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1 wim-magazin.de WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN Special Finanzierung Kredite suchen und finden Seite 20 Fachkräfte: Wie attraktiv ist mein Unternehmen? Seite 12 Investitionen: Deutschland zieht es in die Welt Seite 17

2 Keine Versicherung ist wie die andere. Wenn Sie hohe Renditechancen mit Sicherheit verbinden wollen NÜRNBERGER Konzept-Versicherung. Im Jahr 2011 mit 6,2 % Verzinsung der Sparbeiträge. Ostendstraße 100, Nürnberg Telefon , Fax

3 EDITORIAL IHK - Die erste Adresse Hauptmarkt 25/ Nürnberg Postanschrift: Nürnberg Internet Besinnung und Besonnenheit Geschäftszeiten des Service-Centrums Mo. bis Do Uhr, Fr Uhr Tel Fax der Geschäftsbereiche Mo. bis Do Uhr, Uhr Fr Uhr und Uhr Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch Tel Fax Standortpolitik und Unternehmenförderung Dr. Udo Raab Tel Fax Berufsbildung Ursula Poller Tel Fax Innovation Umwelt Dr. Robert Schmidt Tel Fax International Armin Siegert Tel Fax Recht Steuern Oliver Baumbach Tel Fax Kommunikation Dr. Kurt Hesse Tel Fax Zentrale Aufgaben Brigitte Lipinski Tel Fax Kundenmanagement Sabine Edenhofer Tel Fax Geschäftsstelle Ansbach Karin Bucher Kanalstraße Ansbach Tel Fax - 79 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag Uhr An der schrecklichen Heimsuchung, die das japanische Volk erdulden muss, führt auch an dieser Stelle kein Weg vorbei. Zu groß die Tragödie, zu klein der Mensch angesichts der ungeheuerlichen Folgen. Die ganze Welt blickt mitfühlend und hilfsbereit nach Japan, umso unverständlicher ist für mich der vorherrschende Tenor der Reaktion hierzulande. Die noch kaum erfassten Opfer von Erdbeben und Flutwelle scheinen bedeutungslos, es zählen offenbar nur Fragen der Energieerzeugung in der Komfortzone Deutschland eine merkwürdige Form der Anteilnahme. Sofortiger nationaler Ausstieg aus der Kernenergie lautet die Parole, sollen uns doch weniger zimperliche Volkswirtschaften den verhassten Atomstrom liefern. Wir sind eine energiehungrige Gesellschaft das gilt auch für diejenigen, die über ihrem Haus keine Stromleitung und im weiten Umkreis kein Kraftwerk haben wollen. Gerade deshalb ist es unsere Pflicht, die energiepolitische Diskussion besonnen und ohne Scheinheiligkeit zu führen. Der Weg zur Balance aus Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit ohne die heutige Kernenergie und ohne die bisherige Ausbeutung unseres Planeten erfordert Kraft genug. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft unserer Region haben sich zu einem vorrangigen Kompetenzfeld der Energie- und Umwelttechnologie bekannt. Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weltweit führende Technologieunternehmen arbeiten verstärkt zusammen, die seit zehn Jahren bestehende EnergieRegion und der neu zu schaffende Energie Campus Nürnberg sind hier exemplarisch zu nennen. Wir haben als Region die Chance, uns an die Spitze der Bewegung hin zu einer ehrlichen Nachhaltigkeit zu setzen. Zu nennen ist hier aber auch ein Unternehmen, das international anerkannte Kompetenz im Umgang mit der Kernenergie besitzt und seinen Deutschlandsitz in unserer Region hat. Die Menschen in diesem Unternehmen frönen nicht dem Weltuntergang, sondern arbeiten an der besseren Beherrschbarkeit eines Risikos, dem sich die Weltbevölkerung zur Steigerung ihres Wohlstandes selbst ausgesetzt hat. Es gehört sich einfach, dass wir uns zu diesem Unternehmen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als einem Teil unserer Gemeinschaft bekennen. Geschäftsstelle Erlangen Renate Doeblin Henkestraße Erlangen Tel Fax -95 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag 8 12 Uhr u Uhr Geschäftsstelle Fürth Gerhard Fuchs Alexanderstraße 15, Fürth Tel Fax -78 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag 8 12 u Uhr VIDEO TORIAL Editorials auch als Videotorial auf wim-magazin.de. IHK-Präsident Dirk von Vopelius Wirtschaftsjunioren Knut Harmsen Tel Fax Neu! Jetzt das Videotorial direkt auf Ihrem Smartphone ansehen, Anleitung siehe Seite 10.

4 Wir feiern 1000 Jahre Schnaittach. Passat Jubilee in vier verschiedenen Metallic-Farben. 20 % Rabatt z. B. Passat Variant Jubilee 1,4 l TSI, 90 kw, 6-Gang Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 8,1/außerorts 5,1/kombiniert 6,4/CO 2 -Emissionen kombiniert 149 g/km. UPE des Herstellers , 20 % Jubiläumsrabatt 5.746, Unser Barpreis , * z. B. Passat Variant Jubilee 1,6 l TDI, DPF, 77 kw, 6-Gang Nur solange der Vorrat reicht. Jetzt schnell sein! Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 5,3/außerorts 4,0/kombiniert 4,4/CO 2 -Emissionen kombiniert 116 g/km. UPE des Herstellers , 20 % Jubiläumsrabatt 6.241, Unser Barpreis , * z. B. Passat Variant Jubilee 2,0 l TDI BlueMotion Tech., DPF, 103 kw Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 5,6/außerorts 4,0/kombiniert 4,6/CO 2 -Emissionen kombiniert 120 g/km. UPE des Herstellers , 20 % Jubiläumsrabatt 6.481, Unser Barpreis , * Umfangreiche Ausstattung: Airbagsystem, ESC, ABS, ASR, EDS, ISOFIX, ZV mit Funk, Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung u. v. m. Sonderausstattung: Navi RNS 315, GRA, Klimaanlage Climatronic, Mobiltelefonvorbereitung, Müdigkeitserkennung, Sitzkomfort-Paket, Winterpaket u. v. m. Günstig im Leasing auch ohne Anzahlung für Gewerbetreibende. Fragen Sie uns nach weiteren Leasingangeboten. z. B. Passat Variant Jubilee 1,4 l TSI, 90 kw, 6-Gang Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 8,1/außerorts 5,1/kombiniert 6,4/CO 2 -Emissionen kombiniert 149 g/km. Leasingrate monatlich 199, ** Sonderzahlung 0,, Laufzeit 48 Monate bei km/jahr

