Titelthema: Wissensmanagement durch Social Media. Fachzeitschrift für Unternehmenssicherheit. Marco Mille, Siemens.

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1 77500 ISSN Einzelverkaufspreis: 12,- Mai/Juni 3/2012 Fachzeitschrift für Unternehmenssicherheit 10 Spitzengespräch: Marco Mille, Siemens 18 Frank Thorwirth über die Security Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik 28 Aktuell: Mangelnder Brandschutz am neuen Berliner Flughafen? 30 Im Fokus: Banken 51 Datensicherheit Titelthema: Wissensmanagement durch Social Media

2 Editorial Pflichttermin für Entscheider September 2012 Ja, wo sitzen sie denn? th edition Will man Brandmelder mit den Steuerungssystemen verbinden, muss man zumindest wissen, wo die Melder sitzen. So banal, wie es klingt, scheint es nicht zu sein. Zumindest nicht in Berlin. Auf der Baustelle des neuen Flughafens Willy Brandt (siehe Seiten 28/29) jedenfalls sind solche Informationen keine Selbstverständlichkeit. Die Beteiligten üben Der Weltmarkt für Sicherheit & Brandschutz Treffen Sie Aussteller und Sicherheitsexperten aus über 100 Nationen Entdecken Sie spannende Innovationen 90 % der Aussteller mit Produktpremieren Nutzen Sie exzellente Geschäftschancen im Hot Spot der Branche sich deshalb in einer offensichtlich noch völlig unerprobten Methode: Sie erheben Anspruch auf die fehlerfreie Übermittlung aller erforderlichen Planungsunterlagen. Wenn das Beispiel Schule macht, sind die Folgen nicht abzusehen. Neubauten könnten beispielsweise pünktlich eröffnet werden, Budgets würden nicht um ein Vielfaches überschritten. Bemerkenswert am Desaster rund um den Flughafen ist nicht nur das Versagen bei technischen und planerischen Selbstverständlichkeiten, sondern auch das, was man wohl unter Krisenkommunikation versteht: Mit dem notwendigen Maß an Zerknirschtheit wurde zielgerichtet der mangelhafte Brandschutz als Ursache ausgemacht. Scheibchenweise ganz nebenbei der gröbste Fehler jeder Krisenkommunikation (Seite 47) kommt ans Licht, dass der mangelhafte Brandschutz indes eher Symptom als Ursache ist. Aber als Grundlage der Argumentation war er den Verantwortlichen doch sehr willkommen, da dabei die Fürsorge mitschwang, eine Katastrophe wie den 3/2012 Brand am Düsseldorfer Flughafen 1996 nicht noch einmal geschehen zu lassen. Eine unverständlicherweise verspätete Fürsorge. Prof. Dr. Rainer Schwarz, seit 2006 Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen, hatte mit seinem Erfahrungswissen wohl nur wenig anfangen können. Immerhin hatte er 2001 just beim Düsseldorfer Flughafen angeheuert, als die Brandkatastrophe mit 17 Toten und 88 Verletzten noch deutlich in Erinnerung gewesen war. Besondere Sensibilität für den Brandschutz wäre bei ihm also vorauszusetzen. Doch es kommt noch besser: Kein noch so fantasievoller Satiriker hätte sich ausdenken können, dass der inzwischen geschasste Flughafen-Geschäftsführer Technik an der Universität Kassel ausgerechnet zum Thema Optimierungsansätze zur prozessorientierten Abwicklung komplexer Baumaßnahmen promoviert hatte. Ganz offensichtlich war ihm nicht klar, dass sich akademisch gesammeltes Wissen mitunter auch für die Praxis verwenden lässt. Bei einem Bauprojekt, ob groß oder klein, ob mit oder ohne Sicherheitstechnik, sind das alles Grundlagen des Informationsaustauschs. Übertrieben wäre es, dabei schon von Wissensmanagement zu sprechen, also dem bewussten Umgang mit der Ressource Wissen und ihrem zielgerichteter Einsatz in der Praxis. In Berlin Wissensmanagement anzumahnen, würde die Verantwortlichen womöglich überfordern. Dabei können Unternehmen, Abteilungen und Projekte davon sehr profitieren, auch in Sachen Sicherheit, wie unser Titelthema ab Seite 12 zeigt. Im besten Fall wüssten dann die Zuständigen auch, wo die Brandmelder sitzen. Verstehen ist alles Eine neue Dimension der drahtlosen Zutrittskontrolle: leistungsstark und problemlos für jede Tür geeignet. Die neue Technologie von SALTO versteht Ihr Gebäude. Sie kennt die Zutrittskontrollaufgaben und ist mit den meisten RFID-Technologien kompatibel. SALTO GEO ist Teil unserer 360º -Systemlösung. Eine effiziente und leicht installierbare Komplettlösung für die drahtlose Zutrittskontrolle Der neue GEO-Zylinder (Global Electronic Opening) von SALTO ist ein intelligenter und leistungsstarker Schließzylinder, der sich problemlos installieren lässt und mit der neuesten Technologie arbeitet, um den Anforderungen an ein neues Zutrittskontrollsystem gerecht zu werden. Dank der offenen Architektur und der so genannten Data-on-Card-Technologie von SALTOs Virtual Network (SVN) lässt sich dieser Zylinder in die vorhandene Infrastruktur einbinden, um so eine voll integrierte Plattform für drahtlose, zuverlässig und einfach zu handhabende Zutrittskontrolle zu schaffen. Ilse Klaus Objektleitung 3 SALTO SYSTEMS GmbH. Gewerbestr Gevelsberg Tel.:

3 Attraktive Arbeitsplätze Securitas ist ein global agierender Konzern. Unser hoher Qualifizierungsstandard gilt ebenso für die heimischen Teams wie weltweit. Wir können unseren Kunden für ihre internationalen Aktivitäten Sicherheitspersonal bieten, das mit der Sprache, Kultur und Mentalität der Menschen vor Ort vertraut ist. Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft des Unternehmens von den Kompetenzen der Beschäftigten abhängt. Wir achten auf richtige Personalauswahl, Einarbeitung, Training & Entwicklung sowie kontinuierliches Coaching. Soziale Verantwortung übernehmen Bildung sichert Zukunft Ziel unserer weltweiten Aktivitäten und Projekte ist es, ein sicherer, vertrauenswürdiger und verlässlicher Arbeitgeber für unsere Beschäftigten zu sein. Sie sollen bestmögliche Chancen und Rahmenbedingungen für ihre persönliche Entwicklung und berufliche Karriere haben. Wir streben langjährige Beschäftigungsverhältnisse an, die auf gegenseitigem Respekt und Anerkennung der Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter basieren. Sie sind unsere wertvollste Ressource und wir setzen uns für faire Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und gute Qualifikationen in der gesamten Sicherheitswirtschaft - ein. Erfolgreiche Arbeitgeber brauchen qualifizierte und motivierte Beschäftigte: Kompetente Menschen mit dem richtigen Wissen, Können und der richtigen Einstellung. Qualität ist unverzichtbarer Bestandteil für zufriedene Kunden und beruflichen Erfolg. Mit ständiger und mitarbeiterorientierter Weiterbildung schaffen wir gemeinsam die Grundlagen des lebenslangen Lernens und sind so auf die Herausforderungen eines sich stetig verändernden Marktes vorbereitet. Deshalb haben wir eine eigene Securitas Akademie, die mit einem breiten Themenspektrum professionelle Weiterbildung bedarfsgerecht erfüllen kann. Securitas Kompetenz in Sicherheit. Das Unternehmen liefert spezialisierte Sicherheitslösungen maßgeschneidert für die Kundenbedürfnisse in 50 Ländern in Nordamerika, Europa, Lateinamerika, im Mittleren Osten, in Asien und Afrika. Überall vom Einzelunternehmen bis zum komplexen Konzern, machen unsere Beschäftigten weltweit den Unterschied. securitas.de

4 inhalt inhalt Inhalt Zum Titel Die Bewahrung und Bereitstellung von Wissen ist eine der Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Organisationen. Social Media bietet dafür neue Möglichkeiten, auch und gerade für Sicherheitsabteilungen. Foto: vladgrin - Fotolia.com Scanner 8 BDSW, Burg-Wächter, KB Videosystems, Schwarz Druck, Vabeg Spitzengespräch 10 Marco Mille, Siemens: Diversität ist Trumpf Titelthema Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik 21 Gebäudezutritt: Karusselltür erzeugt Strom 22 Sicherheitsfolie: Regierungsviertel im Splitterhagel 24 Schließtechnik: Dreidimensionale Nut durch zusätzliche Achse 26 Perimetersicherung: Nachhaltigkeit fürs Zaunbewusstsein Aktuell 36 Schutz für exponierte Personen: Daheim so sicher wie im Büro 38 Personenschutz: Die Gefahr für den Einzelnen ist abstrakter geworden 41 Interview Dr. Lothar Thoma, Prosegur: Wir verstehen uns als Prozessberater 43 Fahndungsbilder in Zeiten von Full HD : Aus dem All kein Problem, auf drei Meter schon Veranstaltung Datensicherheit 51 Datenträgershredder: Gewinnbringende Vernichtung 52 Cloud Computing: Auch ausgelagerte Daten wollen rückstandslos entfernt sein Markt 54 Andreas Benke, Geutebrück: Die Dienstleistung macht den Unterschied 12 Wissensmanagement: Die Redaktion der Erfahrung 28 Flughafen Berlin: Geschluckte Kröten 47 Kaminabend VSW NW: Fakten statt Interpretationen Hintergrund Interview 18 Frank Thorwirth, Messe Essen: Lösungsorientierte Ansätze zuhauf! Im Fokus: Banken 30 Online-Banking: Transaktionsbindung und Visualisierung 33 Videoüberwachung bei der Standard Chartered Bank: Überdreht der Lüfter, schlägt der Rekorder Alarm 34 Managementsystem: Eine Plattform für alle Meldungen Aus der Praxis 48 Kabel-Brandschutz im Mehrfamilienhaus: Kein Feuer auf weitem Flur 49 Wärmebildkameras für Golfplatz: Aufpasser im Paradies 56 Gefahrenmanagement-System: Risikominimierung als Strategie SECURITY insight 58 Vorschau und Impressum Dienstleister des Bundes Private Wirtschaft im Ausland Machen Sie Ihre Mitarbeiter krisensicher! Eigene Sicherheit erhöhen Deeskalationstraining Krisenmanagement Vorbereitung auf außergewöhnliche Situationen Präventionsübungen für Car und Hijacking Regattastr. 187, Berlin 030/ Sichern Sie die Werte Ihres Unternehmens! Schlüssel Funkgeräte Handys Fahrzeuge + Führerscheinkontrolle Laptops Dokumente Stapler Warenlager Werkzeuge etc. traka.de KeyCab DEU ad.indd 2 17/12/10 11:52:09 SECURITY insight 3/2012 7

5 Scanner Scanner Technische Fachkräfte werden knapp Fälschungssichere Wertgutscheine Israelische Thermalvideosysteme jetzt auch in der DACH-Region Daitem Funk-Alarmsysteme Agenda 2020 Ein Blick in die Zukunft lautete das Motto der Techniktagung des Bundesverbands der Deutschen Sicherheitswirtschaft (BDSW). Über 100 Experten für sicherheitstechnische Dienstleistungen waren dafür nach Karlsruhe gekommen. Unter der Führung der Vorsitzenden des BDSW-Fachausschusses Technik, Wolfgang Wüst (auf dem Foto links am Pult) und Holger Kierstein, stellten sich behördliche und Vertreter aus der Wirtschaft in Referaten über die Entwicklung von Alarm- und Interventionsdienstleistungen den Teilnehmern. Die Welt um uns herum ändert sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. So hat ein amerikanischer Computerhersteller mit seinen Produkten innerhalb weniger Jahre den gesamten Markt für mobile Telefone und Tablet-PCs neu verteilt. Apps bestimmen unseren Alltag, neue Geschäftsmodelle entstehen und andere verschwinden, so Wüst. Auch das private Sicherheitsgewerbe ist davon betroffen. Securitas-Deutschland-Chef Manfred Buhl wies darauf hin, dass die Gewinnung technischer Fachkräfte immer schwieriger werde. Die Bevölkerungsentwicklung führe dazu, dass bereits in wenigen Jahren viele Millionen Erwerbstätige nicht mehr zur Verfügung stehen. Einerseits ist das ein Signal, einfache Sicherheitsaufgaben noch mehr durch Technologie zu erledigen, andererseits werden für die zentralen Einrichtungen wie Notruf- und Serviceleitstellen die Fachkräfte knapp. Buhl mahnte konkrete Maßnahmen an, um die Arbeitsplätze in der Branche attraktiver zu gestalten. Die Ausgabe hochwertiger Wertgutscheine stellt für Unternehmen ein attraktives Mittel zur Motivation der Mitarbeiter dar. Da es sich dabei um reelle Zahlungsmittel handelt, müssen diese Gutscheine neben optischer und haptischer Wertigkeit auch fälschungssicher sein. Darauf hat sich die Wertund Sicherheitsdruckerei Schwarz Druck GmbH spezialisiert. Durch den Einsatz verschiedenster Sicherheitskomponenten wird sichergestellt, dass der Gutschein selbst nicht gefälscht, sein Wert nicht manipuliert und auch die Anzahl der ausgegebenen Gutscheine kontrolliert werden kann. Dabei kommen neben sichtbaren Sicherheitsmerkmalen auch verdeckte zum Einsatz, beispielsweise das Aufbringen nicht kopierbarer Elemente, was die zweifelsfreie Authentifizierung ermöglicht. Das Portfolio der von Schwarz Druck produzierten Gutscheine erstreckt sich Weiterentwickeltes Schließsystem Erweitert hat die Burg-Wächter KG ihr preisgekröntes Schließsystem TSE. dessen Elektronik auf der digitalen Schließtechnik für Tresore beruht. Zu den wichtigsten Neuheiten der neuen Version XL gehören die Power Keypads mit ständiger Stromversorgung. Sie ergänzen die batteriebetriebenen Ausführungen der Wandgeräte, über die mittels Pincode, Fingerscan oder Passiv-Transponder die Türöffnung von Einkaufs- über Waren-, Geschenkund Tank- bis hin zu Leistungsgutscheinen. Damit qualifiziert sich das Unternehmen als kompetenter Partner bei der Konzeption von Gutscheinsystemen auf der Ausgabeseite (etwa Arbeitgeber), aber auch als Produzent für Druckprodukte bei Firmen, die für sich eine zusätzliche Wertschöpfung durch das Angebot alternativer Bezahlsysteme erschließen möchten. ausgelöst wird. Der Vorteil: Die Power Keypads reagieren sofort auf das jeweilige Identmedium und müssen nicht vorher eingeschaltet werden. Weitere Neuheiten sind die Wellenverlängerung für die Anpassung des patentierten Schließzylinders an dickere Türen sowie Antipanik-, Twinlock- und Halbzylinder. Verbesserungen bietet auch die weiterentwickelte Software, die nun für bis zu Benutzer mit 300 Türen pro Mandant erhältlich ist. So vereinfachen markierte Pflichtfelder die Dateneingabe, bei der jetzt auch detaillierte Benutzerdaten erfasst werden können. Den Anforderungen von Unternehmen mit Arbeitnehmervertretung entspricht ein Historienschutz, der über ein zweites Passwort gesichert ist. Wärmebild- und Ausleuchtungslösungen des israelischen Anbieters Opgal Optronic Industries kann man in der DACH- Region künftig über die KB Videosystems GmbH beziehen. Die Lösungen liegen nahe dem Infrarotbereich und sind für zivile und militärische Sicherheitsanwendungen gedacht. Das Opgal- Portfolio umfasst Anwendungen für den Tag-/Nachteinsatz und für die Überwachung im Nahbereich bis hin zu Systemen mit sehr großer Reichweite, sodass große Bereiche des Sicherheitsmarktes bedient werden können. Die Thermalvideolösungen gewährleisten Sicherheit für kritische Bereiche der industriellen Faltfolder für sichere Großveranstaltungen Das Sicherheitskonzept für Veranstaltungen stellt meist ein umfangreiches Schriftwerk für die Verantwortlichen sowie die Behörde als Genehmigungsgrundlage im Vorfeld, aber auch während der Veranstaltung dar, vor allem in der jeweiligen Einsatzzentrale. Da es meist sehr ausführliche Ausarbeitungen und Informationen enthält, ist es kaum dazu geeignet, allen Einsatzkräften als direkte Arbeitsgrundlage ausgehändigt zu werden. Sie bekommen und behördlichen Infrastruktur, Zaunund Grenzüberwachung sowie für maritime Einsätze. Die erst vor zwei Jahren gegründete KB Videosystems GmbH ist unabhängiger Hersteller und Lieferant hochwertiger Videoüberwachungslösungen. Die Produktpalette umfasst eine Vielzahl verschiedener Wärmebildkameras, hochwertige drahtlose Video- und Datenübertragungssysteme, optische Kommunikationsmittel sowie spezielle Digitalrekorder für höchste Ansprüche bei der Verwendung in Fahrzeugen oder Flugzeugen. heute vorwiegend Übersichtspläne. Für die Hauptverantwortlichen und Planer ist es eine enorme Herausforderung, eine gemeinsame Kommunikationsgrundlage und -ebene zu schaffen, die von allen verstanden und umgesetzt werden kann. Hierzu hat die Entwicklungsgesellschaft Vabeg den Faltfolder Safety-Leporello entwickelt und in der Praxis getestet. Er enthält alle wichtige Pläne und Umsetzungsinformationen zu einer Veranstaltung oder Versammlungsstätte. Dabei werden die Pläne und Ausarbeitungen in den Umschlag eingefaltet und befestigt, der trotz der großen Pläne in jede Brust- oder Innentasche passt. Rechtlich verhilft diese Umsetzung im hohen Maße, die geforderte Zusammenarbeit der beteiligten Verantwortungsträger (Rechtsgrundlage: MVStättVO, BGV A1) umzusetzen. Die Inhalte werden für jede Veranstaltung/Versammlungsstätte individuell ausgewählt, zusammengetragen und erstellt. Für jede Sicherheitsanforderung die passende Lösung. Wir sehen uns! Besuchen Sie Daitem auf der SicherheitsExpo in München. Mit VdS B, C oder Home! Atral-Secal GmbH / Service Daitem Thaddenstraße Weinheim Tel Innovative Funk-Alarmanlagen 8 SECURITY insight 3/2012 9

