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1 Ausblick 2015 DEZEMBER 2014 SONDER- THEMA Standort Österreich: Heimische Unternehmen Erfahrungen und Pläne. Optimismus: Fünf gute Gründe, positiv ins Jahr 2015 zu blicken. Geldanlage: Aktien, Anleihen, Gold oder Erdöl? Chancen und Risiken. Fotolia

2 Volle Kraft voraus! INTERVIEWS. Bank exklusiv hat renommierte österreichische Unternehmen von Weltruf nach ihrer Strategie, ihren Plänen für das kommende Jahr und zum Standort Österreich befragt. Die Statements zeigen: Optimismus ist Trumpf! Die AT&S ist bereits heute Europas größter Leiterplattenhersteller und einer der führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten. DI Andreas Gerstenmayer, CEO von AT&S, über geplante Auslandsinvestitionen im Jahr 2015: Der Investitionsfokus liegt auf dem im Bau befindlichen Werk für IC-Substrate in Chongqing, China, als Vorbereitung für unseren nächsten Wachstumsschritt im Hightech-Segment. Wir investieren dort in Summe rund 350 Mio. Euro (exklusive Anlaufkosten) bis 2016 und tätigen weitere Investitionen in technologische Upgrades in bestehenden Werken. die Rahmenbedingungen am Standort Österreich: Um hier in Österreich dauerhaft attraktive, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, ist es höchste Zeit, dringende strukturelle Reformen anzupacken, um die Zukunft des Standorts abzusichern. Das betrifft die Bereiche Verwaltung, Steuerlast und Lohnkosten ebenso wie die Ausbildung. Die Folgen der Reformverzögerung sind bereits massiv spürbar. Für Investoren ist der Standort aufgrund der hohen Steuerbelastung und des unfreundlichen Klimas gegenüber dem Kapitalmarkt zunehmend unattraktiv. seine Botschaft, die er heimischen Unternehmen mit auf den Weg geben möchte: Ich möchte die heimischen Unternehmen ermutigen, Innovations- und Wachstumsimpulse zu setzen. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Besonders in Anbetracht des herausfordernden und dynamischen globalen Umfelds ist es wichtig, dass wir den Anschluss bei den Zukunftsthemen nicht verlieren. Wir können langfristig nur dann erfolgreich bleiben, wenn wir in Innovation und Bildung investieren. AT&S AT&S: Dringend strukturelle Reformen anpacken Rosenbauer Rosenbauer: Wir agieren auf einer sehr guten Basis Rosenbauer zählt zu den weltweit führenden Herstellern für Feuerwehrtechnik im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz. Dr. Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer, über seine Erwartungen für das Jahr 2015: Wir sind sehr gut ausgelastet und gehen mit positiven Erwartungen in das Jahr 2015, wenngleich wir externe Marktrisiken in unseren Planungen berücksichtigen müssen. Darüber hinaus müssen wir dem Faktor Kosten besonderes Augenmerk schenken, da die allgemeinen Parameter des Wirtschaftsstandortes Österreich sich verschlechtern und wir danach trachten müssen, diesen Umstand auszugleichen. geplante Auslandsinvestitionen im Jahr 2015: Das Auslandsgeschäft wird definitiv weiter forciert. Wir sind gerade dabei, unsere internationalen Standorte auf- und auszubauen, und werden die Investitionen hier fortsetzen. die Rahmenbedingungen am Standort Österreich: Zufrieden in Österreich bin ich mit dem sozialpolitischen Umfeld und mit der immer noch hohen Facharbeiterqualifikation. Auch die effizienten Zulieferstrukturen und die Infrastruktur in Österreich sind sehr gut. Wir müssen allerdings am Erhalt und der Verbesserung