Geschäftsbericht 2011

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1 MANNHEIMER KONZERN MANNHEIMER AG HOLDING Geschäftsbericht 2011

2 Auf einen Blick MANNHEIMER KONZERN (IFRS) Gebuchte Bruttobeiträge in Mio insgesamt 443,2 411,9 376,2 Schaden- und Unfallversicherung 302,6 281,0 282,5 Krankenversicherung 121,6 113,5 78,7 Lebensversicherung 13,8 12,2 9,7 Holding 5,2 5,2 5,3 Inland 438,9 407,8 372,8 Ausland 4,3 4,1 3,4 Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) in Mio insgesamt 270,5 262,8 218,7 Schaden- und Unfallversicherung 206,3 197,2 166,1 Krankenversicherung 61,9 60,9 48,9 Lebensversicherung 1,7 1,1 1,8 Holding 0,6 3,6 1,9 Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (brutto) in Mio insgesamt 114,5 109,2 105,6 Schaden- und Unfallversicherung 93,7 91,3 91,0 Krankenversicherung 16,7 15,7 11,9 Lebensversicherung 2,4 1,7 1,3 Holding 1,7 0,5 1,4 Kapitalanlageergebnis in Mio 21,3 47,5 33,0 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Mio 15,0 4,1 6,7 Konzernverlust/-gewinn in Mio 12,2 2,1 2,1 Kapitalanlagen in Mio 1.140, ,1 1) 1.035,4 Eigenkapital in Mio 115,6 131,0 1) 130,7 Versicherungstechnische Rückstellungen in Mio 1.028,4 955,2 888,7 Mitarbeiter insgesamt Innendienst Außendienst Return on Equity in % vor Steuern 12,0 3,1 1) 5,0 nach Steuern 9,7 1,6 1) 1,6 Anzahl der Versicherungsverträge in Tausend 869,3 834,7 836,4 1) Vorjahreszahl angepasst gemäß IAS 8. Wir weisen dieses Jahr erstmalig das Segment Holding in obiger Tabelle aus. Daher ergeben sich Verschiebungen bei den Vorjahreszahlen im Vergleich zu den Geschäftsberichten der Vorjahre. MANNHEIMER AG HOLDING (HGB) Eingefordertes Kapital in Mio 63,1 63,1 63,1 Eigenkapital in Mio 57,9 66,0 67,0 Kapitalanlagen in Mio 153,6 144,8 148,4 Mitarbeiter Ergebnisse in Mio Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. 0,7 0,2 0,1 Kapitalanlageergebnis 3,7 17,5 18,6 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 9,2 4,3 4,4 Außerordentliches Ergebnis 0,6 0,6 Jahresfehlbetrag/-überschuss 8,1 1,5 2,2 Bilanzverlust/-gewinn 6,5 0,2 2,7 Return on Equity in % vor Steuern 15,7 5,6 6,6 nach Steuern 13,2 2,3 3,3 Gewinnverwendung Dividende in je Stückaktie 0,04 Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen in Mio 1,4 Einstellungen in andere Gewinnrücklagen in Mio 1,4

3 Mannheimer AG Holding Vorstand Augustaanlage Mannheim Mannheim, 26. März 2012 Sehr geehrte Damen und Herren, infolge von Sondereinflüssen auf der Kapitalanlage- und auf der Schadenseite weisen wir für das abgelaufene Jahr ein negatives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit aus. Die Positionierung der Mannheimer als Zielgruppen- und Markenversicherer, Hochleistungstarife, professionelles Underwriting sowie Kompetenz vor Ort bleiben unverzichtbare Wettbewerbsfaktoren. Veränderte Rahmenbedingungen wie die langanhaltende Niedrigzinsphase, die Staatsschuldenkrise und die Häufung von Naturkatastrophen erfordern jedoch eine Feinjustierung des bewährten Geschäftsmodells. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Strategie geschärft. Wir richten unseren Fokus noch konsequenter als bisher auf ertragreiche Sparten und stellen insbesondere unsere Marken- und Spezialprodukte in den Mittelpunkt der Produktentwicklung und des Vertriebs. Damit schaffen wir die Voraussetzung, Wachstum zu generieren und die Ertragslage zu verbessern. Für unsere Versicherungsgruppe soll in diesem Jahr ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte beginnen. Der Versicherungsverbund Die Continentale, Dortmund, beabsichtigt, den rund 92-prozentigen Anteil der österreichischen UNIQA an der Mannheimer AG Holding zu übernehmen. Eine grundsätzliche Übereinkunft hierüber wurde im November 2011 unterzeichnet. Die Continentale erwartet aus der Beteiligung an unserem Unternehmen eine wesentliche strategische Ergänzung und eine Stärkung ihres Verbundes wie auch der Mannheimer im deutschen Versicherungsmarkt. In diesem Markt, der im vergangenen Geschäftsjahr leicht rückläufige Beitragseinnahmen verzeichnete, erzielten wir ein kräftiges Wachstum und gewannen damit Marktanteile. Der Mannheimer Konzern steigerte die gebuchten Bruttobeiträge um 7,6 Prozent auf 443,2 Mio. Zu diesem Erfolg trugen alle drei operativen Versicherungstöchter bei. Sie erreichten 2011 im Neugeschäft vor allem mit Zielgruppen- und Markenprodukten jeweils zweistellige Zuwachsraten. Mannheimer Aktiengesellschaft Holding Amtsgericht Mannheim HRB 37 Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Franz Scherer Vorstand: Dr. Marcus Kremer, Vorsitzender Alf N. Schlegel

