Bigl, Neonatologie, Unikinderklinik Leipzig Empfehlungen STIKO: Frühgeborene sollten unabhängig von ihrem Reifealter und ihrem aktuellen Gewicht

Mehr

EINVERSTÄNDISERKLÄRUNG ZUR SCHUTZIMPFUNG

EINVERSTÄNDISERKLÄRUNG ZUR SCHUTZIMPFUNG EINVERSTÄNDISERKLÄRUNG ZUR SCHUTZIMPFUNG Nimenrix - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze Meningokokken-Gruppen A, C, W-135 und Y-Konjugatimpfstoff BITTE

Mehr

HIV und Hepatitis bei Traumapatienten: Was ist gesichert bei Stichverletzungen und anderen Kontaminationen? Rationales Vorgehen in Klinik und Praxis

HIV und Hepatitis bei Traumapatienten: Was ist gesichert bei Stichverletzungen und anderen Kontaminationen? Rationales Vorgehen in Klinik und Praxis HIV und Hepatitis bei Traumapatienten: Was ist gesichert bei Stichverletzungen und anderen Kontaminationen? Rationales Vorgehen in Klinik und Praxis Michael Klein HIV A global view of HIV infection 33

Mehr

Morbus Bosporus. Dr. Senol Elmas Ev. Krankenhaus Weende-Göttingen Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Morbus Bosporus. Dr. Senol Elmas Ev. Krankenhaus Weende-Göttingen Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Morbus Bosporus Dr. Senol Elmas Ev. Krankenhaus Weende-Göttingen Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Inhalt Aktuelle Studien Arzt-Patienten-Verhältniss Beeinflusst ein türkischer Migrationshintergrund

Mehr

Fakten zum Thema Pneumokokken Wie gefährlich sind sie wirklich?"

Fakten zum Thema Pneumokokken Wie gefährlich sind sie wirklich? Pressemitteilung: Journalistenworkshop der Österreichischen Apothekerkammer und der Österreichischen Ärztekammer in Kooperation mit dem Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH). Fakten zum

Mehr

ebm info.at ärzteinformationszentrum Spinal Cord Stimulation

ebm info.at ärzteinformationszentrum Spinal Cord Stimulation ebm info.at ärzteinformationszentrum EbM Ärzteinformationszentrum www.ebm info.at Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie Donau-Universität Krems Antwortdokument zur Anfrage

Mehr

Antrag auf Aufhebung der Verschreibungspflicht ( 48 und 53 AMG) Racecadotril 30 mg Granulat zur sympt. Behandlung der akuten Diarrhoe bei Kindern ab

Antrag auf Aufhebung der Verschreibungspflicht ( 48 und 53 AMG) Racecadotril 30 mg Granulat zur sympt. Behandlung der akuten Diarrhoe bei Kindern ab Antrag auf Aufhebung der Verschreibungspflicht ( 48 und 53 AMG) Racecadotril 30 mg Granulat zur sympt. Behandlung der akuten Diarrhoe bei Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen Voraussetzungen für Selbstmedikation

Mehr

Neue diagnostische Kriterien. Warum früh diagnostizieren? Wie sicher! - diagnostizieren?

Neue diagnostische Kriterien. Warum früh diagnostizieren? Wie sicher! - diagnostizieren? Neue diagnostische Kriterien Warum früh diagnostizieren? Wie sicher! - diagnostizieren? MS-Forum Buchholz 14.Juni 2008 Warum Früh? chronische Erkrankung bleibende Behinderungen Berufsunfähigkeit Psychische

Mehr

Matthias Keidel Migräne Ursachen Formen Therapie

Matthias Keidel Migräne Ursachen Formen Therapie Unverkäufliche Leseprobe Matthias Keidel Migräne Ursachen Formen Therapie 128 Seiten, Paperback ISBN: 978-3-406-53608-3 Verlag C.H.Beck ohg, München 3. Definition und Klassifikation Die Migräne ist eine

Mehr

Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich. Resistenzentwicklung (1) Resistenzentwicklung (2) 09.05.2011

Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich. Resistenzentwicklung (1) Resistenzentwicklung (2) 09.05.2011 Antibiotikamanagement und Hygiene im ambulanten Bereich Einsatz von Makroliden und Makrolidresistenz bei S.pyogenes J.Mattes Frankfurt 27.April 2011 JAC 2000 46 959-964 2 Die Antibiotikaresistenz ist längst

Mehr

3.19 Non-Hodgkin-Lymphome

3.19 Non-Hodgkin-Lymphome 140 Ergebnisse zur Non-Hodgkin-Lymphome 3.19 Non-Hodgkin-Lymphome Kernaussagen Inzidenz und Mortalität: Die altersstandardisierten Inzidenzraten von n und in Deutschland sind von 1980 bis zur Mitte der

Mehr

Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung. Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl.

Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung. Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl. Rationale Antibiotikatherapie in der ambulanten Versorgung Dr. Mathias Flume Geschäftsbereichsleiter Versorgungsqualität Mathias.Flume@kvwl.de Ärzte sind Menschen, die Arzneien verschreiben, von denen

Mehr

Gesundheitsinformation.de Unabhängig, Objektiv und Geprüft

Gesundheitsinformation.de Unabhängig, Objektiv und Geprüft Akute Mittelohrentzündung (akute Otitis media) Die akute Mittelohrentzündung (akute Otitis media, AOM) ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Babys und Kleinkindern. Die meisten Kinder erkranken bis

Mehr

Paradigmenwechsel in der Gastroenterologie

Paradigmenwechsel in der Gastroenterologie Paradigmenwechsel in der Gastroenterologie Akute Pankreatitis Prof. Dr. med. Christian Löser Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel Bad Wilhelmshöhe Akute Pankreatitis - Ernährung Das Dogma Ruhigstellung der Bauchspeicheldrüse

Mehr

Chronischer Husten Was ist praxisrelevant?

Chronischer Husten Was ist praxisrelevant? Chronischer Husten Was ist praxisrelevant? Prof. Dr. Volker Stephan Sana Klinikum Lichtenberg, Klinik für Kinder- Jugendmedizin Präsentation unter: www.sana-kl.de/info/kkj ERS Task Force: The diagnosis

Mehr

Gebärmutterhalskrebs. Jetzt möglich: Vorbeugen durch Impfung

Gebärmutterhalskrebs. Jetzt möglich: Vorbeugen durch Impfung Gebärmutterhalskrebs Jetzt möglich: Vorbeugen durch Impfung Bedeutung von Gebärmutterhalskrebs (1) Jede Frau kann an Gebärmutterhalskrebs erkranken 1,2 Jährliche Anzahl von Neuerkrankungen und Todesfällen

Mehr

Wie soll individualisierte Medizin in evidenzbasierten Leitlinien umgesetzt werden? Eine Analyse von Leitlinienmanualen

Wie soll individualisierte Medizin in evidenzbasierten Leitlinien umgesetzt werden? Eine Analyse von Leitlinienmanualen IFOM INSTITUT FÜR FORSCHUNG IN DER OPERATIVEN MEDIZIN Wie soll individualisierte Medizin in evidenzbasierten Leitlinien umgesetzt werden? Eine Analyse von Leitlinienmanualen Michaela Eikermann, Tim Mathes,

Mehr

Infektanfälligkeit vs. Immundefekt. Fortbildung 27.Februar 2016

Infektanfälligkeit vs. Immundefekt. Fortbildung 27.Februar 2016 Infektanfälligkeit vs. Immundefekt Fortbildung 27.Februar 2016 Zu Beginn... Ein kleiner Fallbericht 2 Anamnese I 20jähr. Studentin: Als Kind nach eigener Erinnerung häufig erkältet, viel Husten und musste

Mehr

Lungenentzündung gehören Sie zu einer Risikogruppe?