gerade was den Bereich Bildung oder IT-Infrastruktur anlangt arbeiten. seine Botschaft, die er heimischen Unternehmen mit auf den Weg geben möchte: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir auf sehr hohem Niveau agieren. In Österreich kann man aufgrund großer Effizienz, starker Nachfrage und stabiler Rahmenbedingungen auf eine sehr gute Basis bauen. Auch wenn man vielfach über zu hohe Steuern oder falsche Industriepolitik klagt, haben wir hier eine Situation, von der viele andere Länder weit entfernt sind. 2 Bank exklusiv für Firmenkunden

3 ams AG ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Unterpremstätten in der Steiermark. Mag. Michael Wachsler-Markowitsch, CFO, über seine Erwartungen für das Jahr 2015: Wir erwarten nach einem Rekordjahr ein noch besseres Jahr Das liegt zum einen an uns selbst wir haben in den letzten Jahren sehr viel dafür getan, dass wir erfolgreich sind, aber auch an der an Schwung gewinnenden Konjunktur. Wir denken, dass wir langfristig gut aufgestellt sind. Investitionen in den Bereich F&E bzw. in Mitarbeiter im Jahr 2015: Wir wollen jährlich zwischen 16 und 18 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren. Darüber hinaus sind wir permanent im internationalen Umfeld auf der Suche nach hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weil wir diese in Österreich nicht ausreichend finden. seine Botschaft, die er heimischen Unternehmen mit auf den Weg geben möchte: Jeder, der kann, sollte seinen Horizont erweitern und nach außen schauen. Es gibt weltweit so viele Geschäftsmöglichkeiten, die man einfach nutzen sollte. Gerhard Langusch ams AG: Den Horizont erweitern Die weltweit tätige voestalpine-gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten. Mag. Peter Felsbach, Pressesprecher der voestalpine AG, über geplante Auslandsinvestitionen im Jahr 2015: Der voestalpine-konzern verfolgt eine konsequente Internationalisierungsstrategie und investiert im laufenden Geschäftsjahr rund 1 Mrd. Euro, vor allem in Europa, Asien und den USA. Der globale Wachstumskurs mit Fokus auf die Zukunftsmärkte Mobilität und Energie wird intensiv weiterverfolgt, um den außereuropäischen Umsatzanteil bis 2020 auf etwa 40 Prozent zu erhöhen. seine Botschaft, die er heimischen Unternehmen mit auf den Weg geben möchte: Österreich verfügt über eine Reihe von Hidden Champions, die sich auf hoch anspruchsvolle Nischen spezialisiert haben und gegenüber ungleich größeren Mitbewerbern durch Technologie, Innovation und Qualität punkten. Diese Fähigkeit, spezifisch auf Marktbedürfnisse einzugehen, sollte auch 2015 weiter in Österreich forciert und ausgebaut werden. Martin Eder voestalpine: Auf Marktgegebenheiten eingehen im blickpunkt Helmut Bernkopf, Vorstand Privat- & Firmenkunden der Bank Austria Erfolgreich trotz Gegenwind Die nebenstehenden Statements zeigen, dass die österreichische Wirtschaft trotz mancher administrativer und steuerlicher Hürden ein Erfolgsmodell ist. Der Erfolg ihrer Kundinnen und Kunden steht auch für die Bank Austria im Mittelpunkt. Sie sieht ihre Aufgabe darin, diesen als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Bedürfnisse, die sich in letzter Zeit sehr verändert haben. Die Bank Austria hat mittlerweile Kundinnen und Kunden, die ihre Bankgeschäfte überwiegend online erledigen, und bereits über , die Banking mit Apps im MobileBanking auf dem Smartphone durchführen. Mit der Ausweitung des Multikanal- Bankings auf Firmenkunden verknüpft sie auch für diese den Komfort einer Online-Bank mit der Kompetenz einer klassischen Beraterbank. Mit der Ausweitung des Multikanal-Bankings wird der innovative Multikanalansatz auch auf die Bedürfnisse von kleineren und mittleren Unternehmen bzw. Freiberuflern abgestimmt. Damit geht die Bank Austria einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Business-Bank für das 21. Jahrhundert. Nick Albert Bank exklusiv für Firmenkunden 3

