Web Services stellen eine Integrationsarchitektur dar, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen

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1 9 3 Web Services 3.1 Überblick Web Services stellen eine Integrationsarchitektur dar, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen mit Hilfe von XML über das Internet ermöglicht (siehe Abb ). Web Services sind keineswegs eine neue Erfindung. Sie stellen neben CORBA, DCOM oder RMI eine weitere Technik zur Realisierung von verteilten Anwendungen dar. Allerdings verwendet jede dieser Techniken ein eigenes Kommunikationsprotokoll und damit auch ein eigenes Format für Nachrichten, die zwischen den beteiligten Systemen ausgetauscht werden. Ebenso existieren verschiedene Einschränkungen beim Einsatz der vorher genannten Lösungen. DCOM kann z.b. nur auf Microsoft-Systemen, RMI nur in einer Java-Umgebung verwendet werden. CORBA ist zwar ein Standard, der für nahezu alle Plattformen verfügbar ist, jedoch wird dieser Standard von den verschiedenen Herstellern unterschiedlich implementiert. So wird beispielsweise kein einheitlicher Port für ein CORBA-System vereinbart. Dadurch muss für jeden verwendeten Port ein Eintrag in der Firewall vorgenommen werden. Ein weiterer Nachteil eines CORBA-Systems liegt darin, dass die meisten Systeme nur Java oder C++ als Implementierungssprache unterstützen (siehe /Kuschke, Wölfel 02/). Der große Vorteil von Web Services ist die konsequente Verwendung von Standards wie XML, HTTP oder

2 10 3 Web Services SMTP. Darüber hinaus können Web Services nicht nur in Java oder C++ realisiert und genutzt werden, sondern beispielsweise auch in PHP oder C#. Dadurch sind Web Services auf jedem System nutzbar, so dass dank Web Services auch C#-Anwendungen mit PHP-Diensten kommunizieren können. Ebenso ist der Standardport für HTTP oder SMTP in jedem Firewall-System freigegeben, so dass beim Einsatz von Web Services keine Erweiterungen getätigt werden müssen. Damit Web Services allerdings kein Sicherheitsproblem für die IT-Infrastruktur darstellen, wurde der Web Services Security-Standard (WSS) verabschiedet (siehe /OASIS/). Abb : Anwendungen die über das Internet mit Hilfe von XML kommunizieren.

3 3.1 Überblick 11 So funktionieren Web Services Innerhalb von Web Services werden verschiedene Techniken eingesetzt, die auf XML und XML-Schema basieren. Bei den Techniken handelt es sich um die Standards SOAP, WSDL und UDDI. Neben den drei XML-Techniken kommen auch Transportmechanismen wie HTTP oder SMTP zum Einsatz. Bevor die einzelnen XML-Techniken näher beschrieben werden, soll ein für Web Services typisches Szenario geschildert werden. Eine Fluggesellschaft möchte ihre Flugdateninformationen als Web Service anbieten. Dazu entwickelt die Fluggesellschaft eine Anwendung, die sie auf ihrer Website als Web Service veröffentlicht. Damit diese neue Web Service-Anwendung auch von möglichst vielen potentiellen Nutzern verwendet werden kann, sollte es möglich sein, dass das Unternehmen in einer zentralen Datenbank Informationen über den Web Service veröffentlichen kann und dass Clients die Möglichkeit haben, nach angebotenen Diensten zu suchen. Szenario Für Web Services gibt es eine solche Einheit, die das Veröffentlichen und Finden von Web Services ermöglicht. In der Web Service-Terminologie heißt diese Komponente UDDI-Registry. Die UDDI-Registry übernimmt die Rolle des Service Brokers (siehe Abb ).

4 12 3 Web Services Die Fluggesellschaft meldet ihren Web Service bei einer UDDI-Registry an und übernimmt dadurch die Rolle des Service Providers. Dadurch können Clients nun nach einem Service für Flugdaten suchen, sofern sie noch nichts über diesen Dienst wissen. Ein Client, der den Web Service verwendet, übernimmt die Rolle des Service Consumers. Stellt ein Client eine Suchanfrage bezüglich eines Flugdateninformationsdienstes, so wird von der UDDI-Registry eine Ergebnismenge geliefert, aus der er einen geeigneten Dienst auswählen kann. Für den als geeignet empfundenen Dienst bekommt der Client eine Service-Beschreibung in Form eines WSDL-Dokuments. WSDL steht für Web Service Description Language und bietet dem Client Informationen, wie der angebotene Dienst aufgerufen wird. Anhand der Informationen, die der Client aus der WSDL-Datei bekommt, ist er nun in der Lage, den Dienst dynamisch zu binden und anschließend aufzurufen. Dynamisches Binden bedeutet, dass der Client zur Übersetzungszeit keine Informationen über den Dienst besitzen muss und er die Anfrage anhand der WSDL-Datei erstellen kann (siehe /Wang et al. 04/). Für die Anfrage baut der Client also dynamisch ein SOAP-Dokument zusammen und sendet es in der Regel via HTTP zum Service Provider. Darauf bekommt der Client eine SOAP-Nachricht vom Dienstanbieter, die die Ergebnismenge des Aufrufs beinhaltet. Den gesamten Verlauf stellt die Abb dar.

5 3.2 Details 13 Dienst veröffentlichen Service Broker Adresse einer Dienstbeschreibung Suche nach Dienst Service Provider WSDL Nutzung des Dienstes via SOAP Service Consumer Abb : Das Veröffentlichen, Finden und Verwenden eines Web Services. Bekannte Nutzer der Web-Service-Technik bzw. Anbieter von Web Services sind Amazon und Google. Der Buchhändler Amazon hat verschiedene Funktionen seines Portals (siehe Amazon Web Services (http://www.amazon.com/webservices)) und Google dessen Suchmaschinenfunktionalität (siehe Google Web Services (http://www.google.com/apis/)) als Web Service bereitgestellt. Anwendung 3.2 Details Kern der Web Service-Technik sind XML und XML- Schema, die der Beschreibung von Daten und Datentypen dienen. Neben XML spielen auch Transporttechniken wie HTTP oder (SMTP) eine wichtige Rolle. Bei den Web Services habensichdiedreibereits erwähnten XML-Standards durchgesetzt:

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