Curriculum Philosophie

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1 Curriculum Philosophie Stand: Februar 2011

2 Inhaltsverzeichnis 2 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe I (entfällt) Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II Einführungsphase Qualifikationsphase Jahr (Q1) Jahr (Q2) Grundsätze zur Leistungsbewertung im Fach Philosophie Grundsätze zur Leistungsbewertung in der Sekundarstufe I (entfällt) Grundsätze zur Leistungsbewertung in der Sekundarstufe II Bewertung von Klausuren Bewertung der Sonstigen Mitarbeit fächerverbindende und fächerübergreifende Angebote Einsatz von neuen Medien im Fach Philosophie Fortbildungen im Fachbereich Philosophie Anhang A Operatoren B Vorgaben Abitur C Vorgaben Abitur D Vorgaben Abitur

3 1 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe I (entfällt) 3 1 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe I (entfällt)

4 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II 4 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II Der Philosophieunterricht am Theodor-Heuss-Gymnasium Radevormwald möchte den Schülerinnen und Schülern (SuS) die Möglichkeit geben, ihr selbstständiges Denken anhand von philosophischen Themen (z.b. Was ist Philosophie?, Was ist der Mensch?, Was ist gutes Handeln? ), dem Kennenlernen von Philosophen, ihren unterschiedlichen Positionen und Denkgebäuden und dem Erproben philosophischer Methoden (z.b. Argumentieren, Textanalyseverfahren) zu schulen. In diesem Sinne ist der Philosophieunterricht aufklärerischen Traditionen verpflichtet: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Erschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. 1 Der Philosophieunterricht versteht sich also dergestalt, dass er den SuS Mittel an die Hand gibt, aufbauend und mit Bezug auf bedeutende philosophische Positionen sicher und logisch zu argumentieren und selbstdenkend tätig zu werden. Der Philosophieunterricht erweitert nicht nur die Kenntnisse der SuS im sachlich-inhaltlichen Bereich des Faches Philosophie (z.b. Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ontologie, Anthropologie, Ethik), sondern leistet überdies einen wichtigen Beitrag zur Werteerziehung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Er unterstützt die SuS auf ihrem Weg zur begründeten und reflektierten Mündigkeit, auf ihrem Pfad zur Individualität. Existentielle Fragen der SuS finden im Philosophieunterricht aufgrund der Struktur und Natur des Faches ihre Thematisierung (z.b. Woher kommen wir?, Was ist wahr, was ist unwahr?, In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? ). Der Philosophieunterricht versetzt die SuS in die Lage, das alltägliche Leben, die Vorstellungen, Verhaltensweisen, Denkschemata etc. kritisch zu betrachten und zu hinterfragen sowie selbstständig weiter zu denken. Dabei soll den SuS durch das Kennenlernen unterschiedlichster philosophischer Positionen bewusst werden, dass das Anwenden von Vernunft, Toleranz und Stichhaltigkeit von Argumenten wesentliche Voraussetzungen gelingenden menschlichen Zusammenlebens darstellen. 1 Immanuel Kant, in: Berlinische Monatszeitschrift, Mit diesem Zitat beantwortet Kant die Frage: Was ist Aufklärung?

5 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II Einführungsphase Sachliche Schwerpunkte Themenbereiche Kompetenzen Unterricht in EPH.1: Einführung in die Philosophie Was ist Philosophie? Vom Mythos zum Logos Entstehung wissenschaftlichen Denkens Einführung in die Erkenntnistheorie Einführung in Fragestellungen der Ethik Da die offene Formulierung der Inhalte für EPH.I im Lehrplan die Möglichkeit bietet, je nach Schüler/inneninteressen flexibel auf selbige zu reagieren, werden die Inhalte auch im schulinternen Curriculum nicht weiter spezifiziert. So verbleibt die Möglichkeit, je nach Interessenlage der Kurse auf Wünsche einzugehen. Thales: Vom Mythos zum Logos Philosophisches Denken Argumentieren Sprachkritik naiver Realismus kritischer Realismus Glasersfeld: Radikaler Konstruktivismus fakultativ: Descartes: Methodischer Zweifel Philosophische Haltung als moralische Selbsverpflichtung am Beispiel des Sokrates Philosophie als Grundvoraussetzung ethische begründeten Handelns: Aristoteles: Nikomachische Ethik Mit Gedanken experimentieren Textwiedergabe mit eigenen Worten Interpretation von Texten Analysieren von Problemen Vergleich von zwei philosophischen Positionen Strukturierte eigene Stellungnahme Schaubild zur Visualisierung von phil. Positionen Begriffe klären Stringentes Argumentieren Schlüssiges Konstruieren Prinzipiengeleitetes Denken (jeweils als Einführung)

