Januar Inhalt. SEPA-Migration: Nachzügler bekommen Gnadenfrist. Editorial

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1 Januar 2014 Inhalt Editorial... 1 SEPA-Migration: Nachzügler bekommen Gnadenfrist... 1 SEPA-Migration in Deutschland: Frist verlängert und jetzt?... 2 SEPA-Migration in Deutschland: Wie relevant sind Zahlen?... 2 SEPA-Migration: Negative Nebenwirkungen... 3 SEPA-Migration: Wesentliche Schwierigkeiten... 3 MIF/PSD II: Verabschiedung schon Mitte 2014?... 4 MIF/PSD II: ECON legt Berichtsentwurf vor... 4 PSD II: Kritik zum Erstattungsrecht und Haftung... 5 PSD II: Kontozugangsdaten und Informationen für Dritte... 5 EZB: Konsultation zu Mindestanforderungen an mobile Zahlungen... 6 EZB: Euro Retail Payments Board ersetzt SEPA-Council... 7 EPC: Veröffentlichung des Volume V girocard: SEPA Cards Clearing ab girocard: Was kommt im Jahr 2014?... 8 girogo: Karten, Terminals, Transaktionen... 8 OSCar: Start der Phase Impressum... 9 Editorial Sehr geehrte Damen und Herren, die aktuelle Fristverlängerung des Big Bang der SEPA-Migration im konventionellen Zahlungsverkehr zum 1. August 2014 kam überraschend und hat Auswirkungen. Ebenso werden die finalen Inhalte der Payment Service Directive II und der MIF-Verordnung überraschen, die wohl erst im 2. Halbjahr 2014 vorliegen werden. Die Änderungsanträge des ECON-Ausschusses im Europäischen Parlament stellen klar, die neuen gesetzlichen Regelungen haben elementare Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr der Zukunft. Ob Zahlungen per Karte, mobil oder per Lastschrift und Überweisung, es geht um den Zugang zum Zahlungskonto und um die Authentifikation der Zahlung und des Kunden. Ein intensiver Wettbewerb ist in diesem Spannungsfeld bereits entbrannt. Das Zahlungsverkehrsjahr 2014 bleibt spannungsreich! Mit freundlichen Grüßen Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB Bereich Zahlungsverkehr / Kartensysteme SEPA-Migration: Nachzügler bekommen Gnadenfrist In gut einer Woche sollten alle Lastschriften und Überweisungen in Deutschland und in Europa ausschließlich in den verordnungskonformen SEPA-Zahlverfahren ausgeführt werden. Offensichtlich gab es in einigen europäischen Ländern Schwierigkeiten mit der geforderten SEPA-Umsetzung zum Stichtag 1. Februar Quasi wenige Meter vor der Ziellinie reagierte die EU-Kommission auf die nicht zufriedenstellenden SEPA- Indikatoren (s. unten). Mit der unerwarteten Ankündigung von Michel Barnier, EU-Kommissar für Internal Market and Services, am 9. Januar 2014, die Übergangsfrist für die SEPA-Migration um sechs Monate bis maximal 1. August 2014 zu verlängern und damit die EU-Verordnung 206/2012 zu ändern, dürfte nun eine Gnadenfrist wie folgt gewährt werden: 1. Parallelbetrieb von altem und neuem Zahlverfahren auch nach dem 1. Februar 2014 möglich (Kann- Regelung für Zahlungsdienstleister) sowie 2. Verzicht auf Sanktionen gegen Zahlungsdienstleister bis zum 1. August 2014 SEPA-Migration, Stand Dezember 2013 (Quelle: EZB) Für das SEPA-Lastschriftverfahren in Europa wurde von den Nationalbanken eine Steigerung von 26 % im November auf 41 % zum Jahresende 2013 ermittelt. Die gewünschte 100%ige SEPA-Migration für Lastschriften in Europa ist selbst unter der Annahme von deutlichen Steigerungen zum 1. Februar 2014 fraglich. 1

2 Da der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission erst Rechtskraft nach Zustimmung von Europäischem Parlament und Rat sowie Veröffentlichung im EU-Amtsblatt erhält, bleiben den Institutionen theoretisch nur noch wenige Tage bis zum 31. Januar 2014 für die notwendige Zustimmung. Dieser Zeitplan erscheint sehr ambitioniert. Die Mitgliedstaaten im Rat sowie die Mitglieder des ECON-Ausschusses des EU-Parlaments haben sich zwischenzeitlich auf ein beschleunigtes Verfahren geeinigt. Es ist davon auszugehen, dass dem Verordnungsvorschlag ohne Änderungen von Rat und EU-Parlament zugestimmt wird. Die Verordnung dürfte demnach Mitte Februar dieses Jahres in Kraft treten. SEPA-Migration in Deutschland: Frist verlängert und jetzt? Welche Folgen hat die Fristverlängerung? Die Abkommen der Deutschen Kreditwirtschaft sowie die Kundenbedingungen zum Überweisungs- und Lastschriftverkehr wurden in den vergangenen Jahren an die Vorgaben der EU-Verordnung 260/2012 und des SEPA- Begleitgesetzes mit Wirkung zum 1. Februar 2014 angepasst. Ab diesem Datum dürfen, gemäß dieser Rechtsgrundlage, die nationalen