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1 C:\DOKUME~1\Daniel\LOKALE~1\Temp\Impulsreferat Workshop 6 Folien_Umsetzungsperspektiven.doc Impulsreferat zum Workshop 6 Gestalten und verwalten Angebote für ältere Menschen mit Behinderungen als Herausforderung an die Sozialplanung Der LWV Hessen hat bereits seit längerem in verschiedenen Regionen Angebote für ältere Menschen mit Behinderung aufgebaut. Der Ablauf war in der Regel folgender: Ein Träger zeigte an, dass einer oder mehrere behinderte Menschen nicht mehr werkstattfähig sind bzw. das Rentenalter erreicht wurde. Bei einem Termin vor Ort wurde dann das räumliche Angebot besichtigt (möglichst ein separater Raum für die Tagesstruktur), konzeptionelle Anforderungen erörtert und der Betreuungsaufwand der behinderten Menschen skizziert. Der Träger wurde aufgefordert, entsprechend den Vorabstimmungen einen Antrag auf Tagesstruktur mit einem Konzept vorzulegen. Der Personalrahmen, der zur Verfügung gestellt wurde, orientierte sich am abgestimmten Hilfebedarf der Hilfeempfänger. Meistens wurde daraus ein Mischpersonalschlüssel ermittelt; in einzelnen Fällen auch verschiedene unterschiedliche Entgelte für die Tagesstruktur verabredet. An dem eben beschriebenen Vorgehen war sicher nichts Falsches. Entstanden sind Tagesstruktur-Projekte, die auf die Situation bei Antragstellung in der Einrichtung zugeschnitten sind; also zum einen auf den fiten Rentner im Ruhestand, der sich nach langen Jahren der Arbeit jetzt auf Ausschlafen und mal tun und lassen, was man will freut oder aber zum anderen auf den aufgrund der Altersgebrechlichkeit zunehmend pflegebedürftigen Menschen. Natürlich wurde bei der Auseinandersetzung um das Konzept auch berücksichtigt, dass sich die Lebenssituation des Ruheständlers schnell verändern kann, dennoch wurde das Augenmerk von den Einrichtungen in der Regel doch auf die bestehende Situation gerichtet. Ziel des LWV Hessen und des Hess. Sozialministeriums ist es, künftig bei der Entwicklung von Angeboten für ältere Menschen mit Behinderung bereits ein weitestgehend abgestimmtes Konzept einer Versorgungsregion vorliegen zu haben. Im Idealfall wurden - die Bedarfe aller Einrichtungen in der Region auf die nächsten 10 bis 15 Jahre ermittelt und aus der Analyse dieses Bedarfs heraus - die Gewichtung für Angebote vorgenommen sowie eine Entscheidung getroffen,

2 2 - an welchen Standorten trägerübergreifend Angebote geschaffen werden sollen. Ziel des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und des Hess. Sozialministeriums ist deshalb, dass alle Projektplanungen auf der Basis eines regional abgestimmten Versorgungskonzeptes für ältere Menschen mit Behinderung erfolgen. Deshalb wurde das Projekt Lebensräume älterer Menschen mit Behinderung 1998 ins Leben gerufen und hatte folgende Ziele: - Erarbeitung von Fachlichen Leitlinien und Empfehlungen für Lebensräume älterer Menschen mit Behinderung, - Durchführung von Veranstaltungen zu diesem Thema, - Initiierung von Projekten, - Dokumentation der Erfahrungen und Erkenntnisse. Im Rahmen der Fachlichen Leitlinien und Empfehlungen wurden unter anderem auch Grundsätze und rechtliche Rahmenbedingungen festgehalten. Grundsätze: - Normalisierung, Selbstbestimmung, Individualität und Integration gelten uneingeschränkt auch für ältere Menschen mit Behinderung. Dem Prinzip ambulant vor stationär, Selbstbestimmung und Vorrang der häuslichen Pflege muss Rechnung getragen werden. - Die Erkenntnisse der Medizin, der Rehabilitation und der Pflegeforschung zeigen auf, dass die Kompetenzförderung und erhaltung einen lebenslangen Prozess darstellt. - Altern und die Bewältigung des Alterns ist ein individueller Prozess. An die Stelle der Arbeit tritt Freizeit, sowohl mit dem Bedürfnis nach Ruhe als auch Aktivität. Das die Arbeit ersetzende Angebot muss daher sinnstiftend ausgerichtet sein. - Ältere Menschen mit Behinderung benötigen aufgrund der gesellschaftlichen Benachteiligung spezifische Beratung/ Unterstützung und Begleitung.

