2 Vorwort 3 Editorial 3 DFV führt AGF 4 Was ist neu? 10 Steuern sparen durch Studium 11 Neue DFV-Landesspitzen 12 Drei Fragen an...

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1 DFV-Familie H E F T 1 / w w w. d e u t s c h e r - f a m i l i e n v e r b a n d. d e Besuchen Sie uns auf I N H A LT 2 Vorwort 3 Editorial 3 DFV führt AGF 4 Was ist neu? 10 Steuern sparen durch Studium 11 Neue DFV-Landesspitzen 12 Drei Fragen an...

2 VORWORT Liebe Leserinnen, liebe Leser, das neue Jahr hat begonnen und viel Neues kommt auf uns zu. Was sich rechtlich und finanziell ändert, haben wir wie gewohnt in dieser Ausgabe kurz und informativ für Sie zusammengestellt. Sie werden erkennen: Manche unserer Ziele und Hoffnungen für die Familien haben sich unter dem Strich nicht erfüllt. Der Horizontale Vergleich zeigt, dass Familien 2013 am Monatsende sogar noch weniger Geld im Portemonnaie haben als Warum ist das so? Ein wichtiger Grund dafür ist, dass der steuerliche Freibetrag für Kinder nicht angehoben wurde. Er steckt auf einer Höhe von 7008 Euro im Jahr fest. Gerade für Familien mit vielen Kindern bedeutet das, das Haushaltsgeld noch mehr zusammenzuhalten. Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt 2013, der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt. Doch unverändert bleibt, dass Eltern ohnehin über die Gebühr durch Beiträge zur Renten- und Pflegeversicherung belastet werden unabhängig davon, wie vielen Kindern sie das Leben geschenkt haben. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Pflegeurteil des Bundesverfassungsgerichts warten die Familien noch immer auf eine gerechte, kinderzahlabhängige Beitragsentlastung. Das gilt auch für die Rentenversicherung: Hier gehören gerade Familien mit mehreren Kindern zu den großen Verlierern. Doch es gibt auch 2013 Grund, Mut zu fassen. So konnte mit dem Betreuungsgeld ein wichtiger, erster Schritt in Richtung Wahlfreiheit gemacht werden. Der Deutsche Familienverband ist 2013/2014 federführend in der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) engagiert. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Familien zeitlich stärker entlastet werden. Politik und Gesellschaft müssen endlich die von Familien erbrachten Leistungen anerkennen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns ein tatkräftiges, engagiertes und erfolgreiches Jahr 2013! Ihr 2 DFV-Familie 1/2013

3 EDITORIAL DFV BUND DFV führt AGF Liebe Leserinnen, liebe Leser, Im Januar 2013 hat der DFV die Federführung in der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) übernommen. DFV-Präsident Klaus Zeh hat für die Amtsperiode 2013/14 den Vorsitz inne. Seine Stellvertreterin ist Bettina Müller-Sidibé vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf ). Eins der zentralen Themen der Amtsperiode wird aus gutem Grund die Zeit sein. Zeit ist für Familien ein wichtiges Gut für die Gestaltung ihres Zusammenlebens, sagt Klaus Zeh. wir wünschen Ihnen ein gutes und gesundes neues Jahr! Damit Sie wissen, was 2013 finanziell auf Sie zukommt, haben wir die wichtigsten Änderungen zusammengetragen. Neben Informationen zur Steuer, zum Elterngeld oder zu Beiträgen in der Sozialversicherung geben wir Ihnen wie gewohnt auch den Horizontalen Vergleich an die Hand. Sie können daraus ablesen, was Familien am Monatsende in der Haushaltskasse (nicht) zur Verfügung steht. Auf der letzten Seite haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Hier finden Sie die persönliche Meinung von Frauen und Männern, die in der Öffentlichkeit stehen. Wir haben ihnen drei Fragen gestellt und um kurze Antworten gebeten. Den Anfang machen zu unserer Freude die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und die Entertainerin Gayle Tufts. Viel Freude beim Lesen! Herzlich, In seinem neuen Amt wurde Klaus Zeh am 10. Januar zum traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen. Der Vorsitzende der AGF war als Vertreter der Familienorganisationen zu Gast. Klaus Zeh unterstrich in einem kurzen Gespräch mit Joachim Gauck die tragende Rolle von Familien für die Gesellschaft. Sie verdienten für ihre vielfältigen Leistungen im Familienkreis wie für die Gesellschaft als Ganzes Anerkennung. 1/2013 DFV-Familie 3

