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1 rot GESCHÄFTSBERICHT 2010 INTERCARD AG INFORMATIONSSYSTEME

2 Rot wie Die multifunktionale Chipkartenwelt hat einen Namen: Ganz gleich ob beim bargeldlosen Bezahlung in der Mensa und Cafeteria, an Kopierern, Druckern, in der Bibliothek, an Verpflegungs-, Parkschein- und Waschautomaten. Regeln der Zugänge zu Gebäuden, Räumen, Parkplätzen, Internet-Terminals und PC-Arbeitsplätzen - InterCard steht für Zuverlässigkeit und setzt völlig neue Akzente in der Chipkartenwelt... InterC

3 Inhalt ard 1 Zahlen nach IFRS 05 2 Bericht des Vorstandes 10 3 Unternehmensbereiche 15 4 Strategie 16 5 Highlights - Aufträge - News 18 6 Bericht des Aufsichtsrates 30 7 InterCard Jahresabschluss Konzern 34 8 InterCard Jahresabschluss AG 68 9 Adressen Impressum 80 01

4 Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das Geschäftsjahr 2010 ist sehr positiv für die InterCard AG Informationssysteme mit den Tochterunternehmen InterCard GmbH Kartensysteme und IntraKey technologies GmbH verlaufen. Neue Kunden haben InterCard das Vertrauen geschenkt, bestehende Geschäftsbeziehungen konnten zum Teil erheblich ausgebaut werden. Im Konzern konnten alle relevanten Kennzahlen gesteigert werden. Der Jahresumsatz stieg um ca. 13,5 % auf 9 Mio. EUR (Vj. 7,94). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 32% auf TEUR 554 (Vj. 420). rot Im Konzern konnten alle relevanten trif Kennzahlen gesteigert werden. Der Jahresumsatz stieg um ca.13,5 % auf 9 Mio. EUR (Vj. 7,94). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 32% auf TEUR 554 (Vj. 420) Neben den Projekten im Hochschulumfeld konnten auch im Industriebereich wieder Vertriebserfolge erzielt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen InterCard und IntraKey im Bereich der Entwicklung ermöglicht kürzere Entwicklungszeiten und damit zeitnahe Einführung neuer Produkte und Lösungen am Markt. Das senkt Kosten und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Die gemeinsamen Vertriebsanstrengungen haben zu spürbaren Absatzerfolgen geführt. Beides, gemeinsame Entwicklung und gemeinsamer Vertrieb, haben insbesondere das Ergebnis 2010 positiv beeinflusst. InterCard hat in 2010 die internen Ablaufprozesse weiter optimiert, um die Qualität der täglichen Arbeit und der Produkte zu steigern. Diese Optimierung wird fortgesetzt, damit auch die notwendigen Zertifizierungen erreicht werden, um neben dem Systemgeschäft das OEM bzw. Produktgeschäft mit internationalen Konzernen weiter vorantreiben zu können. Gerson Riesle, Vorstandsvorsitzender der InterCard AG Informationssysteme InterCard hat im Geschäftsjahr 2010 eine weitere zentrale Produktentwicklung abgeschlossen: Das neue Kartenmanagementsystem smart.life ist einsatzbereit und wird aktuell im Markt eingeführt. Nach dem erfolgreichen Launch des Terminals smart.one für die Abrechnung von Kopien und Drucken, steht nun smart.life bereit. Die große Zahl an Bestandskunden eröffnet hier sehr gute Geschäftsmöglichkeiten. Für InterCard als Entwicklungsfirma und Systemintegrator in einem ergibt sich die stete Herausforderung, die über Jahre entstandene, sehr breit aufgestellte Produktpalette grundsätzlich zeitnah auf dem neusten Stand hinsichtlich Design, Funktionalität und Preis zu halten. Es müssen verstärkt Kooperationen geprüft, auf externe Entwicklungsressourcen zurückgegriffen und gegebenenfalls auch Produkte, die nicht zur Kernkompetenz gehören, zugekauft werden. >>

