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1 goja Fachstelle für genderorientierte Jungenarbeit Jahresbericht 2006/2007 Seite 1 von

2 1 Inhalt 1 Inhalt Einleitung Beschreibung und Konzeption der Einrichtung Vernetzung mit Kooperationspartnern Fachliche Kooperationen Tagungen Büro-Findung und Einrichtung der Räume und Arbeitsplätze Leistung Seminare und Workshops von goja im Schuljahr 2006/ Darstellung entwickelter Workshops und Seminare Projektbeispiel Zusammenarbeit mit Willi-Graf-Gymnasium Pläne, Vorhaben und Ziele für das Schuljahr 2007/ Rundschreiben an alle Münchner Förder- und Hauptschulen Modellprojekt Jungenarbeit Hauptschule an der Implerstraße Weitere Projekt-Ideen Goja-Neujahrsempfang im Januar Zum Schluss Seite 2 von 20

3 2 Einleitung Junge, Junge, war das ein Jahr. Losgelöst vom strengen Duktus des Kalenderjahres zurück zum längst vergessenen und verdrängten Zeitrahmen des Schuljahres; in Bayern bekanntlich von Mitte September bis Ende Juli. Goja, die Fachstelle für genderorientierte Jungenarbeit der Evangelischen Jugendhilfe München hat seit 1. Juli 2006 offiziell damit begonnen Konzepte und Angebote für Buben zu entwickeln. Als bislang erste und einzige Einrichtung eines freien Trägers in München setzt goja seitdem im Sinne der Leitlinien für die Arbeit mit Jungen und jungen Männern, alleinig geschlechtsspezifische Jungenarbeit um. Doch welche Voraussetzungen waren nötig, um eine Einrichtung wie goja überhaupt auf den sozialen Markt zu bringen? Welchen Vorlauf hatte institutionelle Jungenarbeit in München? Welche Hürden mussten überwunden werden um etwas so viel Versprechendes wie goja ins Leben zurufen? Die Protagonisten, die damals Pionierarbeit geleistet haben, müssen nicht namentlich aufgezählt werden um deren Bedeutung für die Etablierung von Jungenarbeit in München hervorzuheben. Man weiß, es waren zunächst eine Hand voll, später mehr als ein Dutzend engagierter Fachkräfte, die mit viel Leidenschaft und Verstand, einem langen Atem, Geduld und Durchhaltevermögen in verschiedensten Fachgremien Überzeugungsarbeit leisteten; die in Arbeitskreisen an der Idee, an Konzepten, an Inhalten und Zielen feilten um schließlich ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Die Formulierung der Leitlinien für die Arbeit mit Jungen und jungen Männern sowie deren Verabschiedung gemäß Beschluss des Kinder- und Jugendhilfeausschusses im November Erst daraus resultierte der Auftrag an die Innere Mission, eine Fachstelle für Jungenarbeit mit zwei männlichen Pädagogen, zu je einer halben Stelle, einzurichten. Seite 3 von 20

4 Ab hier beginnt sie: die Entwicklung von goja. Um eine Einrichtung zu etablieren, reicht es nicht nur Dienste anzubieten; sie muss zusätzlich auf sich aufmerksam machen. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist es goja schließlich gelungen, ein aussagekräftiges Logo zu designen, welches künftig für einen hohen Wiedererkennungswert im sozialen Bereich sorgen wird. Dazu gehörige Items wie goja-briefpapier, -Folder und -Visitenkarten sind gedruckt und seit Juli 2007 im Umlauf. Die Internet-Domain wurde rechtzeitig gesichert und mit Kontaktdaten online gestellt. Inhalte und Informationen für die Homepage wurden im Sommer bereits erstellt und sind seit Oktober 2007 im Netz abrufbar. Einen Überblick über das was goja bislang geleistet und umgesetzt hat, sehen Sie auf den folgenden Seiten. Vieles davon hätten wir ohne die Hilfe Anderer so nicht erreicht. Deshalb geht unser Dank an alle, die uns in der schwierigen Anfangszeit unterstützt haben und wertvolle Wegweiser für unsere Arbeit waren. Die wichtigste Stütze sind die Verantwortlichen und Vorgesetzten unseres Trägers. Herr Garben, Abteilungsleiter sowie Herr Guttandin, Dienststellenleiter haben uns das volle Vertrauen zur Planung und Umsetzung der Arbeitsinhalte geschenkt. Darüber hinaus stellt uns die Innere Mission modern ausgestattete Büroräume und ausreichend Arbeitsmittel zur Verfügung. Seite 4 von 20

