25 LD 330/2 25 LD 425/2

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1 WERKSTATT- HANDBUCH Motoren der Serie 25LD330-2, 425-2, Code LD 330/2 25 LD 425/2 1. Auflage AUSGABE 1

2 Einleitung In diesem Werkstatthandbuch werden alle Informationen so genau wie möglich wiedergegeben. Natürlich unterliegt die Baureihe LOMBARDINI ständigen Weiterentwicklungen. Daher können Informationen in diesem Werkstatthandbuch ohne Vorankündigung und / oder Verbindlichkeiten verändert werden. Die in diesem Werkstatthandbuch veröffentlichten Informationen sind das Eigentum der Firma LOMBARDINI. Es sind keine Reproduktionen oder Nachbildungen in Teilen oder im Gesamten ohne schriftliche Erlaubnis der Firma LOMBARDINI gestattet. Die Informationen in diesem Werkstatthandbuch setzen voraus: 1.) Daß die Personen, die die Arbeiten an der Motortypreihe LOMBARDINI ausführen, gut geschult sind und die notwendigen Kenntnisse für diese Arbeiten besitzen. 2.) Daß die Personen, die die Arbeiten an der Motortypreihe LOMBARDINI ausführen, über die notwendigen Werkzeuge und Spezialwerkzeuge verfügen, um die Arbeiten auszuführen. 3.) Daß die Personen, die die Arbeiten an der Motortypreihe LOMBARDINI ausführen, die sachdienlichen Informationen zu der auszuführenden Arbeit gelesen und auch inhaltlich verstanden haben. Generelle Informationen zum Werkstatthandbuch 1.) Es sind nur Originalteile der Firma LOMBARDINI zu verwenden. Beim Verwenden von Teilen, die nicht von Lombardini hergestellt wurden, können eine Verminderung der Lebensdauer oder der Qualität der Arbeit auftreten. 2.) Alle Daten sind im metrischen System angegeben, d.h. in Millimetern (mm), Anzugsmomente in Newtonmetern (Nm), Gewichte in Kilogramm (kg), Volumen in Litern oder cm³, und Drücke in barometrischen Einheiten (bar). 2 AUSGABE

3 GARANTIEBESTIMMUNGEN GARANTIEBESTIMMUNGEN Die Firma Lombardini S.r.l. garantiert über einen Zeitraum von 24 Monaten ab Auslieferung an den ersten Endkunden für einwandfreie Ausführung der von ihr hergestellten Produkte. Bei Motoren, die auf stationären Aggregaten installiert sind (und die bei konstanter bzw. langsam variabler Belastung innerhalb der Grenzwerte arbeiten), gilt die Garantie bis zum Erreichen von maximal 2000 Betriebsstunden, wenn der oben genannte Zeitraum (24 Monate) nicht überschritten wurde. Ist kein Betriebsstundenzähler vorhanden, werden für jeden Kalendertag 12 Betriebsstunden angerechnet. Bei Verschleißteilen (Kraftstoffversorgungs-/Einspritzanlage, elektrische Anlage, Kühlanlage, Dichtungen, nichtmetallische Leitungen, Riemen) gilt die Garantie bis zum Erreichen von maximal 2000 Betriebsstunden, wenn der oben genannte Zeitraum (24 Monate) nicht überschritten wurde. Für eine korrekte Wartung und den regelmäßigen Austausch dieser Teile sind die Anweisungen der zusammen mit jedem Motor gelieferten Handbücher einzuhalten. Voraussetzung für die Gültigkeit der Garantie ist die Installation der Motoren gemäß ihrer technischen Eigenschaften. Die Installation muss von Fachpersonal durchgeführt werden. Ein Verzeichnis der von der Firma Lombardini S.r.l autorisierten Kundendienststellen ist im Serviceheft zu finden, das jedem Motor beiliegt. Für spezielle Applikationen mit erheblichen Änderungen am Kühlkreislauf, an der Schmierung (z.b.: Trockensumpfschmierung), an der Aufladung oder Filterung gelten die speziell ausgehandelten und schriftlich festgelegten Garantiebestimmungen. Innerhalb des oben genannten Zeitraums verpflichtet sich die Firma Lombardini S.r.l., ihre Produkte selbst oder über eine ihrer autorisierten Kundendienststellen kostenlos zu reparieren oder auszutauschen, wenn Lombardini S.r.l. oder ein von ihr autorisierter Vertreter Konformitätsabweichungen, Herstellungs- oder Materialfehler festgestellt hat. Von der Garantie ausgeschlossen bleibt jede Verantwortung und Verpflichtung für Kosten, Schäden und direkte oder indirekte Verluste, die durch den Einsatz der Motoren oder den teilweisen bzw. Totalausfall der Motoren entstehen. Die Reparatur oder der gelieferte Ersatz führen zu keiner Verlängerung oder Erneuerung der Garantiezeit. Die in den vorhergehenden Absätzen angeführten Verpflichtungen der Firma Lombardini S.r.l. verlieren in folgenden Fällen ihre Gültigkeit: - Wenn die Motoren nicht korrekt aufgebaut werden und in der Folge die korrekten Betriebsparameter beeinträchtigt und verändert werden. - Wenn der Einsatz und die Wartung der Motoren nicht gemäß den von Lombardini S.r.l. in den Betriebs- und Wartungshandbüchern angeführten Anweisungen erfolgt, die jedem Motor beiliegen. - Wenn die von der Firma Lombardini S.r.l. angebrachten Plomben beschädigt werden. - Wenn keine Originalteile der Firma Lombardini S.r.l. verwendet werden. - Wenn die Kraftstoffversorgungs- und Einspritzanlage durch ungeeignete oder verunreinigte Kraftstoffe beschädigt wurden. - Wenn die elektrische Anlage aufgrund daran angeschlossener und nicht von Lombardini S.r.l. gelieferter oder installierter Komponenten defekt ist. - Wenn die Motoren in nicht von Lombardini S.r.l. autorisierten Werkstätten repariert, auseinandergenommen oder verändert wurden. Nach Ablauf der oben genannten Fristen bzw. nach dem Erreichen der oben angeführten Anzahl von Betriebsstunden ist die Firma Lombardini S.r.l. frei von jeglicher Verantwortung und den in den Absätzen dieser Garantiebestimmungen genannten Verpflichtungen. Eventuelle Garantieansprüche aufgrund einer Konformitätsabweichung des Produkts sind an die Kundendienststellen der Firma Lombardini S.r.l. zu richten. AUSGABE 3

