Durchgängig elektronische Geschäftsprozesse: emastercraft in der Praxis beim Maler- und Stuckateurbetrieb. Praxisbroschüre

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1 Durchgängig elektronische Geschäftsprozesse: emastercraft in der Praxis beim Maler- und Stuckateurbetrieb Adam Oswald GmbH Praxisbroschüre

2 Inhalt 3 Vorwort 4 Was ist emastercraft? Elektronische Geschäftsprozesse und standardisierte Stammdaten für das Handwerk 6 emastercraft in der Praxis Pilotbetrieb Adam Oswald GmbH 10 Interview mit Geschäftsführer Frank Oswald 12 emastercraft in der Praxis Pilotbetrieb Fritz Stenger GmbH 13 Interview mit Geschäftsführer Fritz Stenger 14 emastercraft im Dialog: Das Plus an Zufriedenheit für Betrieb und Kunden 16 Wer macht was? Die emastercraft-projektpartner starke Teile des großen Ganzen 17 Immer gut informiert Alle News zu emastercraft jederzeit und überall 18 Was bedeutet was? Fachbegriffe aus der emastercraft-welt einfach erklärt Redaktionelle Hinweise Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) hat die Wortmarke emastercraft in das offizielle Markenregister aufgenommen. Zur besseren Lesbarkeit wird auf das nachgestellte in dieser Publikation verzichtet.

3 3 Vorwort Was haben ebusiness und Malerhandwerk gemeinsam? Nichts!, werden viele spontan auf diese Frage antworten. Denn letztlich zeichnet sich ja das Hand -werk gerade dadurch aus, dass mit der Hand gearbeitet wird und der Automatisierung Grenzen gesetzt sind. Es lohnt sich aber, auch in unserem Handwerk näher hinzuschauen so sehr, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt emastercraft im Interesse kleinerer und mittlerer Handwerksbetriebe finanziell fördert. Denn: Sind wir und ein Großteil unserer Mitarbeiter nicht alle inzwischen mit PC, Tablet und Smartphone ausgerüstet? Und: Bietet es sich nicht an, diese Technik in stärkerem Maße als bisher in die betrieblichen Abläufe zu integrieren? Wie das aussehen kann, erprobt emastercraft. Welche Potenziale sich dadurch ausschöpfen lassen, zeigt die Umsetzung in den emastercraft-pilotbetrieben wie dem Malerbetrieb Adam Oswald GmbH. Ich bin ich sehr stolz, Ihnen in dieser Broschüre eine erste Zusammenfassung unserer Ergebnisse zum Projekt emastercraft präsentieren zu dürfen. Anhand von Praxisbeispielen zeigen wir auf, welche Möglichkeiten und Potenziale der ebusiness-einsatz für kleine und mittlere Unternehmen der Bau- und Ausbaubranche bietet. Die Erfahrungen aus den emastercraft-pilotbetrieben dem Maler- und Stuckateurbetrieb Adam Oswald und der Zimmerei Fritz Stenger stehen dabei im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt dieser Broschüre liegt auf den Anwendungen bei Adam Oswald. Das Projekt macht deutlich: Die Einbeziehung kybernetischer Methoden in die Arbeitsvorbereitung und Baustellensteuerung unterstützt durch ebusiness-werkzeuge führt zu überragenden Erfolgen. Und: Die konsequente Einbindung aller Mitarbeiter fördert die Selbstverantwortung, steigert die Eigeninitiative und setzt Kreativität und Produktivität frei. Die Ergebnisse machen deutlich, dass es im Maler- und Lackiererhandwerk viele Geschäftsprozesse gibt, die sich mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) besser und vor allem produktiver gestalten lassen. Die vorliegende Praxisbroschüre gibt einen ersten Überblick, worum es konkret geht und an welchen Stellen der Einsatz möglich ist. Eines ist dabei besonders wichtig: Es geht nicht darum, alles, was technisch umsetzbar ist, auch zu machen. Entscheidend ist der sinnvolle Einsatz elektronischer Werkzeuge vor dem Hintergrund der betrieblichen Arbeitsprozesse. Darüber hinaus zeigen die vorliegenden Ergebnisse einmal mehr, dass unser Maler- und Lackiererhandwerk ein modernes, fortschrittliches und innovatives Handwerk ist und bleibt. Karl-August Siepelmeyer Präsident Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Stammdatenmanagement und ebusiness sind die zentralen Themen von emastercraft. Die verfügbaren technischen Weiter- und Neuentwicklungen dieses Bereichs sind aber nur Werkzeuge. Werkzeuge, die vor allem ihren Anwendern gute Dienste leisten sollen; also genau den Menschen, die das größte Potenzial und den größten Wert eines jeden Unternehmens darstellen: den Mitarbeitern. Viele der in emastercraft angewendeten Hilfsmittel und Werkzeuge sind heute schon auf dem Markt erhältlich, werden aber nur von wenigen eingesetzt: Unser Ziel ist es, den Nutzen aus Anwendersicht herauszustellen und aufzuzeigen, wie der Einstieg ins ebusiness gelingt. Wie emastercraft den Arbeitsalltag unterstützt, vereinfacht und erleichtert, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Michael Heil Vorstandsmitglied des Instituts für kybernetisches Planen und Bauen e.v. und Projektkoordinator des Forschungsprojektes emastercraft

4 4 Was ist emastercraft? Elektronische Geschäftsprozesse und standardisierte Stammdaten für das Handwerk Standards abgewickelt werden können. Auf diese Weise lassen sich bislang ungenutzte Produktivitätsvorteile erschließen und ausschöpfen. Durchgängig elektronische Prozesse Das bedeutet konkret in der Praxis: Die Zettelwirtschaft im Büro hat ein Ende. Stattdessen werden Arbeitsschritte vernetzt über Computer, Smartphones, Tablets und Handys abgewickelt. Zum Beispiel erfolgt die Erfassung von Arbeitsstunden auf der Baustelle mit dem Diensthandy. Alle Arbeitszeiten werden über das Mobilfunknetz an die Firma übertragen. Hier laufen die Informationen gebündelt in das Computersystem und vollautomatisiert in die jeweiligen Bauakten und Auswertungen. Das erleichtert nicht nur die Abrechnung, sondern bietet weitere Vorteile: So hat das Büro immer die Rentabilität und ProeMasterCraft ist ein Forschungs- und Förderprojekt für kleine und mittlere Handwerksunternehmen. Unter dem Titel ebusiness und standardisierte Stammdaten im Bau- und Ausbauhandwerk geht es darum, die Durchlaufzeit und den Aufwand von Aufträgen in den Betrieben zu reduzieren. Mit anderen Worten: Die Arbeitsabläufe im Unternehmen sollen durch optimiertes Stammdatenmanagement sowie elektronische und mobile Geschäftsprozesse unterstützt, vereinfacht und effizienter werden. Die Digitalisierung von Arbeitsvorgängen sorgt für eine reibungslosere Zusammenarbeit und das nicht nur zwischen Baustelle und Büro, sondern auch zwischen Marktpartnern wie Lieferanten, Planern oder Architekten. Den durchgehend digitalen Datenfluss entlang der Wertschöpfungskette machen Material- und Leistungsstammdaten sowie ebusiness-standards möglich. Produktivitätsvorteile erschließen haben? Um Handwerksbetrieben diese und ausschöpfen alltäglich anfallenden Organisations- und Wer kennt das nicht: Aufträge und Rechnungen stapeln sich auf dem Schreib- gibt es emastercraft. Kommunikationsaufgaben zu erleichtern, tisch, Material muss bestellt, Preise angefragt und der Personalbedarf geplant Ziel des Projekts ist es, praxisgerechte werden. Wer schafft es da, alles im Blick Werkzeuge zu entwickeln, dank denen zu haben? Und wer prüft schon wirklich, Geschäftsvorgänge durchgängig elektronisch über Stammdaten und welche Aufträge wie viel Rendite erbracht ebusiness- In aller Kürze erklärt: Stammdatenmanagement Standardisierte Stammdaten dienen zur Beschreibung aller Materialien und Leistungen, die auf einer Baustelle eingesetzt werden. Unabhängig von Herstellern werden Werkstoffe und Arbeitsleistungen katalogisiert und klassifiziert in einer Datenbank erfasst. Die standardisierte Aufbereitung bietet zahlreiche Vorteile: So lassen sich in kürzester Zeit vollständige Angebote erstellen, die direkt mit Materialien und Aufwänden hinterlegt sind und zudem auf Knopfdruck Hersteller- und Materialalternativen berücksichtigen. Auch die Zeit- und Personalplanung für den optimalen Baustellenablauf ist ein Kinderspiel, weil Stammdaten die Grundlage für die Arbeitspakete der Mitarbeiter bilden.

