Tagfalter in Bingen. Der Große Schillerfalter -lat. Apatura iris - Inhalt

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1 Tagfalter in Bingen Der Große Schillerfalter -lat. Apatura iris - Inhalt Kurzporträt... 2 Falter... 2 Eier... 3 Raupe... 3 Puppe... 5 Besonderheiten... 5 Beobachten... 5 Literaturverzeichnis... 6 W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 1 / 6

2 Tagfalter in Bingen der Große Schillerfalter Voraussetzung für einen stetigen Bestand des Großen Schillerfalters. Autor: Wolfgang Düring Letzte Aktualisierung: 18. August 2013 Kurzporträt Der Große Schillerfalter kommt in Mischwäldern vor, so auch im Binger Wald, im Soonwald, im Langenlonsheimer Wald und im Stein-Bockenheimer Wald. Er ist an Bestände von Weiden (insbesondere der Salweide) gebunden. Die Falter sind kaum zu sehen, da sie sich vorwiegend auf Bäumen aufhalten. In der Regel nur die männlichen Falter sind aber auch auf Waldwegen beim Saugen an Pfützen oder Tierkot zu finden. Der Große Schillerfalter überwintert als L3- Raupe auf Weiden. Die Raupe entwickelt sich dann bis Juni / Juli zum Falter. Der Große Schillerfalter bildet nur eine Generation pro Jahr. Abbildung 1: Großer Schillerfalter Männchen, Neupfalz im Soonwald am Der erste Falter (Männchen) konnte im Soonwald schon am beobachtet werden. Manche Weibchen fliegen aber auch noch Mitte August. Die Männchen kommen an warmen Tagen morgens (9:00 bis 13:00 Uhr) gerne zum Saugen an Pfützen auf den Boden. Ebenso wird gerne an Tierkot auf Waldwegen gesaugt. Sie sind dann an den gleichen Stellen mehrere Tage lang beobachtbar. Falter Der Große Schillerfalter lebt in lichten Mischwäldern, an breiten lichtdurchfluteten Waldwegen, auf Lichtungen und an Waldrändern. Unabdingbar für die Entwicklung der Raupen sind Bestände von Weiden. Diese lichtbedürftigen Bäume kommen in der Regel als Pionierpflanzen im Wald an Störstellen vor. Solche wiederkehrenden Störungen sind also eine Abbildung 2: Große Schillerfalter beim Saugen an Kot auf einem Waldweg bei Neupfalz im Soonwald am In der Literatur wird berichtet, dass der Große Schillerfalter mithilfe von stark riechenden Käsesorten geködert werden kann. (vgl. dazu [1]) Dies gelang dem Autor bei mehreren Versuchen nicht zu bestätigen. Im Binger Wald konnte aber mehrfach beobchtet werden, dass die Falter sehr gerne Schweiß und Speichel aufsaugen. W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 2 / 6

3 Zweig um den Baum herum, aber auch quer durch das Blätterdach. Die Eier sind zunächst grünlich. Nach einigen Tagen verfärben sie sich an der Basis bräunlich. Im oberen Bereich bleiben die halbkugelförmigen Eier zunächst grünlich. Abbildung 3: Großer Schillerfalter beim Aufsaugen von Schweiß im Binger Wald nahe der Lauschhütte am Die Falter können dann sehr zutraulich werden. Im Soonwald konnte neben der verbreiteten Unterart (A. iris) mit weißen Flecken auf der Flügeloberseite auch die fast vollständig dunkele Unterart (A. iris f. iole) ohne weiße Flecken beobachtet werden. Abbildung 4: Dunkele Unterart des Großen Schillerfalters bei Neupfalz im Soonwald am Abbildung 5: Ei des Großen Schillerfalters am bei Stein-Bockenheim Einige Tage später wechselt die dunkele Färbung in den obernen Bereich des Eies. In der zeit von Ende Juli bis Mitte August schlüpfen die L1-Raupen nach einer Entwicklungsdauer von ca. 14 Tagen. (vgl. dazu [3]) Raupe Die Raupen leben auf den Blättern von Salweiden und anderen Weidenarten. In der Zucht war ein Wechsel auf Zitterpappel problemlos möglich. Eier Die Eiablage der Weibchen konnte in Stein- Bockenheim mehrfach am frühen Nachmittag an heißen Julitagen beobachtet werden. Die Weibchen flogen dabei an Waldwegen entlang. Es wurden junge Bäume die im Halbschatten standen angeflogen und nach kurzem Prüfen eines Blattes wurde das Ei einzeln auf der Oberseite abgelegt. Die Weibchen flogen aber auch ins Innere von älteren Weiden und legten dort die Eier im Schutz von anderen Zweigen ab. Dabei flogen die Weibchen tänzelnd von Zweig zu Abbildung 6: Eiraupe (2 Tage alt) des Großen Schillerfalters am Die jungen Raupen (L1 und L2) zeigen ein typisches Fraßbild. Sie sitzen auf einem Gespinstpolster eingehakt an der Spitze W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 3 / 6