3 3 Richtungsweisend für die Gestaltung der Lebensräume älterer Menschen mit Behinderung ist die Leitlinie zum Wohnen: Ältere Menschen mit Behinderung sollen im Sinne des selbstbestimmten und an der Normalität orientierten Lebens so lang wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben können und lebenslang entsprechend ihren Bedürfnisse am Wohnort unterstützt werden. Dies bedingt, dass sich Wohneinrichtungen zukünftig auch mit der zunehmenden Pflegebedürftigkeit im Alter auseinandersetzen müssen. Auf keinen Fall soll mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben ein Wohnungswechsel verbunden werden. Neben der Berücksichtigung einer veränderten Bedürfnislage und auch veränderten Betreuungsanforderungen im Wohnen muss ein tagesstrukturierendes Angebot in/ an der Wohneinrichtung geschaffen werden. Tagesstrukturierende Angebote in Wohneinrichtungen Die Hilfen und Angebote zur Gestaltung des Tages im Lebenslage Alter müssen sich an den Bedürfnissen der Lebenslage alter Menschen orientieren (dritter und vierter Lebensabschnitt). Angebote müssen im Wohnumfeld weiter ausgebaut ggf neu entwickelt werden. Menschen mit Behinderung beschreiben ihre Wünsche für die Freizeitgestaltung im Alter folgendermaßen unter anderem: Erhalt des Kontakts zu Freunden und Bekannten und ehemaligen Arbeitskollegen Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten Verbleib in der vertrauten Umgebung Hobbys ausüben können Sich weiterbilden Zeit für Kulturangebote Erleben von Natur Reisen Ihre Sorgen sind unter anderem: Angst vor Schmerzen und Hilflosigkeit Angst vor dem Alleinsein und dem Sterben

4 4 Eine Tagesstätte besuchen zu müssen. Freizeitangebote müssen freiwillig sein und sollen sowohl in der Wohneinrichtung als auch extern angeboten werden; eine Mitbestimmung bei der Planung von Freizeitaktivitäten muss sichergestellt werden. Angebote zur Gestaltung des Tages (inklusive Freizeitangebote) von Einrichtungsträgern müssen auch ältere Menschen mit Behinderung einbeziehen, die alleine oder mit ihren Angehörigen im Einzugsbereich leben. Die Einrichtungsträger haben auch für diesen Personenkreis die Versorgungsverantwortung. Wohneinrichtungen Anstelle der homogenen Wohneinrichtung für mobile Werkstattmitarbeiterinnen und - mitarbeiter treten in Zukunft heterogene Wohneinrichtungen, die auch ein tagesstrukturierendes Angebot für ältere Menschen mit Behinderung anbieten, die aus der Werkstatt ausscheiden. Die bestehenden Wohnangebote sind entsprechend konzeptionell weiterzuentwickeln. Alltagsgestaltende Angebote umfassen die Bereiche Selbstversorgung, Erhalten und Entfalten von Fähigkeiten, Freizeitgestaltung und Bildung, Aktivierung, Gesundheitsförderung, Bewältigung von altersbedingtem Nachlassen der körperlichen und geistigen Kräfte, von Krankheit, Sterben und Tod, Zusammenarbeit mit Angehörigen. Um einen Umzug in eine Pflegeeinrichtung zu vermeiden, sind in den Einrichtungen der Behindertenhilfe grundsätzlich entsprechende Pflegeangebote zu schaffen. Es bedarf dabei einer entsprechenden räumlichen und sächlichen Ausstattung in den Wohneinrichtungen. Für die Betreuung älterer Menschen mit Behinderung ist ein interdisziplinär zusammengesetztes Team wünschenswert, sowie eine entsprechende Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote hierzu müssen entwickelt werden.