5 5 duktivität aller Projekte im Blick. Entsteht ein Mehraufwand bzw. eine Mehrleistung, kann unmittelbar gegenüber dem Auftraggeber reagiert werden. Gleichzeitig wird der komplette Materialbedarf und -verbrauch elektronisch dokumentiert. Durchgängig beschleunigen und erleichtern Material- und Leistungsstammdaten alle Arbeitsabläufe angefangen bei der Kostenkalkulation über die Ablaufplanung mit prozessorientierten Arbeitspaketen und Soll-Zeiten bis hin zur Personalplanung auf den Baustellen. In aller Kürze erklärt: elektronische Geschäftsprozesse Wenn Arbeitsschritte innerhalb eines Unternehmens automatisiert über Computer und Software ablaufen und ausgeführt werden, spricht man von elektronischen Geschäftsprozessen. Der Einsatz ermöglicht es, Abläufe effizienter zu steuern und so Kosten zu sparen. Darüber hinaus unterstützen derartige Systeme auch Schnittstellen zu externen Partnern, z.b. beim Austausch von Materialinformationen und -preisen. Auf diese Weise können Geschäftsvorgänge zwischen mehreren Firmen übergreifend organisiert und elektronisch abgewickelt werden, wie beispielsweise die Materialbeschaffung. Fazit: Was früher aufwendig per Hand zu erledigen und oftmals mit Nachfragen und Recherchen verbunden war, steht dank emastercraft auf Knopfdruck zur Verfügung überall und jederzeit. Elektronische Werkzeuge für Baustelle und Büro Die Umsetzungen in den emastercraft- Pilotbetrieben schaffen die beispielhaften Hilfsmittel, Werkzeuge, Methoden und Lösungen, an denen sich interessierte Betriebe bei der eigenen ebusiness- Einführung orientieren können. Speziell ausgerichtet auf die Abläufe und Strukturen der Bau- und Ausbaubranche hat emastercraft ebusiness-werkzeuge und elektronische Geschäftsprozesse in Zusammenarbeit mit den Pilotbetrieben als Leuchtturmprojekte praxisgerecht eingeführt. Im Ergebnis soll ein medienbruchfreier, das heißt durchgehend papierloser, digitaler Austausch von Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich sein. Dreh- und Angelpunkt der Entwicklungsarbeit ist die emastercraft Projektzentrale. Hier sind in einem Labor IT-Strukturen, die auch in der Handwerksbranche geläufig sind, vorhanden. Elektronische Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten wurden hier entwickelt, simuliert und getestet. Aus der Theorie, für die Praxis und für Praktiker Was im Labor funktioniert hat, muss dann auch in der Praxis überzeugen. Im Zentrum der vorliegenden Broschüre steht deshalb der Blick hinter die Kulissen der beiden emastercraft-pilotbetriebe Adam Oswald und Fritz Stenger. Den Schwerpunkt dieser Ausgabe bilden die Ergebnisse der Umsetzung bei Adam Oswald. Die Folgebroschüre fokussiert den Einsatz von emastercraft bei Fritz Stenger. Das Ziel aller Aktivitäten ist es, vorbildliche, adaptierbare elektronische Standard-Lösungen und Werkzeuge in den Pilotbetrieben zu entwickeln und zu etablieren, die später überall im Handwerk als Referenz- und Praxisbeispiele für die Einführung und Umsetzung dienen können. Und: emastercraft entwickelt ein eigenes Kosten-Nutzen-Tool, damit interessierte Betriebe später ausloten können, welche Potenziale sich ihnen durch die Einführung von elektronischen Geschäftsprozessen bieten. Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt emastercraft mit dem Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital IKT-Anwendungen in der Praxis. Die Initiative hat insbesondere die IT-Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen im Blick. Denn: Im Gegensatz zu Großbetrieben verfügt der Handwerker vor Ort nicht über eine eigene IT-Abteilung. Dennoch bieten sich gerade für kleine und mittlere Firmen enorme Optimierungspotenziale, wenn Geschäftsprozesse dank der Pionierarbeit von emastercraft elektronisch abgewickelt werden. Pilotbetriebe Mittelstand-Digital Ansprechpartner Institut für kybernetisches Planen und Bauen e.v. Herrn Michael Heil Vorstand und Projektkoordinator emastercraft Projektzentrale emastercraft im DFKI Trippstadter Straße Kaiserslautern +49 (0) 631 / e-mastercraft.de

6 6 emastercraft in der Praxis Pilotbetrieb Adam Oswald GmbH Für Geschäftsführer Frank Oswald ist emastercraft einfach ein gutes Gefühl: Und zwar das Gefühl, jederzeit zu wissen, welche Aufgaben für ihn und sein Team anstehen. Doch: Effektives Zeitmanagement mit klaren Prioritäten ist nur ein Vorteil von vielen. Elektronische Werkzeuge machen Frank Oswald und seinem Team das Leben in so gut wie allen Arbeitsbereichen deutlich leichter. Als digitale Kollegen unterstützen sie den Betrieb bei der optimalen Steuerung und Führung fast aller Prozesse und Abläufe. Die Durchlaufzeit bei der Auftragsbearbeitung konnte beschleunigt, der Aufwand reduziert und das Unternehmen zukunftsweisend auf Markt, Kunden und Mitarbeiter ausgerichtet werden. Zu jeder Zeit sehen, welche Projekte anstehen. Heute schon wissen, was morgen im Detail zu tun ist. Und automatisch bereits erkennen, wo Engpässe entstehen könnten. Das und vieles mehr leistet emastercraft im Maler- und Stuckateurbetrieb Adam Oswald GmbH. Frank Oswald führt den in Geisenheim am Rhein gelegenen Familienbetrieb in vierter Generation. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 30 Mitarbeiter. Durchgängig elektronische Steuerung Fast alle operativen Aufgaben im Betrieb von Frank Oswald werden elektronisch gesteuert durchgängig und medienbruchfrei. Das heißt: Von A wie Angebotserstellung bis Z wie Zahlungseingang werden alle alltäglichen Arbeitsprozesse vernetzt über Handys, Tablets und Computer abgewickelt. Zum Beispiel erfassen die Mitarbeiter von Frank Oswald ihre Stunden mit dem Diensthandy direkt auf den Baustellen. Vollautomatisch laufen die Arbeitszeiten in das Computersystem und in die digitalen Bauakten. Auf Knopfdruck hat Frank Oswald den gesamten Betrieb sowie alle Projekte inklusive Mit- und Nachkalkulationen in Echtzeit im Blick. Vor ein paar Jahren waren derartige Möglichkeiten Zukunftsmusik. Dazu Frank Oswald: Als mein Vater den Betrieb noch führte, saß er morgens immer im Sozialraum. Vor ihm lag ein großes Blatt Papier mit einer riesigen Tabelle. Hinter ihm bereiteten sich Kollegen für den Arbeitstag vor. Bei der Gelegenheit hat mein Vater dann jeden einzeln durchgefragt, wie lange am Vortag auf den jeweiligen Baustellen gearbeitet wurde. Alle Zeiten hat er dann mit einem Stift auf dem Blatt eingetragen und später zusammengerechnet. So lief das damals. Neue Wege gehen Als Frank Oswald den Betrieb übernahm, wollte er neue Wege gehen: Gerade dem Handwerk haftet das Image an, angestaubt zu sein. Ich wollte zeigen, dass das auch anders geht. Der von emastercraft verfolgte Lösungsweg erschien Frank Oswald da genau richtig: Die intelligente Kombination von elektronischen Werkzeugen mit Material- und Leistungsstammdaten zur Optimierung von Prozessen. Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg von emastercraft war ein detailliertes Verständnis und ständiges Hinterfragen der Arbeitsvorgänge im Handwerksbetrieb. So war aller Anfang auch bei Frank Oswald schwer: Wir mussten uns zu Beginn selbst sehr genau auf die Finger schauen. Hinter allem stand die Frage: Wie funktionieren die Abläufe bei uns? Konkret ging es zum Beispiel darum, wie ein Auftrag angenommen wird: Macht das Büro eine Notiz auf Papier? Oder schreibt ein Mitarbeiter eine an den Chef? Welche Kundendaten werden im ersten Schritt bereits erfasst? Ideale Abläufe automatisch unterstützt Das Ziel bei der Auseinandersetzung mit den eigenen Routineabläufen war es, zum einen ein genaues Bild aller Vorgänge im Büro und auf den Baustellen zu erlangen. Zum anderen wurde auf