4 Dieser erfreulichen Entwicklung im Bestand und im Neuzugang steht der ungünstige Schadenverlauf bei der Mannheimer Versicherung AG gegenüber. Wie marktweit in der Schaden- und Unfallversicherung, ist das versicherungstechnische Ergebnis dieser Gesellschaft von Schäden infolge von Naturereignissen und zudem von einer erhöhten Schadenlast, insbesondere in der Kraftfahrtversicherung, getrübt. Wir haben entsprechende Sanierungs maßnahmen eingeleitet. In der Kranken- und in der Lebensversicherung verzeichnet der Konzern eine bessere Leistungsentwicklung als im Vorjahr. Auch die Kostenquote im Konzern verbesserte sich. Sie ging brutto zum Bilanzstichtag von 26,5 auf 25,8 Prozent zurück. Darüber hinaus ist der Konzernabschluss 2011 von den Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 18,1 Mio geprägt. Infolge der schweren Staatsschuldenkrise in Griechenland hatten diese Papiere zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres nur noch einen Marktwert von rund 20 Prozent ihres Nominalwertes. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit unseres Konzerns (nach IFRS) reduzierte sich auf 15,0 (i. V. 4,1) Mio und das Ergebnis der Mannheimer AG Holding (nach HGB) auf 9,2 (i. V. 4,3) Mio. Für das Geschäftsjahr 2012 rechnen wir mit einem deutlich besseren Geschäftsergebnis. Bei den Kapitalanlagen erwarten wir aus heutiger Sicht bezogen auf griechische Staatsanleihen keine weiteren Belastungen. In der Schaden- und Unfallversicherung konzentrieren wir uns stärker auf ertragreiche Segmente. Ziel unseres neu geordneten Produktmanagement prozesses ist es deshalb, das Produktportfolio unter Rendite- und Risikoaspekten zu optimieren, die Qualität unserer Produkte zu verbessern und diese erfolgreich zu vermarkten. Unser Anspruch ist es, in jedem Geschäftsjahr ein weiteres Markenprodukt zu präsentieren oder ein vorhandenes zu modernisieren. Unsere neue Marke heißt GARANTIMA und wir stellen sie wie üblich im Magazinteil unseres Geschäftsberichts vor. Wir danken allen Mitarbeitern und VertriebsPartnern für ihr Engagement und ihre Leistungen im Geschäftsjahr Sie sind das wichtigste Kapital unseres Unternehmens. Unseren Aktionären danken wir für ihr Investment in die Mannheimer. Mit freundlichen Grüßen Dr. Marcus Kremer Alf N. Schlegel

5 Wir können Zielgruppen. Die Mannheimer baut seit vielen Jahren ihren Zugang zu ausgewählten Kundengruppen konsequent aus und entwickelt besondere Produkte. Mit mehr als zwanzig Zielgruppenprodukten unter markenrechtlich geschützten Namen bieten wir für Kunden und Vertriebspartner leistungsstarke und bedarfsgerechte Versicherungslösungen. Unsere jüngste Marke richtet sich an die Zielgruppe Hersteller und Händler von Premiumprodukten:

6 ... Garantielösungen für Hersteller und Händler von Premiumprodukten In Deutschland wird Verbraucherschutz groß geschrieben. Ein Käufer ist grundsätzlich durch die Gewährleistung gegen Sachmängel geschützt. Darüber hinaus können Hersteller oder Händler als zusätzliche, freiwillige Leistung dem Käufer eine Garantie geben. Reparaturen sind manchmal teurer als ein Neukauf. Immer mehr Konsumenten schließen daher einen Garantievertrag ab. Gerade Kunden, die sich ein hochwertiges Produkt kaufen, legen Wert auf eine angemessene Laufzeit der Garantie. Kundenorientierte Hersteller und Händler sollten deshalb mit ihren Kunden Leistungen und Laufzeiten vereinbaren, die deutlich über die gesetzliche Gewährleistung hinausgehen. Mit unserer neuen Garantieversicherung sprechen wir gezielt Hersteller und Händler von Premiumprodukten an. Die Mannheimer Versicherung AG hat als einer unter wenigen deutschen Versicherern langjährige Erfahrung mit Garantiedeckungen. Die Marke GARANTIMA steht im Wesentlichen für eine sogenannte All-Risk-Deckung, die nur geringfügige Einschränkungen beinhaltet. Uns ist es wichtig gemeinsam mit unseren Kunden ein individuelles, auf ausgesuchte Produkt- und Warengruppen abgestimmtes Lösungskonzept zu entwickeln, dem Garantienehmer einen echten und nachhaltigen Mehrwert zu bieten, unserem Kunden einen deutlichen Wettbewerbsvorteil sowie ein wirksames und zuverlässiges Kundenbindungsinstrument zu bieten. Für Garantieversicherungen gilt im doppelten Sinn das Vertrauen unserer Kunden ist unsere Motivation.

