Jahre. 25 Jahre. 25 Jahre Schule für Sozialbetreuungsberufe Linz-Salesianumweg.

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1 25 Jahre Ausbildungszentrum Sozialbetreuungsberufe Salesianumweg Linz Tel.: 0732/ Mobil: 0664/ Fax: 0732/ Jahre 25 Jahre Linz-Salesianumweg im Bild jeweils v. l. n. r. 1. Reihe: Dir. Herbert Lunglmayr, Martina Pichler, Karl Krückl, Beate Antesberger, Martin Böhm, Petra Eckerstorfer, Iris Mielacher, Christian Grill 2. Reihe: Rita Ahorner, Ingrid de Verrette, Ingrid Zauner, Ingeborg Meinecke, Margarita Lederer, Cornelia Patsalidis-Ludwig 3. Reihe: Andreas Nimmervoll, Helmut Maurer, Eveline Nimmervoll, Regina Kaspar, Margit Aichberger, Georg Krammer 4. Reihe: Lisa Zopf, Regina Grasser, Anna Elisabeth Umbauer, Rainer Krumhuber, Maria Prieler-Woldan, Margarete Reder, Notburga Hammerschmid, Barbara Lehmann 5. Reihe: Brigitte Gruber-Aichberger, Christoph Huber, Maximilian Kiesenhofer, Josef Ratzenböck nicht im Bild: Barbara Brunbauer, Andreas Größinger, Thomas Hammerl, Isabel Hollinger, Rudolf Kühberger, Ernst Leidinger, Christine Obermayr, Josef Pichler, Eva Pröll, Gerti Pühringer, Roswitha Resch, Auguste Scheibl, Angela Schreiner, Manuela Tomaschko, Reinhard Thauerböck, Tatjana Wojakow Caritas in Oberösterreich

2 HR Dr. in Maresa Binder Landesschulinspektorin Entwicklung von praktischen, technischen Fähigkeiten, von Wissen und tieferem Verständnis, von Haltungen und Werten, das bieten 25 Jahre lang die Bildungsgänge der Caritas in ihren Schulen in Oberösterreich, das beschreibt das Angebot der Linz Salesianumweg. 25 Jahre Humanberufliche Schulen leben, was sie lehren, dieses Prinzip humanberuflicher Typen passt gut zur Linz Salesianumweg. Sie hat sich wertschätzende Begegnung und verantwortungsbewusstes Verhalten und Handeln in ihr Leitbild geschrieben. 25 Jahre Linz Salesianumweg sind eben so viele Leiterjahre von Herbert Lunglmayr, der die Schule von Hartheim nach Linz begleitete und alle ihre Formen professionell gestaltet hat. Eine Kerze verliert nichts von ihrer Leuchtkraft, wenn man eine andere damit anzündet. Könnten wir Menschen nicht davon etwas lernen? Willy Meurer DANKE ihm und allen Frauen und Männern, die mit ihm gegangen sind! Stärkung durch Bildung, das war mein Wunsch bei der Jubiläumsfeier vor fünf Jahren. Ich erneuere heute diesen Wunsch für alle Lehrenden, Absolventen und Absolventinnen. Mit herzlichen Grüßen aus dem Landesschulrat OÖ! Vorwort Landesschulinspektorin 2 3

3 Mathias Mühlberger Direktor der Caritas in Oberösterreich Kein Zweifel: Dienst am Menschen braucht Qualität Wir haben in fast allen Ländern der Welt, aber auch in Österreich mit Blick auf die Zukunft ein Finanzierungs problem der Dienstleistungen und Notwendigkeiten im Sozialen. Wenn es zu keinen Änderungen in den Finanzierungslogiken und zu keinen Systemänderungen kommt, ist angesichts der steigenden Bedarfe und der Demografie ein Kollaps absehbar. Politisch und gesellschaftlich ist Handeln angesagt und die Zeit läuft. 25 Jahre Das finanzielle Ausbluten der öffentlichen Haushalte bewirkt ein Reduzieren von Leistungen, der Druck auf die anbietenden Sozialorganisationen nimmt zu. Das birgt in sich die Gefahr, dass auch bei der Qualität der Ausbildung und damit auch in weiterer Folge bei der Qualität der Dienstleistungen gespart wird. Als Caritas haben wir mit Überzeugung ein hohes Qualitätsbewusstsein und entsprechende Standards in unserer Ausbildung und Arbeit verankert, um deren Weiterentwicklung wir ständig bemüht sind. Wir setzen damit auch Maßstäbe in anderen Ländern, wo wir mit Know-how-Austausch und dem Aufbau von Modellprojekten die Entwicklung von Qualitätsstandards in der sozialen Arbeit maßgeblich mitentwickeln. So wird z.b. in Bosnien gerade die erste eröffnet mit Know-how und Unterstützung der Caritas in Oberösterreich. Es darf nicht geschehen, dass in anderen Ländern neue Standards am sozialen Sektor geschaffen werden, während in Österreich das Qualitätsniveau aufgrund von Einsparungsmaßnahmen zurückgeschraubt wird. Der Dienst an jenen Menschen, die Unterstützung, Stärkung, Begleitung und Pflege brauchen, erfordert bestausgebildete Mitarbeiter/innen und die bestmögliche Betreuungsqualität. In anderen Bereichen (Wirtschaft, Forschung etc) wird nicht in Zweifel gestellt, dass der Qualifikations- und Qualitätslevel ständig erweitert und erhöht wird. Gerade hier darf und kann nicht gespart werden. Dieses Bewusstsein zu schaffen und zu verstärken, ist auch eine Aufgabe von uns als große Sozialorganisation. Dass es in unserem Bundesland bisher ein breites und ausdifferenziertes Betreuungsangebot gibt, dass Qualität einen hohen Stellenwert hat, ist sicher ein Verdienst der OÖ. Landesregierung und der Rahmenbedingungen, vieler Träger von Diensten und Einrichtungen, vieler Mitarbeiter/innen und auch ein Verdienst unserer Bildungseinrichtungen wie der der Caritas mit den Ausbildungsschwerpunkten Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung. 4 5 Ich gratuliere zum 25-jährigen Jubiläum, bedanke mich für das hervorragende Wirken und Entwickeln in all den Jahren und wünsche eine gute qualitätsvolle Zukunft um der Menschen willen, für die wir da sind. Vorwort Direktor der Caritas in Oberösterreich

4 Dr. in Gertraud Assmann Mag. a Maria Sumereder Geschäftsführung Caritas für Menschen mit Behinderungen 25 Jahre Qualität in der Ausbildung als eine Antwort auf die Krise(n) Die aktuelle Wirtschaftskrise hat die Sozialwirtschaft in den letzten Monaten mit aller Deutlichkeit erreicht. Während Wirtschaftsexperten nunmehr allerorts von der Erholung der Wirtschaft sprechen, sind die Auswirkungen im sozialen Bereich vermutlich erst am Anfang. Die Kluft zwischen qualitativ hochwertigen Dienstleistungen für unsere Kund/innen und deren realen Finanzierungsmöglichkeiten wird größer. Der deutsche Zukunftsforscher Erik Händeler sieht in unserer derzeitigen Krise die Chance, die Strukturen und Berufe von morgen zu entwickeln und schlägt Politik, Wirtschaft und Institutionen vor, als besten Weg in die Zukunft gezielt in Menschen zu investieren. In Menschen zu investieren heißt vor allem, sie an Wissen und Informationen möglichst umfassend teilhaben zu lassen. In unserem Arbeitsfeld mit Menschen mit Beeinträchtigungen ist dies ein Thema sowohl für unsere Kund/innen als auch für unsere Mitarbeiter/innen. Mit unserer blicken wir auf ein Vierteljahrhundert des Ausbildens von Fachkräften zurück. Sowohl damals wie auch heute geht es um die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen, die einer kompetenten Unterstützung bedürfen. Es geht um die Erhöhung ihrer Lebensqualität und um ihre größtmögliche Teilhabe in unserer Gesellschaft. Eine hochwertige Ausbildung unserer Mitarbeiter/innen garantiert nicht nur einen besseren Zugang zu den Herausforderungen und Möglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern sichert uns als Träger von Einrichtungen ein größeres Potential an Selbstreflexion und damit ein höheres Maß an Veränderungsmöglichkeiten. Gerade in Zeiten der Finanzknappheit erfordern viele Fragestellungen eine größere Bandbreite von Lösungsmöglichkeiten hier sind vor allem engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter/innen gefragt. Schlussendlich geht es in Zusammenhang mit dem wachsenden Selbstbewusstsein und der stärker werdenden Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen auch um neue Aufgaben für unsere Mitarbeiter/innen als Sozialbetreuer/innen: durch eigene fachliche Arbeit gesamtgesellschaftlich das Bild von Menschen mit Beeinträchtigungen verändern zu helfen. Die Geschichte hat gezeigt, dass gerade in Krisenzeiten Ausgrenzungstendenzen stärker werden. Diesen gilt es mutig entgegen zu treten! Vorwort Geschäftsführung Caritas für Menschen mit Behinderungen 6 7 Eine gute Ausbildung verhilft nicht nur zu Wissen, sondern bildet den Menschen in seiner Ganzheit. Eine solche Investition als Antwort auf die Krise(n) gibt nun grundsätzlich Hoffnung auf eine gute Zukunft. Wir freuen uns über das 25-jährige Jubiläum unserer Schule, danken Direktor Mag. Herbert Lunglmayr und seinem Team für die bisherige Arbeit und wünschen viel Kraft und Zuversicht für die nächste Zeit.

5 Herbert Lunglmayr Mut zur Qualität 25 Jahre Schulentwicklung 25 Jahre FACHBEITRÄGE Inhalt Mut zur Qualität 25 Jahre Schulentwicklung 9 Qualitätsentwicklung in der oder: Redlich nährt sich das Eichhörnchen 13 Qualität im Unterricht Mut zur Qualität?! 16 Qualität der Pflege im Behindertenbereich 19 Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung 22 Primäre, sekundäre und soziogene Behinderung 27 Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung 30 Wohnen ist Leben 34 Bewegung und Sport als Beitrag zur Lebens qualität von Menschen mit Beeinträchtigung 37 Im zeitlichen Umfeld des Internationalen Jahres für Behinderte 1981 entwickelte eine starke, alternativ denkende Lobby, massiven Druck zur Durchsetzung der Rechte behinderter Menschen. Dabei gerieten besonders große Anstalten und Einrichtungen unter Zugzwang, die in der Wissen schaft schon weit verbreiteten Erkenntnisse pädagogischer Betreuung von Menschen mit Behinderungen in ihren Betreuungskonzepten zu berücksichtigen. Das hatte auch Auswirkungen auf den forcierten Aufbau von Bildungseinrichtungen zur Schulung qualifizierter Mitarbeiter/innen in den Einrichtungen der Behindertenhilfe in Österreich. Erste Ansätze in Oberösterreich gab es schon Anfang der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts mit einrichtungsinternen Ausbildungslehrgängen für Mitarbeiter/innen im Diakoniewerk Gallneukirchen und im Institut Hartheim. In Gallneukirchen wurde eine 3-jährige Fachschule für Sozialberufe/Behindertenarbeit mit Beginn des Schuljahres 1976/77 geführt. Im Februar 1983 übernahm ich die Aufgabe als Pädagogischer Leiter des Institutes Hartheim und organisierte im Rahmen meiner Umstrukturierungsmaßnahmen und der Neukonzeption der Betreuungsarbeit in den ersten beiden Jahren die Wiederaufnahme der hausinternen Lehrgänge für Behindertenarbeit für unsere eigenen Mitarbeiter/innen. Caritasdirektor Dr. Franz Stauber beauftragte mich 1985 auf mein Ersuchen, einen Lehrgang mit Öffentlichkeitsrecht nach dem damals für Österreich gültigen Lehrplan errichten zu dürfen, diesen Lehrgang für Behindertenarbeit für Berufstätige unter der Trägerschaft der Caritas am Standort Hartheim zu leiten. Im Schuljahr 1985/86 wurde der Lehrplan des Lehrgangs für Behindertenarbeit für Berufstätige im Bundesgesetzblatt nach Vorarbeit einer Arbeitsgruppe der bestehenden Lehrgangsstandorte vom damaligen Unterrichtministerium neu gefasst und im September 1986 veröffentlicht. Neben unserem Lehrgang waren damals noch Gallneukirchen, Wien, Waiern/Kärnten, Batschuns/Vorarlberg weitere Standorte dieser Ausbildung. Nach der Übersiedlung des Lehrgangs 1990 an die damals noch Pädagogische Akademie der Diözese in Linz, erfuhr unser Lehrgang einen enormen Aufschwung. Waren es in der Gründungszeit Mitarbeiter/innen aus drei Organisationen, konnten wir schon zum zehnjährigen Jubiläum Ausbildungsteilnehmer/innen aus mehr als 70 verschiedenen Einrichtungen zu unseren Absolvent/innen zählen. Die dynamische Entwicklung des Einrichtungswesens in Oberösterreich unter der Unterstützung der für die Sozialagenden maßgeblichen Entscheidungsträger erforderte ständig ein Mehr an qualifizierten Mitarbeiter/innen. Unser Lehrgang fiel im Jahr 1998 Einsparungsmaßnahmen auf Bundesebene im Bildungsbereich zum Opfer. Unterstützt durch den Direktorenverband der Sozialschulen (DIVOS) in Österreich, dem damaligen Caritasdirektor Msgr. Josef Mayr und der für unseren Schultyp zuständigen Landesschulinspektorin Dkfm. Ingrid Peter gelang die Errichtung einer Lehranstalt für Heilpädagogische Berufe. 8 Reflexionsfähigkeit 9 eine Kompetenz als Qualitätsmerkmal in der Sozialarbeit?! 41 Berufliche Sozialisation im Arbeitsfeld der Behindertenarbeit 46 Erfahrungen aus der Sicht einer Lehrerin der 51 Sozialpsychiatrie 53 Der Religionsunterricht an der erwachsenengerecht Religion unterrichten 56 Vom Elefanten, der vielleicht gar keiner war ( zur Psychohygiene und Supervision ) 61 Diese war entsprechend dem geltenden Organisationsstatut in ein einjähriges Basismodul und in ein anschließendes zweijähriges Diplommodul gegliedert. Die ersten Diplomand/innen verließen im Jahr 2001 unsere Schule und sind teilweise bis heute beruflich in verschiedenen Einrichtungen und Funktionen erfolgreich tätig. Unsere Schule ist logischerweise auch Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der Realität der Behindertenbetreuung. Viele Projekte nahmen ihren Ausgang in Ideen, die im Zusammenwirken mit den Fachreferent/innen weiterentwickelt wurden und in Konzepten mündeten. Sie wurden vor Ort praktisch schon während der Ausbildung in Mut zur Qualität 25 Jahre Schulentwicklung