5 Wir danken insbesondere allen Kolleginnen der Münchner Mädchenprojekte, namentlich dem Projekt für Mädchen und Junge Frauen, den Zora-Gruppen von Imma und mira für die faire und fruchtbare Kooperation. Ihr ward von der ersten Stunde an für uns da. Wir danken Hartmut Kick vom Stadtjugendamt für die transparenten Vorgaben sowie die Freiheit in der Gestaltung unserer Angebote und Konzepte. Wir danken allen aus dem Netzwerk Jungenarbeit, respektive dem AK-Jungenarbeit, allen voran Ferdinand Walser für den fachlichen und kollegialen Austausch. Und wir danken allen Fachkräften und Kooperationspartner mit denen wir im Laufe des vergangenen Schuljahres zusammen gearbeitet haben. Auf dass Jungenarbeit künftig ihren Weg aus der Projektebene verstärkt in die Praxis findet und so ihre Wirkung in der Gesellschaft entfalten kann. Markus Burchert und Luis Teuber Fachreferenten für genderorientierte Jungenarbeit München-Gern, im Oktober 2007 Seite 5 von 20

6 3 Beschreibung und Konzeption der Einrichtung goja, die Fachstelle für genderorientierte Jungenarbeit, ist eine Einrichtung der Evangelischen Jugendhilfe München. goja versteht sich als Unterstützung der genderorientierten Arbeit mit Jungen für Schulen und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit und Jugendhilfe. goja arbeitet präventiv im Sinne von Jugendbildung überall dort, wo Jungen in ihrer Entwicklung gefördert werden. goja bietet Seminare und Veranstaltungen für Jungen an. Schwerpunkte sind: Soziale Kompetenz, Gewaltprävention, Lebens und Berufsplanung, Sexualität und Körperbewusstsein. Die Veranstaltungen werden im geschlechtsspezifischen oder im reflektiert-koedukativen Setting durchgeführt. goja berät Fachkräfte bei Gender-Themen und - Problemen und sucht aktiv mit ihnen nach Lösungen. goja kooperiert mit anderen Einrichtungen der geschlechtsspezifischen Jungen- und Mädchenarbeit. Ziele von goja Förderung von emotionaler und sozialer Kompetenz, Rollenflexibilität und Genderbewusstsein bei Jungen Beratung von Fachkräften in Einrichtungen und exemplarische Kooperation bei Projekten der Jungenarbeit Weiterentwicklung der Genderorientierung in den Einrichtungen der Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und in den Schulen Goja arbeitet so, dass Jungs ein Gespür für Geschlechtergerechtigkeit bekommen und unter diesem Blickwinkel ihre Lebensperspektive entwickeln. Seite 6 von 20

7 Jungs die Möglichkeit bekommen, sich mit männlichen Rollenbildern auseinander zu setzen und hegemoniale Männlichkeit zu hinterfragen. So können sie einen eigenen Weg ihrer männlichen Identitätsfindung gehen. Jungs ihre Stärken und Schwächen erkennen und sich diese eingestehen. So können sie ihre sozialen Fähigkeiten zum Bestandteil ihrer neuen Männlichkeit machen. Jungs sich mit Leib und Seele entdecken und zu einem gesunden männlichen Körperbewusstsein gelangen. Jungs Gewalt und Gewaltstrukturen untereinander sowie zwischen Männern und Frauen erkennen und gewaltfreien Umgang miteinander erleben und erlernen. soziale Einrichtungen und Bildungsträger für die Bedürfnisse von Jungen sensibilisiert werden und sich aktiv für eine geschlechtsspezifische Entwicklung auch von Jungen einsetzen....väter und Mütter sich den unterschiedlichen Herausforderungen von Jungen und Mädchen bewusst werden und unter diesem Blick Partner und Partnerinnen für Orientierung und Wachstum werden. Seite 7 von 20