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8 Unser Selbstverständnis Wir sind ein verlässlicher Versicherungspartner für unsere Vertriebspartner und unsere Kunden im mittelständischen Firmenkundengeschäft, im anspruchsvollen Privatkundengeschäft und besonders bei unseren Markenund Zielgruppen. Unser Ziel ist es, in diesen Segmenten langfristige und für alle Seiten ertragreiche Beziehungen sicherzustellen. Unsere unternehmerischen Zielsetzungen sind auf nachhaltige Ertragsentwicklung ausgerichtet, um unseren Kunden besten Versicherungsschutz, unseren Mitarbeitern gesicherte Arbeitsplätze und unseren Aktionären attraktive Renditen zu gewährleisten. Wir leben eine leistungsorientierte, auf den Grundwerten Anstand, Respekt, Gemeinsamkeit, Flexibilität und Qualität basierende Unternehmenskultur, die ihre Kraft aus dem Know-how des Einzelnen und der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller schöpft. Mit diesem Verständnis gelingt uns eine starke Bindung zu unseren Partnern und zu unseren Kunden. Die vom Markt anerkannte Innovations- und Qualitätsführerschaft in unseren Marken- und Zielgruppenprogrammen sichert diese Beziehungen dauerhaft.

9 Alle Mitarbeiter und Partner arbeiten gern in und mit unserem Unternehmen, weil die Kultur, der Service und das Geschäftskonzept stimmen. Mit klaren Zielvorgaben, eigenverantwortlichem Handeln und kurzen Entscheidungswegen gelingt es, Partner und Kunden zu überzeugen. Alle Prozesse sind auf eine maximale Wertschöpfung zum Nutzen des Unternehmens, der Partner und der Kunden ausgerichtet. Jeder Mitarbeiter und jedes Team kennt seinen eigenen Beitrag zur Wertschöpfung und bezieht daraus zusätzliche Motivation. Dieses Selbstverständnis ist Richtschnur für das Handeln aller Mitarbeiter und Partner und bildet die Grundlage für alle strategischen und operativen Maßnahmen.

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11 INHALT 1 Auf einen Blick Brief des Vorstands Magazin Unser Selbstverständnis Mannheimer Konzern 2 Konzernlagebericht nach IFRS 2 Unternehmensportrait 3 Unternehmensziele und -strategie 6 Angaben gemäß 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht 9 Führungsprozesse und Zusammenarbeit im Konzern 10 Mannheimer Aktie 12 Struktur und Erfolgsfaktoren 13 Umfeld 14 Geschäftsverlauf 17 Segmentübersicht 25 Investitionen, Forschung und Entwicklung 26 Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft 28 Mitarbeiter 29 Risikobericht 40 Chancen- und Prognosebericht 45 Konzernabschluss und Konzernanhang nach IFRS 113 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Konzernlagebericht Mannheimer AG Holding 115 Lagebericht Mannheimer AG Holding nach HGB 116 Aufsichtsrat 117 Vorstand 118 Versicherungszweige und -arten 119 Angaben gemäß 289 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht 122 Erklärung zur Unternehmensführung nach 289 a HGB mit Corporate Governance Bericht 130 Führungsprozesse 131 Struktur und Erfolgsfaktoren 132 Geschäftsverlauf 137 Risikobericht 143 Chancen- und Prognosebericht 145 Jahresabschluss und Anhang Mannheimer AG Holding nach HGB 181 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 182 Bericht des Aufsichtsrats 186 Beirat 188 Glossar 196 Adressen 197 Kontakt 198 Markenprogramme Impressum Schaubild Mannheimer Gruppe

