Asset Management und Steuern

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1 Asset Management und Steuern Insurance Club vom 19. September 2002 Andreas Staubli, Tax Partner, PricewaterhouseCoopers AG Stampfenbachstrasse 73, 8035 Zürich Phone

2 Asset Management & Steuern Inhaltsverzeichnis Ertragsteuern auf Gewinnen Quellensteuern auf Dividenden, Zinsen und Kapitalgewinnen Umsatzabgabe auf Transaktionen Mehrwertsteuerbelastungen Offshore Strukturen Risikomanagement Schlussfolgerung 2 PricewaterhouseCoopers

3 Direkte Steuern Übersicht Gewinnbesteuerung von 10%-40% je nach Land: 1. Erträge aus Investments fallen grundsätzlich bei Versicherung an und werden dort besteuert. 2. Gewinne aus Asset Management Tätigkeit unterliegen ebenfalls der Gewinnsteuer. => Wie können diese Gewinnsteuerbelastungen reduziert werden? 3 PricewaterhouseCoopers

4 Direkte Steuern Strukturoptimierung Gründung einer Personengesellschaft oder alternativ einer Kapitalgesellschaft in Offshore. Asset Manager AG (Schweiz) Asset Manager (Jersey) Advisory Agreement General Partner oder Vertragspartei Versicherung AG (Schweiz) Limited Partnership Oder Kapitalgesellschaft Limited Partner oder Shareholder Legende Beteiligung Vertrag Anlage-Portfolio 4 PricewaterhouseCoopers

5 Direkte Steuern Strukturoptimierung Steuerliche Zielsetzung des neuen Investmentvehikels: Ausländisches Partnership: Internationale Steuerausscheidung der Gewinne ins Ausland. Ausländische Kapitalgesellschaften: Umwandlung von steuerbaren Erträgen in Dividenden mit Beteiligungsabzug. 5 PricewaterhouseCoopers

6 Direkte Steuern Strukturoptimierung Steuerliche Zielsetzung für Einbezug der Asset Management Aktivitäten: Gewinne aus Asset Management Tätigkeit können teilweise tiefer besteuert vereinnahmt werden. Gewinnrückführung über Dividenden mit Beteiligungsabzug. 6 PricewaterhouseCoopers

7 Direkte Steuern Vertragliche Optimierungen Securities Lending: Beteiligungsabzug Übereignung von von Aktien Aktien der der UBS-AG UBS UBS AG AG (Schweiz) Dividende Investment Bank (UK) = Lender Manufactured Dividend Lending Fee Zins Versicherung AG AG (Schweiz) Vorübergehender Transfer von von Cash Cash Collateral 7 PricewaterhouseCoopers

8 Direkte Steuern Vertragliche Optimierungen Securities Lending: Beteiligungsabzug Beispiel Versicherung AG ohne Sec. Lending Versicherung AG mit Sec. Lending Gewinn vor Steuern 100'000' '000'000 Dividendeneinkommen UBS Weitergeleitete Dividende Lending Fee Zins 20'000'000-20'000'000-2'400'000 1'600'000 Gewinn vor Steuern 100'000'000 99'200'000 Gewinnsteuer (25%) -25'000'000-24'800'000 Beteiligungsabzug (rund 20 Mio.) 4'960'000 Gewinn nach Steuern 75'000'000 79'360'000 => Potentielle Einsparung netto von CHF 4.3 Mio 8 PricewaterhouseCoopers

9 Quellensteuer Übersicht Grundsatz: Dividendenerträge, Zinsen, Lizenzen und Kapitalgewinne können im Quellenstaat mit einer Steuer belastet werden. Quellensteuern können aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) teilweise oder voll entlastet werden. Die Schweiz hat heute ein Abkommensnetz von 55 in Kraft stehenden DBA. Über ein Dutzend weitere sind unterzeichnet oder paraphiert. Andere Staaten verfügen über bessere oder schlechtere Abkommensnetze als die Schweiz. 9 PricewaterhouseCoopers

