Der Basar einmal anders

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1 Die Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen Dezember 2010Zytig Der Basar einmal anders PZM Leitbild Qualitätsmanagement Vorschlagswesen Woki Erfahrungsaustausch Drehscheibe Büroservice Was heisst BSVP Berufsinfotag Emme Wildabend im PZM Personalfest 2010 Begägnige Der Basar einmal anders Buchtipp: Jenseits der Couch

2 Inhaltsverzeichnis Editorial PZM Leitbild PZM Qualtiätsmanagement Fachklinik Psychiatrie Arbeitstraining/ Geschützte Werkstätten Mosaik Verbände Rund ums PZM Liebe Leserinnen, liebe Leser 1 Ein Wegweiser für unser Verhalten 2 Vorschlagswesen im PZM 3 Woki Erfahrungsaustausch 4 «Drehscheibe» Büroservice 6 Feste feiern wie sie fallen... 7 Was heisst BSPV? 8 Berufsinfotag Emme im PZM 9 Der Wildabend im PZM 10 Personalfest 2010 Begägnige im Haus 3 11 Basar farbiger Rückblick 14 Ich kenne fast jede Steckdose Buchtipp Leserbrief Pensionierungen Wir stellen vor Personelles Sicherheit Kommissionen / Impressum Clubs Gottesdienste / Agenda «Jenseits der Couch» 18 Vom guten PZM-Geist und so 20 Sie wollte es nochmals wissen... und nimmt jetzt Abschied Eine Frohnatur geht in Pension 21 Mir Hei di gärn 22 Ueli... uf Wiederseh! 22 Arrivederci Mario Gambardella 23 Ich bin der neue Reinhard Lehmann 24 Personalnachrichten 25 Parkplatz-Vignetten Brandschutz-Massnahmen während der Adventszeit 26 Unfallfrei durch den PZM Winter! 26 Die Betriebskommission des PZM 27 Wir suchen... Freiwillige Mitarbeiter Titelfoto Joanne Bisig Basar 2010

3 Editorial Aus Gründen der Einfachheit und der Lesefreundlichkeit werden möglichst geschlechtsneutrale Begriffe verwendet. Dort wo nötig oder sinnvoll treten männliche oder weibliche Form abwechselnd auf. Beide Geschlechter sind in der jeweils verwendeten Form eingeschlossen. Alpennordseite Am Samstag meist bewölkt und von Norden her einsetzender Niederschlag. Schneefallgrenze in der Nacht auf Sonntag auf 1000 m sinkend. Eine Wetterprognose, die man sich nicht gerade wünscht, wenn ein Anlass wie der alljährliche Basar vor der Tür steht. Auch die Aussage, es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung überzeugte mich am Tag des Basars nicht wirklich. Nichtsdestotrotz nahm ich die Herausforderung an, was blieb mir anderes übrig. Sass ich letztes Jahr zur gleichen Zeit noch relaxed am Strand und genoss die warme Sonne, so hiess es dieses Jahr den ersten verregneten Basar meiner PZM-Karriere zu meistern. Mein erster Einsatz war am Infostand geplant. Die letzten Jahre fand ich es immer schade im Durchgang Haus 1 zu stehen, während draussen, auch wenns manchmal kühl war, die Sonne schien; So war ich dieses Mal richtig froh am «Schärme» zu sein. Doch mein zweiter Auftrag am Basar Fotos zu schiessen, stand auch noch an und so wartete ich, wie ich im Laufe des Tages merkte, vergeblich auf ein Ende des Regens. Schlussendlich zog ich doch noch los. Mit Schirm und Kamera bewaffnet wagte ich mich ins graue Nass. Den Schirm zwischen Schulter und Kinn eingeklemmt und die Kamera krampfhaft in den Händen haltend versuchte ich Fotos zu machen, die nicht aussahen, wie aus dem Wasser gezogen. Ich schoss lässig aus der Hüfte und hoffte, dass der Autofocus sich meiner erbarmte. Doch mit der Zeit erstarrten meine Finger und der Schirm rutschte mir vom Kinn unter die Nase. Regen lief über meine Stirn und tröpfelte auf meine Brille, was ich eindeutig nicht besonders schätze. Auf der Kameralinse zeichneten sich auch schon kleine Rinnsale ab und so beschloss ich eine Kaffepause einzulegen. Das Restaurant und auch das Grotto waren gnadenlos voll und ganz tapfere Besucher sassen unter dem Zeltdach, wo es zwar trocken, aber doch sehr erfrischend war. Ein Abstecher ins Wohnheim Lättacker hob meine leicht eingefrorene Laune. Bewohner und Mitarbeitende hatten sich in märchenhafte Schale geworfen und die Dekoration sorgte für wahre Märchenschloss-Stimmung. Der Aufwand hatte sich gelohnt, hier herrschte reges und lustiges Treiben. Doch draussen vor den Toren des Märchenschlosses Lättacker glich der Streichelzoo mehr einem Aquarium. Kamele, Lamas und Ponys standen mit leidiger Mine und triefendem Fell in ihrem Gehege. Erstaunlicherweise fand ich immer wieder lachende Gesichter, die sich von diesem nasskalten Wetter nicht einschüchtern liessen. Und ich habe schon lange nicht mehr so viele Regenschirme, Gummistiefel, Kapuzen, Pelerinen und Gamaschen gesehen. «Leider hat das Wetter diesmal nicht mitgespielt. Umso mehr danke ich für das Ausharren trotz Nässe und Kälte und ich bin überzeugt, dass uns Petrus am 15. Oktober 2011 wieder besser gesinnt sein wird.» Mit diesen Zeilen bedankte sich Klinikdirektor Dr. Rolf Ineichen bei allen Mitwirkenden des Basars. Doch nur auf Petrus Gesinnung zu warten ist meiner Meinung nach nicht genug. Ich empfehle der Geschäftsleitung für nächstes Jahr einen Anschaffungsantrag für besseres Wetter rechtzeitig auszufüllen. Zu finden wäre dieser im Intranet unter Dokumente DMS. Andererseits genügt vielleicht auch das Ausfüllen eines Formulars für das Vorschlagswesen. Auch zu finden im Intranet unter Dokumente DMS. Hier bin ich mir aber nicht sicher, wieweit Petrus sich mit Formularen auskennt. Oder aber wir schicken die Abteilung Technik und Bau an einen Weiterbildungskurs in Sachen «Wie überdache ich eine Psychiatrische Klinik». (Weiterbildungsformulare sind hier wiederum auch im Intranet unter Dokumente DMS zu finden.) Weitere Möglichkeiten werde ich recherchieren und Ihnen sobald als möglich mitteilen. Bis dahin lesen Sie doch hier in unsere PZM-Zytig, was noch alles im PZM möglich ist. Und ich hoffe auch dieses Mal wieder ihr Interesse am PZM geweckt zu haben. Joanne Bisig, Chefredaktion 1