4 FINANZEN 2013 WAS IST NEU? Was ist neu? Neues Jahr neues Glück? 2013 hält eine Menge Neues bereit. Doch die Änderungen führen für viele Familien zu noch weniger Geld im Portemonnaie. Grundfreibetrag steigt Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2013 von 8004 Euro auf 8130 Euro. Erwerbseinkommen, das zum Bestreiten des notwendigen Lebensunterhalts dient, darf nämlich nicht besteuert werden. Je mehr ich allerdings verdiene, desto mehr Steuern muss ich auch zahlen. Doch wenn eine Gehaltserhöhung nur ausgleicht, dass alles teurer wird, wäre das ja eine heimliche Steuererhöhung. Damit mehr vom Lohn übrig bleibt, wird der Grundfreibetrag angehoben soll er um weitere 224 Euro steigen. Nicht für Kinder!? Was für die Erwachsenen gilt, sollte auch für Kinder gelten. Doch der 9. Existenzminimumbericht kommt zu dem Schluss, dass das 4 DFV-Familie

5 WAS IST NEU? nahtlos ans Elterngeld anschließen und 22 Monate lang gezahlt werden. Berechtigt sind auch Eltern, die ihr Kind wegen schwerer Krankheit oder Schwerbehinderung nicht selbst betreuen können und sie nicht mehr als zehn Wochenstunden in eine öffentliche Krippe geben. Die Regelung gilt für Kinder, die ab dem 1. August 2012 geboren wurden. Bis Juli 2014 werden 100 Euro monatlich gezahlt, danach 150 Euro. Einen Bonus von 15 Euro soll außerdem bekommen, wer das Betreuungsgeld für die private Altersvorsorge oder zum Bildungssparen nutzt. Elterngeld Existenzminimum für Kinder nicht erhöht werden muss. Erst 2014 soll es um 72 Euro aufgestockt werden und beträgt dann 7080 Euro. Aus Sicht der Familien ist das mehr als ungerecht. Schon 2005 wollten die Unionsparteien den Kinderfreibetrag auf 8000 Euro erhöhen. Nun dümpelt er auch in den kommenden zwei Jahren bei 1000 Euro (!) weniger herum. Hartz IV Die Hartz IV-Sätze steigen zum Beginn des neuen Jahres. Ab Januar 2013 legt der Regelsatz um acht Euro zu auf 382 Euro. Auch der Partnersatz erhöht sich um acht Euro auf 345 Euro. Menschen, die älter sind als 25 Jahre und bei ihren Eltern leben, bekommen künftig 306 Euro und damit sieben Euro mehr als Jugendliche von 14 bis 17 Jahren erhalten zwei Euro mehr (289 Euro), Kindern von sechs bis dreizehn Jahren stehen mit vier Euro mehr nun 255 Euro zu, Kindern bis zum zweiten Lebensjahr 224 Euro (fünf Euro mehr als 2012). Betreuungsgeld Ab August 2013 bekommen Eltern, die ihr Kind ab dem zweiten Lebensjahr zu Hause betreuen möchten, Betreuungsgeld. Es soll sich Auch beim Elterngeld wird es Änderungen geben. Neu ist, dass Sozialabgaben nun mit 21 Prozent pauschal abgezogen werden. Die Stiftung Warentest befürchtet, dass das Elterngeld deshalb in bestimmten Fällen geringer ausfallen wird als Außerdem: Wer verheiratet ist und nicht rechtzeitig also sieben Monate vor der Geburt des Kindes aus der Steuerklasse V wechselt, kann erhebliche Einbußen erleiden. Ein Rechenbeispiel zeigt, dass bei gleichem Einkommen (2000 Euro) das Elterngeld 691 Euro (fünf Monate vor der Geburt, also nicht rechtzeitig von V in III gewechselt) oder 948 Euro (sieben Monate vor der Geburt von V in III) betragen kann. Mehr Infos unter (Elterngeld-2013-Einbussen-fuer-junge-Eltern). Minijobs Minijobber dürfen ab 2013 monatlich 450 Euro (statt bisher 400 Euro) verdienen. Sie sind jetzt automatisch rentenversichert. 1/2013 DFV-Familie 5