7 7 der erarbeiteten Grundlage entschieden, wie Prozesse in Zukunft besser ablaufen könnten. Im letzten Schritt wurde dann die Frage geklärt, auf welche Weise Computer, Smartphone, Tablet, elektronische Geschäftsprozesse und Co. alle Abläufe erleichtern, unterstützen und im Ergebnis optimieren können. Der Blick über die eigene Schulter war eine der größten Herausforderungen. Man ist es nicht gewohnt, über sich selbst und seine Arbeit nachzudenken. Außerdem entsteht dadurch ja auch noch zusätzlicher Aufwand neben dem eigentlichen Tagesgeschäft, erklärt Frank Oswald. Der Königsweg zur Motivation des gesamten Teams war für ihn schnell klar: Ich habe immer genau gesagt, welches Ziel wir verfolgen und auf welche Weise sich die anfängliche Mehrarbeit für alle auszahlen wird. Am Ende zogen alle an einem Strang. Jederzeit wissen, was zu tun ist Die Früchte dieser Arbeit kann Frank Oswald heute ernten. Die Frage, wie ein Auftrag entgegengenommen wird, stellt sich für sein Team nicht mehr. Stattdessen greift beim Anruf eines Kunden ein Rad automatisch ins andere, sodass jeder zu jederzeit weiß, was er wann zu tun hat: Mittels Neukundenformular werden am Computer direkt im ersten Gespräch alle relevanten Daten digital erfasst. Zuständigkeiten sind im Ablaufprozess vorab geklärt, Projektleiter und Mitabeiter werden automatisch beispielsweise per informiert. Beim Vor-Ort-Besuch zur Erstellung des Aufmaßes ist das Tablet mit dabei. Elektronisch werden alle Angaben dokumentiert und direkt in die digitale Bauakte überführt. Im Büro wird das Angebot am Computer mittels Software vorbereitet dank der hinterlegten Material- und Leistungsstammdaten ein echtes Kinderspiel. Gemäß den Wünschen des Kunden kann die Leistung und das Material schon im Angebot ohne großen Aufwand mit ein paar Mausklicks sehr genau kalkuliert werden. Möglich machen es die in den Hersteller/Lieferanten/ Planer/Architekten Weitere Office- Anwendungen Leistungsstammdaten Materialstammdaten Prozessstandards Weiterführende Informationen elektronische Formulare in der Cloud Unternehmen z. B. GAEB, Datanorm etc. elektronische Formulare in der Cloud Stammdaten festgelegten durchschnittlichen Verbrauchswerte und Arbeitszeiten. Als Erfahrungswerte liefern sie eine solide Grundlage für die eigene Planung. Per Mausklick können zudem vorgefertigte kundenfreundliche Textbausteine in das Angebot eingefügt werden, die zum Beispiel die eingesetzten Werkstoffe, Farben und Lacke erklären. Technik, die mitdenkt Statt selber formulieren und kalkulieren zu müssen, erledigt die Software die Angebotserstellung so gut wie im Alleingang. Ist das Angebot vorbereitet, wird es an den Kunden geschickt. Auch hier denkt die Technik wieder mit: Drei Tage nach Angebotszu- ERP/CRM WinWorker Vorarbeiter/ Baustellenmitarbeiter Arbeitspakete, Stunden - vorgaben, digitale Stunden - erfassung, Text-, Sprach-, Fotonotizen, Formulare Elektronische Formulare, Baustellenakte usw. Chef + Projektleiter/ Meister Blick ins Herz des Systems beim emastercraft-pilotbetrieb Adam Oswald: Dreh- und Angelpunkt ist der Unternehmensserver (Bildmitte). Auf ihm laufen die notwendigen Softwareapplikationen zum zentralen Austausch von Informationen. Über mobile Datenverbindungen sind Tablets und Handys an das System angebunden (rechts) ein medienbruchfreier, durchgängig elektronischer Austausch ist so möglich. Standardisierte Stammdaten (links) unterstützen als gemeinsame Sprache den Informationsfluss und ziehen sich konsequent durch alle Prozesse. Abgestimmte ebusiness-standards sorgen für einen datenbruchfreien Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette.

8 8 Alles im Griff: Am Schreibtisch von Frank Oswald laufen die Informationen zusammen. Jederzeit hat er in seinem Unternehmenscockpit nicht nur seine Aufgaben, sondern den kompletten Betrieb mit allen Kenndaten im Blick. Ein Großteil der Informationen hat Frank Oswald auch unterwegs auf seinem Tablet in Echtzeit parat. stellung wird der zuständige Mitarbeiter automatisch benachrichtigt und um einen Anruf beim Kunden gebeten. So gerät kein Angebot in Vergessenheit. Nimmt der Auftraggeber das Angebot an, sorgen Stammdaten und elektronische Werkzeuge auch weiterhin für einen reibungslosen Informationsfluss. Denn: Die im Angebot festgelegten Material-, Zeit- und Leistungsdaten können direkt auch für die Arbeitsplanung genutzt werden. Das bedeutet: Aus dem Angebot lassen sich auf Knopfdruck die durchzuführenden Tätigkeiten ableiten. Alle Aufgaben lassen sich dann in Form von ablauforientierten Arbeitspaketen mit Soll-Zeiten an die Diensthandys der Mitarbeiter schicken. Nun wissen die zuständigen Kollegen, was zu tun ist. Die Arbeitspakete dienen zudem als Grundlage für die mobile Zeiterfassung. Beginnt das Team auf der Baustelle mit den Arbeiten, wird der Aufwand über das Handy auf das entsprechende Arbeitspaket gebucht. Per mobiler Datenverbindung laufen alle geleisteten Stunden in die Computersysteme der Firma zurück. Stammdaten für mehr Ausführungs sicherheit Damit nicht genug: Darüber hinaus erhalten die Kollegen auf den Baustellen dank Stammdaten und zusätzlicher Verarbeitungsinformationen auch direkt relevante Hinweise zum richtigen Zeitpunkt im Arbeitsablauf. Quasi im Huckepack werden mit dem Arbeitspaket baustellenbezogene Informationen (wie beispielsweise Aufpassen! Fenster raumhoch, Vorsicht Streiflicht! oder Vor Flächenanstrich Farbmuster anlegen + von Kunde genehmigen lassen ) bis hin zu Vermerken über die vor Ort verfügbaren Parkmöglichkeiten verschickt. Außerdem fördern die ablauforientierten, kontextbezogenen Informationen und Soll-Zeiten aus den Arbeitspaketen auch die Eigeninitiative der Mitarbeiter: Wege zur weiteren Optimierung, Verschlankung und Erleichterung von Arbeitsschritten werden von ihnen aktiv erkannt und können bei der Planung zukünftiger Bauprojekte berücksichtigt werden. Nicht Ende der Zettelwirtschaft: Dank mobiler Zeit erfassung buchen die Mitarbeiter alle Zeiten bequem per Diensthandy. Vorab auf die Mobiltelefone ge sendete Arbeitspakete bilden hierfür die Grundlage. Da alle Stunden immer den betreffenden Arbeitsleistungen und Projekten zugeordnet sind, erfolgt die Abrechnung im Büro so gut wie vollautomatisch.