Lungenentzündung gehören Sie zu einer Risikogruppe? copy 11pt Lungenentzündung gehören Sie zu einer Risikogruppe? Wo viele Menschen zusammenkommen, können sie besonders leicht übertragen werden: Die Erreger der Lungenentzündung. Niesen und Husten, ein Händedruck

Mehr

Otitis media perforata

Otitis media perforata Inhalt Otitis media perforata Dr. med. Pascal Senn, Oberarzt Einteilung der Otitis media perforata Charakteristika der Otitis media perforata Fallvignette Diagnostik Therapie Komplikationen Take home messages

Mehr

Antivirale Prophylaxe Leitlinie

Antivirale Prophylaxe Leitlinie Antivirale Prophylaxe Leitlinie Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen Herausgeber DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische

Mehr

MERKSÄTZE FORTBILDUNG. New England Journal of Medicine

MERKSÄTZE FORTBILDUNG. New England Journal of Medicine Akute Sinusitis: Was tun bei laufender Nase? Virale von bakteriellen Infektionen unterscheiden nicht immer gleich Antibiotika verschreiben Ihr Patient präsentiert sich mit akutem nasalem Ausfluss, frontalen

Mehr

Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie

Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie Patientenseminar Herztransplantation Köln, 22. März 2010 Transplantatvaskulopathie Prävention und Therapie PD Dr. med. Jochen Müller-Ehmsen muller.ehmsen@uni-koeln.de Klinik III für Innere Medizin der

Mehr

Kinder mit geringgradiger Schwerhörigkeit

Kinder mit geringgradiger Schwerhörigkeit Kinder mit geringgradiger Schwerhö Erfahrungen in der Diagnostik, Beratung und prothetischen Versorgung Doris Nekahm- Heis, Kurt Stephan Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen Univ.-Klinik Medizinische

Mehr

«Schmerzhaftes Wasserlassen» Vom Symptom zur Diagnose. Dr. med. Christine Gutmann Oberärztin FB Infektiologie/Spitalhygiene

«Schmerzhaftes Wasserlassen» Vom Symptom zur Diagnose. Dr. med. Christine Gutmann Oberärztin FB Infektiologie/Spitalhygiene «Schmerzhaftes Wasserlassen» Vom Symptom zur Diagnose Dr. med. Christine Gutmann Oberärztin FB Infektiologie/Spitalhygiene Übersicht Wo schmerzt es und warum? Wie diagnostiziere ich eine Urethritis/ HWI?

Mehr

Vorwort Zeichenerklärung Topographische Übersicht über die Organe Ohr, Nase, Rachen und Kehlkopf 1 Untersuchung des HNO-Kranken 3

Vorwort Zeichenerklärung Topographische Übersicht über die Organe Ohr, Nase, Rachen und Kehlkopf 1 Untersuchung des HNO-Kranken 3 Inhaltsverzeichnis Vorwort Zeichenerklärung V XII Topographische Übersicht über die Organe Ohr, Nase, Rachen und Kehlkopf 1 Untersuchung des HNO-Kranken 3 I. Anamnese 3 II. Hals-nasen-ohrenärztliche Untersuchungsmethoden

Mehr

Cervicocephalgie aus schmerztherapeutischer Sicht - Diagnostik

Cervicocephalgie aus schmerztherapeutischer Sicht - Diagnostik Cervicocephalgie aus schmerztherapeutischer Sicht - Diagnostik M. Laufer Universitätsklinikum Leipzig AöR Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie - Schmerztherapie - Kopfschmerzdiagnosen

Mehr

Problemkeime bei CF. Joachim Bargon Frankfurt

Problemkeime bei CF. Joachim Bargon Frankfurt Problemkeime bei CF Joachim Bargon Frankfurt Problemkeime bei CF Pseudomonoas aeruginosa multiresistent B. Gleiber cepacia MRSA nicht tuberkulöse Mykobakterien (NTM) Aspergillus Hutegger Stenotrophomonas

Mehr

Anamnese. Keine Voroperationen PA bland

Anamnese. Keine Voroperationen PA bland Fall 1 Anamnese 40 Jähriger Patient Kosovoalbaner, seit 15 Jahren in der Schweiz Berichtet über chronisch rezidivierende Schmerzen, intermittierende, teils fötide Otorrhoe und leichte Hörminderung links

Mehr

E-Poster 66. Pulmonale Raumforderung unter Infliximab-Therapie

E-Poster 66. Pulmonale Raumforderung unter Infliximab-Therapie E-Poster 66 Pulmonale Raumforderung unter Infliximab-Therapie Alexander Jordan 1, Mathias Dürken 2, Alexander Marx 3 und Rüdiger Adam 1 (1) Pädiatrische Gastroenterologie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,

Mehr

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus The silent killer Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus und KHK Diabetiker leiden häufig an KHK

Mehr

Is the Incidence of Cancer in HIV Patients Rally Increasing?