4 PZM Leitbild Ein Wegweiser für unser Verhalten Im Mai 2010 fand die Kick-off-Veranstaltung für die Einführung des Leitbildes statt. Seither bin ich mehrmals gefragt worden, wie es nun weitergeht. Joëlle Pougnier Qualitätsleiterin Die Qualitätskommission hat zusammen mit dem Künstler Matthias Winkler den Leitbild-Flyer erstellt. Die Flyer sind an alle Mitarbeitende Anfang November 2010 verteilt worden. Ab 1. Januar 2011 wird das Leitbild durch verschiedene Aktivitäten im PZM umgesetzt (siehe Umsetzungskonzept Leitbild im Intranet/Dokumente DMS/Qualitätsmanagement/ Allgemeines). Es soll als Wegweiser für unsere Haltung im Alltag verankert werden. Damit das Leitbild während des ganzen Jahres ein aktuelles Thema für alle bleibt, wird jeweils während eines ganzen Quartals einer der vier Werte in den Vordergrund gestellt: Vertrauen: Januar bis März 2011 Kommunikation: April bis Juni 2011 Qualität: Juli bis September 2011 Ressourcen: Oktober bis Dezember 2011 Dieser Fokus soll ermöglichen, dass alle Mitarbeitende und alle Teams ihre Haltung in Zusammenhang mit dem jeweiligen Wert im Alltag reflektieren und versuchen, das Leitbild zum Leben zu bringen. In welcher Form dies passieren sollte, ist jedem Mitarbeitenden und Bereich frei gestellt. Zur Erinnerung wird jeweils vor jedem neuen Quartal ein Artikel über den Wert, der in den Fokus gestellt wird, durch ein QM-Kommission-Mitglied verfasst. Es ist mir eine Freude, den Anfang mit dem Wert Vertrauen machen zu dürfen. Vertrauen schaffen Wir gestalten die Beziehung zu den Patienten, Heimbewohnern und ihren Angehörigen respektvoll und nehmen ihre individuellen Bedürfnisse wahr. Wir begegnen uns als Mitarbeitende wertschätzend, unterstützend und ehrlich. Partner und Kunden erfahren uns engagiert und verlässlich. Als ich 2006 im PZM als Qualitätsleiterin anfing zu arbeiten, war für mich die grösste Herausforderung, eine Vertrauensbasis mit allen PZM- Mitarbeitenden aufzubauen. Natürlich habe ich, wie alle neue Mitarbeitende, einen Vorschuss Vertrauen durch meine Vorgesetzte, GL-Mitglieder und einige Kollegen erhalten. Aber sind wir ehrlich, viele von euch Kolleginnen und Kollegen haben mich ein bisschen skeptisch angeschaut und sich gefragt, ob diese Funktion im PZM wirklich nötig ist? Ob man die Arbeiten nicht nebenbei erledigen könnte? Ob man das Geld nicht besser investieren könnte? Es war mir bewusst, dass ich kein QM- System im PZM aufbauen könnte, wenn ich nicht vorher Euer Vertrauen gewinnen kann. Ich habe mich gefragt: Schaffe ich das? Wie lange brauche ich, bis ich merke, dass das Vertrauen vorhanden ist? Und was ist, wenn ich es nicht schaffe? Vier Jahre später kann ich sagen: «Ja ich habe es geschafft». Und die meisten PZM-Mitarbeitenden auf allen Hierarchiestufen haben mir das schönste Geschenk gemacht, das ich mir wünschen konnte: ihr Vertrauen. Alle von uns schätzen das Vertrauen, das wir von unseren Kollegen, Vorgesetzten oder auch von Patienten/ Bewohnern erhalten. Es wird dabei oft vergessen, dass Vertrauen zu erhalten, nicht selbstverständlich ist. Vertrauen ist ein Geschenk, das wir besonders pflegen müssen, da es viel mehr Zeit braucht, eine echte Vertrauensbasis zu schaffen, als diese zu verlieren. Durch Euer Vertrauen bin ich stärker geworden und habe das Gefühl, dass ich auch schwierige Aufgaben bewältigen kann und dass ich, auch bei Schwierigkeiten, auf Eure Hilfe und Eure Unterstützung zählen kann. Menschen, die an Menschen glauben, sind eine Kraft für sie. Sie strahlt aus ihnen heraus und ist die grösste Hilfe, die einem Menschen von Menschen zuteil werden kann. Zitat Albert Schweitzer In diesem Sinn wünsche ich allen für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit Kollegen, Vorgesetzten, Geschäftsleitung, aber auch mit Patienten/ Bewohnern, geprägt von Vertrauen, 2 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

5 PZM QM Vorschlagswesen im PZM Partnerschaft und Zusammenhalt, die uns erlaubt, mit Enthusiasmus in die Zukunft zu schauen und die zukünftigen Herausforderungen mit Freude anzugehen. Im vergangenen Jahr ging erneut eine Vielzahl interessanter Vorschläge beim Qualitätsmanagement ein. Joëlle Pougnier Qualitätsleiterin Jacqueline Thürner Verwaltung Wir freuen uns immer wieder über die Vielfalt der Vorschläge. Von einigen Anträgen profitieren die Patienten und Bewohner direkt. Andere wiederum haben einen indirekten Einfluss: Z.B. verbesserte Rahmenbedingungen und Arbeitsabläufe sowie übersichtliche Formulare unterstützen die Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit mit Patienten und Bewohnern. Vorschläge, wie das Anbringen von Treppengeländer, bessere Beschilderungen und das Überprüfen von Türen, dienen letztendlich allen. Konkret umgesetzt werden konnte die Rampe für Rollstuhlfahrer im Durchgang Haus 41/42. Diese Erneuerung wird sehr geschätzt. Ebenfalls erfreut sich der neue Picknick-Raum im Haus 52 grosser Beliebheit. Wiederum musste aber auch eine geringe Anzahl von Anregungen abgelehnt werden, da diese nicht realisierbar waren und deshalb nicht umgesetzt werden konnten oder zum Teil nach eingehender Prüfung als nicht notwendig beurteilt wurden. Für das Verständnis dafür danken wir Ihnen. Die meisten Vorschläge werden zur Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit und zur Arbeitsorganisation eingereicht. Die prozentuale Verteilung der Vorschläge sehen Sie im folgendem Diagram. Wir freuen uns auf weitere unterstützende Vorschläge. Bei Fragen oder Anregungen steht Ihnen die Qualitätsleiterin Joëlle Pougnier, Telefon 8603, gern zur Verfügung. 1. Januar 2007 bis 30. Oktober 2010, N = 245 Verteilung Status der eingegangenen Vorschläge Leitbild-Flyer von Matthias Winkler PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 3