Verfahren für Überweisung und Lastschrift mit Ausnahme des Elektronischen Lastschriftverfahren nach 7c Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz nicht mehr unterstützt werden. Mit der zu erwartenden Änderungsverordnung wäre es den Instituten nun wieder erlaubt, Überweisungen und Lastschriften im Alt-Format abzuwickeln jedoch ohne eine gesetzliche Verpflichtung. Um hier ab dem 1. Februar 2014 eine möglichst rechtssichere Grundlage für die Abwicklung von Lastschriften und Überweisungen zu haben, werden die Verbände die notwendigen Änderungen in den relevanten Zahlungsverkehrsabkommen kurzfristig vornehmen. Auch ohne Fristverlängerung zum 1. Februar 2014 war seitens der Banken und Sparkassen geplant, ihren Firmenkunden individuell und übergangsweise gesetzeskonforme Dienstleistungen anbieten, die eine Umwandlung von Zahlungsdaten in Zahlungsaufträge im SEPA- Format ermöglichen. Hierauf dürften sich einige Kunden vorbereitet haben. Die notwendige Anpassung von Software und internen Prozessen auf die SEPA-Verfahren beim Kunden ersetzen diese Übergangslösungen jedoch keinesfalls. SEPA-Migration in Deutschland: Wie relevant sind Zahlen? Die Migrationszahlen per Ende November 2013 sehen eine unterdurchschnittliche SEPA-Umsetzung in Deutschland vor: Nur zehn Prozent aller Lastschriften in Deutschland wurden im SEPA-Format abgewickelt. Bei den Überweisungen waren es 32 Prozent. Gemäß Angaben der Deutschen Bundesbank waren bis Mitte Dezember 2013 gut 1,25 Millionen Gläubiger-IDs abgerufen worden. Wie hoch die Zahl der Unternehmen und Vereine ist, die noch eine Gläubiger-ID benötigen, ist schwierig abzuschätzen. Zum Ende des 3. Quartals 2013 lagen die SEPA-Zahlen in Deutschland im europäischen Vergleich am unteren Ende. Zum Jahresende 2013 lag der Anteil der SEPA- Lastschriften noch unter 20 Prozent, jedoch dürfte im Januar 2014 ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen sein. Verfälscht werden diese Zahlen durch eine vergleichsweise hohe Zahl von jährlichen Lastschriften im Altverfahren, bspw. für Mitgliedsbeiträge. Das heißt, der Anteil der SEPA-Zahlungen bleibt rein statistisch in Deutschland weiter deutlich unter 50 Prozent, ohne dass dies eine sichere Abschätzung der tatsächlichen Umstellungsrate erlaubt. Große und mittelständische Unternehmen, Banken und Behörden sind in der SEPA-Umsetzung weitgehend SEPA-ready. Unklar ist der Status bei der großen Masse an Nutzern des heutigen Lastschriftverfahrens mit geringer Transaktionszahl (kleine Unternehmen, Vereine). Vor allem wenn sie nicht die Kundensoftware ihrer Hausbank nutzen. Offen ist ebenfalls, wie viele bisherige Lastschrifteinreicher zukünftig andere Zahlverfahren als die Lastschrift nutzen werden und daher keine Gläubiger-ID benötigen. Die Situation war und bleibt trotz des sechsmonatigen Aufschubs angespannt. Endkunden, für die die Umstellung zum 1. Februar 2014 eng geworden wäre, kommt die einmalige Gnadenfrist entgegen. Denn die Hauptkonsequenz einer Nichtumstellung insbesondere auf die SEPA-Lastschrift wäre der fehlende oder verzögerte Zahlungseingang auf dem Konto des Gläubigers mit möglichen Folgen für die Liquidität des Lastschrifteinreichers gewesen. Für die Institute in Deutschland, die inzwischen flächendeckend SEPA-ready sind und ihre Prozesse vollstän- 2

3 dig auf eine Akzeptanz der SEPA-Verfahren zum 1. Februar 2014 umgestellt haben, kommt die Ankündigung der EU-Kommission ungelegen. Für die Banken bedeutet die Verlängerung der Umstellungsfrist einen nicht vorgesehenen Parallelbetrieb über einen Zeitraum von maximal sechs Monaten und somit zusätzliche, nicht eingeplante Kosten. Geplante technische und organisatorische Anpassungen müssen nun kurzfristig nachjustiert werden. Kreditwirtschaft, Wirtschafts- und Sozialverbände sowie die Öffentliche Hand und viele Unternehmen haben in den vergangenen Wochen und Monaten ihre SEPA- Kommunikation zu den Kunden weiter intensiviert. Millionen von Informationen über die SEPA-Umstellung haben die Verbraucher erreicht; inzwischen kennen 90 % der Verbraucher SEPA. Den Verbrauchern bleibt gleichwohl weiterhin bis zum 1. Februar 2016 die Möglichkeit Zahlungen mit Kontonummer und Bankleitzahl zu beauftragen - soweit ihr Institut diesen Service anbietet. SEPA-Migration: Negative Nebenwirkungen Betrüger nutzen leider auch die SEPA-Umstellung für missbräuchliche Abfragen von Kontodaten über Phishing-Mails und das Absetzen von Trojaner über Schadenssoftware bei unbedarften Kunden. Die Deutsche Bundesbank und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen vor entsprechenden Trickbetrügern. Diese Fälle könnten auch nach Fristverlängerung auftreten. 