6 FINANZEN 2013 WAS IST NEU? Pflege Ab 2013 steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte. Das bedeutet bei einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro monatlich rund 1,25 Euro mehr an Beiträgen unabhängig davon, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht. Wer eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, kann ab 2013 staatliche Zuschüsse (höchstens 60 Euro im Jahr) bekommen. Die Versicherer dürfen niemanden wegen möglicher gesundheitlicher Risiken ablehnen und auch Gesundheitsprüfungen sind nicht erlaubt. Der Eigenanteil des Versicherten muss mindestens 10 Euro betragen. Die Situation von Demenzkranken und ihren Angehörigen soll verbessert wer- den. Aus diesem Grund gibt es ab 2013 in diesem Bereich höhere Leistungen in den Pflegestufen. Neben den bereits beziehbaren 100 bis 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen können Demente ohne Pflegestufe erstmals Pflegegeld (120 Euro) oder Pflegesachleistungen (bis zu 225 Euro) bekommen. Neu in 2013 Pflegestufe I : Pflegegeld 305 Euro Pflegesachleistungen bis zu 665 Euro Pflegestufe II: Pflegegeld 525 Euro Pflegesachleistungen bis zu 1250 Euro Damit pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können, sollen Pflege-Wohngruppen gefördert werden. Wer eine ambulante Wohngruppe gründen möchte, kann für die barrierefreie und altersgerechte Umgestaltung der Wohnung Zuschüsse bekommen. Sie betragen Euro pro pflegebedürftige Person und höchstens Euro pro Wohngruppe. 6 DFV-Familie 1/2013

7 WAS IST NEU? Der aktuelle Rentenwert eines Entgeltpunktes in der Rentenversicherung beträgt zurzeit 28,07 Euro in den alten Bundesländern, 24,92 Euro in den neuen Ländern. Er wird am 1. Juli eines Jahres durch die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt. Die Zahlen für 2013 auf einen Blick: Rechengröße (in Euro) Alte Bundesländer Neue Bundesländer Monat Jahr Monat Jahr vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung/Jahr Bezugsgröße in der Sozialversicherung Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung 3.937, , Versicherungspflichtgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung Rente Die Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung sinken mit dem kommenden Jahr. Statt 19,6 Prozent betragen sie ab dem 1. Januar 2013 noch 18,9 Prozent. Bei einem Einkommen von 3000 Euro monatlich macht die Differenz rund 10,50 Euro aus. Wer 2013 in Rente geht, erhält nur noch 34 Prozent der Rente steuerfrei. Ehrenamt/Übungsleiter Arbeit in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen wird steuerlich besser gestellt. Übungsleiter dürfen ab 2013 jährlich 2400 Euro (2011: 2100 Euro) steuerfrei verdienen. Im Ehrenamt liegt die Grenze bei 720 Euro (2011: 500 Euro). 1/2013 DFV-Familie 7