6 Mut zur Qualität 25 Jahre Schulentwicklung die Tat umgesetzt. Einige Entwicklungen an verschiedenen Standorten tragen so die Handschrift der damaligen Diplomand/innen und deren fachliche Begleitung an der Schule zu nennen sind hier die Kollegen Mag. Johann Schauer und Dr. Karl Krückl und sind bis dato wirksam zur Unterstützung der Qualitätsarbeit für Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Einbindung von einst schon sehr positiv auffälligen Diplomabsolvent/innen in unser Team der Fachreferent/innen, unterstützt den Qualitätsprozess durch eine ertragreiche Wechselbeziehung von Fachtheorie und Fachpraxis. In den Händen dieser bewährten Leute liegen neben kommunikativen und pädagogischen Schwerpunkten auch die Praxisvorbereitung, Praxisbegleitung und Praxisreflexion. Die Bemühungen, das lange angestrebte Ziel einer beruflichen Anerkennung zu erreichen, gipfelten 2005 in einer Vereinbarung gem. Artikel 15a der Österreichischen Bundesverfassung, wonach Ausbildungslehrgänge der Sozialbetreuungsberufe für ganz Österreich gleich sein und in den einzelnen Bundesländern in den Ländergesetzen für Sozialbetreuungsberufe verankert werden sollten. In den Grundlagen dieser Vereinbarung waren auch die Anpassungen hinsichtlich der fachlichen Pflegequalität berücksichtigt, die seit der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes 1997 in punkto pflegerischer Tätigkeiten schon längst überfällig waren. Das mit 1. August 2008 in Kraft getretene OÖ. Sozialberufegesetz regelt Ausbildung, Berufsbild und Tätigkeitsbereich der Sozialbetreuungsberufe und legt u.a. auch Übergangsregelungen für die Absolvent/innen der früheren Ausbildungslehrgänge fest. Damit hat ein Berufsstand endlich die ihm zustehende Legitimation und Anerkennung erhalten. Die neue wird in ein Fachniveau und in ein Diplomniveau gegliedert. Novität ist im Fachmodul eine Fachprüfung, bestehend aus einem Fachprojekt mit Präsentation der Projektdokumentation und mündlicher Prüfung. Die Basisausbildung erfuhr hier eine qualitative Erweiterung gegenüber früherer einjähriger Lehrgänge. Die Fachprojekte werden nunmehr an unserer Schule von Beginn der Projektkonzeption an bis zur Fachprüfung von den Fachprüfer/innen begleitet, was eine besondere Qualität darstellt. Die integrierte Pflegehilfequalifikation im Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit in Verbindung mit der erwähnten Fachprüfung soll zum Einsatz für Menschen mit höherem Pflegebedürfnis befähigen. Im Juli 2010 schlossen die ersten Diplomabsolvent/innen unserer Schule die Diplomprüfung ab. Durch die wissenschaftlich stärkere Vertiefung in Methoden, Konzepte, Dokumentation und Management werden die Diplomand/innen für Führungsaufgaben und Konzeptentwicklung für ihre künftige Berufsarbeit befähigt. Die im Lehrplan des Organisationsstatutes des BMUKK für unseren Schultyp vorgesehene Kompetenzorientierung entspricht dem derzeitigen Trend schulischer Qualitätsorientierung in der beruflichen Bildung. Festzuhalten ist auch, dass unsere Qualitätsphilosophie nicht alle möglichen Kurzvarianten von Ausbildungslehrgängen anstrebt, die letztendlich einem verantwortbaren Einsatz von Absolvent/innen als Fachkräfte nicht gerecht werden können. Unter dem Zielaspekt vergleichbarer Bildungsabschlüsse der beiden Ausbildungsschwerpunkte Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung wurde deswegen von der Führung kurzer Aus bildungs lehrgänge zur Erreichung der Fachqualifikation (z.b. nur 100 Stunden Ausbildungsschwerpunkt BA in der Berufstätigenform) Abstand genommen. Hier halte ich es mit Oskar Negt (1998), der in einem Versuch, Lernziele oder Schlüsselqualifikationen für eine Gesellschaft tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen zu benennen meint, es ein Irrtum sei zu glauben, dass schnell erwerbbare und schnell einsetzbare Fertigkeiten zukunftsfähig sind. Konkret formuliert er: Der innengeleitete, kritikfähige Mensch bedarf der Reserven, der inneren Lagerhaltung, die ihm situationsunabhängige Selbstdeutungen im gesellschaftlichen Zusammenhang ermöglichen. Bildung ist wesentlich auch die Entwicklung von Eigensinn, von Wissens- und Urteilsvorräten, die nicht immer gleich anwendungsfähig sind und aufgebraucht werden. (Negt, 1998, S.33) Gesellschaftlicher Umbrüche auch in letzter Zeit der Wirtschaftskrise drängen auf Minimalisierung. Gerade, wo es um den Dienst am Menschen geht, sind Minimalkonzepte in der Bildung nicht zukunftsfähig. Deswegen auch unser Motto: Qualität trotz Krise! Rückblickend auf die letzten Jahre der Entwicklung unsere Schule darf gesagt werden, dass wir nicht müde werden dürfen, den Qualitätsaspekt unserer Schule im Blick zu haben. Das verlangt auch immer eine entsprechende Portion an Reflexionsfähigkeit und Selbstkritik. An der Schule kann ich auf ein Kernteam von kompetenten Kolleg/innen zählen, die unermüdlich diesen Entwicklungsprozess unterstützen und in die weitere Zukunft entwickeln helfen. Ihre Gedanken und Beiträge zur Qualitätsarbeit sollen im Anschluss an diesen Beitrag zur Geltung kommen. Dir. Mag. Herbert Lunglmayr Schulleitung Studium der Erziehungswissenschaft Schwerpunkte: Sondererziehung und Rehabilitation, Berufs- und Wirtschaftspädagogik Neben ihnen sei an dieser Stelle auch den beiden Geschäftsführerinnen der Caritas für Menschen mit Behinderungen Dr. in Gertraud Assmann und Mag. a Maria Sumereder und ihrem Team sowie dem Caritasdirektor Mathias Mühlberger gedankt, die seitens des Schulträgers der Entwicklung unserer Schule so positiv gegenüberstehen. Nicht unerwähnt soll die so aufgeschlossene Haltung unserer Landesschulinspektorin Hofrätin Dr. in Maresa Binder bleiben, die für unsere Belange stets ein offenes Ohr hat und Bereitschaft zur Unterstützung pflegt. Seit ihrem Bestehen hat unsere Schule unter den verschiedenen Bezeichnungen insgesamt Ausbildungsteilnehmer/innen auf die Berufsreise geschickt, damit sie mit dem erworbenen Wissen und ihren persönlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten Menschen unterstützen und begleiten, die durch ihr Sosein, diesen professionellen Dienst benötigen und darauf Anspruch haben. Die Menschen, denen dieser Dienst zuteil wird, sind es letztlich, die die Qualität der Dienstleistung unmittelbar erleben müssen und beurteilen können Quellen: Negt, O. (1998): Lernen in einer Welt gesellschaftlicher Umbrüche. In: Dieckmann H. & Schachtsiek B. (Hg.), Lernkonzepte im Wandel. Stuttgart: Klett unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Humanwissenschaftliche Grundbildung: Pädagogik; Berufskunde und Ethik Mut zur Qualität 25 Jahre Schulentwicklung

7 25 Jahre Ingrid de Verrette Qualitätsentwicklung in der Schule für Sozialbetreuungsberufe oder: Redlich nährt sich das Eichhörnchen Schon der Titel dieser Ausführungen weist darauf hin, dass Qualitätsentwicklung kein Prozess ist, der schnell vonstatten geht. Nein, im Gegenteil: Manchmal war es ein langsamer, mühsamer und beschwerlicher Weg, den unsere Schule gehen musste, um sich zu einer Schule zu entwickeln, die den Merkmalen wirksamer (guter) Schulen entspricht. Besonders die Umstellung von der Lehranstalt für Heilpädagogische Berufe zur Schule für Sozial betreuungsberufe stellte unsere Schule so wie wahrscheinlich alle Schulen unseres Schulzweiges vor große Herausforderungen und brachte einschneidende Veränderungen mit sich, die es zu bewältigen galt. Das neue Organisationsstatut, die damit verbundene veränderte Ausbildungsdauer im Fach- und Diplommodul, die neuen Ausbildungszweige Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung mit zum Teil neuen Abschlussbedingungen und vor allem die neue inhaltliche Struktur der Unterrichtsinhalte hat uns in den vergangenen dreieinhalb Schuljahren intensiv beschäftigt und zu vermehrter Zusammenarbeit im Kollegium beigetragen. Neben den Evaluationen, die bundesweit durch QIBB (QualitätsInitiative BerufsBildung) für alle humanberuflichen Schulen vorgesehen sind, befragen wir unsere Ausbildungsteilnehmer/ innen jährlich mittels eines selbstentworfenen Fragebogens zu unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen. Diese Ergebnisse zwingen uns zu einem redlichen Hinschauen auf die realen Vorgänge. Durch diese Erhebungen erhalten wir ein dichtes Feedback über unsere Arbeit in fachlicher, persönlicher und struktureller Hinsicht. Dadurch, dass wir diese Erhebungen bereits mehrmals durchgeführt haben, ist es uns weiters möglich, datenbasiert zu analysieren, ob unsere getroffenen Maßnahmen erfolgreich waren oder nicht. Rückblickend kann man sagen, dass viele Maßnahmen, die wir in Konferenzen, Schilf- Veranstaltungen, Steuergruppe, Fachgruppen und unterschiedlichen Teams erarbeitet haben, Früchte getragen haben und auch von den Ausbildungsteilnehmer/innen positiv bewertet werden. So zeigt sich bei den Ergebnissen zur Allgemeinen Zufriedenheit mit der Ausbildung im Fachmodul eine Verbesserung beim Ausbildungsschwerpunkt Behindertenbegleitung von 70% im ersten Jahrgang auf 80% im dritten Jahrgang und beim Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit sogar von 53% auf 79%. In Anbetracht der momentanen Diskussion über das österreichische Bildungssystem stellen diese Werte ein sehr positives Ergebnis dar, auf das unsere Schule mit Recht stolz sein kann. Unsere Evaluationsergebnisse haben auch gezeigt, dass gerade der Ausbildungszweig Behindertenarbeit, der die Pflegehilfeausbildung und die Ausbildung in der Behindertenarbeit gleichermaßen abdecken soll, in einer berufsbegleitenden Form kaum zufriedenstellend anzubieten ist. Einer umfassenden pflegerischen Ausbildung steht ein Minimum an Zeit für die Ausbildung im Behindertenbereich gegenüber, sodass selbst bei höchster Motivation der Ausbildungsteilnehmer/innen und der Lehrer/innen aus rein strukturellen Gründen nur ein Teil der gewünschten pädagogischen Kompetenzen vermittelt werden kann. Aus diesem Grund hat unsere Schule nach nunmehr drei berufsbegleitenden Jahrgängen beschlossen, den Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit nur mehr in der Tagesform zu führen, die vom zeitlichen Umfang wesentlich mehr Möglichkeiten für den Erwerb der sogenannten pädagogischen Fähigkeiten bietet. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt der vergangenen Jahre stellte die Zusammenarbeit der einzelnen Fächer und die Aufteilung der Inhalte auf die jeweiligen Schulstufen dar. Die Ergebnisse aus den Evaluationen haben uns gezeigt, dass die Ausbildungsteilnehmer/innen kritisieren, dass einerseits manche Inhalte mehrmals behandelt Qualitätsentwicklung in der 13