10 Quellensteuer Konsequenzen für Versicherungen Kosten für Versicherungsgesellschaften: Die Ausrichtung des Anlageportfolios des Versicherungskonzerns basiert nicht auf steuerlichen Vorgaben. Der Konzern investiert folglich auch in Länder, mit denen kein oder nur ein schlechtes DBA existiert. Quellensteuern auf den Vermögenserträgen sind zusätzliche Kosten für den Konzern. 10 PricewaterhouseCoopers

11 Quellensteuer Strukturelle Optimierung Planungsvariante 1: Übertragung des Versicherungsportfolios in eine Zwischenholding. Die Zwischenholding ist in einem Staat ansässig, welcher über ein besseres DBA verfügt. Versicherung Ltd (Mexiko) Tochtergesellschaft 30 % Quellensteuer Portugal SA Subholding (Schweiz) 5 % Quellensteuer 15 % Quellensteuer Portugal SA 11 PricewaterhouseCoopers

12 Quellensteuer Vertragliche Optimierung Planungsvariante 2: Vertragliche Übertragung von Portfolioinvestments von einer Gruppengesellschaft auf eine andere Gruppengesellschaft. Damit kann Quellensteuer reduziert oder eliminiert werden. Risiken: - Ungünstigere Ertragsteuerfolgen - Durchgriff auf wirtschaftlich Berechtigten 12 PricewaterhouseCoopers

13 Quellensteuer Vertragliche Optimierung Planungsvariante 2: Beispiel Übertragung des französischen Investment-Portfolios von der deutschen Konzerngesellschaft auf die französische Konzerngesellschaft mittels Securities Lending. Versicherung GmbH (Deutschland) Manufactured Dividend Versicherung SA (Frankreich) 15 % Quellensteuer 0 % Quellensteuer Frankreich SA Frankreich SA 13 PricewaterhouseCoopers

14 Schweizer Umsatzabgabe Übersicht Grundsatz: Transaktionen in Wertschriften unterliegen Umsatzabgabe ( UA ) (0.075 bis 0.3%), falls ein Schweizer Effektenhändler als Vermittler oder Partei involviert ist. Effektenhändler: - Banken, Finanzgesellschaften, Broker, Vermögensverwalter; - Kapitalgesellschaften mit Effekten > 10 Mio. in den Büchern inkl. inländische Einrichtungen der beruflichen Vorsorge. Steuerbefreite Parteien: -in-und ausländische Anlagefonds, - ausländische Berufsvorsorge- und Sozialversicherungseinrichtungen, - ausländische Lebensversicherer. 14 PricewaterhouseCoopers

15 Umsatzabgabe Konsequenzen für Versicherungen Kosten bzw. Risiken für Versicherungen: Transaktionen in Wertschriften (Bonds, Aktien, etc.) für Eigenbestand führen bei Versicherungsgesellschaften zu UA- Kosten. Vermögensverwaltungsaktivitäten für ausländische Gruppengesellschaften führen oft zu substantiellen Risiken betreffend UA- Verpflichtung als Folge der Qualifikation als Vermittler. 15 PricewaterhouseCoopers

16 Umsatzabgabe Strukturelle Optimierung für Eigenbestand Planungsvarianten: 1. Gründung einer ausländischen Investmenttochtergesellschaft: -> Keine UA auf Ausgabe Aktien und keine UA auf Transaktionen in Investments (sofern keine CH-Bank oder CH-Vermittler). -> Aber: Direkte Steuern? MWST? Quellensteuern? 2. Aufsetzen eines inländischen Anlagefonds: -> keine UA auf Ausgabe Anteilsscheine und keine UA auf Transaktionen in Investments durch Fonds. -> Aber: Direkte Steuern? MWST? Quellensteuern? 16 PricewaterhouseCoopers

17 Umsatzabgabe Vertragliche Optimierung im Asset Management Vermeidung UA-Risiko auf Vermittlungsleistung: => Problem besteht nur bei ausländischen Investoren mit ausländischer Bankbeziehung. => Schweizerische Vermögensverwaltungseinheit darf nicht als Vermittler qualifizieren, d.h. sie darf nur Investment-Advice erbringen bzw. sie darf keine Anlageentscheide fällen (vertraglich und geschäftlich entsprechend umsetzen). 17 PricewaterhouseCoopers