8_sepa_verbraucher.html SEPA-Migration: Wesentliche Schwierigkeiten Je nach Branche und Größe eines Unternehmens hatten und haben diese unterschiedliche Schwierigkeiten bei der SEPA-Migration zu bewältigen. Neben der Abhängigkeit von voll ausgelasteten IT-Dienstleistern und Beratern, die ERP- und Finanzbuchhaltungs-Programme anpassen, wurden Probleme bei der automatisierten Verarbeitung von Rücklastschriften sowie bei der Konvertierung von Stammdaten benannt. Letztere ließen sich durch die zwischenzeitlich von der Bundesbank in Abstimmung mit der Deutschen Kreditwirtschaft veröffentlichten IBAN-Regeln ausräumen. Hauptgrund für die nun anstehende Fristverlängerung der Big-Bang-Umstellung scheint aber zu sein, dass die Beteiligten die Komplexität und den Umfang der SEPA- Migration unterschätzt haben. Es ist eben nicht nur das Einstellen von IBAN/BIC und einer Gläubiger-ID. Möglicherweise hätten die nun zu beobachteten Engpässe mit einer Migration in mehreren Abschnitten verhindert werden können. Im Übrigen hinkt der Vergleich mit anderen Ländern: Deutschland hat den höchsten Umstellungsaufwand aller SEPA-Länder. Rein zahlenmäßig sind ca. 90 Prozent der jährlich 9 Mrd. Lastschriftzahlungen betroffen. Die anderen Lastschriften (ELV, Scheck) werden erst 2016 umgestellt. Darüber hinaus war das seit über 30 Jahren praktizierte Einzugsermächtigungslastschriftverfahren effizient und bewährt, demnach bei den Endkunden bekannt und geschätzt. Allerdings aber eben nicht europäisch. Zahlungsdienstleister und deren Kunden in Ländern, die bisher gar keine Lastschrift kannten und andere Zahlungsarten bevorzugen (bspw. Finnland: Überweisung), hatten bedeutend geringere Umstellungsaufwände. VÖB-Kommentar Fast hätte man Anfang Januar den Teufel an die Wand malen wollen, denn die Zahlen für die SEPA-Umstellung waren nicht rosig, laut Bundesbank sogar besorgniserregend. Dann kam der überraschende Antritt von EU-Kommissar Barnier für eine Verlängerung der Übergangsphase für die SEPA-Umstellung bis zum 1. August So wenige Tage vor dem ursprünglichen Datum 1. Februar 2014 erscheint das Vorgehen von Barnier eher von Panik getrieben. Wie war der Status der SEPA-Migration in Frankreich? Nun denn, die verbleibenden Marktteilnehmer sollten nun erst recht die voraussichtliche Gnadenfrist nutzen und alle verfügbaren Ressourcen in die zeitnahe Umstellung investieren. Dass so kurz vor dem Ende, das ja eigentlich ein Anfang ist, seitens der EU-Kommission eine Verlängerung ermöglicht wird, kam doch unerwartet. Andererseits zeigt es, dass die Zwei-Jahres-Frist für eine Umstellung des mit Abstand mengen- und nutzungsmäßig größten Zahlungsverkehrslandes in Europa sowie anderer europäischer Länder, offensichtlich zu kurz ist. Der europäische Gesetzgeber und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten haben die Dimension 3

4 der SEPA-Umstellung eindeutig falsch eingeschätzt. Die Banken und Sparkassen in Deutschland sind zum 1. Februar 2014 alle pünktlich SEPA-fähig ein riesiger Kraftakt, der in den Häusern wohl nur dank der Verpflichtung aus der SEPA- Verordnung durchsetzbar war. Das Ziel, Unternehmen und Verbraucher millionenfach in so kurzer Zeit zur rein technischen SEPA-Nutzung zu zwingen, war ambitioniert. Vor allem aber sieht die SEPA-Verordnung eben keine Verpflichtung der Kunden vor. Es fehlt der Ende-zu-Ende-Ansatz. Erst durch die Kundenbedingungen der Banken und Sparkassen schließt sich der SEPA-Kreis. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation sehr bald signifikant besser darstellt als jetzt. MIF/PSD II: Verabschiedung schon Mitte 2014? Der am 24. Juli 2013 seitens der EU-Kommission veröffentlichte Richtlinienvorschlag zur Payment Service Directive (PSD II) sowie zur Verordnung über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungen (MIF- Verordnung) hat quer durch Europa vielschichtige Diskussionen ausgelöst. Noch ist aus Brüssel kaum absehbar, wann und mit welchen konkreten Inhalten beide Vorschläge verabschiedet werden. Vor dem Hintergrund der Menge von Änderungsanträgen und der notwendigen Einigung von EU-Parlament und Rat sowie den anstehenden Wahlen für das EU-Parlament im Mai 2014 gibt