9 9 Mobile Notizen erleichtern die Zusammenarbeit: Jederzeit lassen sich Texte und Sprachnachrichten aufzeichnen und mit einem Bild versehen. Auf diese Weise gehen Hinweise zum Bauverlauf, Informationen über einen unerwarteten Mehraufwand oder Verbesserungsvorschläge ohne Umwege an das Büro oder mobil unterwegs auf das Tablet des zuständigen Projektleiters. zuletzt sorgt die Ist-Zeiten-Erfassung für einen immer aktuellen Soll-Ist-Vergleich der Arbeitspakete auf den Handys und somit für Transparenz bei der Leistungserbringung. Gleichzeitig lässt sie Potenzial zur Effizienzsteigerung erkennen und regt zur kontinuierlichen Verbesserung aller Arbeitsvorgänge an. Auch der Informationsfluss von den Baustellen zum Büro wird durch emastercraft erleichtert: Möglich machen es die mobilen Notizen. Entsteht vor Ort ein Problem oder ein Mehraufwand zeichnet sich ab, dann können uns das die Kollegen in Bild, Ton und Text mitteilen, erklärt Frank Oswald. Die Meldung erreicht ohne Umwege das Büro und wird automatisch dem entsprechenden Bauprojekt zugeordnet. In der Folge erhält der zuständige Projektleiter automatisch eine und kann von unterwegs über sein Tablet oder vom Schreibtisch aus entsprechende Maßnahmen einleiten. Alles läuft besser, schneller und reibungsloser emastercraft ist heute aus dem Betrieb von Frank Oswald nicht mehr wegzudenken. Wie ein roter Faden zieht sich der digitale Kollege durch den kompletten Betrieb und seine Arbeitsschritte. Der Um- und Einstieg hat sich für den Geschäftsführer schnell bezahlt gemacht. Denn: An modernen IT-Systemen geht auch im Handwerk kein Weg mehr vorbei, um im Wettbewerb zu bestehen! Die Vorteile liegen für uns klar auf der Hand: Alles läuft besser, schneller und viel reibungsloser, unterstreicht Frank Oswald. Und: Bei aller Optimierung ginge es garantiert nicht darum, Mitarbeiter einzusparen. Im Gegenteil: Effizienzsteigerung bedeutet nicht Personalabbau. Es geht darum, die Arbeit einfach besser organisiert zu erledigen und das zur Zufriedenheit aller. Nicht zuletzt profitieren auch die Kunden. Der Betrieb konnte seine Auskunftsfähigkeit deutlich steigern. Ruft heute ein Auftraggeber im Büro an, dann kann in den meisten Fällen schon die Sekretärin alle Fragen beantworten, weil sie die Informationen zu den Projekten schnell und einfach auf dem Bildschirm verfügbar hat. Zudem haben wir unsere Reaktionszeiten deutlich verkürzt, fügt Frank Oswald hinzu. So garantiert der Betrieb heute die Angebotserstellung binnen sieben Tagen. Und: Auch nach Abschluss eines Projekts denkt die Technik im Hintergrund weiter mit. Wenige Tage nach Beendigung der Arbeiten wird ein Bewertungsfragebogen an die Kunden verschickt: Auf diese Weise halten wir den Kontakt zum Auftraggeber und fragen nach, ob er mit allem zufrieden war. Fällt das Feedback einmal negativ aus, löst das System direkt eine neue vollautomatisch erstellte Aufgabe aus, die ausschließlich Chefsache ist: Ich frage im Falle des Falles immer persönlich nach, warum ein Kunde unzufrieden war. Adam Oswald GmbH Chauvignystraße Geisenheim +49(0) 6722 / (0) 6722 / adam-oswald.de

10 10 Frank Oswald, Geschäftsführer der Adam Oswald GmbH Pilotbetrieb Adam Osw Interview mit Geschäftsführer Frank Herr Oswald, wie startet für Sie heute ein typischer Arbeitstag im emaster- Craft-Pilotbetrieb? Für mich ist die erste Anlaufstelle der Computer in meinem Büro. Hier schaue ich in meine Aufgabenliste und kann direkt auf einen Blick sehen, was für mich an diesem Tag relevant ist. 95 Prozent der Aufgaben, die ich zugeteilt bekomme, erzeugt das System dabei vollautomatisch. Wie funktioniert die automatische Erstellung von Aufgaben? Alle Arbeiten sind ja im Computer über klare Prozessschritte miteinander vernetzt. Wenn eine Kollegin oder ein Kollege mit einer Tätigkeit fertig ist, löst das im Hintergrund entsprechende Aktionen aus, die dann wiederum zu einer Aufgabe für mich werden können. Das ist sehr clever, weil es uns die Zusammenarbeit enorm erleichtert. Wo bestehen für Sie heute die größten Erleichterungen? Die Technik unterstützt uns einfach überall. Nichts wird mehr vergessen, wodurch wir viel schneller geworden sind. So arbeiten wir bei der Baustellenplanung mit Checklisten auf den Tablets. Bei der Erstbegehung ist somit direkt klar, welche Hilfsmittel für die Arbeiten benötigt werden egal ob Bauschuttkübel, Toilette oder Generator. Alle Informationen werden dann automatisch direkt vom Tablet ins Büro geschickt und erscheinen hier bei der zuständigen Kollegin oder dem zuständigen Kollegen als Aufgabe in seiner Liste. Je nach voreingestellter Priorität kann sofort mit der Bearbeitung begonnen werden. Was sagen Ihre Kunden zu emastercraft? Unsere Kunden sind im Bilde über das, was wir tun. Sicherlich ist das auch erstmal ungewöhnlich, wenn morgens auf der Baustelle der erste Griff des Teams zum Handy geht. Wir erklären dann, was wir machen und ernten im Ergebnis viel Lob für unsere Pionierarbeit. Gerade auch in Bezug auf den Kundenservice haben wir dank emastercraft Akzente gesetzt, die bei unseren Auftraggebern sehr gut ankommen. Welche Akzente sind das aus Kundensicht? Wir sind einfach viel mehr auf zack. Wenn ein Kunde bei uns anruft, kann bereits die Sekretärin durch einen Blick in die digitale Bauakte kompetent weiterhelfen. Die Kunden freuen sich über unsere Auskunftsfähigkeit und geben uns zu verstehen, dass das noch nicht überall in der Branche für sie so selbstverständlich sei. Ein weiterer Punkt sind unsere verbesserten und viel verlässlicheren Reaktionszeiten. Wenn wir Zusagen treffen, dann halten wir die auch ein. Denn: Zum einen wissen wir genau, wie es um unsere Res-

