an.schläge Gentechnik Wahltrio an.schläge03/2001 DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN märz

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1 an.schläge03/2001 an.schläge DAS FEMINISTISCHE MAGAZIN märz thema Gentechnik Die technische Machbarkeit von Wunschkindern enthebt nicht der Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht von Frauen. interview Wahltrio Grüne, Liberale und SPÖ konkurrieren in Wien um den Titel frauenförderndste und ausländerinnenfreundlichste Partei. ats 48, dm 8, sfr 8, eur 3,54

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3 auf.takt an.schläge an.spruch Die Rache der kleinen Frau In Wien gibt es die Chance auf einen Gegenpol zu Schwarz-Blau 05 Erste Sonnenstrahlen würden unsere Gemüter erwärmen, wenn es in der Hetzgasse nicht so finster wäre. Manche von uns machten sich während der Produktion deshalb für kurze Zeit aus dem Staub, um die Sonne zu genießen einen Sonnenbrand bekam trotzdem keine. Auch sonst wird uns nicht warm ums Herz, wenn wir daran denken, daß die blau-schwarze Regierung nun schon ein Jahr im Amt ist. Aber auch wir marschieren schon seit einem Jahr, jeden Donnerstag. Ganz besonders viele werden am Donnerstag dem 8. März auf der Straße sein. In Wien beginnt die Demo um am Schwedenplatz. Was sich in Österreich sonst noch so tut, hat Gabi Horak für euch recherchiert. Am 25. März wird in Wien gewählt, Liberale, Grüne und SozialdemokratInnen streiten darum, die frauenfreundlichste, migrantinnenfreundlichste und arbeitnehmerinnenfreundlichste Partei zu sein. Verena Fabris traf Alexandra Bolena vom Liberalen Forum, Renate Brauner von der SPÖ und Monika Vana von den Grünen zum Interview (S. 8). Ob Rot-Grün in Wien wirklich neue Perspektiven eröffnen würde, analysiert Angela Heissenberger in ihrem Kommentar auf S. 5. Thema dieser Nummer sind Reproduktionstechnologien. Mit der feministischen Kritik daran beschäftigte sich Sigrid Graumann aus Tübingen (S. 16). Andrea Gadler hat ihre ersten an.schläge layoutiert, Irene Schmutterer war Praktikantin des Monats. Gabi Szekatschs Heart, the Beast ist nicht nur auf S. 45, sondern am 7. März um Uhr auch im kosmos.frauen.raum zu sehen. Lange diskutiert haben wir über den Cartoon von Lika Trinkl auf Seit 4. Mögliche Interpretationen: K.: Wenn wir uns umbringen, reden wir wenigstens darüber. T.:Wenn wir schon umgebracht werden, dann zumindest von einer Frau. I.: Vielleicht will sie ja ihre Partnerin umbringen? Wenn euch etwas dazu einfällt, laßt es uns wissen. Helga Pankratz wäre dankbar für Anregungen, an wen sie ein Plus vergeben könnte. Uns stechen immer nur die schlechten Dinge ins Auge... Überhaupt wünschen wir uns mehr Anregungen und Kritik. Im letzten Editorial ist uns übrigens ein Fehler unterlaufen: Telma hat den Rosa-Mayreder-Preis nicht vom Land Niederösterreich erhalten, sondern von den niederösterreichischen Grünen. Freut euch mit uns auf den Frühling! kultur arbeit forum thema politik interview Motorinnen für Frauenpolitik Bolena (LIF), Brauner (SPÖ) und Vana (Grüne) im Gespräch i ntegration Ein Fuß im Wasser Eine multikulturelle Mädchen-WG in Wien unterstützt junge Frauen brasilien Widerstand am Salgueiro Favela-Bewohnerinnen werden initiativ an.sage Unter UNO-Kritik Anneliese Erdemgil-Brandstätter und Ulrike Lunacek zum CEDAW-Bericht biomedizin Befreiung oder Entmachtung Neue Herausforderungen für die feministische Kritik forum.wissenschaft Allein vorm Kastl Die Interessen von Telearbeiterinnen werden nur bedingt vertreten prostitution Das Recht erstreiten Migrantinnen sind in der Sexarbeit doppelt diskriminiert informationstechnologie Working in Webspace Ein authentischer Bericht aus der Welt der Informationstechnologie kultur.konsum Go shopping! Kritische Reflexionen bietet eine Shoppingtour der etwas anderen Art frauentag Jubel-äum Vor neunzig Jahren fand der erste internationale Frauentag statt an.klang Pieps Pieps Brumm? Neue Nachrichten aus der Welt der organisierten Geräusche lese.zeichen Intelligibel Möglichkeit und Unmöglichkeit queerer Demokratie ge.fragt Der Professor ist eine Frau Aber wer ist Ilse?

4 an.an.schläge Betrifft: women on air in anschläge 2/01 S. 13): Abschaffenswert Betrifft: Frau werden in an.schläge 2/01 Starke Zustimmung an.schläge Herausgeberinnen und Verlegerinnen: CheckArt, Verein für feministische Medien und Politik A-1030 Wien, Hetzgasse 42/1, T. 01/ /13, Fax: DW 20, Redaktionskollektiv: Verena Fabris/vab (Koordination, DW 13), Angela Heissenberger/AH, Gabi Horak/GaH (DW 15), Kerstin Kellermann/kek, Helga Pankratz/pan (Termine, DW 14); Magda Scheiblbrandner/sc (DW 14), Beate Soltész/sol IInserate, PR: Tamara Baca (DW 15) Ständige Mitarbeiterinnen: Doris Brenner/DoB, Barbara Luger/balu Mitarbeiterinnen dieser Nummer: Sabina Auckenthaler, Sigrid Graumann, Sybille Reidl, Silvia Santangelo-Jura, Irene Schmutterer/ire, Termina Technica an.sage: Anneliese Erdemgil-Brandstätter & Ulrike Lunacek an.klang: Ilse Kilic ge.fragt: Elke Koch heim.spiel: Angela Heissenberger grau.zone: Magda Scheiblbrandner plus.minus: Helga Pankratz traum.projekt: Charlotte Eckler & Lisa Rosenblatt wyber.space: Gabi Horak Cartoons:Gabi Szekatsch, Lika Trinkl Unsere Werbung: Magdalena Blaszczuk Fotos: an.schläge-alice Arnold, Archiv, Magdalena Blaszczuk, Mariana Brausewetter, Michaela Bruckmüller, Verena Fabris, Pez Hajduk, Silvia Santangelo-Jura, Sabine Schwaighofer, Beate Soltesz, TAMPEP Coverfoto: Michaela Bruckmüller an.schläge Schrift: Martha Stutteregger Grafisches Konzept: Beate Schachinger für Layout: Andrea Gadler Druck: Reha Druck, Graz an.schläge: Titel, Vorspänne und Zwischentitel von der Redaktion. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht unbedingt der Auffassung der Redaktion entsprechen. Kürzungen vorbehalten. Liebe Freundinnen, Die Aussagen Gerade die ländliche Bevölkerung kann mit der offiziellen portugiesischen Sprache oft nicht viel anfangen. (ich nehme mal an, die Mehrheit versteht die Kolonialsprache schlicht und einfach nicht) und Stimme der Frauen produziert heute (...) in 17 verschiedenen regionalen Bantusprachen. ärgern mich ziemlich. Mosambik ist so groß wie 3x die heutige BRD und die Zahl der EinwohnerInnen ist doppelt so groß wie die von Österreich. Gesprochen wird u.a. Suaheli, eine der am weitesten verbreiteten Sprachen Afrikas, und zu den anderen Sprachen gehört eine, die von mindestens 7 Millionen gesprochen werden dürfte. Welche würde etwa das Niederländische als regionale Germanensprache oder das Slovenische (etwa 2 Mio. SprecherInnen) als regionale Slawensprache bezeichnen? Komischerweise gibt es regionale xy- Sprachen/-Dialekte bloß in der 3. Welt. Dasselbe gilt für Stämme / Ethnien usw., die in reichen Ländern auch nicht existieren: Hat eine etwa schon die protestantischen BurgenländerInnen als Ethnie oder die slowenischen KärntnerInnen als Stamm bezeichnet gesehen? Drum find ich dies abschaffenswerte Ausdrucksweisen. Auch deswegen übrigens, weil es die (m.e. zu bekämpfende) Fiktion nahelegt, die westlichen Staaten seien (da es dort weder Ethnien noch regionale xy-sprachen gibt) ethnisch und sprachlich homogen, was ja keineswegs der Fall ist und auch nie war, werden doch z.b. in Wien Türkisch, Polnisch, Serbisch- Kroatisch-Bosnisch, Chinesisch, Arabisch, Jiddisch, Ungarisch u.v.a. Sprachen gesprochen. Liebe Grüße Agnes Mir hat der Artikel recht gut gefallen, und ich habe auch von allen anderen nur starke Zustimmung gehört. Bei uns tut sich derzeit irrsinnig viel: Die Auseinandersetzung mit Ärzten, die Vorbereitung eines TransX-Stimmseminars und eines größeren Fests. Und nicht zuletzt die für mich einfach wahnsinnig offenen und produktiven Auseinandersetzungen mit der Frauen/Lesbenszene. Unser nächster Schritt ist ein gemeinsames anti-sexistisches,manifest. Liebe Grüße Betrifft: Die Spinne und das Netz in an.schläge 2/01 Keine Abkürzung an.schläge werden gefördert von: FRAUEN BURO MAGISTRAT DER STADT WIEN Eva Fels Sehr geehrte Redaktion! Vielen Dank für den Artikel über den Projektabschuß Die Spinne und das Netz. Könnten Sie bitte in Zukunft Frauengesundheitszentrum Graz ausschreiben? Wir kürzen uns nicht mehr ab, weil die Abkürzung FGZ alle Frauen ausschließt, die sie nicht kennen wie Sie sicher verstehen können. Liebe Grüße Waltraud Posch 04 an.schlägemärz 2001