5 Vorwort des Vorstandsvorsitzenden ft Neue Produkte wurden und werden so konzipiert, dass sie über offene Schnittstellen verfügen und somit ideal von den Kunden in deren Geschäftsprozesse und Workflows eingebunden werden können. Dies ist eine verstärkte Forderung der Kunden, die InterCard bei aktuellen und zukünftigen Entwicklungen berücksichtigen wird. Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieses Anspruches ist die Erweiterung der Chipkartenfunktion um das so genannte eticket'. InterCard hat mit dem erfolgreichen Projekt für Studierende der Universität Duisburg-Essen die technologische Führerschaft in der Anwendung und Vernetzung multifunktionaler Chipkarten unterstrichen. Mehr als Studierende, Lehrende und Bedienstete können seit Jahresbeginn ihre CampusCard von InterCard als Fahrausweis im öffentlichen Nahverkehr nutzen. Es ist dies das erste Projekt in Deutschland gewesen, bei dem der Elektronische Studierendenausweis mit dem "eticket" getauften elektronischen Fahrschein kombiniert wurde. Neben den bisherigen Funktionen als Studierendenausweis und Identifizier- und Bezahlkarte in Bibliothek, Mensa oder beim Drucken und Kopieren, können die Nutzer nun auch ganz einfach und bequem Busse und Bahnen in der Region nutzen. Andere Verkehrsunternehmen und Universitäten im gesamten Bundesgebiet beobachten den Verlauf mit großem Interesse. Wir gehen davon aus, dass angesichts des breiten Anwendungsspektrums und des Effizienzgewinns neue Kunden für InterCard-Lösungen gewonnen werden können, die sich bislang nicht für eine Chipkartenlösung entscheiden konnten. Die Wachstumsstrategie der InterCard für die kommenden Jahre wurde angesichts aktueller Entwicklungen angepasst und optimiert. Das Thema OEM- Geschäft' mit weltweit renommierten Kopierer- und Druckerherstellern befindet sich auf gutem Weg. Dieses Produkt-Geschäft bietet ein weit skalierbareres Geschäftsmodell im Vergleich zu Systemlösungen, ist jedoch auch preissensitiv mit internationalem Wettbewerb. Auch IntraKey setzt verstärkt auf die OEM- Strategie über sogenannte Errichter und Handelspartner, die die Produkte an die Endkunden vermarkten. Die technologische Kompetenz der InterCard AG zusammen mit IntraKey wird noch deutlicher am Markt positioniert. Beide Unternehmen mit erfolgreicher Entwicklung bieten innovative Lösungen und Anwendungen mit höchsten Sicherheitsstandards und erhöhter Flexibilität - in Summe also ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Beide Unternehmen unterstützen sich ferner gegenseitig durch aktives Cross Selling und eröffnen sich so bei geringeren Kosten den Zugang zu neuen Märkten und Kundengruppen. Tendenzen, demnach neue Medien, wie z. B. Mobiltelefone, Personalausweis, Bankkarten als Zahlungs- und Identifikationssysteme, die multifunktionelle Chipkarte ergänzen, langfristig eventuell sogar ersetzen, werden von InterCard sehr ernst genommen. Diese Entwicklungen müssen mit hoher Priorität verfolgt und mitgestaltet werden, zumal Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen wie z. B. Kassenlösungen, Zutrittslösungen oder allgemein IT-Systemen in den attraktiven und wirtschaftlich interessanten Bildungsbereich drängen. Wir sind jedoch äußerst zuversichtlich, dass sich unser Unternehmen auch zukünftig behaupten und weiter positiv entwickeln wird. Unser besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Kunden und Geschäftspartnern sowie den Aktionärinnen und Aktionären für die Unterstützung und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Mit herzlichen Grüßen Gerson Riesle Vorsitzender des Vorstandes 02 03

6 das pure >> Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche. Giovanni Bernardone

7 Konzernzahlen nach IFRS 1 Konzernzahlen nach IFRS Umsatz Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern / EBIT Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern / EBT Jahresüberschuss DVA/SG-Ergebnis je Aktie (EUR) , Bilanzsumme Grundkapital Eigenkapital Mitarbeiter (Anzahl) E B T 2007 bis 2010 Umsatz 2007 bis

8 Wo Ordnung sein soll, muss Disziplin sein, das ist möglich, wo Gerechtigkeit ist und jeder seine Pflicht tut. Albert Bitzius InterCard SIMPLY SMART wir

9 Unternehmensstruktur 1 InterCard AG Informationssysteme Multifunktionale Kartensysteme Zutritts- und Zeiterfassungssysteme Kopier- und Druckkostenabrechungssysteme InterCard GmbH Kartensysteme IntraKey technologies GmbH Card Solutions Italy (CSI) 06 07