4 INHALT Dieses am auf den neuesten Stand gebrachte Handbuch liefert die wichtigsten Informationen für die Reparatur von luftgekühlten Dieselmotoren mit direkter Einspritzung der Marke LOMBARDINI 25LD330-2 und 25LD I STÖRUNGSBEHEBUNG Seite 7 II SICHERHEITSVORSCHRIFTEN " 8-9 III IDENTIFIZIERUNG DES MOTORS " 10 IV MOTORDATEN " 11 V KENNKURVEN " 12 VI HAUPTABMESSUNGEN " 13 VII SPEZIALWERKZEUGE " 14 VIII WARTUNG - VORGESCHRIEBENES SCHMIERÖL -FROSTSCHUTZMITTEL - FÜLLMENGEN " IX DEMONTAGE DES MOTORS " 17 Ausziehen der Bronzelagerbuchsen Ausziehen der Einspritzdüsen Ausziehen des Hauptlagers Ausziehen des Kurbelwellenrades...17 Ausziehen des Nockenwellenrades Ausziehen des Öldruck-Regulierventils Ausziehen des Schwungrades X KONTROLLE UND INSPEKTIONEN Seite 19 Auflagestift der Kraftstoff-Förderpumpe Beilageplättchen und Stößel der Einspritzpumpen Drehzahlregler-Hebel und Einstellfeder Federn und Ventile Kipphebel Kolbenringe-Kolben-Bolzen Kurbelwelle Mittelhauptlager Nockenwelle Öldichtringe Ölpumpe Pleuel Stößel und Kipphebel Ventile-Ventilführungen-Ventilsitze Zylinder Zylinderköpfe AUSGABE

5 INHALT XI EINSPRITZVORRICHTUNG Seite 27 Demontage-Montage der Einspritzdüsen Dichtheitsprüfung Einspritzdüsen Einspritzpumpen Einstellung der Einspritzpumpen Kontrolle und Einstellung der Einspritzdüsen Kraftstoffkreislauf Montage der Einspritzpumpen Überprüfung der Einspritzpumpen XII ELEKTRISCHE ANLAGE Seite 30 Eigenschaften der Anlage Kontrolle des Drehstromgenerators Überprüfung der Anlage XIII MONTAGE DES MOTORS Seite 31 Arbeiten am Kurbelgehäuse Axialspiel der Kurbelwelle Einspritzdüsen und Förderleitungen Einspritzpumpen Elektrostop Kolben Kontrolle der Einspritzung Kraftstoffpumpe Kurbelwelle Mittelhauptlager Nockenwelle Ölfilter Ölpumpe Pleuel Regulierung Zugstab des Drehzahlreglers Riemenscheibe und Schwungrad Schwungradseitiges Hauptlager Steuergehäusedeckel Überprüfung des Überstandes der Einspritzdüsen Ventilspiel Zylinder Zylinderköpfe AUSGABE 5

6 INHALT XIV FUNKTIONSPRÜFUNG DES MOTORS Seite 39 Einstellung der Drehzahl Kontrolle Öldruck Motorbremsprobe Überprüfung auf Ölverluste XV LAGERUNG Seite 41 Lagerung Mehr als 6 Monate Vorbereitung für die Inbetriebnahme Zeitlich begrenzter Schutz (1/6 Monate) XVI ÜBERSICHTSTABELLEN Seite 42 Anzugsmomente Anzugsmomente der Standard Schrauben Einstellungen Passungen AUSGABE