5 an.spruch Angela Heissenberger Die Rache der kleinen Frau Mehr als ein Jahr spukt nun schon das schwarzblaue Gespenst. Und es sieht trotz tieferer Einschnitte in das hervorragende Gesprächsklima so aus, als würde es noch eine Weile dabei bleiben. Die Bilanz der Regierung ist durchaus beachtlich: Nicht Porzellan ist in diesem Jahr zerschlagen worden, sondern das Geschirr des täglichen Bedarfs. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben, hatte Josef Broukal in der Wahlnacht prophezeit. Er hat recht behalten. Aber das Tempo der Staatszertrümmerung überrascht doch ein wenig. In Wien besteht nun die beinahe historische Chance, einen Gegenpol zu dem Schreckenskabinett zu schaffen. Freilich, die Auswirkungen sind nur bedingt, denn die meisten Gesetze werden auf Bundesebene beschlossen und da hat rot-grün nichts mitzureden. (Einzig die FPÖ scheint das noch immer nicht ganz begriffen zu haben. Würde sie sonst in ihrer Gratis-Postille Wir Wiener wahlkämpferisch argwöhnen: Kommt bald die Haschisch-Freigabe? ) Die SPÖ, die ja nicht allen autonomen Initiativen immer wohlwollend ihre Zuwendung zeigte, besinnt sich nun, da nach dem Regierungsmassaker das große Frauenprojektesterben eingesetzt hat, langsam ihrer Verantwortung. Aber was einmal kaputt gemacht wurde, läßt sich nur schwer wieder aufbauen. Jahrzehntelange, oft unbezahlte und von großem Idealismus getragene Arbeit, die Lücken im sozialen Netz schloß, zur kulturellen Vielfalt beitrug und zu einer vielleicht unsichtbaren, weil selbstverständlich gewordenen Stütze der Gesellschaft wurde. Wie sehr diese kleinen Initiativen fehlen werden und welche Auswirkungen die Demontage des Sozialsystems nach sich zieht, läßt sich zum Teil schon jetzt ablesen. Es ist eine Ironie der Geschichte, daß ausgerechnet die Rechtsaußen-Partei die erste Vizekanzlerin der Republik stellt und nun in Wien neben den Liberalen als einzige mit einer weiblichen Spitzenkandidatin antritt. Von der SPÖ hätten wir uns eh nix anderes erwartet, und die Grünen sind halt auch nur eine Partei. Und so finden sich auf der grünen Liste zwar jede Menge Frauen, aber der Chef so unscheinbar er auch sein mag ist natürlich ein Mann. Das beteuernde Geschwafel (Wir treten als Team an, blabla) kennen wir schon vom letzten Mal, tröstet aber wenig. Frauen bekommen offenbar erst dann eine Chance, wenn die Hütte schon fast abgebrannt ist. Die Liberalen können das gut:vor der letzten Wiener Wahl mußte Gabriele Hecht im Finish für Wolfgang Bachmaier einspringen, diesmal versucht Alexandra Bolena zu retten, was noch zu retten ist. Eine noch bessere Performance hat aber die FPÖ geboten. Nachdem sich Überfremdungs-Spezialist Kabas noch in der Zielgerade selbst ins Out befördert hat, ließ seine Partei reflexartig den vermeintlichen rot-grünen Teufel an die Wände plakatieren und legte in der verzweifelten Suche nach einem Kabas-Ersatz bloß, wie schwach die Personalreserven der FPÖ bestückt sind.wer holt schon gerne die Kastanien aus dem Feuer, wenn Umfragen eine Halbierung der Stimmen erwarten lassen? Natürlich eine Frau. Aber im Grunde ist es ohnehin wurscht, wer den Schleudersitz übernimmt. Das wahre Kommando führt der Einfache in Kärnten. Punkto Zuwandererphobie kann s nicht schlimmer werden, denn auch Partik-Pablé hat sich ja schon früher mit einschlägigen Aussagen hervorgetan, was wieder mal zeigt, daß eine Frau allein noch nicht den Himmel auf Erden bedeutet. Die pensionierte Richterin setzt auf die Themen Drogen und Ausländer das zuletzt wenig erfolgreiche Kindergeld-Zugpferd bleibt diesmal im Stall. Weiß doch nicht einmal die Parteispitze mehr so recht, welcher Entwurf jetzt eigentlich der gerade aktuelle ist. Was aber jede Mutter weiß: Nach drei Jahren sind die Kinder noch lang nicht aus dem Haus, das Kindergeld aber zu Ende und ein bezahlter Job weiter entfernt denn je. Auch wenn der rot-grüne Paarlauf in Deutschland nicht unbedingt berauschend ist, einen österreichischen Versuch wär s doch wert. Und auch wenn s die Bundesgesetze nicht unmittelbar trifft eine dritte verlorene Wahl nach Steiermark und Burgenland tut der Regierung allemal weh. Hoffen wir also, daß die kleinen Leute, und ganz besonders die vielen kleinen Frauen, nichts vergessen haben: Pensionen, Arbeitslosengeld, Krankenstand, Steuererhöhung, Posttarif, Reisepässe etc. etc. Es ist wieder Zeit für eine Wende. Let s do it! märz 2001an.schläge 05

6 österreichan.riss n eue beratungsstelle Courage! spendenaktion Familienfasttag Bereits zum 43. Mal ruft die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfb) zur alljährlichen Aktion Familienfasttag auf, heuer unter dem Motto Teilen für Land in Frauenhand. Dabei soll Geld zur Unterstützung von Frauenförderungsprojekten in der Dritten Welt gesammelt werden. Schwerpunkte sind: der Ankauf von Land und Vieh in Nicaragua, um Frauen den Aufbau einer eigenen Landwirtschaft zu ermöglichen; die Eröffnung von selbstverwalteten Dorfbanken auf den Philippinen, die Frauen günstige Kleinkredite gewähren als Startkapital, um selbständig Waren produzieren und vermarkten zu können; der Aufbau von Gruppen in Indien, in denen Frauen Fähigkeiten zur Analyse und Lösung ihrer Probleme sowie zur Durchsetzung ihrer Rechte erlangen. Gesammelt wird im Zug des traditionellen Benefizsuppenessens in den Pfarren heuer voraussichtlich am zweiten Fastensonntag, also am 11. März Gespendet werden kann aber auch direkt auf das kfb-konto, PSK 1, (Erlagscheine in allen Postämtern) oder via Internet. ire Katholische Frauenbewegung Österreichs, Spiegelgasse 3, 1010 Wien,T. 01/51552/3695, Schon seit einem halben Jahr bietet in Wien ein Team aus TherapeutInnen, JuristInnen, einem Mediziner sowie einem Sozialarbeiter im Rahmen der Beratungsstelle Courage psychosoziale Versorgung und Begleitung an. Die Zielgruppe sind in erster Linie Lesben, Schwule, Transgenderpersonen und deren Familien. Das Team betreut aber auch heterosexuelle Menschen. Courage bietet Unterstützung bei Problemen wie Sexualität, Problemen in der PartnerInnenschaft, Gewaltproblemen, Coming-Out-Prozessen, Erziehungsfragen oder beruflichen Diskriminierungen. Johannes Wahala, Initiator der Beratungsstelle: Das Angebot wird tatsächlich von allen genutzt. Die Beratung kann persönlich oder telefonisch erfolgen. Im letzten halben Jahr stand die Beratungsstelle unter einem vom Sozialministerium verordneten Beobachtungszeitraum, doch nun wird Courage als erste Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt auf gleichgeschlechtliche Lebensweisen vom Sozialministerium nach dem Familienförderungsgesetz gefördert. Das ist das politisch Neue daran. Das war mir wichtig, daß gleichgeschlechtliche Lebensweisen vom Ministerium akzeptiert werden, erklärt Wahala. Die Finanzspritze vom Bund deckt die Personalkosten. Die Stadt Wien hat ein Subventionsansuchen während des Beobachtungszeitraums noch abgelehnt, doch Johannes Wahala hofft künftig auch von dieser Seite auf Unterstützung. Zusätzliche Geldmittel wären zur Finanzierung der Infrastruktur dringend notwendig. Johannes Wahala war übrigens in an.schläge 11/99 Plus-Mann für sein couragiertes Coming-Out. Die an.schläge wünschen auch weiterhin viel Courage! GaH Courage Beratungsstelle für Lesben, Schwule und Transgenderpersonen, Windmühlgasse 15, 1060 Wien T. 01/ , Fax: 01/ Beratung: Di und Fr , Taten zählen, nicht Worte plus.minus plus.minus Reaktionen und Anregungen an die Redaktion per Brief oder , mit dem Betreff: plus.minus schwarze burschen arische maid Antihomosexualität in Innsbruck Antisemitismus im Girlscamp... stand unlängst hinter Regierungsmitgliedern anläßlich einer Pressekonferenz groß plakatiert. Selbstkritisches Eingeständnis, daß sie bessere TäterInnen sind als RednerInnen? Ein Hinweis, daß sie Wortmeldungen von Kritikerinnen ignorieren, während sie tun und machen?... Ruckzuck wurde mit der Mehrheit der konservativen Liste Für Innsbruck, eines VP-Ablegers um Bürgermeister Herwig van Staa, am im Innsbrucker Gemeinderat der Antrag für eine Deklaration gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen niedergestimmt. Das betraf sogar auch die vom VP-Vizebürgermeister eingebrachte Kompromißvariante! In den Gemeinden Bludenz, Linz, Wien und Salzburg haben solche Deklarationen längst Mehrheiten gefunden. Die Schwarzen Mander am Maximiliengrab sind eine touristische Attraktion. Jene im Rathaus nicht. ( ) In der Sat.1-Reality Soap Girlscamp setzen sich zehn junge Frauen in einer Villa auf der Kanareninsel El Hierro wochenlang dem TV- Voyeurismus aus. So weit so mies. Nun setzte eine 19-jährige Camp-Insassin mit ihrer antisemitischen Antwort auf die Interviewfrage nach dem bevorzugten Männertyp eins drauf: Arische Männer. Sat.1 entschuldigte den Vorfall mit Zeitdruck beim Zusammenschnitt. Für den Verbleib der Arierin im Camp hatte er keine Konsequenzen. Auch ohne diesen Affront wäre Girlscamp reif für ein Minus gewesen. Jetzt umso mehr. ( ) 06 an.schlägemärz 2001