10 eine flamm Ohne Leidenschaften wäre einer kein Mensch, ohne große starke Leidenschaft wird einer nie ein starker Charakter, nie ein großer Mensch werden, nie eine hervorragende Leistung vollbringen. Albert Weiß

11 Werte 1 Werte Basis der Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern, mit unseren Geschäftspartnern, Kunden, Aktionärinnen und Aktionären ist Fairness, Offenheit und Transparenz. Wir sind freundlich, ehrlich und kompetent. Wir bieten unseren motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln und am Erfolg des Unternehmens teilzuhaben. Durch das überdurchschnittliche Engagement von uns allen erfüllen wir die aktuellen und zukünftigen Erwartungen unserer Kunden und sichern somit langfristig ende InterCard Simply Smart Freude, an dem was wir tun! leidenschaft den Erfolg des Unternehmens und unsere Arbeitsplätze. Wir wollen unser Unternehmen profitabel führen und entwickeln und damit unseren Anteilseignern einen angemessenen Gegenwert für Ihr Investment und Vertrauen bieten

12 InterCard AG Informationssyteme Villingen-Schwenningen InterCard GmbH Kartensysteme Villingen-Schwenningen Bericht des Vorstandes Zusammengefasster Lagebericht für die InterCard AG Informationssysteme und den InterCard-Konzern für das Geschäftsjahr 2010 Die InterCard AG Informationssysteme mit der Tochterfirma InterCard GmbH Kartensysteme, im nachfolgenden 'InterCard' genannt, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Das Geschäft mit multifunktionalen Chipkartenlösungen erwies sich national und international als nachhaltig stabil und konnte weiter gesichert und ausgebaut werden. Während für das InterCard-Geschäft die relevanten Kennzahlen weiter verbessert wurden, haben auch bei der Tochtergesellschaft IntraKey technologies GmbH die letztjährigen Investitionen in Technologie und Vertrieb zu deutlich verbessertem Umsatz und Ertrag geführt. Unter anderem wurde der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte an der Universität Gießen fristgerecht abgewickelt. InterCard verzeichnete speziell im Hochschulmarkt eine weiterhin starke Nachfrage nach Lösungen zur Zutrittskontrolle, Gebäudesicherung und Zeiterfassung, die in die komplexen multifunktionalen Kartensysteme integriert sind. Dies betraf, wie schon im Vorjahr, sowohl die Erweiterung bestehender Systeme als auch neue Projekte. Im Rahmen der InterCard Upgrade-Strategie kann somit den bestehenden und neuen InterCard-Kunden zusätzliche Anwendungen innerhalb der bestehenden Systemlösung angeboten und somit die Position von InterCard gestärkt werden. Im Konzern stieg der Jahresumsatz 2010 um ca. 13,5 % auf EUR 9,00 Mio. (Vj. EUR 7,94 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich im Konzern überproportional um 32% auf TEUR 554 (Vj. TEUR 420). Das Ergebnis pro Aktie beträgt 0,30 EUR (Vj. 0,24). Der Umsatzbeitrag der IntraKey technologies GmbH (Dresden) belief sich auf EUR 1,74 Mio. (Vj. EUR 1,24 Mio.), der EBT-Beitrag auf TEUR 103 (Vj. TEUR -11.). Diese Steigerung wurde auch aufgrund der getätigten Investitionen im Bereich Service und Vertrieb erzielt, was erfreulicherweise zu Neugeschäften im Hochschul- und Industriemarkt führte. Das Investitionsklima im industriellen Sektor hat sich nach der Wirtschaftskrise in 2009 ebenfalls wieder verbessert. Das Kerngeschäft von InterCard umfasst auch weiterhin die Entwicklung und den Vertrieb von Zahlungs-, ID-Systemen und Gesamtlösungen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete und Märkte. Die InterCard tritt als Lösungsanbieter mit einem umfangreichen Produktportfolio und Generalunternehmer auf und bietet den Kunden eine komplette Dienstleistung von der Beratung (Consulting) über die Produktentwicklung, das Projektmanagement bis hin zur System-Inbetriebnahme und dem After Sales Service. Ein wahrer Bericht gibt gutes Gericht. Nihil est quin male narrando possit depravarier. Terenz Das InterCard Geschäft ist in 2 Geschäftsbereiche untergliedert: Zum einen der traditionelle Bereich der Magnetkartensysteme, zum anderen der Bereich Chipkartenlösungen. Das Magnetkartengeschäft Copytex' hat sich in Deutschland und international auf dem Niveau des Vorjahres bei ca. EUR 0,8 Mio. stabilisiert. Bei diesem Geschäft handelt es sich um das seit 25 Jahren betriebene traditionelle Magnetkarten-Geschäft für die Abrechnung von Kopien und Ausdrucken. Über 20 internationale Handelspartner, die seit vielen Jahren teils exklusiv mit InterCard zusammenarbeiten, werden die Produkte an Kopier- und Druckerhersteller, Hochschulen, Schulen, Behörden und an die Industrie verkauft. Dieses Geschäft kann als Basisgeschäft betrachtet werden, da installierte Geräte über Jahre hinweg Service- und Kartenumsätze erzeugen. Trotz des technologischen Wandels hin zu modernen Chipkartensystemen ist das Geschäft aktuell auf niedrigem Niveau stabil.

