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1 I N F O R M A T I O N zur Pressekonferenz mit Dr. Josef Pühringer Landeshauptmann von Oberösterreich Mag. a Doris Hummer Forschungslandesrätin von Oberösterreich DI Bruno Lindorfer Geschäftsführer der OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft am 2. November 2011 zum Thema 1. Energieforschungsprogramm für OÖ: OÖ positioniert sich klar als Vorreiter in der Energieforschung 4,5 Millionen für innovative Projekte vergeben / Rückfragen-Kontakt: Mag. a Maria Knapp ( ) , ( ) Mag. Harald Hochgatterer MA ( )

2 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 2 Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich Oberösterreich positioniert sich klar als Vorreiter in der Energieforschung Oberösterreich ist das Industriebundesland Nr. 1 in Österreich: Die Industrie erbringt über 30 Prozent Anteil an der Wertschöpfung in OÖ, hat ca. 65 Prozent Exportanteil und ca. 25 Prozent Anteil an der Gesamtindustrie Österreichs. Das bringt einen hohen Bedarf an Energie mit sich: Knapp 60 Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf den produzierenden Sektor. Mit einer Jahresproduktion von über 100 Petajoule - das entspricht in etwa dem Jahresenergieverbrauch von 21 Millionen Großbildfernsehern, wenn sie ein Jahr lang durchgängig laufen - stellen heimische Energieproduzenten einen wesentlichen Teil selbst zur Verfügung. Weiters erzeugen viele oö. Unternehmen - unabhängig von ihrer Betriebsgröße - innovative Produkte im Bereich der erneuerbaren Energien und der effizienten Energienutzung. Oftmals übernehmen sie damit die internationale Technologieführerschaft und sind wichtige Säulen der Exportwirtschaft. Oberösterreich ist aber auch das Umweltbundesland Nr. 1 in Österreich: Über Beschäftigte im Umweltbereich unterstreichen dies eindrucksvoll. Fest steht: Unsere Industrie braucht Energie! Das belegen die Trends, über die weltweit Konsens herrscht: Der globale Energieverbrauch wird sich bis ins Jahr 2050 fast verdoppeln Verschärfter globaler Wettbewerb um Energie- und Rohstoffquellen Innovative Technologien sind nötig, um den Energie- und Ressourcenbedarf einer umweltbewussten Welt zu decken Erneuerbare Energien werden daher immer bedeutender

3 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 3 Diesen Herausforderungen hat das Land Oberösterreich frühzeitig Rechnung getragen und im Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm Innovatives Oberösterreich 2010plus das Energiethema mit einem eigenen Forschungsschwerpunkt und der Maßnahme Energieeffizienz, Energiemanagement und Erneuerbare Energien fix verankert. Die Zukunftsthemen Energieeffizienz, Energiemanagement und Erneuerbare Energien im Innovativen OÖ 2010plus klar fest zu schreiben, war richtungsweisend. Es geht darum, in strategischen Bereichen wie Energiespeicherung, Energieeffizienz, Energiemanagement und erneuerbare Energien, die universitäre, außeruniversitäre und betriebliche Forschung und Entwicklung in Oberösterreich weiter zu fördern und auszubauen und die regionalen Kompetenzen weiter zu stärken, so der Landeshauptmann weiter. Wir haben im Energiebereich die Themen Versorgungssicherheit durch stärkere Unabhängigkeit, Umweltverträglichkeit, Leistbarkeit und Green Jobs ins Zentrum unserer Überlegungen gestellt, um für die künftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, unterstreicht Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und betont die hohe Übereinstimmung der oberösterreichischen Energiestrategie, die von einem Expertenteam im Rahmen der Maßnahme 6 des Strategischen

4 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 4 Wirtschafts- und Forschungsprogrammes Innovatives OÖ 2010plus erarbeitet wird, mit der Energieforschungsstrategie des Bundes und des österreichischen Rates für Forschung und Technologieentwicklung. Ein Schlüsselelement beider Ansätze ist die Doppelstrategie, einerseits die Energieeffizienz zu erhöhen und andererseits den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu steigern. Starkes Energieforschungsprogramm für OÖ Das erste oberösterreichische Energieforschungsprogramm ist Teil des Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogrammes und wird durch Regio 13, ein EU-kofinanziertes Programm zur regionalen Wettbewerbsfähigkeit für die Jahre 2007 bis 2013, unterstützt. Mit dem Energieforschungsprogramm können heimische Forschungseinrichtungen ihr Know-how zu einer Themenführerschaft in der Energieforschung weiterentwickeln. Das stärkt ihre Bedeutung innerhalb der Forschungslandschaft und macht sie zum unverzichtbaren Partner für die oö. Wirtschaft. Es ist notwendig, heute die Grundlagen der Energietechnologien von morgen zu erforschen und entsprechendes Know-how zu entwickeln und am Markt umzusetzen. Darum fördern wir Projekte mit langfristiger Ausrichtung und vielversprechendem Potenzial, deren Umsetzungsergebnisse in möglichst hohem Ausmaß dem Forschungs- und Wirtschaftsstandort Oberösterreich zu Gute kommen und auch Arbeitsplätze schaffen, so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