8 Qualitätsentwicklung in der wurden, dass aber andererseits bestimmte, wichtige Inhalte aus ihrer Sicht zu wenig in ihrer Ausbildung angeboten wurden. Diese Kritik war durchaus berechtigt. Jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer hat ihren/seinen geheimen Lehrplan. Will man aber als Schule wirksam sein, so ist es notwendig, eine gute Balance zwischen den Bedürfnissen der Lernenden und den Forderungen des Lehrplans zu finden. Aus diesem Grund haben wir für jeden Ausbildungszweig in jedem Unterrichtsgegenstand eine verbindliche Aufteilung der konkreten Lerninhalte erarbeitet. So konnten wir Redundanzen beseitigen, gleichzeitig viele Möglichkeiten von sinnvollen Synergien für die Zusammenarbeit erkennen und auch die Wünsche der Ausbildungsteilnehmer/innen berücksichtigen. Mit dieser Maßnahme eng verbunden war die Erarbeitung von klaren und allen bekannten Standards für die einzelnen Unterrichtsinhalte. Dabei haben wir versucht, Zielklarheit darüber herzustellen, worauf es uns im jeweiligen Unterricht ankommt und was als Minimalanforderung für einen positiven Abschluss angesehen werden kann. Besonders die Rückmeldungen aus den bisherigen Diplomklassen bestätigen uns, dass wir sehr hohe Anforderungen an die Ausbildungsteilnehmer/innen stellen. Man könnte nun meinen, dass dies negativ bewertet wird. Aber das Gegenteil ist der Fall: Ein mehr als überwiegender Teil schätzt gerade diesen hohen Anspruch. In den vergangenen Jahren haben wir uns auch intensiv mit transparenter Leistungsbeurteilung beschäftigt. Die Gründe für die Wichtigkeit dieser Thematik sind vielschichtig und zum Großteil auf die Struktur unseres Schultyps, die Organisation der berufsbegleitenden Ausbildungsform und die an unserer Schule unterrichtenden Lehrkräfte zurückzuführen. Zum einen sind unsere Schüler/innen erwachsene Ausbildungsteilnehmer/ innen die durchaus kritischere Anforderungen an transparente Leistungsbeurteilung stellen als vielleicht jüngere Schüler/innen und die vereinbarte Prüfungsbedingungen immer wieder zu Recht einfordern, wenn diese aus ihrer Sicht nicht eingehalten werden. Andererseits unterrichten an unserer Schule nicht nur Lehrkräfte, die eine pädagogische Ausbildung vorweisen und mit den Bedingungen für transparente Leistungsbeurteilung vertraut sind. Ein Teil der bei uns unterrichtenden Lehrenden kommt aus nicht-pädagogischen Berufen. Diese Kolleg/innen weisen hohe fachliche Qualifikationen für ihr Unterrichtsfach auf, die für eine effiziente Berufsausbildung in der Behindertenhilfe unabdingbar und nicht wegzudenken sind, wie z.b. in Medizin, Soziologie, Kommunikation, Psychohygiene, Physio- und Ergotherapie, Sozialpsychiatrie etc. Sie besitzen aber nicht unbedingt von vornherein Kenntnisse über transparente Leistungsbeurteilung und so kann es sein, dass es eine Zeit dauert, bis jeder/jede Lehrer/in für sich selbst und auch für die Ausbildungsteilnehmer/innen befriedigende Formen einer gerechten und transparenten Leistungsbeurteilung gefunden hat. Ein weiterer Faktor in Bezug auf die Beurteilung, der bei den Ausbildungsteilnehmer/innen zu häufiger Kritik geführt hat, war die Tatsache, dass sie den Eindruck hatten, dass die Noten, die gegeben wurden, nicht gerecht sind. Um hier Missverständnissen vorzubeugen: Die Kritik ging nicht dahin, dass wir zu streng benoten würden, sondern sie war darauf gerichtet, dass die Beurteilungen zu milde seien und wir dadurch die tatsächliche Leistung der Einzelnen zu wenig differenziert betrachten würden. Sieht man sich Zeugnisnoten von vorangegangenen Jahren an, so ist dem nur zuzustimmen. Seit wir uns im Kollegium verstärkt mit Beurteilung beschäftigen, hat sich das Notenbild verändert und auch die Evaluationsergebnisse sind um vieles positiver geworden. Immer mehr Kolleg/innen geben inzwischen kriterienorientiert und/oder verbal Rückmeldung, was vom überwiegenden Teil der Ausbildungsteilnehmer/innen sehr geschätzt wird. Die neue Organisationsform der brachte auch veränderte Bedingungen für den Fach- und den Diplomabschluss mit sich. Vor allem die schriftliche Klausurarbeit, die anstelle der schriftlichen Diplomarbeit getreten ist, stellte für alle Beteiligten eine Herausforderung und viel Aufregung im Vorfeld dar. Wir haben bisher erst einen Jahrgang im Diplomjahr begleitet und somit noch wenig Erfahrungen und Vergleichswerte durch Evaluationen, aber aus persönlicher Sicht kann ich sagen, dass die Regelungen, die unsere Schule in Bezug auf die Themenstellungen, den Beurteilungsmodus und die gestellten Anforderungen entworfen hat, einen sinnvollen und gut bewältigbaren Modus darstellen. In Bezug auf das Fachprojekt, das am Ende der Fachausbildung steht, haben wir nach insgesamt vier Durchgängen in den verschiedenen Ausbildungszweigen inzwischen eine gut geeignete Form gefunden, die von einem Großteil der Ausbildungsteilnehmer/innen als zwar aufwändig, aber letztendlich als fruchtbringend und bereichernd für die eigene berufliche Tätigkeit empfunden wird. Betrachtet man die bisherigen Ausführungen, so könnte man meinen, dass wir auf einem guten Weg zu einer qualitätsvollen Schule sind, in der sich sowohl Lernende als auch Lehrende wohl fühlen. Dies ist auch der Fall. Dipl. Päd. in Ingrid de Verrette Dennoch muss man ehrlicherweise feststellen, dass noch einige Hürden zu bewältigen sind, damit wir vollends zufrieden sein können. Ich denke hier vor allem - an eine noch stärkere Zusammenarbeit im Kollegium in Form von projektorientiertem Unterricht, - an ein noch häufigeres Arbeiten im Team, - an noch mehr Mitsprache und Verantwortungsübernahme der Ausbildungsteilnehmer/innen, - an eine noch konsequentere Handhabung von vereinbarten Regeln und Konsequenzen, - an ein noch reichhaltigeres Schulleben und noch vielfältigere Entfaltungsmöglichkeiten für Lehrer/innen und Ausbildungsteilnehmer/innen, - und last but not least, dass es uns gelingt, das jetzt Erreichte im Schulalltag zu implementieren. Um bei dem Bild des futtersuchenden Eichhörnchens zu bleiben: Der nächste Winter kommt bestimmt, und wir tun gut daran, in unseren Bemühungen nicht müde zu werden! Sonderschullehrerin Lehrbeauftragte der Pädagogischen Hochschule OÖ, Linz Mitarbeiterin im Institut Inklusive Pädagogik und in der Fortbildung für APS unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung Schulqualitätsprojektmanagerin der Linz Qualitätsentwicklung in der

9 25 Jahre Qualität im Unterricht Mut zur Qualität?! Maria Prieler-Woldan Qualität im Unterricht Mut zur Qualität?! Nicht erst seit den wiederkehrenden PISA-Studien fragt sich alle Welt, was an Qualität aus dem Unterricht herauskommt oder nicht und woran das liegt. Allerorten wird gemessen und evaluiert. Auch in unserer Schule gibt es eine mit Qualitätsstandards beauftragte Lehrkraft und regelmäßige Erhebungen bei den Ausbildungsteilnehmer/ innen über Inhalte, Lehrende und Organisation. Meine Überlegungen zum Thema als Lehrerin sind hingegen subjektiv gefärbt. Als Erstes fällt mir ein Gedicht von Bertold Brecht (1976, S.493) dazu ein: Was an dir Berg war Haben sie geschleift Und dein Tal schüttete man zu Über dich führt Ein bequemer Weg. Soll über die Schule, den Unterricht, über mich als Lehrkraft ein bequemer Weg führen? Qualität ist, was die Kundschaft will. Die deutsche und europäische Norm DIN EN ISO 9000 definiert Qualität als Vermögen einer Gesamtheit inhärenter (lat. innewohnender) Merkmale eines Produkts, eines Systems oder eines Prozesses zur Erfüllung von Forderungen von Kunden und anderen interessierten Parteien. (quality.kenline.de) Wer sind hier die Kund/innen? Ich gehe einfach von unseren Ausbildungsteilnehmer/innen aus. Der Kunde, die Kundin ist in unserer Ausbildung erwachsen, berufstätig, hat oft Familie, also vielseitige Ansprüche und Anforderungen im Alltag zu erfüllen. Ausbildungsteilnehmer/innen sind oft müde, ausgelaugt, erschöpft. Das ist nachvollziehbar ebenso wie Erwartungen mancher, es solle leicht, bequem, angenehm sein und Spaß machen, die übrigens von Schüler/innen jeglichen Alters oft an die Lehrer/innen herangetragen werden (nicht von allen). Aber soll über uns ein bequemer Weg führen? Was im Berufsfeld angelernte von ausgebildeten Personen unterscheidet, ist Qualität in Form von neuen oder erweiterten Kompetenzen, wie es auch der Lehrplan vorsieht: persönlich, fachlich, im Umgang mit Klient/innen, in der Fähigkeit zur kritischen Sichtung und Beurteilung des Bestehenden für mein Fach Alterssoziologie z.b. die Mythen über die graue Gefahr oder das nicht mehr finanzierbare Sozialsystem. Wer diskutieren will und das mache ich gerne im Unterricht braucht Grundlagen dazu: Man muss Statistiken lesen lernen, Artikel aus Fachzeitschriften bearbeiten. Das ist anspruchsvoll, manchmal mühsam. Für die schriftlichen Arbeiten habe ich im Vorjahr verlangt, Quellen zu zitieren und anzugeben gegen den Protest der Ausbildungsteilnehmer/innen; heuer müssen sie das in den Fachprojektarbeiten ohnehin anwenden. Nach eineinhalb Jahren Unterricht, kurz vor dem Abschluss der Ausbildung, habe ich um (anonyme) schriftliche Rückmeldungen für mich und meinen Unterricht gebeten, für die Fächer Alterssoziologie und Psychohygiene/Supervision. Ich will das in meine Qualitätsüberlegungen einbeziehen. Ich lege (auch aufgrund meiner Hörbehinderung) Wert auf eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre, besonders auch in einem Fach mit Lehrstoff. Dazu habe ich mehrere kritische Rückmeldungen bekommen, z.b. Immer 100% leise sein zu müssen funktioniert nicht und wird in keinem anderen Fach erledigt. 1 Eine andere Person schreibt: Sie waren sehr bemüht dieses Jahr, jedoch sind Sie sehr streng. Eine Lehrkraft sollte manche Schüler einfach ignorieren können. 2 Eine weitere jedoch: Die Themen waren interessant und informativ. Ruhe während der Unterrichtsstunde hat mir manchmal gefehlt, war aber ein Problem der Klassengemeinschaft und nicht von Ihnen. 3 Nicht nur intellektuelle Herausforderung und stilles Arbeitsklima ist manchen zu viel. Im Fach Psychohygiene und Supervision sitzen wir im Sesselkreis und beginnen mit einem kurzen Protokoll der letzten Unterrichtseinheit (die oft ein bis zwei Monate zurückliegt) und einer Anfangsrunde, wie es den Einzelnen gerade geht. Rückmeldungen dazu: Wie bin ich da? war nicht immer sehr angenehm. Auch der Sesselkreis wird meist unter Erwachsenen nicht gemacht. 4 Positiv: kein Frontunterricht; viele Dinge, welche ich für meine persönliche Psychohygiene verwenden kann 5 ; Der Stundenwiederholungsbericht ist fragwürdig, ob er wirklich Sinn macht. Was gut war, war der Spaziergang. 6 Und das, obwohl ich den Ausbildungsteilnehmer/innen auf der Winterwanderung auch zweimal 15 Minuten Stille zugemutet habe. Dieselbe Person schließt mit einer Empfehlung und einer versöhnlichen Feststellung: Ich würde mehr Lockerheit und Spaß in den Unterricht einbinden. Wir Schüler sind oft nicht einfach, aber es hängt trotzdem immer auch von der Lehrkraft ab, wie der Unterricht verläuft. 7 Dr. in Maria Prieler-Woldan Studium der Soziologie und Erziehungswissenschaften Erwachsenenbildnerin berufliche Tätigkeit in Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Sozialforschung Immer wieder ist wie oben formuliert fragwürdig, was Sinn macht. Für mich ist Qualität nicht das, was vordergründig am besten schmeckt und am leichtesten verdaulich ist, sondern das, was längerfristig nützt und nährt. Oft spürt man die Auswirkungen mangelhafter Ernährung erst nach Jahren. Auch der Wert des Unterrichts und einer Ausbildung insgesamt könnte aus der Distanz, z.b. von fünf Jahren, noch einmal anders ausschauen. Denn wie in der Nahrung brauchen wir auch beim Lernen Vollwertiges und Ballaststoffe, haben an manchem zu kauen, vielleicht liegt es uns auch schwer im Magen, anderes schießt unverdaut durch. Nur das, was wir uns wirklich zueigen gemacht haben, was uns in Fleisch und Blut übergegangen ist, nährt. Ausbildungsteilnehmer/innen sind vielleicht gar nicht Kund/innen, sondern sollen vielmehr kundig werden und sich kundig machen. Sie sollen als Erwachsene nicht nur eine Ausbildung erhalten, sondern sich bilden, sollen vielleicht häufiger und schon früher praxisintegrierte Projekte in Angriff nehmen dürfen und müssen, nicht erst in der Fachprojektarbeit zum Abschluss. Mut zur Qualität im Unterricht könnte für Lehrende dann bedeuten, Lernende vermehrt anzuregen und dabei zu begleiten, Berge zu besteigen und Täler zu durchschreiten Qualität im Unterricht Mut zur Qualität?! Fußnoten: 1 Rückmeldungen in den Fächern Alterssoziologie bzw. Psychohygiene/ Supervision, Person 1 2 Person 9 3 Person 4 4 Person 6 kommt tatsächlich aber aus der Arbeit mit Erwachsenen (Kommunikation, Selbsterfahrung) 5 Person 3 6 Person 1 7 Person 1 Quellen: Brecht B. (1976): Gesammelte Gedichte. Band 2. Edition Suhrkamp, ( ) unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Psychohygiene und Supervision; Kommunikation; Ausbildungsschwerpunkt Altenarbeit

10 Anneliese Umbauer 25 Jahre Qualität der Pflege im Behindertenbereich oder: Pflege kann jeder Der Pflegeberuf ist einer der wichtigsten Berufe überhaupt und wird demographiebedingt noch wichtiger. Eine der Voraussetzungen für eine qualitätsorientierte Pflege ist eine professionelle Ausbildung. Als ich vor 4 Jahren zur Leitung der Pflegehilfeausbildung bestellt wurde, war das eine große Herausforderung für mich. Die Ausbildung zum/ zur Fachsozialbetreuer/in Behindertenarbeit und das Modul der Unterstützung bei der Basisversorgung im Rahmen des/der Fachsozialbetreuer/in Behindertenbegleitung wurden an unserem Ausbildungszentrum angeboten. Ich betrat sozusagen Neuland im Sinne von Pflege für den Menschen mit Behinderung. Es gab für mich interessante und spannende Gespräche im Lehrerzimmer, denn der Tenor war: Wozu brauchen wir die Pflege im Behindertenbereich? Einige Kollegen/innen jedoch waren davon überzeugt, dass es an der Zeit wäre, professionelle pflegerische Handlungen in die pädagogische Begleitung zu integrieren. Mit dankenswerter Unterstützung von der Direktion und dem Auftraggeber durfte ich mir ein Pflegezimmer einrichten, welches nun mit zwei Pflegebetten, Rollstühlen, tollen Hilfsmitteln zur Unterstützung unterschiedlicher Positionen und vielem Anschauungs- und Übungsmaterial ausgestattet ist. So steht auch einem ganzheitlichen, qualitätsvollen praktischen Unterricht nichts mehr im Wege. Begonnen wird meistens mit der bewussten Berührung und dem Einsatz der Hände in der Pflege. Hilf mir, es selbst zu tun steht der praktischen Erfahrung Hilf mir, es selbst zu spüren gegenüber. Großen Wert lege ich auch auf die Reflexion, die Interaktion und die Sprache im Umgang miteinander und in der Pflege. Mit der Überlegung Wie, was, wo und an wem, kann ich das erfahrbar gemachte Erlernte an meinem Arbeits-Praktikumsplatz umsetzen? verlassen die Ausbildungsteilnehmer/innen unterschiedlich motiviert den Unterricht. Neue Lernformen sollen unter anderem die Problemlösungsfähigkeit der Ausbildungsteilnehmer/ innen fördern. Ein wesentlicher Aspekt aller Ausbildungen ist auch das optimale Zusammenwirken von Schule, Praxis und Stiftungen. So haben meine Kollegin und ich uns aufgemacht, den praktisch angeleiteten Unterricht in den unterschiedlichsten Einrichtungen zu machen (dort, wo es uns gestattet wurde zu kommen) um gemeinsame Erfahrungen zu sammeln und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Es war/ist für mich jedes Mal eine große Bereicherung, und wundervolle Begegnungen fanden/ finden statt. Bereichernd empfinden auch unsere Ausbildungsteilnehmer/innen die professionelle Anund Begleitung der jeweiligen Praktikumsanleiter/ innen an den unterschiedlichsten Praktikumsstellen. Hier erfahren sie das für sie wertvollste Lernen, nämlich die praktische Umsetzung des theoretisch Gelernten und auch den Umgang mit den unterschiedlichsten Klienten/innen in den verschiedensten Situationen des Alltags. Oft ist es auch nicht einfach, da z. B. in der Pflegehilfe unterschiedliche Praktika im Ausmaß von 800 Stunden absolviert werden müssen. In dieser Zeit stehen die Ausbildungsteilnehmer/innen der eigenen Institution nicht zur Verfügung, was manchmal ein Problem zu sein scheint. Weiters überrascht es mich auch, dass die zu arbeitende Wochenstundenzahl (es gehört die Anzahl der Unterrichtsstunden dazugerechnet) weit über 40 Stunden betragen. Das alles finde ich nicht gut im Sinne der Ausbildungsteilnehmer/innen und deren Leistungskontingent. Qualität der Pflege im Behindertenbereich oder: Pflege kann jeder 19