es Grund zur Einschätzung, dass erst im 3. Quartal 2014 mit tatsächlichen Fortschritten im Gesetzgebungsverfahren zu rechnen ist. Die letzte Ratspräsidentschaft aus Litauen hatte keine konkreten Zeitplanungen für die Behandlung des Entwurfs der PSD II bzw. der MIF-Verordnung veröffentlicht. Mit welcher Priorisierung die griechische Ratspräsidentschaft im 1. Halbjahr 2014 die Thematik angeht, bleibt abzuwarten. MIF/PSD II: ECON legt Berichtsentwurf vor Im federführenden Committee on Economic and Monetary Affairs (ECON) des Europäischen Parlaments wurden Mitte Dezember die Berichtsentwürfe zur MIF-Verordnung und zur PSD II vorgestellt. Der federführende Berichterstatter Pablo Zalba Bidegain (EVP) schlug zur MIF-Verordnung vor, die Artikel zum Co- Badging und zur Anwendungsauswahl zu streichen und bei den Interbankenentgelten in Höhe von 0,3 % bzw. 0,2 % ein on a weighted average of the value of the transaction festzulegen. Der ECON-Bericht zur PSD II von Berichterstatter Diogo Feio (EVP) enthält ebenfalls eine Vielzahl von Änderungen und Ergänzungen. So soll z.b. die IBAN verpflichtend auf allen Debitkarten oder anderen mobilen Zahlungsanwendungen (bspw. auf Smartphones) eingestellt und auslesbar sein, um alternative Bezahlverfahren zum Kartengeschäft zu etablieren. Das Einverständnis des Zahlers vorausgesetzt, soll dann eine SEPA- Überweisung oder Lastschrift generiert werden. Diogo Feio schlägt ebenfalls vor, den Artikel 59 (siehe Ausführungen unten) zu streichen und teilweise in Artikel 58 zu überführen, ergänzt um weitreichende Sperrmöglichkeiten durch den Kontoinhaber. Der European Banking Authority (EBA) soll die Aufgabe übertragen werden, eine einheitliche technische Schnittstelle für den Kontenzugang durch Dritte unter gleichberechtigter Einbeziehung aller relevanter Marktteilnehmer zu beschreiben. Positiv ist die erstmalige Berücksichtigung der Anforderungen des SecurePay-Forum für Zahlungen im E-Commerce und die Forderung der EU-weiten Lizenzierung und Aufsicht von Third Party Providern (TPP). In einem Round Table des ECON-Ausschusses, Vertretern der EU-Kommission und EZB sowie ausgewählter Marktteilnehmer am 7. Januar 2014 wurde ebenfalls deutlich, dass die Positionen des Regulierers und der Marktteilnehmer gegensätzlicher nicht sein können. Während EU-Kommission und Handel die Einführung der Interchange-Fee gemäß Verordnungsentwurf weiterhin unterstützen, zweifeln Banken und Zahlungssysteme an den seitens der EU-Kommission erhofften Wettbewerbseffekten. Einigkeit scheint zu bestehen, Third Party Provider (TPP) in die PSD II mit aufzunehmen. Der ECON wird zur Diskussion über die Änderungsanträge der anderen Fraktionen am 13. Februar 2014 zusammenkommen, eine Entscheidung ist nach derzeitigem Stand für den 20. Februar 2014 vorgesehen. Die Plenarsitzung soll im April stattfinden. 4

5 VÖB-Kommentar Noch sind wesentliche Inhalte von MIF- Verordnung und PSD II in der Diskussion. Der Ausgang ist offen. Ist es zynisch, schon jetzt die Frage zu stellen, wann die Fristen für MIF- Verordnung und PSD II wieder geändert werden? So, wie Übergangsfristen der SEPA-Verordnung kurzfristig verlängert werden, bieten auch diese beiden Regulierungen reichlich Ansatzpunkte für verspätete Einsicht. Gleichwohl bleibt zu berücksichtigen, dass Gesetze keinen Investitionsschutz für technische Infrastrukturen und Geschäftsmodelle bieten PSD II: Kritik zum Erstattungsrecht und Haftung Der PSD II-Vorschlag der EU-Kommission beinhaltet aus unserer Sicht eine Reihe kritischer Aspekte. Dazu gehören u. a.: Verknüpfung von Zahlungsverkehr und Grundgeschäft beim Erstattungsrecht (Art. 67 Abs. 1): Hierdurch würde das unbedingte Erstattungsrecht des Zahlers beim SEPA-Basislastschriftverfahren von acht Wochen auf wenige Tage verkürzt oder abgeschafft werden; im Massenzahlungsverkehr ließe sich dies auch nicht umsetzen. Die Verschlechterung der Rechtslage ginge zulasten der Verbraucher und des gerade eingeführten SEPA-Verfahrens. Sämtliche bisher eingeholten Lastschriftmandate verlören ihre Gültigkeit, da im SEPA- Basislastschriftregelwerk ein unbedingtes achtwöchiges Rückerstattungsrecht des Zahlers verankert ist. Ungerechtfertigte Haftungsübernahme durch den kontoführenden Zahlungsdienstleister (Art. 65 Abs. 2): Der kontoführende Zahlungsdienstleister des Gläubigers soll für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge des Zahlungsdienstleisters des