Is the Incidence of Cancer in HIV Patients Rally Increasing? Is the Incidence of Cancer in HIV Patients Rally Increasing? K.Mayr A. Potthoff, K. Jansen, C. Michalik, A. Moll, H. Jaeger, S. Esser, A. Plettenberg, S. Köppe, N.H. Brockmeyer and the Competence Network

Mehr

Leiter der Abteilung für Epidemiologie im. Kindes- und Jugendalter am Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin

Leiter der Abteilung für Epidemiologie im. Kindes- und Jugendalter am Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin Prof. Prof. Dr. Dr. Rüdiger von von KriesKries, Arzt für Institut Kinderheilkunde für Soziale Pädiatrie Jugendmedizin FA für Kinderheilkunde Leiter der Abteilung für Epidemiologie im Konvertiert zur Epidemiologie

Mehr

Immunglobulin- Substitution und Impfungen. bei Patienten mit Immundefekten Dr. med. Johannes Schelling, KUNO Regensburg

Immunglobulin- Substitution und Impfungen. bei Patienten mit Immundefekten Dr. med. Johannes Schelling, KUNO Regensburg Immunglobulin- Substitution und Impfungen bei Patienten mit Immundefekten Dr. med. Johannes Schelling, KUNO Regensburg Einführung Historisches zur Immunglobulintherapie Physiologie des Immunsystems Immunglobulintherapie

Mehr

Berücksichtigen Leitlinien die aktuelle Evidenzlage?

Berücksichtigen Leitlinien die aktuelle Evidenzlage? gmds Leipzig 2006 Berücksichtigen Leitlinien die aktuelle Evidenzlage? Anne Kathrin Stich Ulrich Siering Dr. Hanna Kirchner 1 Inhalt Hintergrund Fragestellung Methoden Ergebnisse Diskussion 2 Das IQWiG

Mehr

Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen. Häufig? Ursachen. Hals- AGV s. Herr Doktor, seit gestern habe ich solche Halsschmerzen!

Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen. Häufig? Ursachen. Hals- AGV s. Herr Doktor, seit gestern habe ich solche Halsschmerzen! Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen Herr Doktor, seit gestern habe ich solche Halsschmerzen! Erarbeitung anhand von Leitlinien: -Häufige Beratungsanlässe in der Praxis -Ursachen - s -DD -evidenzbasierte

Mehr

Wann muss ich mir Sorgen machen?

Wann muss ich mir Sorgen machen? Wann muss ich mir Sorgen machen? Ein Ratgeber von Kinderärzten für Eltern von Kindern mit Atemwegsinfektionen Informationen für ELTERN Ihre Kinder- und Jugendarztpraxis: Eine Initiative der Universitätskinderklinik

Mehr

Wichtige Impfungen für Senioren. Vortrag für Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeeinrichtungen

Wichtige Impfungen für Senioren. Vortrag für Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeeinrichtungen Wichtige Impfungen für Senioren Vortrag für Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeeinrichtungen Bedeutung von Impfungen Impfen ist eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahme Impfen schützt jeden Einzelnen vor

Mehr

Komplementäre und alternative Therapiemethoden

Komplementäre und alternative Therapiemethoden Komplementäre und alternative Therapiemethoden M.W. Beckmann Inanspruchnahme komplementärer Therapien bei Brustkrebs 78% mindestens eine Therapiemethode 43% zwei oder mehr 23% drei oder mehr (außer Physiotherapie)

Mehr

Zustand nach Mammakarzinom: Wie geht es weiter? Dr. Franz Lang I. Interne Abteilung 26.2.2004

Zustand nach Mammakarzinom: Wie geht es weiter? Dr. Franz Lang I. Interne Abteilung 26.2.2004 Zustand nach Mammakarzinom: Wie geht es weiter? Dr. Franz Lang I. Interne Abteilung 26.2.2004 Epidemiologie des Mammakarzinoms Mammakarzinom in Österreich: Inzidenz: : 4350/ Jahr 105/ 100 000 Frauen Primär

Mehr

Definition... 1 Entstehung... 1 Häufigkeit... 2 Symptome... 2 Stadium I... 2 Stadium III... 3