4 Es wird schon wieder! PROGNOSE. Nach einem Miniwachstum von 0,2 Prozent 2014 sollte sich die Wirtschaft in Österreich 2015 wieder etwas beleben, 2016 wird es noch etwas mehr sein. Österreich braucht allerdings ein neues Wachstumsmodell, so Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Fotolia Die Hoffnung auf ein spürbares Wirtschaftswachstum 2014 ist geplatzt. Wir gehen für 2014 von einem Miniwachstum von 0,2 Prozent in Österreich aus. Damit ist der Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum verloren gegangen, betont Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Während der Euroraum im Jahr 2014 nämlich mit einem geschätzten BIP-Anstieg um 0,8 Prozent auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist, weist Österreich in den ersten drei Quartalen mit einem Plus um 0,4 Prozent im Jahresvergleich eine der geringsten Wachstumsraten im Euroraum auf. Nur Frankreich, Finnland und Italien liegen noch weiter zurück. In Deutschland war der BIP-Anstieg mit 1,6 Prozent viermal so hoch wie in Österreich. Hinter dem flauen Wachstum in Österreich steht zu einem geringen Teil eine schwache Inlandsnachfrage, viel mehr ist der Außenhandel belastet: Der Export wird vor allem durch die träge Nachfrage aus Italien, den mittel- und osteuropäischen Ländern und Russland belastet. In Länder, die sich in einer konjunkturell günstigeren Lage befinden und eine entsprechend stärkere Importnachfrage entwickeln, wie China, Großbritannien, die USA oder die Schweiz, expandieren die österreichischen Exporteure dagegen weiter. In den mittel- und osteuropäischen Ländern entwickelt sich ein nachhaltigeres, ausbalancierteres Wachstumskonzept dauerhaft schwächere Importdynamik ist die Folge. Damit verliert Österreich zukünftig die Basis für den Wachstumsvorsprung gegenüber dem Euroraum. Daher ist es an der Zeit, Österreichs Exportwirtschaft neu auszurichten sowie vermehrt Gewicht auf die Inlandsnachfrage zu legen, um nicht dauerhaft hinter die Wachstumsraten im Euroraum zu fallen. Fünf gute Gründe für mehr Wachstum 2015 Die österreichische Wirtschaft fährt mit angezogener Handbremse ins neue Jahr, doch die Hoffnung lebt: Wir gehen davon aus, dass verbesserte Rahmenbedingungen 2015 die Voraussetzung für eine allmähliche Konjunkturaufhellung schaffen, meint Bruckbauer. Mit 0,7 Prozent wird das Wirtschaftswachstum 2015 jedoch weiterhin nur träge ausfallen und auch für 2016 wird die österreichische Wirtschaft mit einem Anstieg des BIP um 1,5 Prozent ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Während im Euroraum die Arbeitslosenquote gesunken ist, stieg sie 2014 in Österreich auf 5 Prozent nach Eurostat an. Für 2015 erwartet Bruckbauer einen weiteren Anstieg auf 5,1 Prozent bzw. 8,6 Prozent gemäß der nationalen Methode, ist jedoch optimistisch, dass in der zweiten Jahreshälfte 2015 eine Trendwende einsetzt. Nach unserer Ansicht gibt es zumindest fünf gute Gründe, warum 2015 besser werden wird als 2014, ist Bruckbauer überzeugt: USA führt Wachstum 1 der Weltwirtschaft an Zum Ersten wird die globale Wirtschaft 2015 mehr Unterstützung bieten. Die Wachstumsaussichten für die US- Wirtschaft sind mit einem BIP-Anstieg 4 Bank exklusiv für Firmenkunden