7 STÖRUNGSBEHEBUNG I MÖGLICHE URSACHEN UND DEREN BEHEBUNG In der nachfolgenden Tabelle sind die möglichen Ursachen von Betriebsstörungen aufgeführt, die während des Betriebs auftreten können. Es ist auf jeden Fall systematisch vorzugehen, wobei die einfacheren Überprüfungen vor Demontagen oder Auswechslungen durchzuführen sind. MÖGLICHE URSACHE BETRIEBSSTÖRUNGEN Springt nicht an Springt nur kurzzeitig an Beschleunigt nicht Drehzahl schwankt Schwarze Auspuffgase Weiße Auspuffgase Niedriger Öldruck Ansteigen des Ölstands Hoher Ölverbrauch Öl und Kraftstoff tropfen aus dem Auspuff SCHMIERKREIS VERSORGUNGS-/ EINSPRITZKREISLAUF ELEKTRISCHE ANLAGE WARTUNG AUS-/WIEDEREINBAU EINSTELLUNGEN Leitungen verstopft Kraftstoffilter verstopft Luft im Kraftstoffkreislauf Tankentlüftungsloch verstopft Versorgungspumpe defekt Einspritzdüse blockiert Ventil der Einspritzpumpe blockiert Einspritzdüse nicht eingestellt Überm. Durchblasen b. Pumpenelement Schwerg. Steuer. d. Förderm. d. Einspritzp. Falsche Einst. der Förderm. der Einspritzp. Hoher Ölstand Druckbegrenzungsventil blockiert Ölpumpe abgenutzt Luft im Ölansaugrohr Manometer oder Druckwächter defekt Schmierstoffansaugrohr verstopft Batterie erschöpft Kabelanschluß unsicher oder falsch Anlaßschalter defekt Anlaßmotor defekt Luftfilter verstopft Längerer Betrieb im Leerlauf Unvollständiges Einfahren Motor überlastet Einspritzung vorgezogen Einspritzung verzögert Hebelsystem d. Drehzahlregl. phasenungl. Feder d. Drehzahlreg. besch. oder ausgeh. Leerlaufdrehzahl zu nieder Kolbenringe abgenutzt oder festgeklebt Zylinder abgenutzt oder gefurcht Ventilführungen abgenutzt Ventile blockiert Bronzenhauptlager-Pleuelst. abgenutzt Hebelsystem d. Drehzahlregl. schwerg. Motorwelle schwergängig Zylinderkopfdichtung beschädigt AUSGABE 7

8 II SICHERHEITSVORSCHRIFTEN WARNZEICHEN GEFAHR ACHTUNG BEI NICHTBEACHTUNG DIESER ANWEISUNGEN KANN DER BEDIENER SCHÄDEN AN PERSONEN UND OBJEKTEN VERURSACHEN BEI NICHTBEACHTUNG DIESER ANWEISUNGEN KANN DER BEDIENER TECHNISCHE SCHÄDEN AN DER MASCHINE UND/ODER INSTALLATION VERURSACHEN SICHERHEITSVORSCHRIFTEN Die Bauweise der LOMBARDINI MOTOREN garantiert einen sicheren Betrieb und eine lange Lebensdauer, sofern die Bedienungs- und Wartungsanweisungen aus dem hierzu vorgesehenen Handbuch und die nachstehenden Sicherheitsvorschriften befolgt werden. Der Motor ist in einer gemäß des Maschinenherstellers gewünschten Spezifikation gefertigt. Der Maschinenhersteller hat unter seiner Verantwortung sicherzustellen, daß alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Schutze der Gesundheit gemäß den geltenden Gesetzen getroffen werden. Der Gebrauch des Motors bei Nichtvorliegen dieser Bedingungen kann nicht als der von LOMBARDINI vorgesehene Gebrauch betrachtet werden. LOMBARDINI übernimmt daher keine Haftung für eventuelle Unfälle bzw. Schäden, die durch einen derartigen Gebrauch entstehen. Die nachstehenden Hinweise sind für den Bediener der Maschine bestimmt, um Gefahren in Verbindung mit dem Motorbetrieb, insbesondere mit den dazugehörigen ordentlichen Wartungsarbeiten zu verringern oder zu beseitigen. Der Benutzer muß diese Hinweise aufmerksam durchlesen und sich mit den hier beschriebenen Vorgängen vertraut machen. Andernfalls können ernste Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der eigenen Person sowie anderer Personen, die sich in der Nähe der Maschine aufhalten, entstehen. Der Motor darf nur von Personen bedient oder an einer Maschine montiert werden, die über die Funktion und die damit verbundenen Gefahren informiert sind. Insbesondere gilt diese Vorschrift für die ordentliche und vor allem für die außerordentliche Wartung, die nur von Personen vorgenommen werden darf, die ausdrücklich von LOMBARDINI eingewiesen wurden und sich auf die vorliegenden Unterlagen beziehen. Änderungen der Betriebsparameter des Motors sowie der Einstellung der Kraftstoffmenge und der Drehzahl, das Entfernen der Plomben, der Abbau und Anbau von Teilen, die nicht in der Bedienungs- und Wartungsanleitung enthalten sind, sowie die Wartung durch unbefugte Personen oder die Nichteinhaltung der Gesetzesvorschriften bewirkenden den Verfall der Haftung seitens LOMBARDINI für eventuelle Unfälle oder Schäden. Vor dem Starten hat sich der Bediener zu vergewissern, daß sich der Motor, vorbehaltlich der Maschinenspezifikation, auf einem nahezu waagerechten Untergrund befindet. Beim Anlassen im Handbetrieb ist sicherzustellen, daß die vorgeschriebenen Betätigungen, ohne das Risiko, gegen Wände oder gegen sonstige gefährliche Gegenstände zu fahren, erfolgen. Des weiteren ist sicherzustellen, daß der Bediener genügend Freiraum beim Starten hat. Der Start mit Startseil (mit Ausnahme des Starts mit selbsttätig aufrollendem Startseil) ist auch für den Notstart nicht zulässig. Maschine gegen Wegrollen und Kippen sichern. Der Bediener muß sich mit den Vorgängen für die Drehzahleinstellung und das Abstellen des Motors vertraut machen. Den Motor nicht in geschlossenen oder schlecht belüften Räumen starten. Beim Verbrennungsprozeß entsteht Kohlenmonoxid, ein geruchloses und hochgiftiges Gas. Der Aufenthalt in einem Raum, in dem die Motorabgase frei ausgestoßen werden, kann zur Bewußtlosigkeit oder sogar zum Tod führen. Der Motor darf nicht in Betrieb genommen werden, wenn in dessen Umgebung feuergefährliches Material oder leicht brennbarer Staub vorhanden ist, sofern nicht angemessene spezifische Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind, die für die Maschine angezeigt und bescheinigt sind AUSGABE