6 PZM FAP Woki Erfahrungsaustausch Seit 2002 gibt es ihn, den jährlichen Erfahrungsaustausch zwischen Institutionen und Psychiatrischen Kliniken, die Menschen mit geistiger Behinderung ambulant und stationär in Krisenzeiten betreuen. Die Zahl der TeilnehmerInnen ist von Jahr zu Jahr gewachsen was das Interesse an der Thematik spiegelt. Durch Vernetzung und Erfahrungsaustausch können wir voneinander profitieren, wir können von den Fehlern und von den Erfolgen der Anderen lernen und wir können einander in schwierigen Zeiten unterstützen. Sylvia Hegi, Psychologin Zoran Soldatovic, Oberarzt Franziska Bärtschi, Sozialarbeiterin WoKi Referent in diesem Jahr am Erfahrungsaustausch im PZM war Alois Grüter, Heilpädagoge in der Luzerner Psychiatrie. Im Rahmen seines Sabbatical* konnte Alois im letzten Jahr verschiedene psychiatrische Institutionen in Deutschland besuchen und dort auch hospitieren. Unter anderem war er auch längere Zeit in Ursberg bei Dr. C. Schanze und in Berlin bei Frau Dr. T. Voss. Wer an den Veranstaltungen der letzten Jahre teilgenommen hat, kennt bereits die Behandlungskonzepte dieser Institutionen, beide wurden von den Gründern (Schanze und Voss) im PZM präsentiert. Das Erleben aus der Sicht des Beobachters wurde in sehr anschaulicher Weise von Alois Grüter dargestellt. Freundlicherweise hat er uns für die PZM-Zytig eine Zusammenfassung seiner Eindrücke und Empfehlungen für die Behandlung von Menschen mit kognitiver Behinderung in der Schweiz zur Verfügung gestellt. Eindruck und Überlegungen von Alois Grüter Aus dem Bericht Sabbatical 2009 In Deutschland bestehen heute in der Psychiatrie 24 Spezialstationen für Menschen mit Intelligenzminderung. Den meisten ist eine sogenannte Psychiatrische Institutionsambulanz angegliedert. Die Bestrebungen laufen dahin, den ambulanten Bereich zu stärken und so Hospitalisationen zu vermeiden. Spezielle Stationen sollten nur noch eine Übergangslösung darstellen. Die Behindertenarbeit in Deutschland in der Psychiatrie ist geprägt von einem sehr konsequenten Umsetzen des Ernst-Nehmens der behinderten Menschen. Dieser Umgang ist bemerkenswert, führt aber auch zu Überforderungsituationen, z.b. wenn schwerer geistig behinderte Menschen mit Fragen konfrontiert werden, deren Sinn sie nicht verstehen oder wenn sie die Konsequenzen ihrer Antworten zu wenig abschätzen können. Zum andern wird im Umgang dadurch wenig Rücksicht auf ihre emotionale Belastbarkeit genommen. Dr. Voss wie Dr. Schanze teilen mit mir die Haltung, dass die Zusammenarbeit zwischen Psychiatrie und Heilpädagogik bei Menschen mit geistiger Behinderung unabdingbar ist. Um den Verhaltensauffälligkeiten von Menschen mit Behinderung angemessen begegnen zu können, ist eine gemeinsame Diagnostik zwingend. Erst dadurch ist ein pädagogisch wie psychiatrisches Vorgehen fundiert und sinnvoll. Mit einer psychiatrischen wie heilpädagogischen Diagnostik können Grundlagen für das weitere Vorgehen und Handeln gelegt werden. Dabei geht es nicht darum, wer recht hat sondern um das Festlegen eines gemeinsamen Vorgehens. Kann nämlich ein psychiatrisches Störungsbild ausgeschlossen werden, hat dies entscheidende Folgen für das pädagogische Vorgehen. Liegt ein psychiatrisches Störungsbild vor, müssen die pädagogischen Überlegungen diese Besonderheit adäquat berücksichtigen. * Sabbatical = Arbeitszeitmodell, berufliche Freistellung, kann der Weiterbildung dienen, erhöht die Motivation und Kreativität und ist eine gute Prophylaxe gegen Burnout 4 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

7 PZM FAP Es fällt auf, dass im Bereich der leichten Intelligenzminderung vermehrt Verfahren zur Therapie adaptiert werden (IPT, DBT, Adipositas Therapie). Im Bereich der mittleren bis schweren Intelligenzminderung ist man aber in Berlin wie in Ursberg noch stark auf die Erfahrung einzelner Mitarbeiter angewiesen. Eine Unterscheidung zwischen behinderungsbedingter Verhaltensauffälligkeit und psychischer Störung ist hier nach wie vor schwierig und das Vorgehen muss im Einzelfall festgelegt werden. Leider sind auch in Berlin und Ursberg keine adaptierten therapeutischen Vorgehensweisen entwickelt. Aus meiner Sicht haben wir in der Lups (Luzerner Psychiatrie) hier einen Vorsprung. Dieser ist auf die bisherige heilpädagogische Arbeit zurückzuführen. Die Heilpädagogische Ambulanz in Berlin hat ähnliche Vorgehensweisen entwickelt und wendet diese im ambulanten Setting an. Berlin wie Ursberg legen den Schwerpunkt auf den ambulanten Bereich. Im stationären Setting verlegen sie sich auf adaptierte therapeutische Verfahren für leichte Intelligenzminderung. Verfahren für mittel bis schwer intelligenzgeminderte Menschen zu entwickeln ist aufwändiger. Hier liegt in der Lups Potential brach. Unsere therapeutischen Vorgehensweisen müssten in einem Konzept zusammengefasst und manualisiert werden. Die Vision von Schanze, ein Hometreatment aufzubauen und intelligenzgeminderte Menschen ambulant und stationär durch dasselbe Team zu betreuen wäre anzustreben. In der Luzerner Psychiatrie könnte dies realisiert werden wenn man sich vom Kanton den Auftrag für den Aufbau einer Fachstelle geben liesse. Bei der Behandlung müsste der Einsatz von Anteilen der IPT- und DBT- Therapie fest in den Ablauf eingeplant werden. Die Programme müssten entsprechend adaptiert werden. Inhaltlich wäre in erster Linie auf Sinnesschulung, Gefühlswahrnehmung, Wutmanagement, Achtsamkeitsübungen und Skillstraining einzugehen. Der Einbezug der Wohnheimmitarbeiter und die ambulante Nachbetreuung müssten gewährleistet sein. Der ambulante Bereich muss klar gestärkt und gefördert werden. Die Behandlung von Menschen mit Intelligenzminderung steht und fällt, auch nach Meinung von Schanze und Voss, mit dem Einbezug, der Zusammenarbeit und der Weiterbildung der Wohnheimmitarbeiter. Dabei könnte die Idee einer «Weiterbildungsakademie», die in den gemeinsamen Gesprächen in Berlin entstand, ganz interessant sein. Die Formen der Behandlung und Zusammenarbeit müssen vielfältig gestaltbar sein: Sitzungen mit Patienten, mit Patienten und Wohnheim, Werkstatt oder Familie oder auch Sitzungen ohne Patienten. Diese Formen werden von uns bereits so praktiziert. Auch die Orte müssten der Situation entsprechend angepasst sein (in der Klinik, im Wohnheim, in der Werkstatt, in der Familie). Im ambulanten Bereich müssten Gruppenangebote geschaffen werden um die Behandlungen effizienter gestalten zu können: IPT, DBT, Wutmanagement. Es muss gezielt darauf hingearbeitet werden, dass diese Angebote institutionalisiert werden und nicht von der Präsenz einzelner Personen abhängig sind. Der Schlusssatz aus diesem Bericht hat uns sehr nachdenklich gemacht. Es stimmt, dass die Zeit der Pioniere mit Pilot-Projekten zu Ende geht. Sowohl aus der Forschung wie aus der Erfahrung im Alltag sind brauchbare Modelle entwickelt worden, die einer breiteren Population von Menschen mit kognitiver Behinderung zugänglich gemacht werden sollten. Die Verletzlichkeit dieser Menschen ist gross, das Risiko einer psychischen Störung liegt bei ihnen drei bis vier Mal höher als bei nicht Behinderten. Deshalb braucht es ein spezialisiertes psychiatrisches Angebot mit Schwerpunkt auf Prävention und ambulante Dienstleistungen. Bereich WoKi Wohnen und Krisenintervention für Menschen mit geistiger Behinderung Der Bereich WoKi gehört zur Fachklinik für Psychiatrie (FaP) des Psychiatriezentrums Münsingen Der Bereich WoKi auf der Station 45.1 des PZM nimmt geistig behinderte erwachsene Menschen zur zeitlich begrenzten Krisenintervention auf, wenn eine Hospitalisation unumgänglich ist. PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 5