6 Spitzengespräch Spitzengespräch Diversität ist Trumpf Marco Mille über Sicherheit als Managementaufgabe, die Performance der Sicherheitsverbände, kompetente Mitarbeiter und die Auswahl von Sicherheits-Dienstleistern Marco Mille ist seit Anfang 2010 Leiter der Unternehmenssicherheit von Siemens. Zuvor war er Chef des Luxemburger Nachrichtendienstes. SECURITY insight: Herr Mille, vor welchen Herausforderungen stehen die Sicherheitsabteilungen der Konzerne heute? Marco Mille: Von der Unternehmenssicherheit wird erwartet, dass sie umfassende Sicherheit entlang zunehmend komplexer Wertschöpfungsketten bietet. Dazu muss sie direkt in die Geschäftsprozesse eingebunden werden. Auch um bestimmen zu können, was besonders schützenswert ist, bedarf es der engen Zusammenarbeit von Geschäftsverantwortlichen und Sicherheitsexperten. Sicherheit ist also eine Managementaufgabe. Wie andere Unternehmenseinheiten sehen auch wir uns zudem immer kürzeren Innovationszyklen ausgesetzt und müssen Schritt halten. Dies gilt sowohl mit Blick auf die unternehmerischen Ziele als auch für Bedrohungsszenarien. Der Siegeszug des Quick-Response-Code (QR-Code) ist hierfür ein gutes Beispiel: 10 Fraglos ist er als ein Meilenstein des Supply-Chain-Managements sowie als phantastisches Medium für Marketing und Kundenbindung anzusehen. Doch ist er auch ein potenzielles Einfallstor für Cyberangriffe? Bei Themen wie diesem darf Unternehmenssicherheit nicht hinterherlaufen. Der deutsche Mittelstand ist in Sachen Sicherheit oft schlecht aufgestellt. Welche Möglichkeiten sehen Sie, das zu ändern? Sie sprechen ein für mich sehr wichtiges Thema an: Siemens ist als Global Player auch auf die Sicherheit bei mittelständischen Partnern angewiesen, Stichwort Lieferketten. Wir geben daher für unsere Partner hohe Standards vor und unterstützen, wenn notwendig, auch im Einzelfall. Doch gerade die kleineren Unternehmen können die Sicherheitsherausforderungen nicht alleine meistern, besonders wenn sie sich auch im globalen Markt durchsetzen wollen. Grundsätzlich sind auf nationaler Ebene die Verbände gefordert. Offen gesagt, ist das Angebot hier zu Lande leider unzureichend. Aber zum Glück tut sich ja zurzeit Einiges. Wie steht es bei Siemens um das Verhältnis zwischen Corporate Security und Compliance? Hier wird bewusst zwischen Compliance und Unternehmenssicherheit getrennt. Jeder hat seinen eigenen, klar definierten Zuständigkeitsbereich. Dieses Modell garantiert Komplementarität, gute Zusammenarbeit und effiziente Kontrollen. Jeder Siemens-Mitarbeiter unabhängig von der Organisationszugehörigkeit hat sich strikt an gesetzliche Auflagen in den jeweiligen Staaten sowie interne Bestimmungen zu halten. Was könnten die deutschen Sicherheits- Verantwortlichen von ihren Kollegen in anderen Ländern lernen? In Deutschland werden die Sicherheitsabteilungen von erfahrenen und international anerkannten Experten geführt. Wir brauchen den internationalen Vergleich also nicht zu scheuen. Aber der Blick über die Grenze kann nicht schaden. Spontan fallen mir beispielsweise das Selbstverständnis der jeweiligen Verbände und die strategische Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor in Fragen des Wirtschaftsschutzes ein. Sie waren vor Ihrer Zeit bei Siemens Leiter des Luxemburger Geheimdienstes. Wie hilft Ihnen die Erfahrung bei Ihrer heutigen Arbeit? SECURITY insight 3/2012 Die Qualität der Unternehmenssicherheit hängt weniger von der Person ihres Leiters ab als von den Kompetenzen und der Teamfähigkeit der Mitarbeiter. Diese können einen militärischen, polizeilichen oder nachrichtendienstlichen Hintergrund haben. Doch eine moderne Unternehmenssicherheit sollte weiter blicken und sich auch zum Beispiel in der akademischen Welt, bei Nichtregierungsorganisatoren und last but not least beim Business selbst ihre Nachwuchskräfte suchen. Diversität bei Qualifikation, Nationalität, Alter und Geschlecht ist Trumpf. Ich würde es zum Beispiel sehr begrüßen, wenn sich mehr Frauen für eine Tätigkeit in der Unternehmenssicherheit entscheiden würden. Studiengänge zum Sicherheits-Management schießen wie Pilze aus dem Boden. Wie bewerten Sie diese Akademisierung? Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Wir brauchen qualifiziertes Personal, um auch künftig Sicherheit für unser Geschäft gewährleisten zu können. Wichtig ist auch, dass über die vermehrte Vermittlung von Kenntnissen in Managementund betriebswirtschaftlichen Themen die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsabteilung und Geschäftseinheiten gefördert wird bis hin zum personellen Austausch. International vergleichbare Profile machen qualifizierte Bewerber über die Grenzen hinweg mobil und könnten dazu beitragen, das Berufsbild attraktiver zu gestalten. Allerdings besteht im Umkehrschluss auch die Gefahr, die Elfenbeinturm-Mentalität zu fördern das müssen wir verhindern. Derzeit gehen die akademischen Aus- und Fortbildungsangebote zum Teil noch an den Bedürfnissen des Marktes vorbei. Zu wünschen wäre hier eine noch engere Abstimmung zwischen Hochschulen und Unternehmen am besten über bestehende Verbände und Organisationen. Siemens bietet eigene Sicherheitstechnik an. Gibt es einen fachlichen Austausch zwischen der Division Building Technologies (BT) und der Corporate Security? Selbstverständlich, gerade was die zu erwartenden Anforderungen an künftige Produkte anbelangt, kann BT auf unsere Expertise zurückgreifen. Wir stehen hier in permanentem Austausch. Bei der Implementierung von Sicherheitslösungen im eigenen Haus greifen wir natürlich weltweit bevorzugt auf Lösungen von BT und anderer Siemens-Unternehmenseinheiten zurück. Worauf muss man bei der Auswahl eines Sicherheits-Dienstleisters achten? Wer Sicherheitsberatung sucht, braucht Hilfe bei der Ausarbeitung eines individuellen Sicherheitskonzepts. Wer Sicherheits-Dienstleistung sucht, hat schon ein Konzept und braucht Hilfe bei der Umsetzung in die Praxis. Ich betrachte die Inanspruchnahme von Hilfe nicht als Schwäche, sondern als Zeichen objektiver Selbsteinschätzung, die Voraussetzung für Weiterentwicklung und Verbesserung ist. Gerade die Auswahl eines Sicherheitsberaters ist eine sehr delikate Angelegenheit. Schließlich suche ich mir einen Partner, dem ich meine Schwachstellen offenlege. Siemens legt hier sehr großen Wert auf einen einheitlichen Auswahl- und Bewertungsprozess, der neben den kaufmännischen Kriterien auch Compliance, Qualitätssicherung, Einhalten von überprüfbaren Standards usw. berücksichtigt. Deshalb sollte jeder gerade KMUs Referenzen einholen, etwa bei Verbänden und Gesprächskreisen. Schlussendlich würde ich als Unternehmer auch besonders darauf achten, ob der ausgewählte Dienstleister auf meine spezifischen Bedürfnisse einzugehen bereit ist oder ob er mir Sicherheit von der Stange verkaufen will. Jedes Unternehmen ist einzigartig, jedes Sicherheitskonzept muss es daher auch sein. Als Kunde habe ich diesen Anspruch Die Fragen stellte Marcus Heide. Tel. +49(0) Fax +49(0)

7 Titelthema: Wissensmanagement Die Redaktion der Erfahrung Wie Wissensmanagement mit den Möglichkeiten von Social Media dabei hilft, die Unternehmenssicherheit zu bewahren und zu verbessern Foto: Sergej Khackimullin - Fotolia.com praxistauglicher und -erprobter Relevanz ist. Eine Möglichkeit für diese Kopplung ergibt sich aus der Organisation selbst: Viele Informationen und unternehmensrelevantes, erfolgskritisches Wissen geben die zentralen Wissensträger oft nur im Umfeld des Vertrauens weiter und dann nur an solche Personen, mit der sie sich in einer Vertrauenskultur befinden. Bei Teeküchengesprächen oder beim gemeinsamen Mittagessen erzählt man sich vielleicht auch Details von der letzten Reise in ein Krisengebiet, die in großer Runde gar nicht oder zumindest anders zur Sprache gekommen sind. Solche Gespräche haben meist mehr Einfluss auf den Wissenstransfer in Sicherheitsabteilungen der Konzerne oder zwischen Führungskräften in mittelständischen Unternehmen als systematisch organisierte Wissensdatenbanken, Debriefing Sessions und andere Instrumente. Nachhaltiges Wissensmanagement ist deshalb auch in hohem Maße damit befasst, intakte soziale Netzwerke (wie sie sich beispielsweise aus gemeinsamen Einsätzen oder auch Interessenlagen ergeben) möglichst zu fördern und aufrechtzuerhalten. Man nennt diese Netzwerke auch Communities of Practice ; sie stellen eine wichtige Basis unternehmensinterner Wissensspeicherung dar; ihre Förderung durch die Unternehmensführung kann nur jeder Organisation empfohlen werden. Vernetzungsmöglichkeiten durch Social Media Seit einigen Jahren haben sich durch Social Media neue Möglichkeiten ergeben, diese Netzwerke durch einfache Konzepte und Technologien zu fördern. Dabei geht es um digitale Medien, Konzepte und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich unkompliziert und schnell untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten. Soziale Interaktion und Zusammenarbeit in sozialen Medien gewinnen an Bedeutung und wandeln mediale Monologe (one to many; beispielsweise nur eine Person erstellt eine Projektdokumentation zum umfassenden Zutrittsmanagement) in sozial-mediale Dialoge (many to many; viele Beteiligte arbeiten an dieser Projektdokumentation und bringen ihr individuelles Wissen mit ein zum Beispiel welche Zugangsgewohnheiten sie in unterschiedlichen Abteilungen beobachtet haben). Zudem unterstützt es die Demokratisierung von Wissen und Informationen und entwickelt den Benutzer vom Konsumenten zum Produzenten. Es besteht wenig oder kein Gefälle mehr zwischen Sender und Rezi- Von Dr. Günter Pees Die Bewahrung und Bereitstellung von Wissen ist eine der Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Organisationen. Vor allem im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel wird die Diskussion über erfolgreiche Strategien zur Sicherung unternehmenskritischen Wissens hoch aktuell. Einer aktuellen Studie zufolge sichern knapp 80 Prozent aller Unternehmen das Wissen ausscheidender Mitarbeiter, besonders ihr Erfahrungswissen, nicht oder nur unzureichend. Hier besteht großer Handlungsbedarf, soll das Wissen für die Organisation nicht vollständig verloren gehen. Doch nicht nur hier lohnt sich die dauerhafte Konservierung von Wissen; insbesondere in Unternehmen und Organisationen, die sich auf die Erbringung sicherheitsrelevanter Tätigkeiten und Dienstleistungen konzentrieren, ist die dauerhafte Speicherung und interne Bereitstellung von Erfahrungswissen aus der Praxis höchst wertvoll. Grundlagen Die Bereitstellung einer entsprechenden Wissensumgebung stellt also einerseits sowohl für das Unternehmen wertvolles Kapital dar, andererseits hilft es den Mitarbeitern auch, Erfahrungen von Kollegen zu nutzen, auf diesen aufzubauen und gegebenenfalls gemachte Fehler nicht zu wiederholen. Das effiziente Management von Wissen kann also durchaus auch lebensrettend sein! Erfahrungswissen, also die Kenntnis über in der Praxis bewährte Verfahren und Methoden, stellt die Grundlage des eigenen kompetenten Handelns dar. Es besteht aus verinnerlichtem ( internalisiertem ), explizitem Wissen, also beispielsweise aus der Kenntnis von Regeln und Abläufen. Reines explizites Wissen ist jedoch nur dann in der Praxis effizient nutzbar, wenn es im Zusammenspiel mit einer Aufgabe konkret angewendet werden kann. Erfahrungswissen besteht also außerdem aus diesem impliziten Wissen, das kompetentes Handeln ermöglicht, ohne viel Zeit in Überlegungen investieren zu müssen. Beispiel Personenschutz: Wie die Voraufklärung ablaufen muss, welche Bestimmungen das Waffenrecht aufweist und wie die Schutzperson im Fall der Fälle möglichst unbeschadet an einen sicheren Ort zu bringen ist das alles findet man in Handbüchern und Schulungsunterlagen. Wie aber die individuelle Sicherheitslage beispielsweise im Umfeld eines bestimmten Hotels ist (angrenzende Gebäude, Aufteilung der Etagen, Räume und Veranstaltungssäle, hotelinterne Sicherungsmaßnahmen), in dem die Schutzperson regelmäßig absteigt diese Informationen sind individuell zusammenzutragen, aber wiederum eben auch nur einem kleinen informellen Kreis zur Verfügung zu stellen. Auf welche Weise kann aber die Kombination und Bereitstellung von (explizitem und implizitem) Wissen gelingen? Da Handlungskompetenz nicht nur durch das reine Studium von Vorschriften usw. erlangt werden kann, muss eine Kopplung zum Handlungskontext erreicht werden, in dem das explizite Wissen von 12 SECURITY insight 3/