12 2 KONZERNLAGEBERICHT Unternehmensportrait Mittelständischer Versicherer Unser Konzern ist in der Schaden- und Unfallversicherung, in der Krankenversicherung sowie in der Lebensversicherung tätig. Wir konzentrieren uns auf den deutschen Markt, bieten ausgewählte Markenprodukte aber auch in anderen EU-Ländern im Dienstleistungsverkehr und in der Schweiz an. Mit Beitragseinnahmen von rund 443,2 Mio und 838 Mitarbeitern zählen wir zu den mittelständischen Versicherungsgruppen. An der Spitze des Konzerns steht die Mannheimer AG Holding. Sie befindet sich im mehrheitlichen Besitz der österreichischen Versicherungsgruppe UNIQA. Wie UNIQA in einer Ad-hoc-Meldung vom 24. November 2011 bekannt gab, beabsichtigt sie, alle ihre Anteile an der börsennotierten Mannheimer AG Holding an den Versicherungsverbund Die Continentale abzugeben. Eine grundsätzliche Übereinkunft hierüber wurde einen Tag zuvor unterzeichnet. Die Struktur unserer Gruppe mit den wichtigsten Gesellschaften ist auf der Umschlagseite dieses Geschäftsberichts dargestellt. Mannheimer Versicherung AG In unserem Kerngeschäft sind wir mit der Mannheimer Versicherung AG seit über 130 Jahren erfolgreich am Markt positioniert. Als Transportversicherer gegründet, betreibt die Gesellschaft seit langem nahezu alle Zweige der Schaden- und Unfallversicherung. Für unsere Zielgruppen entwickeln wir individuelle Versicherungskonzepte mit Komponenten, die häufig nur bei uns erhältlich sind. Sie tragen zum Teil charakteristische Markennamen wie ARTIMA für den Bereich Kunst. Die Markenprogramme sind auf Seite 198 aufgelistet, detailliertere Produktinformationen sind unter abrufbar. Im Jahr 2012 führen wir mit GARANTIMA wieder eine neue Marke auf dem deutschen Versicherungsmarkt ein. Wir informieren über dieses Produkt im Magazinteil dieses Geschäftsberichts und im Kapitel Investitionen, Forschung und Entwicklung. Mannheimer Krankenversicherung AG Die Mannheimer Krankenversicherung AG entwickelte anlässlich der letzten Gesundheitsreform eine neuartige Produktfamilie, die durch einen hochflexiblen Gesundheitsschutz mit einzigartigen Wechselmöglichkeiten überzeugt: PURISMA. Im Markt hat sie sich mit ihren leistungsstarken Produkten einen Namen gemacht. Auch die Pflegekostenversicherung HUMANIS unterscheidet sich deutlich von den herkömmlichen Tarifen anderer Anbieter. Die Qualitätsprodukte unseres Krankenversicherers wurden schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von Finanztest und Ökotest. mamax Lebensversicherung AG Die mamax Lebensversicherung AG (mamax) stellt der Mannheimer Exklusivorganisation eine attraktive Produktpalette zur Verfügung, darunter die private Rentenversicherung mamax primos und die 2011 von Finanztest als sehr gut bewertete Berufsunfähigkeitsversicherung mamax macura. Zudem bietet die mamax auch als Internet- Lebensversicherer Tarife mit gutem Preis-Leistungs- Verhältnis. Ihre Online-Versicherungen finden sich daher in unabhängigen Produktratings regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Die Kunden können sich über eigenständig informieren und ihren Versicherungsschutz aus einzelnen Leistungsbausteinen zusammenstellen.

13 KONZERNLAGEBERICHT 3 Unternehmensziele und -strategie Klare Positionierung als Zielgruppenund Markenversicherer Schärfung unserer Strategie in der Schadenund Unfallversicherung Die Mannheimer ist auf Marktnischen und -segmente spezialisiert. Auf dem deutschen Versicherungsmarkt haben wir uns als Experte für Zielgruppen und Marken etabliert. Mit maßgeschneiderten Versicherungslösungen für anspruchsvolle Privatkunden und das mittelständische Gewerbe heben wir uns von anderen Marktteilnehmern ab. Unser umfangreiches Know-how verschafft uns nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern ermöglicht zudem eine risikoadäquate, ertragsorientierte Zeichnungspolitik. Diese ist auch künftig eine wichtige Voraussetzung für die Erwirtschaftung versicherungstechnischer Gewinne. Innovations- und Qualitätsführer in Spezialprodukten Mit einigen Zielgruppenprodukten zählen wir zu den führenden Versicherern in Deutschland. So sind wir mit der Marke SINFONIMA Marktführer in der Musikinstrumentenversicherung. Mehr als die Hälfte aller Juweliere in Deutschland haben sich für VALORIMA entschieden. Mit PRIGOM zählen wir zu den maßgeblichen Versicherern von Golfplätzen. Unseren Kunden und VertriebsPartnern präsentieren wir uns als innovativer Versicherer, der schnell und flexibel auf wichtige Markterfordernisse reagiert. Wir verpflichten uns selbst, jährlich eine neue Marke auf den Versicherungsmarkt zu bringen oder ein bestehendes Produkt zu modernisieren. Unser Produktmanagementprozess stellt die marktfähige und ertragreiche Neu- und Weiterentwicklung des Mannheimer Produktportfolios in einem dynamischen Umfeld sicher. Ziel hierbei ist es, die Produktqualität ständig zu verbessern, unsere Angebote erfolgreich zu vermarkten und das Produktportfolio unter Rendite- und Risikoaspekten zu optimieren. Bei der Mannheimer Versicherung AG wollen wir mit unseren erfolgreichen Zielgruppen- und Markenprodukten über dem Marktdurchschnitt wachsen und unsere Erträge steigern. In der Vertriebsunterstützung und bei Investitionen legen wir daher den Fokus konsequent auf diese Produkte. Neben den Spezialprodukten konzentrieren wir uns auf einzelne Sparten des Breitengeschäfts. Es dient zum einen als Kostenträger und zum anderen der Diversifikation unseres Produktportfolios. Im Breitengeschäft wollen wir ein solides, im Marktschnitt liegendes Wachstum erzielen. Während wir mit unseren ausgewählten Spezial produkten als Marktgestalter agieren, sehen wir uns im standardisierten Geschäft als Marktteilnehmer. Wir geben unseren VertriebsPartnern geeignete Zeichnungsrichtlinien vor und trennen uns konsequent von nicht ertragreich gestaltbaren Verbindungen. Um ein steigendes Geschäftsvolumen zu niedrigen Kosten verarbeiten zu können, verbessern wir kontinuierlich unsere Geschäftsprozesse. Hochleistungsversicherer in der Krankenund Lebensversicherung Wir glauben an die Zukunft der privaten Krankenversicherung und sind davon überzeugt, dass ein Qualitätskrankenversicherer gute Chancen im Markt hat. Für uns gibt es bei der Versicherung von Gesundheitskosten keine Kompromisse. Die Vollkostentarife unseres Krankenversicherers zeichnen sich daher durch ihre hohe Qualität und variable Selbstbeteiligungen aus. Insbesondere mit den leistungsstarken Markenprodukten in der Vollund in der Pflegeversicherung PURISMA, FAMIS und HUMANIS sehen wir uns gut aufgestellt.