7 an.rissösterreich an.ruf j ubiläum Grazer Spaziergängerinnen Zehn Jahre lang spazieren Frauen durch die Grazer Innenstadt, um weiblicher Geschichte, vergangenen und aktuellen Persönlichkeiten nachzuspüren. Seit 1991 leiten Brigitte Dorfer und Ilse Wieser die feministischen FrauenStadtSpaziergänge und die Zahl der TeilnehmerInnen steigt mit jedem Mal. Die Veranstalterinnen sind auch bemüht, das Angebot ständig zu erweitern: Mit Hilfe eines Fahrrades wird aus dem Spaziergang eine FrauenRundfahrt. Noch in diesem Frühjahr erscheint der Falter Frauen zu Graz mit acht Portraits berühmter Frauen. Zum Jubiläum präsentieren Brigitte Dorfer und Ilse Wieser ein erweitertes Konzept ihrer Spaziergänge: Diskussionen auf der Straße. Ziel ist eine noch aktivere Auseinandersetzung mit historischen Entwicklungen aber auch mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation von Frauen. Die Teilnahme an den FrauenStadt- Spaziergängen ist kostenlos, Anmeldung ist nicht erforderlich. Organisatorin ist das Frauenservice Graz, wo auch der Grazer Frauenstadtplan gratis zu beziehen ist. Am 9. März wird das Jubiläum im Forum Stadtpark mit Musik und internationalem Buffet gebührend gefeiert. GaH FrauenStadtSpaziergänge in Graz, Info-Telefon: 0316/ oder / Information und Organisation: Frauenservice. Bildung,T. 0316/ (Mo Mi ), 10 Jahre FrauenStadtSpaziergänge -Fest: 9. März 2001, im Forum Stadtpark wiener wahlkampf Migrantinnen zur Wahlurne Die Wiener Wahl Partie (WWP) kandidiert nicht als Partei bei den Wiener Gemeinderatswahlen am 25. März, trotzdem ist es ihr Ziel, die Wahlen zu beeinflussen.wwp ist ein Projekt von gettoattack, Echo, Initiative Minderheiten und ANAR (Austrian Network Against Racism). Die Inhalts- und Mobilisierungskampagne soll erstens MigrantInnen mit Stimmrecht aufrufen, auch wirklich zur Wahl zu gehen. Vor allem MigrantInnen der zweiten oder dritten Generation machen oft von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch, weil sie das politische Geschehen nicht interessiert oder sie das Gefühl haben, ohnehin nicht gehört zu werden. Zweitens stellen die AktivistInnen politische Forderungen: kommunales Wahlrecht unabhängig von der StaatsbürgerInnenschaft, passives Wahlrecht bei Betriebsrats-, ArbeiterInnenkammer- und HochschülerInnenschaftswahlen, Gleichstellung bei allen Sozialleistungen, Arbeitsbewilligungen für Flüchtlinge und ein Wiener Antidiskriminierungsgesetz sind nur einige davon. Die zur Wahl stehenden Parteien will WWP drittens einem Rassismus-Check unterziehen und mit eigenen Diskussions-Gruppen immer dort erscheinen, wo Parteien auf der Straße wahlkämpfen, um Stimmung FÜR MigrantInnen zu machen. Finanziert wird die Initiative, die zumindest bis zwei Monate nach der Gemeinderatswahl weitergehen soll, ausschließlich durch Spenden. GaH Spendenkonto: Bank Austria, Kontonr.: , Kennwort: Wiener Wahl Partie Kontakt- Sylvia Groth im Gespräch mit Verena Fabris Pille für den Mann 2005 soll neuesten Medienberichten zufolge die Pille für den Mann auf den Markt kommen. Könnte das ein Schritt in Richtung mehr Gleichberechtigung für Frauen sein? Zunächst einmal bezweifle ich, ob sie wirklich 2005 kommt. Ich bin seit 20 Jahren im Geschäft, und alle fünf Jahre kommt sie. Ob die Pille für den Mann ein Schritt in Richtung Emanzipation ist? Ich denke, es ist etwas anderes, ob es technisch machbar ist, daß ein Mann durch die Einnahme von Hormonen unfruchtbar wird, oder ob die Frauen sich dann auch verlassen können. Bis in die 60er Jahre war ja Verhütung Sache des Mannes, weil es gab außer dem Kondom nichts. Und wenn eine Frau schwanger wurde, mußte sie geheiratet werden. Heute hat sich das ja grundlegend geändert, Verhütung ist primär Frauensache. Die Verhütung ist Frauensache und auch immer noch das Großziehen der Kinder. Und da ist die Frage, ob die Frauen im Bereich Verhütung die Verantwortung abgeben wollen, wenn sie dann trotzdem mit den Folgen alleine dastehen. Es müßte sich im Geschlechterverhältnis grundsätzlich etwas ändern. Warum ist die Pille für den Mann seit Jahren im Versuchsstadium? Wurde hier weniger intensiv geforscht? Es wurde zu 95% an Frauen geforscht und Nebenwirkungen wie auch Libidoverlust wurden bei Frauen offenbar nicht so ernst genommen. Bei Männern sagt man gleich, das kann man denen doch nicht zumuten. Wenn man sich die Geldmittel anschaut, dann wurde unverhältnismäßig mehr in die Forschung der Anti-Babypille für die Frau investiert. Das Gesundheitsrisiko durch die Einnahme von Hormonen ist wahrscheinlich bei Männern und Frauen ein ähnliches? Ja, im Grunde schon. Ich meine, ich bin kritisch der Einnahme von Hormonen gegenüber, auch was Frauen betrifft. Und ich sage einmal, die Männer müssen nicht auch den selben Dreck schlucken. Andererseits schlucken weltweit 60 Millionen Frauen die Pille. Und die Männer haben sich da bisher fein rausgehalten. Sylvia Groth ist Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums Graz märz 2001an.schläge 07

8 politikwienwahl Im Büro von Stadträtin Renate Brauner versammelt, war von einer politischen Annäherung zwischen Rot und Grün nicht viel zu spüren. Die Grüne Landtagsabgeordnete Monika Vana warf der SPÖ mangelnde Transparenz vor, die SPÖ-Stadträtin wiederum verwies auf den Unterschied zwischen Kritik und tatsächlicher Umsetzung in Regierungsverantwortung. Einig waren sich alle drei Politikerinnen, daß in Wien viel Positives für Frauen geschieht. Sehr oft scheinen das die Grünen allerdings nicht zu sagen. Gerade als Monika Vana die Frauenpolitik lobte, schaltete sich das Aufnahmegerät aus, und Renate Brauner flehte: Bitte, wenn die Grünen etwas Positives sagen, aufnehmen! Monika Vana sah gleich höhere Gewalt im Spiel: Das ist ein Zeichen. Ich werde bestraft von oben. Motorinnen für Frauenpolitik Am 25. März wird in Wien gewählt. Verena Fabris traf Alexandra Bolena vom Liberalen Forum, Renate Brauner von den SozialdemokratInnen und Monika Vana von den Grünen zum Gespräch über Arbeitsmarktpolitik, Integrationsthemen und Frauenpolitik. Fotos von Michaela Bruckmüller an.schläge: Wo sehen Sie die grundlegende Unterschiede zwischen Ihren Parteien? Vana: Natürlich in der Migrationspolitik. Zentraler Punkt ist für uns das kommunale Wahlrecht für AusländerInnen. Auf Bezirksebene liegt das in der Kompetenz des Gemeinderates. Ein zweiter wichtiger Punkt ist ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz. Ein dritter Punkt ist die vielzitierte Öffnung der Gemeindebauten für Menschen nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. Brauner: Für uns steht die soziale Frage im Vordergrund. Ich halte wenig von neo-liberalen Wirtschaftsmodellen, die die Kräftigkeit des Ellenbogens als Maßstab ihrer Werte darstellen. Bei den Grünen gibt es bei den Zielen gar nicht wenig Übereinstimmungen. Der Unterschied ist, daß wir auch wissen, wie man dort hin kommt. Das Wahlrecht auf Bezirksebene ist ein Thema, das hier gelöst werden kann. Nur ist ja auch nicht unbekannt, daß sich die sozialdemokratische Partei mit der ÖVP in einer Koalition befunden hat und daß es eine Koalitionsübereinkunft gegeben hat. Zum Thema Antidiskriminierungsgesetz hat es sogar einen gemeinsamen Vorschlag von roten und grünen GemeinderätInnen gegeben. Auch da ist die ÖVP nicht mitgegangen. Und: Die Öffnung der Gemeindebauten machen wir im Moment. 8 an.schlägemärz 2001