Zahlers auch dann haften, wenn die Ursache beim vom Zahler eingesetzten Zahlungsdienstleister liegt. Da bislang der Zahler seinen Zahlungsdienstleister auswählt und der kontoführende Zahlungsdienstleister des Gläubigers keinerlei Einflussmöglichkeiten hat, wäre eine solche Regelung mit erheblichen Haftungsrisiken für den kontoführenden Zahlungsdienstleister verbunden und eine angemessene Haftungsverteilung nicht gewährleistet. Reduzierung der Grenze der Mithaftung bei Kartenmissbrauch auf 50 EUR (Art. 66 Abs. 1): Derzeit muss der Karteninhaber einen Anteil von 150 EUR bezahlen, sofern im Missbrauchsfalle zwischen dem Kartenverlust und der Kartensperre Schäden entstehen. Das Herabsetzen der Grenze auf 50 EUR könnte dazu führen, dass der Karteninhaber künftig wieder großzügiger beim Sperren seiner Karte umgeht denn 50 EUR sind leichter aufzubringen als 150 EUR. Mit der Folge, dass die kartenausgebenden Banken mehr Schäden zu übernehmen haben, was letztendlich zulasten aller Karteninhaber gehen würde. PSD II: Kontozugangsdaten und Informationen für Dritte Quasi freien Zugriff auf und freie Verfügung über das Kundenkonto durch sogenannte Drittdienste sieht der derzeitige Wortlaut in Artikel 58 der PSD II vor. Der Drittdienst (ein dritter Zahlungsdienstleister ) soll bspw. über das Online-Banking für den Kontoinhaber Überweisungen tätigen, der hierfür sogar seine personalisierten Kontozugangsmedien freigibt und mehr oder weniger bewusst dem Drittdienst Einsicht in Kontosalden und sogar in Einzelbuchungen gewährt! Als Folge einer unkontrollierbaren Öffnung per Gesetzgebung könnten die kontoführenden Institute nicht mehr wie bisher die Integrität ihrer technischen Infrastruktur sicherstellen. Das heute vorhandene und zwingend notwendige Vertrauen der Kontoinhaber in die Sicherheit des Zahlungsverkehrs wäre gefährdet. Die Deutsche Kreditwirtschaft fordert daher die Anpassung dieses Artikels um Festlegungen von Zugangskriterien bzgl. Sicherheit, Organisation, Überwachung bis hin zu Notfallplänen, die für alle in Europa zu beaufsichtigenden Institute gleichermaßen gelten. Der kontoführende Zahlungsdienstleister ist in jedem Fall in die Öffnung der Kunde-Bank-Schnittstelle einzubeziehen, denn aus Bankensicht ist der Drittdienst Nutzer der bilateralen Schnittstelle zwischen Kunde und Bank. So sollte auch der Kunde seiner Bank ausdrücklich erklären, welche Drittdienste Zugang zu seinem Konto haben dürfen oder auch den Zugang sperren dürfen. Die Weitergabe von PINs und TANs an Dritte ist kategorisch auszuschließen, denn es ist davon auszugehen, dass Kontoinhaber die guten Drittdienste von den bösen Drittdiensten nicht 5

6 unterscheiden können. Ein Anstieg des Missbrauchs im Online-Banking wäre sonst kaum zu verhindern. Analog zum Kontozugang über das Online-Banking aus Artikel 58 geht Artikel 59 auf den Kontozugang zu Kartenkonten ein. Auch hier sind die derzeitigen Vorschriften ungenau, führen bestenfalls zu Wettbewerbsverzerrungen und die Systemintegrität wird gefährdet. VÖB-Kommentar Des einen Freud, des anderen Leid. Die Verlierer und Gewinner werden feststehen, wenn die PSD II verabschiedet ist. Bleibt es weitgehend unverändert bei den derzeitigen Vorschlägen, hätte der Gesetzgeber Drittanbieter mit Vorschusslorbeeren ausgestattet. Am Ende dürfte der Verbraucher für steigenden Missbrauch zahlen. Schade, dass man offensichtlich glaubt, Banken hätten nur den Schutz ihrer Geschäftsmodelle im Sinne und würden deswegen jede Innovation verhindern. Im Zeitalter von Internetkriminalität, Hacking, Lahmlegen von Servern und Verteilen von Daten rund um den Globus, Trojanern, Viren, Spams (bei denen selbst die besten Gegenprogramme nicht immer sofort reagieren können) müsste sich der (europäische) Gesetzgeber aber eigentlich gerade für den Schutz der Verbraucher beim Zahlen im Internet engagieren. Das Gegenteil scheint der Fall. Sind die Produkt-Angebote der Banken nicht (mehr) zeitgemäß und/oder marktgerecht? Banken müssen heute und in Zukunft höchste Überwachungsmechanismen vorhalten. Doch welchen Sinn machen diese, wenn Banken darauf reduziert werden, eine bestimmte Infrastruktur vorzuhalten, derer sich jeder Dritte kostenlos und unkontrollierbar bedienen können soll, und letztendlich immer die Bank haftet? Der Wettbewerb um den jederzeit vollumfänglichen Zugriff auf das Konto der Kunden egal mit welchen Mitteln und Verfahren scheint nahezu blind zu