8 Titelthema: Wissensmanagement Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Konzeption, Erstellung und Einführungsbegleitung eines ProjektWikis Anforderung Aufbau einer Wissensdatenbank zur Erfassung und zum schnellen Abruf von Erfahrungswissen (Best Practices) von Einzelpersonen aus sicherheitskritischen Einsätzen im Ausland. Möglichkeit, die Einzelerfahrungen zu einem Gesamtwissen zusammenzufassen. Einbindung von Schulungsfilmen und Videodokumentationen in die Wissensbasis. Begleitung der Einführung bei den Mitarbeitern pienten (Sender-Empfänger-Modell). Als Kommunikationsmittel werden dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Das gemeinsame Erstellen, Bearbeiten und Verteilen von Inhalt, unterstützt von interaktiven Anwendungen, wird häufig auch als Web 2.0 bezeichnet. Als Social Media werden alle Medien verstanden, die die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen. Sie lassen sich in zwei grobe Kategorien einteilen: Social Media mit Fokus auf Aspekte der Kommunikation (beispielsweise Weblogs oder soziale Netzwerke wie Xing, Facebook usw.) Social Media, die zwar zur Kommunikation eingesetzt werden, der Fokus jedoch hauptsächlich auf dem Inhalt liegt, denen die Nutzer generieren, bearbeiten und miteinander austauschen, etwa im Rahmen von Wikis. Ein solches Wiki ist ein einfaches Autorensystem für verknüpfte und mit Medien (Video, Audio, Fotos usw.) Lösung Konzeption und Aufbau eines Wiki-Systems auf USB-Stick. So hat jeder Beteiligte eine eigene Dokumentationsbasis, um seine Erfahrungen individuell in einem Wiki erfassen zu können. Abschließend lassen sich alle Einzelberichte zu einem Gesamtbericht zusammenfassen. Erstellen von Schulungsunterlagen, Durchführung von Schulungen Konzeption und Umsetzung von mehreren Wikis als Gelbe Seiten Anforderungen Abbildung der sich sehr schnell ändernden Kompetenzen und Aufgabenbereiche der Mitarbeiter einer Organisation als lebendes Dokument Kopplung mit anderen Wissensdatenbanken Begleitung der Einführung bei den Mitarbeitern Lösung Konzeption und technischer Aufbau eines Wikis; Erfassung und Strukturierung der Einzelkompetenzen, Bildung von Suchkategorien Aufbau einer Schnittstelle zu SAP-System sowie MS Sharepoint Erstellen von Schulungsunterlagen, Durchführung von Schulungen angereicherte Websites, deren Inhalte von den Benutzern gelesen und auch online oder auch im Firmen-Netzwerk geändert werden können. Wikis im Wissensmanagement Wikis sind sehr leicht zu bedienende Autorensysteme, mit denen sich die Inhalte von Websites mit Hilfe von Browsern editieren lassen; sie zeichnen sich durch eine simple Syntax aus, sodass die Schwelle zur Mitarbeit denkbar niedrig ist. Wikis sind besonders für die verteilte Gruppenarbeit und die gemeinschaftliche Produktion von Wissen im Netz geeignet, unterstützen sie doch hierarchische Strukturen von Wissensobjekten ihre Archivierung und Aktualisierung in Echtzeit das Verfolgen der Änderungshistorie von Texten das Anlegen von Linksammlungen, womit sie enge Verwandte von Blogs sind. Sie werden als Kommunikationsplattform in virtuellen Unternehmen oder Projekten, dem Aufbau von Wissensdatenbanken oder als Basis für Communities of Practice, eingesetzt. Das wichtigste Beispiel ist natürlich die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die auch sehr leicht in Unternehmen zur Konservierung und Nutzung von Wissen eingesetzt werden kann. Jeder Mitarbeiter kann ein Wiki mit Hilfe von Suchbegriffen durchforsten und das gesamte hinterlegte, vernetzte Know-how nutzen, etwa in Form von Erfahrungswissen aus Einsätzen oder Best-Practices zum Umgang mit kritischen Situationen. Der Nutzen eines Wikis hängt dabei wesentlich von der Tiefe der hinterlegten Informationen ab, gerade wenn es sich um Fachleute handelt. Einem Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung muss man nicht erklären, was Brandschutz und Videoüberwachung sind. Für ein separates Projekt oder Team können interne Wikis auch neben einem Hauptwiki eingerichtet werden. Damit besteht die Möglichkeit, dass alle während eines Projekts oder Einsatzes gewonnenen Erkenntnisse und Daten dauerhaft gespeichert sind und sich jederzeit als Referenzmaterial, beispielsweise vor einem Einsatz im Ausland oder einem aufkommenden Korruptionsverdacht, heranziehen lassen. Aufbau und Pflege der Wissensbasis Im Fokus des Einsatzes von Wikis im Wissensmanagement stehen somit meist Problemstellungen, die Aufbau und Pflege einer gemeinsamen Wissensbasis der Mitarbeiter zum Ziel haben. Dies kann beispielsweise entscheidend sein bei der effizienten Erfüllung von Aufgaben, die während der Zusammenarbeit in Projekten, Abteilungen, Funktionen, Prozessen oder im gesamten Unternehmen ausgeführt werden müssen. Neben Glossaren und Enzyklopädien könnten dies beispielsweise Best Practices und Support-Datenbanken sein. Best-Practice-Beispiele setzen die Bereitschaft voraus, das Wissen um effi- Ein Audi. Mit Sicherheit. Der neue Audi A8L Security. Der Audi A8L W12, das Hightech-Flaggschiff der Marke, entspricht als Sonderschutzfahrzeug der höchsten Schutzklasse VR7/VR9 (nach BRV 2009). Im neuen Audi A8L Security* verschmelzen zertifizierter Schutz und formvollendete Eleganz zu einem Fahrzeugkonzept, das nicht nur Ihre Sicherheitsexperten begeistern wird. Ein Panzer aus hochwertigem Stahl, verstärktem Glas und Aramidgewebe um die gesamte Fahrgastzelle sorgt für ausgezeichnete und von einem deutschen Beschussamt belegte Sicherheit. Innovative Ausstattungen wie z. B. das patentierte Notausstiegssystem oder der Nachtsichtassistent tragen zusätzlich zu Ihrer Sicherheit bei. Exzellenter Komfort auf höchstem Niveau macht kombiniert mit herausragenden Fahreigenschaften dank Allradantrieb quattro, adaptiver Luftfederung und optionalem Ruhesitz mit ausklappbarer Beinauflage aus jeder Fahrt mit Sicherheit ein entspannendes Erlebnis. Genießen Sie das sichere Gefühl, den richtigen Begleiter zu haben bei jeder Gelegenheit. Für detaillierte Informationen zu Sonderschutzfahrzeugen wenden Sie sich bitte per an * Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 10,3 6,6; CO 2 -Emission in g/km: kombiniert SECURITY insight 3/

9 Titelthema: Wissensmanagement Titelthema: Wissensmanagement Ausschnitt aus einem Wiki zur Nutzung Taktischer Zeichen : Die Abbildung links zeigt den Startbildschirm, die rechte einen Detailausschnitt mit Darstellung vernetzter Inhalte. ziente Prozesse oder erfolgversprechende Methoden zu teilen. Wie reagieren Mitarbeiter auf die Videoüberwachung? Welche Erfolge zeitigen welche Awareness-Maßnahmen? Welche Schwierigkeiten hat es bei der vergangenen Evakuierungsübung gegeben? Die Mitarbeiter können bei entsprechender Bereitschaft eine Sammlung solcher Best-Practice- Beispiele zu unterschiedlichen Themen aufbauen. Auch die Erstellung und Pflege von Support-Datenbanken, etwa für den User Helpdesk, ist mit Wikis machbar. Auch können Arbeitsbereiche eingerichtet werden, in denen komplexe Dokumente wie Handbücher und Reaktionslisten erstellt werden. Der Begriff Wiki kann also grundsätzlich auch als Wissens- und Kompetenzintegration von Mitarbeitern oder Kollegen aufgefasst werden. Einer ihrer zentralen Vorteile ist, dass der eingestellte Inhalt kontinuierlich von der Gemeinschaft geprüft, aktualisiert und verbessert wird. Hinzu kommt, dass die Nutzer auf bisher noch nicht vorhandenes Wissen verlinken können, wodurch Wikis einen organischen Charakter aufweisen, der in Abhängigkeit von den Nutzerbedürfnissen eine evolutionäre Entwicklung der beinhaltenden Informationen ermöglicht. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass durch die Verlinkung von vorhandenem Wissen in andere Bereiche neues Wissen entstehen kann. Ein weiterer Vorteil ist die Mitarbeitermotivation. Durch die Nutzung dieser Technologie, die es den Mitarbeitern ermöglicht, ihr Wissen mit anderen zu teilen, entsteht ein psychologischer Anreiz dafür, sich einzubringen. Vor diesem Hintergrund entsteht eine gemeinsame Wissensbasis. Schlüsselfaktoren für die gesteigerte Mitarbeitermotivation: alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Redakteure des Wissens zu werden ohne Einarbeitung kann schnell gestartet werden bestehende Inhalte können sofort verändert und ergänzt werden dadurch weisen Inhalte eine hohe Aktualität auf und können schnell zur eigenen Problemlösung und Aufgabenunterstützung eingesetzt werden. Wissensmanagement mit Wikis ermöglicht die Integration von Wissen und Kompetenz zu einer gemeinsamen Wissensbasis durch die gezielte Unterstützung der Zusammenarbeit von Kollegen im Hinblick auf gemeinsame und persönliche Ziele. Es lässt sich gut beobachten, dass die Kommunikation auch großer Gruppen deutlich effektiver ist und mit ihr flexibler auf Veränderungen reagiert werden kann als mit hierarchischen Ordnungsmodellen. Hierbei bilden auch Wiki-Projekte in Unternehmen und Organisationen keine Ausnahme. Eine Organisation profitiert mehrfach von einem internen Wiki: Wissen wird in einheitlicher Form festgehalten User können fortlaufend korrigieren Nachfrageprozesse fallen weg, dadurch Zeitersparnis für Administration einfacher Zugang zu Wissen. Nutzen durch Social Media Gerade das sicherheitsrelevante Unternehmensumfeld ist durch den Austausch von (Einsatz-)Erfahrungen und die schnelle Verfügbarkeit von Wissen charakterisiert. Wikis lassen sich sehr kostengünstig implementieren und betreiben. Die Software ist meist kostenfrei, Aufwand entsteht gegebenenfalls für technische Anpassungen und Gestaltung sowie eine erste inhaltliche Befüllung. Wikis liefern jedoch sehr schnell enormen Nutzen, vor allem wenn sie mit Beschreibungen, Bildern und anderen Medien vernetzt dargestellt werden. Sie ermöglichen den Mitarbeitern etwa einen Überblick über Dienstleistungen oder Handlungsempfehlungen in kritischen Situationen. Hat man auf Basis seiner Erfahrungswerte Vorgehensweisen für gewisse Einsatzszenarien entwickelt, kann man sie den Mitarbeitern zum Abruf zur Verfügung stellen. Mit einem Wiki sind diese Daten sehr schnell zu pflegen und sogar per USB-Stick- Wiki unterwegs nutzbar. Bei der Dokumentation von Einsätzen können auch beliebige, zum Beispiel aufgezeichnete Videosequenzen aus Überwachungen, eingebunden und von allen Wiki-Nutzern besprochen werden. Durch die flexible Erstellung von Kategorien kann auch in komplexen und großen Wikis sehr leicht gesucht und gefunden werden. Zu bestimmten Themen, beispielsweise Best Practices, ist die Position und die Erfahrung vieler Kollegen notwendig, um ein Gesamtbild zu erhalten. Ein Wiki kann ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug darstellen, Diskussionen zu dokumentieren und anschließend als Nachschlagewerk zu dienen. Auch zu Aus- und Weiterbildung lässt sich ein Wiki nutzen, wenn die Inhalte pädagogisch aufbereitet sind. Grenzen von Wikis Social-Media-Ansätze sind nicht von Haus aus erfolgreich und schon gar kein Allheilmittel für unternehmensinterne Herausforderungen. Werden sie nicht von Unternehmensführung wie Mitarbeitern als konstruktive Werkzeuge zur Unterstützung des Wissensaustauschs akzeptiert und konsequent in den Arbeitsalltag integriert, wird auch dieser Ansatz des Wissensmanagements scheitern. Er lebt von der Vielfalt, der Einbindung möglichst vieler Nutzer in die Inhaltserstellung und ihre laufende Fortschreibung. Viele Betreiber eines Wikis erwarten, wie auch bei anderer Software, dass die reine Bereitstellung zum sofortigen Erfolg führt. Sie vernachlässigen freilich den wichtigsten Punkt: Sind auch die technischen Aufbauhürden gering, gilt es stets, die Mitarbeiter ans neue Medium heranzuführen, zumindest zu Beginn aktiv zu betreuen (gegebenenfalls zu SI-Autor Dr. Günter Pees leitet als Senior Consultant den Geschäftsbereich Lern- und Wissensmanagement der UWS Business Solutions GmbH (www.uw-s.com). Ein Spezialgebiet ist die Nutzung von Web-2.0-Technologien im Wissensmanagement im sicherheitskritischen Umfeld, Schwerpunkte liegen beim Einsatz in einer Bundesoberbehörde. schulen) und ihnen den konkrete Nutzen in ihrem Tagesgeschäft zu erläutern und erlebbar zu machen. Denn: Mit der Einsicht des konkreten Nutzens gewinnt das Unternehmen und die Mitarbeiter. Gemeinsam auf Erfahrungswissen zugreifen und dieses dauerhaft aktuell halten, kann überlebenswichtig sein gerade im Sicherheitsumfeld! Für ein sicheres Leben. Integrierte, ganzheitliche Sicherheitssysteme schaffen Mehrwert. Mit den Zukunftsthemen unserer Zeit wandeln sich die Herausforderungen an die Sicherheit. Für den Schutz von Menschen, Umwelt und Sachwerten bieten wir ein breites Spektrum an individuellen Sicherheits- und Brandschutzlösungen sowie maßgeschneiderte Dienstleistungen. Als Komplettanbieter von intelligenten, skalierbaren Sicherheitssystemen betreuen und beraten wir unsere Kunden ganzheitlich. So sichern wir eine nachhaltige Funktion Ihrer Systeme im Sinne eines langen Lebenszyklusses und einer hohen Investitionssicherheit. Weltweite Expertise und Weitblick zahlen sich aus. Unsere modernen Technologien schaffen eine spürbare Optimierung von Betriebsabläufen und operativen Prozessen für Ihr Plus an Effizienz und Wirtschaftlichkeit. 16 Weitere Informationen finden Sie unter und SECURITY insight 3/