8 4 Vernetzung mit Kooperationspartnern Im Sommer und Herbst wurden diverse Kooperationsgespräche mit Einrichtungen geführt, die ähnliche Schwerpunkte im Bereich der genderbewussten Jungenarbeit oder der Mädchenarbeit haben. Kooperationsabsichten bzw. Kooperationsvereinbarungen wurden vereinbart mit: Projekt für Mädchen und junge Frauen Zora Gruppen für Mädchen und junge Frauen von Imma e.v. Mira Diversen Schulen im Gebiet der Landeshauptstadt München Kibs Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle von männlichen Opfern sexueller Gewalt Internationales Jugendzentrum Haidhausen Pro Familia München Netzwerk Jungenarbeit 4.1 Fachliche Kooperationen Jungenarbeit in München erfordert, unserem Verständnis nach, Vernetzung und Kooperation. In diesem Zusammenhang beteiligen wir uns aktiv im Netzwerk Jungenarbeit und am Input AK Jungenarbeit. Wir nahmen an den Netzwerkplenen teil und gestalteten in Zusammenhang des AK Jungenarbeit drei mal die Treffen zu folgenden Themen: Väter und Kinder neue Tendenzen aus der Familienforschung Jungenarbeit in der Schule Situation und Perspektiven Seite 8 von 20

9 Jungenarbeit als Prävention? 4.2 Tagungen Darüber hinaus nahmen wir an folgenden Tagungen und Veranstaltungen teil: Ich werde es sagen Theaterprojekt zum sexuellen Missbrauch von kibs Kamingespräch Genderpädagogik und Schule im Jugendinstitut Gauting Jungen, das schwache starke Geschlecht, Wochenendtagung der ev. Akademie Tutzing in Pappenheim, März 2007 Netzwerktreffen von neue-wege-fuer-jungs in Kassel, September Büro-Findung und Einrichtung der Räume und Arbeitsplätze Im Sommer 2006 wurde ein Raumkonzept erstellt und Räume im Waisenhaus angemietet. Goja stehen zur Verfügung: 1 Büroraum (ca. 25 qm) mit zwei vollwertigen PC-Arbeitsplätzen und einem Besprechungsbereich 1 Gruppenraum (ca. 40 qm) für ca. 20 Personen mit zusätzlichem PC-Arbeitsplatz 1 Küche 1 Sozialbereich in der Diele Kunden- und Mitarbeitertoiletten Darüber hinaus wurde ein Grundstock an Materialien und Literatur angeschafft. Den Mitarbeitern stehen für Mobilität und Transport Car-Sharing Fahrzeuge von Stattauto zur Verfügung. Seite 9 von 20

10 6 Leistung 6.1 Seminare und Workshops von goja im Schuljahr 2006/2007 Art der Veranstaltung Bezeichnung Datum der Veranstaltung Zahl Einrichtung Ort Zielsetzung Kontakte Klassen -Stufe Seminar Grenzen setzen 5./12./19./26. Oktober Schule zur Individuellen Lernförderung an der Gilmstraße Fürstenried Workshop Grenzen setzen 17. Oktober Blutenburg Realschule, Obermenzing Konferenz Seminar Workshop Workshop Jungen- und Mädchenkonferenz Mädchen und Jungen stärken Sexuelle Belästigung am Ausbildungsplatz Pubertät - Zeit zwischen den Stühlen 6. November /30. November Dezember 2006 Seminar Junge sein - Mann werden 14. Februar 2 Seminar Junge sein - Mann werden 15. Februar 2 1 Willi-Graf-Gymnasium Agatharied 1 Maria-Probst-Realschule Sendling 2 Berufsschule des Einzelhandels Sendling 13. Februar 4 Wilhelm-Busch-Realschule Neuperlach Josef-von-Frauenhofer- Realschule Josef-von-Frauenhofer- Realschule Großhadern Großhadern Gewaltprävention Gewaltprävention Durchführung eines SMV-Seminars als Jungen- und Mädchenkonferenz Konfliktklärung, Klassengemeinschaft Gewaltprävention Pubertät, Sexualpädagogik Sexualpädagogik Sexualpädagogik u Seite 10 von 20