machen für die Grundsätze des Zahlungsverkehrs bezogen auf Verlässlichkeit, Sicherheit, Daten- und Verbraucherschutz sowie die Abwehr von Reputationsschäden. Auch wenn das Image der Banken aufgrund der Finanzkrise gelitten hat, mit Geld spielt man nicht, auch und schon gar nicht im Zahlungsverkehr. Der Wettbewerbs- und Innovationsgedanke scheint wichtiger zu sein, zumindest im Interesse der sich im Wettbewerb um diesen Markt offenkundig befindlichen Nicht-Banken, die Zahlungsverkehr mal anders machen wollen. Wir meinen: Die Umsetzung der PSD II in seiner jetzigen Form als auch unter Berücksichtigung der Änderungen des ECON-Ausschusses führt zu ungeahnten Risiken. Es bedarf klarer Anforderungen für Funktionalität, Sicherheit und Risikomanagement jenseits von Gesetzen. In der Zahlungsverkehrsbranche beschreibt man dazu Zahlungssysteme und ja, diese sind privatwirtschaftlich organisiert. Aufsichtsbehörden, die tätig werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen zu spät. Die Reputation von Zahlverfahren ist dann nicht mehr zu retten. Die Deutsche Kreditwirtschaft hat ihre Anforderungen an den Kontenzugang durch Dritte in einem Positionspapier veröffentlicht: Die grundlegende Idee besteht darin, die für die unmittelbare Online-Banking-Kommunikation zwischen Bank und Kunde gewidmete Online-Banking- Schnittstelle dahingehend zu erweitern, dass berechtigte Schnittstelle (ZOB-Seite) teilnehmender Kreditinstitute erhalten. Online-Bezahldienste zur Erbringung ihrer Dienstleistungen einen eigenen Zugang zur Online-Banking- kreditwirtschaft.de/uploads/media/131202_dk- Position_Anlage_Konzeptpapier_ZOB-Seite.pdf EZB: Konsultation zu Mindestanforderungen an mobile Zahlungen Am 20. November 2013 hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen ersten Entwurf der Mindestanforderungen an mobile Zahlungen veröffentlicht. Die EZB gelangt zu der Einschätzung, dass die Nutzung von mobilen Geräten und mobiler Technologie neue Risiken für die Zahlungsverkehrssicherheit verursacht. Die Gründe sind im Besonderen: Die neue Generation mobiler Geräte und ihrer Betriebssysteme ist eben gerade nicht im Kontext der Sicherheit von Zahlungen entwickelt worden. 6

7 Die Funktechnik für die Übertragung von sensitiven persönlichen und Zahlungsdaten beinhaltet andere Risiken bezogen auf Zahlungen als herkömmliche Verfahren. Bei der Durchführung von mobilen Zahlungen sind neue Akteure einschließlich deren mobiler Netzbetreiber eingebunden, bei denen im Allgemeinen weniger Bewusstsein von Sicherheitsrisiken vorhanden ist. Eine eindeutige, abgrenzende Definition eines mobile payment kann auch die EZB in ihrem Entwurf nicht vornehmen. Insbesondere nicht zum klassischen Kartenzahlungsverkehr. Die Vermischung würde letztlich zu ggf. gegensätzlichen aufsichtsrechtlichen Anforderungen führen, die seitens der Betreiber nicht einhaltbar wären. Bisher hat noch niemand nachweisen können, wie bspw. Smartphones gegen missbräuchlichen Zugriff abgesichert werden können. Ob die Empfehlungen in dieser oder nach Konsultation anderer Form tatsächlich ausreichend sind, Missbrauch und Schäden abzuwenden, ist fraglich. Schließlich befindet sich die Komponente mobiles Endgerät in der Sphäre des Endkunden, dessen Sicherheitsbewusstsein nicht zwingend stark ausgeprägt ist und/oder Möglichkeiten zum Selbstschutz eingeschränkt ist, es sei denn, man erlaubt keine mobile Zahlungsanwendung. Insofern ist bspw. die Forderung, dass die Software regularly checked against tampering sinnvoll, aber in der Praxis nicht machbar und durchsetzbar. Dass sich die EZB mit Mindestanforderungen an die Sicherheit von NFC-Zahlungen einschließlich Apps beschäftigt, wird durch den VÖB begrüßt. Dabei wird offensichtlich klar, dass man gerade im Umfeld neuer Technologien nicht unter das etablierte Sicherheitsniveau zurückfallen kann, vorausgesetzt sie sollen in Zukunft massenzahlungsverkehrstauglich werden. Die Kommentierungsfrist endet am 31. Januar EZB: Euro Retail Payments Board ersetzt SEPA-Council Im Jahr 2014 wird die Europäische Zentralbank (EZB) den SEPA-Council durch ein neues, europäisches Gremium, den Euro Retail Payments Board (ERPB), ersetzen. Der ERPB soll die Entwicklung eines integrierten, innovativen und wettbewerbsfähigen Marktes für Zahlungen im Handel beschleunigen. Je sieben Vertreter der Angebots- und Nachfrageseite sowie fünf Vertreter nationaler Notenbanken der Euro-Zone und