14 4 KONZERNLAGEBERICHT UNTERNEHMENSZIELE UND -STRATEGIE Auch die mamax Lebensversicherung AG überzeugt mit Hochleistungstarifen. Diese lassen sich besonders flexibel an die Bedürfnisse der Kunden anpassen und gewährleisten einen sehr umfangreichen Versicherungsschutz. Sowohl in der Schaden- und Unfall- als auch in der Personenversicherung stehen unseren VertriebsPartnern außerdem Spezialistenteams zur Seite. Durch unsere dezentrale Vertriebsstruktur stärken wir unsere Kompetenz im Vertrieb und sichern so unsere Wettbewerbsfähigkeit. Qualifikation unserer Mitarbeiter und VertriebsPartner Vermittlung konzernfremder Produkte Wer sich mit herausragender Qualität und bestmöglichem Service von seinen Mitbewerbern unterscheiden will, braucht kompetente, eigenverantwortliche und motivierte Mitarbeiter und VertriebsPartner. Im Rahmen unserer ganzheitlich ausgerichteten Personalentwicklung fördern wir außer fachlichen Kompe tenzen insbesondere Führungsqualitäten, Team- und Kundenorientierung sowie Kreativität. Unsere Vertriebsakademie bietet neuen wie langjährigen AgenturPartnern eine professionelle Aus- und Weiterbildung. Kompetenz vor Ort Schnelle, kurze Entscheidungswege schaffen einen Wettbewerbsvorsprung. Die rund 330 selbstständigen hauptberuflichen AgenturPartner der Mannheimer Versicherungsgruppe werden von Filialdirektionen betreut und sind mit Vollmachten für die Preisfindung und Schadenregulierung ausgestattet. Unsere Underwriter schätzen die Risiken direkt beim Kunden mit dem VertriebsPartner ein. Darüber hinaus kooperieren wir mit mehr als Maklern. Auch unsere Maklerbetreuer sind vor Ort. Unsere MaklerPartner finden in unseren Maklerdirektionen persönliche, sachverständige Ansprechpartner, die ihnen zeitnah detaillierte Angebote liefern und sie in ihrer Arbeit qualifiziert unterstützen. Die selbstständigen Vermittler der Mannheimer Versicherung AG können ihren Kunden auch Versicherungsprodukte vermitteln, die unser Konzern nicht anbietet. Dies geschieht über die verscon GmbH Versicherungs- und Finanzmakler, eine hundertprozentige Tochter der Mannheimer AG Holding. Unsere Exklusivorganisation vermittelt fondsgebundene Lebensversicherungen und die Riesterrente an die Continentale Lebensversicherung AG, München. In der Rechtsschutzversicherung arbeitet die Mannheimer als Konsortialpartner mit der Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG, Mannheim, zusammen. Konservative Kapitalanlagenstrategie Wir achten bei der Kapitalanlage auf ein relativ geringes Anlagerisiko und auf Diversifikation. Sowohl der Anteil der Aktien als auch der Staatsanleihen in unserem Portfolio ist auf niedrigem Niveau. Auch diese Strategie kann bei außergewöhnlichen Entwicklungen zu ergebniswirksamen Belastungen führen. Sie bildet jedoch die Basis für möglichst stabile Erträge.

15 UNTERNEHMENSZIELE UND -STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT 5 Wesentliche Grundlagen für unser Kapitalanlagemanagement sind die Ergebnisse unseres Asset-Liability- Managements und der strategischen Asset Allocation. Das risikooptimierte Kapitalanlageergebnis trägt als wesentliche Säule dauerhaft zum Unternehmenserfolg bei. Flexibilisierung der Arbeitszeit Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung als Arbeitgeber bewusst und gehen neue Wege, um im Kostendruck des Wettbewerbs zu bestehen. Unser Ziel ist es, die Personalkapazitäten anzupassen, dem Anstieg der Personalkosten entgegenzuwirken und unseren Mitarbeitern eine sichere Beschäftigung zu garantieren. An unser Arbeitszeitmodell, das 2007 eingeführt wurde und Ende 2012 ausläuft, knüpft eine neue Betriebsvereinbarung an, die Anfang dieses Jahres in Kraft trat. Sie dient der weiteren Flexibilisierung bzw. Verkürzung der Arbeitszeit mit dem Ziel einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie, Privatleben und Beruf.