11 11 Bleibt weiterhin analog: Der Mitarbeitereinsatzplan wird mit Steckkarten gepflegt, weil es für das Team so einfacher und praktikabler ist. ald GmbH Oswald sourcen bestellt ist und können treffsicherer planen. Und zum anderen verhindert die Technik, dass etwas in der Hektik des Tagesgeschäfts in Vergessenheit gerät. Bei den Kunden kommt unterm Strich vor allem eines an: das Gefühl, bei uns in den besten Händen zu sein. Was wird in Ihrem Betrieb überhaupt noch ohne elektronische Werkzeuge gemacht? Vieles! Aber wirklich nur noch Dinge, wo es bewusst einfach nicht anders gehen soll. So hängt in unserer Lagerhalle ein großer Einsatzplan. Dieser wird mit Steckkarten gepflegt. Im Grunde genommen ist das eine doppelte Buchführung, weil ich das auch alles im Computer sehen kann. Aber der große händische Plan ist einfach viel angenehmer zu pflegen für das Team. Außerdem versammeln wir uns morgens bei Dienstbeginn vor dem Plan. Dazu läute ich eine Glocke, die auch schon mein Vater geläutet hat. Wir besprechen dann am Plan kurz den Tag. Dann geht es rauf auf die Autos und raus zu den Baustellen. So hat das Tradition bei uns. Was sagt Ihr Team heute? Und was hat es vor der Umstellung auf elektronische Werkzeuge gesagt? Skepsis war am Anfang natürlich da. Für mich war klar, dass wir nur vorankommen, wenn alle an einem Strang ziehen. Deshalb war das Team zu jeder Zeit im Bilde über emastercraft und unsere Ziele. Als wir zum Beispiel die mobile Zeiterfassung über die Diensthandys eingeführt haben, gab es ein Teamevent. Gemeinsam haben wir ausprobiert und erklärt, wie die Stundenerfassung über das Handy erfolgen soll. In der ersten Woche nach der Einführung herrschte noch ein großes Durcheinander. Dann stellte sich ein Lerneffekt ein. Und auf einmal hat alles funktioniert. Sehr schön war es für mich, zu sehen, dass die Kollegen selbst mit Verbesserungsvorschlägen kamen. So haben wir das System immer weiter angepasst und genau so entwickelt, wie es sich das Team gewünscht hat. Heute will niemand mehr auf die mobile Zeiterfassung verzichten. Was wünschen Sie sich in Bezug auf emastercraft für die Zukunft? Wir sind schon insgesamt sehr weit, aber man kann vieles noch besser machen. Ein sehr wichtiger Punkt ist für mich dabei das Thema Sicherheit: Die Sicherheitsinformationen aus den Stammdaten auf die Diensthandys zu bringen, ist bereits ein guter Schritt. Aber: Vor kurzem hatte ich zum ersten Mal eine Datenbrille auf. Direkt kam mir die Idee, wie es wäre, hiermit auf einer Baustelle zu arbeiten. Eine Lösung, die den Kollegen vollautomatisch vor Augen führen würde, was bei der Verwendung von Werkstoffen und Materialien zu beachten wäre, klingt für mich heute schon sehr interessant.

12 12 emastercraft in der Praxis Pilotbetrieb Fritz Stenger GmbH Startschuss für emastercraft: In Workshops wurden die Grundlagen zur Einführung von mobilen Notizen und mobiler Zeiterfassung erarbeitet. Bauen mit Holz hat bei der Fritz Stenger GmbH Tradition. Das Familienunternehmen mit Sitz in Heimbuchenthal im Spessart wurde 1949 vom Großvater des jetzigen Inhabers gegründet. Heute ist aus dem Einmannbetrieb ein großes Unternehmen mit 30 Mitarbeitern geworden. Das Leistungsangebot der Firma: der Bau von schlüsselfertigen Einfamilien- Wohlfühlhäusern und Dachaufstockungen aus Holz. Das Erfolgsrezept: solides Zimmerei- und Holzbauhandwerk gepaart mit stets richtungweisenden intelligenten Produktionsverfahren. Moderne Computertechnik hat beim emastercraft-pilotbetrieb Fritz Stenger bereits Tradition. So werden die Holzhäuser am Computer mittels CAD-Programmen geplant und entsprechend CNC-gesteuert gefertigt. Keine Frage, dass auch die internen Abläufe und Prozesse bei Fritz Stenger auf den Millimeter genau abgestimmt sein sollen. Mit dem Ziel, die Durchlaufzeit und den Aufwand von Aufträgen zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Fritz Stenger GmbH Hauptstr Heimbuchenthal +49 (0) 6092 / (0) 6092 / fritzstenger.de Freuen Sie sich auf weitergehende und ausführlichere Informationen zum emastercraft-pilotbetrieb Fritz Stenger in der nächsten Praxisbroschüre! Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, ist der Traditionsbetrieb bei emastercraft mit von der Partie. Die besondere Herausforderung beim unterfränkischen Pilotbetrieb besteht im gewerkeübergreifenden Einsatz von Stammdatentools, Prozessstandards und elektronischen Werkzeugen von der Fertigung bis zum Ausbau. Los ging es mit der Einführung von mobiler Zeiterfassung und mobilen Notizen. Im Rahmen eines Workshops wurden die technischen und formalen Grundlagen gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt. Am ersten Tag standen die Mitschreibepakete für Büro- und Baustellenarbeit im Fokus. Gemeinsam mit den kaufmännisch-technischen Büromitarbeitern sowie den gewerblichen Führungskräften wurden die benötigten Bausteine definiert und auf die Handys übertragen. Nach Einführung und Schulung folgte eine 14-tägige Test- und Erprobungsphase: Das Büropersonal lernte die Stundenerfassung per Handy praktisch kennen, um später besser nachvollziehen zu können, wie Baustelle und Fertigung ihre Zeiten in Zukunft erfassen werden. Vorteile liegen auf der Hand Drei Wochen später fand ein halbtägiger Workshop mit den gewerblichen Mitarbeitern statt. Die Handys zur mobilen Stundenerfassung wurden ausgeteilt und das Team in die Bedienung eingewiesen. Ab sofort konnten alle Zeiten bequem per Tastendruck mit dem Mobiletelefon festgehalten werden. Heute liegen die Vorteile auf der Hand: Erfasste Stunden entsprechen immer exakt der Leistung. Die Zeit des groben Abschätzens und der Mitschrift von Hand ist vorbei. Der papierlose, durchgehend elektronische Informationsfluss zwischen Fertigung, Montage, Baustelle und Büro über das Diensthandy ist bei Fritz Stenger jedoch nur der Anfang: Elektronische Werkzeuge und Stammdaten sollen sich durch alle Abläufe und Prozesse des Betriebs ziehen. Eine weitgehend automatische, übergreifende und intelligente Steuerung ist das Ziel. Im Ergebnis sollen Optimierungspotenziale entlang der Wertschöpfungskette identifiziert und durch elektronische Werkzeuge intelligent erschlossen werden.

13 13 Ob auf dem Dach oder unterwegs: Die Mit arbeiter von Fritz Stenger erfassen im laufenden Arbeitsprozess ihre geleisteten Stunden und Tätigkeiten. Da sich alle Zeiten stets kontextbezogen auf die Arbeitspakete buchen lassen, erfolgt die weitere Bearbeitung in der Firma medienbruchfrei direkt am Computer. Interview mit Geschäftsführer Fritz Stenger Herr Stenger, warum engagieren Sie sich als Pilotbetrieb bei emastercraft? Jeder Handwerksunternehmer weiß es: Im eigenen Betrieb steckt an vielen Ecken jede Menge Verbesserungspotenzial. Doch wo soll man anfangen? An welchen Stellschrauben kann man drehen? emastercraft weist hier den Weg. Als emastercraft-pilotbetrieb leisten wir einerseits aufwendige Pionierarbeit, andererseits erhoffen wir uns Lösungen für unsere organisatorischen Handlungsfelder. Wo sehen Sie als Holzbaubetrieb Unterschiede bei der emastercraft-einführung auch im Hinblick auf die Malerbranche beziehungsweise die Adam Oswald GmbH? Grundlegend sind die Herausforderungen identisch, allerdings unterscheiden sich die Projektstrukturen. Als Anbieter von kompletten Häusern in Holzbauweise haben wir weniger, aber dafür größere Baustellen pro Jahr abzuwickeln. Das Produkt Einfamilienhaus besteht aus vielen kleinen Teilprojekten, die zudem Leistungen von anderen Gewerken beinhalten, wie zum Beispiel von Architekten oder Nachunternehmern. Das muss bei uns mit berücksichtigt werden. Welchen Nutzen möchten Sie aus emastercraft ziehen? Wir möchten unsere innerbetrieblichen Prozesse optimieren. Wer die eigenen Strukturen und Vorgänge im Betrieb genau kennt und elektronisch unterstützt, behält zu jeder Zeit die Kontrolle auch wenn Unvorhergesehenes passiert. Eine verbesserte Organisation freut am Ende des Tages Chef und Mitarbeiter, weil dadurch die allgemeine Arbeitszufriedenheit steigt. Statt aus dem Bauch heraus zu planen, wissen wir zu jeder Zeit ganz genau, wo wir stehen und was zu tun ist. Wie passen Handwerk und moderne Computersysteme à la emastercraft zusammen? Moderne Computersysteme und Handwerk passen mehr als gut zusammen. Die intelligente Vernetzung von Smartphones, Tablet-Computern und PCs bietet enorme Vorteile für den Austausch von Daten und Informationen. Clever eingesetzt kann Potenzial zur Optimierung von Arbeitsschritten zwischen Baustellen und Büro freigesetzt werden, was Prozesse verschlankt und Reibungsflächen minimiert. Was merken Ihre Kunden von emastercraft? Die Optimierung von Arbeitsprozessen minimiert Fehlerquellen und steigert zugleich die Produkt- und Servicequalität. Das kommt auch bei den Auftraggebern an. Bildlich gesprochen: Unsere Kunden sind begeistert und deshalb bereit, unseren Betrieb und unsere Arbeit weiterzuempfehlen so entstehen für uns nachhaltig Folgeaufträge.