ein Vertreter außerhalb der Euro-Zone sollen unter Vorsitz der EZB strategische Kernfragen und Aufgaben einschl. Geschäftspraktiken, Marktanforderungen und Standards identifizieren bzw. dafür sorgen, dass diese angegangen werden. Ansatz für die EZB ist die finale Migration auf die SEPA-Verfahren für Lastschrift und Überweisungen zum (ursprünglichen) Endtermin 1. Februar Neben dem konventionellen Zahlungsverkehr werden auch Kartenzahlungen und Innovationen Themen im ERPB werden. Die EU-Kommission wird als Beobachter am ERPB teilnehmen. Das Mandat für die Aufgaben des ERPB finden Sie hier: l/index.en.html#council EPC: Veröffentlichung des Volume V7.0 Der European Payments Council (EPC) und die Cards Stakeholder Group (CSG) haben am 7. Januar 2014 die finale Version des SEPA Cards Standardisation SCS (Volume) das sogenannte Book of Requirements veröffentlicht. Die sechs Bücher u.a. zu funktionalen und Sicherheitsanforderungen an POS-Terminals und Karten, Datenelemente sowie allgemeine Konformitätsbestimmungen wurden nach umfangreicher Konsultation und Einbeziehung aller Marktteilnehmer vollständig überarbeitet. Neu ist Buch 6, das konkrete Daten für die Umsetzung bestimmter Anforderungen in Terminals und Karten festgelegt. So ist bspw. die Verarbeitung der offline-klartext- PIN am POS ab 2018 nicht mehr gestattet. Erstmals werden auch europaweit einheitliche Sicherheitskriterien an chip-only-terminals beschrieben. girocard: SEPA Cards Clearing ab 2015 Mit dem Einstellen des nach dreißig Jahren bewährten Datenträgeraustausches (DTA) seitens der Deutschen Bundesbank Anfang 2016 ist auch das Clearing von girocard-transaktionen betroffen. Die Deutsche Kreditwirtschaft befindet sich daher in der Umstellung auf den 7

8 neuen, europäischen Clearing-Standard SEPA Card Clearing der Berlin Group. Betroffen sind Überweisungen und Lastschriften im Inland und mit dem Ausland und damit auch das Clearing von Kartentransaktionen. Das heißt, für das Clearing von Geldautomaten- Transaktionen, electronic cash, GeldKarte sowie für alle Kartenbrands auf der girocard (girocard, CoBranding mit Maestro, Vpay, JCB) ist das neue Clearing anzuwenden. Die Migration von nationalem DTA auf das SEPA Card Clearing ist umfangreich. Eckpunkte dieser notwendigen Migration sind sowohl die Anpassung der electronic cash-vertragswerke als auch die Bereitschaft der Testsysteme und Durchführung von Tests zwischen allen Beteiligten (EBA, Bundesbank, Netzbetreiber). Der Rollout ist für den Zeitraum April 2015 bis Ende Oktober 2015 für den POS-Betrieb geplant. Die ersten SCC-Umsatzeinreichungen können und müssen ab November 2015 erfolgen. girocard: Was kommt im Jahr 2014? Neben der bisher bekannten Nutzung der girocard am POS werden im Jahr 2014 die Vorbereitungen für einen kontaktlos-piloten und für die Akzeptanz der girocard im Internet getroffen. Erfahrungen bei der kontaktlos-technologie hat die Deutsche Kreditwirtschaft bereits über das girogo-projekt in den vergangenen zwei Jahren gesammelt. Dies dürfte auch bei der Akzeptanz der girocard über die NFC- Technologie der Fall sein. Kontaktlos ist modern, ob daraus jedoch weitere, deutliche Zuwächse bei den Transaktionen erzielt werden können, wird sich auch bei der girocard zeigen müssen. Während girogo gezielt im Kleinbetragsbereich einsetzbar ist, können bei girocard kontaktlos auch die von den kartenherausgebenden Banken hinterlegten Kartenlimite ausgeschöpft werden. Die Steigerung der Umsätze im E-Commerce scheint keine Grenzen zu kennen, daher wird die girocard auch für diesen Akzeptanzbereich einsetzbar. Es gilt, die Anforderungen des SecurePay-Forums einzuhalten. Eine starke Authentisierung ist Pflicht. Die DK wird hierfür die entsprechende Infrastruktur im Jahr 2014 vorbereiten. girogo: Karten, Terminals, Transaktionen Zum Jahresende 2013 wurde das girogo-pilotprojekt beendet. Nach gut anderthalb Jahren seit den ersten girogo-transaktionen waren zum Jahresende ca. 1,358 Millionen girogo-karten (kontogebunden sowie kontoungebunden) zum Einsatz an Terminals in der Pilotregion ausgegeben. Die Transaktionszahlen an den POS-Terminals sind zwar relativ gering, dennoch kontinuierlich steigend. Die kontaktlos-technologie an sich funktioniert, für die Anwendbarkeit als auch die Umstellung der Zahlungsweise muss sowohl dem Kassenpersonal als auch den Karteninhabern ausreichend Zeit gegeben werden. Ein wesentliches Kriterium für