13 Bericht des Vorstandes 2 Für die reine Abrechnung von Kopien sind heute Magnetkarten nach wie vor eine kostengünstige Lösung. Daher werden viele Installationen in diesem Bereich aus wirtschaftlichen Gründen auch zukünftig nur langsam auf neue Technologien umsteigen. Ein weiterer Ausbau dieses Geschäftes erschien bislang nicht realistisch und wirtschaftlich auch nicht sinnvoll. Diese Strategie gilt es aktuell jedoch zu überarbeiten, da InterCard auch im Hinblick auf die Internationalisierungs- und OEM-Strategie die Zusammenarbeit mit namhaften Kopierer- und Druckerhersteller intensivieren muss. Viele dieser Firmen erwarten Produktportfolios für die unterschiedlichen Märkte und Länder und daher ist es notwendig auch weiterhin die Magnetkartenprodukte als Einstiegslösung anzubieten und sogar weiter zu entwickeln. Wenn es gelingt diese Kunden weiter zu binden, kann später sukzessive ein Umstieg auf neue Technologien erfolgen. Diese OEMs und deren Anwendungen spielen gleichzeitig eine wichtige Rolle im Hochschulmarkt und damit auch im Rahmen der multifunktionalen Chipkartenlösungen'. Die multifunktionale Chipkarte' hat sich im Hochschul- und Bildungsmarkt etabliert. Die Entwicklung des Chipkartengeschäftes verlief im abgeschlossenen Geschäftsjahr positiv. Nachdem der gängige Industriestandard für Chipkarten Mifare Classic geknackt worden war, musste eine neue Kartentechnologie Mifare DESFire ausgewählt und implementiert werden. Diese Migrationsprojekte haben in 2010 einen wesentlichen Beitrag zum Firmenergebnis geliefert und darüber hinaus wird eine weitere Kundenbindung für die kommenden Jahre erreicht. Dies sichert und stärkt weiterhin die Position von InterCard. Neben der nationalen Markt- und Kundenentwicklung sind auch die Ergebnisse und Vertriebserfolge in der Schweiz anhaltend positiv. Speziell die bestehenden Kunden haben ihre Lösungen stark erweitert was zu einem erfreulichen Folgegeschäft geführt hat. Zum Jahresende 2008 wurde der italienische Markt in Angriff genommen. Dazu wurde mit dem erfolgreichen Schweizer Vertriebspartner Multi-Access ein Joint-Venture CSI Card Solutions Italy' mit eigenem Büro in Mailand gegründet galt als Aufbaujahr, die Ergebnisse lagen noch unter den eigenen Erwartungen. Für 2010 konnte das Geschäft auf niedrigem Niveau gesteigert werden, so dass eine Breakeven Situation erreicht wurde. Italien gilt auch für die InterCard-Branche als sehr interessant, wobei die Anforderungen an Funktionalität und vor allem an den Preis sehr herausfordernd sind. InterCard hat derzeit hierfür nicht das vollständige Produktportfolio. Dies gilt es in 2011 auch im Rahmen der OEM-Strategie zu verändern. In Deutschland ist InterCard mit einem Marktanteil von mehr als 80 % Marktführer im Hochschulund Bildungsmarkt bei Chipkartensystemen (Elektronischer Studierendenausweis). Die InterCard betreut alleine in Deutschland Chipkartensysteme bei mehr als 130 relevanten Kunden. Dieser Kundestamm garantiert aufgrund der technologischen Bindung an InterCard über mindestens 5 Jahre ein gesichertes Basisgeschäft. Der Umsatz im Chipkartengeschäft national und international betrug im Geschäftsjahr 2010 ca. EUR 8,2 Mio. Hiervon entfielen ca. 90 % auf den nationalen Markt Deutschland. Die Wachstumsstrategie der InterCard in den kommenden Jahren gliedert sich in 5 Phasen. Ergänzt wurde die Strategie um das Thema OEM-Geschäft' mit weltweit renommierten Kopierer- und Druckerherstellern. Dieses Produkt-Geschäft' bietet ein weit skalierbareres Geschäftsmodell im Vergleich zu Systemlösungen', ist jedoch auch preissensitiv mit internationalem Wettbewerb. In der ersten Phase sollen für InterCard und Intrakey als Unternehmen mit erfolgreicher Forschung & Entwicklung durch aktuelle Technologieentwicklungen neue Kunden gewonnen werden. Innovative Lösungen und Anwendungen mit höchsten Sicherheitsstandards und erhöhter Flexibilität sorgen in Summe als echtes Alleinstellungsmerkmal. (Technologiestrategie). Dabei unterstützen sich die Unternehmen gegenseitig (Cross Selling Strategie): InterCard bietet Zutritts- und Zeiter- >> 10 11