5 von 3 Prozent sehr robust und auch die Erholung der europäischen Wirtschaft, angetrieben von Deutschland, setzt sich geringfügig schwungvoller fort, so Bruckbauer. Zudem weisen die Vorzeichen darauf hin, dass die italienische Wirtschaft mit einem BIP-Anstieg von 0,5 Prozent ein moderates Wachstum erreichen kann. Haushaltssanierung im 2 Euroraum fast abgeschlossen Zum Zweiten ist nach den großen Anstrengungen im Euroraum zur Konsolidierung der Staatsfinanzen mittlerweile keine Sanierung der öffentlichen Haushalte mehr nötig. Während 2010 bis 2013 die Budgets um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte des BIP zurückgefahren wurden, ist für 2014 und 2015 nur noch eine Anpassung um 0,15 Prozentpunkte geplant. Das bedeutet, dass sich,automatisch ein positiver Nachfrageeffekt von fast einem Prozentpunkt des BIP in Europa ergibt, so Bruckbauer. Schwächerer Euro bringt 3 Wettbewerbsvorteil Zum Dritten wird der schwächere Euro der heimischen Exportwirtschaft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Im Jahresdurchschnitt 2015 wird der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar mit 1,18 um mehr als 10 Prozent tiefer als im Jahr 2014 sein. Daraus ergibt sich ein positiver Wachstumseffekt von mehr als 0,3 Prozentpunkten für 2015 in Österreich. Pepo Schuster Billigeres Öl senkt 4 Inflation 2015 spürbar Zum Vierten ist angesichts der weltweit geringeren Nachfragedynamik und des Angebotsüberhangs durch die gesteigerte Ölförderung in den USA davon auszugehen, dass Rohöl zumindest bis Mitte nächsten Jahres günstig bleibt, sodass es mit durchschnittlich 75 US- Dollar pro Barrel um 25 Prozent billiger ist als In Euro ergibt sich trotz der Wechselkursänderung eine Verbilligung um 15 Prozent, die auf die Preise durchschlagen wird und für Österreich einen positiven Wachstumseffekt von rund 0,2 Prozentpunkten im Jahr 2015 erwarten lässt. Zudem erspart sich jeder österreichische Haushalt durch den niedrigeren Ölpreis im kommenden Jahr rund 150 Euro. Der niedrigere Ölpreis wird die heimische Inflationsentwicklung insbesondere in der ersten Für Österreich ist es an der Zeit, seine Exportwirtschaft regional neu auszurichten sowie vermehrt Gewicht auf die Inlandsnachfrage als Wachstumsträger zu legen, um nicht dauerhaft hinter die Wachstumsraten im Euroraum zu fallen. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria Jahreshälfte 2015 spürbar dämpfen. Nach durchschnittlich 1,6 Prozent im Jahr 2014 erwarten wir einen Rückgang der Teuerung auf 1,3 Prozent im Jahr 2015, so Bruckbauer. Österreich muss sein 5 Wachstumsmodell nachschärfen Alles in allem sind die Rahmenbedingungen für ein höheres Wachstum 2015 besser als erwartet, doch der Pessimismus sitzt tief. Daher sollte die Wirtschaftspolitik nach Jahren mit wachstumshemmender Politik (Haushaltskonsolidierung, Regulierung) auf wachstumsfördernd umschalten. Auch Österreich muss sein Wachstumsmodell nachschärfen, da es vor der Krise stark von Ungleichgewichten in CEE profitierte, die in den nächsten Jahren nicht mehr zu erwarten sind, so Bruckbauer abschließend. n AUf einen blick Konjunkturprognose Österreich