9 wahlwienpolitik Bolena: Nur weil man Liberales Forum heißt, muß man noch lange nicht neo-liberal sein. Beispiel Sozialhilfegesetz: Wir haben im Sozialhilfegesetz Kann-Bestimmungen, wenn es um ausländische MitbürgerInnen geht.wir haben einen Antrag eingebracht, daß aus der Kann-Bestimmung eine verpflichtende werden soll. Als Antwort haben wir bekommen: Das wird eh immer zugelassen. Das wird aber heikel, wenn wir eine andere Regierung haben, die dann sagt, so und jetzt nicht mehr. Kommunales Wahlrecht auf Bezirksebene und der Zugang zu Gemeindebauten sind auch in unserem Programm Bestandteil. Vana: Frau Brauner, sich auf den Koalitionspartner auszureden, ist etwas, das uns an der Sozialdemokratie leid ist. Ich erwarte von der stärksten Partei in dieser Stadt Durchsetzungsfähigkeit. Brauner: Es ist ein Unterschied, in der Theorie darüber zu reden und dann real mit Verantwortung in einer Regierung zu sein. Es passieren ja auch viele gute Dinge in dieser Stadt im Bereich Integration. Zeigen sie mir eine andere Stadt, wo es Frauengesundheitszentren mit speziellem Schwerpunkt für Migrantinnen gibt. Im Bereich Sprachoffensive und Bildung haben wir viele Millionen in den letzten Jahren investiert, und 60% von denen, die an der Sprachoffensive teilnehmen, sind Frauen. Vana: Zeigen Sie mir eine Stadt, in der die Kulturförderung für Minderheiten kümmerliche zwei Millionen Schilling im Jahr ausmacht. Ihre Lobhudelei entbehrt jeder Grundlage! Wie beurteilen Sie die Wiener Frauenpolitik? Vana: In der Frauenpolitik sehen wir sicher zahlreiche Übereinstimmungen. Es passiert aber noch zu wenig. Frauenpolitik ist in der sozialdemokratischen Partei immer noch Oppositionspolitik. Da braucht es einen starken Motor wie die Grünen.Wichtig wäre beispielsweise ein Umdenken in der Arbeitsmarktpolitik. Hier geht die Sozialdemokratie leider auch den neoliberalen Weg in Richtung Flexibilisierung von Dienstverhältnissen. Zwei Drittel aller neu geschaffenen Arbeitsplätze sind nur mehr Teilzeitarbeitsplätze oder geringfügige Beschäftigungen. Man versteckt sich hinter Jubelmeldungen, wie toll die Wiener Arbeitsmarktpolitik ist, und ignoriert strukturelle Probleme. Zum Beispiel, daß Frauen von ihrem Erwerbseinkommen nicht mehr leben können. Bolena: In Wien ist sicher sehr viel Gutes passiert. Zum Thema Arbeitsplätze: Es geht um kreative Lösungsansätze und nicht um Vogelstraußpolitik. Insofern ist das SPÖ Programm Visonen 2010 bemerkenswert. Dort ist nachzulesen, daß das Thema Ladenöffnung für die SPÖ kein Thema ist, weil 2010 alle sowieso nur mehr über Internet shoppen werden. Das hat mich schon zum Schlucken gebracht, weil das sind dann genau jene Arbeitsplätze, die jeglicher Kontrolle entzogen sind,telearbeitsplätze, Heimarbeitsplätze... Brauner: Ich glaube, daß Motorinnen für Frauenpolitik immer notwendig sind. Dazu braucht es autonome feministische Zeitungen, Frauen innerhalb und außerhalb von Parteien, in Verbänden, überall. Als Opposition in meiner Partei fühle ich mich nicht. Und zum Thema Grüne und Frauenpolitik: Ganz so wunderbar scheint die Situation der Frauen innerhalb der Grünen auch nicht zu sein, denn die Frauensprecherin der Grünen Jutta Sander ist nicht mehr auf der Liste und die bisherige Stadträtin Friedrun Huemer ist nicht mehr da. Vana: Weil wir sagen, wir brauchen gemäß Rotationsprinzip auch neue Leute. Brauner: Es ist aber komisch, daß nur die Frauen rotieren, Christoph Chorherr ist auch schon etwas länger im Gemeinderat... Vana: Wir hatten eben einen sehr hohen Frauenüberhang im letzten Klub und haben schon so etwas wie eine maximal 50%-Männerquote. Bei den Grünen kandidieren Frauen im Gegensatz zur SPÖ aber für sämtliche Funktionen, nicht nur für die hinteren Plätze. Brauner: Mir fällt das nur auf. Zur grundsätzlichen Frage der Frauenpolitik: Mein Ziel war und ist, daß es in sämtlichen politischen Bereichen in dieser Stadt zur Selbstverständlichkeit werden muß, den geschlechtsspezifischen Aspekt zu analysieren. Die ureigenste Aufgabe der Kommunalpolitik ist es, die Benachteiligungen für Frauen auszugleichen. Wäre es nicht an der Zeit längerfristige Fördervereinbarungen für Frauenvereine abzuschließen? Bolena: Auf jeden Fall. Dazu noch etwas, das uns ärgert: Es ist nicht möglich, Information darüber zu bekommen, welche Vereine ein Förderansuchen stellen, weil das, was im Ausschuß vorgelegt wird, vorher schon mit dem Koalitionspartner besprochen wurde. Das halte ich wirklich für inakzeptabel, weil man hat dann nur mehr die Möglichkeit zuzustimmen oder nicht. Brauner: Wir haben fix geförderte Vereine, wir haben zum Teil auch fixe Verträge. Also mit dem Frauenhaus zum Beispiel. Da habe ich inhaltlich überhaupt kein Problem damit.wir müssen nur schauen, daß wir sämtlichen Anforderungen entsprechen können: nicht zu viel Bürokratie auf der einen Seite und trotzdem mehr Sicherheit. Vana: Mehrjährige Finanzzusagen für Frauenvereine natürlich, gerade angesichts der Kürzungen durch die blauschwarze Bundesregierung. Der Kritik an der Subventionsvergabe schließe ich mich an. Nicht einmal zu wissen, wer Subventionsansuchen stellt, oder wer abgelehnt wird, geschweige denn, was sich hinter den Vereinen verbirgt, die ja oft parteipolitische Hintermänner oder Hinterfrauen haben, erinnert mich schon an ein Feudalsystem. Brauner: Die Kriterien für die Fördervergabe sind mit den VertreterInnen aller Parteien in der Unterarbeitsgruppe Frauen festgelegt worden. Das ist transparent. Soll ich es an die Tür nageln? Ans Rathaus? Wenn ich etwas ans Rathaus nagle, dann, daß 50% unserer Stadtregierungsmitglieder Frauen sind. Alexandra Bolena Foto Mitte, links ist Wiener Landessprecherin des Liberalen Forums und Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl Renate Brauner ist amtsführende Stadträtin für Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal. Foto Mitte, rechts; Foto ganz links Monika Vana ist Landessprecherin der Wiener Grünen. Foto links, links Die Fragen stellte Verena Fabris. Foto links, rechts märz 2001an.schläge 9

10 politikösterreichintegration Ein Fuß im Wasser In Wien schlagen sich nicht wenig Mädchen und junge Frauen alleine durch. Unterstützung gibt es vom Wiener Integrationsfonds, Kolpingwerk, Caritas oder Jugendamt. Von Kerstin Kellermann, Fotos von Magdalena Blaszczuk Ein Leben auf der Suche nach einem Ort zum bleiben. Die jungen Frauen haben zahlreiche Unterschlüpfe hinter sich, bevor sie in der WG einziehen. Heiß ist es in der Wohnung über den Dächern von Wien, die Sonne heizt durch die großen Glasfenster. Die junge Frau sitzt am Boden und wendet uns den Rücken zu, sie telefoniert mit einer ehemaligen Mitbewohnerin. Ein sudanesisches Mädchen, das selber nach gewalttätigen Angriffen durch den österreichischen Vater in einer Notwohnung des Kolpingwerkes Unterkunft fand, hatte die Freundin zu dieser Organisation geschickt, als diese tagsüber ohne Schlüssel auf der Straße stand. Die Mutter wollte nicht, daß die Tochter die Wohnung während der Arbeitszeit benützt. Inzwischen hat sich das Verhältnis wieder gebessert: Gestern habe ich vier Stunden mit meiner Mutter telefoniert, erzählt die schmale junge Frau, umarmt ihre Knie und schaukelt vor- und rückwärts auf dem Sofa. Der Rekord war fünf Stunden! In Wien gibt es als gemeinsames Projekt von Wiener Integrationsfonds (WIF) und Kolpingwerk eine multikulturelle Mädchen-Wohngemeinschaft für Mädchen, die aufgrund eskalierender Konflikte innerhalb der Familie (Konzept) von Obdachlosigkeit bedroht sind. Mädchen ist vielleicht übertrieben, denn die jungen Frauen müssen bereits volljährig sein. Multikulturell ist vielleicht auch ein bißchen übertrieben, denn die Bewohnerinnen müssen einen fixen Aufenthaltstitel haben, sich verpflichten, einen Job zu suchen und 2000 Schilling zu Miete und Betriebskosten beisteuern, also schon ziemlich angepaßt an österreichische Verhältnisse überleben können. Dafür bietet sich ihnen die Möglichkeit, ohne viel Kontrolle und recht selbständig zu sechst in der wunderschönen Wohnung bis zu einem Jahr zu leben. Der WIF, der die Sozialarbeiterin und den Großteil der Miete zahlt, verlangt also schon recht integrierte, ziemlich selbständige junge Frauen als Nutzerinnen. Außerdem sollten die Plätze für Migrantinnen reserviert sein, Österreicherinnen oder Flüchtlingsmädchen sind da eher nicht erwünscht. Schnellebig. Die Wege der jungen Frauen sind oft schon vorgezeichnet, das ist traurig, erzählt die Sozialarbeiterin Gundula Gimborn, die seit einem Jahr in der WG arbeitet. Sie kommen nicht direkt aus den Familien, sondern haben eine lange Betreuungsgeschichte hinter sich. Mit vierzehn lernen sie sich im Krisenzentrum Nußdorf kennen, mit 10 an.schlägemärz 2001

11 integrationösterreichpolitik zwanzig treffen sie sich wieder hier. Die Mädchen leben ein schnellebiges Leben. Jobs, die sie sich suchen, sind meistens bei MacDonalds, Nordsee oder in Supermärkten schnell aufgenommen und schnell wieder verlassen. Von der WG ziehen die Bewohnerinnen oft zu Freunden oder in die Familie zurück, wo sie aber zumeist auch wieder nicht lange bleiben. Ihr Leben bleibt von Suche, wechselnden Abhängigkeiten und wenig Kontinuität geprägt. Das hochgesteckte Ziel des Konzeptes ist ein eigenständiges Leben in eigenen vier Wänden, erklärt Gundula Gimborn, die auch die Möglichkeit hat, ihre Schützlinge für eine Gemeindewohnung vorzuschlagen. Sie sollten zumindest sozial abgesichert sein. Kein Bedarf? Momentan steckt die Wohngemeinschaft in einer Krise: Nach einer relativ starken, regelmäßigen Auslastung der Räumlichkeiten mit vier, fünf Mädchen ist es nun eher leer geworden. Mit der Schließung der Notschlafstelle (NOST) für Jugendliche im Dezember, die der WG junge Frauen schickte, ist eine wichtige Kontaktaufnahmestelle weggefallen. Die NOST galt als letzte Auffangstation vor dem Strich. Der Träger, der Verein für Bewährungshilfe, mußte nach Einsparungen durch den Bund, aber auch nach Diskussionen über die Hochschwelligkeit der Einrichtung, die Stelle mit zwölf Schlafplätzen schließen. Die NOST war jahrzehntelang ein Herzeigemodell und wurde dann zum Stiefkind, in das niemand mehr investierte. Die Magistratsabteilung 11, die derzeit in jedem Wiener Bezirk Krisenzentren aufbaut und in Nußdorf über zwei Krisengruppen für Mädchen verfügt, meinte damals anscheinend, daß ihre Heime für den Bedarf ausreichen. Schon die KOSI, ein geheimes Haus für junge Frauen mit Gewalterfahrungen und Drogenproblemen, war 1997 geschlossen worden (siehe an.schläge 9/1997). Ein Bedarf! Astrid Kellner von der Wiener Magistratsabteilung 11, die mit anderen für die insgesamt 587 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge zuständig ist, spricht trotzdem von Bedarf für nicht nur eine Wohngemeinschaft: Ihre Flüchtlingsmädchen erhalten allein Kost und Logis, aber keine Betreuung. Ohne Schule oder Lehrstelle gondeln sie alleine in der Großstadt Wien herum kein Wunder, daß sie einerseits wen für sich haben wollen oder andererseits in Abhängigkeitsverhältnisse schlittern, wie es so schön im SozialarbeiterInnenjargon heißt. Die, die schwanger sind, werden in Großheimen untergebracht, oder in normalen Mutter-Kind- Heimen eine WG wäre sicher eine angenehme, aber auch integrative Mischform von Unabhängigkeit und verhinderter Isolation. Bei den unbegleiteten Flüchtlingsmädchen zeigt sich eine totale Lücke, hier sind die Grenzen der Sozialarbeit zu spüren. Der Integrationsfonds ist für Flüchtlinge nicht zuständig, und in der allgemeinen politischen Situation fehlen die Geldgeber, schätzt Gimborn die Situation ein. Die Jugendlichen werden zwischen Bundesbetreuung und Jugendamt hin und her geschoben, je nachdem, wer gerade voll ist. Sind beide überfüllt, gibt es niemand mehr, erklärt Bettina Riha-Fink, die bei der Caritas für Sponsoring zuständig ist. Wir sind immer voll das Problem, daß wir leere Wohnungen hätten, gibt es bei uns nicht. Die Caritas betreut immer wieder Jugendliche in ihren Flüchtlingshäusern, aber auch bei ihrer Ankunft am Flughafen Schwechat. Es gibt immer wieder Jugendliche, die da herumirren. Im Krisenzentrum Nußdorf werden im Jahr über 260 Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren betreut, dort beträgt der Migrantinnenanteil ungefähr ein Drittel, und zwar Mädchen ohne österreichische StaatsbürgerInnenschaft und Mädchen der zweiten Generation. Wir sind immer zu hundert Prozent ausgelastet, manchmal drüber, selten drunter, stellt Frau Eichmann aus dem Rathaus ebenfalls einen großen Bedarf fest. Für Volljährige gibt es das Haus Myriam der Caritas, in das Frauen, zu vierzig Prozent Ausländerinnen, über den Bahnhofssozialdienst kommen. Die sehr freundliche Leiterin dort meint, daß es zu wenig Einrichtungen in Wien gibt. Wir sind immer voll und es gibt ständig Anfragen. Die meisten unserer Frauen haben Gewalterfahrungen gemacht. Die Stadt Wien will angeblich neue Heime schaffen, die aber gemischt sein werden. Die sind dann aber schwierig für Frauen in Akutsituationen, die geschützt leben wollen. Ein positives Beispiel jüngerer Zeit schuf in Linz der Verein SOS Menschenrechte mit einer Mädchenwohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlingsmädchen, über die Babsi Luger in an.schläge 12 01/ berichtete. In Linz beginnts, und in Wien hört es nicht auf? Auf jeden Fall gibt es in Wien allgemein großen Bedarf für junge Frauen und Mädchen, volljährig oder nicht (im Sommer werden sie per Gesetz ab 18 Jahren volljährig), mit österreichischer StaatbürgerInnenchaftschaft oder nicht, eine Unterkunft zu erhalten, in der sie mehr oder weniger selbstbestimmt leben können. Die an.schläge werden weiter berichten. Sigh no more ladies, Sigh no more! Men are deceivers ever! One foot in sea, One foot on shore, to one thing constant never!! From Shakespeare steht auf der Wand in einem leerstehenden Zimmer der MädchenWG. Shakespeare verewigte sich hier. Wo lebt sie jetzt? Die multikulturelle Mädchen- WG will den jungen Frauen ein eigenständiges Leben in vier Wänden ermöglichen. Sie sollen zumindest sozial abgesichert sein, sagt Sozialarbeiterin Gundula Gimborn, die seit einem Jahr in der WG arbeitet. Kontakt: Multikulturelle Mädchen-WG : Gundula Gimborn T. 01/ /33 märz 2001an.schläge 11