14 14 emastercraft im Dialog: Das Plus an Zufriedenheit für Betrieb und Kunden Welche Vorteile bieten sich durch die Einführung von Stammdaten und elektronischen Werkzeugen? Wo liegen die Heraus forderungen bei der technischen Umsetzung? Und wie entwickelt sich die Bedeutung elektronischer Geschäftsprozesse in Zukunft? Diesen und weiteren Fragen haben sich Michael Heil, Projektkoordinator bei emastercraft, und Dr. Franz Büllingen, Abteilungsleiter Kommunikation und Innovation bei der WIK GmbH und Leiter der Begleitforschung des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital, gestellt. Warum sollte das Handwerk elektronische Werkzeuge und Stammdaten einsetzen? Michael Heil: Stammdatenmanagement, elektronische Geschäftsprozesse und mobile Werkzeuge reduzieren den Aufwand und die Durchlaufzeit von Aufträgen. Die Betriebe arbeiten produktiver, wirtschaftlicher und damit auch erfolgreicher. Reibungsverluste lassen sich reduzieren, alles läuft einfacher und schneller, was vor allen Dingen auch die Zufriedenheit im Betrieb, in der Fertigung und auf der Baustelle sowie den Spaß an der Arbeit erhöht. Dr. Franz Büllingen: Oft werden unternehmerische Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen. Mit dem Einzug eines Stammdatenmanagements werden erstmals alle betrieblichen Abläufe transparent und greifbar. Dank elektronischer Erfassung lassen sich Optimierungspotenziale über die gesamte Prozesskette identifizieren vom Einkauf über die Leistungserstellung bis hin zum Kundenservice. Wo liegt der Vorteil des Stammdatenmanagements speziell für Handwerksunternehmen? Michael Heil: Wer seine Stammdaten pflegt und managt, konserviert das Wissen seines Betriebs auch im Hinblick auf den demografischen Wandel. Darüber hinaus sind Stammdaten der Treibstoff, der in allen elektronisch organisierten Geschäftsprozessen steckt. Sie erleichtern Abläufe und unterstützen kontextbezogen sinnvoll jeden Arbeitsschritt ob im Büro oder auf der Baustelle. Welche Voraussetzungen sind für den Einsatz nötig? Michael Heil: Es müssen organisatorische und technische Grundlagen geschaffen werden. Auf Seite der Technik kommt es auf eine zukunftssichere Gesamtlösung an, die lokale Computerprogramme im Büro mit mobilen Anwendungen auf der Baustelle vernetzt. Was die Organisation des Betriebs betrifft, so ist ein exaktes Verständnis und ein ständiges Hinterfragen aller Prozesse und Abläufe notwendig. Nur so kann festgelegt werden, wie und wo elektronische Werkzeuge samt Stammdaten die Arbeit unterstützen. Darüber hinaus ist ein Paradigmenwechsel in den Köpfen der Unternehmer und Führungskräfte zwingend erforderlich. Denn die Betriebe haben die besten und kreativsten Mitarbeiter der Welt. Sie müssen an dieses Potenzial nur glauben, ihre Mitarbeiter bei der Einführung von ebusiness intensiv unterstützen und diese engagiert und vorbildlich mit den richtigen Informationen frühzeitig und vor allen Dingen möglichst rückfragefrei bedienen. Welche Investitionen sind erforderlich und wann rechnen sie sich? Michael Heil: Das ist sehr individuell, da die Ausgangslage in jedem Unternehmen eine andere ist. Aber: Um die Amortisierungszeit zu ermitteln, haben wir ein Kosten-Nutzen-Tool entwickelt, über das jeder Betrieb selbst die Probe aufs Exempel machen kann. Wie aufgeschlossen stehen Handwerk und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einem Thema wie emastercraft generell gegenüber? Dr. Franz Büllingen: Die mit einer solchen Umstellung, wie emastercraft sie bedeutet, verbundenen organisatorischen, kommunikativen und zeitlichen Herausforderungen sind sicherlich ein Hemmschuh für einige. Wie in jeder Branche gibt es aber Vorreiter, die auch bei vollen Auftragsbüchern über betriebliche Innovationen nachdenken und diese gezielt angehen.

15 15 Dr. Franz Büllingen, Abteilungsleiter Kommunikation und Innovation bei der WIK GmbH und Leiter der Begleitforschung des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital Michael Heil, Projektkoordinator bei emastercraft Michael Heil: Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Aber: Wer das Thema anpackt, wird schnell merken, welche Erleichterungen sich für alle im Betrieb bieten. Die Vorteile der Lösungen in den beiden emastercraft-pilotbetrieben sind alltäglich mess- und greifbar. Was kann das Handwerk von den Erfahrungen der emastercraft-pilotbetriebe lernen? Michael Heil: Die gewachsenen organisatorischen Strukturen zu verstehen und zu verändern, ist nicht leicht. Hier erfordert es viel Fingerspitzengefühl und auch eine gute Beratung. Ausschlaggebend für den Erfolg ist es, allen im Betrieb klar zu machen, wohin die Reise geht und auch sicherzustellen, dass jeder in die gleiche Richtung mitläuft. Dr. Franz Büllingen: Entscheidend ist in den meisten Fällen die frühzeitige Einbeziehung aller Mitarbeiter, der offene Dialog über zentrale Herausforderungen und Risiken und die Entwicklung von Perspektiven etwa mit Blick auf eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, sicherere Arbeitsplätze und höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz. grund von emastercraft die Bedeutung der Nutzung von elektronischen Geschäftsprozessen in Verbindung mit einem professionellen Stammdatenmanagement und ebusiness-standards zunehmen wird. Welche Wettbewerbsvorteile bieten sich den Unternehmen durch emastercraft? Dr. Franz Büllingen: Für die Auftraggeber sind Preiswürdigkeit, Qualität, Schnelligkeit und Service die entscheidenden Aspekte bei der Bewertung einer Handwerkerleistung. Werden die Prozesse der Leistungserbringung transparenter, kostengünstiger und schneller, profitieren die Kunden hiervon unmittelbar, was sich dann wiederum direkt auf die Marktstellung eines Betriebes positiv auswirkt. Zuletzt ein Blick in die Zukunft: Wie wird das Thema ebusiness in KMU und Handwerk in 20 Jahren aussehen? Michael Heil: Ich glaube, dass es bereits in fünf Jahren eine Seltenheit und Ausnahme sein wird, wenn ein Handwerksbetrieb ohne digitale Hilfsmittel oder ohne intelligente Assistenzsysteme in Form von digitalen Erfassungsgeräten auskommt. Welche Rolle spielen bereits etablierte ebusiness-standards bei emastercraft? Und wie entwickelt sich ihre Bedeutung in Zukunft? Dr. Franz Büllingen: Die Berücksichtigung der vorhandenen internationalen und nationalen Standards und Normen, wie beispielsweise SINFOS oder D&B, ist bei der Umsetzung essenziell, da sie die zentrale Schnittstelle zu den anderen Marktpartnern bilden. Dr. Franz Büllingen: Durch die konsequente Umsetzung hin zu einem sogenannten Master Data Management bleibt in KMU und Handwerk mehr Zeit, sich um die immer individuelleren Wünsche der Kunden zu kümmern, was in Zukunft von steigender Bedeutung sein wird. Mein Wunsch ist daher, dass KMU und Handwerk stärker noch als bisher den Kunden, seine individuellen Wünsche und seine Zufriedenheit in den Fokus ihrer Aktivitäten stellen. Michael Heil: Ich bin der festen Überzeugung, dass auch auf- Vielen Dank für das Gespräch!