8 PZM AT/GW «Drehscheibe» Büroservice Der Büroservice ist Teil des Arbeitstraining/Geschütze Werkstätten und bietet PatientInnen sprich «Wiedereinsteiger/Innen» mit PC-Erfahrung im Bereich Anwender (nicht im Sinne von Informatik) die Möglichkeit zur Vorbereitung auf eine Arbeitsstelle. Felix Schneider Leiter Büroservice und wie der Lateiner so schön sagt, «in medias res» mitten ins Getümmel... Account Adressleiste Arbeitsplatz Arbeitsspeicher... Betriebssystem Cursor Datei Dateisystem Daten Desktop Diskette docx Explorer Excel Fenstersymbole Formatierung Google groupe auf oranje (G) Homepage http Icons Internet JPEG-Format Kompatibel... Kontextmenü Laufwerk Link Mail Memorystick Microsoft Maus Maximieren Minimieren Ordner Papierkorb PDF-Format... Peripheriegeräte Pfad Programm Scanner Schliessen Scrollleiste Scrollen search.ch Software Speicher Startmenü Statusleiste Symbolleiste Taskleiste Titelleiste USB- Stick...User Verkleinern Vorlagen Word WWW world wide web xlsx Zehnfingersystem Der Büroservice eine eigentliche «Abspaltung» zu den übrigen Handwerkstätten. Er ist Drehscheibe für vielfältigste, kaufmännische und administrative Arbeiten, welche intern durch Fachbereiche, Abteilungen sowie Einzelpersonen und extern durch Firmen in Auftrag gegeben werden. Der Computer ist «DAS» omnipräsente Werkzeug des Büroservices schlechthin. Der gekonnte Umgang mit diesem informationsverarbeitenden, informationsbeschaffenden und kommunikationsfähigen Medium ist unumgänglich. Ein Arbeitsplatz im Büroservice (sowohl im geschützten Bereich wie aber auch für das Arbeitstraining) bedeutet nicht zwingend eine intensive Beschäftigung mit dem Computer. Es braucht vielmehr die Fähigkeit, die jeweiligen Geräte bedienen zu können und nicht nur im technischen Sinne, sondern auch im Sinne von ihre Sprache verstehen und über das notwendige Hintergrundwissen verfügen; die Handhabung der Computer- Software beherrschen, sich ins Netz einloggen; aber auch die Bedienung eines Scanners und vieles mehr. «Variatio delectat» Abwechslung macht Freude und Abwechslung zeichnet die Arbeit im Büroservice aus. Hier eine kleine Auswahl von Aufgaben des Büroservices, die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Kopieraufträge für interne und externe Besteller; Korrespondenz; Durchführen von Kalkulationen gemäss Vorgabe; Ausführen von Verteilern gemäss Angaben des Bestellers wie beispielsweise Bearbeitung der Menü- sowie Tagesangebote für die Hotellerie in Papierform; adressieren und verteilen der PZM-Zeitung und... ; Mitgestaltung verschiedener Anlässe wie Parkfest, Basar, Wildabende in Plakat- und Flyerform; etc. Verwaltung der Handbibliotheken für die Seelsorge und den Sozialdienst; Erstellen von Terminkarten beispielsweise für Ärzte und Psychologen für deren Patienten; Erfassen von Daten für die Hotellerie und für die Wäscherei; Erfassen von Daten für die Gärtnerei; für Technik und Bau und andere Abteilungen; Verarbeiten von Mailingaufträgen von externen Bestellern wie z.b. für das Projekt Alp, Energie Wasser Bern EWB, Kantonaler Jodlerverband; Betreuung und Hilfestellung bei Fragen in der Internet-Ecke im Pausenraum der Werkstätten; Individuelle Begleitung und Beratung bezüglich Korrektur lesen, Formatierung und Illustration von Diplomarbeiten für Studierende; und und und... Für die Leitung des Büroservices bedeutet dies in der Computersprache eine Einteilung in Hardware und Software. Software Menschen Hardware es müssen bestimmte Strukturen vorhanden sein um bestimmte Aufgaben erfüllen zu können, dafür müssen bestimmte Kompetenzen sowie eine Infrastruktur /Hilfsmittel vorhanden sein und es muss eine finanzielle Ressource (ein Budget) zur Verfügung stehen. Das Zusammenführen beider Teile ist spannend, aber auch anforderungsreich. Einen nicht unerheblichen Zeitfaktor beansprucht das Erklären des Aufbaus der Laufwerke. Das Switchen ziwschen dem Büroservice-eigenen und des offiziellen Netzwerkes verlangt manche Hilfestellung und welche Dokumente in welchen Ordnern auf welchen Laufwerken zu finden sind oder abgespeichert werden. Fortsetzung nächste Seite 6 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

