Mise en place Übertragungswege Infektionen multiresistente Keime

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1 Mise en place Übertragungswege Infektionen multiresistente Keime Dr. med. Rosamaria Fulchini, Oberärztin Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene Kantonsspital St. Gallen

2 Infektionsprävention Im Spital/Institutionen erworbene Infektionen Postoperative Wundinfekte Katheterassoziierte Bakteriämien (Ventilator)assoziierte Pneumonien (Katheterassoziierte) Harnwegsinfekte Übertragung multiresistenter Keime MRSA ESBL Carbapenemasen VRE... C. difficile, Norovirus, luftübertragene Krankheiten,. Ambulant Stationär Akuteinrichtung Langzeiteinrichtung

3 Infektionen in der Hausarztpraxis Häufigste Konsultationsgründe Akuter Husten Obere Atemwegsinfekte Virus Harnwegsinfekte Antibiotikaeinsatz in der Praxis 15-83% (CH 22%) Streit S et al. BMC Fam Pract Dissertation Daniel Ryser, IHAMB 2006.

4 Infektionen in Langzeiteinrichtungen Häufigkeit Infektionen % Häufiger Hospitalisationsgrund Antibiotikaeinsatz 6-10% der Bewohner zu einem best. Zeitpunkt 47-79% der Bewohner erhalten mind. eine Antibiotikatherapie pro Jahr Nicolle LE. Curr Opin Infect Dis Crnich CJ et al. Drugs Aging Van Buul LW et al. J Am Med Dir Assoc 2012.

5 Infektionen in Langzeiteinrichtungen Atemwegsinfekte 33.6% Harnwegsinfekte 22.3% Device-assoziierte Infektionen Haut- und Weichteilinfekte 21.4% Gastroenteritis 4.6% Clostridium difficile Suetens C. Euro Surveill HALT project. Nicolle LE. Curr Opin Infect Dis 2014.

6 Outbreaks in Langzeiteinrichtungen Krankheit überschreitet die Basishäufigkeit der Institution Vulnerable Bewohner geschlossenes Setting Heimarzt, Kantonsarzt

7 Frage Welche Infektionen sind in Langzeiteinrichtungen oft mit Ausbrüchen assoziiert? Norovirus und Grippe Harnwegsinfekt

8 Frage Welche Infektionen sind in Langzeiteinrichtungen oft mit Ausbrüchen assoziiert? Norovirus und Grippe Harnwegsinfekt Asner S et al. Influenza Other Respir Viruses Wikswo ME, Hall AJ. MMWR Surveill Summ Community and Health Services, Canada,

9 MRSA Methicillinresistenter Staphylococcus aureus Staphylococcus aureus Resistent auf Methicillin Resistent auf ALLE Beta- Lactame

10 MRSA Methicillinresistenter Staphylococcus aureus Staphylococcus aureus Trägertum Infektionsrisiko erhöht Schwere Infektionen Bakteriämie Endokarditis Fremkörperinfektionen Hautinfekte (postop.) Wundinfekte Langzeiteinrichtungen MRSA-Übertragung Rehab 4x höher als Heim MRSA-pos. Mitpatient kein erhöhtes Risiko Datta R, Huang S. CID Huang S et al. PLoS One Furuno JP et al. Infect Control Hosp Epidemiol 2011.

11 MRGN Multiresistente gramnegative Keime Keime Enterobacteriaceae (E.coli, Klebsiella, Proteus,...) Pseudomonas aeruginosa u.a. Nonfermenter Resistenzmechanismen Multiresistente Keime Resistenz gegen 3-4 Antibiotika-Gruppen ESBL (erweiterte Spektrum-β-Lactamasen) Carbapenemasen Panresistente Keime

12 Vorkommen Multiresistente Keime Spital: Intensiv/normale Abteilungen Langzeiteinrichtungen Ambulant Risikofaktoren Reisetätigkeit Hospitalisation im Ausland, v.a. Intensivstation invasive Eingriffe Katheter Druckulcera, andere Wunden vorausgegangene Antibiotikatherapie Hohe Pflegebedürftigkeit Infektionen mit multiresistenten Keimen Höhere Morbidität, Mortalität, Gesundheitskosten

13 Meldungen ausgewählter multiresistenter Mikroorganismen in der Schweiz, BAG-Bulletin 04/2016 Resistenzen CH Anteil multiresistenter Mikroorganismen (%) in invasiven Isolaten (n) MRGN (v.a. ESBL) MRSA VRE

14 Antibiotikaresistenz: Ursachen Nicht Einhalten der Regeln der Infektiologie zu hoher Verbrauch an Antibiotika (Human- und Tiermedizin) Selektion und Züchtung resistenter Keime Übertragung von Resistenzmechanismen auf andere Bakterien Nicht Einhalten der hygienischen Massnahmen Übertragung von resistenten Keimen von einem Patienten zum anderen Ausbreitung resistenter Keime

15 Antibiotikaresistenz: Ursachen Nicht Einhalten der Regeln der Infektiologie zu hoher Verbrauch an Antibiotika (Human- und Tiermedizin) Selektion und Züchtung resistenter Keime Übertragung von Resistenzmechanismen auf andere Bakterien Nicht Einhalten der hygienischen Massnahmen Übertragung von resistenten Keimen von einem Patienten zum anderen Ausbreitung resistenter Keime

16 Quellen Übertragung Wichtigste Quelle für Infektionen Kolonisierte oder infizierte Patienten Kolonisierte Medizinalpersonen Unmittelbare Patientenumgebung (Geräte/Mobiliar) Kontaktübertragung Hände des Personals Pflegerische Massnahmen! (weniger gesellschaftliche Kontakte) Selten Indirekt: medizinische Instrumente, BD-Apparate, Stethoskop, Flächen Tröpfchen bei starkem Husten und Besiedelung des Rachens

17

18 Tröpfchen Aerosole

19 Tröpfchen Aerosole

20 Luftübertragung >5 µm <5 µm Tröpfchen Aerosol Mumps, Röteln, Meningokokken, Gruppe A Streptokokken, Bordetella pertussis «Erkältungsviren», Influenza, Norovirus 1.5 m Varizellen Masern Tuberkulose

21 Übertragungswege Kontakt Berührung Direkt Hand zu Hand Indirekt Berührung kontaminierter Gegenstand Tröpfchen Husten, Niesen Eintritt über Augen, Nase, Mund Aerosol Sehr kleine Tröpfchen Husten, Niesen Schweben in der Luft Transportiert über Luftströme Werden eingeatmet

22 Übertragbare Krankheiten / Hygiene

23 Merkpunkte Infektionen Kolonisation mit multiresistenten Keimen MRSA, MRGN Übertragungswege Kontakt Luft (Tröpfchen, Aerosole)

24 Guten Appetit!

25

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