12 internationalan.riss u sa Betty Friedan iran Erlaubnis Ende Jänner wandte sich die Menschenrechts- und Frauenorganisation Human Rights Watch in einem Brief an den iranischen Guardian Council mit der Aufforderung, Frauen endlich die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten zuzugestehen, wie sie Männer im Iran haben. Die Beteiligung von Mädchen und Frauen ist zwar in den letzten zwanzig Jahren in allen Bildungsebenen angestiegen, doch noch immer gibt es signifikante Diskriminierungen im Gesetzesbereich. Für Studien im Ausland benötigen Frauen zum Beispiel die Erlaubnis eines männlichen Vormunds. Finanzielle Unterstützung für den Aufenthalt erhalten nur Männer. Am 7. Jänner stimmte das iranische Parlament für eine Änderung des Gesetzes, das Frauen das Studium im Ausland nur mit Zustimmung männlicher Vormundschaft gewährt. Wenige Tage später machten jedoch zwölf Mitglieder des Guardian Council die Gesetzesänderung mit ihrem Veto wieder zunichte. Das bestehende Gesetz trägt zu der breiten systematischen Diskriminierung von Frauen im Iran bei, so die Frauenrechtsaktivistin Regan Ralph von Human Rights Watch. Die Änderung des Gesetzes wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung für iranische Frauen gewesen. ire unter ist eine Kopie des Briefes an den Guardian Council zu finden Am 4. Februar feierte die US-Feministin Betty Friedan ihren achtzigsten Geburtstag. Die studierte Psychologin und Journalistin wurde 1921 in Peoria im Bundesstaat Illinois geboren. Seit ihrem 1963 veröffentlichten Hauptwerk Der Weiblichkeitswahn gilt Friedan als eine der Hauptfiguren der modernen Frauenbewegung gründete sie zusammen mit anderen Frauen die National Organisation for Women (NOW). In der bis heute einflußreichsten Lobbygruppe für Frauenrechte nahm Friedan bis 1970 den Vorsitz ein. Sie setzte sich hier vor allem gegen die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Rasse und für die Straffreiheit von Abtreibung, eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Regierung und gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein. Dabei wies sie immer wieder darauf hin, daß sich der Feminismus nicht gegen Männer richte. Von der Gleichberechtigung könnten auch Männer profitieren. Some worry that we ll lose our femininity and our men if we get equality wurde sie zur Humanistin des Jahres ernannt. Von 1970 bis 1990 unterrichtete sie an verschiedenen Universitäten und publizierte gleichzeitig mehrere Bücher: It Changed My Life (1967), The Second Stage (1981) und The Fountain of Age (1993). ire Ein Interview mit Betty Friedan ist unter Frauennews.de/themen/friedan.htm zu finden usa HIV-Tests Im Bundesstaat Indiana wird derzeit diskutiert, das Gesetz zur Untersuchung schwangerer Frauen und neugeborener Kinder auf das HI- Virus zu verschärfen. Das bestehende Gesetz fordert ÄrztInnen dazu auf, schwangere Frauen über das Virus zu informieren und ihnen einen Test vorzuschlagen. Senatorin Patricia Miller hält diese Regelung allerdings für insufficient und schlägt eine Gesetzesänderung vor. Sie möchte, daß die Tests zwar vertraulich und kostenlos, aber automatisch erfolgen. Während Frauen ablehnen können, sollen ihre neugeborenen Kinder automatically without her consent untersucht werden. Eine Studie des Gesundheitsamtes zeigt jedoch, daß das bestehende Gesetz sehr effizient ist. 80% der schwangeren Frauen in Indiana lassen sich auf HI-Viren testen. Der Gesundheitsausschuß des Senats stimmte am 31. Jänner mit sieben zu drei für die Gesetzesänderung. Nun wird der Antrag im Senat besprochen ire usa Schwangerschaftsabbruch Der neue US-Präsident George Bush sorgt derzeit in den Vereinigten Staaten für eine verstärkte Abtreibungsdiskussion. Am 5. Februar gab er einen Erlaß heraus, der die Finanzierung von Organisationen im Ausland, die Abtreibung nicht grundsätzlich ablehnen, stoppen soll. Die Gelder in der Höhe von 425 Millionen Dollar, die von seinem Vorgänger Clinton für Entwicklungsprogramme freigegeben wurden, sollen an 12 an.schlägemärz 2001

13 an.rissinternational genehmere Organisationen umgeleitet werden. Zusätzlich unterstützte der neue Präsident eine Demonstration von rund AbtreibungsgegnerInnen in Washington mit einer Sympathiebotschaft. In dieser hieß es unter anderem, daß er sich mit ihnen dafür einsetzen will, daß jedes Kind im Leben willkommen ist und gesetzlich geschützt wird. Diese Worte kommen aus dem Mund eines der heftigsten Verfechter der Todesstrafe. Mit einem generellen Abtreibungsverbot ist vorläufig noch nicht zu rechen, doch setzte Präsident Bush mit seinem Erlaß ein klares politisches Signal. Er wurde am 28. Jahrestag des Urteils im Fall Roe gegen Wade bekannt gegeben, in dem der oberste Gerichtshof festgelegt hatte, daß die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch bei der Frau liegt. ire philippinen Neue Präsidentin Anfang des Jahres wurde Gloria Macapagal Arroyo, die bisherige Vizepräsidentin, zur Präsidentin der Philippinen gewählt. Obwohl ihr Vorgänger Joseph Estrada die Staatskassen leer hinterließ, ist Arroyo zuversichtlich. In ihrer Antrittsrede sprach sie sich für mehr Transparenz und Fairneß in der Politik aus. In den ersten hundert Tagen will sie sich vor allem dem Kampf gegen die Armut widmen. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten Diosdado Macapagals studierte nach dem Besuch einer Klosterschule in Georgetown in den USA und erwarb an der Universität der Philippinen ein Doktorat in Wirtschaftswissenschaften gab sie ihre Lehrtätigkeit zugunsten einer leitenden Position im Handels- und Industrieministerium auf wurde sie erstmals in den Senat gewählt und 1995 mit der höchsten Stimmenanzahl, die je ein/e KandidatIn erhielt, bestätigt. Gloria Arroyo kümmerte sich unter anderem um Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden. Sie bewirkte zum Beispiel höhere Strafen für Männer, die ihre Ehefrauen schlagen. Auch beteiligte sie sich wesentlich an der Gründung des Movement Against Sexual Abuse (MASA). Die neue Präsidentin, die die mächtige katholische Kirche, das Militär und die Geschäftswelt hinter sich hat, gilt als große Hoffnung für das Land. ire Sehenswerte homepage in englischer Sprache: amnesty international Folter Immer noch werden in über 150 Staaten der Welt Menschen durch Polizei oder Sicherheitsbeamte gefoltert. Aktiv gegen Folter lautet darum seit Oktober 2000 die Aufforderung von amnesty international. Mit der weltweiten Kampagne wird versucht, Mißhandlung und Folter stärker in den Blickpunkt zu stellen und gegen diese schweren Menschenrechtsverletzungen aufzutreten. Die drei Hauptzielsetzungen sind: Folter verhüten, Diskriminierung entgegentreten und Straflosigkeit überwinden. Mit einem 12-Punkte-Programm werden die Regierungen der Welt aufgefordert, den Mißhandlungen entgegenzutreten. Ein Schwerpunkt der Kampagne ist die Folter an Frauen. In vielen Ländern gilt Vergewaltigung als übliche Foltermethode. Sexuelle Gewalt wird von Angehörigen staatlicher Stellen angewendet, um von Frauen Geständnisse zu erzwingen, sie einzuschüchtern, zu erniedrigen oder zu bestrafen. Frauen werden jedoch nicht nur als politische Aktivistinnen oder Angehörige einer Minderheit zu Opfern von Gewalt. Oft ist es das private Umfeld, in dem sie mißhandelt werden. In Pakistan beispielsweise werden Frauen im Namen der Ehre von ihren Ehemännern oder Brüdern ermordet, in Bangladesch werden sie mit Säure überschüttet. Die Staaten werden aufgefordert, Mißhandlung und Folter nicht als traditionelle Praktiken zu betrachten und damit zu dulden, sondern klare Verbote zu erlassen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. ire Amnesty international Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien, T. 01/780088, wyber.space Stoppt die Welt und ändert sie! übertiteln die Initiatiorinnen des weltweiten Frauenstreiktages 2001 die Kampagne Lohn für Hausarbeit. Bereits letztes Jahr riefen sie zum Streik auf, und Frauen aus 65 Ländern weltweit solidarisierten sich mit den Forderungen. Dem Global Women s Strike 2001 haben sich bisher 30 Länder angeschlossen. Nachzulesen auf Auch die Initiative Women make the news findet nicht zum ersten Mal statt. UNESCO und die IFJ (International Federation of Journalists) fordern die Medien weltweit auf, vom März alle Nachrichten unter der Verantwortung weiblicher Redakteurinnen herauszubringen. Zahllose Radio-, TV-Stationen, Printmedien und Internetmedien haben sich bereits mit dieser Idee solidarisiert. Auffallend ist, daß es zum größten Teil Medien aus Ländern wie Argentinien, Albanien, Ägypten, Bolivien, Indien, Jordanien, Rußland,... sind, die dem Aufruf folgen. Westeuropäische Länder und die Vereinigten Staaten scheinen vergleichsweise selten in der Teilnehmerinnenliste auf: GaH märz 2001an.schläge 13