14 InterCard AG Informationssyteme Villingen-Schwenningen InterCard GmbH Kartensysteme Villingen-Schwenningen fassungslösungen von Intrakey im Hochschulumfeld an Intrakey bietet multifunktionale Chipkartenlösungen von InterCard an, wenn bei Industriekunden oder Auftraggebern der öffentlichen Hand die Vernetzung der Intrakey-Technologie gewünscht wird. Beiden Unternehmen eröffnet sich so bei geringeren Kosten der Zugang zu neuen Märkten und Kundengruppen. stellerübergreifende Lösung Sinn. Ziel ist es, ein skalierbares Produkt- und Software-Geschäft unter Nutzung der bestehenden internationalen Vertriebsstrukturen der Hersteller zu etablieren. Der OEM-Partner übernimmt hierbei sowohl Vertrieb als auch Service. Auch Intrakey setzt verstärkt auf die OEM-Strategie über sogenannte Errichter und Handelspartner, die die Produkte an die Endkunden vermarkten. In Phase vier sollen, mit vorhandenen Produkten, neue Märkte, z.b. Industriekunden und Kliniken erschlossen werden (Diversifizierungsstrategie). Hierzu können das Intrakey-Vertriebsnetz und das sonstige nationale Partnernetzwerk genutzt werden. Diese Partner sind bereits heute in diesen Märkten tätig, d. h. besitzen bereits einen Marktzugang. In der fünften Phase erfolgt die allgemeine Verbreitung der InterCard Produkte über die bereits heute bekannten Vertriebspartner weltweit (Internationalisierungsstrategie). InterCard verfügt über ein internationales Vertriebssystem mit Partnern in mehr als 40 Ländern. In der Vergangenheit besaß der internationale Vertrieb aus Ressourcengründen keine Priorität. Für diese Phase liegt auch aktuell noch kein verbindliches Konzept oder ein verbindlicher Zeitplan vor. In der zweiten Phase 2011 / 2012 soll das bestehende Geschäft national weiter gesichert und über neue Anwendungen und neue Chipkartentechnologie (Upgradestrategie) ausgeweitet werden. Dies wiederum garantiert über viele Jahre aufgrund von Serviceumsätzen, Folgebestellungen und technologisch bedingten Systemwechseln ein gesichertes Basisgeschäft von mindestens EUR Mio. pro Jahr. Für neue Geschäfte spielt weiter neben der Druckmanagement-Lösung IC- Print das Geschäft mit Bibliotheken und mit Intrakey Produkten eine maßgebliche Rolle. v.l.n.r.: Wolfgang Kübler Gerson Riesle Manfred Bösinger In der dritten Phase soll das OEM-Geschäft mit führenden Kopierer- und Druckerherstellern weiter und intensiv ausgebaut werden (OEM-Strategie). Ziel ist es, InterCard-Lösungen wie IC Print oder das Terminal s.m.a.r.t.one direkt in/an den jeweiligen Endkundengeräten zu platzieren. Die OEMs verfügen zwar über proprietäre Lösungen, deren Kompatibilität allerdings auf die eigenen Geräte beschränkt ist. Im Gegensatz hierzu sind InterCard-Lösungen in ihrer Funktionalität herstellerübergreifend. In den ganz überwiegend inhomogenen Gerätelandschaften der Kunden macht daher eine her- >>

