1. IT-Grundschutztag Data Loss Prevention

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1 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH 1. IT-Grundschutztag 2012 Data Loss Prevention Dr. Detlef Zimmer Bonn, 09. Februar 2012 GmbH 2012 S. 1,

2 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 2,

3 Begriffsbestimmung und Einordnung Data Loss Prevention / Data Leak Prevention / Data Leakage Prevention (DLP): Schutz gegen den unerwünschten Abfluss von sensiblen Informationen DLP ist keine neue Thematik DLP ist ein Kernthema der Informationssicherheit, insbesondere in Bezug auf den Grundwert Vertraulichkeit, aber auch die Grundwerte Verfügbarkeit und Integrität können betroffen sein. DLP ist in der jüngsten Vergangenheit durch medienwirksame Vorfälle (z.b. CD s mit Steuersünderdaten) in das Interesse der Bevölkerung und der Unternehmensleitungen gerückt. Der Gesetzgeber hat auf die Vorfälle mit Gesetzesänderungen reagiert (2-te BDSG-Novelle, insbesondere 42a Datenpannen -Paragraph zur Informationspflicht und Strafgesetzbuch) GmbH 2012 S. 3,

4 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 4,

5 Reaktion des Gesetzgebers durch die zweite BDSG-Novelle (1) Zweite BDSG-Novelle ist am in Kraft getreten Informationspflicht bei unrechtmäßiger Kenntniserlangung personenbezogener Daten ( 42a BDSG): Unternehmen sind verpflichtet, dass sie einen entdeckten Abfluss von bestimmten personenbezogenen Daten (z. B. den besonderen personenbezogenen Daten oder Informationen zu Bank und Kreditkarten) unverzüglich - der zuständigen Aufsichtsbehörde sowie - den Betroffenen mitteilen. Vorraussetzung für die Mitteilung: Wenn schwerwiegende Beeinträchtigungen für die Rechte oder schutzwürdigen Interessen der Betroffenen drohen. Zeitpunkt der Mitteilung: Sobald angemessene Maßnahmen zur Sicherung der Daten ergriffen worden sind oder nicht unverzüglich erfolgt sind und die Strafverfolgung nicht mehr gefährdet wird. GmbH 2012 S. 5,

6 Reaktion des Gesetzgebers durch die Zweite BDSG-Novelle (2) Katalog vertraglich (schriftlich) zu regelnder Mindestinhalte einer vertraglichen Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung zzgl. erweiterter Kontroll- und Dokumentationspflichten des Auftraggebers ( 11 (2) BDSG; Auszug): die bestehenden Pflichten des Auftragnehmers, insbesondere die von ihm vorzunehmenden Kontrollen, die Kontrollrechte des Auftraggebers und die entsprechenden Duldungsund Mitwirkungspflichten des Auftragnehmers, mitzuteilende Verstöße des Auftragnehmers oder der bei ihm beschäftigten Personen gegen Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten oder gegen die im Auftrag getroffenen Festlegungen, der Umfang der Weisungsbefugnisse, die sich der Auftraggeber gegenüber dem Auftragnehmer vorbehält, GmbH 2012 S. 6, die Rückgabe überlassener Datenträger und die Löschung beim Auftragnehmer gespeicherter Daten nach Beendigung des Auftrags.

7 Strafgesetzbuch 202a Ausspähen von Daten 202b Abfangen von Daten 202c Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten 203 Verletzung von Privatgeheimnissen 263a Computerbetrug 303a Datenveränderung 303b Computersabotage GmbH 2012 S. 7,

8 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 8,

9 Beispielfall (1) Kreditkartendatenklau in größerem Umfang im Herbst 2009 Beteiligte Unternehmen: Diverse Banken Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard Spanischer Kartendienstleister Sermepa Hohe Anzahl an Kreditkarten musste umgetauscht werden Allein in Sparkassenfinanzgruppe wurden mehr als Karten mit einem Schaden von mehr als 1 Mio. umgetauscht Datenleck unklar und nicht nachweisbar (zumindest in der Außendarstellung) Kostenverteilung unklar: Der größte Anteil wurde vermutlich von den Banken getragen GmbH 2012 S. 9,

10 Beispielfall (2) Reaktion der Beteiligten teilweise sehr unprofessionell: In manchen Fällen wurden Kreditkarten gesperrt, ohne vorab die Kunden hierüber zu informieren Die Direktorin des Kartendienstleister Sermepa für Kommunikation, Rosa Ovejero, erklärte: Wir können ausschließen, dass es zu einem Datenverlust in unserem System gekommen ist. Fingerpointing GmbH 2012 S. 10,

11 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Mögliche präventive Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 11,

12 Risikofaktoren (1) Sensitivität von Informationen Faktoren, die die Zugriffsmöglichkeiten beeinflussen: Zugriffsrechte: - Umsetzung des Need-to-Know-Prinzips / Least-privilege-Prinzips (s. MaRisk AT 7.2 und MaComp AT 6.2) - Berücksichtigung der Zugriffsrechte auf allen IT-Architekturebenen Datenformat: - Standardformate - Proprietäre Formate - Verschlüsselte Daten GmbH 2012 S. 12,

13 Risikofaktoren (2) Faktoren, die die Zugriffsmöglichkeiten beeinflussen (Forts.): Datenredundanzen Datenvolumen / Kumulation Zugriffswege - Vernetzung der Systeme / Abschottung der Systeme - Schnittstellen - Zutrittsschutz Sensibilisierung GmbH 2012 S. 13,