14 politikinternationalbrasilien Widerstand am Salgueiro Auf den Hügeln über Rio de Janeiro ist die Armut zu Hause, Polizeigewalt gehört zum Alltag. Selbsthilfe bleibt als einziger Ausweg. Ein Bericht von Silvia Santangelo-Jura, Fotos von Mariana Brausewetter und Silvia Santangelo-Jura Silvia Santangelo-Jura ist Mitarbeiterin von help4favelas in Österreich Leicht ist es nicht, den steilen Weg hinaufzugehen. Dona Ivete bleibt oft stehen, lehnt sich an die Mauer, atmet durch. Die Leute, die ihr von oben entgegenkommen, grüßen sie, pressen sich an die Wand, um sie vorbei zu lassen. Der Weg ist zu eng für zwei Personen. Dona Ivete ist am Morro do Salgueiro geboren. Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich dort entlaufene und befreite SklavInnen, darunter auch ihre Urgroßmutter, an. Sie bauten Gemüse, Obst und Kaffee an und arbeiteten für den Besitzer des Hügels, den Portugiesen Salgueiro. Ihre Nachkommen leben auch heute noch dort. Allerdings ohne Landwirtschaft, auf engstem Raum, in verschachtelten, schlecht gebauten Häusern, ohne urbane Infrastruktur. Es gibt, neben einer der schönsten Aussichten auf Rio de Janeiro, einen Kindergarten, eine Schule, ein paar Bars und kleine Läden, sogar einen Fußballplatz EinwohnerInnen zählt die Favela am Salgueiro heute. In Rio de Janeiro gibt es fast 700 Favelas mit über 2 Millionen BewohnerInnen. Sie werden Favelados geschimpft. Besonderes Kennzeichen: schwarz und möglichst unsichtbar. Von den Medien werden sie zu Kriminellen gemacht, sie arbeiten versteckt, in den Küchen und auf den Baustellen. In Schulen und Universitäten gibt es kaum Platz für sie. Die Politik vertritt sie nicht. Armut hat in Brasilien eine Farbe. Obwohl nicht alle Weißen reich sind, sind doch fast alle Schwarzen arm wurden 5,5 Millionen SklavInnen in die Freiheit entlassen. Es gab plötzlich 5,5 Millionen Arbeitslose, ohne Land, ohne Besitz und v.a. ohne Ausbildung, sagt Januario Garcia Filho, Direktor des einzigen Afro-Brasilianischen Museums in Rio. Großputz. Terra forte Quilombo do Salgueiro steht auf Dona Ivetes T-Shirt: Starkes Land. Es gibt eine Tradition des Widerstands am Salgueiro und die Hoffnung auf Veränderung. Die heute 62-jährige setzt sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer Gemeinde ein. Begonnen hat sie gemeinsam mit ihren Nachbarinnen, mit einem 14 an.schlägemärz 2001

15 brasilieninternationalpolitik Die Mädchen können lernen und verdienen ihr eigenes Geld. großes Foto links Morro de Salguiero, eine der vielen Favelas. Mitte Dona Ivete setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer Gemeinde ein. rechts Salgueiro-Großputz. Sie entfernten die Müllberge, die sich inmitten der Häuser angesammelt hatten. Das Projekt ging durch die nationale Presse, die Selbsthilfe der Ärmsten wurde gelobt und als beispielhaft hingestellt. Staatliche Unterstützung gab es jedoch keine. Als nächstes wurden Stiegen gebaut, die auf den Hügel hinaufführten. Dona Ivete und ihre Nachbarinnen sammelten alte Baumaterialien in der Stadt und verpflichteten die Männer für die schweren Arbeiten. Von uns Frauen wurde alles organisiert, und sie halfen gerne mit; bekamen ein gutes Essen und wußten, daß sie eine wichtige Arbeit leisteten. Dona Ivete organisierte Capoeira Kurse für Mädchen mit einer Frau als Lehrerin. Durch die Kunst der SklavInnen, den Kampftanz, wurde den Teilnehmerinnen viel Selbstbewußtsein und die Geschichte des afro-brasilianischen Widerstands vermittelt. Eine Kindertheatergruppe und ein afrikanisches Ballett wurden gegründet und Dona Ivete brachte sie in die Stadt, wo sie ihre Tänze öffentlich vorführten. Berufsausbildung. Um die Bedeutung von Dona Ivetes Projekten zu verstehen, müssen Sie sich folgendes klar machen: Dona Ivete ist eine Mae de Santo, eine Umbanda-Priesterin sie weiß alles, sie kann alles. Ihr Wissen kommt von den Orixas, den Göttern und Göttinnen, sie handelt im Guten und im Richtigen, erklärt Januario Garcia Filho. Dona Ivete ist am Salgueiro für alles zuständig, sie hilft bei der Arbeitsuche, bei Streitereien, selbst wenn das Wasser ausbleibt. Sie arbeitet mit öffentlichen Stellen zusammen und unterstützt die BewohnerInnen-Vereinigung in ihrer Arbeit; organisiert laufend Projekte. Letzten Herbst gab es einen MalerInnenund AnstreicherInnenkurs für drogengefährdete Jugendliche. Dieser wurde allerdings wegen bürgerkriegsartigen Zuständen am Salgueiro abgebrochen: Die Polizei hatte den Hügel angegriffen, es kam zu Schießereien, der Bruder eines Kursteilnehmers wurde ermordet. Seit 1998 bietet Dona Ivete Berufsausbildungen für Mädchen an. Bei der Afro-Friseusen-, Maniküren- und Pediküren-Ausbildung, die in sechsmonatigen Kursen abgehalten wird, geht es nicht nur um konkrete Berufschancen. Obwohl einige der Kursteilnehmerinnen tatsächlich reguläre Arbeit gefunden haben, kann der Erfolg nicht in Arbeitsplätzen gemessen werden. Da alle Mädchen afrikanischer Abstammung sind, werden sie bei der Arbeitssuche rassistisch diskriminiert. Mit Wohnadresse und Kursbesuch in der Favela können sie sich schwer in der brasilianischen Klassengesellschaft durchsetzen. Durch den Kurs haben sie aber die Möglichkeit, Mathematik- und Portugiesisch-Stunden zu besuchen, Buchhaltungsgrundkenntnisse zu erwerben, und sie verdienen ihr eigenes Geld: 50 R$ pro Monat.(ca. ats 400, ) Sie erlernen eine Dienstleistung, die sie für sich nützen können: viele Mädchen machten sich zum ersten Mal besondere Frisuren, entdeckten die eigene Schönheit. Sie lernten viel über afro-brasilianische Traditionen, über die Geschichte ihrer VorfahrInnen. Fast alle, die an den Kursen teilgenommen haben, wollen weiter lernen und sich spezialisieren. Bei der Suche nach guter Arbeit hilft ihnen weder Staat noch Gesellschaft. Capacitação Solidária. Für die Finanzierung der laufenden Kurse ist Dona Ivete auf die Capacitação Solidária angewiesen. Die von der Ehefrau des brasilianischen Präsidenten Cardoso geleitete private Organisation fördert berufsbildende Projekte in Favelas. Die Hilfe ist zeitlich begrenzt, die Förderungsbedingungen sind unklar sicher kein Ersatz für fehlende Sozialpolitik. Lehrpersonal, das tägliche Mittagessen für die Teilnehmerinnen und deren Lehrgeldentschädigung werden bezahlt; Ausbildungsraum und -materialien müssen von den Geförderten selbst beigestellt werden. Dona Ivete hat die Afro-Friseusen- Ausbildung nach Nika Jaina benannt: Meine Großmutter, Tochter einer Sklavin aus Mozambique, hat mir die Geschichte erzählt: In Mozambique gab es eine Kriegerin. Sie hat für die Frauen gekämpft und für Gerechtigkeit. Sie kannte keine Angst und hat alles erreicht, was sie wollte. Nika Jaina ist ihr Name. Mit viel Arbeit und Spendengeldern, die in Österreich gesammelt wurden, ist es ihr gelungen, einen Afro-Schönheitssalon aufzubauen: zwei große Räume mit Fenstern und Türen, ein kleines Büro mit Computer. Der Fußboden ist neu und mit Terra Cotta verfliest, die Wände in einem warmen Rosa frisch ausgemalt. Es gibt eine getrennt begehbare Toilette, Wasser wurde unter großen Schwierigkeiten eingeleitet, selbst ein Trinkwasserspender steht zur Verfügung. Und es gibt Telefon. Der so geschaffene öffentliche Raum ist zum Symbol für die mögliche Veränderung geworden. Neue Pläne. Im Afro-Schönheitssalon werden Feste gefeiert, die KursteilnehmerInnen kommen mit Kindern und kleinen Geschwistern zu gemeinsamen Essen und zu Informationsabenden. Kurse finden statt, Sexualität, Aids- Prävention, gesellschaftliche Diskriminierung sind Themen, die gemeinsam diskutiert werden. Aber noch immer fehlt der Platz. Denn Dona Ivete hat schon wieder neue Pläne: Es ist Zeit, daß wir mit Computern arbeiten lernen, dann ist alles einfacher. Den privaten Sponsor für die Finanzierung der Ausbildung hat sie schon gefunden. Ab Frühsommer 2001 wird sie PC- und Englisch- EinsteigerInnenkurse anbieten zunächst noch im baufälligen Lokal der EinwohnerInnen-Vereinigung, bald aber, hofft sie, im ersten Stock, über dem Afro- Schönheitssalon. Der ist jetzt weiter auszubauen. Das ändert die Perspektiven ein bißchen. help4favelas give girls a chance: Mit der Benefiz-CD necessàrio der brasilianischen Sängerin und Komponistin Célia Mara begann 1999 die Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützungsaktion für Nika Jaina in Österreich. Die Caritas Auslandshilfe konnte als Partnerin für die Spendengelderverwaltung gewonnen werden. Seitdem sind verschiedenste Aktivitäten gesetzt worden. help4favelas hat im Jahr 2000 ats , für Nika Jaina bereitstellen können. Dringend werden dauerhafte Patenschaften für das Projekt gesucht. Spendenkonto bei der Caritas: PSK 6000 Kennwort: help4favelas/brasilien Weitere Informationen: oder telefonisch: 0699/ märz 2001an.schläge 15