15 Bericht des Vorstandes 2 InterCard hat auch im Geschäftsjahr 2010 weitere Investitionen für die Entwicklung der neuen Chipkartentechnologie Mifare DESFire für den Aufbau des OEM- Geschäftes und für den Ausbau der Service- und Entwicklungsabteilung getätigt. Die Kreditlinien der Hausbanken wurden bestätigt. Weiterhin haben das Internationale Bankhaus Bodensee IBB, die Baden-Württembergische Bank und die Sparkasse Schwarzwald-Baar das bestehende Engagement bestätigt und gemeinsam mit InterCard aktiv optimiert. Die Finanzsituation der Firma ist aufgrund des guten Geschäftsjahres 2010 und der Abwicklung des Forderungsmanagements mittels Factoring über die GE Capital Bank AG (vormals Heller-Bank AG) nachhaltig positiv. Die positiven Monatsergebnisse zum Ende des Geschäftsjahres 2010 sind aktuell auch in 2011 anhaltend. Die Eigenkapitalbasis und die Cash-Flow Situation der Firma bleibt somit weiter stabil. Risiken in der zukünftigen Entwicklung liegen nach wie vor darin begründet, dass das Chipkartengeschäft auf eher komplexen, teilweise saisonal bedingten Projekten basiert, die überwiegend mit Einrichtungen der öffentlichen Hand getätigt werden. Hier können politische Entwicklungen Investitionen zumindest verzögern. Das zyklische Geschäft erfordert verstärkte Bemühungen im Bereich der Ressourcen und Cash-Flow Planung. Aufgrund des bestehenden Kundenstamms und des daraus resultierenden garantierten Basisumsatzes ist die Abhängigkeit vom Neu-Projektgeschäft jedoch minimiert worden. Da Investitionen seitens der Regierung in die Bildung und dazu zählen auch Investitionen in die Effizienz der Hochschulen in Zukunft eher ausgeweitet als eingeschränkt werden, wird auch für 2011 weiterhin mit einer stabilen Geschäftslage gerechnet. Ein weiterer Ausbau des OEM-Geschäftes ergibt zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten im Bereich des Basisgeschäftes. Aufgrund der technologischen Anforderungen und Entwicklungen muss InterCard aktiv neue Technologien verfolgen und implementieren, was teilweise zusätzliche Personalressourcen erfordert. Ferner sind die Aufwendungen für neue Produkte zunehmend beratungsund somit personalintensiv. Hinzu kommt, dass in Einzelbereichen z. B. Kopier- und Drucklösungen, die jeweiligen Hersteller eigene Insellösungen' entwickeln und anbieten. Auch wenn dies oft im Widerspruch zu den Kundenwünschen nach einer integrierten Lösung' steht, müssen aufgrund von wirtschaftlichen Zwängen bei den Kunden, diese Entwicklungen sorgsam verfolgt werden. Aus diesem Grunde wird auch die aktive Ausweitung und Kooperation mit diesen OEM Partnern national wie international zunehmend wichtig (siehe OEM-Strategie). Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011 ist für InterCard weiter positiv. Wie vorstehend dargelegt, müssen jedoch nicht unerhebliche Investitionen für neue Geschäftsfelder und Technologien getätigt werden. Auch zeichnen sich Tendenzen ab, wonach neue Medien, wie z. B. Mobiltelefone als Zahlungs- und Identifikationssysteme, die Karte ergänzen, langfristig eventuell sogar ersetzen. Diese Entwicklungen müssen mit hoher Priorität verfolgt und mitgetragen werden. Ferner drängen Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen wie z. B. Kassenlösungen, Zutrittslösungen, IT-Systemen in den vermeintlich attraktiven und wirtschaftlich interessanten Bildungsbereich. Hierdurch entstehen neue Mitbewerber, die von Beginn an zumindest die Marktpreise beeinflussen können. Für InterCard als Entwicklungsfirma und Systemintegrator in einem ergibt sich die Herausforderung, die über Jahre entstandene sehr breit aufgestellte Produktpalette immer zeitnah auf dem neusten Stand hinsichtlich Design, Funktionalität und Preis zu halten. Es müssen verstärkt Kooperationen geprüft, auf externe Entwicklungsressourcen zurückgegriffen und gegebenenfalls auch Produkte, die nicht zur Kernkompetenz gehören, zugekauft werden. Die Gesellschaft hat nach Einschätzung der Geschäftsführung die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die Kosten-/Ertragssituation der InterCard zu sichern, das Fremdkapital zu erhalten sowie einen möglichen zusätzlichen Liquiditätsbedarf zu gewährleisten. Villingen-Schwenningen, im Februar 2011 Die Vorstände Gerson Riesle Manfred Bösinger Wolfgang Kübler 12 13