6 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II 6 Unterricht in EPH.2: Probleme der Bestimmung des Menschen (i) Gibt es eine menschliche Natur? (Der Mensch als Naturwesen) (ii) Kultur Fluch oder Segen? (Der Mensch als kulturbestimmtes und kulturbestimmendes Wesen) (iii) Der Mensch als selbstbestimmtes Wesen (Der Mensch als erkennendes und denkendes Lebewesen, das metaphysische Fragen stellt) Darwin Sozialdarwinismus Hobbes: Leviathan Rousseau: Diskurs über die Ungleichheit Marx: Pariser Manuskripte Gehlen: Ein Bild vom Menschen Freud: Kultur als kollektive Neurose Sartre: Die Freiheit als menschlicher Selbstentwurf Freud: Das Unbewusste als seelische Macht Mit Gedanken experimentieren Textwiedergabe mit eigenen Worten Interpretation von Texten Vergleich von zwei philosophischen Positionen Strukturierte eigene Stellungnahme Schaubild zur Visualisierung von phil. Positionen Begriffe klären Stringentes Argumentieren Schlüssiges Konstruieren Prinzipiengeleitetes Denken Eine textfreie Erörterung verfassen

7 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II Qualifikationsphase Jahr (Q1) Sachliche Schwerpunkte Themenbereiche Kompetenzen Unterricht in QPH I.1: Probleme des menschlichen Handelns (Ethik) (i) Antike Modelle für ein gelingendes Leben (Begründung und Rechtfertigung sittlich-praktischen Handelns) (ii) Glück für alle der Utilitarismus (Oberste Zwecke, Normen, Wert und Prinzipien des Handelns) (iii) Pflicht als moralisches Prinzip: Die Ethik Kants (Freiheit und Determination) (iv) Angewandte Ethik Epikur: Von der Überwindung der Furcht Aristoteles: Nikomachische Ethik (Vertiefung) Bentham: Eine Einführung in die Prinzipien der Moral und die Gesetzgebung Mill: Der Utilitarismus Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Kategorischer Imperativ) Hans Jonas: Ethik und technische Weltbeherrschung Mit Gedanken experimentieren Textwiedergabe mit eigenen Worten Interpretation von Texten Vergleich von zwei philosophischen Positionen Analysieren von Problemen Strukturierte eigene Stellungnahme Schaubild zur Visualisierung von phil. Positionen Begriffe klären Stringentes Argumentieren Schlüssiges Konstruieren Prinzipiengeleitetes Denken Essay schreiben

8 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II 8 Unterricht in QPH I.2: Probleme von Politik, Recht, Staat und Gesellschaft (Rechts- und Staatsphilosophie) (i) Der Staat als Organismus: Antike und mittelalterliche Staatsphilosophie (Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Staat) (ii) Das Recht des Individuums: Die klassisch-bürgerliche Staatstheorie (Recht und Gerechtigkeit) (iii) Demokratie und soziale Gerechtigkeit: Aspekte der modernen Staatsdiskussion (Begründung, Rechtfertigung und kritische Analyse von politischen Ordnungen und Rechtssystemen) (iv) Rechte zwischen Staaten Augustinus: De civitate Dei Hobbes: Leviathan Locke: Über die Regierung fakultativ: Rousseau, Du Contrat Social Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit fakultativ: Nozick: Anarchy, State and Utopia Kant: Zum ewigen Frieden Mit Gedanken experimentieren Textwiedergabe mit eigenen Worten Interpretation von Texten Vergleich von zwei philosophischen Positionen Analysieren von Problemen Strukturierte eigene Stellungnahme Schaubild zur Visualisierung von phil. Positionen Begriffe klären Stringentes Argumentieren Schlüssiges Konstruieren Prinzipiengeleitetes Denken Eine textfreie Erörterung verfassen Eine Facharbeit verfassen Erprobung der mündlichen Abitursituation Essay schreiben