5 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 5 Forschungs-Landesrätin Mag. a Doris Hummer 1. OÖ. Energieforschungsprogramm ist Meilenstein der Forschungs- und Innovationspolitik Das 1. Oberösterreichische Energieforschungsprogramm ist ein wichtiger Meilenstein in der oö. Forschungs- und Innovationspolitik. Wir wollen und werden damit regionale Schwerpunkte in der Energieforschung setzen und in diesen Schwerpunkten hohe Kompetenzen aufbauen, um über die Region und das Land Oberösterreich hinaus ein Alleinstellungsmerkmal zu erreichen, erklärt Forschungslandesrätin Mag. a Doris Hummer. Zu den Hintergründen: Die 1. Ausschreibung des OÖ. Energieforschungsprogramms war von 14. März bis 15. Juni 2011 geöffnet. Es konnten außeruniversitäre Forschungseinrichtungen das heißt schwerpunktmäßig Kompetenzzentren mit Sitz in Oberösterreich sowie die F&E GmbH der FH OÖ eine Förderung im Rahmen des Programms beantragen. Ziel des OÖ Energieforschungsprogramms ist die Strategische Erweiterung bestehender OÖ Forschungsportfolios durch Stärkung von grundlagennaher bzw. anwendungsorientierter Forschung mit folgenden thematischen Schwerpunkten: Energieeffizienz in Produktionsprozessen und industriellen Produkten, Energie-Optimierung Erneuerbare Energien, insbesondere innovative Ansätze zur Speicherung erneuerbarer Energien Energiemanagement Dezentrale Energietechnologien mit Nutzung von erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik, Wind, Biomasse)

6 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 6 Der Fokus der 1. Ausschreibung des OÖ. Energieforschungsprogramms lag auf den Stärkefeldern von OÖ, insbesondere auf den sog. Doppel-Stärkefelder ( USPs ) Oberösterreichs. Doppel-Stärkefelder Oberösterreichs sind solche, in denen Oberösterreich sowohl bei den OÖ Forschungseinrichtungen als auch bei den am Gebiet Energie forschende Unternehmen Stärken hat. Land OÖ hat Budget für innovative Energie-Projekte mehr als verdoppelt Insgesamt wurden 19 Projekte eingereicht, die neun vielversprechendsten davon können nun mit einer Förderung rechnen. In Summe geht es um ein Fördervolumen von 4,5 Millionen Euro, das von der EU und vom Land Oberösterreich finanziert wird!, so Forschungslandesrätin Mag. a Doris Hummer, die aufgrund der Bedeutung des Energiethemas für die oö. Wirtschafts- und Forschungslandschaft und aufgrund der Qualität der eingereichten Projekte das Budget von ursprünglich geplanten 2 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro aufgestockt hat. Die Landesrätin dankt, dass die unabhängige Expertenjury - bestehend aus der Vorsitzenden DI Mag. Doris Pollak (New Energies & Strategies), Professor Hartmut Kahlert (TU Graz), DI Dr. Rupert Puntigam (Voest Alpine Stahl GmbH), Professor Werner Kepplinger (Universität Leoben) und Dr. Christian Dötsch (Fraunhofer Umsicht) die 19 eingereichten Projekte bewertet hat. Positive Förderentscheidungen erhielten Anträge namhafter Institutionen wie das Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität, RECENDT GmbH, das Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen (LKR), die FH OÖ F&E GmbH, die Kompetenzzentrum Holz GmbH, das Institut für Angewandte Umweltbildung, LIquA, Netural Communication, das Austrian Sola Innovation Center (ASIC) oder das Softwarekompetenzzentrum Hagenberg (SCCH). Die genehmigten Projekte untermauern die Kompetenz der heimischen F&E-Einrichtungen und geben Aufschluss über die thematische Breite: Folgende Themenbereiche werden gefördert: Energieeffizienter Leichtmetallguss