11 Qualität der Pflege im Behindertenbereich oder: Pflege kann jeder In der Umsetzung der Pflege im Alltag wird die Pflegequalität vor allem von folgenden Faktoren beeinflusst: - vom Zugang zur Pflege, - der wirtschaftlichen Angemessenheit, - der sozialen Vernetzung, - der Wirksamkeit der Pflege - und der zeitlichen Verfügbarkeit. Und darum ist es wichtig und ich sehe auch einen Auftrag an uns Lehrer/innen den Lernenden das notwendige Wissen in der Pflege und Betreuung zu vermitteln, dieses Wissen zu reflektieren und die Fähigkeit zu fördern, eine Balance von einfühlsamen Verstehen, dem raschen Erfassen von Situationen und dem sachgemäßen Handeln zu entwickeln. Zugute kam mir meine jahrelange praktische Berufserfahrung, denn worum es geht, ist immer der Mensch. Der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit, gleich ob er Einschränkungen in den verschiedenen Aktivitäten hat, oder ob eine Krankheit Veränderung in seine derzeitige Situation bringt. Ehrliches Interesse an der Person, Empathie und Zuwendung, Wertschätzung und Respekt sind Grundpfeiler einer humanen Pflege und Betreuung. Es bedarf der Offenheit, Achtsamkeit und Toleranz gegenüber den zu betreuenden Menschen, ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Eigenheiten, dieses schließt die Achtung ihrer gewordenen Persönlichkeit, ihrer Würde und ihres Selbstbestimmungsrechtes ein. Das Pflegeverständnis der einzelnen Pflegepersonen, des Teams und der Einrichtung beeinflusst die Pflegequalität wesentlich. Um den neuen beruflichen Anforderungen in der nötigen Qualität zu entsprechen, geht klar hervor, dass es allerhöchste Zeit ist, sich vom Pflege-kann-jeder-Denken zu distanzieren. Vielmehr sollen in der Ausbildung Schlüsselqualifikationen hervorgehoben und Fähigkeiten gefördert werden. Exemplarisches Lernen, praxisorientierte Aufgabenstellung und handlungsorientierter, vernetzter Unterricht sollen die Ausbildungsteilnehmer/ innen zu verantwortungsbewusstem Entscheiden und Handeln und zu kreativem und vernetztem Denken führen, um dadurch einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge der Sozialbetreuung zu bekommen. Es geht nicht mehr nur darum, in einem einzelnen Bereich entsprechende Kenntnisse zu erwerben, die Ansprüche der Gesellschaft werden immer komplexer und es ist immer mehr Wissen von Expert/innen notwendig. Das Zeitalter des Monoprofessionalismus und des Einzelgängertums ist vorüber! Und ich halte es mit der Aussage von Quinn (2005, S. 9): Wir sollten unsere Bequemlichkeit aufgeben, sonst reproduzieren wir nur das Bekannte. Ein Paradigmenwechsel hat ansonsten keine Chance, eine Optimierung der Versorgung der Klienten/innen bleibt eine Worthülse. Wie stellt sich die Pflege dar? Es gibt keine allgemeingültige Definition von Pflege für mich. Jeder Standpunkt, jede Einstellung zur Pflege sagt auch immer etwas über die Person aus, die sich zur Pflege äußert. Ganzheitliche Pflege umfasst Körper, Seele, Geist und soziales Umfeld eines Menschen und achtet auf deren wechselseitige Beziehungen, stets unter Bedachtnahme auf die Ressourcen des zu pflegenden/betreuenden Menschen. Krankenpflege ist Zeichen unserer Kultur. Dass wir uns der Kranken in unserer Gesellschaft annehmen und sie nicht verstoßen wie manche Nomadenvölker, ist typisch für den europäischen Kulturkreis, sagt der Soziologe. Pflege ist nicht mehr finanzierbar, sagt der Erfinder der Pflegeversicherung. Pflege ist ein Dienstleistungsberuf. Sie muss sich wie jede andere Dienstleistung am Markt stellen und an den Bedürfnissen des Kunden ausrichten, sagt der Krankenhausbetriebswirt, der Managementberater im Gesundheitswesen. Kranken- und Altenpflege und die Sorge um die behinderten Menschen sind Wesensmerkmale christlicher Gesinnung. Wer diesen Tätigkeiten nachgeht, gibt Zeugnis seiner christlichen Überzeugung, sagt der Theologe. DGKS Anna Elisabeth Umbauer Pflege ist mehr als die Ausführung von Spritzen geben, Verbände anlegen oder Blutdruck messen. Es kommt sehr darauf an, ob die Schwester freundlich ist und auch Zeit hat zum Zuhören, sagt der Patient. Eine Pflegeperson unterstützt den Arzt bei Diagnostik und Therapie. Da Pflegepersonen die meiste Zeit unmittelbar bei den Klienten/innen verbringen, liefern sie wertvolle Hinweise für das Erkennen von Krankheiten oder die Beurteilung von Therapieerfolgen, sagt der Arzt. Wir brauchen die Pflege in unserem Bereich nicht, sagt eine Kollegin. Pflege ist Beziehungsarbeit und Arbeit mit Kopf, Hand und Herz, sagt die Lehrerin. (Kommerell et al. 2001, S. 5f) Und was sagen Sie? Quellen: Kommerell, T. et al. (Hrsg.) (2001): Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. 4. Aufl. München/Jena: Urban & Fischer Quinn (2005). In: Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband. Heft 12, 2010 Direktorin der Pflegehilfelehrgänge und Leiterin der UBV-Module Pflegelehrerin, Validationstrainerin, Praktikumsbegleitlehrerin unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Gesundheits- und Krankenpflege; Unterstützung bei der Basisversorgung; Praktikumsseminar Qualität der Pflege im Behindertenbereich oder: Pflege kann jeder

12 25 Jahre Martin Böhm Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung 22 Eine Beschäftigung mit einem Gegenstand oder einer Disziplin impliziert immer eine historische Betrachtung, denn nur wer Geschichte kennt, kann verstehen und beurteilen. So verhält es sich auch mit der Soziologie. Begibt man sich auf ihre Spuren, führt dies vielfach 1 in das Jahr 1798 und auf den Namen Auguste Comte, der neun Jahre nach der französischen Revolution geboren wurde und 1824 den Begriff Soziologie erstmals verwendet hat, zurück. Die französische Revolution ist zwar nicht der Ausgangspunkt der Soziologie, aber sie ist ein Hinweis darauf, warum Soziologie notwendig und möglich wurde bzw. unter welchen Umständen sie entstanden ist. Comte und viele seiner Zeitgenossen beschäftigten sich mit den Fragen, warum es zu diesen Veränderungen in der Gesellschaft kommen konnte, ob die Menschen nun endgültig eine neue und bessere Welt gefunden hätten sowie mit den Gründen für den Ausbruch von Revolutionen, dem Entstehen neuer Institutionen und den Ursachen für deren Auflösung etc. (vgl. Korte 2004, S.14, 33). Demnach fragt Soziologie 2 laut Stange (2004, S.9): - nach den Zielen, Formen und Funktionen der Vergesellschaftung, - nach den Mechanismen und Kräften des gesellschaftlichen Zusammenhalts, - nach den Ursachen, Formen und Funktionen sozialer Konflikte, den Ursachen und Determinanten der Bildung sozialer Klassen und Schichten, - nach den Ursachen, Formen und Folgen sozialen Wandels; Mit der französischen Revolution vollzog am 27. August 1789 die Nationalversammlung die Erklärung der ersten Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration des Droits de l Homme et du Citoyen) in Europa (vgl. Schwanitz 2002, S.199). 3 Mit den Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und in Folge dessen mit der Verbreitung des Code civil 4 war die Französische Revolution zweifellos das alles überragende Ereignis der Neuzeit. Der Mensch, seine Technik und die wissenschaftliche Erkenntnis stehen im Mittelpunkt der Philosophie der Neuzeit (vgl. Ruffing 2004, S.119). Mit der Stärkung des Bürgertums, dem Konkurrenzkapitalismus und dem Vertragsrecht wurde der Einzelne immer mehr als selbstverantwortliches Individuum begriffen. (Ruffing 2004, S.119) Gegenwärtig führen Globalisierung, steigende Arbeitslosigkeit, fortschreitende Technologisierung und gesellschaftliche Umbrüche zu einer Steigerung des Drucks auf Individuen, Markt und Staat. Es vollzieht sich ein grundlegender ökonomischer, politischer und demografischer Wandel in allen (west-) europäischen Ländern, der Fragen der sozialen Gerechtigkeit 5 und die Richtung sozialer Fragestellungen verändert. Wurden in der traditionellen Auseinandersetzung mit Fragen der sozialen Ungleichheit die Lebenschancen anhand einer Oben/Unten Skala beobachtet und beschrieben, so bildet sich gegenwärtig, aufgrund der immer unsicher werdenden Lebensumstände, der Polarisierung der Chance auf materiellen Wohlstand und auf Erwerbsarbeit bzw. des Verlusts des Einbezugs einer wachsenden Bevölkerungsgruppe in die vielfältigen Leistungssysteme der Gesellschaft, die Differenzierung eines gesellschaftlichen Innen und Außen heraus (vgl. Wansing 2007, S.276). Am 12. August 1999 schreibt der indische Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsphilosoph Amarty Sen im Artikel Die Moral in der Marktwirtschaft : Die Wirtschaft der Neuzeit, mag sie auch von Märkten und Umsätzen bestimmt sein, verdankt ihre Entstehung nicht zuletzt bestimmten Gesellschaftsentwürfen, zu denen die Französische Revolution den wohl entscheidenden Beitrag geleistet hat. Auch an diesen politischen und ethischen Entwürfen ist die heutige Marktwirtschaft zu messen und speziell an der Losung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. (Sen 1999, S.1) Sen beschreibt die Folgen, die sich aufgrund des Fehlens der Freiheit der freien Berufswahl ergeben und an sich als sozialer Mangel empfunden werden, sowie dass das Fehlen der Freiheit des wirtschaftlichen Handelns ein schwerwiegendes Problem an sich, unabhängig von allen wirtschaftlichen Folgen, ist. Die Einschränkung der freien Berufswahl in vielen Ländern der Welt erläutert er an vier Beispielen: der Leibeigenschaft, der Sklaverei (z.b. Kinderarbeit), der Unfreiheit der Frau (in vielen Dritte Welt Ländern ist es der Frau nicht möglich, außerhalb der Familie eine Beschäftigung zu suchen) und der Unfreiheit der Verhältnisse (Einkommensungleichheit ist mit ungleichen Möglichkeiten gekoppelt, Einkommen auch in Freiheiten umzuwandeln, d.h. dass jemand, der beispielsweise behindert oder krank ist, Probleme haben kann, ein vernünftiges Einkommen zu verdienen und mit Schwierigkeiten konfrontiert wird, dieses Einkommen in Freiheiten umzuwandeln. Die gleichen Gründe (z.b. Behinderung), die ausschließen, dass jemand ein gutes Einkommen und eine gute berufliche Stellung erhält, können aber auch sogar wenn jemand das gleiche Einkommen und die gleiche Stellung wie ein anderer erhält ihn im Bemühen um eine angemessene Lebensqualität benachteiligen) (vgl. Sen 1999). Betrachten wir den letzten Punkt Unfreiheit der Verhältnisse, so zeigen empirische Untersuchungen zur Lebenslage von Menschen mit einer Behinderung (vgl. hierzu u.a.: Maschke 2003; Weil 1996; Wocken 2000; Klein 2001), dass Behinderung 6 in unserer Gesellschaft eine zentrale Form sozialer Ungleichheit ist und durch soziale Mechanismen und Institutionen nicht nur in der Marktwirtschaft, sondern auch im staatlichen und im zivilgesellschaftlichen Bereich vermittelt wird (vgl. Maschke 2007, S.299), d.h. im Fokus einer Soziologie der Behinderten (Cloerkes 2001) bzw. im Blickwinkel eines sozialwissenschaftlichen gegenüber eines medizinisch-naturwissenschaftlichen Modells von Behinderung, ist nicht die Ebene der Schädigung oder Beeinträchtigung, sondern der soziale Prozess der Benachteiligung (vgl. Waldschmidt/ Schneider 2007, S.11). Gegenwärtig unterscheidet der Diskurs von Behinderung zwischen einem medizinischen (Behinderung als körperlicher und geistiger Defekt) und einem sozialen Modell von Behinderung (Behinderung als soziales Konstrukt; vgl. Schillmeier 2007, S.79). Als weiteres Modell, das neben das soziale gestellt werden soll, schlägt Waldschmidt (2010) das kulturelle Modell vor, als eine Art Label um die bereits vorhandenen Arbeiten in den Disability Studies, die (Nicht-) Behinderung anhand kulturwissenschaftlichen Methoden analysieren, zu sammeln (vgl. Waldschmidt 2010, S.18). Während im sozialen Modell das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Gesellschaft und Behinderung im Vordergrund steht, zielt das kulturelle Modell auf einen allgemeinen Erkenntnisgewinn ab. Mit Hilfe des (nicht-)behinderten Körpers nimmt es fundamentale Konzepte der Moderne (Gesundheit und körperliche Unversehrtheit, Normalität und Abweichung etc.) in den analytischen Blick. Das sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsfeld hat somit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung 23