9 2 Schulinterner Lehrplan: Sekundarstufe II Jahr (Q2) Sachliche Schwerpunkte Themenbereiche Kompetenzen Unterricht in QPH II: Probleme des Denkens, Erkennens und der Wissenschaft (Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie) (i) Das Problem der Wahrheit Platon: Der Staat Mit Gedanken experimentieren (ii) Das Instrumentarium des Denkens (iii) Der Begriff der Wirklichkeit (iv) Subjekt und Objekt (v) Wissenschaftliche Verfahrensweisen (vi) Wissenschaft und Weltbild Descartes: Von der Methode Descartes: Meditationes de prima philosophia Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand Popper: Logik der Forschung Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften Textwiedergabe mit eigenen Worten Interpretation von Texten Vergleich von zwei philosophischen Positionen Analysieren von Problemen Strukturierte eigene Stellungnahme Schaubild zur Visualisierung von phil. Positionen Begriffe klären Stringentes Argumentieren Schlüssiges Konstruieren Prinzipiengeleitetes Denken Eine textfreie Erörterung verfassen Eine Facharbeit verfassen Erprobung der mündlichen Abitursituation Epoché

10 3. Grundsätze zur Leistungsbewertung im Fach Philosophie Grundsätze zur Leistungsbewertung im Fach Philosophie 3.1 Grundsätze zur Leistungsbewertung in der Sekundarstufe I (entfällt) 3.2 Grundsätze zur Leistungsbewertung in der Sekundarstufe II Das Fach Philosophie kann schriftlich und mündlich gewählt werden. Als schriftliches Fach kann es bei entsprechender Kursgröße Abiturfach werden. Werden Klausuren geschrieben, so setzt sich die Note zur Hälfte aus den Klausuren, zur Hälfte aus der mündlichen Mitarbeit zusammen. Eine Ausnahme bildet hier die Einführungsphase, in der im ersten Halbjahr nur eine Klausur geschrieben wird; hier kann die Klausur in geringerem Maße in die Note eingehen Bewertung von Klausuren Für die Bewertung aller Klausuren der Qualifikationsphase gelten die Bewertungskriterien des Zentralabiturs; in der Einführungsphase erfolgt die Orientierung an den Aufgabenbeispielen des Lehrplanes. Exemplarisch für die dort angegebenen Kriterien sind textanalytische Präzision, klare Rekonstruktion von Argumentationen, vollständige und inhaltlich richtige Darstellung philosophischer Positionen, Beurteilung oder Bewertung an Hand gewählter oder vorgegebener Kriterien sowie im Bereich der Darstellung gedankliche Klarheit, Stringenz, Schlüssigkeit und sprachliche Richtigkeit.