5 33 neue Jubilee Sondermodelle. 20 % Rabatt z. B. Touran Jubilee 1,4 l TSI, 103 kw, 7-Gang DSG Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 8,5/außerorts 5,6/kombiniert 6,6/ CO 2 -Emissionen kombiniert 154 g/km. Ausstattung: Navi RNS 315, Climatronic, Mobiltelefonvorbereitung, Winterpaket, Dachreling u. v. m. UPE des Herstellers , 20 % Jubiläumsrabatt 5.863, Unser Barpreis , * Golf Sondermodell Jubilee in verschiedenen Farben. 20 % Rabatt z. B. Golf Jubilee 1,4 l, 59 kw, 4-türig, 5-Gang Kraftstoffverbrauch l/100 km innerorts 8,5/außerorts 5,1/kombiniert 6,4/CO 2 -Emissionen kombiniert 149 g/km. Ausstattung: RCD 210, Climatronic, Multi funktionsanzeige, Nebelscheinwerfer, Tagfahrlicht, u. v. m. UPE des Herstellers , 20 % Jubiläumsrabatt 3.848, Unser Barpreis , * Tiguan ausverkauft? Nicht bei uns! Nur noch wenige Tage bestellbar. Wir können noch viele Motor- und Ausstattungsvarianten sofort liefern! Weitere Informationen erhalten Sie bei uns. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Besuch. *Nur gültig bis 30. April 2011 und nur solange der Vorrat reicht. **Ein Angebot der Volkswagen Leasing für Privatkunden und gewerbliche Einzelabnehmer mit Ausnahme von Sonderkunden für ausgewählte Modelle. Abbildungen zeigen Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Ihr Volkswagen Partner Autohaus Strobel GmbH Kirschenleite 20, Schnaittach, Tel / ,

6 April 2011 Schockwellen der Katastrophe in Japan Welche Folgen haben Erdbeben, Tsunami und Atom-Desaster für die Weltwirtschaft? 14 Die meisten Investitionen gehen nach China Die deutsche Wirtschaft festigt ihre Position in allen Regionen der Welt, so eine DIHK-Umfrage. 17 Haben wir genügend qualifizierte Mitarbeiter? Der Fachkräftemonitor der bayerischen IHKs analysiert die Entwicklung des Arbeitsmarktes. 12 SPEKTRUM 8 Kurzberichte aus Mittelfranken 11 Cartoon von Gerd Bauer BERICHTE ANALYSEN 12 Fachkräfte Wettbewerb um die klugen Köpfe 14 Japan Wie geht es weiter? 16 Außenwirtschaftszentrum Bayern Begleiter auf Auslandsmärkten 17 DIHK-Umfrage Mit hohem Tempo ins Ausland 18 Energieregion Nürnberg Volle Kraft voraus 19 Ausbildungsjahr 2011 Fachkräfte sichern jetzt ausbilden! SPECIAL: FINANZIERUNG VERSICHERUNGEN 20 E-Bilanz Stau in der Datenleitung 26 Gründerkredit Mittelfranken Finanzieller Türöffner 26 Kreditmediator Bilanz nach einem Jahr 28 Exportfinanzierung Neues von Hermes 30 D&O-Versicherungen Gut abgeschirmt 32 Kunstversicherung Wie erhält man kulturelle Werte? 34 Bürgschaften Intelligent abgesichert 35 Initiative in Nürnberg Motivation für Stifter 36 Börse Zugang auch für den Mittelstand 38 Altersvorsorge Beruhigt in den Ruhestand 39 Forschungsprojekt Zahlungsfähigkeit von Versicherungen 40 Mikrokredite Wachstum mit kleinen Beträgen 41 Entgeltoptimierung Mehr Netto vom Brutto TITEL-GRAFIK Alexander Lotz / Blattwerkstatt

7 Verfechter der Sozialen Marktwirtschaft Der Deutsche Industrie- und XXX Handelskammertag (DIHK) feierte sein 150-jähriges Jubiläum. 42 XXX XX Special Finanzierung Versicherung Mittelstandsfi nanzierung, E-Bilanz, Exportfi nanzierung, Entgeltoptimierung und Versicherungsrecht sind Themen des WiM-Specials. 20 IHK-NEWS Jahre DIHK Anwalt der Sozialen Marktwirtschaft 44 Auszeichnung IHK-Initiative für den Klimaschutz 44 Tatarstan / Russland Weiterbildung in Energieeffizienz 44 Die IHK gratuliert 45 DIHK-Ticker RUBRIKEN 60 Airport Nürnberg Sommer-Flugplan 74 Weiterbildungsprogramm der IHK Akademie Mittelfranken 75 Kurse Tagungen Seminare 79 Verbraucherpreisindex 81 Wettbewerbe FIRMENDATEN 76 Handelsregister 97 Kooperationsbörse 97 Existenzgründungsbörse 97 Bücher 97 Impressum 98 Vorschau/Inserentenverzeichnis Fotos Titel: Olli Lotz, istockphoto.com (2) Fotos Inhalt: Picture-Alliance, Fotolia.com (2), Dt. Post, Illustration: Atzenhofer UNTERNEHMEN PERSONEN 46 Firmenberichte aus Mittelfranken Leoni Lukas Hydraulik Semikron defacto-x embedded systems Jost Alpha Gruppe Iwa noris network Franz & Wach VGN ForschungsWerk GfE Gesellschaft für Elektrometallurgie Buhl Rudolf Wöhrl AG Hafen Nürnberg UMR CSC Jäklechemie Scheid & Partner Flughafen Nürnberg FAI Lufthansa Schaeffler Gruppe Flessabank Genossenschaftsbanken Mittelfranken Telekom VR-Bank Erlangen Geis-Gruppe Sparkasse Fürth Barnickel encad Ringfoto Rosenbauer bav-consulting Campus Marienberg Kunst bei Kannegiesser hotel.de FZN Assekuranzbüro Vetter Sparkasse Nürnberg UmweltBank AMSC Windtec conplement / Bechtle Versicherungs-Vermittlung Nagl PS - Pension Solutions Babyviduals Livio Nardi Galerie global office 54 Wirtschaft engagiert sich 56 Personalien I Auszeichnungen 69 Geschäftsjubiläum