13 Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung 24 zwei eigene Heuristiken entwickelt: das soziale und kulturelle Modell von Behinderung (vgl. ebd. S.25). In der sozialwissenschaftlichen Diskussion über soziale Ungleichheit prägen Kategorien wie gesellschaftliche Teilhabe/Ausgrenzung bzw. In-/ Exklusion den Diskurs (hierzu u.a. auch Wansing 2006; Wansing 2007, S.275; Stichweh 2005). Inklusion kann ohne Exklusion nicht gedacht werden, d.h. jede Inklusion erzeugt auch Exklusion (vgl. Farzin 2006, S.107) und impliziert damit die Konsequenzen für die von der Exklusion betroffenen Personen u. a. in Form von sozialer Ungleichheit. Soziale Ungleichheit lässt sich auf einer horizontalen und vertikalen Ebene darstellen. So ziehen sich die horizontalen Ungleichheiten: Behinderung, Alter, Geschlecht, Ethnie, soziale Herkunft quer durch alle Gesellschaftsschichten und wirken sich auf die vertikalen Ungleichheiten: Vermögen, Einkommen, Bildung, Beruf aus. Wesentlich für die gesellschaftliche Teilhabe ist die Aneignung verschiedener Kapitalsorten, die von Merkmalen sozialer Ungleichheit beeinflusst wird. Die Verfügungsmacht über Kapitalsorten, nach Bourdieu (1985; 1987) ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital, weist uns einen Platz in der Gesellschaft zu und gleicht Trümpfen in einem Kartenspiel (vgl. Böhm 2010, S.54). In Zeiten ökonomischer Ressourcenverknappung und nach den Auswirkungen der Finanzkrise und Wirtschaftskrise 7, deren handelnden Akteure die Wohlfahrt ganzer Bevölkerungen in Gefahr brachte (vgl. Wilkinson/Pickett 2010, S.301) und nach wie vor bringt, treffen Exklusionsrisiken immer mehr Menschen und der Kampf um begehrte Güter oder Kapitalien wird härter. Menschen mit Behinderung tragen unter den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen besonders hohe bzw. mehrfache Exklusionsrisiken. Mangelhaft oder weitgehend erfolglose Inklusion in das Bildungssystem geht einher mit Chancenminderung auf dem Arbeitsmarkt, was wiederum soziale Ausgrenzung in anderen Lebensbereichen mit sich bringt (vgl. Wansing 2006, S.15). Beispielsweise ist Fußnoten: 1 Vielfach wurden Versuche unternommen den Beginn der modernen Soziologie bereits in der Staatstheorie von Plato oder in den mittelalterlichen Lehren der Scholastiker zu sehen (hierzu vgl. Korte 2004, S.14). 2 Als Forschungsgegenstand erforscht sie die soziale Wirklichkeit, d.h. das Zusammenleben und Zusammenhandeln der Individuen sowie deren Ergebnisse und Effekte ihres Handelns. Als Wissenschaft von der Gesellschaft und den in ihr lebenden Menschen analysiert sie systematisch die Bedingungen und Verhältnisse des menschlichen Zusammenlebens mit dem Ziel der Entwicklung von Konzepten, die es den Menschen ermöglichen, ihre gesellschaftliche Umwelt besser bewältigen und verstehen zu können (vgl. Stange 2004, S.5). 3 Dies datiert den Beginn der bürgerlichen Gesellschaft und der Neuesten Zeit, die in die Epoche der Neuzeit (Beginn der Neuzeit 1700) fällt. Die Philosophie der Neuzeit begann bereits mit der Renaissance (2. Hälfte des 14. Jh. 16. Jh.; vgl. Schwanitz, S.633; vgl. Ruffing 2004, S.119). 4 In Süden Frankreich galt bis dahin das römische Recht, im Norden überliefertes Gewohnheitsrecht. 5 Hierzu u.a. die im Jahr 2009 erschienene Studie Gleichheit ist Glück Warum gerechtere Gesellschaften für alle besser sind von Wilkinson/ Pickett. Diese zeigt auf, dass wir mehr Gleichheit brauchen anstatt mehr Wachstum um gesellschaftliche Probleme, wie: Ängste, Stress, Depression, soziale Verwahrlosung, Gewalt, Konkurrenz etc. in den Griff zu bekommen und dass in ungleichen Gesellschaften die Mittelschicht und sogar die Wohlhabenden leiden. 6 Eine allgemein gültige Definition von Behinderung gibt es nicht, die meisten Behinderungsbegriffe unterscheiden nach Ursache, Art und Folgewirkung der Behinderung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 1976 eine internationale Klassifizierung von Schädigung, Beeinträchtigung und Behinderung (ICIDH). Diese WHO-Klassifikation unterscheidet zwischen Impairment ( Schädigung ), Disability ( Beeinträchtigung ) und Handicap ( Behinderung ) (vgl. Neumüller/Götzinger 2003, S. 23). 7 Mit Ende 2008 betraf die im Frühsommer 2007 in den USA mit der Immobilienkrise (auch Subprimekrise) begonnene Banken- und Finanzkrise weite Teile der Weltwirtschaft und somit hatte sie die Realwirtschaft erreicht. 8 Stange (2004, S.11) unterscheidet folgende Perspektiven inklusive deren Hauptbegriffe von Behinderung: Sozialpsychologische (Soziale Gruppe, Einstellungen, Vorurteile), Rollentheoretische (Soziale Rolle, Position, Status, Rollenkonflikt), Handlungstheoretische (Soziales Handeln, Sinn, Werte, Normen), Interaktionstheoretische (Interaktion, Kommunikation, Identität, Stigma), Sozialstrukturelle (Soziale Ungleichheit, soziale Herkunft, Sozialschicht, soziales Milieu), Sozialisationstheoretische (Sozialisation, Individuation, Integration), Systemtheoretische (System, Institution, Organisation) und einer Modernisierungstheoretische (Sozialer Wandel, Modernisierung, Individualisierung) Perspektive. Beispielsweise bezieht sich Inklusion aus rollentheoretischer Perspektive auf ein Bündel von Erwartungen, die an Beteiligte gerichtet werden und die als Teilnahmeerwartungen Mitgliedschaftsrollen konstituieren. (Stichweh 2009, S.363) 9 Ein soziologisches Konzept spricht hier von Arbeitskraft minderer Güte (Jantzen 1974). Quellen: Bourdieu, P. (1985): Sozialer Raum und Klassen. Lecon sur la lecon. Ffm. Bourdieu, P. (1987): Die feinen Unterschiede. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag Böhm, M. (2010): Behindert im sozialen Raum. In: Behinderte Menschen in Familie, Schule und Gesellschaft: Inklusive Räume. 2/2010, Graz: S Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Hg. (2009): Behindertenbericht Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Wien Cloerkes, G. (2001): Soziologie der Behinderten. 2. Auflage, Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter(Edition S) Farzin, S. (2006): Inklusion Exklusion. Entwicklungen und Probleme einer systemtheoretischen Unterscheidung. Bielefeld: transcript Verlag Jantzen, W. (1974): Sozialisation und Behinderung. Studien zu sozialwissenschaftlichen Grundfragen der Behindertenpädagogik. Gießen Klein, G. (2001): Sozialer Hintergrund und Schullaufbahn von Lernbehinderten/Förderschülern 1969 und In: Zeitschrift für Heilpädagogik 52 (2001) S Korte, H. (2004): Einführung in die Geschichte der Soziologie. 7. Auflage, Leske + Budrich, Opladen Maschke, M. (2003): Die sozioökonomische Lage behinderter Menschen in Deutschland. In: Cloerkes, G. (Hg.): Wie man behindert wird. Texte zur Konstruktion einer sozialen Rolle und zur Lebenssituation betroffener Menschen. Heidelberg: Winter Maschke, M. (2007): Behinderung als Ungleichheitsphänomen Herausforderung an Forschung und politische Praxis. In: Waldschmidt, A./ Schneider W. (Hg.): Disability Studies, Kultursoziologie und Soziologie der Behinderung. Bielefeld: transcript Verlag Neumüller, M/ Götzinger, K. (2003): Fremddefinition Selbstdefinition. In: Integration Österreich/Firlinger, Beate (Hg.): Buch der Begriffe Sprache, nach dem österreichischen Behindertenbericht 2008 die Beschäftigungsquote der behinderten Menschen im engeren Sinn um die Hälfte niedriger als die der Nichtbehinderten (vgl. Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz 2009, S.19f). In der sozialen Arbeit kommt dem/der Sozialarbeiter/in als Unterstützer/in, Netzwerker/in, Lobbyist/in etc. eine wichtige und entscheidende Rolle zu. Eine Soziologie der Behinderten ermöglicht ihm/ihr mit Hilfe differenzierter Betrachtungsweisen 8 das soziale Phänomen Behinderung zu analysieren, zu verstehen und dementsprechend zu handeln und zu intervenieren. Nicht nur für Soziologen/innen bzw. Sozialwissenschafter/innen muss Wahrnehmung grundlegend sein, denn sie ist essentiell für das Engagement und dieses zeigt, wie wir uns in der Welt einbringen. Kein Engagement ist auch eine Stellungnahme. Das Thema der sozialen Teilhabe ist eine der Grundfragen einer Soziologie der Behinderten. Unumgänglich wird Eine Soziologie der Soziologie (Bourdieu), eine ständige Selbstreflexion von jenen, die Soziologie betreiben. Prof. Mag. Martin Böhm Betrachtet man, wie bereits oben erwähnt, empirische Daten zur Lebenslage von Menschen mit einer Behinderung sowie Inklusionsergebnisse in das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt etc. sowie die Entlohnung der Arbeitskraft 9, das Eingebundensein mittels Versicherungsleistungen etc., dann zeigt sich, dass die Losungen der französischen Revolution Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit nach wie vor noch nicht für Menschen mit Behinderungen gelten. Auf normativer rechtlicher Ebene sind international, national und regional in den letzten Jahren viele Gesetze und Konventionen beschlossen worden, die soziale Prozesse der Benachteiligung für Menschen mit Behinderung verhindern und eine vollständige Inklusion dieser in die Gesellschaft ermöglichen sollen. Soziologie kann wach rütteln und sollte dies auch tun. Sie sollte uns zum aktiven Engagement anregen und aus einer passiven Stellung locken, denn letztlich zeigt unser Engagement, wie wir die Realität betrachten. Behinderung, Integration. Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Wien, downloadbar unter: uniability/documents/buch_der_begriffe.pdf ( ) Ruffing, R. (2004): Einführung in die Geschichte der Philosophie. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag Schwanitz, D. (2002): Bildung. Alles, was man wissen muss. 13. Auflage. München: Goldmann Verlag Schillmeier, M. (2007): Zur Politik des Behindert-Werdens. Behinderung als Erfahrung und Ereignis. In: Waldschmidt, A./ Schneider W. (Hg.): Disability Studies, Kultursoziologie und Soziologie der Behinderung. Bielefeld: transcript Verlag Sen, A. (1999): Die Moral in der Marktwirtschaft. In: Die Zeit. Hamburg: downloadbar unter: ( ) Stange, H. (2004): Grundlagen einer Soziologie der Behinderung. Ein Einführungskurs in 10 Lektionen. Dortmund: downloadbar unter: ( ) Stichweh, R. (2005): Inklusion und Exklusion. Studien zur Gesellschaftstheorie. Bielefeld: transcript Verlag Waldschmidt, A./Schneider, W. (2007): Disability Studies, Kultursoziologie und Soziologie der Behinderung. Bielefeld: transcript Verlag Waldschmidt, A. (2010): Warum und wozu brauchen die Disability Studies die Disability History? In: Bösl, E./ Waldschmidt, A. (Hg.): Disability History. Konstruktionen von Behinderung in der Geschichte. Einführung. Bielefeld: transcript Verlag Wansing, G. (2006): Teilhabe an der Gesellschaft Menschen mit Behinderung zwischen Inklusion und Exklusion. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften Wansing, G. (2007): Behinderung: Inklusion- oder Exklusionsfolge? Zur Konstruktion paradoxer Lebensläufe in der modernen Gesellschaft. In: Waldschmidt, A./ Schneider W. (Hg.): Disability Studies, Kultursoziologie und Soziologie der Behinderung. Bielefeld: transcript Verlag Weil, S. (1996): Die wirtschaftliche Lage Schwerbehinderter in Deutschland, Entwicklungen in den alten Bundesländern Tübingen: Francke Wilkinson, R./Pickett, K. (2010): Gleichheit ist Glück- Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Berlin: Tolkemitt Verlag Wocken, H. (2000): Leistung, Intelligenz und Soziallage von Schülern mit Lernbehinderungen. Vergleichende Untersuchungen an Förderschulen in Hamburg. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 51 (2000) S Soziologe und Dipl. Behindertenpädagoge Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsabteilung der pro mente austria/pro mente prævention Institut für seelische Gesundheitsförderung Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Netzwerkes Innovative Bildungsräume. Bildungs- und Innovationsforschung (IBR des Linzer Institutes für qualitative Analysen (LIquA) unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Humanwissenschaftliche Grundbildung: Soziologie; Praxisbegleitung Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Die Losungen der Aufklärung und Behinderung 25