Definition... 1 Entstehung... 1 Häufigkeit... 2 Symptome... 2 Stadium I... 2 Stadium III... 3 arztpraxis limmatplatz Definition... 1 Entstehung... 1 Häufigkeit... 2 Symptome... 2 Stadium I... 2 Stadium II... 3 Stadium III... 3 Diagnose... 3 Krankengeschichte und klinischer Befund... 3 Antikörpernachweis

Mehr

Behandlungsstrategien bei Psoriasis

Behandlungsstrategien bei Psoriasis Behandlungsstrategien bei Psoriasis Nikhil Yawalkar Universitätsklinik für Dermatologie Inselspital, Bern Psoriasis Mild (70-75%) Mittelschwer bis schwer (25-30%) PASI BSA DLQI > 10 % Mrowietz et al. Arch

Mehr

Heike Kubat, MSc Physiotherapeutin, Manualtherapeutin(OMT)

Heike Kubat, MSc Physiotherapeutin, Manualtherapeutin(OMT) 1 Heike Kubat, MSc Physiotherapeutin, Manualtherapeutin(OMT) Arbeitsgemeinschaft Manuelle Therapie/Wremen Berner Fachhochschule BFH Differentialdiagnostische Kriterien in der Anamnese bei Kopfschmerzpatienten:

Mehr

1. Was sind Dorithricin Halstabletten und wofür werden sie angewendet?

1. Was sind Dorithricin Halstabletten und wofür werden sie angewendet? GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER Dorithricin - Halstabletten Wirkstoffe: Tyrothricin, Benzalkoniumchlorid, Benzocain Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit

Mehr

Antibiotikatherapie - Grundlagen

Antibiotikatherapie - Grundlagen KLINIK UND POLIKLINIK FÜR INNERE MEDIZIN I Antibiotikatherapie - Grundlagen B. Salzberger Hemmung der Zellwandsynthese: Penicilline, Cephalosporine, Glykopeptid-AB, Fosfomycin Proteinsynthese (Translation)

Mehr

Pädiatrische Notfallsituationen

Pädiatrische Notfallsituationen Pädiatrische Notfallsituationen Dr. Sergio Stocker Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Leitender Arzt für Pädiatrie am KS Schaffhausen sergio.stocker@hin.ch Ein Kind stirbt im Gegensatz zum Erwachsenen

Mehr

Erkältung. Ein complexes Thema einfach erklärt. Trotz Erkältung voll im Leben.

Erkältung. Ein complexes Thema einfach erklärt. Trotz Erkältung voll im Leben. Erkältung Ein complexes Thema einfach erklärt Trotz Erkältung voll im Leben. Erkältung kaum einer entkommt ihr! Eine Erkältung ist weltweit die häufigste Erkrankung, von der Sahara bis nach Grönland. Würde

Mehr

Akute(Tonsilo-)Pharyngitis

Akute(Tonsilo-)Pharyngitis Guidelines Akute(Tonsilo-)Pharyngitis Erstellt von: Sabitha Vilan / Felix Huber Erstellt/zuletzt revidiert im November 2004 Im QZ Wipkingen und Dübendorf besprochen November 2004 Epidemiologie: Die akute

Mehr

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Husten, Schnupfen, Heiserkeit Husten, Grippaler Infekt Grippe Erkältung Common Cold 1 Fallbeispiel Akute Atemwegsinfekte 1 Ein 55-jähriger Bauarbeiter klagt über wässrig-klaren Schnupfen, mäßige Halsschmerzen, trockenen Husten, leichtes

Mehr

Impfschutz im ersten Lebenshalbjahr

Impfschutz im ersten Lebenshalbjahr Quicklebendiger Start Impfschutz im ersten Lebenshalbjahr mit der neuen Empfehlung zur Rotavirus-Impfung Deutsches Grünes Kreuz e.v. Warum so früh impfen? Mamis Nestschutz hält nur kurz an, manchmal gibt

Mehr

Beurteilung der klinischen Heterogenität: eine empirische Untersuchung

Beurteilung der klinischen Heterogenität: eine empirische Untersuchung Beurteilung der klinischen Heterogenität: eine empirische Untersuchung Christian Lerch, Bernd Richter Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Group Abteilung für Allgemeinmedizin Universitätsklinikum

Mehr