8 Chongqing: Die Stadt mit 28 Mio. Einwohnern entwickelt sich zum Wirtschaftszentrum im chinesischen Binnenland. Foto: Picture-Alliance Handelskammer in Westchina Die Deutsche Handelskammer in China (AHK) ist nun auch im Westen Chinas vertreten: Vor Kurzem eröffnete sie in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, einen neuen Standort. Die Hauptbüros der AHK befinden sich in Peking, Shanghai und Guangzhou. Der Wirtschaftsraum Chengdu und das benachbarte Chongqing, wo derzeit insgesamt rund 100 deutsche Unternehmen aktiv sind, soll zum viertwichtigsten Wirtschaftsraum in China ausgebaut werden nach dem Yangtse-Delta um Shanghai, dem Perlflussdelta im Süden und der Bohai-Region im Norden Chinas. Ziel der chinesischen Regierung ist es, nach den wirtschaftsstarken Küstenprovinzen nun das Binnenland stärker zu entwickeln. Ausländische Unternehmen genießen Steuervorteile in Chengdu und Chongqing, außerdem profitieren sie von günstigeren Personal- und Betriebskosten als im Osten des Landes. Medizintechnik in Finnland Bayerische Unternehmen der Medizintechnik werden vom Freistaat Bayern bei der Markterschließung in Finnland unterstützt. In dem nordeuropäischen Land ist deutsche Medizintechnik stark gefragt, außerdem bietet es sich zur Erschließung weiterer Länder im Ostseeraum an. Das Projekt Markterschließung Finnland wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium finanziell gefördert, die Federführung hat die IHK Nürnberg für Mittelfranken inne. Projektpartner sind das Außenwirtschaftszentrum Bayern und die Deutsch-Finnische Handelskammer in Helsinki. Bayerische Medizintechnik-Firmen mit Interesse am finnischen Markt erhalten umfangreiche Unterstützung, z.b. Marktinformationen, Erstberatung durch Experten, Vermittlung potenzieller finnischer Geschäftspartner, gemeinsame Geschäftsreise nach Finnland, Informationsveranstaltung und Fachseminar in Finnland. IHK, Tel , TIPP DES MONATS Wie schreibt man einen professionellen Geschäftsplan? Diese Frage beantwortet das Handbuch zur Businessplan-Erstellung, das jetzt gemeinsam vom Nürnberger netzwerk nordbayern und vom Münchener Business Plan Wettbewerb neu aufgelegt wurde. Die beiden Institutionen organisieren in ihren Regionen die Businessplan-Wettbewerbe und können auf eine langjährige Erfahrung bei der Begleitung von jungen Unternehmen verweisen. Der praxisnahe Leitfaden steht im Internet kostenfrei als Download zur Verfügung oder kann dort auch als gebundene Ausgabe bestellt werden. Auf rund 170 Seiten werden die wesentlichen Inhalte eines Businessplans erläutert, z.b. Marktanalyse, Marketing- und Vertriebskonzept sowie Finanzplanung und Finanzierungsstrategie. Einen ersten Eindruck des Handbuchs vermittelt ein Trailer auf YouTube. DIHK-Ratgeber: Verträge im Exportgeschäft Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seinen Ratgeber Vertragsgestaltung im Exportgeschäft neu aufgelegt. Er behandelt Problemfelder wie beispielsweise das UN-Kaufrecht oder die seit Anfang dieses Jahres geltenden Incoterms 2010, die vertragliche Pflichten von Käufer und Verkäufer regeln und regelmäßig juristischen Sprengstoff liefern. Weitere Themen der Publikation (84 Seiten, DIN A5, 12,50 Euro): Zugang zu Auslandsmärkten, Risiken und Absicherung des Exportgeschäfts, Zusammenarbeit mit Vertriebshändlern beziehungsweise Handelsvertretern, aber auch Zollregelungen, Exportvorschriften und Genehmigungspflichten. Foto: LVI/Fotolia.com

9 SPEKTRUM Kommunale Wirtschaftsförderung Demografischer Wandel und Entwicklung des Einzelhandels: Das sind zwei der dringlichsten Themen für Städte und Gemeinden. Sie stehen deshalb im Mittelpunkt der IHK-Veranstaltung Kommunale Wirtschaftsförderung: Herausforderungen für Kommunen und Einzelhandel am Mittwoch, 11. Mai 2011 in Ansbach (14 bis Uhr im Kulturzentrum Karlsplatz). Die Themen im Einzelnen: Demografischer Wandel aus Sicht der Stadtforschung, Landesplanung als Rahmen für die Entwicklung des Einzelhandels, Anforderungen an die Stadtentwicklungspolitik und innovative Einzelhandelskonzepte. Anmeldung: IHK, Tel WebSite-Award Mittelfranken 145 kleine und mittlere Unternehmen haben sich für den Mittelfränkischen WebSite- Award beworben, den die IHK zusammen mit dem Kompetenzzentrum für den Elektronischen Geschäftsverkehr in Ober- und Mittelfranken (Kegom) ausgeschrieben hatte. Bei der Preisverleihung am Dienstag, 19. April 2011 (9.30 Uhr im Marmorsaal der Nürnberger Akademie, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg) werden die drei Unternehmen ausgezeichnet, die die Jury hinsichtlich Kundenorientierung, Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit am meisten überzeugt haben. Außerdem wird über das Thema Social Media-Marketing im Praxis-Check referiert. Anmeldung: IHK, Tel Foto: Alphaspirit/Fotolia.com Foto: istockphoto.com Ladenöffnung am Muttertag Am Muttertag, 8. Mai 2011 können alle Geschäfte in Bayern, die in erheblichem Umfang Blumen verkaufen, von 9 bis 13 Uhr öffnen. Diese nach dem Ladenschlussgesetz mögliche Verfügung hat das Bayerische Arbeitsministerium erlassen. Die Regelung gilt für Verkaufsstellen, bei denen Blumen einen Anteil von mehr als 50 Prozent am Gesamtumsatz ausmachen. Wie das Staatsministerium mitteilt, fallen jedoch Gartencenter in der Regel nicht unter diese Ausnahmeregelung. Start-Messe in Nürnberg Auch in diesem Jahr bietet die Start-Messe in Nürnberg umfassende Informationen für Gründer und junge Unternehmen. Am Freitag und Samstag, 6. und 7. Mai 2011 geht es im Nürnberger Messezentrum u.a. um folgende Themen: Businessplan, Finanzierungskonzept, Bankgespräch, Versicherungen, Franchise, Marketing, Geschäftskonzepte, Fördermittel, Internet, soziale Netzwerke und vieles mehr. Zu den Ausstellern gehören Banken, Sparkassen, Finanzdienstleister, Franchise-Geber, Beratungsunternehmen und Weiterbildungseinrichtungen. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Vorträgen und Foren rund um die Unternehmens-Gründung. Nach Angaben des Veranstalters, der asfc gmbh in Fürth, soll die Messe auch eine Plattform sein für neue geschäftliche Kontakte und für Gespräche mit potenziellen Geldgebern

