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1 Autismusspektrumsstörung: Eltern verstehen hilfreich kommunizieren Coesfeld, Inhalt 1. Die Zusammenarbeit mit Eltern 2. Besondere Kinder - Besondere Eltern? 3. Exkurs: Wir gegen den Rest der Welt! 4. Wenn Eltern klammern! 5. Was erwarten Eltern von PädagogInnen? 6. Kompetenzbereiche von PädagogInnen und Eltern 7. Wie Elternarbeit funktionieren kann 8. Ein Elterngespräch führen 1

2 3 Die Zusammenarbeit mit Eltern Die Förderprogramme für Kinder mit ASS, die die Eltern intensiv mit einbeziehen, gelten als besonders erfolgreich (Cordes/Dzikowski 1991, 23) Formen der Elterngespräche: Spontan Beim Bringen bzw. Abholen des Kindes von der Schule Unverhoffte Begegnungen Gemeinsame Aktivitäten Geplant und Vorbereitet Hilfekonferenzen bzw. Entwicklungs- oder Beratungsgespräche 4 Besondere Kinder besondere Eltern? Wir haben ein behindertes Kind Wenn Eltern das ruhig und gelassen aussprechen können, sollte man wissen, dass vorher Betttücher nass geweint wurden, unzählige Hoffnungen und Wünsche begraben wurden, dass man auf viele Freunde verzichtet hat und mit dem behinderten Kind in eine Welt getaucht ist, in der man nur noch beschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. (Anders 1999, 154) 2

3 5 Besondere Kinder besondere Eltern? Erste Vorstellungen vom eigenen Kind Geburt und Realität Emotionale Belastungen Scham und Schuldgefühle Hilfreich zur Entlastung: Mütter erfahren Entlastung durch geschützten Raum für das Zeigen ihrer Emotionen und Schwäche Väter erfahren Entlastung durch Anerkennung für Bemühen und Durchhaltewillen Allmählicher Wandel von negativen Gefühlen in Stolz und Freunde über die eigenen Leistungen in der Erziehung des Kindes 6 Exkurs: Wir gegen den Rest der Welt! Unsensible Reaktionen als Verstärker von emotionalen Konflikten und Wegbereiter von Reaktionsmustern: Wir gegen den Rest der Welt! Interpretation von Rat und Anregungen als Eingriff/Angriff. 3

4 7 Wenn Eltern klammern! Die Entwicklung jedes Menschen ist auf einen Zuwachs an Autonomie ausgelegt Kinder ringen Autonomie aktiv von ihren Eltern ab ASS Kinder initiieren diesen Prozess nicht eigenständig Was bedeutet das für die Eltern? Verunsicherung durch fehlendes Autonomiebestreben aber auch gleichzeitig fehlendes Bindungsverhalten Unklare Kommunikations-/Interaktionsmuster 8 Wenn Eltern klammern! Was Eltern an dieser Stelle brauchen Behutsamer Umgang mit Hinweisen und Angeboten für einen konstruktiven und fortschreitenden Ablöseprozess Bsp. Beitrag der Schule in Urdorf (Schweiz) der Stiftung Kind & Autismus (www.kind-autismus.ch) 4

5 9 Was erwarten Eltern von PädagogInnen? Deutliche und offene Rückmeldungen Informationen über Inhalte der pädagogischen oder der lerntherapeutischen Förderung Partnerschaftlichen Kontakt Möglichkeit, sich mit den eigenen, elterlichen Beobachtungen und Ideen in die Förderung und Betreuung einzubringen 10 Kompetenzbereiche von PädagogInnen und Eltern Eltern: Familiäre Normen, Freizeitgestaltung etc. PädagogInnen: Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsalltags in seinen zeitlichen und räumlichen Dimensionen Auch wenn es Möglichkeiten der Einflussnahme der Eltern gibt, haben die Lehrkräfte das Recht und die Freiheit, die Methode ihrer pädagogischen Arbeit selbst zu bestimmen. 5

6 11 Wie Elternarbeit funktionieren kann Der Idealzustand ist eine gelungene Kooperation mit den Eltern. Er wird charakterisiert durch eine Erziehungspartnerschaft (Textor 2009). Die Beziehung zwischen Eltern und Pädagogen ist gekennzeichnet durch ein gemeinsames Ziel: die optimale Erziehung und Bildung des Kindes mit ASS. Eltern und Pädagogen sind als gleichberechtigte, kompetente Partner an der Förderung des Kindes beteiligt. Sie stehen in einem Erfahrungsaustausch, in regelmäßigen, offenen und wertschätzenden Gesprächen (Eckert 2004, 69). Was bedeutet das für uns? 6

7 13 Ein Elterngespräch führen Was Sie beachten sollten! Beginnen des Gespräches mit etwas Positivem Schöne Erfahrungen mit dem Kind/die Anerkennung der elterlichen Leistungen Vermeiden Sie negative Berichte Nicht über das Kind klagen! Formulieren Sie Probleme sachlich und ohne Vorwürfe Problemlösungen als ein gemeinsames Projekt verstehen Lässt man die Lösung offen, können Eltern eine Lösung mitentwickeln und besser tragen. Sie fühlen sich nicht übergangen 14 Ein Elterngespräch führen Stärken Sie das Vertrauen der Eltern in die eigenen Fähigkeiten für Bewältigung der Herausforderungen Eltern müssen ermutigt werden, vorhandene Hilfsmöglichkeiten auszuschöpfen Auf die Körpersprache kommt es an! Aufmerksamkeit und Respekt durch Blickkontakt signalisieren Beim Zuhören in die Augen sehen, um nonverbale Signale in der Mimik erkennen zu können, sowie Interesse und Aufmerksamkeit zu signalisieren Beim Sprechen durch Blickkontakt sich selbst rückversichern, dass die Eltern Sie verstehen 7

8 15 Ein Elterngespräch führen Was sie vermeiden sollten! Unterlagen ausbreiten/zu wenig Platz lassen (Dominanzverhalten ) Mögliche Reaktion: Rückzug oder Widerstand Körperlicher Abstand ist ebenfalls wichtig Große Nähe (evtl. bedrohlich) Ca. 1 Meter Abstand lassen! 16 Ein Elterngespräch führen Ebenfalls eine Grenzüberschreitung ist, jemandem ins Wort zu fallen bzw. zu viel Redezeit zu beanspruchen!!! 8

9 17 Vielen Dank! 18 Literatur: Brita Schirmer Schulratgeber Autismus-Spektrum-Störungen Ein Leitfaden für LehrerInnen ISBN Herausgeber: Ernst Reinhardt Verlag, München in der 3. aktualisierten Auflage 2013 Asperger-Syndrom-Strategien und Tipps für den Unterricht (Deutsche Ausgabe) Eine Handreichung für LehrerInnen Herausgeber: autismus Deutschland e.v. in der 13. Auflage 2014 Internet: Englische Originalausgabe 3. Auflage 2001 The National Autistic Society, 393 City Road, London Brit Wilczek Schulbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit Asperger-Syndrom Herausgeber: autismus Deutschland e. V. in der 7. Auflage 2013 Internet: 9

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