8 FINANZEN 2013 WAS IST NEU? Strom Es wird mal wieder teurer: Ab 2013 müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen, um die Stromrechnung zu bezahlen. Grund ist die Umlage des Erneuerbare- Energien-Gesetzes. Die Kilowattstunde werde die Verbraucher dann 5,3 Cent statt bisher 3,7 Cent kosten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gibt an, dass rund 70 Euro mehr pro Jahr auf einen durchschnittlichen Haushalt zukommen werden. Zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen schätzt der vzbv auf vier Milliarden Euro und fordert die Bundesregierung auf, die Steuereinnahmen an die Verbraucher zurückzugeben. Praxisgebühr Die Praxisgebühr wird zum Jahresbeginn 2013 abgeschafft. Das Ziel, nur wirklich notwendige Arztbesuche zu machen und nicht gleich selbstständig einen Facharzt aufzusuchen, sei letztlich nicht erreicht worden. Im Einzelfall sei die Praxisgebühr sogar eine Hürde für Geringverdienende gewesen, sich ärztlich versorgen zu lassen. Benzinpreise: Mehr Durchblick Wo kann ich am günstigsten tanken? Das können Verbraucher ab 2013 per Smartphone oder Navigationssytem herausfinden. Tankstellenbetreiber sind nämlich verpflichtet, ihre Preise in Echtzeit an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zu melden. Dort werden die Daten gesammelt und über Informationsdienste ins Internet gebracht. Das soll für mehr Transparenz sorgen. Was am Monatsende übrig bleibt Was bedeuten die Änderungen für das Haushaltsportemonnaie von Familien? Dass am Ende noch weniger übrig bleibt als 2012 zeigt der aktuelle Horizontale Vergleich. Horizontaler Vergleich 2013 Einkommen/Abzüge Ledig Verheiratet Verheiratet Verheiratet Verheiratet Verheiratet Verheiratet 2013 in % ohne Kind ohne Kind 1 Kind 2 Kinder 3 Kinder 4 Kinder 5 Kinder Steuerklasse I III/0 III/1 III/2 III/3 III/4 III/5 Jahresbrutto Lohnsteuer Kirchensteuer (8%) Solidaritätszuschlag Krankenversicherung (AN 8,2 %) Rentenversicherung (AN 9,45 %) Arbeitslosenversicherung (AN 1,5 %) Pflegeversicherung (AN 1,025%+0,25% Kinderlose) Kindergeld Netto Steuerliches Existenzminimum Erwachsener Kinder Frei verfügbares Einkommen/Haushalt DFV-Familie 1/2013

9 WAS IST NEU? Elektronische Lohnsteuerkarte Nun soll sie wirklich kommen: Statt der papiernen Lohnsteuerkarte gibt es ab 2013 die elektronische Variante namens ELSTAM ( Elektronische Lohnsteuerabzugs-Merkmale ). Die eigenen Daten können unter Angabe der Steueridentifikationsnummer eingesehen werden unter Steuerliche Freibeträge (z. B. Schwerbehinderte, Alleinerziehende, hohe Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung) müssen für 2013 neu beantragt werden. Sie werden nicht automatisch übernommen. Falls es im Laufe des Jahres Veränderungen gibt, können allerdings nicht unerhebliche Nachzahlungen entstehen. GEZ-Überraschungsbesuche an der Wohnungstür, die zu Schweißausbruch und hastigem innerem Durchzählen der Geräte in der Wohnung führten. Damit ist ab 2013 Schluss. Denn der neue Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro monatlich gilt nun für alle Bundesbürger und ist nicht an Geräte oder Personenzahlen gebunden. Es gilt: Eine Wohnung, ein Beitrag egal, ob Single, fünfköpfige Familie oder Wohngemeinschaft und egal, wie viele Fernseher und Radios in der Wohnung stehen. Und auch die privaten Autos der Bewohner sind von der Gebühr abgedeckt. Menschen, die Arbeitslosengeld II, BAföG oder Sozialhilfe beziehen, können sich auf Antrag von den Gebühren befreien lassen. Wer allerdings bewusst aufs Fernsehen verzichtet (zu Hause, in der Ferien-/oder beruflich bedingten Zweitwohnung), muss jetzt mehr zahlen. Menschen mit Behinderung ( RF im Schwerbehindertenausweis) zahlen 5,99 Euro. Taubblinde Menschen können sich wie bisher auf Antrag ganz befreien lassen. Unter gibt es Informationen und einen Beitragsrechner. Versicherungen Post Ab dem gelten in den Versicherungen Unisextarife. So soll die vom Europäischen Gerichtshof beanstandete Geschlechterdiskriminierung ausgeräumt werden. Für Frauen werden Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeits- und Rentenversicherungen günstiger, Auto- und Risikolebensversicherungen teurer. Mehr Info: (Neue Versicherungstarife So-klappt s mit Unisex). GEZ-Gebühr Briefe kosten ab Januar 58 statt 55 Cent. Der Maxibrief wird um 20 Cent teurer und kostet nun 2,40 Euro. Schornsteinfeger Jeder Bezirk hatte bisher seinen Schornsteinfeger. Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 machte der Konkurrenzlosigkeit allerdings ein Ende: Ab 2013 gibt es keine Bezirksschornsteinfeger mehr, die schwarzen Glücksbringer sind nun Konkurrenten. Hauseigentümer müssen selbst aktiv werden und sich darum kümmern, dass Heizungsanlagen und Kamine fachgerecht gewartet und gereinigt werden. y 1/2013 DFV-Familie 9