16 6 KONZERNLAGEBERICHT Angaben gemäß 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht Die Mannheimer AG Holding als Mutterunternehmen des Mannheimer Konzerns nimmt einen organisierten Markt im Sinne des 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) durch die von ihr ausgegebenen stimmberechtigten Aktien in Anspruch und berichtet daher gemäß 315 Abs. 4 HGB. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beläuft sich per 31. Dezember 2011 auf Es ist eingeteilt in auf den Namen lautende, vinkulierte Stückaktien, auf die ein anteiliger Betrag von 1,00 je Aktie entfällt. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie hat eine Stimme. Ein Anspruch des Aktionärs auf Verbriefung seines Anteils ist gemäß 5 Nr. 5 Satz 1 der Satzung ausgeschlossen. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Nach deutschem Aktienrecht gilt bei Namensaktien im Verhältnis zur Gesellschaft als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist ( 67 Abs. 2 AktG). Dies ist unter anderem für die Teilnahme an der Hauptversammlung und die Ausübung des Stimmrechts wichtig. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Die Gesellschaft wird die Zustimmung nur verweigern, wenn sie es aus außerordentlichen Gründen im Interesse der Gesellschaft für erforderlich hält oder im Falle einer Teileinzahlung der Erwerber keine hinreichende Sicherheit für die Volleinzahlung bietet. Sie wird dem Antragsteller die Gründe bekannt geben ( 5 Nr. 3 der Satzung). Niemand kann für sich oder für einen anderen das Stimmrecht ausüben, wenn darüber Beschluss gefasst wird, ob er zu entlasten oder von einer Verbindlichkeit zu befreien ist oder ob die Gesellschaft gegen ihn einen Anspruch geltend machen soll ( 136 Abs. 1 Satz 1 AktG). Der Gesellschaft stehen aus den von ihr gehaltenen eigenen Aktien, derzeit Stück, keine Rechte zu ( 71 b AktG). Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten, halten: Name/Firma UNIQA International Beteiligungs-Verwaltungs GmbH, Wien (Österreich) UNIQA International Versicherungs-Holding AG, Wien (Österreich) UNIQA Versicherungen AG, Wien (Österreich) Die obigen Angaben basieren auf Mitteilungen nach 21 ff. Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), die die Mannheimer AG Holding erhalten und veröffentlicht hat. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Direkte/indirekte Beteiligung von mehr als 10 Prozent der Stimmrechte Unmittelbar Mittelbar Mittelbar Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

17 ANGABEN GEMÄSS 315 ABS. 4 HGB UND ERLÄUTERNDER BERICHT KONZERNLAGEBERICHT 7 Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Stimmrechtskontrollen durch Arbeitnehmer bestehen nicht. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung Der rechtliche Rahmen für Bestellung und Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern ist vorgegeben durch 84, 85 AktG. Die Satzung der Mannheimer AG Holding weicht davon nicht ab. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands und ist berechtigt, diese abzuberufen ( 84 AktG). Die Bestellung stellvertretender Vorstandsmitglieder ist zulässig. Die Mitglieder des Vorstands werden höchstens für fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein solcher Grund ist namentlich grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung ( 84 Abs. 3 AktG). Der Vorstand besteht satzungsgemäß aus mindestens zwei Mitgliedern; im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands ( 7 der Satzung). Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands (sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden) ernennen ( 84 Abs. 2 AktG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen ( 85 AktG). Bei der Bestellung ist insbesondere darauf zu achten, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung eines Versicherungsunternehmens geeignet sind ( 121 a, 7 a VAG). Die Absicht der Bestellung eines Vorstandsmitglieds ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anzuzeigen ( 121 a, 13 d Nr. 1 VAG). Das Aktiengesetz enthält allgemeine Bestimmungen über Satzungsänderungen ( 124 Abs. 2 Satz 2, 133, 179 bis 181 AktG). Danach kann nur die Hauptversammlung eine Änderung der Satzung beschließen. Dem Beschluss müssen mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals zustimmen; die Satzung kann eine andere Kapitalmehrheit (höher und niedriger) bestimmen und weitere Erfordernisse aufstellen. Für Änderungen der Satzung bei einer Erhöhung und Herabsetzung des Grundkapitals enthält das Aktiengesetz besondere Vorschriften ( 182 bis 240 AktG). Danach bestimmt grundsätzlich die Hauptversammlung über Kapitalmaßnahmen. In einem von ihr festgelegten Rahmen kann sie den Vorstand zu bestimmten Kapitalmaßnahmen ermächtigen. In allen Fällen ist ein Beschluss der Hauptversammlung erforderlich, der mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst werden muss. Die Satzung kann in bestimmten Fällen auch hier eine andere (insbesondere höhere) Mehrheit oder weitere Erfordernisse vorsehen. Die Hauptversammlung hat von der gesetzlichen Möglichkeit, abweichende Beschlussmehrheiten festzusetzen, Gebrauch gemacht und in der Satzung Folgendes geregelt: Soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, entscheidet in der Hauptversammlung die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Soweit das Gesetz eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals, wenn das