9 PZM Mosaik Fortsetzung von Seite 6 Feste feiern wie sie fallen... Es wird mit genauen Vorgaben gearbeitet und enge Kontrollen durchgeführt. Das Ziel ist idealerweise, die im Lauf der Zeit persönlich und fachliche Weiterentwicklung, so dass insbesondere die Patienten des Arbeitstrainings ihre Aufgaben kompetent und eigenständig erledigen können. Dann ist die «Entwicklungshilfe» geleistet und die Begleitung kann auf Zielvereinbarungen und Ergebniskontrollen beschränkt werden. Ziel der Leitung des Büroservices ist: Patienten auf die Beine zu helfen ohne ihnen auf die Füsse zu stehen. Ich stelle immer wieder fest, dass bei besonderen Anlässen wie Weihnachten, Ostern oder auch an Geburts-tagen, manche Heimbewohner etwas anderes Essen oder Trinken, das nicht zu ihren Gewohnheiten gehört. Das ist immer spannend. Priska Lüthi Fachfrau Betreuung Ein Herr im hohen Alter, wollte immer Griessbrei oder Haferbrei zum z Nacht. Das ganze Jahr hindurch. An Weihnachten hat er Rösti mit Geschnetzeltem gegessen. Zufrieden hat er das ungewohnte Mahl gemampft und so lustig gelacht. dies zu einer besonderen Betreuung führte und Gespräche und Emotionen auslöste. Für mich bedeutet Feste feiern: einen spezieller Anlass gestalten, aus dem Alltag einen besonderen Tag machen, sich auf neue Begegnungen einlassen. Die Sternseherin Lise von Matthias Claudius ( ) Idealerweise können Patienten für das Arbeitstraining eine kaufmännische Ausbildung nachweisen. Eine unabdingbare Voraussetzung für das Arbeiten im Büroservice ist das Beherrschen der Programme Word und Excel. Und eine Frau, die spontan ein Gedicht aufsagte, als ich sie nach ihrer schönsten Weihnacht von früher fragte. Und am schönsten sei es gewesen, als sie Tannenzapfen silbrig anmalen konnten, um etwas ans Bäumli hängen zu können. Die Weihnacht wird hier von grösseren und kleineren Erwartungen geprägt. Teils vom Umkreis, Team oder Heimbewohner. Es kommt vor, dass bei der Weihnachtsfeier die Angehörigen nicht mehr zur Feier kommen können. Aus gesundheitlichen oder anderen Gründen. Dies ist nicht immer einfach zu verarbeiten. So ist es uns bewusst, dass wir vom Team ein Teil dieser familiären Zusammenkunft sind, sie jedoch nicht ersetzen können. Um so schöner, wenn freiwillige Helferinnen und andere Gäste kommen. Für jemanden der nicht 365 Tage ein Lächeln auf dem Gesicht trägt, oder für Menschen in persönlichen Schwierigkeiten, können solche Feste ein großer Druck sein. Braucht es doch das nötige Selbstvertrauen, so mit einer Menge von Menschen zu feiern. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie sich einfach nicht wohl fühlten, dass sie unruhig wurden und Ich sehe oft um Mitternacht. Wenn ich mein Werk getan. Und niemand mehr im Hause wacht, die Stern am Himmel an. Sie gehen da, hin und her zerstreut. Als Lämmer auf der Flur. In Rudeln auch und aufgereiht wie Perlen an der Schnur; Und funkeln alle weit und breit; Und funkeln alle rein und schön; Ich seh die große Herrlichkeit und kann mich satt nicht sehn. Dann saget unterm Himmelszelt, mein Herz mir in der Brust: «Es gibt noch Besseres in der Welt, als all ihr Schmerz und Lust.» Ich werf mich auf mein Lager hin, und liege lange wach, und suche es in meinem Sinn, und sehne mich danach. Und irgendwann fühl ich es dann. Mein Vater, das bist Du! Und dem der nachts noch staunen kann, zwinkerns die Sterne zu. PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 7

10 Verbände Was heisst BSPV? BSVP heisst: Bernischer Staatspersonalverband mit Sitz in Bern. Er vertritt die Interessen der Angestellten des Service Public gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit. Fritz Hodler, Betreuer WH Lättacker Vorstand BSPV Der Verband besteht aus vielen Sektionen, die sich selbstständig organisieren, ihre eigenen Statuten besitzen und eine eigene Vertretung im Zentralvorstand haben. Die Verbindung zum Zentralvorstand bildet in den meisten Fällen ein Zentralvorstands-Mitglied, der Präsident oder eine Vertretung aus dem Vorstand. Die Sektion PZM besteht schon sehr lange und setzt sich zusammen aus Aktivmitgliedern verschiedener Berufsgruppen und pensionierten Mitgliedern. Der Sektionsvorstand trifft sich vier bis fünfmal im Jahr um anstehende Geschäfte und Themen zu behandeln. Ausserdem gibt es zwischenzeitlich punktuelle Themen zu behandeln. Und zweimal im Jahr trifft sich die Geschäftsleitung des PZM mit allen Verbandsdelegierten von intern Wir engagieren uns Wir engagieren uns für fortschrittliche Anstellungsbedingungen und gerechte Löhne für die Angestellten des Service Public und bekämpfen Diskriminierungen. Wir setzen uns für eine sichere Altersvorsorge ein, verfolgen die Entwicklung der Pensionskasse kritisch und nehmen auf deren Tätigkeit Einfluss. Wir informieren unsere Mitglieder regelmässig, umfassend und objektiv. Wir fördern die Vernetzung und den Zusammenhalt der Berufstätigen und der Pensionierten über die Berufsgrenzen hinweg. und extern zu sozialpartnerschaftlichen Gesprächen. Im Februar wird das Geschäftsjahr mit einer ordentlichen Hauptversammlung abgeschlossen. Dazu werden alle Mitglieder schriftlich eingeladen. Kollegialität fördern Zweimal im Jahr organsiert der BSPV Ausflüge um die Kollegialität zu fördern. Dieses Jahr war ein Besuch im Botanischen Garten in Bern angesagt. Beim anschliessenden Nachtessen in einem gemütlichen Gartenrestaurant an der Aare gab es rege Unterhaltung. Eine beachtliche Anzahl Mitglieder hat dieses Mal teilgenommen, was uns auch in Zukunft freuen würde. Die zweite Zusammenkunft fand im November beim Raclette essen in der Betriebsmalerei statt. Immer wieder sind wir auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Ein Beitritt in den BSPV bringt auch Vorteile. Auskunft erteilen Ihnen gerne unsere Vorstandsmitglieder: Margrit Schmutz, WT 8342 Michael Häberli, T+B 8761 Barbara Aeschlimann, Empfang 8080 Fritz Hodler, WH, Lättacker 8380 Durch den Botanischen Garten führten zwei kompetente Botaniker, die viel Wissenswertes und Interessantes zu berichten wussten. 8 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

11 Rund ums PZM Berufsinfotag Emme im PZM Zusammen mit 80 weiteren Ausbildungsbetrieben machte das PZM am 3. November 2010 bereits zum zweiten Mal den Berufsinfotag Emme mit. Monika Gyger Personal Unser Angebot beinhaltete: Informationen über unser Lehrstellen-Angebot und eine Führung mit Mike Sutter, Leiter Kommunikation und Information, in und um das PZM-Areal. 23 Jugendliche kamen ins Casino zur kleinen Ausbildungsmesse. Hier erwarteten sie Berufsbildnerinnen und Lernende. Viele Berufsbildner nahmen die Jugendlichen mit an ihren Arbeitsplatz und stellten dort gemeinsam mit den Lernenden ihren Beruf vor. Teilweise durften die Mädchen und Jungs sogar selber Hand anlegen. Das PZM nützt diesen Infotag als Marketinginstrument, um die Jugendlichen auf das vielseitige Lehrstellenangebot aufmerksam zu machen. Praktische Arbeiten in den verschiedenen Abteilungen brachten den Jugendlichen einen realen Einblick in das Berufsleben. PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 9