10 SPEKTRUM Arbeitsmedizin Am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. Mai 2011 findet in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle das 9. Nordbayerische Forum Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit statt. Einige der Themen: Lärmschutz, Ergonomie, Fahrersitze, gesundes Büro, psychische Belastungen und Malaria-Prophylaxe. Foto: A. Gabrysiak/Fotolia.com Die Fachtagung wendet sich an Arbeitsmediziner, Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und Sicherheitsfachkräfte. Zudem ist sie als Fortbildung für Fachkräfte für Arbeitssicherheit anerkannt. Veranstaltet wird die Tagung von der RG GmbH in Gräfelfing, Kooperationspartner sind u.a. das Bayerische Arbeitsministerium, die IHK Nürnberg für Mittelfranken sowie Fachverbände. Anmeldung: RG GmbH, Gräfelfing Tel , Bauarbeiten im Plan Verzögerungen können die Kalkulation von Bauprojekten durcheinander bringen und die Kosten in die Höhe treiben. Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg hat eine Lösung entwickelt, die die Prozesse in der Bauwirtschaft durch satellitengesteuerte Software- Systeme unterstützt. Mit Hilfe von GPS und mit den Bordrechnern von Baumaschinen soll eine zeitnahe Leistungsmessung und -kontrolle ermöglicht werden. Die Daten der Baumaschinen werden durch eine satellitengestützte Software erfasst und über eine drahtlose Netzwerkverbindung an ein Informationssystem übertragen. Die Bauleiter können über Internet oder über ein mobiles Endgerät (z.b. Smartphone) verfolgen, ob die Bauabschnitte im Plan liegen. Koordinator des Projekts, das von der Staedtler-Stiftung gefördert wurde, ist Prof. Dr. Peter Rausch von der Fakultät Informatik. Ohm-Hochschule, Tel , IHK-Gründerpreis 2011 Zum 16. Mal schreibt die IHK Nürnberg für Mittelfranken ihren Gründerpreis aus. Prämiert werden drei Unternehmerpersönlichkeiten, die sich durch eine innovative und erfolgreiche Firmengründung auszeichnen. Bewerben können sich alle IHK-zugehörigen Unternehmen mit Foto: Fuchs Handy-Ticket per SMS: Mit dieser Geschäftsidee gewann sunhill technologies aus Erlangen im Jahr Hauptsitz in Mittelfranken, deren Geschäftsbeginn nach dem 1. Juli 2006 erfolgt ist. Auch Nachfolger oder Firmenübernehmer können teilnehmen. Die Gründungsidee kann sich durch eine besondere technische Neuerung, ein originelles Marketing-Konzept oder eine innovative Form der Unternehmensorganisation auszeichnen. Preiswürdig sind auch Gründer, die durch ihre Geschäftsidee überdurchschnittlich viele Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen haben. Der Preis ist mit jeweils Euro in diesen drei Wettbewerbskategorien dotiert: Markterfolg und Qualität (Sponsor: Astrum IT GmbH, Erlangen) Markterfolg und Soziale Verantwortung (Sponsor: Fürst Unternehmensgruppe, Nürnberg) Markterfolg und Innovation (Sponsor: Heitec AG, Erlangen) Die Bewerbungsunterlagen müssen bis spätestens Dienstag, 3. Mai 2011 bei der IHK eingegangen sein. Die Preisverleihung findet am Montag, 18. Juli 2011 statt. IHK, Tel. 0911/ CAST Die Themen im April 2011 unter Katastrophe in Japan Wettbewerb um Fachkräfte 150 Jahre DIHK WiM-Special: Finanzierung Versicherung Außenwirtschaftszentrum Bayern Neu! Jetzt das WiMcast direkt auf Ihrem Smartphone ansehen, siehe nebenstehende Anleitung QR-Codes in WiM In dieser Ausgabe der WiM sind so - genannte QR-Codes ( Quick Response- Codes ) abgedruckt. Mit diesen schwarzweißen Mustern können Sie mit Ihrem Smartphone schnell und bequem weiterführende Informationen und Videos aus unserem Web-Angebot abrufen. So funktioniert es: 1. App im Software-Portal Ihres Smartphone-Herstellers herunterladen. 2. QR-Code mit der App abfotografieren. Dann werden Sie automatisch auf unser Web-Angebot weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass bei der Übertragung von Videos je nach Tarif hohe Kosten entstehen können