11 Art der Veranstaltung Bezeichnung Datum der Veranstaltung Zahl Einrichtung Ort Zielsetzung Kontakte Klassen -Stufe Seminar Workshop Workshop Seminarreihe Seminar Workshop- Reihen Workshop- Reihen Seminar Seminar Madchen und Jungen Stärken Pubertät - Zeit zwischen den Stühlen Pubertät - Zeit zwischen den Stühlen Ideen für mehr Miteinander Raus aus der Schule was dann? BoysDay 1./2. März 2 Ludwig-Thoma-Realschule Berg am Laim 13. Februar 1 Wilhelm-Busch-Realschule Neuperlach Konfliktklärung, Klassengemeinschaft Pubertät, Sexualpädagogik März 3 Maria-Probst-Realschule Sendling Berufsorientierung /20. März 2 Impler-Hauptschule Sendling 26. März 2 Feldbergschule Trudering März/April/Mai 2007 Selbstbewusstseins-training 8./15./22. Mai 3 Mädchen und Jungen stärken Selbstvertrauen/Selbstbew usstsein April, 2. Mai 1 Seminar Kommunikationstraining 21. Mai Hauptschule an der Führischstraße, Arthur- Kutscher-Realschule, Wilhelm-Busch-Realschule, Maria-Probst-Realschule, blutenburg-realschule Tagesheim an der Keilbertstraße Arthur-Kutscher- Realschule Gewaltprävention, Selbstbehauptung, Kommunikation Lebensplanung, Berufsorientierung divers Berufsorientierung 96 7 u. 8 Kieferngarten Moosach 10. Mai Erich-Kästner-Realschule Kieferngarten Berufschule des Einzelhandels, Sendling Lebensorientierung, Rollenreflexion Konfliktklärung, Klassengemeinschaft Lebensorientierung, Rollenreflexion Kommunikationstraini ng Seite 11 von 20

12 Art der Veranstaltung Bezeichnung Datum der Veranstaltung Zahl Einrichtung Ort Zielsetzung Kontakte Klassen -Stufe Implerstraße Seminar Jungen und Mädchen stärken Seminar Junge sein - Mann werden 26. Juni 1 Zweitägiges Seminar und Workshops 13./14. Juni 1 Wilhelm-Busch-Realschule Neuperlach Hauptschule am Gotzinger Platz Sendling ObenOhne-Projekt 16./17.Juli 2 Willi-Graf-Gymnasium Schwabing Konfliktklärung, Klassengemeinschaft Sexualpädagogik Konfliktklärung, Klassengemeinschaft gesamt 53 ca Darstellung entwickelter Workshops und Seminare Das erste Jahr goja war geprägt durch das Entwickeln und Reflektieren des Seminar-Angebots. Hierbei kooperierten wir mit den Mädchen-Projekten und erhielten aus dem Netzwerk eine Vielzahl von Anregungen. Thema Klassengemeinschaft und Konfliktklärung Verbesserung des Umgangs von Jungen und Mädchen untereinander und miteinander: 2 Vormittagsseminar: Mädchen und Jungen stärken (in Kooperation mit dem Projekt für Mädchen und junge Frauen) (5. Klasse) Seite 12 von 20

13 Thema: Sexualpädagogik Aufklärung und Verhütung; spezieller Blick auf die Rollenidentität von Jungen und auf das Mannwerden: Vormittagsseminar: Junge sein Mann werden (in Kooperation mit dem Projekt für Mädchen und junge Frauen) (6. Klasse ) 2-3 Stunden Workshop: Pubertät Zeit zwischen den Stühlen, (6./7. Klasse) Thema: Soziale Kompetenz, Gewaltprävention und Persönlichkeitsentwicklung Vormittagsseminar: Selbstvertrauen entwickeln (auch in Kooperation mit dem Projekt für Mädchen und junge Frauen) (6./7. Klasse) Workshopreihe: Grenzen setzen (auch in Kooperation mit Zora) (Unterstufe und Mittelstufe) Seminarreihe: Gemeinsam in der Schule Ideen für mehr miteinander (auch in Kooperation mit Zora) (Unterstufe und Mittelstufe) Vormittagsseminar: Kommunikationstraining für Jungen (Oberstufe) Thema: Berufsbildung, Lebensplanung, Rollenreflexion Workshop: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (für Berufsschulen) (auch in Kooperation mit Projekt für Mädchen und junge Frauen) Seminar: Raus aus der Schul was dann? (8. oder 9. Klasse Hauptschule) Moderation von Workshops und Seminaren in Zusammenhang mit Berufsbildung und BoysDay (7./8. Klasse) Seite 13 von 20