11 3. Grundsätze zur Leistungsbewertung im Fach Philosophie 11 Facharbeiten Da eine Facharbeit eine Klausur ersetzen kann, muss sie dem Niveau einer Klausur entsprechen. Dementsprechend haben die Vorgaben zur Klausurkorrektur und Bewertung Gültigkeit. Folgende Aspekte sind u.a. mit einzubeziehen: Rückgriff auf gesichertes Wissen / Reorganisation von Wissensbeständen / Erschließen von Informationsquellen Form und Aufbau sprachliche Korrektheit inhaltliches Verständnis / Erfassen des Problems / Grad der Selbständigkeit (Teilbereich III) methodisches Verständnis / Darstellungsweise Bewertung der Sonstigen Mitarbeit In die Leistungsbewertung gehen im Bereich der Sonstigen Mitarbeit ein: Beteiligung am Unterrichtsgespräch: Für eine gute Leistung sind hier Kontinuität der Mitarbeit, Initiative der Schülerinnen und Schüler, inhaltliche Korrektheit, sprachliche Angemessenheit und Richtigkeit sowie der Bezug zu vorgängigen Äußerungen und/oder Fragen zu leisten. Teilnahme an Diskussionen: Da das Fach Philosophie sich wesentlich als diskursives versteht, kommt der Beteiligung an Diskussionen große Bedeutung zu. Für eine gute Leistung ist hier auf Bezug zu den Beiträgen Anderer, inhaltliche Präzision, argumentative Transparenz und Fundierung sowie sprachliche Korrektheit zu achten. Darüber hinaus ist auch hier Kontinuität in der Beteiligung zentral. Referate/Kurzvorträge: Im Zentrum der Bewertung steht hier inhaltliche Vollständigkeit bezüglich des gewählten Themenbereiches, klare, übersichtliche Darstellung, Angemessenheit der gewählten Materialien und sprachliche Präzision und Richtigkeit. Gruppenarbeit/Partnerarbeit: Jede Schülerin/jeder Schüler ist in Gruppenarbeitsphasen individuell zu bewerten. Gemeinsam erstellt Produkte können nicht pauschal als Leistung aller Gruppenmitglieder gewertet werden, entscheidend ist der individuelle Anteil am Arbeitsergebnis und die Beteiligung am Arbeitsprozess. Bei produktorientierten Aufgabenstellungen ist die Präsentation Teil der zu bewertenden Leistung. Hier orientiert sich die Bewertung an der inhaltlichen Richtigkeit und Vollständigkeit, der gedanklichargumentativen Schlüssigkeit und Stringenz sowie der sprachlichen Angemessenheit der Darstellung.

12 4. fächerverbindende und fächerübergreifende Angebote fächerverbindende und fächerübergreifende Angebote Fächerübergreifende Angebote im Unterricht sind Bestandteil des Unterrichtes in Geschichte ( Gedankengut der Aufklärung Jahrgangsstufe 11); hierauf rekurriert der Philosophieunterricht in der Jahrgangsstufe 12 im Themenbereich Rechts-, Staats- und Gesellschaftsphilosophie). Fächerverbindende bzw. -übergreifende Projekte werden angestrebt für z.b. Politik und Wirtschaft/Philosophie ("Globalisierung", Jahrgangsstufe 12), Biologie/Philosophie ("Anthropologie" Jahrgangsstufe 11) oder/und Physik/Philosophie ("Verantwortung der Wissenschaft", "Wirklichkeitserkenntnis", Jahrgangsstufe 13).

13 5. Einsatz von neuen Medien im Fach Philosophie Einsatz von neuen Medien im Fach Philosophie Das Fach Philosophie ist durch Lehrplan und Richtlinien eng an das Medium Text gebunden. Dennoch eröffnen sich für das Fach vielfältige Möglichkeiten der Nutzung Neuer Medien im Unterricht und auch in der Lernorganisation. So kann neben Internetrecherchen, Arbeit an einem virtuellen Wochenplan und der Nutzung von Diskussionsplattformen (wie z.b. LO-Net) auch die Produktion eigener Inhalte (Philosophischer Debattierblog) im Philosophieunterricht genutzt werden. Wie auch am Beispiel der Textarbeit seit langem erprobt, stellt der kritische Umgang mit Medien einen wichtigen Grundpfeiler der Arbeit mit Neuen Medien dar.

14 6. Fortbildungen im Fachbereich Philosophie Fortbildungen im Fachbereich Philosophie Bereich Fächerübergreifen- Fortbildungsbedarf besteht insbesondere im der/fächerverbindender Unterricht.

15 7. Anhang Anhang A Operatoren B Vorgaben Abitur 2011 C Vorgaben Abitur 2012 D Vorgaben Abitur 2013

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