11 GERD BAUER Lücke in der Vorsorge

12 BERICHTE ANALYSEN FACHKRÄFTE Wettbewerb um die klugen Köpfe Wie wird sich der bayerische Arbeitsmarkt für Fachkräfte in den nächsten Jahren entwickeln? Diese Frage analysiert der neue Fachkräftemonitor der bayerischen IHKs. Die Nachfrage nach Fachkräften wird in den kommenden Jahren spürbar steigen: Bereits im Jahr 2014 werden in Bayern mehr als qualifizierte Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt fehlen, allein in Mittefranken werden es rund sein. Auch wenn in den Folgejahren der Bedarf konjunkturbedingt leicht zurückgeht, zeigt die langfristige Prognose, dass das Problem sogar noch zunehmen wird: Im Jahr 2022 wird es im Freistaat schon qualifizierte Mitarbeiter zu wenig geben, Mittelfranken wird mit einem Mangel von Fachkräften betroffen sein. Das ist das Ergebnis des neuen Fachkräftemonitors Bayern, den die bayerischen IHKs gemeinsam mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Wifor GmbH entwickelt haben. Mit diesem Analyse- und Prognose-Instrument kann ermittelt werden, wie sich Angebot und Nachfrage bis 2025 entwickeln, welcher Bedarf in einzelnen Branchen und Berufen herrscht und welche Regionen besonders stark betroffen sind. Das Instrument steht ab April 2011 zur kostenlosen Nutzung auf den Internet-Seiten der bayerischen IHKs sowie auf der Internet-Seite zur Verfügung. Der Fachkräftemonitor Bayern ist in Kombination mit der Beratungsleistung der IHKs ein wirkungsvolles Instrument zur Fachkräftesicherung, so Dr. Maike Müller- Klier, Arbeitsmarktexpertin bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Er liefere Unternehmen und Politik schnell und jederzeit abrufbar eine fundierte Informationsbasis für die Entscheidungsfindung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei der Fachkräftemonitor ein ideales Instrument für die Personalarbeit. Aktuell gibt es in Bayern rund 4,7 Mio. Fachkräfte, also Akademiker und Personen mit beruflicher Qualifikation. Die demografische Entwicklung wird ab 2020 zu einem Engpass führen, denn bis 2025 wird die Zahl

13 BERICHTE ANALYSEN der vorhandenen Fachkräfte auf 4,2 Mio. zurückgehen und gleichzeitig der Bedarf steigen. Der größte Teil der fehlenden Fachkräfte wird auf das Konto der beruflich Qualifizierten gehen: In drei Jahren werden fast dieser Mitarbeiter fehlen, 2022 werden es dann sein. Zusätzlich wird im gleichen Zeitraum die Zahl der fehlenden Akademiker von knapp (davon Ingenieure) auf über ansteigen (davon Ingenieure). Diese erhebliche Lücke wird die Wirtschaftsleistung der bayerischen Unternehmen massiv bremsen, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius. Nicht alle Branchen trifft die Entwicklung gleichermaßen, die größten Probleme werden auf die dienstleistungsnahen Wirtschaftszweige zukommen. Alleine in der Branche der unternehmensnahen Dienstleistungen könnten, so das Ergebnis des Fachkräftemonitors, im Jahr 2014 rund Stellen für Fachkräfte unbesetzt bleiben, 2022 werden es voraussichtlich schon etwa Stellen sein. Aber auch technische Berufsgruppen wie Maschinisten und Techniker sowie Chemie- und Kunststoffverarbeiter werden in besonders hohem Maße nachgefragt werden. In dieser Situation könne der Fachkräftemonitor in zweierlei Hinsicht helfen, so IHK- Präsident von Vopelius: Er erleichtere jungen Menschen und deren Eltern die Berufswahl und unterstütze Unternehmen bei ihrer Personalplanung. Vor allem aber zeige das Prognose-Instrument, dass keiner die Augen vor der demografischen Entwicklung verschließen könne: Für die Unternehmen heißt das, Ausbildung und Weiterbildung forcieren, mit familiengerechter Personalpolitik für Frauen Der Fachkräftemonitor Bayern wird von den bayerischen Industrie- und Handelskammern und dem Wirtschaftsforschungsinstitut Wifor jährlich aktualisiert und kann kostenlos über die Internet-Seiten der bayerischen IHKs sowie über die Portale oder genutzt werden. In die Berechnung des Fachkräfteangebotes fließen statistische Daten über Beschäftigte, Arbeitslose sowie Ausbildungsund Studienabsolventen ein. Die Zahlen FACHKRÄFTEMONITOR attraktiver werden und für altersgerechte Arbeitplätze sorgen. Die Aufgabe der Politik sei es, die Anzahl der Schulabbrecher noch weiter zu senken und die Zuwanderungsbedingungen für hoch qualifizierte Fachkräfte zu verbessern. IHK, Tel werden im Zeitverlauf um die altersbedingt ausscheidenden Fachkräfte reduziert. Zum einen wird das Angebot an Arbeitskräften erfasst. Zum anderen dienen die Konjunkturumfragen der IHKs sowie branchenspezifische Wachstums- und Beschäftigungsprognosen dazu, das Einstellungsverhalten der Unternehmen zu prognostizieren. Der Fachkräftemonitor schlüsselt die jährliche Entwicklung von Angebot und Nachfrage in einzelnen Berufsgruppen auf. Foto: Kurhan/Fotolia.com