PROGNOSE Wirtschaftswachstum (real, Vdg. zum Vorjahr) 1,9 3,1 0,9 0,2 0,2 0,7 1,5 Privater Konsum (real, Vdg. zum Vorjahr in %) 1,5 0,7 0,6 0,1 0,3 0,6 0,9 Investitionsrate (real, Vdg. zum Vorjahr in %)* 2,4 6,8 0,5 1,5 1,0 0,4 3,0 Inflationsrate (Vdg. zum Vorjahr in %) 1,9 3,3 2,4 2,0 1,6 1,3 1,9 Arbeitslosenquote (nationale Definition) 6,9 6,7 7,0 7,6 8,4 8,6 8,4 Beschäftigung (Vdg. zum Vorjahr in %)** 0,8 1,9 1,4 0,6 0,6 0,8 1,0 Öffentlicher Haushaltssaldo (in % des BIP)) 4,5 2,6 2,3 1,5 2,8 1,9 1,4 * Bruttoanlageinvestitionen ** ohne Karenzgeldbezieher, Präsenzdiener und Schulungen Quelle: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Weitere Grafiken finden Sie im Online-Magazin. Bank exklusiv für Firmenkunden 5

6 Geht das Kursfeuerwerk noch weiter? PROGNOSE konnten sich Anlegerinnen und Anleger über steigende Kurse an den Aktienmärkten freuen und auch 2015 könnte dieser Trend anhalten. Die Volatilität bleibt allerdings hoch. Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser Aphorismus ist (uns) gut bekannt und trifft wohl kaum irgendwo mehr zu als an den internationalen Aktienund Finanzmärkten. Das Börsenjahr 2014 verzeichnete dabei einige markante Entwicklungen: Anlegerinnen und Anleger profitierten von steigenden Kursen an den internationalen Finanzmärkten, der Euro büßte gegenüber dem Dollar deutlich an Wert ein und auch der Goldpreis notiert aktuell auf einem zuletzt Mitte 2010 verzeichneten Niveau. Für 2015 sieht Monika Rosen, Chefanalystin der Bank Austria Private Banking Division, trotz einer Kurskorrektur an den Aktienmärkten AUF EINEN BLICK gute Chancen für Anlegerinnen und Anleger: Nach der langen Rallye an den Börsen erwarten wir, dass die Volatilität an den Märkten hoch bleibt, auch wenn wir keine grundsätzliche Unterbrechung des Aufwärtstrends sehen. Die Expertin weist im Gespräch darauf hin, dass man im Jahr 2015 Aktien den Vorzug geben sollte: Man muss einräumen, dass die Rallye an den Anleihemärkten noch viel eindrucksvoller ausgefallen ist als bei Aktien. Wir plädieren deshalb für eine Aktien-Übergewichtung, weil wir bei Renten das Potenzial für noch viel mehr ausgereizt halten als bei Aktien. Nach den starken Kursgewinnen ist unserer Meinung nach nicht mehr allzu viel Platz, die Rückschlags- gefahr aber umso ausgeprägter. Um auf den Märkten die Nase vorne zu haben, empfiehlt Monika Rosen generell eine ausgewogene Mischung aus Aktien, Anleihen und alternativen Anlageformen wie Rohstoffen. In eine ähnliche Kerbe schlägt Lukas Sustala, Wirtschaftsredakteur bei nzz.at, der allerdings vor zu großem Optimismus warnt: Die USA sind nach wie vor für viele institutionelle und private Investoren die Traumdestination. Doch 2014 ist der Markt bereits sehr gut gelaufen und Investmentstrategen sind bereits damit beschäftigt, den Ausblick entsprechend anzupassen. Die Unternehmen müssen die Vorschusslorbeeren der Investoren erst verdienen. Weniger stark gefragte Märkte in Europa oder den Schwellenländern könnten daher Aufholpotenzial haben. Entwicklung Aktienmärkte seit Jahresbeginn 2014 % YTD in EUR % YTD MSCI USA MSCI EUROPA MSCI EM MSCI JAPAN Quelle: Bloomberg Gold erholt sich mittelfristig All jene, deren Portfolio Gold beinhaltet, hatten im Jahr 2014 mit einem Auf und Ab zu kämpfen: Anfang des Jahres notierte der Goldpreis bei Dollar, im März erreichte er mit knapp Dollar seinen Höhepunkt und aktuell notiert Gold wieder knapp unter Dollar. Für das Jahr 2015 prognostizieren Experten einen Durchschnittspreis von Dollar. Maßgebliche Einflussfaktoren dafür sind eine prognostizierte Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank Mitte Bank exklusiv für Firmenkunden