16 themabiomedizinkritik Befreiung oder Entmachtung Embryonenverbrauchende Stammzellforschung, Selektion von im Labor gezeugten Embryonen, das erste genmanipulierte Äffchen biomedizinische und bioethische Themen haben derzeit in den Medien Hochkonjunktur und stellen die feministische Kritik vor neue Herausforderungen. Von Sigrid Graumann Fo t o s : Pe z H e j d u k (s. 1 6 ), M i c h a e l a B r u c k m ü l l e r (S. 1 8 ), M a g d a l e n a B l a s zc z u k (S. 1 9 ) 16 an.schlägemärz 2001

17 kritikbiomedizinthema In der öffentlich ausgetragenen Kontroverse führen die ProtagonistInnen an, Leiden an unerfülltem Kinderwunsch, am Leben mit einem schwer behinderten Kind oder auch Leiden zukünftiger PatientInnen vermeiden zu wollen. Ihre KontrahentInnen berufen sich vor allem auf einen substanziellen Lebensschutz. Eine darüber hinausgehende gesellschaftskritische Perspektive wird von VertreterInnen der sozialen Bewegung eingenommen, die sich gegen die Selektion und Manipulation von menschlichem Leben formiert verstärkt auch wieder von Teilen der Frauenbewegung. Im September 1999 hat sich in Berlin das Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin ReproKult als überregionaler Zusammenschluß von Frauengruppen und Einzelfrauen gegründet, die praktisch oder theoretisch zu den Themen der modernen Biomedizin arbeiten. Seitdem sind Frauenpositionen verstärkt in den Medien präsent, und es findet eine neue innerfeministische Auseinandersetzung über Genund Reprotechniken statt. Anti. In den 80er Jahren war die kompromißlose Ablehnung der Gen- und Reprotechniken die dominante Position in der Frauenbewegung, zumindest im deutschsprachigen Raum. Die Medikalisierung und Technisierung von Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt wurde als Entmachtung von Frauen interpretiert. Frauen wurden als kollektive Opfer einer patriarchalen Unterdrückungstechnologie gesehen, der es feministischen Widerstand entgegenzusetzen galt. Die Schlüsseltechniken, wie die Pränataldiagnostik (genetische Diagnostik des Ungeborenen während der Schwangerschaft) und die In-vitro-Fertilisation (Zeugung im Labor), gegen die sich die Frauenbewegung damals wandte, sind inzwischen gesellschaftlich etabliert. Neue Techniken wie die Präimplantationsdiagnostik (an im Labor gezeugten Embryonen), das Klonen von Menschen (Herstellung genetisch identischer Individuen) und die Keimbahntherapie (genetische Manipulation von im Labor gezeugten Embryonen) stehen vor der Tür. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese in absehbarer Zeit ebenfalls gesellschaftliche Normalität sind. Normativ bindend kann das, was gesellschaftliche Normalität ist, für die feministische Reflexion allerdings nicht sein. Schließlich hat es sich die Frauenbewegung zum Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Realität zum Besseren zu verändern. Pro. Wie schon länger in der us-amerikanischen werden nun auch in der deutschen Debatte Stimmen laut, welche die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten durch die Gen- und Reprotechniken als Beitrag zur Befreiung der Frau von den natürlichen Zwängen der Fortpflanzung feiern. Entsprechende Positionen werden vor allem von ÄrztInnen, vereinzelt auch von frauenbewegten Frauen vertreten. Nach wie vor überwiegt in feministischen Kreisen aber die Kritik an neuen Abhängigkeiten und sozialen Zwängen. Die zentrale Frage lautet immer noch:welche Auswirkungen haben die Techniken auf das Leben und die Selbstbestimmung von Frauen? Diese Frage hat sich keineswegs dadurch erübrigt, daß Frauen massenhaft zu Nutzerinnen der Pränataldiagnostik und der In-vitro-Fertilisation geworden sind. Es ist nur komplizierter geworden, eine Antwort zu finden. Es mag vielfach zutreffen, daß Frauen informiert, freiwillig und damit selbstbestimmt Pränataldiagnostik und In-vitro-Fertilisation in Anspruch nehmen. Dies wird möglicherweise bei der Präimplantationsdiagnostik auch nicht anders sein. Vielleicht stimmt es sogar für manche Frauen, daß sie sich selbstbestimmt als Eizellspenderinnen oder als Leihmütter zur Verfügung stellen wollen. Sie tun dies aber nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum. Frauen sind in ihrem Handeln und Entscheiden weiterhin ungerechten familiären, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen ausgesetzt. Neue technische Handlungsoptionen ändern daran erst einmal gar nichts. Darüber hinaus sehen sich Frauen heute im Zusammenhang mit den neuen technischen Handlungsmöglichkeiten einem zunehmenden Perfektionsdruck ausgesetzt, was ihre Familienplanung angeht. Ein Kind zum falschen Zeitpunkt oder gar ein behindertes Kind kann zum Armuts- und Karriererisiko werden. Für solche gesellschaftlich bedingten Probleme scheinen Pränataldiagnostik und In-vitro-Fertilisation individuelle, technische Lösungen bereitzustellen. Die Realisierung der frauenpolitisch näher liegenden Forderung, die gesellschaftlichen Bedingungen zu verändern, ist damit womöglich blockiert. Die geringen Erfolgsraten der In-vitro-Fertilisation stehen allerdings der planmäßigen Realisierung des Kinderwunsches entgegen 1) und eine Garantie für ein gesundes Kind gibt es trotz Pränataldiagnostik nicht. 2) Selbstbestimmt. Vor diesem Hintergrund müßten Frauen, wie dies in den 80er Jahren durchaus üblich war, als kollektive Opfer einer patriarchalen Unterdrückungstechnologie wahrgenommen werden. Das Problem ist nur, daß sich viele Frauen selbst gar nicht als Opfer der Verhältnisse sehen, häufig sogar im Gegenteil. Was bedeutet dann aber ein feministischer Begriff von Selbstbestimmung in Bezug auf Sexualität und Familienplanung, wenn er offensichtlich nicht mehr alleine in Abgrenzung zu familiärer oder gesellschaftlicher Fremdbestimmung zu gewinnen ist? Dürfen partikulare Fraueninteressen aus feministischer Perspektive überhaupt in Frage gestellt werden? Ich meine, daß dies gar nicht zu vermeiden ist, und daß die Frauenbewegung dies notwendigerweise auch schon immer getan hat, zumindest sofern partikulare Fraueninteressen als Einwilligung in die eigene Unterdrückung interpretiert wurden. Weil Frauen die ihnen zugewiesene gesellschaftliche Rolle oft nur zu bereitwillig ausfüllen, sind sie auch für die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern samt ihrer gesamtgesellschaftlichen Folgen in Mitverantwortung zu nehmen. Mittäterinnen. Der Umgang mit dem Selbstbestimmungsbegriff ist jedenfalls sowohl in der Frauenbewegung als auch innerhalb der feministischen Theoriebildung differenzierter geworden. In den gesellschaftlichen Debatten über Abtreibung und Geburtenkontrolle wurde von feministischer Seite für Frauen das Recht gefordert, an einem bestimmten Lebensweg nicht gehindert zu werden, wie beispielsweise Kinder zu bekommen oder aber auch ein Leben ohne Kinder zu wählen. Aus diesem durch die Ablehnung familiärer, 1) Nur ca % der Frauen gehen tatsächlich mit einem Baby nach Hause, nachdem sie sich einer IVF-Behandlung mit ein bis drei Versuchen unterzogen haben. 2) Die meisten Behinderungen sind nicht genetisch bedingt und auch von den genetisch bedingten wird nur ein kleiner Teil bei der Routinefruchtwasseruntersuchung erfaßt, nämlich die mikroskopisch erkennbaren Chromosomenanomalien wie das Down-Syndrom. Sigrid Graumann hat Biologie mit Hauptfach Humangenetik und Philosophie studiert, ist promoviert im Fach Humangenetik mit einer wissenschaftsethischen Arbeit zur somatischen Gentherapie und arbeitet am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen als wissenschaftliche Angestellte. Darüber hinaus ist sie frauenpolitisch in Sachen Repromedizin und Gentechnik aktiv, Gründungsmitlied von ReproKult und Mitglied der Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin des Deutschen Bundestags. märz 2001an.schläge 17