14 Sonstige Themen Moderation von Jungenkonferenzen (alle Altersstufen) Durchführung und Moderation von Jungenprojekten 7 Projektbeispiel Zusammenarbeit mit Willi-Graf-Gymnasium Unser Ziel ist die Beratung und modellhafte Kooperation mit Einrichtungen und Schulen. Ein erstes, erfolgreiches Beispiel solch einer Kooperation möchten wir hier vorstellen. Im Sommer 2007 wandte sich der Jungenbeauftragte des Willi-Graf-Gymnasiums Thomas Graben an uns, da er über die Fachveranstaltung zu den Leitlinien der Jungenarbeit auf goja aufmerksam wurde. Nachdem er den Job des Jungenbeauftragten an der Schule neu übernommen hatte, wollte er sich informieren und beraten lassen, wie diese Tätigkeit zu gestalten sei und inwieweit eine Kooperation möglich wäre. In zwei Gesprächen vereinbarten wir eine Zusammenarbeit. Angebote der Jungen- und Mädchenarbeit sollten einerseits in der Struktur der Schule und im vorhandenen Rahmen stattfinden und andererseits kontinuierlich zum Bestandteil des Schullebens werden. Auf zwei gemeinsame Projekte legten wir uns fest. Durchführung der SMV-Konferenz als Jungen- und Mädchen-Konferenz und die Entwicklung und Durchführung zweitägiger Jungenprojekttage für alle 8. Klassen während der Projektwoche im Juli. Parallel sollten auch für die Mädchen Veranstaltungen stattfinden. Bei der Durchführung aller Veranstaltungen werden sich sowohl Lehrer und Lehrerinnen des WGG, wie auch wir Mitarbeiter von goja beteiligen. Die Konzeption ist von goja zu entwickelt und zu beraten. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen fanden Seite 14 von 20

15 Abstimmungsgespräche in kleinem Rahmen statt. In Folgendem werden die Veranstaltungen kurz beschrieben und reflektiert. SMV-Konferenz Durchführung des ersten Nachmittags des jährlichen SMV-Seminars in Agatharied als Jungen- und Mädchenkonferenz. Im SMV-Seminar finden die Jahresplanung der Schüler und die Schwerpunktsetzung für das laufende Schuljahr statt. Die Idee: Jungen und Mädchen sollen aus dem geschlechtsspezifischen Blick die Situation an der Schule betrachten und unter dem Genderaspekt Schwerpunkte des laufenden Jahr setzen. Die getrennten Konferenzen wurden spielerisch von mir eingeleitet, indem die Unterschiedlichkeit von Buben und Mädchen mit der Großgruppe thematisiert wurden. Nach diesem Einstieg wurde in getrennten Buben- und Mädchengruppen die Situation des letzten Schuljahres reflektiert und Ideen für das neue Schuljahr gesammelt. Dieses Vorgehen war von den Verantwortlichen der SMV mitgetragen. Die Arbeit in den getrennten Gruppen und im wieder geschlechtsgemischten Plenum war sehr engagiert und für die Schülerinnen und Schüler eine interessante Erfahrung, die Spaß machte und ein Aha-Erlebnis war. Auf die Jahresschwerpunkte der SMV wirkte sich dieser neue Konferenzansatz jedoch nicht aus. Zum einen, weil SMV sich doch eher traditionsgemäß an bisherigen Erfahrungen und Aktionen orientiert, zum anderen weil aufgrund einer radikalen Neustrukturierung der SMV-Arbeit in der Schule sich im laufenden Schuljahr andere Aufgaben stellten. Die gemachten Erfahrungen mit der SMV-Konferenz machen deutliche, dass sehr viel mehr Zeit und intensive Nacharbeit notwendig gewesen wären, um hier einen Paradigmenwechsel etablierter SMV- Tätigkeit zu erreichen. Trotz engagierter Tätigkeit der beteiligten Lehrer war dies jedoch nicht möglich. Seite 15 von 20