7 bzw. der starke Dollar. Darüber hinaus wirkt sich auch die mangelnde Inflationsgefahr in der Eurozone, den Vereinigten Staaten und Japan negativ auf den Goldpreis aus. Es gibt allerdings dennoch Gründe, auf Gold zu setzen, wie Monika Rosen ausführt: In einem diversifizierten Portfolio hat Gold eine absolute Berechtigung, weil es als Absicherung gegen Inflation und externe Schocks fungiert, die jederzeit eine Flucht in Gold auslösen können. Für den Goldpreis ebenfalls von Relevanz ist das Wachstum in den Schwellenländern Indien und China, da dort die Nachfrage nach Gold am größten ist und schwache Konjunkturmeldungen aus der Region sich ebenfalls negativ auf den Goldpreis auswirken. Das chinesische Jahr der Ziege steht für Beruhigung ein positives Signal? 2015 ist laut chinesischem Horoskop das Jahr der Ziege. Im Jahr der Ziege spielen Parameter wie Beruhigung, Zuneigung und Pflege von Beziehungen eine besondere Rolle, für den Aktienmarkt sieht Monika Rosen das positiv: Nach den starken Ausschlägen an der chinesischen Börse in den vergangenen Jahren könnte sich die Kursentwicklung jetzt beruhigen. Ich sehe das als positives Signal. Wir plädieren deshalb für eine Aktien-Übergewichtung, weil wir bei Renten das Potenzial für noch viel mehr ausgereizt halten als bei Aktien. Monika Rosen, Chefanalystin der Bank Austria Private Banking Division Tiefer, tiefer, am tiefsten fällt Ölpreis noch weiter? Ebenfalls bergab ging es 2014 für den Rohstoff Öl. Notierte ein Barrel der Marke Brent zu Jahresbeginn noch bei tm-photography.at 100 Dollar, liegt dieser Wert aktuell (12. Dezember 2014, vormittags) bei 63,37 US-Dollar. Sein Jahreshoch erreichte das schwarze Gold im Juni mit knapp 107 Dollar. Die Ursachen des Preisverfalls werden einerseits in der durch schwache Konjunkturprognosen geringeren Nachfrage gesehen, andererseits aber auch darin, dass die Vereinigten Staaten durch Fracking* noch zusätzliches Öl auf den Markt gebracht haben und damit den Preis weiter unter Druck setzen. Positiv am niedrigen Ölpreis ist der Effekt, dass dieser niedrige Preis allen zugute kommt bzw. dass unter anderen die Luftfahrtbranche, deren Kostenstruktur wesentlich vom Ölpreis mitbestimmt wird, von niedrigen Preisen profitiert. Wirtschaftsredakteur Lukas Sustala ist leicht optimistisch, was die Entwicklung des Ölpreises im Jahr 2015 betrifft: Der massive Rückgang des Ölpreises hat 2014 viele überrascht. Der regelrechte Preisverfall um 30 Prozent wird auch 2015 noch nachwirken und erdölexportierende Länder unter Druck setzen. Es bleibt abzuwarten, ob der niedrigere Ölpreis wirklich zu weniger Produktion führt. n * Fracking ist ein Verfahren, mit dem sich Erdöl und Erdgas aus undurchlässigem Gestein lösen lassen. Goldpreis in USD Ölpreis in USD (Brent) Quelle: finanzen.at Quelle: finanzen.at Bank exklusiv für Firmenkunden 7