14 Christian Grill 25 Jahre Primäre, sekundäre und soziogene Behinderung Eine Definition als Grundlage pädagogischer Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung(en) Eine diagnostizierte Behinderung wird, vor allem auch im institutionellen Bereich, oft noch immer als Defizit gesehen, das für alle Widrigkeiten im Leben einer betroffenen Person, und oft auch ihrer Reaktion darauf, verantwortlich gemacht werden kann. Dies resultiert zum einen aus der in diesem Bereich veralteten Sichtweise des medizinischen Modells 1, wonach Behinderung nur als Schädigung im Sinne einer ICD-Diagnose gesehen wird, und zum anderen, aus einem systemimmanenten und zutiefst menschlichen Hang zur Komplexitätsreduktion, also zur Vereinfachung (vgl. Grill 2007, S.28). Wird aber jedes Verhalten, jede Reaktion auf die jeweiligen Lebensumstände, jeder Gemütszustand, jedes gesetzte Ziel, jeder Wunsch usw. ständig mit der primären Diagnose einer Schädigung (und des damit vermeintlich festgelegten defizitären Potentials) abgeglichen oder auf diese zurück geführt, so ist dies nicht nur die Quelle systematischer Stigmatisierung der davon betroffenen Person, es wird damit auch ihre Individualität negiert. Als Gegenbewegung gegen eine medizinisch geprägte ( ) Betrachtungsweise von Behinderung (Frommelt et al 2005) hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 1980 zusätzlich die Internationale Klassifikation der Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen (ICIDH) entwickelt, die 2001 von der Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) abgelöst wurde. Das wesentlich Neue an der ICF ist der Versuch, zum pathologischen Aspekt eines Gesundheitsproblems weitere fördernde und/oder hemmende Faktoren zu benennen, insbesondere die Aktivitäten und die Möglichkeiten der Partizipation, also der Teilhabe am sozialen Leben, einer Person. Hinzu kommen Umwelt- und personenbezogene Faktoren. (Grill, 2007, S.19) (Quelle: DIMDI 2005, S. 23) Wechselwirkungen zwischen den Komponenten der ICF Das Gesundheitsproblem, beschrieben durch die primäre ICD-Diagnose, kann Auswirkungen auf die Körperfunktionen und -strukturen des betroffenen Menschen haben und auf die Möglich keiten, gewünschte Aktivitäten zu setzen und/oder am (für die Mehrheit normalen) gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Fördernde Maßnahmen können zur Normalisierung der Lebensumstände beitragen, sind aber nicht nur abhängig vom primären Gesundheitsproblem zu sehen. So kann zum Beispiel eine (pädagogische) Maßnahme, die sich für einen Klienten mit einer bestimmten primären Diagnose als hilfreich erwiesen hat, für einen anderen Klienten mit der gleichen Diagnose nicht hilfreich sein, dafür aber möglicherweise für einen Klienten mit einer völlig anderen diagnostizierten Grundstörung. Es ist wichtig festzustellen, dass Behinderung kein absoluter Zustand, sondern auch abhängig von der Bewertung der jeweiligen Beobachter/innen oder einer Gesellschaft und den Folgen dieser Bewertung für den einzelnen davon betroffenen Menschen zu sehen ist. Cloerkes definiert Behinderung als ( ) eine daue rhafte und sichtbare Abweichung im körperlichen, geistigen oder seelischen Bereich, der allgemein ein entscheidend negativer Wert zugeschrieben wird. Dauerhaftigkeit unterscheidet Primäre, sekundäre und soziogene Behinderung 27

15 Primäre, sekundäre und soziogene Behinderung Behinderung von Krankheit, Sichtbarkeit ist im weitesten Sinne das Wissen anderer Menschen um die Abweichung. (1997, S.6) Oft reicht auch schon der Glaube daran aus, um eine Störung zu sehen. (vgl. Rosenhan 2004, S.111ff) Behinderung ist ( ) erst als soziale Kategorie begreifbar. Nicht der Defekt, die Schädigung, ist ausschlaggebend, sondern die Folgen für das einzelne Individuum. (Cloerkes 1997, S.8) Dies deckt sich mit den Ergebnissen von Interviews mit Menschen mit Behinderung(en), die sich zu folgender Hypothese zusammenfassen lassen: Die primäre Behinderung spielt, wiewohl sie eine erschwerte Ausgangslage definieren kann, für die betroffenen Personen im Alltag, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle, da sie als eigenes So-Sein letztlich zur persönlichen Normalität gerechnet wird. Deutlich problematischer werden aber sekundäre Behinderungen gesehen, zumeist Barrieren und/oder Verhaltensweisen nicht-behinderter Menschen, die es den betroffenen Menschen erschweren oder verunmöglichen, an bestimmten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen. (Grill, 2007, S. 54) Dazu folgende Definition: - Eine primäre Behinderung wird durch die medizinisch-pathologische Diagnose beschrieben, die körperliche und/oder psychische Abweichungen von der Norm und deren Symptomatik, hervorgerufen durch definierte Schädigungen, feststellt. - Sekundäre Behinderungen sind im sozialwissenschaftlichen Sinn die (negativen) Folgen, die sich durch das tatsächliche oder vermutete Vorhandensein einer primären Behinderung bzw. der Reaktion darauf zusätzlich für die betroffene Person ergeben. - Resultieren diese Folgen aus einer (gesamt-) gesellschaftlichen Problematik und/oder ist die primäre Diagnose selbst nur im Zusammenhang mit den jeweilig geltenden Normvorstellungen einer Gesellschaft als Zeichen der Zeit, in der sie gestellt wurde, zu sehen bzw. wurde die zugrunde liegende Symptomatik von sozialen Faktoren verursacht (vorwiegend im Bereich psychischer Erkrankungen), kann man von soziogenen Behinderungen bzw. soziogenen Erkrankungen sprechen. Menschen mit einer diagnostizierten primären Behinderung sind meist von mannigfaltigen sekundären bzw. soziogenen Behinderungen/ Beeinträchtigungen betroffen. Diese können zum Beispiel von unzureichender Entwicklungsförderung aufgrund schlechter Bewertung des vermeintlich erreichbaren Potentials 2, über die Verleugnung des Erwachsenwerdens bis zu schwer überwindbaren Alltagsbarrieren, die gedankenlos oder absichtlich errichtet wurden oder deren Beseitigung nicht der Mühe wert erscheint, reichen. In jedem Fall wird damit bewusst oder unbewusst eine wertende Haltung gegenüber dem Menschen mit einer primären Behinderung transportiert. Als Reaktion auf sekundäre Behinderungen/ Beeinträchtigungen können betroffene Menschen psychische Störungen bzw. Störungsmerkmale (z.b. Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten, ) entwickeln. Diese dürfen nicht der primären Diagnose zugerechnet werden. Für in der Betreuung von Menschen mit Behinderung(en)/Beein trächtigung(en) tätige Personen sollte als Folge des sozialwissenschaftlichen Behinderungsbegriffes nicht die diagnostizierte primäre Behinderung im Vordergrund stehen, sondern das Hauptaugenmerk auf der Stärkung der individuell vorhandenen und/oder zu entdeckenden Ressourcen und der Minimierung der sekundären (und, wenn möglich, auch der soziogenen) Behinderungen und ihrer Folgeerscheinungen liegen. Dazu sind zuerst auch eigene Vorstellungen und Handlungsmuster zu hinterfragen, damit die Helfer/innen nicht selbst zur Ursache weiterer Beeinträchtigungen für ihre Klientel werden. Erst wenn dies zur Grundhaltung geworden ist, kann pädagogische Arbeit wirklich und nachhaltig Positives für Menschen mit Beeinträchtigungen bewirken. Primäre, sekundäre und soziogene Behinderung Prof. Mag. (FH) Christian Grill Fußnoten: 1 Die Defizitorientierung von Medizin und Pflege ist nicht per se negativ zu sehen, schließlich wollen Menschen, die sich in ein Krankenhaus begeben, vor allem eines: von ihrem Defizit befreit, also von einer Erkrankung oder zumindest den (schmerzhaften) Symptomen der Erkrankung geheilt werden. Problematisch wird dieses Modell durch unreflektierte Übertragung auf andere (extramurale) Bereiche. 2 oder dem Gegenteil, einer anhaltenden Überforderung Quellen: Cloerkes, G. (1997): Soziologie der Behinderten. Eine Einführung. Edition Schindele Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Hrsg.) (2005): Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. ICF Stand Oktober ( ) Frommelt, P., Grötzbach, H. (2005): Einführung in die ICF in der Neurorehabilitation (Version vom 16. August 2005) Asklepios Klinik Schaufling Grill, C. (2007): Soziogene Behinderung. Die Diagnose Geistige Behinderung bei Erwachsenen und die diesbezüglichen Sichtweisen unterschiedlicher Systeme. Diplomarbeit. Volltext auch: ( ) Rosenhan, D.: Gesund in kranker Umgebung. In: Watzlawick, P. (2004): Die erfundene Wirklichkeit. 17. Auflage, Piper Verlag Absolvent der Fachhochschule Soziale Dienstleistungen für Menschen mit Betreuungsbedarf (Schwerpunkt Altenarbeit, Behindertenarbeit und psychosoziale Dienste), Diplomierter Behindertenpädagoge, Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger (Heilpädagogik 13.04, 13.06) unterrichtet an der Linz Salesianumweg: Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung; Humanwissenschaftliche Grundbildung: Pädagogik; Praxisbegleitung Schuladministrator

16 25 Jahre Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung 30 Maximilian Kiesenhofer Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung Als Lehrer für Berufsethik im Ausbildungszweig Behindertenbegleitung der darf ich hier nun meinen Gegenstand näher erläutern. Ich gliedere meine Darlegungen in einen theoretischen und in einen praktischen Teil. 1. Allgemeines zu Ethik und Moral Begriffsklärung und Verhältnis bestimmung Was ist Ethik? Die Ethik beschäftigt sich mit dem menschlichen Verhalten. Dabei spielen Maßstäbe, Werte und Normen eine entscheidende Rolle (z.b. gelingendes Leben, gut und böse ). Ethik leitet sich vom griechischen ethos ab. Gemeint ist damit die wissenschaftliche Beschäftigung mit menschlichen Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen (Ethos). Der Begründer der Ethik als eine selbständige Disziplin war der griechische Philosoph Aristoteles ( v.chr.). Die Ethik unternimmt den Versuch, eine Theorie über ein sittliches (gutes, moralisches, verantwortliches) menschliches Verhalten und Leben in den verschiedenen Entscheidungssituationen im Leben zu entwickeln und zu begründen. Es geht also darum, sinnvolle, nachvollziehbare und kommunizierbare Regeln für das menschliche Handeln zu entwickeln. Aufgabe der Ethik ist es, Grundsätze und Regeln zu finden, nach denen sich alle Menschen richten können, wenn sie vor der Frage stehen: - Was soll ich tun? - Wie soll ich mich meinen Mitmenschen gegenüber verhalten? - Wie soll ich mit mir selbst umgehen? - Wie soll ich mich in Natur und Umwelt verhalten? - Habe ich eine Verpflichtung anderen Menschen gegenüber, bis hin zu Fragen der politischen Verantwortung und des sozialen Engagements? Ethik nimmt die gesamte Lebenswirklichkeit des Menschen in den Blick. Dazu gehört sowohl das aktive Handeln als auch das passive Hinnehmen, manchmal auch das Erleiden. Innerhalb der neuzeitlichen Philosophie wird überwiegend zwischen den beiden Begriffen Ethik und Moral klar unterschieden. Als Moral wird hierbei das bestehende System an Regeln, Normen und Wertmaßstäben bezeichnet. Ethik ist die Reflexionswissenschaft der Moral und gleichbedeutend mit Moralphilosophie. Moral und Ethik verhalten sich somit zueinander wie Recht und Rechtsphilosophie. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden; sie ist das System, durch das eine konkrete Handlung als moralisch oder auch als unmoralisch bestimmt werden kann. Was ist Moral? Der Begriff Moral (frz.: moral, v. lat.: moralis die Sitten betreffend; lat.:mos Sitte, Plural mores) bezeichnet die Gesamtheit der Normen, Werte, Grundsätze, die das zwischenmenschliche Verhalten in einer Gesellschaft regulieren und von ihrem überwiegenden Teil als verbindlich akzeptiert oder zumindest hingenommen werden (herrschende Moral, bürgerliche Moral, sozialistische (Kampf-) Moral). Gesetzliche Normen sind moralitätsneutral. Gesetz und Recht sind an Moralbegriffe nicht gebunden. Moral beschäftigt sich mit den Werthaltungen eines Menschen oder einer Gesellschaft. Sie denkt nach über Gut und Böse, über Richtig und Falsch. Unter Moral kann auch noch verstanden werden: Das sittliche Empfinden (hohe Moral; niedere Moral). Moral in der Umgangssprache und in der Wissenschaft In der Umgangssprache und im täglichen Gebrauch werden die Begriffe Ethik und Moral oft synonym verwendet. Im wissenschaftlichen Sinne sollte man aber die Ebene des Phänomens, d.h. Sitten und Gebräuche im Sinne von Moral, von der Ebene der Reflexion (Ethik) unterscheiden. Oder anders gesagt: Eine theoretische, vertiefende wissenschaftliche Auseinandersetzung verwendet eher den Begriff Ethik. Während praktische Handlungsanweisungen und konkrete Vorstellungen von z.b. Richtig oder Falsch der Moral zuzuordnen sind. Als Moral wird hierbei das bestehende System an Regeln, Normen und Wertmaßstäben bezeichnet. Wie kann man moralisch handeln lernen? Ottfried Höffe, Professor für Philosophie an der Universität Thübingen, beantwortet die Frage: Wie kann man moralisches Handeln lernen? wie folgt: Durch Einüben, Gewöhnung. Indem man für die Dinge, die man richtig tut, gelobt und für die falschen getadelt wird. Und vielleicht empfindet man sogar Reue für die falschen. Aristoteles sagt: Gerecht wird man durch gerechtes Handeln, tapfer durch tapferes Handeln. Das heißt: Eine moralische Einstellung bekommt man durchs Einüben. (Höffe 2005, S. 21) 2. Fragen der Berufsethik in der Ausbildung zum/zur Behindertenbegleiter/in Ethisches Handeln in der Praxis der Behindertenbetreuung Behindertenbegleiter/innen erleben in ihrer täglichen Arbeit mit den Menschen mit Behinderungen eine oft unüberschaubare Fülle von berufsethischen Entscheidungssituationen. Nicht nur in ihrer täglichen Arbeit mit den Menschen, die ihnen anvertraut sind, sondern auch in den Werkstätten, Wohngruppen und sonstigen Arbeitsplätzen werden sie ständig herausgefordert, Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen sind nicht nur fachlich und rechtlich zu begründen und immer wieder auch gegenüber den Vorgesetzten und der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, sondern eben auch ethisch zu legitimieren. Ein weiteres Feld der Berufsethik ist auch Umgang im Kolleg/innenkreis und die sich daraus ergebenden berufsethischen Fragestellungen. Die Anwendung ethischer Grundsätze ist in der Praxis immer ein offener Prozess, in dem allgemeine Grundsätze, ethische Überzeugungen und Werthaltungen auf konkrete Situationen hin umgelegt werden müssen. Stets neu auftretende berufsethische Fragen fordern immer wieder zu eigenständiger ethischer Reflexion heraus. Einfache Handlungsrezepte und Ratschläge für schwierige Fragen sind dabei nicht zu erwarten und wenig zielführend. So bleibt Spielraum für Interpretation, die eigene Verantwortung und das Risiko von Irrtümern und Fehlentscheidungen. In der Praxis treten folgende Fragen auf: - Mit welchen ethischen Fragestellungen bin ich im Berufsalltag immer wieder konfrontiert? - Auf welche Grundlagen stütze ich mich bei einer Entscheidung? - Welche Rolle spielt dabei der Berufskodex? Die Berufsethik kann unterteilt werden: - Berufsethik im Blick auf die Menschen, mit denen wir arbeiten - Berufsethik im Blick auf die Mitarbeiter/innen - Berufsethik im Blick auf die Einrichtung Die Berufsethik beschäftigt sich also mit folgenden Themenkreisen: - Verständnis und mögliche Verbesserung der Situation der Betroffenen - Begründung und Verantwortung des beruflichen Handelns - Berücksichtigung gesellschaftlicher und politischer Faktoren - Mögliche Auswirkungen und Folgen von berufsethischen Entscheidungen - Einbringen ethischer und berufsethischer Themen und die Stärkung ethischer Haltungen Berufsethische Fragestellungen: Aus der Praxis für die Praxis Im Unterricht erarbeiten wir ausgehend von den Fragen und Erfahrungen der Ausbildungsteilnehmer/innen modellhaft einige berufsethische Beispiele. Dabei verfassen die Ausbildungsteilnehmer/innen eine möglichst konkrete Beschreibung einer Situation, eines Verlaufes oder eines Konfliktes aus ihrem beruflichen Umfeld. Bei dieser konkreten Beschreibung einer berufsethischen Fragestellung in anonymisierter Form werden ethische Fragen und Antworten auf Grundannahmen und Werte, Begründungen, Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung 31