18 8 KONZERNLAGEBERICHT ANGABEN GEMÄSS 315 ABS. 4 HGB UND ERLÄUTERNDER BERICHT Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt. Zu einem Beschluss über die Erhöhung des Grundkapitals ist die einfache Mehrheit des Grundkapitals erforderlich und ausreichend ( 15 Nr. 2 der Satzung). Die Hauptversammlung kann dem Aufsichtsrat die Befugnis übertragen, Satzungsänderungen vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen ( 179 Abs. 1 Satz 2 AktG). Bei der Mannheimer AG Holding ist dies der Fall und in 11 der Satzung festgelegt. Von dieser Befugnis machte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2011 keinen Gebrauch. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Eine Ermächtigung seitens der Hauptversammlung zum Erwerb eigener Aktien liegt der Gesellschaft nicht vor. Es befinden sich insgesamt Stückaktien im Besitz der Gesellschaft, die zur Ausgabe als Belegschaftsaktien bestimmt sind; hiervon wurde jedoch bisher kein Gebrauch gemacht. Nach 4 Nr. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 8. Juni 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2010). Dabei steht den Aktionären ein gesetzliches Bezugsrecht zu. Den Aktionären kann das gesetzliche Bezugsrecht auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind Nach den Bestimmungen der Rückversicherungsverträge der Versicherungsgesellschaften sind die Vertragsparteien berechtigt, den jeweiligen Vertrag ohne Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist mit sofortiger Wirkung bei Vorliegen eines wichtigen Grundes zu kündigen. Ein solcher Grund liegt unter anderem vor, wenn eine der Gesellschaften ihren Versicherungsbestand auf eine andere Gesellschaft überträgt, mit einer anderen Gesellschaft fusioniert oder sich ihre Eigentums- und Beherrschungsverhältnisse wesentlich ändern. Diese Regelung, die in Rückversicherungsverträgen üblich ist, trägt dem Umstand Rechnung, dass sich bei einem Kontrollwechsel die der Vertragsbeziehung zugrunde liegenden Bedingungen wesentlich ändern können. Im Falle der Abberufung eines Vorstandsmitglieds vom Amt als Vorstand im Zuge eines Kontrollwechsels steht dem betroffenen Vorstandsmitglied ein Sonderkündigungsrecht zur Beendigung des Anstellungsvertrags auf das folgende Quartalsende zu. Macht das Vorstandsmitglied hiervon Gebrauch, so steht ihm eine Abfindung in Höhe der festen Vergütung, die zwischen der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrags und dem Ablauf der Vertragsdauer noch angefallen wäre, maximal jedoch das Dreifache des Jahresfixeinkommens, zu.

19 KONZERNLAGEBERICHT 9 Führungsprozesse und Zusammenarbeit im Konzern Strategieentwicklung, Planung und Steuerung Als Konzernobergesellschaft hat die Mannheimer AG Holding vor allem die Aufgabe, die Planung für den Konzern festzulegen und die Konzerngesellschaften zu steuern. Im Einzelnen ist sie zuständig für die Formulierung der Ziele und der Strategie des Konzerns, die Festlegung von Zielen und Strategien der operativen Tochtergesellschaften, die Koordination und Integration im Konzern durch Planungs-, Steuerungs- und Berichtssysteme, die Zielerreichungskontrolle. Außerdem entscheidet sie bei wesentlichen Maßnahmen der operativen Tochtergesellschaften mit, insbesondere bei solchen, die für den gesamten Konzern von Bedeutung sind. In unser unternehmensinternes Steuerungssystem haben wir umfangreiche Planungs- und Informationssysteme etabliert, die wir ständig weiterentwickeln. Ein sehr wichtiger Bestandteil ist die rollierende Mehrjahresplanung für alle Gesellschaften. In begleitenden Planungsworkshops werden mit Entscheidungsträgern aus dem Innen- und Außendienst unterstützende Maßnahmen abgeleitet und priorisiert. Die Holding koordiniert die Planung des Konzerns und der operativen Gesellschaften, indem gemeinsame Ziele vereinbart werden. Die strategische Ausrichtung wird vom Vorstand festgelegt und mit dem Aufsichtsrat regelmäßig erörtert. Als übergeordnete Steuerungsgrößen stehen das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach IFRS und der Return on Equity im Vordergrund. Letztere Kennzahl dient auch zur Überprüfung der Nachhaltigkeit unserer Geschäftsentwicklung, hierfür ziehen wir den Drei-Jahres-Durchschnittswert zur Bewertung heran. In jedem Quartal wird überprüft, inwieweit die Ziele erreicht werden können. Zusätzlich werden unterjährig mehrmals Prognosen erstellt und eventuelle Abweichungen vom Plan bewertet, um ge gebenenfalls mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Die operative Steuerung und Führung des Konzerns stellen wir sicher durch regelmäßige Führungskreistagungen und nachfolgende Sitzungen aller Bereiche, in denen die geplanten Maßnahmen kommuniziert und umgesetzt werden. Unsere Risiko-Rendite-Betrachtung in der Schaden- und Unfallversicherung ist Grundlage für die Fokussierung auf ertragreiche Sparten. Gleichzeitig dient sie dazu, Sparten mit Entwick - lungs- bzw. Sanierungsbedarf zu identifizieren. Basis der Planungs- und Steuerungsansätze sind gängige, von der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitete Kennzahlen wie Schadenquote und Deckungsbeiträge. Je nach Kontext werden diese ergänzt oder detailliert. Zum Beispiel wird in der Schadenversicherung eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung herangezogen, die unterschiedliche Sichten auf Produkte, Sparten und Vertriebswege erlaubt. Vielfältige Dienstleistungsbeziehungen Auf der Basis von Funktionsausgliederungs- und anderen Dienstleistungsverträgen arbeiten sämtliche Konzerngesellschaften in enger Abstimmung zusammen. Die Verträge stellen sicher, dass Aufgaben, die gleichermaßen bei mehreren Gesellschaften anfallen, von einer Stelle erledigt und vorhandene Synergien genutzt werden. Für die inländischen Gesellschaften übernimmt die Mannheimer AG Holding übergreifende Steuerungsund Verwaltungsaufgaben. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Vertrieb, Marketing, Personal, Service und Logistik, Recht, Revision, Finanzen, Rechnungswesen und Controlling, Risikomanagement, Betriebsorganisation. Die IMD Gesellschaft für Informatik und Datenverarbeitung mbh übernimmt die Aufgaben der Informatik und Datenverarbeitung im Konzern, insbesondere die Anwendungsentwicklung. Die Mannheimer AG Holding und weitere Konzerngesellschaften erbringen Dienstleistungen auch für andere, nicht zum Mannheimer Konzern gehörende Gesellschaften.