7 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 7 Speicherung von regenerativem Strom Die "nächste Generation" von Biodiesel Strohethanol Biogas Innovative Biotechnologien und intelligente (Energie-)Produkte Einsparpotenziale im Energieverhalten privater Haushalte Thermische Speichertechnologien Energiemanagement in Gebäuden Alle Projekte sind laut den unabhängigen Expertinnen und Experten der Jury des 1. Calls besonders innovativ und wichtig für unser Bundesland und werden daher vom Land OÖ mit EFRE-Mitteln gefördert. Unser Ansatz Landes- Bundes- und EU-Förderungen zu kombinieren um mehr für Forschung und Wirtschaft in Oberösterreich zu erreichen macht sich klar bezahlt. Mit der Maßnahme "Energieeffizienz, Energiemanagement und erneuerbare Energie" in unserem strategischen Programm "Innovatives OÖ 2010plus" setzen wir auch in Zukunft konsequent auf die Umsetzung und Förderung von Energie-Projekten, erklärt Forschungslandesrätin Mag. a Doris Hummer abschließend. DI Bruno Lindorfer, Geschäftsführer der OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft Stellvertretend für alle geförderten Projekte, werden nachstehend drei im Detail vorgestellt: "Sensorik für innovative thermische Speichertechnologien" (Partner: ASiC, Recendt GmbH): Wärmespeicher basieren derzeit praktisch immer auf der Erwärmung von Wasser. Die Anwendungen reichen dabei von der Haustechnik (Warmwasserboiler, Pufferspeicher) bis zum industriellen Einsatz. Aktuell werden neue Konzepte für zukünftige thermische Energiespeicher erforscht, die nach grundlegend anderen Prinzipien funktionieren. Diese neuen

8 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 8 Speichertechnologien betreffen Speicher auf Basis von Phasenwechselmaterial sowie Sorptions- und thermochemische Speicher. Im Rahmen des Projektes werden Sensortechnologien für thermische Speicher erforscht, die bei der Entwicklung von neuen thermischen Speichertechnologien zum Einsatz kommen und unter anderem detailliertes Prozessverständnis im verfahrenstechnischen Design ermöglichen. Daneben ist auch die Entwicklung von kostengünstigen - so genannten virtuellen - Sensoren geplant. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Verbreitung als Massenprodukt von großer Bedeutung. Das Projekt wird als Kooperationsprojekt zwischen dem ASiC Austria Solar Innovation Center (Projektleitung) und der Recendt GmbH durchgeführt. "Innovative Biotechnologien und smarte Energieprodukte - Energie und Wertstoffe aus Biomasse" (Partner: Kompetenzzentrum Holz GmbH, Johannes Kepler Universität Linz, Profactor, TDZ Ennstal) Die Kompetenzzentrum Holz GmbH hat ein Kooperationsprojekt zur ressourceneffizienten Herstellung von erneuerbaren Energieträgern und Biomaterialien gestartet. Durch die Kopplung der Herstellung von Energieträgern und Biomaterialen sollen neue wirtschaftlich tragfähige Konzepte entstehen. In diese Konzepte fließen die ökologischen und die ökonomischen Rahmenbedingungen ein. Als Rohstoffquelle dienen die Nebenströme aus der Zellstoff-, Faser- und Papierproduktion. Dadurch können gleichzeitig Abfälle reduziert und wertvolle Produkte erzeugt werden. Zudem wird durch die Verwertung bestehender Stoffströme aus der Industrie eine Rohstoffkonkurrenz zur Lebensmittelindustrie (Anbaufläche und Agrarprodukte) vermieden. Im Rahmen des Projekts werden dazu die Forschungsgrundlagen für eine neue modulare Technologieplattform erarbeitet. Ein Schwerpunkt der Forschung liegt dabei in der Untersuchung robuster, natürlicher Mikroorganismen als Teil einer neuen Bioverfahrenstechnik. Partner in diesem Projekt sind das Kompetenzzentrum Holz GmbH, die Johannes Kepler Universität Linz, Profactor sowie das Technologie- und Dienstleistungszentrum Ennstal.

9 PÜHRINGER / HUMMER / LINDORFER 9 "REG-STORE: Das Klimagift C02 und biotechnologische 'Kraftwerke' sollen helfen, 'grünen' Strom zu speichern" (Partner: PROFACTOR, FH OÖ F&E GmbH, Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz, Institut LIOS der JKU) PROFACTOR erforscht im Projekt REG-STORE eine Kombination biotechnologischer und elektrochemischer Prozesse, um verbesserte Speichermöglichkeiten für elektrische Energie aus regenerativen Quellen zu schaffen. Das Treibhausgas CO2 wird dabei selbst als Grundbaustein für die Synthese verwendet und sorgt damit für eine neutrale CO2-Bilanz. Für die Umwandlung von CO2 zu organischen Verbindungen sind die Zufuhr von Energie und meist teure Katalysatoren nötig. Die Forschungspartner des Projektes umgehen diese kostspieligen Systeme und setzt dabei auf eine Weiterentwicklung der MEC ( Microbial Electrolysis Cells ). Die Mikroorgansimen sollen dabei als interne Kraftwerke agieren, um elektrische Energie in Form von einfach handhabbaren Energieträgern zu speichern. Die Verwendung von Mikroorganismen als Katalysatoren für die elektrochemische CO2-Reduktion ermöglicht eine Reaktion unter niedrigenergetischen Bedingungen (geringe Temperatur, geringer Druck) zu hochwertigen organischen Produkten für die Industrie und zu flüssigen oder gasförmigen Treibstoffen. Partner sind die FH OÖ F&E GmbH, das Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz und das Institut LIOS (Linzer Institut für organische Solarzellen an der Johannes Kepler Universität Linz).

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