17 Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung 32 Argumente und Widersprüche hin analysiert. In einer vertiefenden Auseinandersetzung werden einige dieser Beispiele von den Ausbildungsteilnehmer/innen auch im Unterricht vorgestellt. Alle Ausbildungsteilnehmer/innen können dann durch Nachfragen und inhaltliche Diskussionsbeiträge ihre ethischen Positionen und Haltungen schärfen. Ein weiterer Lerneffekt ist die Erfahrung, dass bei der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen immer wieder ähnliche Fragen auftauchen. Hier bereichert der Austausch von Erfahrungen die gesamte Lerngruppe wesentlich. Auch inhaltlich herrscht innerhalb einer Klasse zu bestimmten berufsethischen Fragestellungen nicht immer Einigkeit. Verschiedene ethische Positionen und gesellschaftliche Meinungen treten dann in einen argumentativen Wettstreit. Ziel bei einer solchen inhaltlichen Auseinandersetzung ist aber nicht die Einheitsmeinung aller Teilnehmer/innen am Ende der Ausbildung, sondern eine möglichst umfassende ethische Bildung, die auch den eigenen Horizont erweitert. Aus der langjährigen Erfahrung lassen sich dabei immer wieder einige Themen, die ständig vorkommen, benennen: - Recht auf Selbstbestimmung Grenzen und Probleme - Verantwortung und Konsequenzen von Entscheidungen - Wenn beeinträchtigte Jugendliche Kinder bekommen - Körperlichkeit und Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigung - Probleme und Konfliktsituationen des Zusammenarbeitens - Wie selbstbestimmt lassen Eltern ihre behinderten Kinder leben? - Dürfen Eltern ihrem behinderten Kind den Kontakt zum Freund verbieten? - Fragen und Probleme im Arbeitsumfeld (Zusammenarbeit, Klima, Anforderungen, Institution, Öffentlichkeit, ) - Probleme (z.b. Alkoholkrankheit) eines/einer Arbeitskollegen/in Folgen und Auswirkungen 3. Die ethische Fallbesprechung Als eine sehr brauchbare Methode, berufsethische Fragestellungen zu besprechen, hat sich dabei die ethische Fallbesprechung (EFB) bewährt. Diese Methode möchte ich noch näher erläutern. Im Folgenden darf ich die wesentlichen Schritte und Inhalte der EFB vorstellen: Die drei Bereiche der ethischen Fallbesprechung Bei einer ethischen Fallbesprechung kann man drei Arten von Faktoren unterscheiden: 1. Therapiebezogene Faktoren 2. Klientenbezogene Faktoren: Diese lassen sich wiederum unterteilen, ob sie die Klient/innen oder ihre Angehörigen oder beide betreffen. 3. Mitarbeiterbezogene Faktoren Nicht sinnvoll sind ethische Fragestellungen, wenn es um fachliche Fragen geht. Auch bei allgemeinen Kooperations- und Kommunikationsproblemen ist eine ethische Fallbesprechung und ihre Methodik nicht geeignet. Bei akuten Notsituationen und unaufschiebbaren Ereignissen eignet sich diese Methode ebenfalls nicht. Konflikte von Mitarbeiter/innen, die aus dem Arbeitsverhältnis resultieren, oder Unstimmigkeiten in einem Betreuerteam, können durchaus auch berufsethische Themen beinhalten, gehören aber eher in Dienstbesprechungen oder ähnlichen Foren besprochen. Beispiele für therapiebezogene Faktoren: - Stagnation in einem Behandlungs- oder Betreuungsprozess - Langzeitbehandlungen ohne erkennbare Fortschritte - Generelle Unsicherheit oder Offenheit gegenüber der ethischen Bewertung einer Situation, Handlung oder Unterlassung Beispiele für klientenbezogene Faktoren: - Fehlendes Einverständnis zu einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme - Wachsendes Unverständnis oder zunehmende Ablehnung gegenüber einer Behandlung - Mangelnde Einsicht und Kooperation Quellen: Höffe O. (2005): Moral kann man lernen. In: Bundeszentrale für Politische Bildung (Hg): Fluter. Das Moralheft. Bonn: S MTG Malteser Trägergesellschaft (Hg) (2005): Ethische Fallbesprechung. Eine Interdisziplinäre Form klinischer Ethikberatung. Köln Der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales (Hg.) (2007): Die ethische Fallbesprechung. Eine Methode im Umgang mit Konflikten im Gesundheitsbereich und in der Altenhilfe. Bremen Beauchamp, Tom l., Chidress James F. (2009): Principies of Biomedical Ethics. Oxforf - New York Marckmann G. (2000): Was ist eigentlich prinzipienorientierten Medizinethik? download unter dokumente/ /fa6e48ae/marckmann_prinzipienethik.pdf Beispiele für mitarbeiterbezogene Faktoren: - Gewissenskonflikte bei der Durchführung oder Fortsetzung einer Therapie oder Behandlung - Ethische Überforderung einer Behandlung für die Behandelnden - Handlungsunfähigkeit wegen fehlender oder widersprüchlicher Konzepte im therapeutischen Team 3.1. Die Prinzipien zur Beurteilung einer Handlungssituation: Wie auf dem nachstehenden Bild zu ersehen ist, gilt es bei allen berufsethischen Fragestellungen vier wesentliche Bereiche zu bedenken. Die vier Prinzipien zur Beurteilung einer Handlungssituation wurden zum ersten Mal von Tom L. Beauchamp und James F. Childress eingeführt. In ihrem Buch Principles of Biomedical Ethics stellten die beiden amerikanischen Autoren 1979 vier ethische Prinzipien vor, die als Ausgangspunkt für die Behandlung moralischer Probleme im Bereich der Biomedizin dienen sollen. Prof. Mag. Maximilian Kiesenhofer Studium der Religionspädagogik und Fachtheologie Lehrer für Religion an der HTL-Leonding Ausbildung zum Betreuungslehrer für Unterrichtspraktikant/innen Ausbildung in außerschulischer Jugendarbeit und Schulmediation Die Prinzipien Respekt der Autonomie des Patienten (respect for autonomy), Schadensvermeidung (nonmaleficence), Fürsorge (beneficence) und Gerechtigkeit (justice) (vgl. Marckmann 2000, S. 74). Alle vier Bereiche können hilfreich sein, sich ein möglichst umfassendes Bild von dem betreffenden Menschen oder der Situation zu machen. Die angeführten Beispiele und Überlegungen sollen zum eigenen Weiterüberlegen anregen und müssen auf die jeweilige Situation abgestimmt werden. Nicht Schaden: - Welche Behandlung schadet dem/der Betroffenen nicht oder am wenigsten? - Abwägung von Folgen und Risiken Gutes tun: - Welche Betreuung nützt dem/der Betroffenen am besten? - Einsicht und Einsichtsfähigkeit bei vernünftigen Maßnahmen - Was ist zu tun, wenn positive Effekte nicht sofort erkennbar sind oder eine fachliche Bildung erfordern? Autonomie: - Welches Verhalten entspricht (mutmaßlich) dem Willen des/der Betroffenen? Gerechtigkeit: - Welche Behandlung ist am ehesten gerechtfertigt hinsichtlich der Prognose und evt. hinsichtlich der Verteilung begrenzter Ressourcen? - Wie wirkt sich eine Einzelförderung im Falle begrenzter Ressourcen auf die ganze Wohngruppe aus? unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Religion; Berufskunde und Ethik Berufsethik für Fach-Sozialbetreuer/innen im Schwerpunkt Behindertenbegleitung 33

18 25 Jahre Wohnen ist Leben 34 Petra Eckerstorfer Wohnen ist Leben Auf der Suche nach dem Begriff Wohnen findet man in einigen Sprachen kein eigenständiges Wort. Im englischen Raum wird sprachlich nicht zwischen Wohnen und Leben unterschieden Wohnen ist Leben. Mit Wohnen verbindet man die gebaute und gestaltete Umwelt, aber auch das soziale Handlungsfeld des Menschen, in dem Kommunikation, Erholung und Selbstverwirklichung geschieht. Wohnen bildet für beinahe jeden Menschen den Mittelpunkt der Lebensgestaltung. Es schließt das Gefühl ein, an einem bestimmten Ort zu Hause zu sein. Wohnung ist mehr als ein Aufenthaltsraum, es geht um Lebens-Raum, um das Zuhause. Die Wohnung bedeutet Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit. Darüber hinaus bietet sie auch den Rahmen für vielfältige Aktivitäten, die man allein oder gemeinsam mit anderen Personen ausüben kann. Damit aber eine Wohnung diese Geborgenheit vermitteln und auch Anregungen zur Betätigung geben kann, muss sie so gestaltet und ausgestattet sein, dass sich ihre Bewohner/innen darin wohl fühlen können. Die Wohnbedürfnisse eines jeden Menschen sind natürlich auch geprägt von kulturellen Einflüssen, Geschlecht, Lebensalter, Lebens- und Wohnerfahrungen und finanziellen Verhältnissen. Fast könnte man sagen, sie sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst; jeder hat im Grunde genommen ein individuell unterschiedliches Wohnbedürfnis. Allgemeine wohnbezogene Bedürfnisse: a) Sicherheit und Schutz Zur Sicherheit gehört, dass jemand seinen Wohnbereich nicht aus beliebigen Gründen verlieren kann. Die Wohnung soll Schutz vor ungewollten Einblicken und Übergriffen, sowie Lärm und Witterungseinflüssen bieten. b) Geborgenheit und Distanz Eine Wohnung soll das Bedürfnis nach Ungestört- und Alleinsein befriedigen und den Bewohner/innen eine Rückzugsmöglichkeit bieten. c) Beständigkeit und Vertrautheit Wohnen wird vom Gewohnten und Alltäglichen bestimmt. Die Entfaltung der Selbstbestimmtheit und der Verlässlichkeit der sozialen Beziehungen ist in der eigenen Wohnung am leichtesten möglich. d) Kommunikation und Kontakt Eine Wohnung bietet die angenehmste Form des Zusammenseins und der Kommunikation mit vertrauten Menschen und ist der sicherste Ausgangspunkt für Kontakte nach außen. e) Tätigkeit und Selbstdarstellung Die Gestaltung eines privaten Raumes bzw. einer Wohnung lässt die Individualität der Bewohner/innen und eventuell auch die Zugehörigkeit zu einer größeren Gemeinschaft zum Ausdruck bringen. Sie bietet viel Raum für persönliche Selbstverwirklichung und Repräsentation. Auch wenn manche Menschen mit Beeinträchtigung ihre Bedürfnisse aus verschiedenen Gründen kaum oder erst nach intensivem Befragen äußern können, sind ihre Lebensbedürfnisse ebenso vorhanden und müssen umso mehr bedacht und berücksichtigt werden. Dem Wohnen kommt bei der Erfüllung der Lebensbedürfnisse eine ganz zentrale Rolle zu, weshalb die Planung und Gestaltung von Räumen von Menschen mit Beeinträchtigung sehr einfühlsam durchgeführt werden sollte. Erfreulicherweise geht der Trend bei der Gestaltung von Wohnungen bzw. Zimmern von Menschen mit Beeinträchtigung weg von sehr sterilen, kahlen Räumen hin zu liebevoll gestalteten Lebensräumen. In diesen sollten alle Sinne stimuliert und angeregt, der ganze Mensch mit allen Sinnen angesprochen werden. Hierbei ist es besonders wichtig, dass sich die Bewohner/innen bei der Gestaltung ihrer Wohnräume mit einbringen dürfen. Der Wohnbereich bietet unzählige Möglichkeiten, alle Sinne eines Menschen zu fördern. Die Auswahl verschiedenster Materialien mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen macht es möglich den Tastsinn zu beeinflussen. Die Palette reicht hierbei von glatten, kühlen Bodenbelägen und lackierten Einrichtungsgegenständen bis hin zu warmen, kuscheligen Stoffen. Verschiedene Düfte von Blumen und ätherischen Ölen, aber auch Kräuter und Gewürze, die beim Kochen verwendet werden, können in allen Räumen wahrgenommen werden. Das leise Plätschern eines Zimmerbrunnens, Musik, die gehört oder selbst gemacht wird, sind Beispiele, die auf den Gehörsinn wirken. Licht und Farben prägen entscheidend den Charakter eines Raumes und üben dadurch direkten Einfluss auf die Stimmung und das Raumklima aus. Farben sind Schwingungen, die von unserem Organismus aufgenommen werden und sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche wirken. Sie haben somit einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unser Lebensgefühl. Jede Farbe übt auf den Betrachter einen bestimmten Reiz aus, der charakteristisch für diese Farbe ist. Sie können eine beruhigende oder eine aufputschende Wirkung auf uns ausüben. Rot beispielsweise wirkt anregend, grün hingegen beruhigend, orange wiederum fördert die Kommunikation. Das Wissen um diese Wirkung kann bei der Gestaltung von Wohnbereichen für Menschen mit Beeinträchtigung sehr hilfreich eingesetzt werden. Eine große Rolle bei der Auswahl der eigenen vier Wände für Menschen mit Beeinträchtigung spielt auch die freie Zugänglichkeit für die Bewohner/ innen. In der ÖNORM B1600 findet man die Richtlinien für barrierefreien Wohnbau. Was ist eine Barriere? Spricht man von barrierefreiem Bauen, muss man sich zunächst bewusst machen, was in diesem Zusammenhang überhaupt unter Barrieren zu verstehen ist. Dazu gehören nicht nur die typischen Schwellen, etwa an Türen und Treppen. Dipl. Päd. in Petra Eckerstorfer Fachlehrerin für Ernährungswirtschaft und Haushaltsökonomie Diese sind lediglich Teil einer Gruppe, der vertikalen Barrieren. Für Rollstuhlfahrer/innen oft genauso hinderlich sind horizontale Barrieren. Dazu zählen Türbreiten unter 90 cm oder zu schmale Flure. Weist ein Bereich der Wohnung zu wenig Bewegungsfläche auf, etwa aufgrund zu eng stehenden Mobiliars oder nach innen öffnender Türen, spricht man von räumlichen Barrieren. Ist genügend Platz vorhanden, doch dermaßen schlecht organisiert, beleuchtet oder eingerichtet, handelt es sich um sensorische Barrieren. In derartigen Fällen fällt es vor allem älteren Menschen schwer, sich zurechtzufinden. Zu den ergonomischen Barrieren gehören fehlende oder unzureichende Bedienhilfen an Treppen, Türen, Möbeln und im Sanitärbereich, die den behinderten und/oder älteren Menschen überfordern können. Meist handelt es sich dabei um fehlende Handläufe und Haltegriffe. Unkomfortabel für die Nutzer/innen sind anthropometrische Barrieren. Hiermit sind funktionale Einrichtungen wie Türdrücker, Lichtschalter, Arbeitsplatten oder Sanitärgegenstände gemeint, deren Maße nicht auf die Benutzer/innen abgestimmt sind. Ein Beispiel dafür sind zu hohe bzw. zu niedrige Arbeitsflächen. Obwohl sich die Ausbildungsteilnehmer/innen im Unterricht nicht nur mit theoretischen Grundlagen, sondern beispielsweise auch mit der Wirkung der Farben oder den Möglichkeiten der Förderung der Sinne beschäftigen, ist jede/r Betreuer/in gefordert, die nötige Sensibilität zu entwickeln, um auf die Wohnbedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen. Denn beim Gestalten von Lebensräumen für Menschen sollte stets der Satz des griechischen Philosophen Protagoras Der Mensch ist das Maß aller Dinge an erster Stelle stehen. Wohnen ist Leben 35 Quellen: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (2008): Barriere:frei, Handbuch für barrierefreies Wohnen. unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Haushalt, Ernährung und Diät; Ausbildungsschwerpunkt Behindertenbegleitung