16 auf Unternehmensbereiche Kann der Blick nicht überzeugen, Überredet auch die Lippe nicht. Franz Grillparzer InterCard SIMPLY SMART blick

17 Unternehmensbereiche 3 Umsatz gesamt Umsatz Kunden Umsatz Märkte National + Intrakey International Bestandskunden / Migrationsprojekte Neukunden Hochschulen Studentenwerke Copytex Zeit / Zutritt OEM s Sonst.: Kliniken, Schulen Industrie 7,5 % Mio. Neukunden 1,74 Mio. 0,5 Mio. 0,46 Mio. 0,8 Mio. 92,5 % national 7,053 Mio. Bestandskunden davon 1,25 Mio. Migrationsprojekte 1,5 Mio. 4,0 Mio. Geschäftsumsatz national international Geschäftsumsatz Kunden Bestand Neu Umsatz Märkte Hochschulen Studentenwerke Copytex Sonstige 14 15

18 3. OEM-Strategie / Händlervertrieb InterCard - Strategische Ausrichtung 1. Neukunden: Technologie und Cross-Selling InterCard und unsere Tochtergesellschaft IntraKey gewinnen gemeinsam Neukunden auf der Basis innovativer Technologieentwicklungen. Dabei unterstützen sich die Unternehmen gegenseitig: InterCard bietet Zutritts- und Zeiterfassungslösungen von IntraKey im Hochschulumfeld an IntraKey bietet multifunktionale Chipkartenlösungen von InterCard an, wenn bei Industriekunden oder Auftraggebern der öffentlichen Hand die Vernetzung der IntraKey- Technologie gewünscht wird. Beiden Unternehmen eröffnet sich so bei geringen Kosten der Zugang zu neuen Märkten und Kundengruppen. Zusammen können InterCard und IntraKey gegenüber dem Kunden als ein Unternehmen auftreten und Service aus einer Hand bieten. 2. Upgradestrategie Das bestehende Geschäft mit rund 160 Bestandskunden wird durch guten Service stetig gesichert. Derzeit beträgt der Marktanteil InterCard bei Universitäten, Fachhochschulen, Studentenwerken und weiteren Einrichtungen des Bildungssektors (z.b. Bibliotheken) in der Bundesrepublik etwa 80 Prozent. Die Ausweitung der Umsätze national in diesem Segment kann im Wesentlichen durch Upgrades der bestehenden Lösungen erreicht werden. Durch intensive Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen bietet InterCard den Kunden stetig neue, erweiterte Anwendungen an. Vom Kunden werden die Upgrade-Angebote gut akzeptiert. Sie tragen dazu bei, über viele Jahre aufgrund von Serviceumsätzen, Folgebestellungen und technologisch bedingten Systemwechseln eine gefestigte Kundenbeziehung mit den entsprechenden Umsätzen und Geschäftsmöglichkeiten zu garantieren. Der Ausbau des OEM-Geschäftes mit führenden Kopierer- und Druckerherstellern ist ein wichtiger Aspekt der Unternehmensstrategie. Ziel ist es, die InterCard- Lösungen wie IC Print oder das Terminal smartone direkt an und in den jeweiligen Endkundengeräten, also den Kopierern und Druckern zu platzieren. Die OEMs verfügen zwar über proprietäre Lösungen, deren Kompatibilität allerdings auf die eigenen Geräte beschränkt ist. Im Gegensatz hierzu sind InterCard-Lösungen in ihrer Funktionalität herstellerübergreifend. In den ganz überwiegend inhomogenen Gerätelandschaften der Kunden macht nur eine herstellerübergreifende Lösung Sinn. Ziel ist es, ein skalierbares Produkt- und Software-Geschäft unter Nutzung der bestehenden internationalen Vertriebsstrukturen der Hersteller zu etablieren. InterCard wird zukünftig verstärkt die Produktlinie Kopier- und Druckkostenmanagement, Hardware und auch Software über die weltweit agierenden Hersteller von Kopier- und Drucksystemen vermarkten. Der OEM-Partner übernimmt hierbei sowohl Vertrieb als auch Service. IntraKey setzt die Händlervertriebsstrategie über sogenannte Errichter und Handelspartner um, die die Produkte an die Endkunden vermarkten. Der Partner übernimmt hierbei den Vertrieb und den After-Sales Service. Hierdurch wird eine bessere Marktabdeckung in Deutschland erreicht. Komplexe Lösungen mit hohem, vergüteten Beratungsbedarf werden weiterhin direkt von IntraKey bearbeitet. Dies auch, weil bei komplexen Systemen die Vernetzung in ein multifunktionales System am meisten Sinn macht und sich also Ansatzpunkte ergeben, InterCard-Leistungen anzubieten.