10 Interview Interview Lösungsorientierte Sicherheitsansätze zuhauf! Messe-Essen-Chef Frank Thorwirth blickt im Gespräch mit Marcus Heide auf das Branchenereignis 2012: die Security vom 25. bis 28. September SECURITY insight: Herr Thorwirth, in diesem Jahr erleben Sie die Security zum zweiten Mal als Geschäftsführer der Messe Essen. Vor zwei Jahren haben Sie im Interview mit unserer Redaktion betont, dass das Attribut Leitmesse für diese Veranstaltung nicht nur Behauptung ist, sondern weltweit auch so wahrgenommen wird. Bleibt es dabei? Frank Thorwirth: Und wie! Der Begriff des Hidden Champion ist hier sicherlich angebracht: In der Wahrnehmung der allgemeinen Öffentlichkeit fehlt sicherlich der Bekanntheitsgrad klassischer Consumer-Messen, etwa in der Automobil- oder Kommunikationsbranche. Aber innerhalb der Sicherheitsbranche ist und bleibt die Security weltweit die unangefochtene Nummer eins. Wer auch immer Sicherheitstechnik oder -Dienstleistungen anbie- 18 tet oder nachfragt, der kennt die Messe. Man kann an diesen vier Tagen sehr gut beobachten, wie intensiv und konzentriert die ausstellende Wirtschaft die Messe nutzt, um sich zu präsentieren. Die internationale Bedeutung als Leitmesse spürt man in jedem Winkel. Und, ganz nebenbei bemerkt: Das im Vergleich zur Vorveranstaltung zehnprozentige Wachstum bei Fläche und Ausstellerzahl spricht doch für sich. Welchen Anteil daran hat der seit 2009 amtierende Messe-Essen-Chef? Frank Thorwirth leitet die Messe Essen als Geschäftsführer seit Nach meiner Ansicht geht es stets um Teamergebnisse. In diesem äußerst positiven Fall hat das Team ganz offensichtlich sehr gut zusammengearbeitet. Natürlich gibt es immer Optimierungspotenzial. Wir drehen ja beständig an den Schrauben, um noch besser zu werden. So betreiben wir noch intensiver als früher zielgerichtetes Marketing, wir arbeiten an der beständig wachsenden Qualität der Besucher und wir wollen noch mehr international bedeutende Entscheider auf die Messe ziehen. Einen Kritikpunkt hört man seit Jahren: Die Security sei zu produktlastig, gewünscht sei mehr Lösungsorientierung. Was halten Sie dem entgegen? Vor allen Dingen: Selbstkritik. Es ist richtig, dass das Thema Unternehmenssicherheit zunehmend ganzheitlich betrachtet wird die Entscheider interessieren sich für integrierte Sicherheitslösungen, weniger für einzelne Komponenten. Und tatsächlich finden Sie auf der Security lösungsorientierte Sicherheitsansätze zuhauf. Auch unter diesem Aspekt haben wir die weltweit bedeutendste Sicherheitsmesse. Die großen Systemhäuser warten ja hier in Essen mit jeder Menge Experten auf, die von nichts anderem reden als von Lösungen, die sie im Übrigen auch zeigen. Nicht umsonst sind manche Stände ja auch recht großzügig bemessen, oder sie sind themenbezogen auf mehrere Hallen verteilt. Wir als Veranstalter müssen uns freilich fragen, ob wir diesen Lösungsaspekt so deutlich kommunizieren, dass potenziellen Besuchern die Dimension klar wird. Um weiter in der Wunde zu rühren: Die Sicherheits-Dienstleister werden auch diesmal wieder nicht so vertreten sein, wie es ihrer Bedeutung im Markt entspricht. Daran wird auch der Gemeinschaftsstand der Verbände BDSW und BDGW mit dem unerreicht originellen Leitgedanken Schutz, Sicherheit, Service nichts ändern. Wir sind sehr froh, dass sich die beiden Verbände so engagieren. Die Premiere des Gemeinschaftsstands im vergangenen Jahr war bei den sich dort präsentierenden Unternehmen und auch den Fachbesuchern auf großes Interesse gestoßen. Und diesmal werden wir zusammen mit dem BDSW einen Tag der Aus- und Weiterbildung organisieren, um die Messe auch als Wissensbörse zu etablieren. Dennoch würden wir uns natürlich einen höheren Anteil ausstellender Sicherheits-Dienstleister wünschen. Die Zurückhaltung hat natürlich etwas mit der Struktur der Unternehmen zu tun. Abgesehen von den wenigen großen Firmen, sind die Märkte doch recht regional geprägt. Das Branchensegment wächst aber mühsam. Zu den Besuchern der Security gehören naturgemäß Facherrichter, Systemhäuser, Distributoren, Sicherheitsberater und natürlich die Sicherheits- Verantwortlichen der Konzerne und solcher Unternehmen, die für Sicherheitsfragen sensibilisiert sind. Hätten SYSCO Ecoline: hohe und günstige Sicherheit für Industrie- und Privatobjekte 3D- Sensoren für Lageveränderung, Neigung und Körperschall verdeckter Einbau möglich kurze Meldeabschnitte einzeln einstellbar enorm anpassungsfähig Impressionen von der Security 2010 Sie eine Idee, wie man KMU-Vertreter als Kunden der Sicherheitsbranche noch mehr für das Thema Sicherheit und damit für einen Messebesuch interessieren könnte? Aus unseren Erhebungen zur Besucherstruktur der Security lässt sich nicht ablesen, wie hoch der Anteil der Sicherheit nachfragenden KMUs ist. Insofern kann ich Ihre implizite Vermutung, dass der Anteil gering ist, weder bestätigen noch widerlegen. Aber ich halte das für einen höchst interessanten Aspekt, über den wir mehr wissen und den wir in die Besucherbefragung im September integrieren sollten. Der Brandschutz steht ja auch in diesem Jahr wieder hoch im Kurs. Es wird Zaunsicherung für die Industrie! Bis zu 1000 Sensoren je System! Bis zu 128 Sensoren je Strang! Spannungs- + Datenkabel in einem! eine eigene Halle geben, in der sich die gesamte Bandbreite des baulichen, anlagentechnischen und mobilen Brandschutzes präsentiert. Das Thema nimmt ja in gewisser Weise eine Zwitterstellung zwischen Safety und Security ein. Wie kommt es, dass es auf der Security eine so große Rolle spielt? Zum einen ist die Security ja 1974 bereits mit Safety-Themen gestartet. Zum anderen haben wir ganz einfach festgestellt, dass es auch heute eine entsprechende Nachfrage gibt. Das hängt ganz klar mit dem zusammen, über das wir gerade eben gesprochen haben: nämlich mit der Lösungsorientierung. Die technischen Gewerke und Schutzkonzepte wachsen in den Unternehmen immer mehr zusammen. Und das führt dazu, dass auch Einziger deutscher Hersteller für Mikrofonkabel! Fordern Sie mehr Information an! Nebenstraße 13 SECURITY insight 3/2012 D Hasselroth 3 Tel: +49 (0) / Germany Fax: +49 (0) / Internet: 19 Fotos: Rainer Schimm/Messe Essen GmbH

11 Interview Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Höchste Bildqualität, niedrigster Energieverbrauch DACH-Sales-Manager Hilmar Salac über die neuesten Entwicklungen in Sachen Videoüberwachung bei Panasonic Karusselltür erzeugt Strom Wie sich mit dem sicheren Gebäudezutritt Energie sparen und produzieren lässt SECURITY insight: Herr Salac, um Panasonic war es in der Sicherheitsbranche ruhig geworden. Das soll sich jetzt wieder ändern. Welche Neuerungen hat der Markt zu erwarten? Hilmar Salac: Generell rückt Panasonic mit dem Projekt Vision 2018 den Umweltschutz in den Fokus. Da haben wir hochgesteckte Ziele und ganz konkrete Pläne. Bereits zum vierten Mal wurde Panasonic vergangenes Jahr in die Liste der Global 100 Most Sustainable Corporations in the World aufgenommen. Diese globalen Strategien hatten Umstrukturierungen zur Folge. Für den Bereich CCVE, zu dem die Videoüberwachungstechnik gehört, bedeutete dies die Eingliederung in eine neue Unternehmensstruktur in Europa, die PSCEU mit Hauptsitz in Wiesbaden. Seit einigen Jahren setzt Panasonic CCVE auf Eigenentwicklungen wie die Chiptechnologie UNIPHIER für die Bildbearbeitung, stark reduzierte Energieverbrauchswerte und umweltfreundliche Produktionsverfahren. Bei einigen Kameramodellen haben wir im Vergleich zu früheren Generationen und auch zum Wettbewerb bereits Energieeinsparungen von über 50 Prozent erreicht. Auch die Entwicklung leistungsfähiger RGB-MOS-Bildsensoren Security und Safety nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden können. Der Brandschutz ist im Übrigen eben gerade wegen seiner Zwitterstellung immer auch Teil der Unternehmenssicherheit gewesen und daher bei uns traditionell gut aufgehoben. Eine Standardfrage zum Schluss: Was sind die Trends in Sachen Sicherheit? ermöglicht es uns, bei der Bildqualität wieder das Maß aller Dinge zu sein. Was wird in den nächsten Jahren die größte Herausforderung für die Videoüberwachung sein? Man muss künftig mehr und mehr offene Systeme gestalten. Dazu gehören Flexibilität, Qualität und natürlich das Einsparen von Ressourcen mit Blick auf Speicher und Bandbreiten, aber auch die Nutzung von Verfahren der intelligenten Videoanalyse, um einen klaren Mehrwert neben der reinen Sicherheitsanwendung zu bieten. Ein Beispiel aus dem Einzelhandel: Mit Bilddaten überführt man nicht nur Ladendiebe, sondern kann sie auch fürs Marketing nutzen Stichworte: People Counting, Gender Recognition, Statistik. Neue hochauflösende Kameras, Ganz gewiss spielt die Cyber Security eine immer größere Rolle nicht nur für die IT-, sondern auch für die Sicherheits- Verantwortlichen. Dem tragen wir auf der Security unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITCOM) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Rechnung. Letzteres effiziente Kompressionsverfahren, intelligente, sichere und zugleich kompakte Aufzeichnung und Distribution von Bilddaten stellen große Herausforderungen an alle Beteiligten egal, ob Hersteller, Systemintegrator oder Endanwender. Worin wird sich Panasonic vom Wettbewerb konkret unterscheiden? Die Panasonic Corporation hat ein großes Potenzial an Forschung und Entwicklung. Dies wird sich in den nächsten Monaten und Jahren auch in den Sicherheitsprodukten widerspiegeln. Besonders die Synergien aus den Bereichen Toughbook, Display, Broadcast und Sicherheitstechnik bieten sehr viele Möglichkeiten, sich zu differenzieren. Derzeit haben wir mit den neuesten Full-HD-Modellen einige der leistungsstärksten Kameras. Besonders im Highend-Bereich der 1.3-Megapixel-PTZ-Kameras mit 36-fachem optischem Zoom setzen wir neue Maßstäbe in Sachen Performance. Die VIQS -Technologie hat immenses Einsparpotenzial bei Bandbreite und Speichernutzung. Und schließlich stellt die Super-Wide-Dynamic-Technologie einen großen Vorteil gegenüber Produkten des Wettbewerbs dar. wird auf der Security auch über das Nationale Cyber-Abwehrzentrum informieren. Auch hier ist die Messe also auf der Höhe der Zeit. Und was darüber hinaus Trends sind, erfahren Sie, wenn Sie zur Verleihung des Security Innovation Awards kommen, mit dem wegweisende Produktpremieren ausgezeichnet werden. Der Beitrag der Sicherheitstechnik zum Energiesparen wächst. Ob effizientere IP-Videoüberwachung durch eine geringere Anzahl benötigter Server (siehe SECURITY insight 1/10) oder umweltfreundliche Produktion von Schließtechnik (SI 1/12) zaghaft, aber stetig bemühen sich die Hersteller, auch mit grünen Argumenten zu punkten. Boon Edam, auch im deutschen Sprachraum erfolgreich agierender niederländischer Anbieter von Türsystemen und Sicherheitszugängen, hat auf seiner Website sogar einen Energiezähler eingebaut, der veranschaulicht, welche Gesamtenergiemenge durch seine Karusseltüren eingespart wird. Neben dem kontrollierten Zutritt ist die Wärmeisolierung für jeden Gebäudeeingang von Bedeutung, um die gewünschte Umgebungstemperatur zu erhalten gleichgültig, ob die warme Luft nicht aus dem Innenraum entweichen oder nicht eindringen soll. In isolierten Gebäuden gehen 20 bis 50 Prozent der Energie durch oder im Bereich von Fenster und Türen verloren. Dieser Energieverlust kann durch ein Kühlungsoder ein Heizungssystem ausgeglichen werden, was natürlich zu hohen Energiekosten führt. Karusseltüren verringern diese Zugluft, sagt Stefan Schmitz, Boon-Edam- Geschäftsführer für Deutschland. In welchem Ausmaß sich dadurch Energie einsparen lässt, berechnet eine spezielle Software. Durch spezifische Analysen für das Gebäude wird das Modell eines Eingangsbereichs mit Karusselltür erstellt und dann das gleiche Szenario mit anderen Türsystemen verglichen, um Aussagen über die Energieersparnis und das Eindringen von Luftströmen treffen zu können. Die Berechnung erfolgt auf Grundlage der wichtigsten baulichen Kriterien wie Abmessung, Ausrichtung, Luftdurchlässigkeit und Umgebungstemperatur. Offizielle Klimadaten der wichtigsten Wetterstationen werden als Bezugspunkt für die Wetterbedingungen herangezogen. Als Schlussfolgerung werden die Ergebnisse in Kilowattstunden pro Monat als einfache Berechnung der Amortisationsdauer auf Grundlage der örtlichen Energiekosten, Investitionen und Wartungskosten angezeigt. Und natürlich hat das Unternehmen eine Karusselltür im Programm, die besonders effizient beim Energiesparen hilft: das Modell Tourniket (Foto rechts). Die dreiflügeligen Modelle bieten eine Ausgewogenheit zwischen Kammergröße, Eingangsöffnung und Kapazität, während die vierflügeligen Versionen auf Grund der breiteren Eingangsöffnungen den effizientesten Passantenstrom in beiden Richtungen bieten, führt Schmitz aus. In der neuen Variante NRG+ 2 verfügt die Tür gar über ein System, das Energie selbst erzeugt: Die Bewegung der Tür durch menschliche Kraft erzeugt Strom, der gepuffert wird und zur Beleuchtung der Tür genutzt wird. Die Tür versorgt sich also selbst mit Strom. Im Einsatz ist sie beispielsweise im Green Tower Office Center in Göteborg. Dem Bürokomplex wurde als erstem Geschäftshaus Skandinaviens die Auszeichnung LEED Platinum verliehen die höchste Bewertung des European Green Building Council. Das 60 Meter hohe Gebäude mit Quadratmetern Bürofläche ist mit einem jährlichen Energieverbrauch von 85 kwh je Quadratmeter besonders energieeffizient. Dieser Wert liegt sogar noch 28 Prozent unter dem in den schwedischen Normen für Geschäftsgebäude festgelegten Maximalwert. Anteil daran hat die Tourniket-Karusselltür am Haupteingang. Sie bietet den Vorteil, dass sie immer geöffnet und dennoch geschlossen ist, also eine permanente Barriere zwischen der Außenluft und der Luft im Inneren des Gebäudes bildet. Sie gewährleistet, dass die temperierte Innenluft nicht aus dem Gebäude entweichen kann und ebenso keine Außenluft hinein gelangt. Dadurch ist der Luftaustausch zwischen außen und innen durchschnittlich acht Mal geringer als bei einer Schwingoder Schiebetür. 20 SECURITY insight 3/