8 Fotolia Euro, quo vadis? ENTWICKLUNG. Für das kommende Jahr erwarten UniCredit Expertinnen und Experten unverändert niedrige Leitzinsen im Euroraum. Der Euro wird sich gegenüber dem Dollar bis Ende 2015 weiter auf 1,15 abschwächen. Die Zeiten, als es sich noch lohnte, sein Geld aufs Sparbuch zu legen, weil man dafür hohe Zinsen lukrierte, sind vorbei und werden so schnell wohl auch nicht wiederkommen, wie Michael Rottmann, Leiter der Abteilung Zinsanalyse bei der UniCredit Bank AG, erklärt: Wir erwarten im Euroraum angesichts eines noch immer mäßigen Wachstums und einer Inflation, die 2015 mit 0,4 Prozent im Jahresdurchschnitt deutlich unter dem Mandat der EZB von knapp 2 Prozent liegt, im nächsten Jahr seitens der Europäischen Zentralbank keinerlei Zinsänderung. US-Zinserhöhung stärkt Dollar Die europäische Gemeinschaftswährung hatte 2014 mit einem Abwärtstrend zu kämpfen. Anfang des Jahres 2014 notierte der Euro noch bei knapp 1,35 Dollar, aktuell kommt er über die Marke von 1,25 Dollar nicht hinaus. Die Expertinnen und Experten der UniCredit erwarten durch die Anhebung der Leitzinsen seitens der amerikanischen Notenbank bzw. durch einen weiteren Anleihenkauf der Europäischen Zentralbank eine weitere Abschwächung des Euro. Im Jahresdurchschnitt ist mit einem VERSTÄRKTE NACHFRAGE Wechselkurs des Euro zum US-Dollar mit 1,18 zu rechnen gegenüber 1,32 im Jahresdurchschnitt Gegen Ende des Jahres sehen sie den Euro nur noch bei 1,15 US-Dollar. n Langfristige Zinsabsicherung für Unternehmen Während Experten eine Leitzinserhöhung in den USA und Großbritannien Mitte 2015 aufgrund der robusteren Konjunktur und höherer Inflationsraten für realistisch halten, spielt in Österreich die langfristige Zinsabsicherung für Unternehmen eine wichtige Rolle. Peter Schachinger, bei der Bank Austria in der Abteilung Corporate Treasury Sales für österreichische Firmenkunden zuständig: Während die Nachfrage nach Zinsabsicherungen im Jahr 2013 und im 1. Halbjahr 2014 eher niedrig war, stellen wir seit Mitte des Jahres eine verstärkte Nachfrage nach Zinsabsicherungen von Unternehmen fest. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Absicherung von Zinsen zwischen einer fixen Absicherung (Tausch variable gegen fixe Zinsen) und einer optionalen Absicherung (Festlegung einer Obergrenze für variable Zinsen). Aufgrund der aktuellen Marktlage rät der Experte zur Übergewichtung von fixen Absicherungen und verweist darauf, dass Unternehmen das Verhältnis von fixen und variablen Zinsen im Auge behalten müssen: Man muss als Unternehmer darauf achten, dass das Verhältnis von fixen und variablen Zinsen in einem angemessenen Verhältnis steht. Je niedriger die Zinsen sind, desto höher sollte der Anteil der Fixzinsen sein. KONTAKT: Nähere Informationen erhält man bei seiner Firmenkundenbetreuerin bzw. seinem Firmenkundenbetreuer oder im Internet unter firmenkunden.bankaustria.at Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: UniCredit Bank Austria AG, 1010 Wien, Schottengasse 6 8. Redaktion: Identity & Communications/Communications, CR Michaela Knirsch-Wagner, Unica Neuspiel, Stefan Huber, Walter Pudschedl. Produktion: Domus Verlag; Lilo Stranz. Grafische Gestaltung: Markus K. Bogacs. Hersteller: Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl. Gedruckt auf umweltschonend chlorfrei gebleichtem Papier. Haftungsausschluss: Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Genauigkeit des Inhalts übernommen werden. Diese Publikation ist kein Angebot und auch keine Aufforderung zu einem Angebot bzw. Produktkauf. Sie ersetzt nicht die persönliche Beratung. Alle Angaben vorbehaltlich Druck- und Satzfehler. 8 Bank exklusiv für Firmenkunden

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