Das ABCDE- Schema. Veranstaltungen des Bildungsinstituts. Folie 1

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1 Das ABCDE- Schema Folie 1

2 Untersuchung mittels ABCDE-Schema - A Airway (Atemwegssicherung) - B Breathing (Belüftung) - C Circulation (Kreislauf) - D Disability (Differenziernde Maßnahmen/Neurologie) - E Exposure & Environment (Entkleidung & Wärmeerhalt) Folie 2

3 Allgemeines Das ABCDE-Schema soll dazu dienen, schnellstmöglich eine orientierende Untersuchung durchzuführen. Diese initiale Beurteilung soll dazu führen, dass eine schnelle Ermittlung und Abwendung lebensbedrohlicher Zustände ermöglicht wird. Lebenswichtige Funktionen werden dabei in der richtigen Reihenfolge überprüft, und vorliegende Störungen können sofort behandelt werden. Eine Einteilung in stabil/instabil kann somit zügig erfolgen. Folie 3

4 Allgemeines Die Buchstaben ABC beinhalten hierbei die absolut lebenswichtigen Vitalfunktionen des Menschen, die Buchstaben D und E gehören jedoch ebenfalls zur Untersuchung eines Notfallpatienten dazu und runden diese ab. Folie 4

5 Allgemeines Das ABCDE-Schema soll eine Hilfestellung sein, einen Patienten innerhalb kürzester Zeit (60-90 sec.) zu untersuchen und ggf. auffallende Störungen der Vitalfunktionen sofort zu beheben. Dabei geht es nicht um exakte Werte, sondern nur um einen groben Überblick. Nach dem ABCDE-Schema beginnt die Behandlung des Patienten und dabei dann auch eine genaue Erhebung der Vitalparameter etc. Folie 5

6 Allgemeines Schon bei Ankunft sollte auch hinsichtlich Eigenschutz ein Überblick über die Einsatzstelle verschafft werden. Hierbei sollten evtl. schon erste Lagemeldungen oder Nachforderungen weiterer Kräfte an die LST erfolgen. Auch die Beurteilung über Unfallmechanismus / Kinematik können für die Behandlung des Patienten eine tragende Rolle spielen. Folie 6

7 A - Airway Erster Schritt ist die Beurteilung der Atemwege: Als Faustregel gilt, wer spricht hat freie Atemwege, jedoch kann sich diese Situation schnell ändern. Gerade beim getrübten oder bewusstlosen Patienten ist die Gefahr einer Verlegung der Atemwege enorm groß. Insbesondere bei getrübten Patienten sollte daher sofort eine Atemwegssicherung (durch z.b. stabiler Seitenlage, Güdeltubus ect,) die erste Maßnahme sein. Folie 7

8 A Airway Mögliche Atemgeräusche bei Atemwegsverlegungen: Inspiratorischer Stridor - Verlegung der oberen Atemwege durch z.b. Schleimhautschwellung, Fremdkörper etc. Schnarchendes Atemgeräusch - Tonusverlust der Weichteile im Rachenraum Gurgeln, glucksendes Atemgeräusch - Flüssigkeit / Erbrochenes im Mund-Rachenraum Fehlendes Atemgeräusch - komplette Verlegung der Atemwege => Atemstillstand Folie 8

9 A - Airway Mögliche Maßnahmen/Hilfsmittel zur Sicherung / Freimachen der Atemwege: stabile Seitenlage mit überstreckten Kopf Esmarch-Griff Güdeltubus/Wendeltubus Larynxtubus Endotrachealtubus Absaugeinheit manuelles Ausräumen Magillzange Folie 9

10 B - Breathing Sind die Atemwege frei, wird nun im zweiten Schritt die Qualität der Atmung überprüft. Hierzu werden folgende Gesichtspunkte berücksichtigt: Atemfrequenz Atemzugvolumen Atemgeräusche Atemrhythmus Einsatz der Atemhilfsmuskulatur? Abnorme Atembewegungen (z.b. paradoxe Atmung) Flache oder tiefe Atmung Folie 10

11 B - Breathing Bei dieser initialen Beurteilung kommt es jedoch zunächst nicht darauf an exakte Werte zu ermitteln, sondern innerhalb weniger Sekunden einen groben Überblick über die Atmung des Patienten zu bekommen. Faustregel : Die normale Atmung sieht und hört man in der Regel nicht / kaum, kann man die Atmung deutlich hören oder sieht deutliche Atembewegungen, liegt höchstwahrscheinlich ein Atemproblem vor, das behandelt werden sollte! Folie 11

12 B - Breathing Mögliche Maßnahmen oder Hilfsmittel zur Stabilisierung der Atmung: Lagerung (z.b. Kutschersitz, Seitenlage bei Rippenserienfraktur, stabile Seitenlage bei Bewusstlosen) hochdosierte O²-Gabe (Maske) assistierte Beatmung Intubation und kontrollierte Beatmung (evtl. PEEP) Entlastungspunktion / Thoraxdrainage Medikamentengabe Folie 12

13 C - Circulation Auch bei der Beurteilung der Kreislaufsituation geht es zunächst nicht darum genaue Werte zu erheben, sondern nur darum einen schnellen Überblick zu gewinnen. Beurteilt werden hierbei: Hautbeschaffenheit und -farbe Puls Frequenz (ca.) rhythmisch / arrhythmisch Qualität, gut oder schlecht tastbar Folie 13

14 C - Circulation Mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Kreislaufsituation : Blutungen stillen (z.b. Druckverband) je nach Situation Schocklage i.v. / i.o. - Zugang, Volumensubstitution Medikamentengabe Wärmeerhalt Folie 14

15 D - Disability Hierbei wird auf neurologische Störungen eingegangen. Dabei sollten besonders untersucht werden: Pupillen Wachheit / Orientierung Motorische und Sensorische Fähigkeiten / Defizite Reflexe Folie 15

16 E - Exposure In diesem letzten Untersuchungsschritt sollte der Patient nach Möglichkeit komplett entkleidet werden und genauer untersucht werden. Schwerpunkte liegen auf: Prellmarken Schürfwunden Deformierungen Anhaltspunkte, die auf evtl. Verletzungen schließen lassen Folie 16

17 Abschluss / weiteres Vorgehen Nach Abschluss der eingehenden Untersuchung nach ABCDE- Schema wird der Patient nun in der gewohnten Weise weiter versorgt. - Vitalparameter werden nun exakt erhoben - Anamneseerhebung - Behandlung nach Symptomatik und Krankheitsbild Das ABCDE-Schema kann jedoch während der weiteren Behandlung beliebig oft wiederholt werden und anfallende Störungen der Vitalfunktionen behoben werden. Folie 17

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