16 16 Wer macht was? Die emastercraft-projektpartner starke Teile des großen Ganzen Institut für kybernetisches Planen und Bauen Das ikpb fördert Wissenschaft, Forschung und Bildung insbesondere der Planungs- und Baukybernetik. In dem Zusammenhang erforscht, entwickelt und verbreitet es systemorientierte Planungs- Organisations- und Managementmethoden zur Führung von komplexen Prozessen in der Baubranche. Das ikpb fördert und unterstützt gezielt Forschungsprojekte aus diesem Bereich. Dazu gehört auch emastercraft, das vom ikpb initiiert und koordiniert wird. Nach Abschluss des Projekts soll das Institut die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in Form von Informations- und Beratungsdienstleistungen in der Branche verbreiten. ikpb e.v. Hans-Leistikow-Straße (0) 561 / Kassel +49 (0) 321 / ikpb.de Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz repräsentiert als Fachverband die berufsständigen Interessen des Maler-und Lackiererhandwerks. Im Rahmen des emastercraft-projekts bringt der Verband die Anforderungen der Mitgliedsbetriebe in die Entwicklungsarbeit ein. Darüber hinaus organisiert und koordiniert er als Multiplikator Transferveranstaltungen für das Maler- und Lackiererhandwerk. Auf diese Weise wird das Know-how aus dem emastercraft-projekt in die breite (Fach-)Öffentlichkeit getragen. Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Gräfstraße (0) 69 / Frankfurt a. M. +49 (0) 69 / farbe.de msd malerstammdaten.de msd-malerstammdaten.de erstellt, liefert und pflegt konsistente Materialund Leistungsstammdaten für das Maler- und Lackiererhandwerk. Ziel ist es, Leistungs- und Materialstammdaten für die Betriebe herstellerunabhängig, -übergreifend und prozessorientiert zu erfassen, zu klassifizieren und über ebusiness-standards zur Verfügung zu stellen. Im Projekt emastercraft liefern die msd-malerstammdaten.de Know-how, um gemeinsam mit den anderen Partnern praxistaugliche Werkzeuge für effizientes Stammdatenmanagement und elektronische Geschäftsprozesse in Handwerksbetrieben zu entwickeln. Nach Abschluss des Projekts soll die msd-malerstammdaten. de die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in Form von Informationsund Beratungsdienstleistun gen in der Branche verbreiten. msd malerstammdaten.de UG (haftungsbeschränkt) Chauvignystraße (0) 6722 / Geisenheim +49 (0) 6722 / malerstammdaten.de Institut für Unternehmensführung Das Institut für Unternehmensführung wurde 1956 als Teil des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz ins Leben gerufen. Seither unterstützt es Unternehmen des Maler- und Lackiererhandwerks in allen Fragen der Unternehmensführung und -steuerung, der Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Produktivität. Im Rahmen von emastercraft steht es mit seinem 60-jährigen betriebswirtschaftlichen Branchen-Know-how aus der Praxis zur Seite. Nach Abschluss des Projekts soll das Institut die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in Form von Informations- und Beratungsdienstleistungen in der Branche verbreiten. Institut für Unternehmensführung Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Ferdinand-Porsche-Straße 16a +49 (0) 6182 / Seligenstadt +49 (0) 6182 / malerinstitut.de Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) Das Fraunhofer ITWM beantwortet Forschungsfragen aus der Wirtschaft mithilfe mathematischer Modelle und Simulationen. So beschäftigt sich das ITWM beispielsweise mit der Entwicklung von Modellen und Algorithmen zur Planung von optimierten Abläufen in Industrie und Dienstleistung. Bei emastercraft koordiniert das Institut die Abstimmung und Entwicklung des Kosten-Nutzen-Tools und der dazugehörigen Input-Informationen. Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) Fraunhofer-Platz (0) 631 / Kaiserslautern +49 (0) 631 / itwm.fraunhofer.de imc information multimedia communication Mit mehr als 3,5 Mio. Nutzern und über Kunden weltweit ist die IMC AG heute einer der führenden Full-Service-Anbieter im Bereich digitale Weiterbildung. Der elearning-spezialist unterstützt öffentliche Institutionen und Bildungseinrichtungen aller Branchen und Größen bei der Umsetzung maßgeschneiderter Bildungsprozesse. Im Projekt emastercraft liegt der Schwerpunkt der IMC AG auf der Konzeption und Entwicklung einer elearning-plattform. Das umfasst die anwendergerechte Redaktion und zielgruppenorientierte Aufbereitung von Lerninhalten sowie Support und Hilfe für die Nutzer. imc information multimedia communication AG Scheer Tower Uni-Campus Nord +49 (0) 681 / Saarbrücken +49 (0) 681 / im-c.de

17 17 Assoziierte Partner von emastercraft Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks Der bayerische Zimmererverband vertritt die Interessen der über die Zimmerer-Innungen und Fachgruppen Zimmerer angeschlossenen Mitgliedsbetriebe. Der Verband bietet Unterstützung in den Bereichen Berufsausbildung, Betriebstechnik sowie Berufsausführung und Unternehmensführung. Als assoziierter Partner lässt der Verband die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitglieder in die Entwicklungsarbeit der prototypischen Werkzeuge und Prozesstools von emastercraft einfließen. Außerdem werden landesweite Informations- und Transferveranstaltungen organisiert, um die Ergebnisse von emastercraft zu veröffentlichen und zu verbreiten. Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks Eisenacher Straße (0) 89 / München +49 (0) 89 / zimmerer-bayern.com Holzbau Deutschland - Institut e.v. Holzbau Deutschland und seine 17 Landesverbände setzen sich für einen leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Holzbau in Deutschland ein. Der Verband vertritt den Berufsstand nach außen. Er fördert die Betriebe in ihrer fachlichen Praxis und unterstützt sie in allen für das Zimmererhandwerk wichtigen Gebieten. Als assoziierter Partner wird das Institut das Projekt emastercraft konstruktiv begleiten und den bundesweiten Transfer der Projektergebnisse in das Zimmerer- und Holzbaugewerbe übernehmen. Auf diesem Wege werden die Projektergebnisse allen Landesinnungsverbänden und den angeschlossenen Bildungseinrichtungen vermittelt. Holzbau Deutschland - Institut e.v. Kronenstraße (0) 30 / Berlin +49 (0) 30 / institut-holzbau.de Immer gut informiert Alle News zu emastercraft jederzeit und überall Sie möchten am Ball bleiben? Kein Problem! emastercraft informiert Sie gern. Nachrichten zu Veranstaltungen und Vorträgen, Terminen und Technik, Entwicklungen in den Pilotbetrieben, Messeteil nahmen oder Webinaren bekommen Sie von uns stets aktuell geliefert. Abonnieren Sie unseren Newsletter! Unser E-Newsletter zielt frisch recherchiert direkt auf Ihren Posteingang. Einmal monatlich versorgt er Sie mit allen Informationen abwechslungsreich zusammengestellt und natürlich vollkommen kostenlos. Ihr Abonnement können Sie zudem jederzeit widerrufen. Wir würden uns freuen, Sie zum Kreis unserer Leserschaft dazuzählen zu dürfen! Zwitschern Sie mit uns auf Twitter! Egal, was bei emastercraft passiert, auch auf Twitter bleiben Sie mit uns immer auf dem Laufenden. Als Follower entgeht Ihnen kein Tweet aus der Projektzentrale. Gehören Sie zu den Mikrobloggern? Dann folgen Sie uns auf Twitter! Liken Sie unsere Seite auf Facebook! Auch beim Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken hat sich emastercraft sein Revier klar abgesteckt. Aber: Sie müssen für keine Information auf die Pirsch gehen. Als Freundin oder Freund unserer Seite können wir Ihnen alle Nachrichten ganz bequem in die eigene Timeline posten. Wir freuen uns, wenn auch Ihnen unsere Seite gefällt! Surfen Sie vorbei auf unserer Website! Auch über unsere Website bleiben Sie am Puls des Geschehens. Von hier aus haben Sie zudem Zugriff auf alle von uns angebotenen emastercraft- Infoservices. Ein Besuch lohnt sich also doppelt!