5 5 Ambulante Dienste Aufgabe der Ambulanten Dienste der Behindertenhilfe und der ambulanten Pflegedienste ist es, die Selbstorganisation der älteren Menschen mit Behinderung unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes zu fördern, zu unterstützen und zu erhalten. Die Vermeidung des stationären Aufenthaltes durch den Einsatz ambulanter Hilfen - solange es möglich ist - zu gewährleisten. Ambulante Dienste müssen ihre Leistungsangebote konzeptionell und fachlich an den Bedürfnissen älterer Menschen mit Behinderung ausrichten und daraufhin anpassen. Es muss eine Auseinandersetzung mit den Kompetenzen und Möglichkeiten des älteren Menschen mit Behinderung erfolgen- Hilfeplanung (Gesamtplan 46 BSHG). Ist der ambulante Dienst kein Pflegedienst, ist eine Zusammenarbeit mit Pflegediensten anzustreben. Bei Bedarf ist der Wohnraum, in dem ältere Menschen mit Behinderung leben, deren Bedürfnissen anzupassen (Zusammenarbeit mit Wohnraumberatungsstellen). Beratung und Begleitung der Angehörigen, in deren Familienverbund der ältere Mensch mit Behinderung lebt.

6 6 Betreutes Wohnen Das Betreute Wohnen ist als Wohnform auch den älteren Menschen mit Behinderung (auch über 65 Jahre) zur Verfügung zu stellen. Eine wesentlich engere Verbindung und ein fließender Übergang zwischen den ambulanten Diensten der Behindertenhilfe, Pflegediensten auf der Basis des SGB XI und dem Betreuten Wohnen ist anzustreben. Die spezifische Aufgabenstellung an die Betreuung älterer Menschen mit Behinderung im Betreuten Wohnen ist zu berücksichtigen. Dies ist mit den entsprechenden Zielen und Anforderungen an die Betreuung zu vereinbaren. Entsprechend den Fähigkeiten und Interessen ist eine das Erwerbsleben ersetzende Freizeitgestaltung zu entwickeln. Neben der eigenständigen Gestaltung ist auch z.b. eine stundenweise Betreuung in einem tagesstrukturierenden Angebot im Umfeld denkbar. Vernetzung Ziel ist die Vernetzung von Angeboten des Betreuten Wohnens, ambulanter Dienste, Wohneinrichtung und Werkstätten für den Aufbau eines geeigneten Angebotes im Bereich Gestaltung des Tages - eine träger- und angebotsübergreifende Vernetzung also. Dabei ist auch die altengerechte Infrastruktur der Wohnregion sowie mögliche Kooperationen mit anderen Eingliederungshilfeträgern und Trägern von Altenhilfeangeboten einzubeziehen. Regionale Abstimmungsgremien (Regionalkonferenzen) bei denen die konzeptionelle planerische Versorgung der Angebote der Behindertenhilfe in einer Angebotsregion/Versorgungsregion im Mittelpunkt steht, sind das geeignete Gremium um die Angebote mit Blick auf die Anforderungen und Bedürfnisse älterer Menschen mit Behinderung weiterzuentwickeln, zu koordinieren und zu vernetzen.

7 7 Um das Know-how der Altenhilfe mit einzubeziehen, ist die kommunale Altenhilfe zu beteiligen.

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