19 Andreas Nimmervoll 25 Jahre Bewegung und Sport als Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung Wer schon einmal einen sportlichen Wettbewerb, an dem Menschen mit speziellen Bedürfnissen teilnahmen, miterleben durfte, weiß, dass Bewegung mit Freude gekoppelt sein kann. Das verbissene Siegenwollen, die demütigende Pose den Verlierern gegenüber, der übertriebene Perfektionismus weicht der Freude über die Erweiterung der Bewegungsräume und damit der Handlungsmöglichkeiten jedes einzelnen Menschen. (Fragner, 2001, S. 1) Persönliche Erfahrungen In meiner beruflichen Praxis, aber auch in Gesprächen mit Kollegen/innen und Ausbildungsteilnehmern/innen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die für Bewegung und Sport für und mit Menschen mit Beeinträchtigung eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen sehr oft die ersten sind, die gekürzt, umgeschichtet oder eingespart werden. Offensichtlich genießt dieser Themenkreis nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit der Verantwortlichen. Proklamationen, Deklarationen und Positionen Schon die International Charter of Physical Education and Sport der UNESCO aus dem Jahr 1978 proklamiert im Artikel 1: The practice of physical education and sport is a fundamental right for all. Und weiter: Every human being has a fundamental right of access to physical education and sport, which are essential for the full development of his personality. The freedom to develop physical, intellectual and moral powers through physical education and sport must be guaranteed both within the educational system and in other aspects of social life. Special opportunities must be made available for young people, including children of pre-school age, for the aged and for the handicapped to develop their personalities to the full through physical education and sport programmes suited to their requirements. (UNESCO) Auch die EU hält in ihrer Deklaration von Nizza (2000) fest: Sport is a human activity resting on fundamental social, educational and cultural values. It is a factor making for integration, involvement in social life, tolerance, acceptance of differences and playing by the rules. Sporting activity should be accessible to every man and woman, with due regard for individual aspirations and abilities, throughout the whole gamut of organised or individual competitive or recreational sports. For the physically or mentally disabled, the practice of physical and sporting activities provides a particularly favourable opening for the development of individual talent, rehabilitation, social integration and solidarity and, as such, should be encouraged. Jeder Mensch sollte also das Recht auf die Teilhabe an Sport und Bewegungsprogrammen haben. Dies ist unverzichtbar für die volle Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit. Der ÖBSV (Österreichischer Behindertensportverband) hält in einem Positionspapier fest: Behindertensport hat gesellschaftspolitische Bedeutung. Sport hilft behinderte Menschen zu integrieren. Sport formt selbstbewusste Individuen und gliedert sie in die Gesellschaft ein. Eigenständige und selbstverantwortlich handelnde Menschen mit Behinderung sind das Ziel im Behindertensport. Die gelungene Integration von behinderten Menschen ist ein Zeichen für einen hohen Entwicklungsstand der Gesellschaft. (ÖBSV, 2006, S.4) Gesundheitsförderung Unbestreitbar und vordergründig ist auf jeden Fall der Aspekt der Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport. Regelmäßiges Training der Ausdauerleistung wirkt sich positiv auf viele gesundheitliche Bereiche aus, vor allem auf das Herz-Kreislauf-System und hilft somit, Bewegung und Sport als Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung 37

20 Bewegung und Sport als Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung 38 lebensstil- und ernährungsbedingte Erkrankungen, besonders kardio-vaskuläre Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Gefäßkrankheiten oder Diabetes mellitus erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dosiertes Krafttraining kann zu einer Verbesserung bei Problemen mit dem Stütz- und Bewegungsapparat unseres Körpers führen. Bewegung und Sport leisten hier einen enormen und unverzichtbaren Beitrag zur Prävention. Bewegung als Teil der persönlichen Entwicklung Nur über Bewegung und Handeln kann sich der Mensch seine Umwelt aneignen und zu seiner Umwelt Kontakt aufnehmen. Für Menschen, die nicht sprechen und hören können, ist Bewegung überhaupt der Schlüssel zu einer möglichen Kommunikation und Teilhabe an der Gesellschaft. Bewegung wird als grundlegende Seinsweise des Menschen verstanden. Bewegung und Tätigkeit sind Grundvoraussetzungen einer ganzheitlichen Entwicklung des Menschen (Denken, Wahrnehmen, Emotionen) und daher fundamentale, lebensnotwendige Prozesse. Über Bewegung erst kann sich der Mensch Umwelt aneignen und zu seiner Mitwelt Kontakt aufnehmen. (Eder-Gregor, 2001, S. 14) Die menschliche Bewegungsentwicklung in den ersten 18 Lebensmonaten erfolgt nach einem bestimmten genetisch fixierten Plan vom Kopf nach unten (craniocaudal), in Richtung zunehmender Differenzierung und Vielfalt, in Richtung zunehmender Bewegungskontrolle und Autonomie. Der Aufbau der typisch menschlichen Fähigkeiten in körperlicher, emotionaler, kognitiver und sozialer Hinsicht ist immer mit Bewegung verknüpft (vgl. Krassnig, 1996). In der Psychomotorik werden Bewegung, Spiel und Sport auch sehr oft zum Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes eingesetzt. Durch die über den Körper und Bewegungen gemachten Erfahrungen lernen Menschen mit Beeinträchtigung sich selber kennen, sie erhalten Rückmeldung über das, was sie können, sie erfahren Erfolg und Misserfolg und erkennen, dass sie dies selber bewirkt haben (vgl. Zimmer, 2006, S. 51f). Die Psychomotorik versteht sich als ganzheitliches Entwicklungskonzept und nutzt die Bewegung als Medium für Lernen, Entwicklungsförderung und soziale Verantwortlichkeit. Sie orientiert sich an den individuellen Stärken des Einzelnen und versucht, die Ich-Kompetenz, die Sach-Kompetenz und die Sozial-Kompetenz zu fördern. Soziale Dimension von Bewegung und Sport Bewegungsangebote geben aber auch speziell Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit, sich als Teil einer Gruppe zu erleben, Erfahrungen von Nähe und Distanz, von Kooperation und Konfrontation zu machen und die Einhaltung von Regeln zu beachten. Diese soziale Dimension von Bewegung und Sport erachte ich als sehr wichtig, und dies steht auch bei meinen Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigung stark im Vordergrund. Integration durch Sport Sport kann auch einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Beeinträchtigung leisten. Nicht selten führt der Weg von Sportangeboten für Menschen mit Beeinträchtigung zu gemeinsamen, inklusiven Aktivitäten von Menschen mit Beeinträchtigung und nicht beeinträchtigten Sportler/innen. Mit oder trotz einer Beeinträchtigung Sport ausüben zu können, bietet Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und somit Normalität und Integration. Quellen: Eder-Gregor, Beatrix (2001): Das spontan Bewegte ist also das Lebendige! In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft 5/2001 Fragner, Josef(2001): Bewegung statt Fitness. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft 5/2001 Krassnig CH. Kathie: Die Menschliche Bewegungsentwicklung. Tagesbericht zum 11. Österreichischen Symposium für die Integration behinderter Menschen in Innsbruck, 7. Juni 1996 URL: Österreichischer Behindertensportverband (ÖBSV): Sport soll für alle möglich sein. Positionspapier des Österreichischen Behindertensportverbandes (ÖBSV). Wien URL: United Nations Educational Scientific and Cultural Organization: International Charter of Physical Education and Sport. URL: Zimmer, Renate (2006): Handbuch der Psychomotorik. 5. Auflage, Freiburg im Breisgau: Herder Verlag. Special Olympics Diesem Gedanken der gemeinschaftlichen Sport ausübung wird durch das sogenannte Unified -Reglement der weltweiten und auch in Österreich stark verankerten und sehr engagierten Organisation Special Olympics sehr stark Rechnung getragen. Dabei praktizieren mental beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Menschen gemeinsam verschiedene Sportarten. Die nicht beeinträchtigten Sportler/innen übernehmen dabei nicht selten die Rolle der Mannschaftsführer/innen oder sind im Spielgeschehen dafür verantwortlich, den beeinträchtigten Teamkolleg/innen assists zu geben. Special Olympics Veranstaltungen und Wettbewerbe sind aber sehr häufig auch gesellschaftliche Ereignisse. Ganze Dorfgemeinschaften bzw. Regionen stehen oft sehr geschlossen hinter der Durchführung einer Wettkampfveranstaltung. Die dabei stattfindenden Interaktionen sind meiner Meinung nach ein probates Mittel zum Abbau von immer noch vorhandenen gesellschaftlichen Vorurteilen und Barrieren. Bewegung und Sport in der Freizeitgestaltung Wesentlich erscheint mir auch die Bedeutung der Bewegung, des Sports an sich, als zweckloses, sinnfreies Tun ohne pädagogische und therapeutische Hintergedanken und Ziele. Bewegung und Sport können hierbei als sinnvolle Freizeitgestaltung, als Erholungsmöglichkeit, als freud- und lustvolles Tun nicht hoch genug eingeschätzt werden (vgl. Eder-Gregor, 2001, S.18). Andreas Nimmervoll Dipl. Behindertenpädagoge Staatlicher Lehrwart für Behindertensport Verantwortlicher für das Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot in der Lebenshilfe Linz Persönliche Einschätzung und Ausblick In vielen Wohneinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung ist auf Grund von mangelnder und mit Routinetätigkeiten befasster personeller Ressourcen kaum mehr ein adäquates Angebot zur Entfaltung und Entwicklung des individuellen Bewegungsbedürfnisses bereitzustellen. In Zeiten geringer werdender finanzieller Mittel ist es oft nicht mehr das institutionalisierte, sondern das individuelle (ehrenamtliche) Engagement einzelner Begleiter/innen oder das vereinsmäßig organisierte Engagement von Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigung, welches viele Aktivitäten, Trainings, Teilnahmen an Sportveranstaltungen und Wettkämpfen am Laufen hält. Bewegung und Sport in der Schule für Sozialbetreuungsberufe Im Fach Bewegungserziehung an der Schule für Sozialbetreuungsberufe versuche ich, neben einer umfassenden theoretischen Beschäftigung mit verschiedenen Themenkreisen wie Motopädagogik, Psychomotorik, Erlebnispädagogik, Special Olympics Bewegung, Einführung in die Didaktik und Methodik im Sport mit mental beeinträchtigten Menschen, den Ausbildungsteilnehmern/innen auch einen Einblick in meine langjährige praktische Tätigkeit als Staatlicher Lehrwart für Behindertensport und Verantwortlicher für das Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot in einer großen Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung zu geben. Dieser Einblick in die Praxis geschieht durch das Kennenlernen von und Teilnehmen an vielfältigen praktischmethodischen Übungen und erlebnispädagogischen Aktivitäten. unterrichtet an der Linz, Salesianumweg: Ausbildungsschwerpunkt Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung Bewegung und Sport als Beitrag zur Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung 39

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