19 Strategie 4 4. Diversifizierungsstrategie InterCard hat sich im Bildungsbereich einen hervorragenden Ruf und eine sehr gute Marktstellung erarbeitet. Mit den vorhandenen, bewährten Produkten können neue Märkte erschlossen werden. Multifunktionale Chipkartensysteme machen in vielen Bereichen Sinn. InterCard hat Produkte für verschiedene Märkte entwickelt, die über das bestehende Partnernetzwerk vermarktet werden. Diese Partner sind zum Teil bereits in den anvisierten Märkten tätig, so dass InterCard hier von erleichtertem Marktzugang profitieren kann. Dessen ungeachtet ist sich InterCard der hohen Wettbewerbsintensität in den Zielmärkten bewusst. ClinicCard: Die ClinicCard adressiert Krankenhäuser, Pflege-, Betreuungs- und Rehaeinrichtungen sowie weitere Dienstleister des Gesundheitsbereiches. SchoolCard: Ganztagesschulen mit erweitertem Betreuungsangebot und Mittagsverpflegung werden vom Gesetzgeber derzeit stark gefördert. InterCard bietet mit der SchoolCard eine Lösung, die die einzelne Bildungseinrichtung in vielerlei Hinsicht unterstützt. TeamCard: Dieses Angebot wendet sich an Behörden, Dienststellen und Betriebe, die unterschiedliche Vorgänge auf einer intelligenten Karte bündeln und vernetzen wollen. Zur Diversifizierung zählt auch die Erweiterung des Angebotsspektrums um die Bereiche Zutrittskontrolle und Zeiterfassung zusammen mit IntraKey. Da Kunden zunehmend die Abwicklung der Projekte aus einer Hand wünschen bietet InterCard Hard- und Software für diese Anwendungen als Systemanbieter an. 5. Internationalisierungsstrategie InterCard verfügt über ein internationales Vertriebssystem mit Partnern in mehr als 40 Ländern. In der Vergangenheit besaß der internationale Vertrieb aus Ressourcengründen keine Priorität. Dennoch gibt es dank der hervorragenden Produkte und Lösungen bereits zahlreiche internationale Kunden. Inzwischen ist Inter- Card nun so aufgestellt, dass die Internationalisierung des Geschäftes konsequent betrieben wird. Dabei wird sich das Unternehmen zunächst auf die Kernkompetenz der UniCard für Universitäten, Fachhochschulen, Studentenwerke etc. konzentrieren. auf Der Begriff "Strategie" leitet sich ab aus dem Griechischen, einen wo er so viel bedeutet wie "Feldherrenkunst". Demnach ist in der "Unternehmensstrategie" das Element der "Menschenführung" ebenso enthalten wie der richtige Einsatz aller Ressourcen, Techniken und Materialien. Kurzgefaßt können wir sagen: Strategie ist die Kunst, Menschen und Unternehmungen zum Erfolg zu führen

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