14 BERICHTE ANALYSEN JAPAN Wie geht es weiter? Die Dreifach-Katastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Atom-Desaster zieht die Wirtschaft stark in Mitleidenschaft. Fotos: Picture-Alliance Japan macht die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg durch, darüber sind sich alle einig. Zum menschlichen Leid kommen die wirtschaftlichen Schäden, deren Höhe noch nicht ansatzweise kalkuliert werden kann. In den Teilen des Landes, die nicht direkt von der Katastrophe betroffen sind, kommt es zu Produktionsausfällen und Lieferengpässen. Die Versorgung mit Strom und Energie ist infolge der Atomstörfälle rationiert und auch Transportwege sind beeinträchtigt. Zwar trägt die vom Tsunami am heftigsten verwüstete Region im Nordosten Japans nach Kenntnis des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nur rund drei Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Doch auch der Großraum Tokio ist betroffen vor allem aufgrund von Stromunterbrechungen, einem dadurch reduzierten Bahnverkehr, aber auch angesichts der Ungewissheit über das Ausmaß der möglichen lokalen Strahlenbelastung. Bis auf Weiteres rechnet der DIHK mit erheblichen Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens und mit Produktionsausfällen. Unternehmen in Japan werden dazu angehalten, den Energie- und Stromverbrauch auf ein Mindestmaß zu senken, um einen Blackout zu verhindern. Japans Regierung hat die Strom- und Energieversorgung im gesamten Land rationiert und mehrstündige Stromsperren angeordnet. Benzin wird ebenfalls nur sehr eingeschränkt zur Verfügung gestellt und Wasser und Lebensmittel werden allmählich knapp. Auch öffentliche Transportsysteme wie Bahn- und Flugverkehr sind beeinträchtigt. Abzusehen ist eine Verteuerung des Yen, da japanische Unternehmen Gelder aus dem Ausland abziehen, um möglichst schnell am heimischen Standort handlungsfähig zu sein. Allerdings werden dadurch die japanische Exporte verteuert. Deutsche Firmen in Japan sind bislang relativ unbeschadet von dieser Katastrophe, doch bleibt die Sicherheitslage weiterhin unklar. Laut Aussage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Japan haben es fast alle deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern freigestellt, den Großraum Tokio zu verlassen. Familien und Kinder wurden in den meisten Fällen ins Ausland gebracht. Manager haben sich in West-Japan in Sicherheit gebracht und halten soweit es geht von dort den Betrieb aufrecht, berichtet die AHK, deren Büro in Tokio zum Redaktionsschluss dieser WiM ebenfalls noch geschlossen war. Der Wiederaufbau der verwüsteten Regionen wird vermutlich Jahre dauern und eine gewaltige Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen nach sich ziehen. Dies könnte die japanische Wirtschaft mittelfristig wieder ankurbeln, so die AHK, die sich dabei auf die Erfahrungen von der letzten großen Erdbebenkatastrophe 1995 in Kobe bezieht. Erste Schätzungen gehen von einem mindestens ähnlich hohen Schadenswert aus. Japans Bedeutung für die Weltwirtschaft Japan war bis 2009 über 40 Jahre lang nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, erst 2010 wurde das Land von China auf den dritten Platz verdrängt. Die stark exportorientierte japanische Volkswirtschaft trägt ca. 8,5 Prozent zum Welt-Bruttoinlandsprodukt bei und hat einen Anteil von 4,4 Prozent am Welthandel. Nach wie vor ist Japan eines der wichtigsten Industrieländer der Welt, führend insbesondere in den Bereichen High-Tech, Innovation sowie Forschung und Entwicklung. Als Trendsetter und Innovationsmotor ist Ja- ERFOLGREICH T A G E N Stadthalle & KULTUR FORUM Fürth KONGRESSE MESSEN SEMINARE BUSINESS IN DER WISSENSCHAFTSSTADT Rosenstraße Fürth Tel

15 BERICHTE ANALYSEN pan unverändert ein maßgeblicher Global Player mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von über US-Dollar und einem Markt mit rund 127 Mio. Menschen. Sorge bereitet seit Jahren die hohe Staatsverschuldung, die inzwischen über 220 Prozent des BIP erreicht hat. Allerdings sind die Besitzer der Staatsschuldentitel größtenteils Inländer, in erster Linie Pensionsfonds. Zugleich besitzt Japan Devisenreserven von über einer Billion Euro weltweit die zweithöchsten nach China. Deutsch-japanische Wirtschaftsbeziehungen Bis 2002 war Japan der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Asien, dann wurde es von China auf Platz zwei verdrängt. Umgekehrt ist Deutschland für Japan der wichtigste Handelspartner in Europa. Insgesamt hat die Bedeutung des japanischen Marktes für die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren aber abgenommen. Mit Exporten von rund 13 Mrd. Euro gingen 2010 lediglich ca. 1,4 Prozent der deutschen Gesamtausfuhren nach Japan. Aus Japan wurden Waren im Wert von 22 Mrd. Euro importiert, die damit ca. 2,7 Prozent der deutschen Gesamtimporte ausmachen. Traditionell weist der bilaterale Handel ein Defizit für Deutschland aus. Die deutschen Direktinvestitionen in Japan liegen bei ca. 8,9 Mrd. Euro, während die japanischen Direktinvestitionen in Deutschland mit ca. 14,4 Mrd. Euro beachtlich sind. Die Liste der wichtigsten deutschen Exportgüter für Japan wird angeführt von chemischen Erzeugnissen, Maschinen sowie Automobilen und Kfz-Teilen. Umgekehrt importiert Deutschland aus Japan vor allem elektronische Erzeugnisse, Maschinen und ebenfalls Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Die deutsche und japanische Wirtschaft sind in vielen Bereichen Wettbewerber, da sie in ähnlichen Sektoren stark sind wie etwa in den Branchen Automobil, Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik oder Pharmazie. Deutschland und Japan stehen auch vor ähnlichen Herausforderungen wie etwa eine alternde Gesellschaft oder die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Rund 430 Unternehmen aus der Region Nürnberg unterhalten Kontakte zu japanischen Geschäftspartnern. Von ihnen sind rund 150 mit dauerhaften Engagements in Japan vertreten, also mit Produktionsstätten, Niederlassungen oder Joint-Ventures. Zu den Unternehmen mit langjährigem Japan-Engagement zählen das Kerntechnik- Unternehmen Areva NP in Erlangen und die Siemens AG. Beide setzen sich mit Hilfsaktionen für die Menschen im Katastrophengebiet ein: Areva hat zusammen mit anderen Unternehmen und Institutionen der Kerntechnikbranche Hilfslieferungen auf den Weg gebracht, die insbesondere kerntechnische Schutzausrüstung beinhalten. Die Siemens AG leistet vor Ort Soforthilfe und stellte u.a. Ausrüstungen für Laboruntersuchungen und mobile Wasseraufbereitungsanlagen im Wert von insgesamt zwei Mio. Euro zur Verfügung. Außerdem wurden alle Siemens-Mitarbeiter weltweit zu Spenden aufgerufen. IHK, Tel