12 PZM Hotellerie Der Wildabend im PZM sorgte für eine positive Resonanz unserer Gäste Freiwillige Helfer: Sonja Bürki und Roland Baur Ich konnte letztes Wochende das erste Mal an Ihrem Wildabend teilnehmen und war vollauf begeistert. Zuerst war ich ein wenig skeptisch auch was den Preis anging aber es hat sich gelohnt. Alles so liebevoll dekoriert, auf jede einzelne Kleinigkeit wurde geachtet, das Essen himmlisch, ich hatte noch nie einen Buffetabend erlebt wo alles auf den Punkt perfekt gekocht war. Wirklich super und als Tüpfelchen auf dem «i» waren die Mitarbeiter einfach fantastisch. Sehr freundlich, zuvorkommend, haben Empfehlungen abgegeben und hatten immer ein Lächeln auf den Lippen. Vielen Dank dass ich so einen schönen und kulinarisch fantastischen Abend erleben durfte. Anna-Maria Alvino servierte charmant die Garnituren. Was ich am vorletzten Freitag Abend erlebt habe ist schlicht grossartig und dafür danke ich dir und deinem Restaurant-Team sowie allen am Wildabend beteiligten Hotellerie-Mitarbeitenden herzlich. Ich könnte dir jetzt aufzählen,.. aber ich erwähne nur zwei Punkte: die Erwartungshaltung der meist mehrjährigen Gäste (bin bereits ca. zehnmal in den Genuss des Wildabends gekommen) ist sehr hoch; der PZM-Hotellerie gelingt es, den hohen Level zu halten und meistens noch mit einer Neuigkeit aufzuwarten; Bravo! die Freundlichkeit aller Mitarbeitenden (von der Begrüssung bis zur Bedienung, die Übergabe der Teller am Buffet, das Erklären des Angebots, das Ablesen möglicher Wünsche von den Augen bis zur Verabschiedung) ist eindrücklich; das erlebe ich in der Gastronomie sonst kaum, eigentlich sogar nirgends, in dieser Dimension. Ich hoffe, dass auch du bei deinen ersten drei Wildabenden als Leiterin des PZM-Restaurants ein positives Fazit gezogen hast. Ich bin rundum zufrieden und mit mir, da bin ich überzeugt, die 750 zufriedenen Gäste! Ich ziehe den Hut vor dem PZM-Restaurant im Besonderen und der PZM-Hotellerie im Allgemeinen Glanzleistung! Fotos Joanne Bisig Christine Bieri hatte gut Lachen, ihr erster Wildabend verlief perfekt. Vitor Oliveira Ramos tranchierte mundgerechte Stücke Ich möchte Dir und Deinem Team und allen HelferInnen danken für den Einsatz am Wildabend. All meine Gäste haben es sehr genossen, das Angebot an den Buffets, den Service und die Dekoration. Wenn es möglich gewesen wäre, hätten sich alle gleich für das nächste Jahr angemeldet. Marlise Heng beriet kompetent als Saucierin Am letzten Samstag durften wir wiederum das kulinarische Highlight «Wildbuffet» im PZM geniessen. Wir möchten an dieser Stelle allen, die in irgendeiner Form daran mitgearbeitet haben von ganzem Herzen für die enorme Leistung, das super geglückte Resultat und die perfekte Organisation danken. P.S. Kleine Anekdote: Warum wissen wir überhaupt, dass das PZM ein Wildbuffet offeriert? Ein Schulkollege, mit dem ich anno 1955 in Riehen/ BS die Schulbank gedrückt habe und welcher inzwischen in Wilderswil/BE wohnt fragte mich, bei einer Klassenzusammenkunft, ob ich das weit und breit beste Wildbuffet kenne... ja, jetzt kenne ich es! 10 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

13 PZM Personalfest Personalfest 2010 Begägnige im Haus 3 Einmal ein Personalfest nur für die Mitarbeitenden des PZM. Dieser Vorschlag wurde im Organisationsteam bereits seit Jahren immer wieder diskutiert. Letztlich einigte man sich dann doch immer darauf, die Partnerinnen und Partner ebenfalls einzuladen. Für das Personalfest 2010 ging das OK unter der Leitung von Silvia Kämpfer-Walder nun jedoch neue Wege. Mike Sutter Leiter Kommunikation + Information Im Februar 2010 bewilligte die Geschäftsleitung den Antrag, das Personalfest in den Räumen des PZM und ohne Partnerinnen und Partner durchzuführen. Anlässlich der nachfolgenden Sitzungen steckte dann das Organsationsteam recht zügig den Rahmen: das Fest findet im Haus 3 statt, das Motto lautet Begägnige, das kulinarische Angebot wird auf verschiedene Räume aufgeteilt, die kulturelle Umrahmung soll mit Mitarbeitenden des PZM realisiert werden. hatten sich erfreulicherweise rund 230 Personen angemeldet. Und zur besonderen Freude von Marlise Heng meldeten sich zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer, die ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Hotellerie an diesem Abend entlasten wollten. Nun ging es in die Detailplanung. Marlise Heng und Dieter Blessing kreierten die Vorschläge für das kulinarische Angebot. Ursula Zesiger und Sylvia Meyer erarbeiteten das Farbkonzept für die «bunte Durchmischung» der verschiedenen Berufsgruppen. Markus Stämpfli kümmerte sich um die Infrastruktur und die Technik. Mike Sutter besprach mit den Künstlerinnen und Künstlern das kulturelle Programm. Silvia Kämpfer-Walder koordinierte die Man kennt so viele Mitarbeiter und doch kennt man die Hälfte nicht. Ich fand unser Personalfest sehr spannend, mit den vielen «neuen Menschen». Ich habe diesen Abend ohne Partner auch gut geniessen können. Merci der Küche und den anderen Heinzelmänchen. Gaby Gmür verschiedenen Bereiche und Monika Gyger erledigte die administrativen Arbeiten. Das Fest steigt Am Freitag den 29. Oktober um sechs Uhr war dann alles bereit. Das OK und die freiwilligen Helferinnen und Helfer aus den Berufsverbänden empfingen ihre Kolleginnen und Vorbereitungen Nachdem das Datum fixiert war, wurde dieses im April zusammen mit dem Grobkonzept kommuniziert. Im Mai folgte dann der Aufruf an die Mitarbeitenden, sich für kulturelle Darbietungen zu melden. Innerhalb kurzer Das vielseitige Angebot an Essen fand ich ganz toll. Unser Team hatte einen gemütlichen und so lustigen Abend, dass die anderen Aktivitäten ohne uns stattfanden. Priska Lüthi Beat Lang und Fritz Jost sorgten mit swingenden Klängen beim Apéro für Unterhaltung Zeit ergab sich aus der Umfrage ein Kleinkunst-Programm mit vier Künstlern und einer Märchenerzählerin. Im August wurden die Anmeldungen an die Mitarbeitenden verschickt. Nun war das OK gespannt, ob das neue Konzept auf Interesse stossen würde. Nach Ablauf der Rücksendefrist Figugegl Fondue isch guet und git e gueti Luune! Fotos Mike Sutter PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 11

