7. Einheit Nachhaltigkeit

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1 7. Einheit Nachhaltigkeit

2 Wachstum Wachstum (umgefähre Werte) Bevölkerung (Mrd.) BIP (Int. $, 100 Mrd.)

3 Grenzen des Wachstums Thomas R. Malthus (1798): An Essay on the Principle of Population as It Affects the Future Improvement of Mankind

4 Malthus (1) Land fix, Bevölkerung wächst Wachstum abhängig vom Lebensstandard Abnehmende Grenzerträge = je knapper das Land, desto geringer der Zuwachs an Nahrungsmittelproduktion Bevölkerung wächst solange, bis alle nur mehr auf Subsistenzniveau leben

5 Malthus (2) Zusammenfassung: Wachstum = Bevölkerungswachstum Grenzen = begrenzte Verfügbarkeit von Nahrungsmittel, weil Land knapp Schlussfolgerung: Bevölkerungswachstum muss eingeschränkt werden

6 Malthus (3) Kritik: Bevölkerungswachstum nicht nur vom Lebensstandard abhängig Technologischer Fortschritt nicht berücksichtigt ökologisch naiv

7 Neo-Malthusianer Gesamtauswirkung auf Umwelt hängt ab: Bevölkerung Lebensstandard Technologie Zusammensetzung der verwendeten Ressourcen Grenze ist beweglich

8 Neoklassik (1) Ressourcen begrenzt, aber: Ressourcenverbrauch wird geringer durch Technischer Fortschritt Substitution von natürlichem Kapital durch menschliches Kapital Ressourcenbedingte Grenzen werden laufend verschoben Wachstum gut für Umwelt

9 Neoklassik (2) Markt ist das beste Allokationsinstrument Preise sind Maß für Knappheit immer optimale Menge an Ressourcenverbrauch Voraussetzung: Eigentumsrechte definiert Preise spiegeln die Kosten wider

10 Neoklassik (3) Marktversagen: öffentliche Güter = Güter von deren Benützung niemand ausgeschlossen werden kann externe Effekte: zusätzlich zu privaten Kosten gibt es auch noch soziale Kosten daher: Preise zu niedrig Umweltverbrauch zu hoch

11 Neoklassik (4) Lösungen: Eigentumsrechte Internalisierung der externen Effekte Verhandlungslösung (Coase-Lösung): Anbieter und Nachfrager verhandeln über Preis und Menge von Naturverbrauch Steuer in der Höhe der externen Effekte (Pigou-Lösung)

12 Ökologische Ökonomie (1) Ökonomie ist Subsystem der Ökologie Produktion benötigt immer auch Natur natürliches Kapital kann nicht vollständig substituiert werden Energie nicht unbegrenzt wachsendes ökonomisches System durch konstantes ökologisches begrenzt Natur hat einen Wert an sich Alle Menschen haben gleiches Recht auf Natur

13 Ökologische Ökonomie (2) Kenneth Boulding (1966): Erde als offenes System ( Cowboy economy ) Umdenken notwendig: Erde ist ein geschlossenes System ( Spaceman economy ) Ökonomisches System muss sich innerhalb der Grenzen reproduzieren können

14 Ökologische Ökonomie (3) Herman Daly (1993) Means/Ends Spektrum: Ultimate ends (?) Intermediate ends (Güter und Dienstleistungen) Intermediate means (Kapital) Ultimate means (Natur)

15 Ökologische Ökonomie (4) Steady-State-Economy: Konstanter Bestand an physischem Gütern und Kapital (intermediate ends & means) Minimierung des Verbrauchs an natürlichem Kapital: Haltbarkeit Ersetzbarkeit Maximierung von Zufriedenheit Allokative Effizienz Distributive Effizienz

16 Ökologische Ökonomie (5) Quantitatives Wachstum: Erhöhung des physischen Bestands in der SSE nicht möglich Qualitatives Wachstum: Erhöhung von Zufriedenheit bei gleich bleibendem Bestand an Gütern

17 Nachhaltigkeit (1) Brundtland Commission Report (1987): Nachhaltige Entwicklung = Entwicklung die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen

18 Nachhaltigkeit (2) Schwache Nachhaltigkeit: neoklassischer Ansatz Aufrechterhaltung eines konstanten Konsumniveaus Konstanter Bestands an menschlichem und natürlichem Kapital Zusammensetzung des Kapitalstocks nicht relevant Gewinne aus nicht-erneuerbaren Ressourcen in erneuerbare investieren

19 Nachhaltigkeit (3) Starke Nachhaltigkeit: ökologische Ökonomie Alle Systeme sind relevant natürliches Kapital nicht ersetzbar Aufrechterhaltung des natürlichen Kapitals

20 Nachhaltigkeit (4) Regeln für starke Nachhaltigkeit: Erneuerbare Ressourcen: Ausbeutungsrate = Regenerationsrate Emissionen = Aufnahmefähigkeit Nicht erneuerbare Ressourcen: Ausbeutung entsprechend Bereitstellung erneuerbarer Ressourcen

21 Nachhaltigkeit (5) Probleme: Wie groß ist der optimale Kapitalstock? Verteilung zwischen IL und EL politische Umsetzung, Institutionen Herausforderung an Mentalität und Funktionsweise des Wirtschaftssystems

22 Nachhaltigkeit (6) Maß: ökologischer Fußabdruck Landverbrauch, der für Produktion und Konsum insgesamt notwendig ist gesamter Lebenszyklus Vergleich mit verfügbarer Fläche Beispiele: 2.2 Ha/Person (weltweiter Durchschnitt) 1.8 Ha/Person zur Verfügung Österreich: 4.6, USA: 9.5, China: 1.6

23 Nachhaltigkeit (7) Quelle: WWF (2006): Living Planet Report.

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