14 Risikofaktoren (3) Datenkopierbarkeit / Datenvervielfältigung: Sich merken Abschreiben Abfotografieren Ausdrucken Auf mobile Datenträger kopieren Über das Netz kopieren bzw. per verschicken Erkennbarkeit / Nachvollziehbarkeit des Datenabflusses: Protokollierung Auswertung Verfolgung von Auffälligkeiten (z.b. Kundenabwanderungen) Forensik Zusammenarbeit mit Betriebsrat und Datenschutzbeauftragten GmbH 2012 S. 14,

15 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 15,

16 Vorgehensmodell Bestandsaufnahme: Klassifizierungsschema für Sensitivitätsstufen festlegen Daten Sensitivitätsstufen zuordnen Daten Lokalisieren Risikobewertung: Relevanz von Risikofaktoren bestimmen und bewerten Risikobewertung Maßnahmen: SIZ-DLP-Maßnahmenliste anpassen Maßnahmen auswählen GmbH 2012 S. 16,

17 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 17,

18 Vorbeugende Maßnahmen: Beispiele (1) Organisatorische Richtlinien: Rolle Datenowner und seine Aufgaben festlegen Allgemeine Regelungen / Arbeitsanweisungen erstellen, wie z.b.: - Mobile Datenträger sind grundsätzlich zu verschlüsseln - Aufgeräumte Schreibtische und Büros - Dokumente sollten so aufbewahrt werden, dass Unbefugte keinen Einblick erhalten - Regelmäßiges Löschen des elektronischen Papierkorbes - In öffentlichen Bereichen (Bahnhof, Flugzeug, Zug, Wartehalle, etc.) ist grundsätzlich Vorsicht geboten beim Austausch oder beim Verarbeiten von unternehmenseigenen oder kundenspezifischen Informationen (persönliches Gespräch, Telefonat, Arbeit am Bildschirm). Sensitivitätsstufen mit entsprechenden Handlungsanweisungen zu den Themen Zugriff, Übertragungswege, Ablage, Kopieren, Druck und Vernichtung definieren Sensibilisierung für DLP GmbH 2012 S. 18,

19 Vorbeugende Maßnahmen: Beispiele (2) Zugriffsrechte auf ein Minimum einschränken: Prinzip least privilege auf allen Architekturebenen verfolgen Verschlüsselung: Verschlüsselte Ablage Verschlüsselte Kommunikation Datenredundanzen vermeiden Zugriffswege einschränken: Schnittstellen reduzieren Netzzugang restriktiv konfigurieren Verwendung von Aufzeichnungsgeräten und mobilen Speichermedien unterbinden / einschränken Ausdruckbarkeit von sensiblen Dokumenten unterbinden / einschränken Berücksichtigung des Themas DLP bei der IT-Sicherheitsarchitektur DLP-Produkt einsetzen GmbH 2012 S. 19,

20 Erkennende Maßnahmen: Beispiele Protokollierung und Auswertung von Datenzugriffen auf allen Architekturebenen Einsatz von Content-Scannern für und Web Konfiguration der Content Scanner: Größenbeschränkung für zu übermittelnde Dokumente / Datenströme Sensible Schlüsselwörter Sensible Datenformate Konfiguration der URL-Filter: Restriktive Freischaltung von notwendigen und vertrauenswürdigen Domänen GmbH 2012 S. 20,

21 Reagierende Maßnahmen: Beispiele Prozess Sicherheitsvorfallbearbeitung um das Szenario DLP erweitern bzw. anpassen, insbesondere: Forensik berücksichtigen Ursache für den Vorfall ermitteln Beweise über den Vorfall (gerichtsverwertbar) zusammenstellen Schwachstelle im Rahmen des Problemmanagements nachhaltig schliessen Betroffene Kunden und Partner ermitteln Schadensminimierende Maßnahmen ergreifen (z.b. Kreditkarten sperren bei einer Kompromittierung von Kreditkarten) Richtlinien für die Kommunikation mit betroffenen Kunden, Partnern, Behörden, Aufsichtsbehörden, Kriminalämter und Medien festlegen GmbH 2012 S. 21,

22 INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Begriffsbestimmung / Einordnung Gesetze Beispielfall Risikofaktoren Vorgehensmodell Maßnahmen Zusammenfassung GmbH 2012 S. 22,

23 Zusammenfassung DLP ist ein Kernthema der Informationssicherheit und wird unter dem Grundwert Vertraulichkeit adressiert DLP ist nicht neu, ist aber in jüngster Vergangenheit vermehrt in den Fokus des Managements gerückt Bevor DLP-Maßnahmen in großem Umfang umgesetzt werden, sollte eine Risikoanalyse durchgeführt werden Insbesondere über den Einsatz eines DLP-Produktes sollte nur nach einer Kosten/Nutzen-Analyse entschieden werden I. d. R. existieren eine Reihe anderer, wirksamer, aber weniger kostenintensiver Maßnahmen GmbH 2012 S. 23,

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH Dr. Detlef Zimmer Diplom-Informatiker INFORMATIKZENTRUM DER SPARKASSEN- ORGANISATION GMBH CISM, CISA, CISSP, zertifizierter SAP NetWeaver Security Consultant, lizenzierter ISO Auditteamleiter auf Basis von IT-Grundschutz, akkreditierter Qualitätssicherungsprüfer der IT-Revision Simrockstr Bonn Telefon: +49 (228) Telefax: +49 (228) Internet: GmbH 2012 S. 24,

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