14 PZM Personalfest Die Event auf an den verschiedenen Orten, waren sehr interessant. Lustig, perfekt geschminkt und glaubhaft dargestellt war das Duo Fischbach und die Auftritte der drei Künstler Pierre Sabourdy, Mike Sutter und Christhoph Moser haben mich begeistert. Marianne, Nachtwache Haus 45 Das Interdisziplinäre-Team von der FAM hatte viel zu diskutieren, so dass es fast 2.00 Uhr wurde bis es nach Hause ging. Es half sogar freiwillig dem Restaurant die Stühle auf die Tische zu stellen. Juhui! Kathrina Amport Kollegen im Festzelt. Fritz Jost und sein Kollege Beat Lang lieferten mit swingenden Klängen den musikalischen Rahmen zum Apéro. Kurz vor sieben Uhr begrüssten die Mitglieder des Organisationsteams die Gäste und machten sie «gluschtig» auf den Abend. Kurz darauf herrschte im Haus 3 reger Betrieb. Einige Mitarbeitende liessen sich gleich draussen vor dem Eingang nieder und genossen ein wärmendes Raclette oder rührten gemeinsam im Fondue-Caquelon. Andere begaben sich ins Restaurant und erfreuten sich am Risotto, an den Ravioli und den köstlichen Luganighe. Viele Gäste stärkten sich zum Start im zweiten Stock mit einer Gulaschsuppe, bevor sie dann im Raum 3 das feine Buffet mit Forellensalat, Fischknuschperli und Rauchlachs heimsuchten. Die Stimmung an den Tischen war beschwingt und dank dem ausgeklügelten Farbkonzept begegneten sich Mitarbeitende, die sich nie vorher gesehen hatten. Oder falls doch kaum wussten, wo und was genau die Tischnachbarn arbeiteten. Kulturelle Höhepunkte Ab neun Uhr startete dann das Kleinkunst-Programm im malerischen Dachstock. Auf einer kleinen Bühne wurden immer zur vollen Stunde drei Darbietungen gezeigt: Liedermacher Freiwillige Helfer entlasteten die Mitarbeitenden der Hotellerie. Mike Sutter bot Auszüge aus seinem Repertoire an eigenen berndeutschen Chansons. Christoph Moser erklärte dem Publikum sein Didgeridoo und entführte es mit seinen exotischen Klängen in das Outback von Down Under. Und der Pantomime Pierre Sabourdy bewies in seinen Sketches, wie aus dem kontrollierten Spiel mit Mimik, Gestik und Haltung hochstehende Unterhaltung entsteht. Ebenso beliebt wie das Dachstock- Theater erwies sich die Märlistube von Marianne Noack. In einem liebevoll geschmückten Besprechungszimmer erzählte sie Märchen für Erwachsene und entführte das Publikum in ihre imaginären Welten. Dreimal ausverkauft, lautete das erfreuliche Fazit. Zwischen den Darbietungen begegneten sich die Mitarbeitenden immer wieder in den verschiedenen Beizlis oder in der Vorhalle zu einem erfrischenden Bier oder einem Kaffee. So gegen elf Uhr wurde es dann allmählich ruhiger im Haus 3 und die freiwilligen Helferinnen und Helfer konnten mit Abräumen und Abwaschen beginnen. Sie waren gerade rechtzeitig fertig, um mit dem harten Kern noch einen Schlummertrunk zu nehmen. Das Organisationsteam erhielt zahlreiche positive Feedbacks zum Personalfest. Offenbar kam das neue Kon- Exakt so habe ich mir ein Personalfest immer vorgestellt: ohne Partner, keine Einheits-Menu (ich konnte mir frei und ungezwungen da und dort ein Häppchen auf den Teller legen und das Essen in immer wechselnder Tischrunde geniessen), kein Team-Zugehörigkeits- Zwang, Kultur-Programm PZM Personal, Freiwille Mithilfe PZM Personal (zur Entlastung Hotellerie), Als Sahnehäubchen hätte ich mir noch ein Tänzchen zum Festausklang gewünscht da es doch unter dem Personal auch viele begnadete Musikanten gibt. Jedoch mein Fazit: ein wirklich gelunger Abend, ein grosses Lob und Merci an das OK. Ruth Gerber zept bei den Mitarbeitenden sehr gut an. In der Nachbesprechung wurden aber auch Anregungen zur Verbesserung und zur Erweiterung des Konzepts diskutiert. Diese werden ganz bestimmt in die Planung des nächsten Personalfestes einfliessen. Das Organisationsteam dankt allen teilnehmenden Mitarbeitenden für die tolle Stimmung an diesem schönen Abend und den Helferinnen und Helfern für ihren Beitrag zum tollen Fest. 12 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

15 PZM Personalfest Pantomime Pierre Sabourdy Liedermacher Mike Sutter Didgeridoo-Poet Christoph Moser Fotos Marianne Mariétan/Mike Sutter Duo Fischbach Gute-Laune-Glace-VerkäuferIn Raclette à discretion PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 13

16 PZM Basar Trotz Regen am Basar PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

17 ... gabs auch mal ein Lächeln PZM Basar PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 15

18 PZM Basar 16 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

19 PZM Basar Ich kenne fast jede Steckdose... Wenn man im PZM vom Basar spricht, denkt man automatisch an Madeleine Sutter, Leiterin Werktherapie. Seit 33 Jahren ist sie aktiv bei der Organisation und Durchführung dabei, seit 23 Jahren führt sie den Vorsitz der Basargruppe. Madeleine Sutter ist nicht nur organisatorisch für den Basar verantwortlich, sie ist auch dessen Herz und Seele. Joanne Bisig, Chef-Redaktion Vorausdenkend hat sich Madeleine Sutter entschieden, das Amt rechtzeitig vor ihrer Pensionierung abzugeben. Neu übernimmt Martin Cadusch, ihr langjähriger Mitarbeiter und Stellvertreter, den Vorsitz. So bleibt ihr genügend Zeit ihre Erfahrungen und ihr grosses Wissen weiterzugeben. Madeleine und Martin standen der PZM-Zytig für ein kurzes Interview zur Verfügung. Madeleine, für dich ist der Basar nicht nur Basar, sondern auch eine Vision. Die Öffnung des PZM liegt dir sehr am Herzen. Wie hast du es geschafft, dass sich der Basar zu so einem grossen Publikumsmagnet entwickelt hat? Ich glaubte immer daran bei den Besuchern die Hemmschwellen abbauen und ihnen die Angst vor den Patienten nehmen zu können. Wichtig war mir, dass sich Familien und nicht nur Frauen, wie es anfangs war, vom Angebot angesprochen fühlen. Eltern und ihre Kinder sollen einen erlebnisreichen Tag haben. So wurde der Basar von einem Mittwoch auf den Samstag verlegt, die Marktstände wurden aus den engen Korridoren nach draussen platziert, für Kinder genügend Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten geschaffen und das kulinarische Angebot wurde zunehmend vergrössert. Der Basar erfreut sich heute einer grossen Beliebtheit; Vom Angebot her sind wir an die Kapazitätsgrenze gestossen, eine Steigerung ist kaum noch möglich. In Martin hast du einen kundigen Nachfolger gefunden. Wie stellst du dir die Übergabe der Basarorganisation vor? Martin hat dieses Jahr bereits die Leitung übernommen, ich bin ihm zur Seite gestanden, dies werde ich auch nächstes Jahr tun und so eine fliessende Übergabe ermöglichen. Du kennst alle Kniffe und Tricks betreffend Basar. Viele Dinge hast du im Kopf gespeichert und kannst sie ohne grosse Pläne, Zeichnungen und Notizen zu machen umsetzen. Dein räumliches Denken hilft dir dabei, wie kannst du das weitergeben? Klar gibt es Dinge, die ich mir im Laufe der Jahre eingeprägt habe. So kenne ich fast jede Steckdose, die beim Basar nützlich sein kann, oder weiss genau wo ein Stand noch Platz hat oder nicht. Martin hat ein gutes Vorstellungsvermögen und auch schon grosse Erfahrung mit dem Basar. Das hilft ihm Entscheidungen zu treffen und er wird aus seinen Erfahrungen lernen. Um den Basar durchführen zu können benötigt es nicht nur eine gute Organisation, sondern auch genügend Helfer. Ausser den Mitarbeitenden des PZM helfen noch viele auswärtige Personen mit. Fehlen manchmal noch helfende Hände? Ich würde es begrüssen, wenn sich mehr PZM-Mitarbeitende aus allen Bereichen für den Basar engagieren würden. Schliesslich ist der Basar ein Teil des PZM, wie die Mitarbeitenden auch. Manchmal habe ich das Gefühl, als würde der Basar einen Teil der Mitarbeitenden «nichts angehen»! Ob das fehlende Identifikation mit dem PZM ist, oder was auch immer, kann ich nicht beurteilen. Martin, Frage an dich. Was hast du für einen Bezug zum Basar? Auf meinen früheren Weltreisen fühlte ich mich immer von den Basaren angezogen. Die Vielfältigkeit und die Lebendigkeit der Basare auf der ganzen Welt, haben mich immer sehr fasziniert. In Tokyo (dort lebte ich 1988 drei Monate) habe ich mir als Marktverkäufer den teuren Lebensunterhalt in Japan verdient und Erfahrungen gesammelt. Den PZM-Basar erlebte ich zuerst als Mitarbeiter der Station 26 an einem Verkaufsstand mit Arbeiten der Station. Später, nach meinem Wechsel ins Werkatelier, mit einem Stand der Werktherapie und der Mitarbeit in der Basargruppe. Madeleine Sutter hat schon vor zwei Jahren damit begonnen, mich für die neuen Aufgaben vorzubereiten. Beim diesjährigen Basar leitete ich das erste Mal den Vorsitz. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten und der tollen Unterstützung von Madeleine ist es mir/uns gelungen den Basar 2010 ohne grössere Überraschungen zu organisieren. Welchen Herausforderungen und Schwierigkeiten siehst du entgegen? Der Basar ist eine grosse Herausforderung für mich. Die Zusammenarbeit in der Basargruppe erlebe ich als sehr professionell. In nur vier eineinhalbstündigen Sitzungen gleisen wir den Basar auf. Die bereichsübergreifende Arbeit klappt wunderbar, so gut wie ich sie noch nirgends erlebt habe. Die immer knapper werdende Zeit bei uns allen und die immer grösser werdenden Sicherheitsvorschriften und Bestimmungen sind Schwierigkeiten, die uns immer mehr Anspruch nehmen. Für mich ist der Basar eine spezielle Aufgabe, die ich gerne übernehme. Dank der guten Unterstützung aus allen Bereichen und der guten Zusammenarbeit in der Basargruppe, sehe ich dem nächsten Basaren positiv entgegen. Vielen Dank für das Interview. PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10 17