16 BERICHTE ANALYSEN Das Team vom AWZ: Thorsten Grzesik, Katina Naujoks, Leiter Gerhard Moek und Karoline Rübsam. Foto: AWZ/Fuchs AUSSENWIRTSCHAFTSZENTRUM BAYERN Begleiter auf Auslandsmärkten Seit zehn Jahren unterstützt das Außenwirtschaftszentrum in Nürnberg den Mittelstand beim Außenhandel. Bayern stellte in den vergangenen Jahren einen Exportrekord nach dem anderen auf. Im vergangenen Jahr zeigte sich die Exportwirtschaft nach der Weltwirtschaftskrise bestens erholt: Die Ausfuhren stiegen nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent und damit so stark wie seit 35 Jahren nicht mehr. Zu dieser Exportstärke trägt seit zehn Jahren auch das Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ) mit Sitz in Nürnberg bei, das von den IHKs und Handwerkskammern in Bayern gegründet worden war. Seitdem hat das AWZ in Zusammenarbeit mit den Kammern mehr als 150 Projekte durchgeführt und dadurch rund kleine und mittlere Unternehmen beim Export unterstützt. Diese Begleitung beschränkt sich nicht nur auf Informations- und Beratungsangebote. Rund zehn Mio. Euro kamen den Firmen in dieser Zeit durch direkte finanzielle Leistungen oder durch die Unterstützung von Veranstaltungen wie dem Asien-Pazifik- Forum zugute, erklärt Gerhard Moek, der Leiter des AWZ. Ermöglicht wurde dies dadurch, dass das AWZ in den ersten Jahren aus Mitteln der High-Tech-Offensive der Bayerischen Staatsregierung mit 7,5 Mio. Euro finanziert wurde. Seit 2009 tragen die bayerischen Kammern die laufenden Kosten des AWZ, das sein Büro in der Nürnberger Niederlassung der Bayerischen Landesbank hat. Das wichtigste Förderinstrument ist das im Jahr 2004 gestartete Projekt Fit für Auslandsmärkte Go International, mit dem das AWZ nach Worten Moeks in Deutschland eine Vorreiterrolle einnimmt. Daraus kann sich ein Unternehmen, das einen Markt neu erschließen will, wie aus einer Menükarte das Passende heraussuchen. Mittlerweile haben mehr als bayerische Unternehmen an diesem Förderprojekt teilgenommen. Allein in Mittelfranken waren es rund 220 Firmen, die in den vergangenen fünf Jahren mit über Euro gefördert wurden. Daneben führt das AWZ in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kammern verstärkt spezielle Markterschließungsprojekte durch, etwa mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken das aktuelle Vorhaben Markterschließung Tadschikistan für Energie- und Umwelttechnologie. Auf zunehmende Resonanz bei der Wirtschaft stoßen laut Moek auch die Kooperationsbörsen, die über die ersten Schritte auf Auslandsmärkten informieren. Zu den Angeboten des AWZ gehört das Außenwirtschaftsportal Bayern unter www. auwi-bayern.de, das derzeit monatlich rund Besucher und mehr als Seitenabrufe zählt. Seit 2004 liefert das Portal, das von Karoline Rübsam betreut wird, kostenlose Fachinformationen rund um alle Facetten der Außenwirtschaft. sm. STRABAG STRABAG Facility Management GmbH Kilianstraße Nürnberg Fon: +49 (0) Fax: +49 (0) Hausmeisterdienste und allgemeine Dienstleistungen rund um Ihre Immobilie

17 BERICHTE ANALYSEN DIHK-UMFRAGE Mit hohem Tempo ins Ausland Die deutsche Industrie engagiert sich so stark wie nie zuvor in anderen Ländern. Wichtigstes Ziel der Investitionen ist nicht mehr Europa, sondern China. Die deutschen Unternehmen planen in diesem Jahr so viele Investitionen im Ausland wie noch nie und spannen damit ihr weltweites Netz immer dichter. Das ist eine zentrale Aussage der Umfrage Auslandsinvestitionen in der Industrie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Diese starke Präsenz sei ein wesentlicher Grund dafür, dass Deutschland die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise so gut überstanden habe, erklärte DIHK-Außenwirtschafts-Chef Volker Treier. Bei der Umfrage gaben 44 Prozent der Industrieunternehmen an, dass sie in diesem Jahr ihre Auslandsinvestitionen erhöhen wollen. Dieser Wert ist doppelt so hoch wie im Jahr Nur neun Prozent der Betriebe wollen ihre Auslandsinvestitionen zurückzufahren, im vergangenen Jahr waren es noch 26 Prozent. Per Saldo ergab sich bei der DIHK-Umfrage ein Rekordwert, was die geplanten Investitionen in anderen Ländern angeht. Verlagerungen nicht der Kosten wegen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland. Die Ereignisse in Japan und in der arabischen Welt haben nach Einschätzung des DIHK zumindest kurzfristig keinen gravierenden Einfluss auf die Auslandsinvestitio- nen, weil beide Regionen bisher weniger im Mittelpunkt deutschen Engagements stünden. Treier schränkt aber ein: Mittelfristig kann das allerdings ganz anders aussehen. Foto: istockphoto.com Früher wurde als Hauptgrund für den Schritt ins Ausland meist die kostengünstigere Produktion angeben. Das hat sich entscheidend geändert, nur noch 22 Prozent der Betriebe nannten dieses Investitionsmotiv der niedrigste Wert in der Geschichte der Umfrage. Den Unternehmen geht es heute beim Ausund Aufbau von ausländischen Standorten vielmehr um Kundennähe und um Markterschließung. Aber auch Handelshemmnisse, etwa hohe Zölle und strikte Einfuhrbeschränkungen, sind Ursachen dafür, dass Produktion ins Ausland verlagert wird. Doch nicht nur die Motive für Auslandsinvestitionen ändern sich, sondern auch die Richtung: Zielregion Nummer eins für das Auslandsengagement deutscher Unternehmen ist China, sagte Treier in Berlin. Damit löst die Volksrepublik erstmals Europa ab. Auch die anderen Länder Asiens sowie Lateinamerika werden für die deutschen Unternehmen als Märkte und Standorte immer wichtiger. Auf eine Feststellung legte Treier Wert: Der starke Internationalisierungskurs der deutschen Industrie gehe nicht zu Lasten des Standortes Deutschland: Ganz im Gegenteil: Unternehmen, die sich im Ausland engagieren, weisen deutlich höhere Beschäftigungspläne auf als die Gesamtindustrie. Damit trage die internationalisierte Industrie einen HOCHWERTIG LEBEN Außergewöhnliche und hochwertige Markenimmobilien HOHE RENDITE! Bis zu 5,7% bei Neubauobjekten Bis zu 7% (inkl. Steuervorteil) bei Sanierungsobjekten UNSERE MUSTERWOHNUNGEN: Park Carrée: Isaak-Loewi-Str. 11, Fürth Business Wohnen: Benno-Mayer-Str. 6, Fürth Parkchalet: Auf der Reit, Schwabach Sonnenesplanade: Jenaer Str. 9, Erlangen (nur So.) Stadtpalais: Steubenstr. 19a, Fürth (nur So.) NEU! Hornschuchpromenade: Hornschuchpromenade 11, Fürth P&P Gruppe Bayern GmbH Isaak-Loewi-Str Fürth Samstag & Sonntag Uhr Tel: 0911/

