Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen. Mt 25,35. Ulrich Gerth Beratungs- und Jugendhilfezentrum St. Nikolaus Mainz

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1 Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen. Mt 25,35 Ulrich Gerth Beratungs- und Jugendhilfezentrum St. Nikolaus Mainz

2 Wer kommt zu uns? Flüchtlingswelle, Flüchtlingsflut, Flüchtlinge Gerettete Überlebende Opfer von Menschenrechtsverletzungen Gäste Schutzbefohlene Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 2

3 Was bringen die Menschen mit? auf der Flucht Verletzungen, Entkräftung Verluste Ungewissheit Angst Fehlende Informationen Gefahr, Hektik, Angst angekommen Überlebenskraft Dankbarkeit Hoffnung Engagement Interesse Sicherheit Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 3

4 Angekommen in Deutschland Staat statt familiärer Verbund veränderte Geschlechts- und Kinderrollen Verlust von Autorität und Wissensvorsprung Statusverlust neue Gefahren: Auf Kinder aufpassen! Auswirkungen der Traumatisierung Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 4

5 Exkurs: Die Posttraumatische Belastungsstörung Trauma Einmaliges Trauma, sequentielle Traumatisierung Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Zurück in die Vergangenheit (Flashbacks) Übererregung, Depression, Alarmstimmung, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsprobleme, Schlafprobleme Scham Was hilft? Sicherheit und Therapie Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 5

6 Sozialisationsmodelle Sozialisationsziele Lehrlingsmodell relationale Zusammengehörigkeit soziale Konzepte von Kompetenz Gleichberechtigungsmodell psychologische Autonomie individuelle Konzepte von Kompetenz Bevorzugte Kompetenzen physische Reife soziale Kompetenzen kognitive Reife abstrakte technologische Intelligenz Art der Wissens- und Wertevermittlung vertikal (in Hierarchien gegliedert) horizontal (auf gleicher Ebene) Bevorzugter Sozialisationskontext physische Nähe emotionale Wärme Leitung und Lenkung Gehorsam Blickkontakt kindbezogene Sprache Objektspiel bezogen auf kindliche Initiativen Keller Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 6

7 Kommunikation Wer bin ich für mein Gegenüber? Vorschulische Betreuung im Heimatland?, Autorität?, Staat? Ja heißt nicht verstanden. Auf andere Kanäle gehen (workshop) Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 7

8 Kinder Spuren der Flucht Erschütterung des Grundvertrauens in die Fähigkeit der Erwachsenen, Schutz zu geben man sieht ihnen die schrecklichen Erlebnisse nicht an Begegnung der Kulturen Neuartiges Aussehen von Menschen, unterschiedliches Sitten Verständigungs- und Sprachprobleme Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Erziehungsstile Angst, etwas falsch zu machen Belastungen durch die aktuellen Lebensbedingungen!! Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 8

9 Kindertagesstätte Alltagsstrukturierung, Trennung von den Eltern Unregelmäßigkeit, periphere Bedeutung trotzdem wichtig Besondere Situationen Eingewöhnung selbstbestimmtes Entscheiden Blickkontakt Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 9

10 Mögliche Reaktionen auf schlimme Erlebnisse Rückzug, Scheu Unruhe, Reizbarkeit, Aggression Krieg spielen und malen Krankheit Progression Regression Unbekümmert fröhlich geistesabwesend Angst Wut Klammern Distanz Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 10

11 Was brauchen Kinder? Integration in Abläufe und Regelsystem Interesse, Wissen und Verstehen Raum und Zeit spezifische Förderung Wir würden ihm eine Umgebung bieten, in der es Boote malen kann Soziale und emotionale Stabilisierung Sicherheit und Trost Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 11

12 Auf die Haltung kommt es an Zugewandtes Interesse Andere Einstellungen würdigen meist nicht Ausdruck eines Defizites, sondern eines anderen kulturellen Hintergrundes Würdigen bedeutet nicht gutheißen Auch unsere Einstellungen sind kulturbedingt (... alleinlassen) Kulturelles Pendeln Ressourcen sehen: Überlebende Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 12

13 Politische Herausforderungen Eine gute Zukunftsperspektive hilft, das Erlebte zu verarbeiten. Wichtiger als Therapie sind Sicherheit, gute Lebensbedingungen, Arbeit, Schule und Integration in soziale Netzwerke. Der Staat setzt die Überlebenden wieder auf wacklige Boote, so kann niemand heil werden Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 13

14 Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen? Ulrich Gerth: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen." 14

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