20 PZM Buchtipp «Jenseits der Couch» Esther Pauchard ist im PZM keine Unbekannte. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und als Mitarbeiterin des PZM arbeitet sie als Oberärztin in der Suchtfachklinik Selhofen in Burgdorf und ambulant in eigener Praxis. Ihr erster Kriminialroman hat einen starken Bezug zum PZM und so sind wir natürlich neugierig, wie es dazu kam. In einem Interview gibt sie uns einen Einblick in die Entstehung und die Idee ihres Erstlingswerks. PZM-Zytig Frau Pauchard, was hat Sie veranlasst, ein Buch zu schreiben? Es war nicht mehr als ein Experiment ich lese sehr gerne Krimis, ich hatte eine Idee und wollte schlicht und einfach ausprobieren, ob es mir gelingen würde, eine Geschichte daraus zu machen. Ich hatte so etwas zuvor noch nie probiert und war ganz erstaunt, wie leicht es mir fiel. Und als ich dann den Text fertig geschrieben hatte, reichte ich das Manuskript mehr aus Jux ein paar Verlagen ein dies in der festen Überzeugung, dass ich Ablehnungen erhalten würde. Als dann wider Erwarten die erste Rückmeldung positiv war, musste ich erst einmal leer schlucken. Aus dem Spass war auf einmal Ernst geworden. Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder sowie Haus und Garten. Zudem arbeiten Sie noch zu 50% als Oberärztin in der Suchtfachklinik Selhofen sowie zu 10% in Ihrer Privatpraxis. Wo haben Sie die Zeit «gestohlen», um zu schreiben? Ich habe meine freien Zeiten dafür genutzt mittags oder abends, und das eine oder andere Mal hat mein Mann die Kinder auf einen Spielplatz mitgenommen und mir damit ein paar freie Stunden am Nachmittag gespendet. Das Schreiben ging erstaunlich schnell nach knapp drei Monaten hatte ich das Buch fertig. Esther Pauchard las an den Burgdorfer Krimitagen Passagen aus ihrem Krimi, erzählte über die Entstehungsgeschichte und signierte anschliessend ihr Buch und stand den Interessierten Rede und Antwort. Und da ich für meine Geschichte ein Umfeld gewählt habe, das ich gut kenne, habe ich viel Recherche-Zeit einsparen können. Warum haben Sie gerade das Genre eines Kriminalromans gewählt? Weil ich einerseits Krimis, wie bereits erwähnt, sehr gerne mag und andererseits für jegliche Form von edler Literatur mit gerümpfter Nase und abgespreiztem Kleinfinger nicht geeignet bin. Ich mag das Menschliche, das Einfache und habe es nicht so mit den Elfenbeintürmen. Und natürlich wollte ich etwas Spannendes schreiben. Da drängt sich ein Krimi förmlich auf. Was fasziniert Sie am Schreiben? Zum Schreiben braucht man nicht viel ein paar Ideen, Zeit und ein Laptop (und das Internet, um Dinge nachzuschlagen, und ein Lexikon der Synonyme, wenn man an einer Formulierung verzweifelt). Mit ganz wenigen Elementen kann man neue Realitäten erschaffen. Das ist mehr als faszinierend. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich nun wieder an den Computer sitzen und etwas erfinden musste. Vielmehr fühlt es sich so an, als ob ich als Beobachterin Dinge beschreibe, die sich vor meinen Augen abspielen, als würde ich durch ein Schlüsselloch in eine andere Welt spähen. Das hat zweifellos mit unbewussten Vorgängen und verschütteten Erinnerungen und wer weiss noch allem zu tun, aber Spass macht es auf jeden Fall. Der Krimi spielt zu einem grossen Teil in der psychiatrischen Klinik Eschenberg. Auch für Leute, die nicht Insider sind, ist ersichtlich, dass Sie das PZM beschreiben. Warum haben Sie gerade das PZM ausgesucht? Das PZM ist meine psychiatrische Heimat. Ich habe im Jahr 2000 direkt nach dem Staatsexamen meine erste Assistenzarztstelle im PZM angetreten und bin seither nie mehr so recht davon losgekommen, bin über die verschiedenen Stationen getingelt und auch heute noch Angestellte des PZM, auch wenn ich nicht mehr vor 18 PZM-Zytig Hauszeitung des Psychiatriezentrums Münsingen 4/10

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