12 Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Regierungsviertel im Splitterhagel Sicherheitsfolie aus Deutschland minderte Auswirkungen der Bombenexplosionen in Oslo vor einem Jahr Bald ein Jahr ist seit den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya in Norwegen vergangen. Inzwischen läuft der Prozess gegen den Attentäter Anders Behring Breivik und lässt vor allem bei den Opfern und Angehörigen schlimme Erinnerungen wach werden, auch die an die verheerende Explosion einer Autobombe, die das Regierungsviertel in Oslo fast völlig zerstörte. Während auf Utøya 68 Menschen starben, waren es in Oslo acht, zehn wurden schwer verletzt. Mit dem Anschlag im Regierungsviertel begann die Mordserie von Anders Breivik. Aber anders als auf Utøya konnte dank sicherheitstechnischer Vorkehrungen und der Installation von sprengwirkungshemmenden Hochsicherheitsfolien im eng bebauten Regierungsviertel eine noch größere Katastrophe verhindert werden. Die Explosion ereignete sich zwischen Öl- und Energieministerium und einem 17-stöckigen Hochhaus, in dem sich weitere Ministerien und das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg befand. Vorrausschauend hat die norwegische Regierung bereits im Jahr 2009 Experten des Sicherheits- und Errichter-Unternehmens Mil Sec mit der Installation von insgesamt Quadratmeter Hochsicherheitsfolie der Marke Profilon ER1 des deutschen Anbieters Haverkamp an den Fenstern vieler Regierungsgebäude beauftragt, obwohl die Terrorismusgefahr in Norwegen im weltweiten Vergleich eher als niedrig eingeschätzt wird. Regierung überzeugt Vorausgegangen waren jahrelange intensiver Gespräche und Beratungen mit Vertretern der norwegischen Regierung, erinnert sich Per-Ove Paulsen, Managing Director von Mil Sec. Während dieser Zeit haben wir unterschiedliche Bedrohungsszenarien durchgesprochen und analysiert und anschließend über die ideale Sicherheitsmaßnahme für die großen Fensterfronten beraten. Die Osloer Regierung überzeugte schließlich, dass die Profilon-Folie die einzige Sicherheitsfolie ist, die internationale Härtetests bestanden hat. Ein hundertprozentiger Schutz bei einem Sprengstoffanschlag ist nicht möglich, jedoch eine Reduzierung der Auswirkungen, so Paulsen. Aus diesem Grund montierte Mil Sec zwischen 2009 und Ende 2010 die Sicherheitsfolie an den Fenstern der Regierungsgebäude in Oslos Zentrum. Haverkamp hat mit dieser Sicherheitsfolie eine sprengwirkungshemmende Folie für die Nachrüstung einfacher Glasflächen entwickelt, weil die Glasflächen physikalisch den geringsten Widerstand der Gebäudefassade aufweisen. Im Fall eines Sprengstoffanschlags können die einzelnen Glassplitter zu scharfkantigen Geschossen mit einer Geschwindigkeit von bis zu Metern pro Sekunde werden (abhängig von der Art und Menge des Sprengstoffs und der Entfernung zum Gebäude), die Ursache für 80 Prozent aller tödlichen Verletzungen. Profilon ER1 wurde speziell dafür entwickelt, diesen gefährlichen Splitterflug zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Im eng bebauten Osloer Regierungsviertel wurde der lebensbedrohliche Splitterflug nach der Bombenexplosion nachweislich reduziert, so Ulrich Haverkamp, Inhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Sicherheitstechnologie-Unternehmens. Das Produkt hat seine Zuverlässigkeit erneut bewiesen. Zerstörung im Umkreis von einem Kilometer Die Welt blickte zunächst auf Utøya und dann auf die massive Zerstörung in der Hauptstadt: Aus den Gebäudekomplexen stieg schwarzer Rauch auf, die Dachetage des Öl- und Energieministeriums brannte, das riesige Häuserviertel ist seitdem eine Ruine. Die Druckwelle der Explosion zerstörte Gebäudefassaden im Umkreis von einem Kilometer. Es lagen Trümmerteile in den Straßen rund um den Anschlagsort. Sprecher der Osloer Regierung bestätigten später, dass durch die Präventivmaßnahme die Zahl der Schwerverletzten deutlich gemindert wurde. Möglich war dies auf Grund einer besonderen Faserstruktur der vierlagigen, Molotow-Test mit der Hochsicherheitsfolie Profilon ER1 Die vierlagige, kaltlaminierte Folie verfügt über eine besondere Faserstruktur und hat bisher als einzige Folie den Stoßrohr-Test gemäß DIN EN ER 1 (NS) bestanden. Das Foto zeigt die Folie nach einem solchen Test. kaltlaminierten Sicherheitsfolie, die bisher als einzige Folie den Stoßrohr-Test gemäß DIN EN ER 1 (NS) bestanden hat. In diesem Härtetest simuliert das deutsche Fraunhofer-Institut für Kurzyzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI), eine realitätsnahe Explosion in einem Stoßrohr. Das ist vergleichbar mit der Explosion eines Sprengsatzes in einer Großstadt inmitten dichter, hoher Bebauung, wo die Gebäude in der Umgebung die Druckwelle der Explosion wieder und wieder reflektieren wie in Oslo. Durch die relativ lange Dauer der Druckwelle mindestens 21 Millisekunden werden die Sicherheitsfolien einer extrem hohen Belastung ausgesetzt. Der Härtetest zeigt: Profilon ER1 ist die weltweit einzige Sicherheitsfolie, die nachweislich die gefährlichen Schwerpunkt Glassplitter bindet und auf Grund der Randanbindung mit dem Fensterrahmen verbunden bleibt. Dennoch: Bombenanschläge und Sprengstoffattentate sind mittlerweile zu einer täglichen Bedrohung geworden. Rund 60 Anschläge gegen Einrichtungen und Ansammlungen von Menschen in Friedenszeiten werden seit 1983 weltweit gezählt. Viele Menschen verloren ihr Leben. Daneben entstanden Sachschäden, die durch die Druckwelle, meist innerhalb der Gebäude, ausgelöst wurden. Fassungslosigkeit, Erleichterung, Stolz und Anerkennung Bei aller Fassungslosigkeit über den Anschlag sind wir bei Haverkamp gleichermaßen erleichtert und verdientermaßen stolz drauf, hier eine noch größere Katastrophe verhindert zu haben. In Oslo selbst äußert man sich auch anerkennend darüber, dass viele Menschen ihr Leben und ihre Gesundheit der Abwehrwirkung dieser Sicherheitsfolie verdanken, erzählt Haverkamp. Die Bilder aus der norwegischen Hauptstadt sprechen für sich: Zwar wurden einige Fensterrahmen durch die Wucht der Explosion komplett aus der Laibung herausgedrückt, die Folie hielt die Glassplitter jedoch zusammen und verhinderte so den lebensgefährlichen Splitterflug. Die Sicherheitsfolien werden inzwischen weltweit für durch Anschläge besonders gefährdete Gebäuden eingesetzt. Die hochspezialisierte Technologie wirkt zusätzlich durchwurfhemmend, ist schwer entflammbar und brandüberschlagshemmend. Die Osloer Regierung betont, dass sie im Zuge des Neuaufbaus und der Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen auf weitere Regierungsgebäude wieder auf diese Hochleistungsfolie zurückgreifen wird. Alle Ausschreibungen verlangen Profilon ER1 mittlerweile als Standard. Feuerschutz und Sicherheitstechnik GmbH Gaslšschanlagen NOVEC1230 ARGONITE FM200 CO2 Sprinkler-, SprŸhwasser- Wassernebellšschanlagen/ FeinsprŸhsysteme Brandmeldeanlagen mit Vernetzung Ÿber IP EDV Infrastruktur HT Protect Feuerschutz und Sicherheitstechnik GmbH Telefon: Telefax: SECURITY insight 3/

13 Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Dreidimensionale Nut durch zusätzliche Achse Wie ein neues mechanisches Schließsystem aus interdisziplinärer Teamarbeit entstand Als sicher ist ein Schließsystem bekanntlich erst dann zu bezeichnen, wenn es jeglichem Versuch standhält, einem Unberechtigtem Zutritt zu gewähren. Das gilt insbesondere für komplexe Anlagen im gehobenen Objektbau mit zahlreichen Schließmedien und unterschiedlichen Schließberechtigungen. Je trickreicher die Methoden, Schlüssel unberechtigt zu kopieren oder Schließzylinder ohne Schlüssel zu öffnen, desto höher sind die Anforderungen an die Hersteller konventioneller Systeme denn die Mechanik hat längst noch nicht ausgedient. Anlass genug für die CES-Gruppe, ein neues mechanisches Schließsystem auf den Markt zu bringen. Um eine wirkliche Innovation zu schaffen, setzte das Unternehmen auf einen Workflow, der das Know-how aller Mitarbeiter zusammenführte. Ein Team aus Produktmanagern, Vertriebsexperten und Entwicklern formulierte in interdisziplinärer Arbeit die Anforderungen an das Produkt die Basis für die Arbeit der Konstrukteure. Parallel erarbeitete die Entwicklungsabteilung dann zwei unterschiedliche Lösungskonzepte. Der viel versprechendere Ansatz wurde bis zur Serienreife verfolgt. Binnen eines halben Jahres wurde so die Idee bis zum marktfähigen Produkt weiterentwickelt. Das Geheimnis der zusätzlichen Achse DU steht für Double Undercut, den doppelten Hinterschnitt in den seitlichen Profilierungen des Schlüssels. Damit haben die Konstrukteure sprichwörtlich eine neue Dimension erschlossen: Beim Fräsen des Profils schafft eine zusätzliche Achse eine dreidimensionale Nut, die einen Teil des Schließgeheimnisses enthält. Bei Schlüsseldiensten übliche Kopiertechniken müssen hier kapitulieren. Der Zylinderaufbau erfüllt durch eine Vielzahl von Sperrelementen ebenfalls höchste Sicherheitsanforderungen. Auf Grund der Baukasten-Systematik kann innerhalb einer DU-Anlage jeder Zylinder individuell auf die jeweilige Sicherheitsanforderung der Tür abgestimmt werden. Innovation stand auch bei der Produktion im Fokus: Für die DU-Serienfertigung führte CES in seinem Produktionswerk in Velbert ein völlig neuartiges Maschinenkonzept ein. Anstelle der branchenüblichen Sondermaschinen setzte man auf ein Maschinenkonzept mit selbst entwickelten Modulen. Bei der Fertigung gewährleistet beispielsweise ein zum Patent angemeldetes Verfahren, dass die Breitseiten des Schlüssels ihre Profilierung in einem einzigen CNC-gesteuerten Arbeitsgang erhalten. Die Maschinenausstattung eignet sich nicht nur für die DU-Produktfamilie, sondern ist in der Lage, nahezu das gesamte CES-Sortiment mechanischer Systeme zu produzieren. Im Einklang damit basieren die Lösungen des renommierten Anbieters heute vielfach auf einer technischen Plattform und erhalten erst im Detail ihre spezielle Ausprägung ein deutliches Plus an Effizienz. Drei Fragen, drei Antworten Innovation heißt auch: die Qualifikation der Mitarbeiter fördern Herr Rackl, welchen Nutzen ziehen Sie aus der Plattform-Strategie? Der Nutzen ist sowohl technischer als auch wirtschaftlicher Natur: Wir vergrößern damit unsere Produktpalette auf einer bewährten Qualitätsbasis mit sicherer Funktionalität, während der Zeitaufwand für die Entwicklung abnimmt. Verlangt die Innovationsorientierung besondere Qualifikationen von den Mitarbeitern? Bei CES bedeutet Innovation immer auch, die Qualifikation der Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. Das geschieht im Unternehmen unter anderem durch ein umfangreiches Schulungsprogramm, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Wissen an die anderen weitergeben. Zum effizienten Ablauf trägt auch die Belegschaft bei: Die Mitarbeiter in der Fertigung verfügen ausnahmslos über Mehrfachqualifikationen und können Sicher. Tag und Nacht. > Banksicherheitsdienst > Revierstreifendienst > Rezeptionsdienst > Veranstaltungsdienst Richard Rackl ist Geschäftsführer der C. Ed. Schulte GmbH. Ist mit DU das Ende der mechanischen Fahnenstange erreicht? Keineswegs. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, verkennt die Dynamik der Branche. Innovativ zu sein ist zentraler Bestandteil der CES-Unternehmensphilosophie. Nur so können wir sicherstellen, dass wir auch in Zukunft die bestmöglichen Lösungen an den Markt bringen. in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Schnelles Umrüsten von Maschinen und die termingerechte Abwicklung umfangreicher Kundenauf- träge gehören hier zum Alltagsgeschäft. Der dadurch erzielte Produktivitätszuwachs kommt direkt bei den Kunden an: Bestellungen bis zu einer Stückzahl von 60 Zylindern können problemlos in 48 Stunden nach Eingang beim Kunden angeliefert werden. Größere Stückzahlen, bis 500 Zylinder, sind innerhalb von fünf Tagen lieferbar. Schließt eine Marktlücke Am Beispiel von DU zeigt sich: Langjährige Erfahrung und exakt abgestimmte Abläufe von der Idee bis zum fertigen Produkt machen sich bezahlt. Die einzelnen Schritte im Innovationsprozess haben den Grundstein für die hohe Funktionalität und Qualität des Systems gelegt. Selbst im Hochsicherheitsbereich empfehlen wir unseren Kunden das Schließsystem DU, so Björn Sebastian, Vertriebsleiter der STEMA Schließtechnik GmbH aus Stade. Auch die Stadtwerke Walldorf haben sich für den Einbau einer DU-Anlage im Bäder- und Saunapark entschieden. Neben den Sicherheitsaspekten überzeugte die attraktive Optik der Schlüssel: Sie strahlen Sicherheit und Wertigkeit aus und liegen einfach gut in der Hand, erklärt CES-Händler Willi Winnes, Geschäftsführer der Nibler GmbH & Co. KG ebenfalls aus Walldorf. Taborstraße 81, 1020 Wien Tel.: SECURITY insight 3/