10 STEUER Steuern sparen durch Studium Wenn die Kinder studieren, lohnt es sich, neben den Kindergeldregelungen auch auf folgende Punkte zu achten: Erstausbildung/Studium Die Kosten einer Erstausbildung oder eines Studiums nach dem Abitur können steuerlich beim Studierenden nur als Sonderausgaben bis zur Höhe von /Jahr (seit 2012, vorher ) geltend gemacht werden. Und zwar nur in dem Jahr, in dem sie entstanden sind. Nur wenige Studenten übersteigen mit ihrem zu versteuernden Einkommen den Grundfreibetrag von derzeit und zahlen direkte Steuern. Das heißt, sie können ihre Ausgaben nicht steuersenkend absetzen. Zumindest nicht nach geltender Rechtslage. Danach ist eine Erstausbildung im Regelfall nicht hinreichend beruflich veranlasst sondern ist ein Teil der Persönlichkeitsbildung. Wer Betriebswirtschaft studiert, will im Regelfall seine Persönlichkeit entwickeln und vielleicht das Budget seines Privathaushalts besser verwalten? Diese Auffassung ist seit 2004 in mehreren Gerichtsverfahren strittig. Wer die Mühe nicht scheut, sollte für den Fall, dass anstehenden Klagen entsprochen wird, eine Steuererklärung mit seinen Werbungskosten (!) abgeben. Das lehnt das Finanzamt ab. Der Einspruch wird mit Hinweis auf anhängige Verfahren (z.b. BFH VI R 8/12) eingelegt. Zweitstudium Wer vor dem Studium bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat oder nach dem Bachelor den Master anstrebt, absolviert eine beruflich veranlasste Fortbildung, wenn dieses Studium einen klaren Bezug zum später ausgeübten Beruf hat. Und dann dienen die Ausgaben der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen, sind also per Definition Werbungskosten. Und diese können vorweggenommen werden. Das heißt: nicht nur Belege sammeln, sondern auch eine 10 DFV-Familie 1/2013