9 SICHERHEITSVORSCHRIFTEN II Zur Vorbeugung von Brandgefahren ist die Maschine auf einem Abstand von mindestens einem Meter von Gebäuden oder Maschinen oder anderen Gegenständen zu halten. Kinder und Tiere sollen sich in einem angemessenen Abstand von der in Betrieb befindlichen Maschine befinden, um Gefahren in Verbindung mit dem Maschinenbetrieb zu vermeiden. Alle Kraftstoffe sind feuergefährlich. Der Tank darf nur bei Stillstand des Motors gefüllt werden. Eventuell verschütteten Kraftstoff sofort sorgfältig entfernen. Die mit Kraftstoff oder Öl getränkten Tücher bzw. Putzmittel gemäß den gesetzlichen Vorschriften entsorgen. Des weiteren sich vergewissern, daß eventuell vorhandene schalldämmende Platten aus porösem Material nicht mit Kraftstoff getränkt sind und der Boden unter der Maschine keinen Kraftstoff oder Öl aufgesaugt hat. Nach jedem Tanken den Tankverschluß sorgfältig verschließen, den Tank nicht bis zum Rand befüllen, sondern einen entsprechenden Freiraum für die temperaturbedingte Expansion des Kraftstoffes lassen. Kraftstoffdämpfe sind hochgiftig. Das Tanken darf nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen vorgenommen werden. Während des Tankens sind das Rauchen und der Umgang mit offenem Feuer verboten. Der Motor ist nach den Anweisungen des Bedienungshandbuchs des Motors bzw. der Maschine zu starten. Keine zusätzlichen Starthilfen, die nicht ursprünglich an der Maschine vorhanden sind (Startpilot etc.) verwenden. Vor dem Starten alle für eine eventuelle Wartung am Motor oder an der Maschine benutzten Werkzeuge, Betriebsstoffe und Betriebshilfsstoffe entfernen. Es ist sicherzustellen, daß alle ggf. entfernten Schutzverkleidungen wieder angebaut sind. Für den Betrieb bei sehr niedrigen Temperaturen darf, um den Startvorgang zu erleichtern, der Dieselkraftstoff mit Petroleum (oder Kerosin) gemischt werden. Dieser Vorgang hat im Tank zu erfolgen. Zuerst wird Petroleum und anschließend Dieselkraftstoff eingefüllt. Die Verwendung von Benzin ist nicht gestattet, da sich gefährliche Dämpfe bilden. Während des Betriebs erreicht die Oberfläche des Motors Temperaturen, die gefährlich sein können, insbesondere ist die Berührung der Abgasanlage zu vermeiden. Bevor Arbeiten am Motor durchgeführt werden, muß dieser abgekühlt sein. Keine Arbeiten am laufenden Motor ausführen. Das Kühlflüssigkeitssystem steht unter Druck. Keine Kontrollen ausführen, bevor der Motor nicht abgekühlt ist. Auch bei abgekühltem Motor den Verschluß des Kühlers oder des Ausgleichsgefäßes mit Vorsicht öffnen, sowie Schutzbekleidung und eine Schutzbrille tragen. Falls ein elektrischer Lüfter angebaut ist, sich nicht dem heißen Motor nähern, da sich der Lüfter auch bei abgestelltem Motor einschalten kann. Die Reinigung der Kühlanlage ist bei Stillstand des Motors vorzunehmen. Bei Reinigung des Ölbadluftfilters darauf achten, daß das verschmutzte Öl gemäß den gesetzlichen Vorschriften entsorgt wird: Das eventuell in den Luftfiltern befindliche schwammartige Filtermaterial darf nicht mit Öl getränkt sein. Der Zyklonvorfilter muß frei von Öl sein. Der Ölwechsel, der bei betriebswarmem Motor (Öltemperatur ca. 80 C) vorzunehmen ist, erfordert besondere Vorsicht, da Verbrennungsgefahr besteht. Hautkontakt mit Öl ist zu vermeiden, da dies gesundheitsschädlich ist. Beim Wechsel des Ölfilters ist zu beachten, daß er eine hohe Temperatur aufweisen kann (Verbrennungsgefahr). Es ist sicherzustellen, daß das Altöl, der Ölfilter und das darin enthaltene Öl gemäß den gesetzlichen Vorschriften entsorgt werden. Die Kontrolle, Nachfüllung und der Wechsel des Kühlmittels sollen bei abgestelltem und kaltem Motor vorgenommen werden. Es ist zu beachten, daß bei der Mischung von nitrithaltigen Flüssigkeiten mit anderen Flüssigkeiten, die keine derartigen Bestandteile enthalten, gesundheitsschädliche Nitrosamine entstehen können. Das Kühlmittel ist umweltschädlich und ist daher gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu entsorgen. Bei Arbeiten, die den Zugang zu beweglichen Teilen des Motors bzw. den Abbau der Schutzverkleidung an Rotationsstellen beinhalten, ist die Batterie abzuklemmen, damit zufällige Kurzschlüsse und das Einschalten des Anlassers verhindert werden. Die Keilriemenspannung nur bei Stillstand des Motors kontrollieren. Für den Transport des Motors nur die dafür von LOMBARDINI vorgesehenen Transportösen verwenden. Diese Transportösen sind nicht als Hubpunkte für die gesamte Maschine geeignet. Hierfür sind die vom Maschinenhersteller vorgesehenen Vorrichtungen zu verwenden. AUSGABE 9