14 Schwerpunkt: Mechanische Sicherheitstechnik Schwerpunkt Nachhaltigkeit fürs Zaunbewusstsein Hightech-Komponente als Teil der Gebäudeleittechnik: Warum Zäune künftig eine größere Rolle spielen werden FACHMESSE FÜR ZUTRITTSKONTROLLE VIDEOÜBERWACHUNG IT-SECURITY BRANDSCHUTZ Zäune grenzen Grundstücke ab und hindern Fremde am Zutritt. Doch Zaun ist nicht gleich Zaun. Reichte für das Privatgrundstück bisher der klassische Jägerzaun, sind die Anforderungen zum Schutz eines Gewerbeobjekts ungleich höher. In Deutschland herrscht verbreitet eine andere Sicherheitsmentalität als bei den europäischen Nachbarn. My home is my castle könnte etwas überspitzt als Synonym für diese Mentalität stehen es gibt so etwas wie ein Zaunbewusstsein. Anders als beispielsweise in den Niederlanden, wo Zäune oft nur eine symbolische Wirkung haben, sind hier zu Lande bebaute Grundstücke meist mit höheren Zäunen umgeben. Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Jahren in vielen Ländern zu einer gesteigerten Nachfrage nach Zäunen kommt, denn die Kluft zwischen Arm und Reich wird in Europa größer. Damit steigt das Bedürfnis nach mehr Sicherheit, prognostiziert Andreas Hart, Geschäftsführer von Heras Adronit, im Gespräch mit SECURITY insight. Wehrhafte Zäune setzen sich durch, denn sie wirken abschreckend auf mögliche Eindringlinge. Griechenland und Spanien stehen hier stellvertretend für diese potenzielle Entwicklung. Aber auch bei der Geländeabsicherung von Industrieund Gewerbeobjekten mit Materiallagern werden durch steigende Rohstoffpreise die Sicherheitsanforderungen deutlich zunehmen. Erweiterte Funktionen Ein weiteres Thema ist der Umweltschutz. Schon heute ist Nachhaltigkeit für viele ein kaufentscheidendes Argument. Mit der zunehmenden Sensibilisierung könnte dies in einigen Jahren auch beim Kauf von Sicherheitsvorrichtungen wie Zäune oder Schließtechnik relevant sein. Die Verantwortlichen bei Heras Adronit sind sich dessen laut Hart bewusst und haben Heras-Adronit-Chef Andreas Hart erwartet, dass Zäune in Zukunft eine noch wichtigere Rolle im Sicherheitskonzept von Unternehmen spielen. Wenn es primär um die Absicherung von Grundstücken geht, steht meist die Funktionalität eines Zauns im Vordergrund. dahingehend reagiert, dass die Aspekte Qualität und Nachhaltigkeit miteinander gekoppelt wurden. In der Fertigung setzen wir schon seit Langem auf eine möglichst umwelt- und ressourcenschonende Produktion. Und bei den im Zaunbau verwendeten Materialien achten wir darauf, dass Umwelt- wie auch Qualitätsstandards eingehalten werden. Unsere Zäune und Zubehörprodukte müssen garantiert 20 Jahre und länger ohne Einschränkungen funktionieren. Das verstehen wir unter Nachhaltigkeit. Der Zaun von morgen wird nicht allein Eindringlinge abhalten, sondern mit weiteren Funktionen in die gesamte Gebäudeleittechnik integriert. Beispielsweise werden Zäune Träger von Solarmodulen sein. Ferner kommen neue Materialien zum Einsatz, die den immer teurer werdenden Stahl irgendwann ersetzen. Heras Adronit sieht seine Stärke heute schon vor allem darin, dass umfassende Zaun-Sonderlösungen angeboten werden. Wir sind in der Lage, individuell auf Denken und Budget eines Kunden einzugehen und ihm die für ihn richtige Zaunlösung zu konzipieren, sagt Hart. Im Programm sind neben diversen Zaunund Torsystemen auch Zusatzprodukte, beispielsweise Zutrittskontrolllösungen oder Lärmschutzelemente. Heras Adronit schnürt seinen Kunden Komplettpakete, die der Zaunbauer dann installiert. Sind weitere Leistungen wie etwa Videoüberwachung gewünscht, arbeitet das Unternehmen mit Partnern zusammen, denn ein Kunde soll möglichst alles aus einer Hand erhalten. Heras Adronit hat sich auf Komplettlösungen spezialisiert. Neben den eigentlichen Zäunen werden auch die passenden Tore und Zugangslösungen angeboten. Funktionalität und Design Sämtliche Produkte sind so ausgelegt, dass sie sich auch nach vielen Jahren noch erweitern und miteinander kombinieren lassen. Selbst 15 oder 20 Jahre alte Zäune können noch problemlos mit modernen Detektionskabeln versehen werden, wenn die Sicherheitsanforderungen der Nutzer im Laufe der Jahre steigen. Diese Detektionskabel arbeiten so, dass eine Alarmmeldung meist erst ab einer Belastung von 30 Kilo abgesetzt wird. Fehlalarm durch Vögel, kleinere Tiere oder Astwerk ist damit praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer Aspekt, der bei Zäunen eine Rolle spielt, ist das Design. Sofern es allerdings nur um die reine Absicherung des Grundstücks geht, steht die Funktionalität im Fokus. Doch wenn Architekten heute beispielsweise das Gesamtbild einer hochwertigen Wohnanlage zeichnen, spielen Design und Farbe von Zäunen eine zunehmend wichtige Rolle. Informationen über die Heras-Adronit-Produkte erhalten Interessenten derzeit fast ausschließlich über die Vertriebspartner, also Zaunbauer und Errichter. Doch dies soll sich schon bald ändern. So wird gerade intensiv über die Präsenz in Internetforen oder die Veranstaltung von Roadshows nachgedacht. Dass dieser neu eingeschlagene Weg richtig und notwendig ist, zeigt auch die Nutzung des Website-Konfigurators für das igate. Vor allem größere Unternehmen nutzen dieses Medium, um sich virtuell ein Tor, eben besagtes igate, zu konfigurieren. Dieses Tor wird dann zum Beispiel mit dem Firmenlogo versehen oder im Corporate Design des Unternehmens gestaltet und anschließenden gebaut. Auch ein namhafter Autobauer aus Baden- Würtemberg hat unseren Konfigurator bereits sehr intensiv bei seiner Torplanung genutzt, erzählt Andreas Hart JULI 2012 M,O,C, MÜNCHEN-FREIMANN < NETCOMM GmbH, Tel. 089/ SECURITY insight 3/

15 Aktuell Aktuell Geschluckte Kröten Am Desaster rund um den neuen Berliner Flughafen sei der Brandschutz schuld. Die Frage sei erlaubt: Welcher denn? Von Peter Niggl Der Jungfernflug vom neuen Berliner Flughafen Willy Brandt hat voraussichtlich eine Verspätung von Stunden. Und auch das ist inzwischen eine vorsichtig optimistische Prognose, die sich erfüllt, wenn die erste Maschine tatsächlich am 17. März 2013 abhebt. In kleinen Portionen rücken die Verantwortlichen des Milliarden-Bauprojekts mit den peinlichen Ursachen und Konsequenzen der verschobenen Eröffnung heraus. Schuld daran, dass der Umzug von den Flughäfen Tegel und Schönefeld (alt) an den neuen Airport BER nicht zum 3. Juni dieses Jahres erfolgen kann, sind nicht etwa eine defekte Klospülung oder andere technische Marginalien, sondern ein Kernstück der Sicherheitsausrüstung: der Brandschutz. Dass es dabei zu differenzieren gilt, etwa zwischen dem baulichen (Brandverhalten der Baustoffe, Feuerwiderstand der Bauteile, Löschanlagen, Brandwände/-schutztüren) und dem anlagentechnischen Brandschutz (dazu gehören Brandmeldesysteme), geht in der öffentlichen Diskussion völlig unter. Und also werden alle Beteiligten über einen Kamm geschoren. In einer ersten Meldung des Senders rbb hatte es lapidar geheißen: Kurz vor der Eröffnung wurde der Starttermin des Milliardenprojekts ( ) überraschend ( ) verschoben. Als Grund wurde die noch nicht ausgereifte Brandschutztechnik genannt. Wie nicht ausgereift? Ein journalistischer Fauxpas oder in der Tat so qualifiziert? Wäre die Technik tatsächlich nicht ausgereift, müsste man vorsichtig ausgedrückt von grober Fahrlässigkeit sprechen. Die Berichterstattung der vergangenen Wochen hat zumindest eines mit Sicherheit gezeigt: Der Flughafen-GAU weist extremste Mängel in der Kommunikation auf. Im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sitzen die Länderchefs Wowereit (Berlin) und Platzeck (Brandenburg). Ihre Aufsicht hat offensichtlich nicht funktioniert. Nach Bekanntwerden des Fiaskos beurlaubte das Kontrollgremium Technikchef Manfred Körtgen und entzog zugleich dem Architektenkonsortium PGBBI die Generalplanung. Frühe Warnungen Nach und nach kommen Details ans Tageslicht. So wird von einem internen Schreiben der Unternehmensberatung McKinsey berichtet, die für die Logistikplanungen und die Anordnung der Geschäfte in der Abflughalle beratend tätig war, in dem diese bereits Anfang März einschätzte, dass der Flughafen im Juni keinesfalls startklar sein würde. Dies sei dem Geschäftsführer des Flughafens, Prof. Dr. Rainer Schwarz, in einem Brief mitgeteilt worden. Auch die Gutachter des TÜV Rheinland, die unter anderem die Funktionsfähigkeit der Brandschutzanlagen bestätigen sollen, warnten die Flughafengesellschaft am 28. Februar dieses Jahres in einem Protokoll, dass die Betriebssicherheit des Flughafens nicht bis zum 3. Juni bescheinigt werden könne, wusste die Berliner Morgenpost zu berichten. Im März hatte auch die Deutsche Bahn den Flughafenbetreiber auf gravierende Mängel im Brandschutz aufmerksam gemacht. In einem Schreiben an die Flughafengesellschaft habe die Bahn auf Mankos und die Konsequenz hingewiesen, dass der Bahnhof unter dem Terminal deshalb nicht funktionsbereit sei. Doch unsere Bedenken wurden abgebürstet, sagte ein Bahn-Verantwortlicher der Berliner Zeitung. Negativ wird in der Berichterstattung angemerkt, dass Technikchef Körtgen bei aller Arbeitsbelastung noch Zeit gefunden habe, eine Doktorarbeit zu schreiben und an der Uni Kassel zum Thema kein Scherz! Optimierungsansätze zur prozessorientierten Abwicklung komplexer Baumaßnahmen promovieren konnte. Foto: Günter Wicker /Flughafen Berlin Brandenburg Damals hatten sie gemeinsam noch gut lachen: Dr. Manfred A. Körtgen (inzwischen beurlaubter Geschäftsführer Technik, l.) und Prof. Dr. Rainer Schwarz (Sprecher der Geschäftsführung) Achillesferse um fünf vor zwölf In grauer Vorzeit des Flughafenneubaus brachte Andreas Dahlitz, Leiter des Geschäftsbereichs Brandschutzkonzepte der Firma hhpberlin zu Papier, was für Sicherheitsexperten selbstverständlich ist: Für die Planung der Brandschutzmaßnahmen beim Großflughafen BBI ist hhpberlin verantwortlich. Die Größe und Komplexität der Verkehrsanlage sowie die Ansammlung einer großen Anzahl von Menschen stellten hohe Anforderungen an den Brandschutz und damit die Fachplaner vor eine große Herausforderung. Dem Brandschutz kam bei dem Projekt eine zentrale Bedeutung zu. Bei der Planung galt es, den Brandschutz für das Terminal, den unterirdischen Bahnhof sowie die Tunnelanbindung sicherzustellen, die verschiedenen Konzepte aufeinander abzustimmen und die Werk- bzw. Flughafenfeuerwehr in die Betrachtung einzubeziehen. Angesichts dieser Prioritätensetzung ist es verwunderlich, dass man in der Endphase der Fertigstellung, also fünf vor zwölf, gerade diesen Brandschutz als Achillesferse des Neubaus entdeckte. Als technisch verantwortliche Firmen für den Brandschutz landeten schnell Bosch und Siemens in der Presse. Niemand stellte indes die Frage, für welche der vielen Brandschutzmaßnahmen genau die beiden renommierten Anbieter Foto: Flughafen Berlin Brandenburg verantwortlich waren und ob diese Maßnahmen auch wirklich zu den originär mangelhaften gehören. Auch die Telekom wurde in dieser Auflistung genannt. Die Stellungnahmen überließen sie alle freilich weitgehend dem Flughafenbetreiber. Dass man sich in der konkreten Benennung der Mängel bedeckt hält, ist angesichts der drohenden Regressforderungen durchaus verständlich. Und auch die Loyalität zum Flughafen dürfte eine wichtige Rolle spielen. Welcher Lieferant geht schon gerne auf Distanz zu einem solchen Großkunden? Imageschaden Immer mehr stellt sich heraus, dass beim Bau des Flughafens eine Menge schiefgegangen ist, bei der der mangelnde Brandschutz nur einer von vielen Faktoren ist. Aber welcher Brandschutz denn nun? Stimmt der Feuerwiderstandswert von Spezialtüren nicht? Versagte die Rauchsensorik? Waren Meldewege blockiert? Für jeden dieser Punkte zeichnet ein anderer Anbieter verantwortlich. Mit den Fingern gezeigt wird aber auf alle zusammen. Ein enormer und wohl zum Teil ungerechtfertigter Imageschaden. Wer ihn verdient und wer nicht, aber lieber die Kröte schluckt, um dem Kunden Flughafen nicht in die Kommunikationsparade zu fahren, stand bis zum Redaktionsschluss noch nicht fest. In einer gemeinsamen Erklärung nahmen Flughafentester proben mit ihren Leihkoffern den Check-in- Prozess. Bis auch echte Passagiere hier anstehen, wird es länger dauern als ursprünglich geplant. Bosch, Siemens und das Energietechnik- Unternehmen Imtech lediglich zur neuen Terminplanung Stellung: Wir sind jeweils Zulieferer für die verschiedenen Gewerke der Brandschutzanlage. Jede der Firmen hat im Zusammenhang mit den noch erforderlichen Arbeiten an der Brandschutzanlage für das Hauptgebäude des neuen Berliner Flughafens ihre Unterstützung für eine zügige Fertigstellung bestätigt. Basis für diesen Plan sei die von den Firmen eingeläutete und zwischen allen Beteiligten vereinbarte abschließende und dann kommt ein bemerkenswerter Hinweis fehlerfreie Übermittlung aller erforderlichen Planungsunterlagen durch den Bauherrn beziehungsweise die von der Flughafengesellschaft beauftragte Bauleitung an die Auftragnehmer bis Mitte Juni dieses Jahres. Es mutet schon eigenartig an, wenn in einem Kommuniqué die Selbstverständlichkeit einer fehlerfreien Übermittlung von Planungsunterlagen angemahnt wird. Das perpetuierte Verweisen auf den mangelnden Brandschutz erhöht die Glaubwürdigkeit der Flughafenchefs nicht. Als Schwarz zum wiederholten Mal diese Begründung auf einer verunglückten öffentlichen Veranstaltung am Tag der offenen Tür an der Flughafenbaustelle vortrug, heißt es dazu in einer rbb-reportage: Alles ein Problem mit dem Brandschutz? Der Flughafen-Boss erntet Gelächter. Foto: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg 28 SECURITY insight 3/