11 STEUER Steuererklärung abgeben. Die Negativeinkünfte werden dann für das kommende Jahr fortgeschrieben, sodass auf die ersten steuerpflichtigen Einkünfte wesentlich weniger Steuer entfällt. Übrigens: Die Hochschule ist nicht als regelmäßige Arbeitsstätte zu betrachten (BFH VI R 44/10), weshalb die Fahrtkosten dorthin für jeden gefahrenen Kilometer abgesetzt werden können (nicht Entfernungskilometer). Und wenn dies in den vergangenen Jahren versäumt wurde? Solange noch Erinnerungen daran bestehen, welche Fahrtkosten zu Lerngruppen entstanden, welche Bücher angeschafft wurden etc. und diese Ausgaben glaubhaft gemacht bzw. belegt werden können, kein Problem. Für die vergangenen vier Jahre kann die Steuererklärung nachgeholt werden. Achtung: ein möglicherweise bestehender rechtskräftiger Bescheid kann nicht mehr geändert werden. TIPP Auf die Dauer einer Erstausbildung kommt es nicht an, sondern lediglich auf die Befähigung, mit dem Erlernten einmal Geld zu verdienen. So hatte z. B. ein Abiturient während seines Zivildienstes einen dreimonatigen Kurs als Rettungssanitäter absolviert. Nach dem Zivildienst begann er seine Ausbildung zum Piloten. Die vorweggenommenen Werbungskosten in dieser Berufsausbildung wurden anerkannt (BFH VI R 52/10). Der Vorteil dieses Weges liegt darin, dass es bereits eine höchstrichterliche Entscheidung gibt. Es ist aber sicherlich nicht der einzige Weg. Der Erwerb eines Taxischeins dient sicherlich auch dazu, einmal Geld zu verdienen und ist in dieser Logik eine Erstausbildung, oder nicht? Der künftige Student könnte dann nicht nur etwas Geld dazuverdienen, sondern seine Studienkosten wären vorweggenommene Werbungskosten, die dann steuersparend eingesetzt werden, wenn das erste steuerpflichtige Entgelt fließt. Der DFV gibt gute Tipps ersetzt aber keinen Steuerberater! y DFV AKTUELL Neue Landesspitzen im Norden In Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gibt es neue DFV-Vorstände: In der Hansestadt wurde Helmut Eidenmüller in den Vorstand gewählt und als Sprecher des Landesverbandes bestätigt. Thomas Böwer und Britta Kock wurden in ihren Ämtern bestätigt. Manfred Frühling heißt der neue Landesvorsitzende in Niedersachsen. Seine Stellvertreter sind Emil Klünder und Sylvia Karnebogen. Als Schatzmeister ist Hans-Dieter Eilermann tätig, Schriftführerin ist Anita König. Wir danken den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern von Herzen für ihr großes und langjähriges Engagement im Sinne der Familien. Dem neuen Vorstand wünschen wir viel Erfolg, Unterstützung und gutes Gelingen! y Zur Vorsitzenden des DFV Schleswig-Holstein wurde Angelika Lüers aus Kiel gewählt. Stellvertretender Landeschef bleibt Helmuth Ohser. Neuer Landesschatzmeister wurde der Kieler Paul Langer. Volker Koolmann aus dem Kreisverband Lübeck wurde zum Schriftführer gewählt, seine Stellvertreterin ist Ulrike Hage (Foto). 1/2013 DFV-Familie 11

12 MEINUNG Drei Fragen an Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.d. Gayle Tufts, Entertainerin Warum werden in Deutschland so wenig Kinder geboren? Weil junge Menschen zu wenig Arbeitsplatz- Sicherheit haben und Mobilität, Flexibilität und befristete Beschäftigung familienfeindlich sind. Ein Kind bedeutet für die allermeisten Frauen das Ende ihrer Karriere. Wenn die Gesellschaft Frauen zwingt sich zu entscheiden, entscheiden sich immer mehr für den Beruf. Was wünschen Sie sich für Ihre Familie, damit der Alltag gelingt? Arbeitgeber, die wissen, dass Familie Zeit braucht und diese einräumen und Schulen, die Eltern nicht zu Nachhilfelehrern machen. Spontane Unterstützung. Grundsätzliche Akzeptanz. Geduld und Genügsamkeit. Worin sind Kinder uns um Längen voraus? In ihrer Ehrlichkeit und ihrer Fähigkeit hemmungslos zu lachen. Kinder sind neugierig und denken das Undenkbare und das Unvorstellbare. Impressum Herausgeber / Verlag Redaktion verantwortlich Heft 1/2013 Januar 2013 Deutscher Familienverband e.v. Luisenstraße Berlin Präsident Dr. Klaus Zeh Mitglieder des Präsidiums: Thomas Böwer, Wolfgang Haupt, Petra Nölkel, Peter Patt, Petra Windeck Sintje Sander Luisenstraße Berlin Telefon 0 30/ Telefax 0 30/ Layout Gerichtsstand gluske:medien gmbh, köln Internet: gluske-medien.de Berlin Für Mitglieder des Deutschen Familienverbandes ist der Bezug von DFV Familie im Mitgliedsbeitrag enthalten. ISSN Erscheinungsweise Vier Ausgaben jährlich Redaktionsschluss Jeweils am 10. des Vormonats Alle nicht mit Namen gekennzeichneten Beiträge wurden in der Redaktion erstellt. Bildnachweise: Titel (Max Topchii), Seite 4 (oben Reicher, unten Wladimir Wetzel), Seite 5 (gyso4ka), Seite 6 (Peter Atkins), Seite 7 (AK-DigiArt), Seite 9 (links Marco2811, rechts Reiner Wellmann), Seite 10 (Robert Kneschke) 12 DFV-Familie 1/2013

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