10 III IDENTIFIZIERUNG DES MOTORS MOTORTYP Anz. Zylinder Hubraum Diesel LOMBARDINI Baugruppe IDENTIFIZIERUNGSDATEN Umdr./Minute Kundennummer Typenprüfnummer Motornummer 10 AUSGABE

11 MOTORDATEN IV MOTORDATEN MOTORTYP Anzahl Zylinder Bohrung Hub Hubraum Verdichtungsverhältnis N 80/1269/CEE-ISO 1585 Leistung kw (PS) NB ISO IFN NA ISO ICXN Höchstdrehmoment * Spezifischer Kraftstoffverbrauch ** Ölverbrauch Fassungsvermögen Standardölwanne Empfohlene Batterie 12V Trockengewicht Luftvolumen Verbrennung Luftvolumen Kühlung Max. zul. Axialbelastung: dauernd (augenblicklich) Max. zul. Neigung N. mm mm Umdr/1' Nm g/kw.h g/kw.h lt Ah -A kg m³/h m³/h kg. Schwungradseite: dauernd (augenblicklich) Abtriebseite: dauernd (augenblicklich) Seitlich: dauernd (augenblicklich) * Entspricht der Leistung N ** Krafstoffverbrauch am max. Dremoment 25LD :1 10(13,6) 12(16,3) 9,3(12,6) 11,2(15,2) 8,6(11,7) 10,3(14) 246 0,8 1, (300) 25 (30 ) 25 (35 ) 25 (40 ) 25LD :1 12,5(17) 14(19) 11,4(15,5) 13(17,7) 10,5(14,3) 12(16,5) 246 0,8 1, (300) 25 (30 ) 25 (35 ) 25 (40 ) AUSGABE 11

12 V KENNKURVEN KENNKURVEN FÜR LEISTUNG, ABTRIEBSDREHMOMENT, SPEZIFISCHEN KRAFTSTOFFVERBRAUCH 25LD LD425-2 N (80/1269/CEE - ISO 1585) FAHRZEUGLEISTUNG: Wechselbetrieb mit variabler Drehzahl und Belastung NB (ISO IFN) NICHT ZU ÜBERLASTENDE DAUERLEISTUNG: Leichter Dauerbetrieb mit variabler Belastung und konstanter Drehzahl. NA (ISO ICXN) ÜBERLASTBARE DAUERLEISTUNG: Kontinuierlicher Schwerbetrieb mit konstanter Drehzahl und Belastung. Mt-N DREHMOMENTKURVE (für Kurve N) C Brennstoffverbrauchskurve nach Leistung N U1: normaler Drehzahlbereich, eingestellte Motoren auf /min U2: normaler Drehzahlbereich, eingestellte Motoren auf /min Die in den vorliegenden Tabellen angegebenen Leistungen gelten für Motoren, die mit Luftfilter und Standardschalldämpfer ausgerüstet sind, nach abgeschlossenem Einlaufen und bei einer Umgebungstemperatur von 20 C bei 1 bar. Die Maximalleistung wird mit einer Toleranz von 5% gewährleistet. Die Motorleistungen nehmen pro 100 m Höhenunterschied um 1% und jedem 5 C-Schritt über den genannten 25 C um 2% ab. Hinweis: Für Kurven zur Leistung, zum Abtriebsdrehmoment und zum spezifischen Kraftstoffverbrauch bei anderen als den oben angeführten Drehzahlen wenden Sie sich bitte direkt an LOMBARDINI AUSGABE