16 ObenOhne-Projekttage Im Willi-Graf-Gymnasium gibt es für jede Klassenstufe einen Schwerpunkt. Schullandheimaufenthalt, Ski-Kurs, Zam grauft -Seminare etc. In den Gesprächen mit dem Jungenbeauftragten Thomas Graben entwickelte sich die Idee, dass für die achten Klassen ein spezielles Jungenprojekt etabliert werden könnte. Hier soll es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Entwicklung als Junge und um die Reflexion von Männerrollen gehen. Diese Jungenprojekttage könnten fester Bestandteil des schulischen Lebens für die achten Klassen werden. Es wurde eine Arbeitsteilung von Schule und goja vereinbart. Die formale Organisation der Veranstaltungen wurde von Thomas übernommen, die Konzeption der Veranstaltungen von Markus und Luis. Als Pilotprojekt und aufgrund finanzieller und zeitlicher Ressourcenknappheit wurden von Thomas drei Locations für die Aktion gewählt: The Tent, das Jugendübernachtungsangebot des Kreisjugendrings am Kapuzinerhölzl in München Allach, ein CVJM-Tagungshaus in Magnetsried und eine Turnhalle in Biburg. Die Seminare in Allach und Magnetsried wurden von Markus und Luis begleitet, das Seminar in Biburg von Markus Nau, einem weiteren Referenten. Aufgrund der verschiedenen räumlichen Gegebenheiten und Klassensituationen es wurden z.t. mehrere Klassen zusammengefasst und der verschiedenen Aufgabenstellungen waren die Seminare sehr unterschiedlich. Grundsätzlich wurde mit den Buben der einzelnen Klassen in einem Kickoff-Workshop das Seminarthema erarbeitet und vereinbart. Themen waren: Sexualität, Drogen, Männerrolle, Selbstvertrauen, Gewalt. Mit den begeleitenden Lehrern wurden in einem von goja vorbereiteten Workshop gemeinsame Ziele für Seite 16 von 20

17 Jungenarbeit vereinbart und diskutiert. Anhand des Seminars in Magnetsried soll nun exemplarisch ein Seminarablauf geschildert werden: Zusammenfassung des Seminars Junge sein Mann werden in Magnetsried, CVJM.Hof Das zweitägige Seminar mit Übernachtung und gemeinsamer Verpflegung am Abend und am Morgen hatte zwei Themenschwerpunkte: Übungen und genderspezifische Fragestellungen. Durch körperbetonte Partnerübungen konnte jeder Schüler herausfinden, was für ihn angenehm oder eher unangenehm ist. Welche Art von Körperkontakt ist unter Jungs normal? Lernziel: Jungs dürfen sich berühren und Gefühle zeigen ohne dabei als schwul zu gelten. In Einzel- wie in Gruppenarbeit wurde dann erarbeitet, welche Eigenschaften und Merkmale ein richtiger Mann haben sollte. Lernziel: Erkennen, dass es eine bunte gleichberechtigte Vielfalt an Möglichkeiten gibt ein richtiger Mann zu sein, auch jenseits der gängigen Rollenklischees 2. Tag: Thema: Berufs- und Lebensplanung der Schüler ein Blick in die Zukunft Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung sollen helfen, sich selbst besser einschätzen zu können sowie seine eigenen Potenziale zu entdecken Lernziel: Andere sehen mich teils anders als ich selbst; Stärkung des Selbstvertrauens Thema: Visualisierung und Gestaltung der persönlichen Zukunft: Mein Leben in 10 Jahren (Einzelarbeit) Lernziel: Hinterfragen der eigenen Wünsche; was kann ich wirklich erreichen, was entspricht meinen Fähigkeiten? Welche Erwartungshaltung, welches Rollenbild steckt dahinter? Das zweitägige Seminar wurde mit 36 Schülern in drei Arbeitsgruppen durchgeführt. Referenten waren Markus Burchert sowie zwei Lehrer. Letztere wurden durch zwei Tutoren aus der Kollegstufe unterstützt. Die inhaltliche und konzeptionelle Vorarbeit wurde durch goja geleistet. Die Zusammenarbeit zwischen goja und den Lehrkräften erwies sich als gleichberechtigt und zuverlässig. Die Lehrer zeigten eine hohe Bereitschaft sich mit genderorientierter Jungenarbeit auseinander zu setzen. Seite 17 von 20