die Akzeptanz und Nutzung ist das Wissen um bzw. der Umgang mit der neuen Bezahltechnologie. Einfache, klare Kommunikation und Aufklärung sind erforderlich. Die Einführung der neuen Marke girogo wurde von umfangreichen Marketing- und PR-Aktionen begleitet. Die Markenbekanntheit von girogo im Pilotprojekt beträgt inzwischen ca. 30 %. Auch das Nutzungsinteresse liegt im Januar 2014 bei über 25 %. Gründe für die Nichtnutzung seitens der Karteninhaber sind u.a. bei gut 20 % der Befragten Sicherheitsbedenken (z.b. Verlust, unsicheres Verfahren), 17 % der Kunden bezahlen generell nur mit Bargeld, 11 % bevorzugen Bargeld zwecks Überblick (Quelle: Resonanzmessung für girogo). Hervorzuheben ist, dass mit der Ausstattung der VfL Wolfsburg Arena mit ausschließlich girogo-nutzung ein bedeutender Akzeptant hinzugekommen ist. Pro Spieltag werden ca Lade- und ca Bezahltransaktionen getätigt. Die girogo-karten werden neun Monate nach Ausgabe inzwischen auch außerhalb des Stadions zunehmend genutzt. Weitere Fußballstadien haben ihr Interesse geäußert. Inzwischen bieten nahezu alle Hersteller die girogo-erweiterung in POS-Terminals oder stellen Automatenmodule bereit. Der Abschlussbericht über das girogo-pilotprojekt wird für Anfang Februar 2014 erwartet. OSCar: Start der Phase 2 Das OSCar Consortium hat in den vergangenen Monaten neue Mitglieder begrüßt: Transaction Network 8

9 Services S.A.S. (Frankreich), ACI Worldwide France, PayFair (Belgien), Banque Accord (Frankreich), The UK Cards Association (Großbritannien) sowie izettle Merchant Services AB (Schweden). Damit wächst das Consortium auf 38 Vertreter des europäischen und internationalen Kartenmarktes an. Für die Phase 2 wurden im Januar 2014 die Implementierungsspezifikationen freigegeben: Auf Basis von SEPA Fast, Version 3.0, sowie den EPAS-Protokollen, Version 2.0, wurde die OSCar POS Integration Spezifikation (OIS), Version 3.1, verabschiedet. Die neue Spezifikation umfasst zusätzlich zur kontaktbehafteten Chip- Verarbeitung an bedienten Terminals auch kontaktlose Chip-Transaktionen sowohl an bedienten als auch an unbedienten Terminals. Nun gilt es, die Testfälle zu finalisieren, die Testbereitschaft in den OSCar-Testlaboren (derzeit: Elitt, FIME, ZVD-Processing und Cetecom) bereitzustellen und die Infrastruktur in den Zertifizierungsstellen zu erweitern (derzeit: PayCert, VÖB). Für Terminalhersteller, Handelsunternehmen und Acquirer/Prozessoren steht mit dem Start der Phase 2 ein umfangreiches Spezifikationswerk in englischer Sprache zur Verfügung. Es umfasst die gegenwärtigen funktionalen Anforderungen auf der Schnittstelle zwischen POS- Terminal und Acquirer-Host zur Verarbeitung von Karten aller teilnehmenden Zahlungssysteme. OSCar hat damit die bereits im Jahr 2009 aufgenommenen Arbeiten zur Schaffung eines europäischen Implementierungsstandards weitestgehend vollendet. In Kürze wird als optionale Funktion die Notfallverarbeitung, wie sie heute bereits im Technischen Anhang für electronic cash beschrieben ist, aufgenommen. Nicht nur das girocard- System, sondern alle anderen chip-basierten Kartenzahlungssysteme können dann von dieser bisher eher deutschen Besonderheit über OSCar Gebrauch machen. ten Terminals) wurden bisher zwei Pilotprojekte gestartet: Die französischen Unternehmen Auchan und Carrefour haben jeweils in Frankreich sowie Spanien und Portugal gemeinsam mit dem Acquirer Credit Mutual eine Vielzahl an SEPA-Fast-Transaktionen erfolgreich durchgeführt. Das erste girocard-pilotprojekt über die SEPA-Fast- Anwendung startet ab Sommer Pilotteilnehmer sind der Netzbetreiber WEAT Electronic Datenservice GmbH, Düsseldorf, der gemeinsam mit dem tschechischen Terminalhersteller Wincor Nixdorf eine POS- Lösung für bediente Terminals bereitstellt. Die Zertifizierung der OSCar-Anwendung erfolgt über den VÖB in seiner Funktion als OSCar-Zertifizierungsstelle. Sie wollen diesen Newsletter abonnieren? Dann schreiben Sie bitte eine an Geben Sie einfach den Betreff VÖB-Zahlungsverkehr an. Hinweise und Anregungen nehmen wir gern entgegen. Alle VÖB-Newsletter können Sie auch online unter bestellen. Für die Phase 1 (kontaktbehaftete Zahlungen an bedien- Impressum Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB Lennéstraße 11, Berlin Telefon (0 30) Telefax (0 30) Internet: Ansprechpartner: Claudia MacGregor Redaktionsschluss: 22. Januar

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