Hygiene in der Psychiatrie

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1 Hygiene in der Psychiatrie 10. Münchner Hygienetag 04. Mai Sabine Neumayer, staatl. anerkannte

2 2 Was kommt vor? MRE aller Art Bakterielle und virale Durchfallserkrankungen Skabies und Kopfläuse TB Blutübertragbare Krankheiten..usw. wie in somatischen Häusern auch!

3 3 Aufnahme von Patienten mit fraglichen Infektionen Ist die Aufnahme der Patienten überhaupt möglich? Ist eine Einzelzimmerunterbringung nötig und möglich? JA, natürlich! Aber, es darf und muss auch Ausnahmen geben

4 4 Aufkommen von MRE in Psychiatrischen Einrichtungen Es gibt fast keine epidemiologische Daten für MRSA Für MRGN sind (mir) keine bekannt Aus persönlicher Erfahrung hat die Zahl der MRGN im Vergleich zu MRSA in den letzten 5 Jahren deutlich zugenommen Dies entspricht dem bundesweiten Trend in Krankenhäusern

5 5 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Gerontopsychiatrische Station des LVR-Klinikums Essen Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2012 wurden alle Patienten, die auf die gerontopsychiatrische Station aufgenommen wurden, auf MRSA gescreent Es wurde je ein Nasen- und Rachenabstrich genommen

6 6 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Auf die Station wurden während der 12- monatigen Untersuchung 150 Patienten (99 Frauen und 51 Männer) aufgenommen, das mittlere Alter lag bei 68,5 Jahren (28 93 Jahre)

7 7 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Neben den üblichen personenbezogenen Daten, wurden die bekannten Risikofaktoren für eine MRSA-Besiedelung erfasst 23 Patienten (15 %) litten unter einer schweren somatischen Grunderkrankung 33 Patienten (22 %) hatten eine Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten erhalten

8 8 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) 31 Patienten (21 %) kamen aus Wohnoder Pflegeheimen und 37 (25 %) waren chronisch pflegebedürftig 89 Patienten (59 %) waren in den letzten 12 Monaten stationär in einem Krankenhaus gewesen Es wurde nicht zwischen psychiatrischen Kliniken und Akutkrankenhäusern unterschieden Sabine Neumayer, statl. anerkannte

9 9 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Im Ergebnis wiesen nur 34 der 150 Patienten (23 %) keine Risikofaktoren für eine MRSA- Besiedelung auf. 33 bzw. 32 Patienten (22 %) hatten einen bzw. zwei Risikofaktoren Der Anteil der Patienten mit Risikofaktoren lag damit deutlich über den ermittelten Daten für Akutkrankenhäuser (ca. 50 %) Die beiden häufigsten Risikofaktoren waren der stationäre Krankenhausaufenthalt in den letzten 12 Monaten und die chronische Pflegebedürftigkeit

10 10 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Ergebnis: Nur ein Patient (0,7 %) war MRSA-positiv (4 Risikofaktoren), dieser hatte als einziger auch eine MRSA-Besiedelung in der Anamnese

11 11 MRSA in der Psychiatrie (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 10. Juni 2013 / Nr. 23) Damit scheint das MRSA-Risiko zumindest in der Gerontopsychiatrie wesentlich geringer als ursprünglich von uns erwartet Inwieweit diese Erkenntnis auf die gesamte Psychiatrie übertragen werden kann, bedarf weiterer Abklärung

12 12 Isolierung von MRE Patienten Nötig: MRSA 4 MRGN VRE Nicht nötig: 3 MRGN aber, keine Mitpatienten mit Immunsuppression, große Wunden, Tracheostoma, usw.

13 13 Isolierung bei: Noro- und Rotaviren wenn möglich immer, meist Kohortenisolierung CDAD wenn möglich immer Skabies und Kopfläuse bis 24 Std. nach Behandlungsbeginn oder generell bei unzureichender Patientenhygiene

14 14 Isolierung bei: TB (Verdacht) wenn möglich schnelle Verlegung on somatische Klinik oder Zwangsbehandlung im Klinikum Parsberg Blutübertragbare Krankheiten Isolierung bei unzureichender Patientenhygiene Schutzisolierung

15 15 Probleme bei der Isolierung Demente Patienten Depressive Patienten Psychotische Patienten mit verschiedensten Wahnvorstellungen Patienten mit Suchterkrankungen Forensische Psychiatrie einschließlich Hochsicherheitstrakt Isolierung heißt nicht, dass der Patient das Zimmer nicht verlassen darf!

16 16 Personalhygiene Problem Kittelflaschen nicht immer möglich Personal trägt zum Teil Privatkleidung Lösung Umstellung auf Dienstkleidung Kurzärmelige Privatkleidung Mit 60 waschbar

17 17 Hygienische Händedesinfektion Problem Spender sind aus Sicherheitsgründen z. T. nicht möglich Demente Patienten, Patienten mit Suchterkrankungen, Forensik Lösung Kittelflaschen Spender mit Sprühdesinfektion (für Besucher, Parteiverkehr, etc.) Spender in abgesperrten Bereichen zu denen Patienten keinen Zutritt haben

18 18 Hygienemaßnahmen Desinfektion der patientennahen Flächen Tragen von Schutzkleidung bei engem Patientenkontakt und/oder bei Feuchtarbeiten Strikte Beachtung der Indikationen zur Händedesinfektion

19 19 Hygienemaßnahmen Händedesinfektion bei Patienten vor Verlassen des Zimmers Nasale Keimminimierung (bei MRSA) durch Einbringen von antiseptischer Nasensalbe Komplette Sanierung (bei MRSA) nur nach Rücksprache mit Hygieneabteilung Generell vor elektiven Eingriffen, soweit bekannt

20 20 Fazit Infektionserkrankungen und Kolonisation mit MRE kommen in der Psychiatrie vor Kliniken müssen in der Lage sein diese Patienten aufzunehmen Weitergabe der Befunde der zuverlegenden Kliniken ist wichtig! ebenso Weitergabe der Befunde an die weiterbehandelnden Einrichtungen, durch Formblatt (z. B. LARE, usw.)

21 21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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