18 Auswertung des Projekts: Insgesamt wurden alle Seminare von Referenten, Lehrern und Schüler positiv bewertet. Problematisch waren vor allem beim The Tent die Örtlichkeiten, da die Freizeitatmosphäre mit der erwünschten Arbeitsatmosphäre konfligierte und es zu nächtlichen Lärm-Problemen kam. Als negativ wurde von den Schülern aller Seminare bewertet, dass die Veranstaltung während der beliebten Projektwoche stattfand, so dass eine Teilnahme daran nicht möglich war. Inhaltlich konnte bei den unterschiedlichen Veranstaltungen die gesetzten Ziele erreicht werden und sie stießen auf hohe Akzeptanz. Die organisatorische Vorbereitung durch Thomas war hervorragend, die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und außerschulischen Referenten sehr positiv. Das ObenOhne-Projekt soll im Schuljahr 2007/2008 in Kooperation der Schule und von goja weitergeführt werden. 8 Pläne, Vorhaben und Ziele für das Schuljahr 2007/2008 Nachdem goja im vergangenen Schuljahr schon gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern gemacht hat, ist es unser Bestreben diese Kontakte auszubauen. Hier denken wir in erster Linie an unsere Kolleginnen der Münchner Mädchenprojekte, die wir gerne bei eigenen/externen Anfragen an/von Schulen mit einbeziehen, damit auch künftig Angebote für Jungen und Mädchen parallel stattfinden können. Seite 18 von 20

19 8.1 Rundschreiben an alle Münchner Förder- und Hauptschulen Waren es im vergangenen Schuljahr nur zufällige Kontakte, so sind wir im Sommer erstmals aktiv auf alle Münchner Förder- und Hauptschulen zugegangen um auf unsere Angebot aufmerksam zu machen. Dies mit der Absicht, weiter Hauptschulen als unsere primäre Zielgruppe zu erreichen. Erste Anfragen von Schulleitern haben uns in Folge der Mailing-Aktion erreicht. Termine für Seminare im Herbst/Winter 2007 sind noch möglich. 8.2 Modellprojekt Jungenarbeit Hauptschule an der Implerstraße In Kooperation mit der dortigen Schulsozialarbeit hat goja für die Schüler aller Jahrgangsstufen (5. bis 9. Klasse) ein mehrstufiges Seminarkonzept entwickelt. Die Seminarinhalte werden altersgemäß angeboten und bauen aufeinander auf. Künftig werden die Schüler durchgehend von der Unterstufe bis zum Abschluss mindestens ein goja-seminar pro Schuljahr besuchen. Goja bietet sozusagen die Möglichkeit, den Buben während ihrer fünfjährigen Schulzeit Gender-Lernen nahe zu bringen sowie genderbewusste Denkweisen zu vermitteln und einzuüben. Dieses Projekt wird in Kooperation mit Mädchenprojekten und der Schulsozialarbeit Kunterbunt durchgeführt. Beginn ist Oktober Weitere Projekt-Ideen Entwicklung weiterer Seminarkonzepte entsprechend dem formulierten Bedarf Projekt Young Daddies : Beratung und Begleitung von jugendlichen Vätern und werdenden Vätern. Vater-Kind-Gruppen Seite 19 von 20

20 Babysitter-Ausbildung für Buben in Kooperation mit Schule und Elternbeirat 8.4 Goja-Neujahrsempfang im Januar 2008 Von den Gästen in guter Erinnerung und als Treffpunkt zur Vernetzung bestens geeignet, soll der gelungene erste Neujahrsempfang im Februar 2007 in den nächsten Jahren als feste Veranstaltung von goja etabliert werden. Somit freuen wir uns schon jetzt, Sie am Donnerstag, den 31. Januar 2008 in unseren Räumen wieder begrüßen zu dürfen. Einladungen werden Ihnen noch schriftlich oder per zu gesandt. 9 Zum Schluss Das Schuljahr 2006/2007 war für goja sehr erfolgreich. Zum Sommer stellten wird fest, dass über 50 Seminare, die Vor- und Nachbereitung, die Konzeptionierung, die Produktentwicklung und der Overhead-Aufwand des Neuaufbaus einer Einrichtung an unsere Belastungsgrenze gingen. Wir waren für die Sommerpause dankbar. Wir erleben, dass es für Jungenarbeit in München einen hohen Bedarf gibt. Viele Ideen und Ziele, die wir für notwendig halten, müssen sicher noch einige Zeit auf ihre Umsetzung warten. Nichts desto trotz: Ein Anfang ist gemacht und genderorientierte Jungenarbeit hat ein weiteres solides Standbein in München gewonnen. Seite 20 von 20

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