4 eines Blattes und fressen links und rechts das Blatt bis auf die Mittelrippe ab. ausgeliefert. In dieser Zeit ist die Sterblichkeitsrate deshalb sehr hoch. Abbildung 7: Jungraupe (L2) mit dem arttypischen Fraßbild an Salweide am im NSG Struth bei Rheinböllen Die L1-Raupe hat noch keine Hörner. Ab de L2-Raupe besitzen die Schillerfalterraupen die für sie typischen Kopfhörner. Die Raupen sind zunächst grün. Nach der 2.ten Häutung hat die L3-Raupe eine braungraue Wintertarnfarbe angenommen. Die L3-Raupe zieht sich zur Überwinterung auf die Äste des Wirtsbaumes zurück und verbirgt sich oft in Astgabeln oder neben Knospen. Abbildung 9: Überwinternde Raupe des Großen Schillerfalters von einer Eisschicht überzogen am Im April erwacht die Raupe wieder und beginnt sehr bald die Knospen der Weiden zu befressen. Abbildung 10: Erwachende Raupe des Großen Schillerfalters nach der Überwinterung am Sobald die Blätter austreiben werden diese befressen und die Raupe sitzt wieder auf einem Blatt. Sie ist jetzt wieder grün mit gelben Rücken- und Seitenlinien. Abbildung 8: L3-Raupe in einer Astgabel auf Weide am im Binger Wald bei Daxweiler Die Raupe ist jetzt ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Schnee und Eis mit Temperaturen unter -10 Grad Celsius über mehrere Wochen sind in dieser Zeit kein Problem für die darauf sehr gut eingestellten Raupen. In der ca. 6 Monate dauernden Winterruhe ist sie aber ihren Fressfeinden (Vögel, insbesondere Meisen) Abbildung 11: Raupe des Großen Schillerfalters nach Überwinterung im Binger Wald an der Lärchenwiese am W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 4 / 6

5 Puppe Zehn Monate nach dem Schlüpfen der Raupe kommt es im Mai zur Verpuppung. Die Raupe spinnt sich dazu an die Unterseite eines Weidenblattes an. Während der nächsten 2 bis 3 Tage entfärbt sie sich und hat anschließend bereits die hellgrüne Farbe transparent erscheinende Farbe der späteren Puppe. Abbildung 13: Frische Puppe des Großen Schillerfalters am Nach 18 bis 20 Tagen schlüpft der Falter. Abbildung 14: Frisch geschlüpftes Weibchen des Großen Schillerfalters am Abbildung 12: Raupe des Großen Schillerfalters direkt vor der Verpuppung am Anschließend häutet sie sich zum fünften Mal und es erscheint die Puppe. Besonderheiten Der Große Schillerfalter ist ein Falter des lichten Mischwaldes. Er kommt in vielen Wäldern in oft nur geringen Dichten vor. Neben Baumsäften, Schweiß und Tierkot hat er eine Vorliebe für stark riechende Käsesorten. Beobachten Der Große Schillerfalter ist aufgrund seiner versteckten Lebensweise im Kronendach des Waldes, leichter als Raupe im September und Oktober zu beobachten. Insbesondere W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 5 / 6

6 das Fraßbild der Herbstraupe, und später nach dem Abfallen der Blätter das im Wind baumelnde angesponnene letzte Sitzblatt, sind relativ gut zu finden (vgl. [6]) Der Falter (Männchen) selbst kann im Hochsommer (Juli) morgens vor allem nach Regengüssen an Pfützen saugend angetroffen werden. Abbildung 15: Breiter Waldweg - Habitat des Großen Schillerfalters im Soonwald bei Neupfalz am [2] T. Schulte, O. Eller, N. M. und E. Rennwald, Die Tagfalter der Pfalz, Band 1, - Flora und Fauna in Rheinland-Pfalz Beiheft 37, Landau: Gnor-Eigenverlag, [3] J. Settele, R. Feldmann und R. Reinhardt, Die Tagfalter Deutschlands, Stuttgart: Ulmer Verlag, [4] J. Settele, R. Steiner, R. Reinhardt und R. Feldmann, Schmetterlinge; Die Tagfalter Deutschlands, Stuttgart: Ulmer Verlag, [5] W. Schön, Portal für Schmetterlinge / Raupen, [Online]. Available: [6] G. Hermann, Tagfalter suchen im Winter - Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel, Norderstedt: Books on Demand GmbH, Literaturverzeichnis [1] G. Ebert und E. Rennwald, Die Schmetterlinge Baden-Würtenbergs. Band 1: Tagfalter 1, Karlsruhe: Ulmer Verlag, W. Düring, Tagfalter in Bingen Großer Schillerfalter (lat. Apatura iris) Seite 6 / 6

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