18 BERICHTE ANALYSEN ENERGIEREGION NÜRNBERG Volle Kraft voraus Forschungsprojekte, Experten-Netzwerke und Gründerzentrum für junge Energietechnik- Unternehmen: Das sind einige der Aktivitäten des Energieregion Nürnberg e.v., der vor zehn Jahren mit maßgeblicher Unterstützung der IHK gegründet wurde. Foto: Fuchs Zentrum für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik (ZKLM): Ingenieure des Fraunhofer-Instituts IISB arbeiten an innovativen Antriebstechniken. Ein Vorzeigeprojekt der Initiative, die von Vereinsgeschäftsführer Peter H. Richter und von Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck geführt wird, ist das Energie-Technologische Gründer- und Dienstleistungszentrum (etz), das im Jahr 2001 eröffnet wurde. Heute sind dort Assmann Zeitarbeit: Quali zierte Arbeit und quali zierte Arbeitsplätze die Wirtschaft braucht beides. Und wir bringen beides zusammen. Die Assmann Zeitarbeit ist Ihr fairer Partner mit individuellen Lösungen egal ob klassische Arbeitnehmer-rüberlassung im gewerblich-technischen h oder kaufmännischen Bereich, Ingenieur- oder Call-Center-Dienstleistungen wir tun Ihr Bestes! Sprechen Sie mit uns über exible und ef ziente Personaldienstleistungen wir sind Spezialisten für Outsourcing, Onsite-Management oder entwickeln Ihr individuelles Personalmodell! Steinbühler Straße Nürnberg Tel Fax mailto: of auf einer Fläche von Quadratmetern Fläche 23 Unternehmen der Energiebranche eingemietet. Zusammen mit dem Verein haben sie bisher 30 Technologieprojekte mit einer Fördersumme von sechs Mio. Euro abgewickelt. Nach dem Vorbild des etz in Nürnberg entstand 2007 ein weiteres Energie- Technologisches Zentrum in Treuchtlingen, weitere Zentren sind in Planung. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Vereins ist der Ausbau der Energieforschung in der Region. Dies ist auch ein wichtiges Ziel der IHK, weshalb die Vereinsgründung vor zehn Jahren auch in der IHK stattgefunden hat. In der Forschungsförderung konnte die Initiative seit der Gründung schon eine Reihe von Erfolgen erzielen: Aufbau des European Center for Power Electronics im Jahr 2003 (europaweites Forschungsnetzwerk für die Leistungselektronikbranche), Ansiedlung des Fraunhofer Zentrums für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik im Jahr 2005 (Forschungszentrum mit einem Schwerpunkt auf Elektromobilität) und Errichtung eines Prüfzentrums für Kraftstoffe der Zukunft der Universität Erlangen-Nürnberg im Jahr 2008 (Erforschung von Verbrennungsprozessen und zukunftsweisenden Kraftstoffen). Die Kompetenz der Region in Energietechnik und Energieforschung untermauert die Energieregion Nürnberg auch dadurch, dass sie große Fachveranstaltungen organisiert. Eines der vordringlichen Projekte des Vereins ist gemeinsam mit anderen Akteuren der Aufbau des Energie Campus Nürnberg einer Forschungseinrichtung für Energietechnologien der Zukunft, in der Wirtschaft und Forschung eng zusammenarbeiten sollen. Zur Gestaltung einer nachhaltigen Energieversorgung kann der Wirtschaftsstandort Nürnberg mit seiner Kompetenz in Energietechnik und Energiewirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten, erklärte Fleck bei der Jubiläumsfeier des Vereins auch mit Hinblick auf die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die IHK unterstütze die Aufbereitung des Energiethemas für die Region nachhaltig, so Dr. Robert Schmidt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vereins und Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Innovation Umwelt. Studien der IHK hatten ergeben, das zum Zeitpunkt der Vereinsgründung Beschäftigte in der Energiebranche tätig waren. Im Entwicklungsleitbild der Wirtschaftsregion kam dies mit einem eigenen Kompetenzfeld Energie und Umwelt zum Ausdruck. Mit der Kompetenzinitiative sollten damals wie heute die Akteure im harten Wachstumsmarkt Energietechnik gestärkt werden, so Schmidt. Der Verein leiste dazu durch ein Anbieter-Netzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft heute würde man dazu Cluster- Initiative sagen einen wichtigen Beitrag

19 BERICHTE ANALYSEN AUSBILDUNGSJAHR 2011 Fachkräfte sichern jetzt ausbilden! Auch 2010 konnte dank des herausragenden Engagements der bayerischen Wirtschaft allen ausbildungsfähigen und -willigen Jugendlichen in Bayern ein Qualifizierungsangebot gemacht. Damit werden den jungen Menschen gute Zukunftsperspektiven eröffnet. Dafür möchten wir im Namen der Bayerischen Staatsregierung allen Betrieben sehr herzlich danken. Angesichts der demografischen Entwicklung in Bayern ergibt sich bis 2015 eine Fachkräftelücke von bis zu Personen müssen unsere Unternehmen und die bayerische Wirtschaft jetzt reagieren. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat bereits eine Sechs-Säulen-Strategie zur Sicherung der Fotos: Bayer. Staatsregierung Fachkräfte in Bayern entwickelt: Abbau von Arbeitslosigkeit fortführen, Aus- und Weiterbildung stärken, Erwerbsbeteiligung erhöhen, Zuwanderung gestalten, Unternehmensnachfolge sichern, Innovationsfähigkeit erhalten. Zukunftssicherung muss aber auch primäres strategisches Ziel der Unternehmen sein: Ausbildung legt die Grundlage für eine ausreichende Anzahl qualifizierter und engagierter Fachkräfte, um damit Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern. Lassen Sie in Ihrem hohen Engagement für die Ausbildung im eigenen Betrieb nicht nach! Sichern Sie sich jetzt Ihre Leistungsträger von morgen. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammern werden Sie dabei gerne unterstützen. Martin Zeil Bayerischer Wirtschaftsminister Katja Hessel Wirtschaftsstaatssekretärin

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