13 HAUPTABMESSUNGEN VI 25LD LD LD LD425-2 Bemerkung: Alle Maße in mm AUSGABE 13

14 VII SPEZIALWERKZEUGE WERKZEUG COD. BESCHREIBUNG 00365R0020 Abzieher für Schwungrad 00365R0010 Universal-Abzieher 00365R0900 Abzieher für Bronzelagerbuchsen 00365R0890 Abziehvorrichtung für Zahnrad 00365R0910 Montagewerkzeug für Mittelhauptlager 00365R0930 Montagegerät Gummiteile, Führungen, Ventile 00365R0770 Montagemanschette für Zylindermontage D mm 00365R0940 Kontrollgerät für Voreinlaßwinkel 00365R0430 Prüfgerät Einspritzdüsen 14 AUSGABE

15 WARTUNG - VORGESCHRIEBENES SCHMIERÖL -FROSTSCHUTZMITTEL - FÜLLMENGEN VIII Das Nichtbefolgen der in der Tabelle angeführten Arbeiten kann zu technischen Schäden an der Maschine bzw. an der Anlage führen. WARTUNG ARBEIT TEIL BETRIEBSSTUNDEN REINIGUNG KONTROLLE AUSWECHSLUNG ÜBERHOLUNG ÖLBADLUFTFILTER RIPPEN VON KOPF UND ZYLINDER INNEREN DES ÖLFILTERS KRAFTSTOFFTANK EINSPRITZDÜSE ÖL DES LUFTFILTERS STAND ÖL IN DER WANNE BATTERIEFLÜSSIGKEIT SPIEL DER VENTILE UND KIPPHEBEL EINSTELLUNG DER EINSPRITZDÜSE ÖL LUFTFILTER WANNE ÖLKARTUSCHE INNEREN DES ÖLFILTERS KRAFTSTOFFILTER EINSATZ DES TROCKENLUFTFILTERS TEILWEISE GENERELL (*) (*) (**) (**)(***) (x) (xx) Erstes Auswechseln (*) Unter besonderen Einsatzbedingungen auch täglich (**) In sehr staubiger Umgebung alle 4-5 Stunden (***) Siehe vorgeschriebenes Öl. (x) Die Teilinspektionen umfassen: Schleifen von Ventilen und Sitz, Inspektion von Einspritzdüse und Einspritzpumpe, Kontrolle der Einspritzdüse auf Hervorstehen, Einspritzdüse auf Verstellung kontrollieren, Kontrolle auf Totraum zwischen Kopf und Kolben, Kontrolle des Achsenspiels von Kurbelwelle und Motorwelle, Spannung/Sitz der Schraubenmuttern. (xx) Die allgemeine Inspektion beinhaltet neben den für die Teilinspektion angegebenen Arbeiten den Austausch von Zylinder und Kolben, die Regulierung von Sitzen, Führungen und Ventilen, das Ersetzen oder Regulieren der Motorwelle, Austauschen der Bronzehauptlager der Pleuelstange. Die hier genannten Wartungsarbeiten betreffen den unter normalen Umgebungsbedingungen betriebenen Motor (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Staubbildung) und können je nach Einsatzart variieren. Um Explosionen oder Brände zu vermeiden, darf während der Durchführung dieser Arbeiten nicht geraucht oder mit offenen Flammen hantiert werden. Die Kraftstoffdämpfe sind hochgiftig, die Arbeiten sind daher im Freien oder in gut belüfteter Umgebung durchzuführen. Das Gesicht nicht dem Einfüllstopfen nähern, um keine giftigen Dämpfe einzuatmen. Keinen Kraftstoff verschütten, da dieser stark umweltschädlich ist. KRAFTSTOFF Zum Tanken wird die Verwendung eines Trichters empfohlen, um ein Verschütten des Kraftstoffs zu vermeiden. Der Kraftstoff sollte außerdem gefiltert werden, um zu verhindern, daß Staub oder Schmutz in den Tank geraten. Diesel für Kraftfahrzeuge verwenden. Die Verwendung von nicht empfohlenem Diesel könnte zu einem Motorschaden führen. Der Kraftstoff muß eine Cetanzahl über 45 aufweisen, um Startschwierigkeiten zu vermeiden. Keinen verschmutzten Diesel oder Wasser-Diesel- Gemische verwenden, da dies zu schweren Problemen am Motor führen würde. Fassungsvermögen des Standardtanks: lt. 4,0 AUSGABE 15