18 18 Was bedeutet was? Fachbegriffe aus der emastercraft-welt einfach erklärt Baukybernetik Begründer und Namensgeber der Baukybernetik ist Heinz Grote. Als Erfinder des Systems für kybernetische Organisation, Planung und Führung (K.O.P.F.-System) und als Gründungsmitglied des Instituts für kybernetisches Planen und Bauen e.v. hat Grote einen großen Beitrag zur Verbreitung der kybernetischen Methoden in der Bau- und Ausbauwirtschaft geleistet. Worum geht es bei Baukybernetik konkret: Die Baukybernetik ermöglicht zielgenaues Führen durch Selbststeuerung und Selbstorganisation, indem Methoden angewendet werden, die die Zielerreichung durch Selbstbeeinflussung herbeiführen (siehe auch Kybernetik). CRM / Customer Relationship Management Das Customer-Relationship-Management (CRM) beschreibt ein System zur Pflege und Verwaltung von Kundenbeziehungen. Zumeist versteht man darunter eine computergestützte Datenbank, in der alle relevanten Kundendaten erfasst sind. Neben den Kundendaten werden auch Kundenkontakte datiert, sodass jederzeit ersichtlich ist, wann wer auf welchem Weg mit einem Kunden gesprochen hat. Datenbruch / datenbruchfrei Damit sich Daten automatisiert elektronisch austauschen lassen, müssen alle Computer symbolisch ausgedrückt die gleiche Sprache sprechen. Ein Datenbruch liegt dann vor, wenn digital codierte Informationen erst von Hand in die richtige Sprache übersetzt werden müssen, um sie automatisch weiterverarbeiten zu können. Abhilfe schafft der verbindliche Einsatz von Standards für den elektronischen Datenverkehr. Auf diese Weise können Datenbrüche vermieden, der an den digitalen Schnittstellen entstehende Mehraufwand reduziert und die Fehleranfälligkeit gesenkt werden. Elektronische Geschäftsprozesse / ebusiness Werden Arbeitsschritte und -vorgänge innerhalb eines Unternehmens automatisiert über Computer und Software organisiert und ausgeführt, spricht man von elektronischen Geschäftsprozessen. Die sich daraus ergebenden Vorteile liegen auf der Hand: Dank elektronischer Steuerung laufen Prozesse reibungsloser und effizienter ab. Zudem ist es möglich, Geschäftsvorgänge zwischen mehreren Firmen auch übergreifend elektronisch abzuwickeln (wie beispielsweise die Materialbeschaffung). Dabei kommen Schnittstellen und ebusiness-standards zum Einsatz, die einen durchgängig elektronischen Datenaustausch mit externen Partnern ermöglichen. ERP / Enterprise Resource Planning Unter Enterprise-Resource-Planning kurz ERP versteht man den möglichst effizienten Einsatz aller Ressourcen

19 19 Abläufe und Prozesse. Darüber hinaus erlaubt der standardisierte Datenaufbau auch den Austausch mit externen Marktpartnern wie zum Beispiel Lieferanten. Auf diese Weise können Material- und Leistungsstammdaten entlang aller Wertschöpfungsketten zum Einsatz kommen und zur Prozessoptimierung beitragen. (Kapital, Personal und Betriebsmittel) eines Unternehmens über spezielle Steuerungssoftware und -hardware (sog. Branchenlösung ). Grundlage für die erfolgreiche Nutzung von ERP-Systemen sind optimierte Geschäftsprozesse. IKT / Informations- und Kommunikationstechnologien IKT steht als Abkürzung für Informationsund Kommunikationstechnologien. Unter dem Begriff lassen sich Technologien und Geräte zusammenfassen, mit denen sich Informationen gewinnen und digital verarbeiten lassen (wie zum Beispiel Computer, Tablets oder Smartphones). IT / Informationstechnik Als Oberbegriff beschreibt IT beziehungsweise Informationstechnik alle Soft- und Hardware-Elemente zur elektronischen und computerisierten Verarbeitung von Informationen (siehe auch IKT). Kybernetik Der Begriff wurde geprägt vom amerikanischen Mathematiker Norbert Wiener ( ). Das Wort ist seinem Ursprung nach dem Griechischen entlehnt ( kybern tik = deutsch Steuermannskunst ). Kybernetik ist die Wissenschaft vom Steuern und Regeln. Dazu werden Systeme verschiedenster Art auf selbsttätige Regelungs- und Steuerungsmechanismen hin untersucht (beispielsweise biologische, technische oder soziologische). Material- und Leistungsstammdaten Standardisierte Material- und Leistungsstammdaten dienen im Handwerk u. a. zur Beschreibung aller Materialien und Leistungen, die zum Beispiel auf einer Baustelle eingesetzt werden. Als Grunddatensatz übernehmen sie eine wichtige Rolle innerhalb eines Betriebs. Im Sinne einer gemeinsamen Sprache durchziehen diese Stammdaten alle internen Medienbruch / medienbruchfrei Wenn ein mit der Hand ausgefüllter Zettel (= auf Papier) für die weitere Bearbeitung am Computer (= digital) abgetippt wird, spricht man von einem Medienbruch (Papier digital). Die Vermeidung von Medienbrüchen reduziert den an physischen Schnittstellen entstehenden Mehraufwand und senkt die Fehleranfälligkeit. Medienbruchfrei ist ein Vorgang, wenn Informationen durchgängig nur mit einem Medium erfasst, bearbeitet und weiterverarbeitet werden. Wertschöpfungskette Die Wertschöpfungskette stellt alle Stufen der Produktion als systematisch ablaufende Aneinanderreihung von Tätigkeiten dar. In jedem Herstellungsschritt wird der Wert des fertigen Produkts durch den Einsatz von Ressourcen gesteigert. Alle Stufen der Fertigung sind dabei in einem komplexen, übergreifenden Gesamtprozess miteinander organisiert angefangen beim Lieferanten, über den Hersteller bis zum Endkunden.

20 20 Impressum Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt Institut für kybernetisches Planen und Bauen e.v. Michael Heil Vorstand und Projektkoordinator emastercraft Projektzentrale emastercraft im DFKI Trippstadter Straße Kaiserslautern e-mastercraft.de Produktion & Realisation Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH Objektleitung: Nils Klute Redaktion: Nils Klute, Ralf Wiegand Postfach Köln iwconsult.de Stand: September 2014, 1. Auflage Layout: Medienrausch, Köln Bildnachweise Titelseite: Ingo Bartussek / Fotolia.com Seite 4: gpointstudio / Shutterstock.com Seite 7-11: Adam Oswald GmbH, Nils Klute Seite 12-13: Fritz Stenger GmbH Seite 18-19: Goodluz / Shutterstock.com

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