20 10 KONZERNLAGEBERICHT Mannheimer Aktie Aktionärsstruktur Die Zahl unserer Aktionäre liegt bei rund Die UNIQA International Beteiligungs-Verwaltungs GmbH, Wien/Österreich, hält als Mehrheitsaktionär rund 91,7 Prozent der Aktien der Mannheimer AG Holding. Die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz. Die UNIQA International Beteiligungs-Verwaltungs GmbH gehört mittelbar zu 100 Prozent der UNIQA Versicherungen AG, Wien/Österreich. Die UNIQA Versicherungen AG ist die Obergesellschaft des UNIQA Konzerns. Wie UNIQA in einer Ad-hoc-Meldung vom 24. November 2011 bekannt gab, beabsichtigt sie alle ihre Anteile an der börsennotierten Mannheimer AG Holding an den Versicherungsverbund Die Continentale abzugeben. Eine grundsätzliche Übereinkunft hierüber wurde einen Tag zuvor unterzeichnet. Börsendaten Das Grundkapital der Mannheimer AG Holding in Höhe von ist eingeteilt in Stückaktien. Die Mannheimer Aktie ist eine vinkulierte Namens-Stammaktie. Gehandelt wird die Mannheimer Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an den Börsenplätzen Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. Sie ist im Börsensegment General Standard notiert und im Branchenindex CDAX Insurance gelistet. Der Kursverlauf der Mannheimer Aktie war 2011 von stärkeren Schwankungen gekennzeichnet. Nach einem Jahresanfangskurs von 3,92 und einem Höchstkurs von 4,30 Ende Juli notierte die Aktie Anfang November mit 2,68. Die Ad-hoc-Meldung vom 24. November 2011, in der die Absicht von UNIQA bekannt gegeben wurde, die Beteiligung an der Mannheimer an den Versicherungsverbund Die Continentale zu veräußern, führte am selben Tag zu einem Kurssprung von 2,82 auf 3,55. Zum Jahresende notierte die Aktie mit 3,61. Kommunikation mit Aktionären Das wichtigste Instrument unserer Finanzkommunikation bleibt der Geschäftsbericht. Darüber hinaus informieren wir unsere Investoren und die Finanzwelt über die Entwicklung der Mannheimer Gruppe mit einem ausführlichen Halbjahresfinanzbericht, Zwischenmitteilungen und Presseinformationen. Die genannten Veröffentlichungen stehen unter zum Download bereit. Der Geschäftsbericht steht auch als Online-Version zur Verfügung. Zudem können dort Reden und Präsen tationen angesehen und heruntergeladen werden. Unter der Rubrik Kontakt können Sie diese Publikationen bestellen, sich in unsere Verteiler aufnehmen lassen und sich mit unseren Ansprechpartnern aus dem Bereich Unternehmenskommunikation in Verbindung setzen. Kapitalbasis Mannheimer Konzern Die Kapitalbasis ermittelten wir unter Beachtung der International Financial Reporting Standards. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage betragen zum Bilanzstichtag 63,1 (i.v. 63,1) Mio bzw. 0,4 (i.v. 0,4) Mio. Die Gewinnrücklagen liegen mit 55,5 (i.v. 67,7) Mio deutlich unter dem Vorjahreswert. Darin enthalten ist der Konzernverlust von 12,2 (i.v. Konzerngewinn von 2,1) Mio. Die Sonstigen Rücklagen betragen 3,4 (i.v. 0,2) Mio. Das gesamte Eigenkapital reduzierte sich auf 115,6 (i.v. 131,0) Mio. Die Eigenkapitalquote im Konzern beträgt 8,4 (i.v. 9,9) Prozent.

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