16 Im Fokus: Banken Transaktionsbindung und Visualisierung Logistische Meisterleistung: Die Sparkassen als Vorreiter bei der Ablösung der TAN-Liste Von Martin Stein In den letzten Jahren ist die Sicherheitsbedrohung für die Nutzer des Online- Bankings durch so genannte Trojaner signifikant gestiegen. Dabei zeigt sich, dass das itan -Verfahren den heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr gewachsen ist. Gerade die Sparkassen-Finanzgruppe ist mit ihrem zentralen Internetauftritt Internet-Filiale für Angreifer ein attraktives Angriffsziel, da ein Trojaner hiermit quasi alle rund 15 Millionen Online-Banking-Kunden der Sparkassen gleichzeitig angreifen kann. So sieht Online-Banking heute aus. Typischerweise haben Bedrohungen eine Art Lebenszyklus, wobei sie drei Stufen von theoretisch über fortgeschritten bis hin zu konventionell (= weit verbreitet) durchlaufen. Derzeit stuft das Computer-Notfallteam der Sparkassen- Finanzgruppe S-CERT alle wesentlichen Bedrohungen gegen das itan-verfahren in die gefährlichste Stufe also als konventionelle Bedrohung ein. 30 chiptan und smstan Die Bedrohungen gegen die itan haben sich in den letzten Jahren auf zwei Betrugsarten verdichtet: zum einen das klassische Phishing über und nachgebildete Web-Server, zum anderen Banking-Trojaner. Im Moment sind in Deutschland fast ausschließlich Letzere für Schäden verantwortlich. Weil beim Einsatz der itan die Sicherheitsmaßnahmen heute nicht mehr sicher genug greifen, fiel 2009 bei der Sparkassen-Finanzgruppe die Entscheidung, auf Verfahren umzusteigen, die ein höheres Schutzniveau gewährleisten Verfahren der dritten Generation, wie sie innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe heißen. Die erste Generation das klassische PIN/TAN-Verfahren, das seit seiner Einführung mit Btx in den 80er Jahren bis etwa 2005 Bestand hatte, wurde von der zweiten Generation, dem so genannte itan-verfahren, abgelöst. Die dritte Generation beinhaltet zwei Verfahren, die beide ein vergleichbares Sicherheitsniveau gewährleisten: Beim chiptan -Verfahren kann der Anwender mit Hilfe seiner SparkassenCard und einem Lesegerät TANs erzeugen. chiptan gibt es in einer manuellen Variante, bei der der Anwender die sicherheitsrelevanten Überweisungsdaten selbst ins Lesegerät eintippen muss, und in einer optischen Variante, bei der die Daten über einen Flickercode direkt vom PC-Bildschirm ins Lesegerät eingelesen werden. chiptan ist ein von der Deutschen Kreditwirtschaft spezifiziertes und standardisiertes Verfahren. Die Spezifikation baut auf dem EMV-CAP-Standard von MasterCard und VISA auf und findet zunehmend auch im Ausland Interesse. Das zweite Verfahren ist das smstan - Verfahren. Hierbei erhält der Kunde eine TAN per SMS auf ein zuvor registriertes Handy oder sonstiges mobiles Endgerät. Die Sicherheitsaspekte der Verfahren: Transaktionsbindung: In die TAN- Berechnung gehen Auftragsdaten SECURITY insight Mit uns haben Sie s schneller drauf. EarlyValue : mehr Liquidität dank täglicher Wertstellung Heute Kosten- und personalintensive Kassenprozesse Permanent erforderliches Prozessmanagement Manuelles Controlling und aufwändige Administration Komplexe Prüf- und Abstimmungsroutinen KUNDE Prosegur GmbH Wahlerstraße 2a Düsseldorf Tel Bar- zu Buchgeld täglich Die Zukunft hat begonnen Automatisierte Einzahllösungen mit maximalem Versicherungsschutz Hardwareunabhängige Prozessoptimierungen, Monitoring und Re-Engineering der Abläufe Individuelle Lösungen für Ihren geschlossenen Bargeldkreislauf Tägliche Wertstellung aufs Konto EarlyValue Physische Bargeldlogistik nach Bedarf 100

17 Im Fokus: Banken Im Fokus: Banken Das war einmal. (etwa Empfänger-Kontonummer und Überweisungsbetrag) ein, sodass die TAN eindeutig einem bestimmten Auftrag zugeordnet ist. Das Abphishen der TAN durch Betrüger und die anschließende Einreichung eines veränderten Auftrags wie beim itan- Verfahren ist nicht mehr möglich. Sichere Visualisierung: Weil der Kunden-PC grundsätzlich als unsicher zu bewerten ist, da er sich außerhalb der vom Kreditinstitut beeinflussbaren Sphäre befindet, sollten wichtige Daten eines Auftrags in einem separaten, vom PC abgesetzten Gerät angezeigt und vom Kunden bestätigt werden. Manipulationen vermieden werden bei chiptan durch einen Kartenleser und bei sms- TAN durch den mobilen Transportkanal für die Übermittlung der Bestätigungsdaten ans Handy des Kunden. Entscheidend für die Sicherheit: Der Kunde muss die angezeigten Daten sorgfältig prüfen. Foto: Gina Sanders - Fotolia.com Mit diesen Mechanismen kann ein aufmerksamer Nutzer bei beiden Verfahren im Regelfall durch Kontrolle der Auftragsdaten unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Sicherheitshinweise Missbrauch erkennen und somit vereiteln. SI-Autor Martin Stein ist seit 1998 Senior-Berater im Bereich Electronic-Banking im SIZ-Informatikzentrum der Sparkassen-Organisation in Bonn. Seit 2003 ist er der Abteilung Betriebswirtschaft und IT-Strategie im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), Berlin, zugeordnet, Mitglied im Arbeitskreis Online-Banking der Deutschen Kreditwirtschaft sowie im Verbandsarbeitskreis Online-Banking der Sparkassen-Finanzgruppe. Vorsicht mit den Apps Mehrere Gutachten, die die Angreifbarkeit der beiden Verfahren bewerten, kommen zu dem Schluss, dass sie die Schutzwirkung deutlich verbessern. Auch wenn beide Verfahren auf demselben Sicherheitsniveau sind, gibt es, bedingt durch die verschiedenen technischen Verfahren, unterschiedliche Angriffe und Bedrohungen. Speziell beim smstan- Verfahren muss dem Nutzer bewusst sein, dass sein Mobiltelefon für sensible Finanztransaktionen eingesetzt wird und er somit erhöhte Vorsicht walten lassen muss. Dies bedeutet beispielsweise, dass keine Software aus unbekannten oder verdächtigen Quellen installiert werden darf. Hier sind insbesondere Smartphones gefährdet, da die Installation von Apps aus unsicheren Quellen bei einigen zum täglichen Umgang gehört. Mittlerweile wurden über 90 Prozent der Sparkassen-Kunden auf eines der beiden neuen Verfahren umgestellt. itan wird zur Jahresmitte für alle Sparkassen abgeschaltet. Jede Sparkasse konnte sich für eine eigene Einführungsstrategie entscheiden. Im Regelfall bietet jede Sparkasse beide Verfahren an, um dem Kunden die Wahl zu überlassen. Die Umstellung stellte die Sparkassen- Finanzgruppe vor enorme logistische Herausforderungen. Mehr als sechs Millionen chiptan-lesegeräte von vier verschiedenen Herstellern wurden gemäß der deutschen Spezifikationen in Fernost produziert und über den Deutschen Sparkassenverlag an die 426 Sparkassen ausgeliefert. Auch die Vertragsumstellung wurde vereinfacht, damit Kunden die Umstellung fallabschließend selbst in ihrem Online-Banking-Angebot vornehmen konnten. Mehr als 90 Prozent der Sparkassen bescheinigen beiden Verfahren eine gute bis mittlere Kundenakzeptanz. Häufige Reklamationen und Beschwerden gab es nur bei etwa zehn Prozent der Sparkassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass insbesondere das chiptan-verfahren beratungsintensiver ist als die bisherigen Verfahren. Hier zahlt es sich aus, Kunden frühzeitig mit der Bedienung des Verfahrens vertraut zu machen und auf mögliche Bedienungsfehler vorzubereiten. Ausblick Trotz des höheren Sicherheitsniveaus der neuen Verfahren muss auch künftig mit Angriffen gerechnet werden, erste hat es bereits gegeben. Die gefährlichste Bedrohung stellen Social-Engineering- Angriffe dar. Dabei erfragt ein Trojaner unter dem Vorwand eines Sicherheits-Checks, Gewinnspiels oder einer Testüberweisung die TAN. Da sich diese Szenarien für den Kunden oft plausibel darstellen, kann dieser Bedrohung nur mit verstärkter Sensibilisierung begegnet werden. Die Ablösung der TAN-Liste wird unterdessen auch von anderen Instituten und Institutsgruppen vorangetrieben: Während im genossenschaftlichen Bereich und bei der Postbank die TAN-Liste bereits abgeschafft ist, laufen anderenorts ebenfalls Umstellungsmaßnahmen. Derweil arbeiten die Sparkassen bereits daran, das derzeit dritte Verfahren die HBCI-Chipkarte aus dem Nischendasein herauszuführen und auf eine neue technologische Basis zu stellen, damit es eine echte Alternative zu chiptan und smstan bilden kann. Überdreht der Lüfter, schlägt der Rekorder Alarm Deutsche Videoüberwachungstechnik für die Standard Chartered Bank in Kenia Die Standard Chartered Bank ist seit mehr als 150 Jahren auf den dynamischsten Märkten der Welt tätig. Die Gruppe bezieht 90 Prozent ihrer operativen Erträge und Gewinne aus Afrika, Asien und dem Mittleren Osten und hat über Niederlassungen und Vertriebsstellen in mehr als 70 Ländern. Als älteste ausländische Bank in Kenia verfügt sie heute über knapp 30 Prozent Marktanteil und zahlreiche übers gesamte Land verteilte Filialen und Geldausgabeautomaten. Als die Entscheidung fiel, diese mit Videoüberwachungstechnik auszustatten, machten die Produkte des deutschen Anbieters Dallmeier das Rennen. Deutsche Videokamera vor kenianischer Bankfiliale Neben den Filialen wurde auch das neue Gebäude der kenianischen Zentrale in Nairobi mit Dallmeier-Videotechnik ausgestattet. Allein hier schaffen über 140 Kameras den nötigen Überblick. Das große Produktsortiment erwies sich dabei von Vorteil: Es gab für jeden Bereich das passende Modell. Im Einsatz sind hauptsächlich Fixdome, Box- und bewegliche PTZ-Kameras. Für die Außenbereiche sind Boxkameras mit Infrarot-Beleuchtung in Betrieb. Bei allen handelt es sich um hochauflösende HD-Megapixel-Kameras mit der Image- Processing-Technologie Cam_inPIX von Dallmeier, die selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen und Gegenlicht detailreiche und farbgetreue Bilder liefert. Aufgezeichnet werden die Bilder der Netzwerkkameras auf mehreren Netzwerkrekordern vom Typ DMS 240 IPS mit je bis zu 24 IP-basierten Videokanälen. Sie unterstützen die Videoformate H.264, MPEG-4 und MJPEG und sowohl SDals auch HD-Auflösungen. Besonders wichtig war der Bank das so genannte Housekeeping: In den Rekordern sind Schwellwerte für Systemzustände, etwa Geräteinnen- und -außentemperatur oder Lüfterdrehzahlen, hinterlegt. Werden diese überschritten, setzt das Gerät automatisch Meldungen ab. Dadurch können Wartungs- und Serviceeinsätze automatisiert und somit auch kostensparender durchgeführt werden, und es wird verhindert, dass ein Gerät unbemerkt ausfällt. In den Filialen kommen vorrangig Analogkameras zum Einsatz: kleine Modulkameras für den Einbau in Geldausgabeautomaten, Fixdome-Kameras sowie kompakte Picodomes. Über 340 Kameras sind in den Filialen bereits installiert, und die Pläne für eine Erweiterung der Anlage stehen schon. Die Kamerabilder werden je nach Größe der Filiale lokal auf Rekordern aufgezeichnet. Außerdem steht jedem Niederlassungsleiter ein PC mit der Management-Software PView 7 zur Verfügung, um die Bilder seiner Filiale betrachten zu können. Die zentrale Kontrolle aller Kameras erfolgt im Kontrollraum der Zentrale in Nairobi. Das Sicherheitspersonal dort kann sich also per Netzwerk mit jeder Kamera verbinden. Eine ausgeklügelte Technik war dafür erforderlich nicht nur, weil von einem einzigen Kontrollraum derzeit knapp 500 Kameras überwacht werden, sondern auch, weil in den weit verteilten Filialen teilweise eine sehr schlechte Internet-Infrastruktur mit einer Datenübertragungsrate von lediglich 128 kbit/s vorherrscht. Dallmeier hat dafür ein spezielles Verfahren entwickelt, das durch Transcodierung die Übertragung von Bildern auch bei niedrigen Bandbreiten mit einer hervorragenden Qualität ermöglicht, erklärt Sales Manager Frank Oetjen. Das Verfahren ist vor allem dort sinnvoll, wo Bilder in höchster Qualität aufgezeichnet werden sollen, für die Betrachtung aber nur ein schmalbandiges Netzwerk zur Verfügung steht. 32 SECURITY insight 3/

18 Im Fokus: Banken Eine Plattform Im Fokus Der Wunsch jedes Einzelnen zählt für alle Meldungen Integriertes Sicherheits-Management als zentrales und effizientes Hilfsmittel für Banken Der klassische Bankräuber mit Maske und dem Ausruf Hände hoch, Geld her! bleibt eine Gefahr für Personal und Kunden, die sich gerade in einer Bank aufhalten. Doch durch nachhaltige Schutzmechanismen in den Kassenbereichen und immer kleinere Bargeldbestände spielt er für die rein materielle Schadensbilanz kaum noch eine Rolle da haben ihn ganz andere, viel subtilere Bedrohungspotenziale abgelöst: Neben Betrugs- und Internetdelikten steht vor allem die Business Continuity, also die Aufrechterhaltung des Geschäftsablaufs, im Vordergrund. Basis für diese Abläufe stellen einerseits motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter dar, andererseits technische Infrastrukturen. Dabei gibt die Sicherheitsabteilung die Richtlinien vor und steuert und überprüft deren Umsetzung in die Praxis. Die Abteilungen IT (Information Technology), HR (Human Resources) und FM (Facility Management) sowie weitere interne und externe Beteiligte müssen als möglichst homogenes Team an der Umsetzung der Anforderungen beteiligt und koordiniert werden. Zentrales Hilfsmittel Um mit wenig Aufwand die ganze Bandbreite dieser Aufgaben abwickeln zu können, stellt eine technische Integrationsplattform für alle Meldungen und Ereignisse ein effizientes Hilfsmittel dar. Managementsysteme für sicherheitstechnische Aufgaben gibt es für die verschiedensten Felder, jedoch hat jedes einen technischen Schwerpunkt. Auf anderen Gebieten und vor allem bei der Abbildung übergreifender Abläufe im Ereignisfall gibt es jedoch oft Defizite. In einer Reihe großer Bankprojekte konnte die Advancis Software & Services GmbH mit ihrer Integrationsplattform WinGuard ein herstellerneutrales Sicherheits- und Gebäudemanagementsystem für die gesamte Unternehmenssicherheit realisieren. Dabei standen je nach Anforderung und Struktur der jeweiligen Institute verschiedene Teilaspekte im Vordergrund, erzählt Geschäftsführer Jan Meiswinkel. Wo für ein Institut die räumliche Verteilung über viele Standorte bei möglichst Jan Meiswinkel: Bei unseren Lösungen für Banken standen je nach Anforderung und Struktur des Instituts verschiedene Teilaspekte im Vordergrund. autarkem Betrieb der Liegenschaften wichtig ist, setzen andere auf hohe Zentralisierung in einer Leitstelle. WinGuard stellt mit seiner verteilten Intelligenz und der Möglichkeit, lokale Installationen zu einem Leitstellenverbund zusammenzuschalten, die notwendige Flexibilität zur Verfügung, um den strukturellen Anforderungen gerecht zu werden. Foto: istockphoto.com/advancis_software Lars Waldow: Die integrative Betrachtung der IT-Infrastruktur gewinnt an Bedeutung, da sie zunehmend die Grundlage aller Betriebsprozesse wird. Die Systemskizze zeigt, wie ein Managementsystem in einer Bank aufgebaut sein könnte. Inhomogene Infrastruktur Die Vielfalt der technischen Systeme ist bei fast allen Banken groß. Durch Neuund Umbauten, Zukäufe anderer Institute und den technischen Fortschritt ist praktisch keine homogene Infrastruktur vorhanden. Aus der klassischen Sicherheitstechnik kommen Einbruch-, Überfall- und Brandmeldesysteme, Zutrittskontrolle sowie Videoüberwachung unterschiedlicher Generationen und Hersteller zum Einsatz. Hinzu gesellen sich gebäudetechnische Systeme aus Heizung/Klima/ Lüftung, Energieversorgung sowie Störungsmeldung, deren sicherheitstechnische Relevanz aus Sicht der Business Continuity vergleichbar mit den eigentlichen Sicherheitssystemen ist. Denn fällt die Klimatisierung im Rechenzentrum aus, kann das einen höheren Schaden verursachen als der Einbruch in eine unbesetzte Zweigstelle. Kommunikationssysteme und ihre Verfügbarkeit stehen ebenfalls im Fokus der Anbindung, weil sie für die schnelle Bearbeitung im Ereignisfall eingesetzt werden, aber auch für den Tagesbetrieb lebenswichtig sind. Auch die integrative Betrachtung der IT- Infrastruktur gewinnt an Bedeutung, da sie zunehmend die Grundlage aller Betriebsprozesse wird, weiß Advancis-Vertriebsleiter Lars Waldow. Ausfälle und Angriffe erzeugen hier immer öfter bedrohliche Situationen für den Geschäftsbetrieb. Zudem ist diese Infrastruktur gleichzeitig die Basis für die Sicherheitssysteme wie IP-Video, Zutrittskontrolle und Voice over IP. Entsprechend stark wächst die Aufmerksamkeit, die der Fehlererkennung und dem Funktionserhalt zukommt. Win- Guard stellt neben den klassischen sicherheitstechnischen Anbindungen und Funktionen auch Schnittstellen und Werkzeuge für die Überwachung der technischen Infrastruktur von Gebäudetechnik und IT zur Verfügung. Damit lassen sich potenzielle Ausfälle, vorbeugende Wartung und die schnelle Reaktion bei Ausfällen bis hin zur automatisierten Umschaltung auf Rückfellebenen oder Alternativsysteme mit minimalem Personaleinsatz bewerkstelligen. Schnittstellen gewährleisten Herstellerneutralität Die Anbindung verschiedener heterogener technischer Systeme über Schnittstellen bietet auch den Vorteil, Erweiterungen und neue Systeme herstellerneutral auszuschreiben. Überdies besteht durch das Partnerkonzept von Advancis die Möglichkeit, den Systemintegrator mit dem optimalen Know-how und örtlicher Nähe auszuwählen. Eine weitere Funktion des zentralen Systems wird gerade für Banken hinsichtlich der Compliance- und Risk-Management- Anforderungen immer entscheidender: die Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Prozesse, also der Sicherheits- Richtlinien an sich, der konkreten Umsetzung sowie der Gegenmaßnahmen im Ereignisfall. Wenn diese durchgängig, prüffähig und rechtssicher ist, wirkt sich das nicht nur positiv auf den Tagesbetrieb aus, sondern auch auf die Risikobewertung des Instituts und nicht zuletzt auf die Außenwirkung gegenüber den Kunden. Da Sicherheit und Vertrauen die Kundenentscheidung steuern, kann ein zentrales Sicherheits-Management-System hier neben Verbesserung der organisatorischen Abläufe und Kostenersparnis sogar als Vertriebsargument nutzen. primion security solutions Durchgängige und individuelle Gesamtlösungen für Sicherheitstechnik Zutrittskontrolle Zeiterfassung Videotechnik 34 SECURITY insight 3/