18 themabiomedizinkritik Der klinisch reine medizinische Fortschritt läßt sich nicht getrennt von der ökonomischen und sozialen Situation der Frauen bewerten. gesellschaftlicher und staatlicher Fremdbestimmung von Frauen gewonnenen Begriff von Selbstbestimmung ist auch nach wie vor festzuhalten. Und zwar, weil er nicht einen bestimmten Lebensweg für Frauen zur Norm erhebt. Damit entspricht er der innerfeministischen Forderung nach Anerkennung unterschiedlicher Erfahrungen und Lebensentwürfe, die von behinderten Frauen, armen Frauen, schwarzen Frauen und lesbischen Frauen innerhalb der Frauenbewegung erhoben wurde und sich als Norm zumindest in der theoretischen feministischen Diskussion weitgehend durchgesetzt hat. Liberale Ethik. In bioethischen Diskussionen wird der soziale Kontext biomedizinischer Forschung und Anwendung negiert. Besonders fatal wirkt sich dies in den bioethischen Diskussionen über die neuen Entwicklungen der Fortpflanzungsmedizin aus, wenn etwa nicht mehr unterschieden wird, ob ein Embryo sich in der Gebärmutter einer Frau befindet oder in einer Petrischale im Labor. Welcher Umgang mit Embryonen für zulässig erachtet wird, entscheidet sich in bioethischen Diskussionen in einer Güterabwägung. Auf der einen Seite der Waagschale wird dann das Selbstbestimmungsrecht der Frau auf eine Stufe mit hochrangigen Forschungszielen im Dienste des medizinischen Fortschritts gestellt. Auf der anderen Seite der Waagschale steht die Schutzwürdigkeit des Embryos bzw. der moralische Status, der dem Embryo zugeschrieben wird. Äußern sich Frauen kritisch zu embryonenverbrauchenden Techniken, wird ihnen nicht selten gedroht, daß dann aber auch die Abtreibungsfreiheit wieder zur Disposition steht. Allerdings muß die feministische Kritik derart reduzierte argumentative Einengungen nicht mitmachen. Embryonenschutz und Abtreibung. Wenn, wie es die feministische Kritik fordert, soziale Kontexte in ethische Überlegungen einbezogen werden, stellt sich die Bewertung der neuen biomedizinischen Techniken und des Schwangerschaftsabbruchs völlig anders dar. Die Situation einer Schwangerschaft berührt in unvergleichlicher Weise die körperliche Integrität und Selbstbestimmung der Frau. Darüber besteht Einigkeit in der innerfeministischen Diskussion. Keine Einigkeit besteht darüber, welcher moralische Status dem Embryo zugeschrieben werden muß bzw. ob Embryonen überhaupt zu berücksichtigen sind. Sofern einem Embryo ein Anspruch auf Schutz seines Lebens zukommen sollte diese Position wird auch von einigen Feministinnen vertreten, darf der Frau dennoch das Recht auf die selbstbestimmte Entscheidung über Fortsetzung oder Abbruch einer unerwünschten Schwangerschaft nicht abgesprochen werden. Der Embryo hat das Potenzial, sich zu einem fertigen Menschen zu entwickeln, dieses Potenzial kann sich jedoch nur im Körper der Schwangeren verwirklichen. Dazu darf die Schwangere aber nicht gezwungen werden. Sie hat grundsätzlich das Recht, diese Fürsorgebeziehung gegenüber dem Embryo oder Fötus zu verweigern. Dies gilt auch, wenn der Grund für den Schwangerschaftsabbruch der Befund nach einer Pränataldiagnostik ist. Aus feministischer Sicht ist in Bezug auf die Pränataldiagnostik also nicht der eventuelle Schwangerschaftsabbruch das eigentliche Problem, sondern die Etablierung der vorgeburtlichen Selektion in der medizinischen Praxis. Diese ethisch problematische medizinische Praxis rechtlich aber ausschließlich über den Schwangerschaftsabbruch zu regeln, kann aus feministischer Perspektive nicht akzeptiert werden. Vorgeburtliche Selektion. Ein Abwehrrecht, wie es hier für den Fall einer unerwünschten Schwangerschaft beschrieben wurde, kann für keinen anderen Fall konstruiert werden. Ein solches Recht haben auch die Eltern in spe im Fall der Präimplantationsdiagnostik nicht wie in bioethischen Debatten immer wieder behauptet wird. Bei der Präimplantationsdiagnostik handelt es sich um die absichtsvolle Herstellung mehrerer Embryonen, die nach genetischen Kriterien selektiert werden, um eine Schwangerschaft mit einem gesunden Embryo herbeizuführen. Ein Anspruchsrecht auf eine derartige medizinische Technik zur Erfüllung des Wunsches nach einem genetisch eigenen, gesunden Kind, das gegenüber der Gesellschaft geltend gemacht werden könnte, gibt es nicht mögen die Wünsche und Interessen der betroffenen Paare auch noch so drängend sein. Auf diesen Unterschied in der ethischen Bewertung der Pränataldiagnostik und der Präimplantationsdiagnostik wird von feministischer Seite regelmäßig hingewiesen. Ebenso regelmäßig wird der Unterschied von BefürworterInnenseite ignoriert. Aber auch dann, wenn einem Embryo kein Anspruch auf Schutz seines Lebens zukommen sollte, wie andere 18 an.schlägemärz 2001

19 kritikbiomedizinthema Zur gezielten Herstellung von Embryonen im Labor sind gespendete Eizellen in großer Zahl nötig. Daß Frauen den Status von Rohstofflagern bekommen, ist längst keine utopische Horrorvision. Feministinnen meinen, sprechen gewichtige Argumente gegen die vorgeburtliche Selektion. Die Pränataldiagnostik und die Präimplantationsdiagnostik dienen dazu, die Geburt von kranken oder behinderten Kindern zu verhindern; beide sind mit einer Selektionsentscheidung verbunden. Die Etablierung von Techniken in der medizinischen Praxis, die solche Selektionsentscheidungen ermöglichen, legitimiert sich dadurch, daß ein Kind mit bestimmten Eigenschaften für belastend, unerwünscht oder auch nicht lebenswert gehalten wird. Durch die Möglichkeit, so die Geburt eines behinderten Kindes zu verhindern, verändern sich die sozialen Rollenerwartungen in Bezug auf die Familienplanung. Dies äußert sich auch in einem zunehmenden Perfektionsdruck, dem sich Mütter in spe ausgesetzt sehen. Diese Entwicklung wurde durch die Pränataldiagnostik eingeleitet und ist medizinsoziologisch belegt. Durch die Einführung der Präimplantationsdiagnostik würde sie eine neue Qualität erhalten. Aus feministischer Sicht sind aber Entwicklungen neuer gesellschaftlicher Zwänge abzulehnen, weil sie die Möglichkeit einschränken, reflektierte, selbstbestimmte und damit verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Dies gilt um so mehr im Zusammenhang mit diskriminierenden und ungerechten gesellschaftlichen Bedingungen für chronisch Kranke, Behinderte und deren Familien. Diese Perspektive wurde vor allem von behinderten Frauen in die feministische Diskussion eingebracht. Die weitere Dimension der gesellschaftlichen Folgen von Pränataldiagnostik und Präimplantationsdiagnostik betrifft also die Diskriminierung von Behinderten. Dabei geht es nicht darum zu behaupten, die individuelle Entscheidung einer Frau gegen ein behindertes Kind sei an sich ein diskriminierender Akt. Vielmehr ist das Zusammenspiel vieler individueller Entscheidungen, gesellschaftlicher Erwartungshaltungen und damit verbundener Lebenswertzuschreibungen Ausdruck von Behindertenfeindlichkeit in der Gesellschaft, welche ihrerseits durch die Etablierung der vorgeburtlichen Selektion weiter befördert wird. Es ist zu befürchten, daß dieser gesellschaftliche Wertewandel zur Legitimierung einer zunehmenden Stigmatisierung, Diskriminierung und Entsolidarisierung führt. Auch das ist aus feministischer Sicht nicht akzeptabel. Embryonenforschung. Ein weiterer Aspekt ist die Eizellspende. Eizellen sind ein begehrter und ökonomisch wertvoller Rohstoff für die Fortpflanzungsmedizin, aber auch für die biomedizinische Forschung. Wo die Eizellen herkommen, interessiert in ethischen Diskussionen meist nicht, und zwischen Spermien und Eizellen wird in der Regel kein Unterschied gemacht. Um Eizellen zu gewinnen, müssen sich Frauen einer gesundheitlich belastenden und risikoreichen Prozedur unterziehen. In den Ländern, in denen die Einzellspende heute praktiziert wird, sind gespendete Eizellen für die In-vitro-Fertilisation anderer unfruchtbarer Frauen schon Mangelware. Sofern für die Stammzellforschung 3) Embryonen gezielt hergestellt werden, sind hierfür gespendete Eizellen notwendig. Insbesondere aber für das derzeit heiß diskutierte therapeutische Klonen wären unzählige Eizellen notwendig, die beim Klonen mit Körperzellen verschmolzen würden. Man erhofft sich von diesem Ansatz der Stammzellforschung, Zell- und Gewebsersatztherapien zu entwickeln, die für jede/n Patient/in individuell zugeschnitten werden können. Nicht nur für die Entwicklung derartiger Therapien, sondern auch in der eventuellen zukünftigen Anwendung würden für jede/n einzelne/n Patient/in gespendete Eizellen benötigt ob die therapeutischen Verheißungen irgendwann eingelöst werden können, ist allerdings offen. Um die Eizellen zu gewinnen, die für das therapeutische Klonieren notwendig wären, müßten Anreizsysteme geschaffen werden, welche die Praxis der Fortpflanzungsmedizin nachhaltig verändern würden. Denkbar wäre z.b. die Kostenübernahme für die In-vitro-Fertilisation im Gegenzug zu gespendeten Eizellen. Dadurch entsteht zwangsläufig ein Zielkonflikt zwischen dem Heilauftrag gegenüber der betroffenen Frau und dem Interesse an der Gewinnung von Eizellen. Zugespitzt formuliert, würden Frauen zu Rohstoffproduzentinnen für therapeutische Zwecke erklärt. Perspektive. Auch wenn sich die pauschale Ablehnung der Biomedizin und besonders der Fortpflanzungsmedizin faktisch überlebt hat, hat sich die feministische Kritik nicht erübrigt. Es ist nach wie vor richtig, daß die neuen Entwicklungen in der Biomedizin in besonderer Weise Frauen betreffen. Wird dieser Aspekt nicht von feministischer Seite stark gemacht, wird er ganz offensichtlich in bioethischen Diskussionen regelmäßig ignoriert. Dasselbe gilt für die gesellschaftlichen Folgen der neuen Techniken, besonders was die Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis, aber auch die Situation von weniger privilegierten Frauen betrifft. Jedenfalls gibt es die feministische Kritik der Biomedizin noch und das ist gut so. Sie ist heute vielleicht zahmer und leiser, dafür aber auch differenzierter als in den 80er Jahren. Ob sich aus der größeren Differenziertheit auch politische Stärke gewinnen läßt, wird sich in den anstehenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über die neuen Entwicklungen zeigen. 3) Es gibt verschiedene Ansätze der Stammzellforschung. Stammzellen sind noch nicht spezialisierte Zellen, die der Regeneration von Geweben dienen. Die Forschung mit adulten Stammzellen greift auf diese zurück. Davon sind embryonale Stammzellen zu unterscheiden. Auch die Zellen früher Embryonen sind noch nicht spezialisiert und können sich theoretisch zu allen verschiedenen Zelltypen des entwickelten Organismus spezialisieren. Eine Sonderform der embryonalen Stammzellforschung ist das therapeutische Klonen : Embryonen für die Stammzellforschung können nämlich vielleicht auch geklont werden. Dafür müßten Kerne von Körperzellen der PatientInnen in entkernte Eizellen gebracht werden. Man erhofft sich von diesem Ansatz, daß bei einer Zell- oder Gewebsersatztherapie Abstoßungsreaktionen vermieden werden könnten. Allerdings müßte für jede/n Patient/in seine eigene Stammzelllinie entwickelt werden. Ob dies realistisch ist, ist pure Spekulation. märz 2001an.schläge 19

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