Ökonomische Ansätze und internationale Naturschutzpolitik - die Position von Friends of the Earth Europe Friedrich Wulf, International Biodiversity

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1 Ökonomische Ansätze und internationale Naturschutzpolitik - die Position von Friends of the Earth Europe Friedrich Wulf, International Biodiversity Campaigner

2 2 Gliederung Vorstellung Friends of the Earth Europe Kontext Inwertsetzung und Ökonomisierung der Natur Biodiversitäts-Offsetting

3 3 Friends of the Earth Europe 32 Mitgliedsorganisationen mit über Mitgliedern; Sitz in Brüssel Europäische Mitglieder von Friends of the Earth International Deutscher Mitgliedsverband: BUND Schweizer Mitgliedsverband: Pro Natura

4 4 Friends of the Earth Europe Friends of the Earth International ist das weltweit grösste grassroots-umweltnetzwerk. Als Teil davon kämpft Friends of the Earth Europe für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft und für den Schutz der Umwelt. Themen umfassen u.a.: Klimawandel und Energiepolitik Corporate Power und Umweltgerechtigkeit Ressourceneffizienz Landnutzung: Agrarpolitik, GMOs, Agrofuels Biodiversität (Koordination seit 2008)

5 5 Kontext Globale Debatte über die Inwertsetzung von Natur und Ökosystemdienstleistungen, «ökon. Krise» CBD Strategischer Plan: Ziel 2: Integration in national accounting EU- Biodiversitätsstrategie, Aktionen 5 und 7b Kompensationsregelungen in D, USA, Australien Nationale Entwicklungen in UK, Spanien u.a. EU Prozess: Arbeitsgruppe, Gutachten, Online- Umfrage EU-Gesetzgebung zu Biodiversitäts Offsetting?

6 6 Unsere Position zur Ökonomisierung der Natur Der Wert der Natur muss stärker im ökonomischen Handeln berücksichtigt werden doch sollte sie kein Preisschild haben, nicht vermarktet oder zur Handelsware werden. Natur ist nicht austauschbar! Globales Problem: Vermarktung schafft falsche Anreize sie erregt z.b. Interesse der Wirtschaft, die sich über die Interessen der Bevölkerung hinwegsetzt (Vertreibung, Land grabbing - Riesenproblem in Entw. Ländern!) und schafft parallele Entscheidungsstrukturen zur Demokratie.

7 7 Unsere Position zur Ökonomisierung der Natur Berechnungen zum Wert der Natur ja, aber nur zur Verdeutlichung, keine Integration in Wirtschaftsabläufe. Eine rein ökonomische Sichtweise auf die Natur führt zur Vernachlässigung anderer wichtiger Werte (persönliche und spirituelle Werte, Einmaligkeit); sich nur auf den Geldwert zu verlassen, verzerrt den Blick und ist daher riskant

8 8 Unsere Position zur Ökonomisierung der Natur Risiken: Anspruch auf Natur kann erworben werden, seine Zerstörung wird legalisiert «Freikaufen» vereinfacht «BAU-Ansatz» : es ermöglicht es, weiterzumachen wie bisher anstatt wirkliche Lösungen anzustreben Eine rein ökonomische Sichtweise auf die Natur führt zur Vernachlässigung anderer wichtiger Werte (persönliche und spirituelle Werte, Einmaligkeit); Nur grober Zusammenhang zwischen Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität. Bsp.: Wald und Plantagen können denselben Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung leisten, aber Wald ist viel artenreicher.

9 9 Unsere Position zu Biodiversitäts- Offsetting Prinzip: Biodiversitätsverlust an einem Ort kompensieren durch Aufwertung/ Wiederherstellung an einem anderen Ort Berücksichtigung der «Mitigation hierarchy» In Deutschland realisiert durch die Eingriffsregelung ( 13 ff. BNatSchG)

10 10 Unsere Position zu Biodiversitäts- Offsetting Was sinnvoll erscheint, birgt viele Risiken: Biodiversität ist einmalig, kann oft nicht ersetzt werden Soziale oder spirituelle Werte werden ignoriert Verschiedene technische Probleme (Dauer, bis und ob die Kompensation wirkt; Bewertungsmethoden) Genehmigung für Zerstörung ist leichter zu erhalten «wir ersetzen es ja» - «License to trash» Anspruch auf Ersatz kann für ohnehin bestehende Verpflichtungen genutzt werden (z.b. Natura Management, Biotopverbund - Zusätzlichkeit?) Bei schlechter oder fehlende Kompensation trägt die Natur das Risiko

11 11 Unsere Position zu Biodiversitäts- Offsetting No Net loss kann so nicht erreicht werden Vermeidung des Eingriffs bzw seiner Folgen muss Vorrang haben Echte Lösungen: Treiber des Biodiversitätsverlustes reduzieren Öffentliche Gelder für die Natur aufstocken (keine IFMs!) Biodiversitätsschädigende Subventionen abschaffen und positive Anreize schaffen Naturschutzgesetze und Massnahmen umsetzen! Rechtsbasierter Ansatz zum Naturschutz

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