19 Im Fokus: Banken Im Fokus Daheim so sicher wie im Büro Ein exklusives Rundum-Sicherheitskonzept für das private Wohnumfeld exponierter Personen Der klassische Objektschutz setzt auf Einbruch- und Überfallmeldeanlagen. Bei exponierten Personen wie Konzernvorständen oder Prominenten greift diese Philosophie allein kaum: Auch eine umgehende Alarmmeldung nutzt wenig, wenn Straftäter bis zum Eintreffen der Schutzkräfte die Personen auf dem Gelände oder im Haus in ihre Gewalt gebracht haben. Gerade für exponierte Kreise mit Personenschutz sind also deutlich umfassendere Konzepte erforderlich. Vor allem bei Konzernen, auch bei den Banken, kümmern sich daher die Profis aus den Sicherheitsabteilungen nicht nur um die Sicherheit der Vorstände im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld. Oftmals sind die Alarmeinrichtungen der Wohnhäuser direkt auf die Leitstelle des Unternehmens aufgeschaltet. Und Sicherheitspersonal begleitet die Manager nicht nur bei offiziellen Empfängen und auf Geschäftsreisen, sondern hält sich auch bei der Familie daheim auf. Sofortige Detektion, rascher Rückzug Securiton, bislang vor allem als Systemanbieter zum Beispiel für Videoüberwachung und Brandmeldetechnik bekannt, hat für die Sicherung des privaten Wohnraums exponierter Persönlichkeiten das integrierte Konzept Premium Private entwickelt. Es bietet individuelle Lösungen aus einer Hand: von der Risikoanalyse über Planung und Realisation baulicher, mechanischer und elektronischer Sicherungsmaßnahmen bis hin zu 36 Leitstellenservice, Personenschutz und qualifizierter Intervention. Umgehende Detektion an der Außengrenze, hoher Widerstandszeitwert baulicher und mechanischer Maßnahmen, ein Rückzugsraum und möglichst schnelle qualifizierte Intervention sind Kernelemente der Lösung. Securiton hat für diese komplexe Herausforderung erstmals ein Security-Level -Model entwickelt und kann alle notwendigen Maßnahmen umsetzen: Security-Level 1 umfasst Perimeterschutz und Detektion an der Liegenschaftsgrenze, Security-Level 2 die Außenhautsicherung des Wohnobjekts (Fenster, Türen und sonstige Öffnungen) und Freiflächenüberwachung im Alarmfall, Security-Level 3 einen sicheren Rückzugsraum im Inneren des Gebäudes. Dieser muss auch massiven Angriffen mindestens bis zum Eintreffen der qualifizierten Interventionskräfte standhalten und den Betroffenen jederzeit das Gefühl geben, absolut sicher zu sein. Wenn eine mechanische Peripheriesicherung optimal konzipiert und die Detektionselektronik permanent scharf geschaltet ist (Security-Level 1), können sich auch alle Personen auf dem Gelände jederzeit frei bewegen. Dennoch werden Angreifer unabhängig von der Nutzung des Objekts beziehungsweise der Anoder Abwesenheiten der Schutzpersonen detektiert. SECURITY insight 3/2012 Peripherie mit Video gesichert Die ideale Lösung für eine solche Peripheriesicherung stellt eine Volumendetektion dar, basierend auf Wärmebild-Informationen, die durch eine Videoanalyse ausgewertet werden. Klassische Detektionszäune lassen sich durch A-Leitern leicht und mit geringem Aufwand übersteigen, ohne dass dies die zu schützenden Personen bemerken. Das Erfassungsfeld von Wärmebildkameras hingegen ist auch vertikal deutlich höher das geschützte Raumvolumen ist wesentlich größer als das von Zäunen. Täter können die Videosysteme zudem kaum erkennen, der überwachte Bereich lässt sich nicht einschätzen. Kurz: Kein Täter gelangt unbemerkt auf das Grundstück. Kamerabilder lassen sich auch in weit entfernt liegende Leitstellen übertragen. Ungewöhnliche Ereignisse werden sofort registriert und von Operatoren geprüft. Werden Angreifer durch die IPS-Videoanalysesoftware detektiert, erfolgt die Ermittlung der Alarmobjektkoordinaten Ein Prinzip, das in der Praxis Leben retten kann: Premium Private teilt Sicherheit nicht mehr in einzelne Systeme, sondern vernetzt sie zu einem lückenlosen Gesamtkonzept. Das Security-Level -Model berücksichtigt unterschiedliche Stufen zur ganzheitlichen Absicherung hochwertiger Privatobjekte. über eine 3D-Georeferenzierungsfunktion. Die Software IPS VideoManager kann Personen verfolgen und übergeben, wenn sie das Sichtfeld einer Kamera verlassen und den Erfassungsbereich einer weiteren Aufnahmeeinheit betreten. In der Notrufund Serviceleitstelle besteht so jederzeit genaue Kenntnis der Situation vor Ort. Designfenster mit Klassifizierung RC3 Die umgehende Alarmierung lässt den Personen auf dem Freigelände und im Objekt genügend Zeit, den Rückzugsraum aufzusuchen. Besonders abends und nachts sind Fenster und Türen mit ausreichendem Widerstand von hohem Wert. Sie wirken als Barrieren und halten Täter auf. Securiton hat eigens dafür Holz- und Holz-Alu-Fenster mit der Klassifizierung RC3 entwickelt, die den besonderen Anforderungen hinsichtlich Design, Funktionalität und Qualität gerecht werden. Damit ist das Unternehmen das erste der Sicherheitsbranche, das eine Produktlinie von Sicherheitsfenstern entwickelt hat, die für das Zusammenspiel mit mechanischen, elektronischen und weiteren baulichen Maßnahmen optimiert wurde. Architekten haben so in der Planungs- und Modernisierungsphase adäquate Möglichkeiten, hochwertige Objekte entsprechend auszustatten. Auch für den Personenschutz kann Securiton auf eigene Kräfte zurückgreifen. Eine Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt und bearbeitet Meldungen nach abgesprochenen Routinen. Alarmprüfung, Benachrichtigung der Polizei sowie Corporate Security gehören dazu ebenso wie die Entsendung von Spezialkräften. Sie sichern zum Beispiel das Gelände von außen bis zum Eintreffen von Polizei und Sondereinsatzkommando ab. Zielpersonen im Rückzugsraum haben dadurch jederzeit die Gewissheit: Draußen wird alles geregelt. Wenn sie den Raum wieder verlassen, haben die Sicherheitskräfte die Lage auf dem Gelände im Griff. 37 Zugegeben alles kann er auch nicht, aber in der Zutrittsorganisation ist er brillant. bluesmart Clever. Komfortabel. Flexibel. Die elektronische Zutrittsorganisation. + Schlüsselbetätigtes System + Virtuelle Netzwerk-Technologie + Intelligente Befehlsverbreitung + Rückprotokollierung von Zylinderdaten an die Zentrale + Online-Komfort zum Offline- Preis Halle 4, Stand C12. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

20 Im Fokus: Banken Im Fokus: Banken Die Gefahr für den Einzelnen ist abstrakter geworden Wie sich die Personenschützer der Deutschen Bank auf die gewandelte Bedrohungslage eingestellt haben / Ein Exklusivgespräch mit Markus Petzold Von Marcus Heide Das Bild hat nicht nur Symbolkraft, sondern beeindruckt in erster Linie durch die Macht des Faktischen. Alfred Herrhausen ist bis heute sehr präsent im kollektiven Gedächtnis aller, die bei der Deutschen Bank beschäftigt sind. Dabei spielt sein Wirken eine ebenso große Rolle wie seine Ermordung durch Terroristen der RAF am 30. November Auch in der Abteilung Corporate Security hängt ein Porträt des bis heute unvergessenen Vorstandssprechers. Es gibt uns immer wieder Denkanstöße, erklärt Markus Petzold. So wie er es sagt, klingt es nicht nach einer Floskel im Gedenken an einen prominenten Manager, sondern viel eher an eine tatsächlich immer wieder gemachte Erfahrung. Als Herrhausen starb, war Markus Petzold 14 Jahre alt. Das Attentat hat er über die Medienberichterstattung damals mitbekommen und auch verstanden, dass die gesellschaftliche Erschütterung darüber das übliche Maß überstieg. Aber sicherlich berührte ihn das Ereignis in der damaligen Gegenwart weniger als in der jetzigen. Heute ist er sehr viel näher dran, denn als Global Head Executive & Event Protection der Sicherheitsabteilung der Deutschen Bank ist er zuständig für den Personenschutz. Markus Petzold ist bei Deutschlands größter Bank zuständig für Personen- und Veranstaltungsschutz. Gewandeltes Sicherheitsbewusstsein Es gibt eine Reihe deutscher Konzerne oder exponierte Eigentümerfamilien, die sich eigene Personenschützer leisten, aber ihre Anzahl sinkt kontinuierlich. Angestellt sind bei der Deutschen Bank weltweit rund 160 Sicherheitsleute, nur ein Bruchteil davon arbeitet im Personen- und Veranstaltungsschutz dennoch, im Vergleich zu anderen deutschen Konzernen sind sie wahrscheinlich die größte noch bestehende Gruppe. Warum leistet man sich das heute noch? Auch das Team der Bank ist in den letzten 20 Jahren geschrumpft, etwa um die Hälfte, sagt Petzold im Exklusivgespräch mit SECURITY insight. Aber die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens ist noch immer groß. Das hat ganz bestimmt auch historische Gründe. Die heutige Gefährdungslage kann in vielen Bereichen nicht mehr mit den 80er Jahren verglichen werden. Der moderne Terrorist hat es in aller Regel nicht mehr, wie damals die RAF, auf einzelne exponierte Persönlichkeiten abgesehen, sondern auf möglichst große Opferzahlen. Die Gefahr für den Einzelnen ist abstrakter geworden. In Deutschland und überhaupt in der westlichen Welt hat sich schon lange kein Attentat auf einen Wirtschaftsrepräsentanten mehr ereignet. Auch das hat sich auf das Sicherheitsbewusstsein einer neuen Generation von Managern ausgewirkt. Foto: Deutsche Bank Sie betrachten die Gefahr, Opfer eines direkten Angriffs zu werden, subjektiv als geringer. Entsprechend rückläufig ist ihre Nachfrage nach Personenschutz. Wobei das auch eine Frage des kulturellen Umfelds ist: Amerikaner etwa sind sehr security-affin, bei Deutschen muss man mehr Überzeugungsarbeit leisten. Da ist von den Vertretern der Sicherheitsabteilung Empathie und Fingerspitzengefühl gefragt. Auf der anderen Seite ist Personenschutz eine Frage der Definition. Denn auch wenn heute die Sicherheitskräfte immer weniger im direkten Begleitschutz arbeiten, so gibt es doch eine Reihe organisatorischer Maßnahmen, die mittelbar oder auch unmittelbar dem Personenschutz dienen. Petzold nennt in diesem Zusammenhang das Beispiel des Eisbergs, bei dem auch nur Sicherheit & Service Grundstücke und Gebäude. Unser Auftrag! Unsere Werte! Als Prozessdienstleister verknüpfen wir Sicherheits- und Servicedienst ganz nach Ihren Anforderungen. Wir gehen für Sie den einen Schritt weiter. WISAG Sicherheit & Service Holding GmbH & Co. KG Kennedyallee 76 D Frankfurt Tel Prozent sichtbar sind. In Bezug auf die nicht offensichtlichen Schutzmaßnahmen kann man den Personenschutz durchaus mit einem Eisberg vergleichen. Kernelement von erfolgreichem Personenschutz sind aktuelle Risiko-Assessments, führt Petzold weiter aus. Themen, die dabei unter anderem bewertet werden, beziehen sich auf Gefährdungen aus den Bereichen (Organisierte) Kriminalität, Stalker, Pressure Groups, Extremismus/ Terrorismus sowie das Bild in der Öffentlichkeit, durch das sich Einzelpersonen zu Aktionen gegen Personen oder Institutionen berufen fühlen können. Verbalangriffe oder unfreundliche, gar gefährliche Postsendungen gibt es zwar nicht täglich, aber auch auf derartige Szenarien sollte die Unternehmenssicherheit vorbereitet sein, so Petzold. Die Chemie muss stimmen Wie viele Schutzpersonen die Deutsche Bank zählt, will Petzold nicht verraten. Bei der internationalen Aufstellung des weltweit renommierten Konzerns kann man sich aber leicht vorstellen, dass darunter die unterschiedlichsten Charaktere vertreten sind sowohl kulturell als auch persönlichkeitsbedingt. Der persönliche Umgang ist bekanntlich nach wie vor eine der größten Herausforderungen des Personenschützers: Man muss gegenseitiges Verständnis und Vertrauen schaffen, gerade weil man nicht nur im geschäftlichen Umfeld miteinander zu tun hat, sondern auch im privaten. Die viel beschworene Chemie muss stimmen. Auch der Schutz der Familie spielt eine große Rolle. Gerade der Umgang mit Kindern ist im Zeitalter des Internets 38 SECURITY insight WISAG 3/2012 heißt Wertschätzung! WISAG heißt Einsatz! WISAG heißt bunt! 39

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