16 VIII WARTUNG - VORGESCHRIEBENES SCHMIERÖL - FROSTSCHUTZMITTEL - FÜLLMENGEN Arbeitet der Motor mit zu wenig Öl, kann er zu Schaden kommen. Es ist sehr gefährlich, zuviel Öl einzugießen, da dessen Verbrennung zu einer plötzlichen Erhöhung der Drehzahl führen kann. Geeignetes Öl verwenden, um den Motor zu schützen. Nichts hat mehr Einfluß auf die Leistung und die Lebensdauer des Motors als das Schmieröl.Der Einsatz von Öl mit anderen als den vorgeschriebenen Eigenschaften oder die Vernachlässigung des regelmäßigen Ölwechsels erhöhen die Gefahr des Kolbenfressens, des Festklebens der Kolbenringe und der raschen Abnutzung der Zylinderbuchse, der Lager und aller anderen sich bewegenden Teile. Die Lebensdauer des Motors würde dadurch erheblich verkürzt. Die Viskosität des Öls muß der Umgebungstemperatur, in der der Motor arbeitet, angepaßt sein. Verbrauchtes Motoröl kann Hautkrebs verursachen, wenn es wiederholt und über längere Zeit hinweg mit der Haut in Berührung kommt. Sollte der Kontakt unvermeidbar sein, so sollte man die Hände so bald wie möglich sorgfältig mit Wasser und Seife waschen. Das verbrauchte Öl nicht wegschütten, da es höchst umweltschädlich ist. VORGESCHRIEBENES ÖL AGIP SINT W40 Spezifikation API SJ/CF ACEA A3-96 B3-96 MIL-L D/E. ESSO ULTRA 10W40 Spezifikation API SJ/CF ACEA A3-96 MIL-L D/E. In Ländern, in welchen die Produkte der Marken AGIP und ESSO nicht erhältlich sind, wird Öl für Benzinmotoren API SJ/CF oder Öl, das der Spezifikation MIL-L D/E entspricht, vorgeschrieben. NACHFÜLLEN VON ÖL (Liter) Standardölwanne inklusive Filter ACEA-ORDNUNG 1,8 l GRADUIERUNG SAE 10W SAE 20W SAE 30 SAE 40 SAE 10W-30 SAE 10W-40 SAE 10W-60 SAE 15W-40 base minerale SAE 15W-40 base semi-sintetica SAE 20W-60 base semi-sintetica SAE 5W-30 base sintetica SAE 5W-40 base sintetica SAE 0W-30 base sintetica A = Benzin B = Dieselkraftstoff E = Heizöl Vorgesehene Niveaus: A1-96 A2-96 A3-96 B1-96 B2-96 B3-96 E1-96 E2-96 E3-96 BENZINA - ESSENCE - PETROL DIESEL BENZIN - GASOLINA API CF CE CD CC CB CA SA SB SC SD SE SF SG SH SJ CCMC G- 2 G- 4 CCMC G- 3 G- 5 CCMC PD - 1 / PD - 2 D- 4 CCMC D- 2 D- 5 CCMC D- 3 MIL - L D MIL - L E MIL - L C MIL - L D/E MB MB MB MB MB VW VW VW VOLVO VDS MAN QC AUSGABE

17 DEMONTAGE DES MOTORS IX Wenn für die Reparaturarbeiten Druckluft verwendet wird, muß eine Schutzbrille getragen werden. DEMONTAGE UND MONTAGE Dieses Kapitel beinhaltet die Demontage, Montage und Einstellungen, die wichtigsten Abmessungen und eine Beschreibung der Arbeitsvorgänge. Es ist zu berücksichtigen, daß eine korrekte Reparatur nur mit Originalteilen der Firma LOMBARDINI möglich ist. Ausziehen der Einspritzdüsen Kraftstoffzuleitungen lösen. Ausbauen der Einspritzdüsen mit dem handelsüblichen Abziehgerät wie in Abb.1 gezeigt. 1 2 Ausziehen des Schwungrades Abzieher Nr R0020 verwenden (Abb.2). Beim Ausbau besonders darauf achten, daß das Schwungrad nicht herunterfällt. Dies wäre sehr gefährlich für den Bediener. Zum Entfernen des Schwungradkranzes eine Schutzbrille tragen. ACHTUNG: Beim Ausziehen der Riemenscheibe sind schroffe, axiale Bewegungen des Ausziehers zu vermeiden. Ausziehen des Hauptlagers Demontieren des Lagers mittels zweier M8-Schrauben, wobei darauf zu achten ist, daß diese gleichmäßig anzuziehen sind, oder mit einem handelsüblichen Auszieher wie in der Abbildung 3 gezeigt. 3 Ausziehen des Kurbelwellenrades Auszieher Nr R0890 (Abb. 4) verwenden. 4 AUSGABE 17

18 IX DEMONTAGE DES MOTORS Ausziehen des Nockenwellenrades Auszieher Nr R0010 (Abb.5) verwenden. 5 Ausziehen der Bronzelagerbuchsen Am Kurbelgehäuse (Abb.6) Am Hauptlager (Abb.7) Auszieher Nr R0900 verwenden. 6 7 Ausziehen des Öldruck-Regulierventils Lockern der Ventilbefestigungsschraube, Abnehmen des Seeger- Ringes, der Feder und der Kugel. Im Inneren des Ventils ist ein Gewinde zu schneiden (Abb. 8) und anschließend mit einem handelsüblichen Auszieher auszunehmen AUSGABE