18 Mehrwertsteuer Übersicht Grundsatz: Asset Management und Depotgebühren unterliegen Mehrwertsteuer ( MWST ) zum Satz von 7.6% bis 25% - je nach Land: => Unproblematisch sofern durch Investmentgesellschaft selbst oder durch Gruppengesellschaft innerhalb MWST-Gruppe. => Leistungserbringung durch Dritte im Inland bzw. ausländische Dritte oder Gruppengesellschaften führt zu MWST-Kosten (Verrechnung mit MWST bzw. zu versteuernder Dienstleistungsbezug aus dem Ausland). 18 PricewaterhouseCoopers

19 Mehrwertsteuer Beispiel Asset Management Struktur Asset Manager AG (Schweiz) Steuerbar 7.6% oder 0% bei Gruppenbesteuerung Versicherung AG (Schweiz) 0% (Dienstleistungsexport) Steuerbar 7.6% (Dienstleistungsimport) 0% (Dienstleistungsexport) Asset Manager Ltd (Ausland) Ev steuerbar (0-25%) nach ausl. Recht Ev. Steuerbar (0-25%) nach ausl. Recht (Dienstleistungsimport/Reverse Charge) Versicherung Ltd (Ausland) 19 PricewaterhouseCoopers

20 Mehrwertsteuer Strukturelle Optimierung Variante 1: Gründung eines ausländischen Investmentvehikels mit Substanz (Land ohne MWST) Advisory Agreement 0% (DL-Export) Investment Adviser Ltd (Schweiz oder Ausland) Asset Manager (Ausland) General Partner oder einfach Vertragspartei Asset Management: keine MWST geschuldet Versicherung AG (Schweiz) Limited Partnership oder Limited Company Limited Partner oder Shareholder Legende Beteiligung Vertrag Anlage-Portfolio 20 PricewaterhouseCoopers

21 Mehrwertsteuer Strukturelle Optimierung Variante 2: Gründung eines Anlagefonds Asset Manager (Ausland oder Inland) Versicherung AG (Schweiz) Asset Management von MWST ausgenommen Inländischer Anlagefonds Anlage-Portfolio Legende Beteiligung Vertrag 21 PricewaterhouseCoopers

22 Offshore Strukturen Risikomanagement Offshore Strukturen werden von Schweizer Steuerbehörden verstärkt hinterfragt. => Überprüfung Substanz am Offshore-Platz von zentraler Bedeutung. Kriterien: - Qualifiziertes Personal vor Ort - Infrastruktur (Büro, Postadresse) - VR-Sitzungen vor Ort - Generalversammlung vor Ort - Buchhaltung vor Ort geführt - Lokale Bankverbindungen -etc. 22 PricewaterhouseCoopers

23 Offshore Strukturen Risiken aus direkten Steuern & MWST Konsequenz (rückwirkend!), wenn ungenügende Substanz: A) Fiktion des Sitzes in der Schweiz: - unbeschränkte Steuerpflicht in der Schweiz. B) Fiktion einer Betriebsstätte in der Schweiz: - beschränkte Steuerpflicht in der Schweiz. C) Leistungen an Offshore unterliegen MWST. 23 PricewaterhouseCoopers

24 Offshore Strukturen Steuerentwicklung => Erkennbare Trends im Umgang mit Behörden: Schwerpunktprüfungen MWST und Offshore, Restriktivere Gewährung von Rulings und strengere Besteuerungsregelungen, Umsetzung der Rulings wird geprüft. => Konsequenzen: Review der Umsetzung des Geschäftsmodells (und Rulings), Reputational Risk nicht unterschätzen. 24 PricewaterhouseCoopers

25 Schlussfolgerung Viele Versicherungen sind sich der Steuerkosten im Asset Management nicht bewusst. Steuerrisiken stellen ein wesentliches Element des Risk Managements dar. Asset Management bietet ein sehr grosses Steueroptimierungspotential, das viel zu wenig genutzt wird. 25 PricewaterhouseCoopers

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