19 KONTROLLE UND INSPEKTIONEN X Zylinderköpfe Einzelteile siehe Abb.9: 1.Zylinderkopf - 2.Ventilstößel - 3.Ventile - 4.Ventilsitze - 5.Führungen - 6.Dichtungen - 7.Untere Ventilfederteller - 8.Federn -9.Obere Ventilfederteller - 10.Kegelstücke - 11.Kipphebel - 12.Kipphebelstifte - 13.Dichtungen - 14.Kipphebelwellen - 15.Verkleidungsrohre der Kipphebelwellen - 16.O-Ring - 17.Nockenwelle. Die Zylinderköpfe sind aus Aluminium mit eingefügten Ventilführungen und Ventilsitzen aus Guß hergestellt. Um Deformationen zu vermeiden, sind die Zylinderköpfe niemals im warmen Zustand auszubauen. 9 Kohlebeläge von den Zylinderköpfen entfernen und Kontaktflächen der Zylinder überprüfen. Wenn diese verformt sind, sind sie für eine Tiefe von max. 0,3 mm planzufräsen. Überprüfen, daß die Zylinderköpfe keine Risse oder Verformungen aufweisen; anderenfalls sind sie nach Maßgabe des Ersatzteilkataloges zu ersetzen. Ventile-Ventilführungen-Ventilsitze Die Ventile sind mit einer Metallbürste zu reinigen und bei Verformungen, Rissen oder übermäßigem Verschleiß der Ventilteller zu ersetzen. Ventilführung Einlaß Auslaß a mm 6,960 6,970 6,945 6,955 b mm 7,00 7,01 Ventilführung c mm 13,025 13,037 d mm 0,8 1,0 e mm 13 13,01 10 Kontrollieren der Abmaße des Ventilschaftes (Abb.11) und des Spiels zwischen Ventilführung und Ventil, Ausbohren der Führung bis zum Erreichen der in der Tabelle aufgeführten Abmaße (Abb.10). Wenn das Spiel größer als 0,1 mm ist, sind Führung und Ventil zu ersetzen. Beim Einbau neuer Ventilführungen müssen jeweils immer die Ventilsitze nachgeschliffen werden. Es stehen Ventilführungen mit einem äußeren Übermaß von 0,1 mm zur Verfügung. 11 AUSGABE 19

20 X KONTROLLE UND INSPEKTIONEN Nach langer Betriebsdauer des Motors und infolge des andauernden Aufschlagens der Ventile auf die Sitze bei hoher Temperatur verhärten die Auflagekanten der Ventilsitze, was ein Nachfräsen von Hand sehr erschwert. Demnach muß die verhärtete Oberschicht unter Verwendung einer 45 -Schleifscheibe, wie die Abbildung 12 es zeigt, entfernt werden. 12 Ein Bearbeitung des Ventilsitzes verursacht eine Verbreiterung der Sitzfläche P (siehe Abb.13). Die Anpassung des Ventils an den Ventilsitz muß unter Verwendung von feinkörniger Schleifpaste erfolgen, die auf den Ventilsitz aufgetragen wird, wobei das Ventil unter leichtem Druck hin und her gedreht wird, bis die bearbeiteten Sitze einwandfrei passen (Abb.14). Die in der Tabelle aufgeführten Werte zur Senkung der Ventile sind einzuhalten (Abb.10). 13 Montagemaß mm Verschleißgrenze mm d= 0,8 1,0 d=1,3 Bei Unterschreitung dieses Maßes kann es zu einem Aufschlagen der Ventile auf den Kolben kommen. Wird das Maß von 1,3 mm überschritten, müssen die Ventilsitzringe ausgewechselt werden. Die Montage neuer Ventile oder Ventilsitze erfordert immer ein Einschleifen. Es sind Ventilsitze mit einem äußeren Übermaß von 0,5 mm erhältlich. 14 Ventil und Sitz sind anschließend gründlich mit Petroleum oder Benzin zu reinigen, um Rückstände der Schleifpaste oder Späne zu entfernen. Um die Dichtheit zwischen Ventil und seinem Sitz nach dem Schleifen festzustellen, ist folgendermaßen vorzugehen: 1. Ventil mit Feder, Ventilteller und Ventilkegelstücken auf den Kopf montieren (siehe Abb.9). 2. Den Zylinderkopf umdrehen und einige Tropfen Diesel oder Öl auf den Umfang des Ventiltellers geben. 3. Preßluft in das Innere des Kanals einblasen und die Ränder des Kanals mit einem Lappen abdichten, um Luftaustritte zu vermeiden (Abb.15). Beim Austreten von Luftblasen zwischen Ventil und Ventilsitz muß das Ventil ausgebaut und der Schleifvorgang wiederholt werden AUSGABE

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